All language subtitles for Miss.Marple.A.Murder.Is.Announced.1985.S01E01_ger

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Original subtitles

"Ein Mord wird angekündigt, Teil 1"

Ihr Tee, Miss Marple

Danke, mein Liebes.

Ein sehr netter, junger Mann.

Rudi. Zu mir ist er sehr anständig, Miss Marple.

Archie, es wird ein Mord geschehen.

Dieser Nehru hat mehr Verstand, als alle unseren Minister zusammen genommen.

Zu dumm.

Ich sagte, es wird ein Mord geschehen.

Und wann?

Heute Abend um sieben.

Solch ein Schwachsinn.

Ein Mord?

Hinch!

Hinch!

Hinch!

Hinch! - Hier bin ich, Murgatroyd!

Wo denn? - Im Hühnerstall!

Hast du schon gelesen, die Annonce hier? Ein Mord wird angekündigt.

Am Freitag, dem 5. Oktober wird um sieben Uhr abends

in der Villa Little Paddocks ein Mord stattfinden.

Das wäre heute Abend.

Die Bewohner dieser Villa werden gebeten, diese Annonce sehr ernst zu nehmen.

Blödsinn!

Aber den Paddocks ist doch die Villa...

Ja, von Miss Letty Blacklock!

Möchte bloß wissen, wer sich solchen Unfug ausdenkt.

Jetzt werden schon Morde angekündigt. Vermählungen ja, aber Morde?

Leg doch endlich dieses schreckliche Blatt weg.

Dieses Blatt bringt keine Mordannoncen. - Aber du bist kein Arbeiter.

Ich schreibe ein Buch!

Ich dachte an einen richtigen Arbeiter.

Scheint dieses neue Gesellschaftsspiel zu sein.

Für gelangweilte, junge Leute, wie die in Little Paddocks.

Man heftet sich Papierfetzen an, auf denen irgendwelche Zeichen sind.

Irgendwer ist das Opfer und irgendwer ist der Detektiv.

Dann wird das Licht gelöscht und verrückt gespielt.

Völlig dekadenter, bourgeoiser Schnickschnack.

Opium für Kleinbürger.

Die Bewohner der Villa werden gebeten, diese Annonce sehr ernst zu nehmen.

Das klingt furchtbar aufregend. - Furchtbar langweilig.

Unsinn, Edmond. Ich werde zu Miss Letty gehen, und du kommst mit.

Opium! Ob Miss Letty Opium nimmt?

Guten Morgen!

Guten Morgen!

Ein Mord, ist das nicht aufregend?

Wann, hast du gesagt? Um sieben?

Ja, in Little Paddocks.

Ach, da habe ich die Konfirmationsstunde.

Wie schade, du Armer, wo du dich so für Mordfälle interessierst.

Zeig mal!

Ich habe es angekreuzt.

Ob die jungen Leute Miss Letty zu einem Spaß überredet haben?

Das ist aus einer anonymen Annonce schwer zu ersehen.

Nach einem Spaß von Miss Letty sieht das nicht aus!

Patrick, war das deine Idee?

Nein, Tante Letty. Wie kommst du darauf?

Die jungen Leute machen manchmal solche Späße.

Ich kann mir bessere Späße ausdenken, als solch eine Annonce in der Lokalpresse.

Du vielleicht, Julia?

Aber Tante Letty!

Ob vielleicht Mrs. Haymes...

Die würde nicht einmal davon träumen, witzig zu sein.

Sie ist vorläufig damit beschäftigt, ernst zu sein.

Oder so etwas Ähnliches.

Naja, das Ganze ist offensichtlich ein dummer Scherz.

Wozu, wo er doch so dumm ist? Und über alle Maßen geschmacklos noch dazu.

Bunny, das ist nichts, worüber man sich aufregen muss.

Es ist eben jemandes komischer Sinn für Humor.

Aber hier steht "heute". Heute Abend, um sieben Uhr.

Was meinst du, wird da passieren?

Was schon?

Der Engel des Todes wird hereinschweben und um einen Sherry bitten.

Ach.

Ich werde dir sagen, was passieren wird:

Um sieben Uhr werden unsere lieben Mitbürger ihre Köpfe zur Tür hinaus recken,

um sie um acht Uhr wieder enttäuscht einzuziehen.

Ich werde mal nachsehen, ob noch etwas Sherry im Haus ist.

Arme Lotty! Sie hat furchtbare Angst.

Warum willst du denn heute schon wieder kündigen, Hannah?

Das fragen Sie noch, Mrs. Blacklock? Wegen der furchtbaren Annonce!

Sie kommen und wollen mich ermorden.

Niemand wird ermordet werden. Das ist ein kindischer Scherz.

Menschen ermorden, ein Scherz. Aber in England ist ja wohl alles ein Scherz.

In Palermo ermordet die Mafia auch Dienstmädchen.

Und jetzt ist es hier auch schon soweit.

Ich verspreche dir, meine Liebe, dass du hier absolut sicher bist.

Sie versprechen es?

Glaub mir, meine Liebe, wenn dich jemand ermorden wollte,

würde er das wohl kaum in der Zeitung ankündigen.

Bei uns in Palermo nicht, aber hier in England.

Vielleicht sind Sie es, die man ermorden will, Mrs. Blacklock.

Du hast die Zentralheizung in Betrieb nehmen lassen?

Es war in diesem Haus ziemlich feucht und kalt.

Aber der teure Koks?

Entweder den oder die ebenso teure Kohle.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, wie der Koks, und überhaupt alles,

ganz billig war.

In der "Guten Alten Zeit". - Genau, liebe Julia.

Hallo!

Findet hier eine Party statt?

Willkommen am Ort des Verbrechens.

Soll das ein Scherz sein? Mir muss man das nämlich immer erst sagen.

So ist es.

In diesem Raum wird ein Mord geschehen. Und zwar in 15 Minuten.

Ein Teil der Trauergäste ist schon versammelt.

Und für den Leichenschmaus wurde auch gesorgt.

Ich verstehe Sie nicht.

Lesen Sie das. - Soll ich erklären?

Es geht schneller und ruhiger, wenn sie es selbst liest.

Ich gehe die Enten einschließen.

Das mache ich!

Nein, ich will nicht, dass du wieder vergisst,

die Tür einzuklinken, wie letztes Mal.

Ich habe gelesen, was da steht und verstehe es immer noch nicht.

Wir verstehen es auch nicht. Ein etwas grober Scherz.

Du glaubst doch nicht, dass wirklich jemand kommt?

Ich will es nicht hoffen.

Die Leute hier im Dorf sind sehr neugierig, wie Sie wissen.

Ich weiß nur, dass wir eine brandneue Flasche Sherry im Haus haben,

die man für diesen Fall bereithalten sollte.

Vielleicht kann ich mich so nützlich machen.

Ich glaube, Letty wollte, dass Sie das Tischchen ans Fenster stellen.

Arbeit, Arbeit, Arbeit! Und das bis an unser Ende.

Oh, danke, Patrick! Wenn du damit fertig bist, würdest du dann so nett sein...

...so nett sein und den Sherry aus der Speisekammer holen?

Mit Vergnügen!

Ja, das ist besser so.

Was ist besser so, Tante Letty?

Nun, weil es jetzt nicht mehr so aussieht,

dass wir mit neugierigen Gästen rechnen.

Wir geben also eine Vorstellung von einem trauten Abend

und werden sehr erstaunt sein, wenn jemand hereinplatzt.

Genau, Julia!

Ich wünsche, dass niemand hereinplatzt.

Draußen steht jemand.

Ich glaube, es sind Mr. und Mrs. "Jack the Ripper".

Sie haben sogar eine Flasche dabei.

Patrick, ob du heute ausnahmsweise mal ganz brav sein könntest?

Heute werde ich ausnahmsweise nur beobachten, was passiert.

Mr. und Mrs. Easterbrook möchten Sie sprechen, Mrs. Blacklock.

Danke, Hannah.

Was für eine nette Überraschung.

Guten Abend! Guten Abend!

Guten Abend! - Guten Abend!

Ziemlich milder Abend. Da wollten wir mal reinschauen.

Sie heizen schon?

Im Haus war es ziemlich feucht und kalt.

Wie klug! Wunderschöne Chrysanthemen.

Leider schon etwas verwelkt, wie mir scheint.

Wir haben sie noch nicht in Betrieb.

Ihre Chrysanthemen?

Die Zentralheizung.

Mrs. Murgatroyd und Miss Hinchcliffe sind eingetroffen.

Danke, Hannah!

Guten Abend!

Guten Abend, Mrs. Blacklock.

Sehr milder Abend, wie gemacht für einen Bummel.

Da dachten wir: Warum sehen wir nicht einmal zu Mrs. Blacklock rein

und fragen, wie die Enten liegen?

Es ist mollig warm bei Ihnen. Sie haben schon die Heizung angestellt?

Ja, Tante Letty war es kalt, nicht wahr?

Ach ja?

Nun, ich finde es aber sehr angenehm.

Super angenehm.

Super angenehm? Sagt man das neuerdings so?

Ich fürchte ja, Colonel.

Eine Mrs. Swettenham mit ihrem Mr. Swettenham junior.

Hier sind wir.

Wahrhaftig.

Wir haben nur mal hereingeschaut, um zu fragen, was Sie über

kleine Kätzchen denken?

Über was, bitte?

Über ein Kätzchen. Vielleicht ist es auch schon eine Katze.

Sie ist uns zugelaufen. Wie es aussieht, wird sie bald werfen.

Und meine liebe Mutter möchte sie gerne vorher noch verschenken.

Edmund!

Nehmen Sie doch Platz, Mrs. Swettenham.

Ziemlich warm hier!

Tante Letty hat heizen lassen.

Sicher wird es ein interessanter Abend.

Hatten Sie solche Probleme in Indien auch, Colonel?

Während des Monsunregens habe ich auch manchmal Feuer machen lassen.

Mrs. Harmon.

Hallo, alle miteinander.

Guten Abend, Mrs. Blacklock! - Mrs. Harmon.

Ich hoffe, ich komme nicht zu spät, oder ist der Mord schon passiert?

Nein, Sie kommen nicht zu spät!

Wir sind noch alle am Leben.

Oh, Julian ist verzweifelt, dass er nicht mitkommen konnte.

Er ist süchtig nach Mordfällen.

Wenn er einen spannenden Krimi liest, schreibt er seine besten Predigten.

Besonders nach der fünften Leiche kommen ihm die besten Einfälle.

Oh, Verzeihung! Ich glaube, ich rede zuviel.

Nein, im Gegenteil. - Wann soll es denn anfangen?

Wenn überhaupt etwas anfängt, dann müsste es sich beeilen.

Bis sieben fehlt nur noch eine Minute.

Ach, dann wäre es wohl Zeit für den Sherry. Patrick!

Sofort!

Würdest du ihm helfen, mein Liebes? - Aber gern!

Holen wir den Sherry.

Was meinen Sie, wird passieren?

Ich habe keine Ahnung. Ich bin genauso neugierig wie Sie.

Nun ja, ich glaube, ich brauche jetzt eine Zigarette.

Was ist das?

Es geht los!

Wer hat das Licht ausgeschaltet?

Liebling, wo bist du?

Archie, wo bist du?

Tut mir leid, der Schalter funktioniert nicht.

Hände hoch! Hände hoch und keine Bewegung!

Ist das nicht wundervoll?

Eine Kerze, Patrick, schnell!

Hat jemand Streichhölzer, oder ein Feuerzeug?

Ja, ich!

Versuchen Sie doch mal, das Licht einzuschalten!

Das habe ich schon probiert. Vermutlich ist die Sicherung durch!

Archie, bitte bring mich jetzt nach Hause!

Hole bitte eine Kerze, Patrick!

Ich bin ja schon dabei!

Aufmachen! Ich will hier raus.

Das ist doch Hannah, die da schreit.

Sie ist eingeschlossen!

Ich will hier raus! Aufmachen!

Ich war dabei, das Silber zu putzen, da wurde ich eingeschlossen.

Hannah, kommen Sie zu sich.

Hol Kerzen, die sind im Küchenschrank.

Letty, du blutest ja.

Es hat mich nur am Ohr gestreift. Also nichts, worüber man sich aufregen müsste.

Ja, mein Ohr blutet, ich weiß es ja. Julia, Patrick, wo bleibt denn die Kerze?

Ohne Licht werden wir ewig so herumstehen.

Phillipa wechselt schon die Sicherungen.

Wenigstens einer ist tüchtig in diesem Haus.

Der Mann scheint ohnmächtig zu sein.

Oh Gott, der Mann ist tot.

Diese Sicherung hier war durch.

Wer wird das sein? Kennt ihn jemand?

Noch nie gesehen.

Ich auch nicht. - Der ist noch so jung.

Ob er sich selbst erschossen hat?

Könnte ein Unfall sein. Vielleicht ist er über seinen Mantel gestolpert.

Ich kenne ihn!

Tatsächlich?

Letty, das ist der junge Mann aus dem Spa Hotel in Medenham Wells.

Der hier war und dich um Geld bat.

Tatsächlich!

Er hat dich umbringen wollen. Natürlich, er ist hierher herkommen,

um dich zu töten.

Phillipa, bring Bunny auf ihr Zimmer und gib ihr einen Brandy!

Julia, geh ins Bad und hole mir ein Heftpflaster.

Mein blutendes Ohr scheint alle aus der Fassung zu bringen.

Patrick, rufe die Polizei an!

Rudi Schertz, Schweizer Nationalität. Stimmt es, dass er hier Empfangschef war?

Ja, das ist er. War er.

Seit wann war er hier beschäftigt, Mr. Rowlandson?

Ich habe, bevor Sie kamen, in meinen Akten nachgesehen. Reichlich drei Monate.

Gute Zeugnisse, Empfehlungen, diverse Sprachkenntnisse, etcetera.

Möchten Sie vielleicht selbst einen Blick darauf werfen?

Ich habe volles Vertrauen.

Ah, danke!

Waren Sie zufrieden mit ihm?

So ziemlich zufrieden, Inspektor.

Das hört sich aber ziemlich negativ an.

Nun ja...

Was, nun ja?

Es gab da einige Missverständnisse bei Rechnungen.

Da waren Leistungen berechnet, die nicht erbracht waren.

Wir haben angenommen, dass es aus Unachtsamkeit dazu gekommen war.

War es aber nicht.

Das sage ich jetzt, nach allem, was ich von Ihnen gehört habe.

Immerhin könnte er versucht haben, unsere Gäste zu betrügen.

Obwohl Betrug etwas anderes als ein Gewaltverbrechen ist.

Amouröse Affären?

Affären wäre übertrieben.

Name?

Myrna Harris.

Sie waren mit Rudi Schulz befreundet?

Ja. Aber ich wusste nicht, wer er...

Wir wissen auch vieles nicht, aber wir beide werden es herausfinden.

Nun, wer an der Rezeption arbeitet, gilt als besonders vertrauenswürdig.

Und gerade Empfangschef wird man nicht so ohne weiteres.

Besonders als Ausländer. Hatte er mit einer Bande zu tun?

Er hat wohl auf eigene Faust gearbeitet.

Er war ein wunderbarer Tänzer. War schön, mit ihm auszugehen.

Im Kino immer die besten Plätze, immer hat er Blumen gekauft.

Ich bin traurig, dass er tot ist.

Oh, Moment!

Danke!

Da sind bestimmte Dinge verschwunden.

Wo und was?

Aus den Zimmern. Es waren eine echte Diamantenbrosche

und ein goldenes Medaillon.

Wenn er es war, könnte er es durchaus meinetwegen genommen haben.

Aber ich glaube es nicht.

Sie mochten ihn!

Ja! Er hat gerne ein bisschen angegeben.

Aber das machen ja sehr viele Männer. Doch wenige mit Charme.

Seine Geschichten waren immer amüsant.

Welche Geschichten? Und woran haben Sie gemerkt, dass sie erfunden waren?

Es war offensichtlich. Er sagte, er käme aus einer reichen Schweizer Familie

und er könne sein Geld wegen der Devisenbestimmungen nicht transferieren.

So dumm bin ich nicht. Dazu kam seine Kleidung.

Sie war zu gewöhnlich. Ich meine, nicht wirklich erstklassig.

Sie verstehen?

Ich verstehe.

Und dann hatte er in den Alpen alle möglichen Leute vor dem Tod gerettet.

Aber es waren entschieden zu viele.

Hat er jemals Mrs. Blacklock erwähnt?

Nein! Nicht, dass ich wüsste. Sie kommt manchmal zu uns zum Lunch,

aber Mrs. Blacklock erwähnt...

Und das Dorf von Mrs. Blacklock? Chipping Cleghorn?

Ich glaube, er hat mich mal nach den Bussen gefragt. Wann sie fahren.

Aber ob es wirklich Chipping Cleghorn war?

Vielleicht war es ein anderes Chipping, es gibt ja so viele.

Wenn ich gewusst hätte, was ich jetzt weiß,

wäre ich nie mit ihm ausgegangen. Trotzdem tut es mir weh, dass er tot ist.

Oh, guten Morgen, Inspektor Craddock.

Nun erzählen Sie schon, Fletcher.

Ja, Sir. Keine Fingerabdrücke. Für gewaltsames Eindringen

gibt es auch keine Anzeichen. Die Haustür war ja auch nicht verschlossen.

Schertz kam vermutlich mit dem Bus aus Medenham,

der um halb sieben in Cleghorn eintrifft.

Warum ist das Licht ausgegangen, Fletcher?

Nur der Salon und der Flur haben ein und denselben Stromkreis.

Wenn es sich einrichten lässt, dass Punkt sieben die Sicherung rausfliegt...

Sie sind besser als das Orakel von Delphi.

Wenn Sie es sagen.

Erzählen Sie mir etwas über die Leute hier. Mrs. Blacklock?

Ich glaube, die ist in Ordnung, Sir.

Und diese Miss Bunner?

Eine liebenswerte Dame, wenn auch ein bisschen sehr zerstreut.

Patrick Simmons?

Er hält sich für einen großen Witzbold.

Julia Simmons?

Findet nur an sich Gefallen.

Phillipa Haymes?

Habe ich noch nicht gesprochen, ist arbeiten.

Gut! Ein nettes Ensemble.

Das ist der Raum, in dem sich der Vorfall ereignet hat?

Ja.

Wir haben inzwischen wieder Ordnung gemacht.

War ein furchtbares Durcheinander. Umgestoßene Stühle,

zerkrümeltes Gebäck und ein ekelhafter Brandfleck von einer Zigarette.

Wir hätten Sie niemals hier hereingelassen.

Bunny, ich glaube, wir sollten nur die Fragen von Inspektor Craddock beantworten.

Danke, Mrs. Blacklock.

Setz dich!

Wann haben Sie Rudi Schertz das letzte Mal gesehen?

Ist das sein Name? - Ja.

Oh, das war ungefähr vor drei Wochen.

Wir waren an diesem Tag in Medenham einkaufen

und dann zum Lunch im Hotel. Er kam rüber zu unserem Tisch

und sagte, er wäre der Sohn des Besitzers des Hotels "des Alpes" in Montreux,

wo meine Schwester und ich während des Krieges logierten.

Sie erkannten ihn wieder?

Nein! Diese jungen Burschen an der Rezeption,

die sehen doch alle gleich aus, Inspektor.

Und dann hat er Sie besucht.

Ja! Vor zehn Tagen.

Er tischte mir eine absurde Geschichte über seine todkranke Mutter auf

und wollte Geld, um nach Genf fliegen zu können.

Aber Sie gaben ihm keines. - Natürlich nicht.

Das war sehr klug.

Ich war lange Sekretärin eines Finanzmannes.

Ich kenne tausende Unglücksraben und betrügerische Manöver.

Als er hierher kam, hatten Sie da nicht vielleicht auch das Gefühl,

dass er etwas auskundschaften möchte?

Sie meinen, sehen, ob was zu holen ist?

Ja, genau das meine ich.

Tja, nach allem, was passiert ist... er fand das Haus sehr schön

und fragte auch manches.

Aber das ergibt weder vorne noch hinten einen Sinn.

Überlegen Sie: die Annonce in der Zeitung...

Ich muss Ihnen schon sagen, dass ich absolut gar nichts verstehe.

Haben Sie viel Bargeld im Haus?

Ein paar Pfund, mehr nicht.

Und Schmuck?

Nur ein paar Ringe und Broschen und dieses Kamee-Halsband.

Hier ist nichts, was sich lohnen würde. Es war pure Rache, Inspektor.

Weil Letty ihm kein Geld gegeben hat, hatte er solche Wut,

dass er sie umbringen wollte.

Das hier haben Sie von der Schussverletzung, Mrs. Blacklock?

Ach, nur ein Kratzer, der ein bisschen geblutet hat.

Erzählen Sie, was passiert ist.

Die Uhr hatte geschlagen. - Sieben Uhr?

Ja! - Und da ging das Licht aus.

Und dann?

Ging die Tür auf.

Welche? - Diese.

Und diese da?

Die wird nicht mehr benutzt,

seit wir aus zwei Räumen diesen großen machen ließen.

Also diese Tür wurde geöffnet. Und?

Und da war er schon. Ein Mann mit einem Revolver.

Ein maskierter Mann mit einem Revolver.

Und ich dachte, ich meine, wir alle dachten,

dass es nur ein dummer Scherz wäre. Und dann hat er etwas gerufen.

Hände hoch und keine Bewegung.

Nun ja, so etwas Ähnliches.

Haben Sie die Hände hoch genommen?

Natürlich! Wir dachten, das gehört zu dem Spiel dazu.

Er strahlte mir mit der Taschenlampe in die Augen.

Sie blendete mich und ich wurde ärgerlich.

Und dann?

Ach, dann fiel der erste Schuss. Jemand schrie auf,

und dann fühlte ich den Schmerz am Ohr.

Sehen Sie! Es war etwas mehr, als nur ein Kratzer.

Wo haben Sie gestanden, Mrs. Blacklock?

Da drüben, neben dem Tisch. Ich wollte mir gerade eine Zigarette nehmen.

Und sehen Sie! Dahin hat er geschossen. Er hat versucht, Sie umzubringen.

Sagen Sie es ihr, Inspektor, denn mir will sie es nicht glauben.

Und nachdem er sah, dass er Sie verfehlt hatte,

richtete er die Pistole auf sich selbst. - So muss es gewesen sein.

Meinen Sie auch, dass es so war, Mrs. Blacklock?

Bestimmt nicht, Inspektor, das ist absolut lächerlich.

Er war nicht die Sorte Mann, auf sich selbst zu schießen.

Ganz zu schweigen davon, dass er auf jemanden...

Oh, Bunny, würdest du die bitte raus bringen? Ich hasse tote Blumen.

Ich habe sie erst gestern gepflückt.

Selbst Blumen blühen nicht mehr so lange, wie sie es sonst tun.

Miss Bunner ist eine Verwandte von Ihnen?

Nein, eine alte Freundin. Wir gingen zusammen in die Schule.

Vor ungefähr 100 Jahren.

Sie ist Ihre Gesellschafterin?

Ja, wir leisten uns gegenseitig Gesellschaft.

Und die anderen Bewohner des Hauses?

Patrick und Julia? Sie nennen mich Tante Letty,

sind aber nur entfernte Verwandte von mir.

Oh, Verzeihung! Bunny sagt, dass die Polizei uns alle verhören will.

Ist das wahr?

Das ist Julia.

Nett von Ihnen, dass Sie von selbst kommen, Mrs. Simmons,

Inspektor Creddock. Und das ist Sergeant Fletcher.

Wir kennen uns.

Haben Sie noch eine Frage an mich, Inspektor?

Vorerst nicht, Mrs. Blacklock.

Oh, wollen Sie nicht auch mit Hannah sprechen?

Hannah? Das ist... - Meine Köchin.

Sie weint sehr gern.

Das arme Mädchen hat bestimmt Heimweh.

Sie stammt nicht von hier? - Aus Italien, Sizilien.

Sie sagt, sie hätte es aus Angst vor der Mafia verlassen.

Bitte nehmen Sie Rücksicht auf sie. Sie leidet etwas unter Verfolgungswahn.

Auch sonst ist sie etwas wunderlich,,

wenn Sie nach Ihrer Nationalität fragen, kann es sein,

dass sie antwortet: "Ich habe die Zeitung heute noch nicht gelesen."

Sie verstehen, was ich damit andeuten will.

Aber sie ist eine sehr gute Köchin.

Solange sie nicht kocht.

Ich werde Ihre Hinweise im Gedächtnis behalten.

Danke.

Erzählen Sie, was gestern Abend passiert ist.

Habe ich alles schon dem Sergeant erzählt.

Er hat es sogar aufgeschrieben. - Sie sollen es mir erzählen.

Verstehe. Eine Menge langweiliger Leute war gekommen.

Wer?

Wer? Mr. und Mrs. Easterbrook, Miss Hinchcliffe und Miss Murgatroyd,

Mrs. Swettenham nebst Sohn Edmund, und Mrs. Harmon, die Frau des Vikars.

Alle sagten dasselbe: Wundervoll, die Chrysanthemen.

Sehr warm hier. Sie haben schon geheizt? Bis auf Mrs. Harmon.

Sie sprach aus, was alle dachten. Sie sagte: "Wann findet der Mord statt?"

Sie mögen Mrs. Harmon.

Sie ist die Beste hier.

Und dann?

Dann ging das Licht aus. Dieser Mann kam herein und sagte: "Pfoten hoch!"

oder etwas ähnlich lächerliches. Und dann fielen die Schüsse.

Aber das war nicht mehr lächerlich.

Der Mann leuchtete mit einer Taschenlampe in den Raum.

Ja.

Und was konnten Sie sehen, als er die Schüsse abfeuerte?

Zielte er da auf Miss Blacklock?

Ich weiß nicht. Ich sah nur den Mann.

Den Revolver in der einen, die Lampe in der anderen,

mit der er herumfuchtelte, als hätte er Schwierigkeiten mit seinem Mantel,

oder mit der Tür. Wenn er Tante Letty wirklich töten wollte,

könnte ich mir 1.000 bessere Gelegenheiten vorstellen.

Irgendwo draußen hinter einer Hecke. Peng, und aus.

Ich verstehe.

Aber diese Annonce in der Zeitung,

und ein Haus voller erlebnishungriger Provinzler. Klingt wie ein Studentenjux.

Wie ich gehört habe sind Sie Studentin, Miss Simmons.

Ich mache im Hospital von Milchester eine Ausbildung als Apothekerin.

Und wenn ich den gestrigen Abend als Jux geplant hätte,

hätte ich das Haus mit Kriminalisten gefüllt.

Und wenn Sie einen Mord geplant hätten?

Ich lerne Apothekerin. Ich würde mein Opfer vergiften.

Geht schnell, lautlos, ohne Blutvergießen.

Soll ich das protokollieren lassen?

Besser nicht.

Für den Fall, dass irgendjemand auf diese Weise ums Leben kommt.

Ist Ihr Bruder im Haus?

Nein, er ist irgendwohin gegangen. Übrigens, er studiert auch.

Wirklich?

Ingenieurwesen an der Milchester Universität, gelegentlich,

wenn er Lust dazu hat. Aber genau das mag ich an Patrick.

Und dann noch, dass er im Krieg ein ziemlicher Held war.

Ich glaube, ich werde jetzt mit Hannah sprechen.

Ja, richtig, Inspektor, diese komische Köchin.

Die kommt mir auch sehr verdächtig vor.

Jesus, Maria. Mein ganzes Leben wurde ich von Männern in zivil verfolgt.

Deshalb bin ich nach England geflohen und dachte, ich wäre sie los.

Und jetzt werde ich hier auch wieder von Männern in zivil verfolgt.

Wir verfolgen Sie nicht, Miss Hannah. - Nein?

Wir wollen Sie nur fragen, wie das gestern Abend war.

Gestern Abend? Ich las am Nachmittag diese Mordannonce in der Zeitung.

Und ich wusste sofort, dass ich umgebracht werden sollte

und wollte weggehen von hier, aber sie hat mich nicht fortgelassen.

Sie ist eine sehr starke Frau. - Miss Blacklock?

Ja! Sie ist so stark wie ein Mann in Uniform.

Sie blieben also. Und was dann?

Hat es geklingelt und ich habe aufgemacht.

Dann hat es wieder geklingelt, und ich habe wieder aufgemacht.

Dann hat es noch mal geklingelt und hab noch mal die Tür aufgemacht...

Ich meinte, nachdem alle Nachbarn gekommen waren.

Dann bin ich in die Speisekammer gegangen,

um das Silberbesteck zu putzen. Da höre ich Schüsse.

Ich schreie auf, laufe zur Tür. Sie ist verschlossen.

Ich schreie um Hilfe. Jemand dreht den Schlüssel um und ich kann hinaus.

Ich schreie immer noch. Jemand schlägt mich und ich sehe Blut.

Und schreien wieder.

Ich weiß es nicht. Werden Sie mich jetzt einsperren?

Heute nicht.

Patrick Simmons?

Oh Gott, Sie wollten nicht auf mich warten?

Nicht unbedingt, Mr. Simmons.

Bin ich nicht auch verdächtigt?

Was die Annonce betrifft, vielleicht.

Die könnte durchaus Ihrem Sinn für Humor entsprechen.

Ja, diese Art von Humor berauscht mich.

Wie eine Droge?

Sie sagen es.

Wenn der Rausch verflogen ist, würden wir Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.

Meine Antworten werden wahrscheinlich genauso konfus sein, wie die der anderen.

Ob es Ihnen gelingt, uns zu sagen, wo wir Mrs. Haymes finden können?

Philippa? Sie arbeitet bei den Halls, als Gärtnerin.

Ich weiß, wo sie ist. Liegt in Richtung Medenham.

Philippa ist nicht sehr gesprächig.

Aber dafür nett, was man ihr nicht gleich anmerkt. Kein Typ für einen Mord.

Wäre überhaupt niemand. - Jemand muss es gewesen sein.

Falls er sich nicht selbst erschossen hat.

Eine sehr komische Art, Selbstmord zu begehen.

Auf diese Art einen Mord zu begehen ist ebenso komisch.

Was schlussfolgern Sie aus dem Ganzen?

Dass es einfacher ist, ein humorvoller Student zu sein,

als ein verbissener Inspektor.

Wann kamen Sie gestern Abend nach Hause?

So um sechs. Dann habe ich gebadet, und als ich in den Salon kam,

war dort eine Party in Vorbereitung.

Als Sie ins Haus gingen, welche Tür haben Sie da benutzt?

Die Seitentür. Ich bin immer etwas schmutzig und manchmal ist Besuch da.

War diese Tür offen?

Ja, aber ich habe hinter mir abgeschlossen.

Verstehe.

Bitte erzählen Sie mir den Hergang des Vorfalls.

Genau in dem Moment, als die Uhr sieben schlug, ging das Licht aus.

Die Tür ging auf und dieser Mann blendete uns mit seiner Taschenlampe

und fuchtelte mit seinem Revolver und rief: "Hände hoch!"

Was Sie auch taten.

Was ich nicht tat. Ich dachte, es sei ein Spaß.

Und ich hatte keine Lust auf irgendwelche Kinderspiele,

weil ich von meiner Arbeit sehr müde war.

Die Sache hat Sie ziemlich kalt gelassen?

Ja, so ziemlich.

Wo haben Sie gestanden?

Am Kamin. Ich habe mir ein Feuerzeug gesucht.

Als der Mann mit der Taschenlampe in den Raum leuchtete,

hatten Sie da den Eindruck, dass er irgendjemanden gesucht hat?

Nein.

Sie meinen, er hat niemanden gesucht?

Ich habe den ganzen Tag über alles nachgedacht.

Er machte alles in so vager Art.

Ich meine, er fuchtelte mit der Taschenlampe herum, wie ein Kind,

das die Erwachsenen mal erschrecken will.

Haben Sie diesen Mann schon einmal irgendwo gesehen?

Nein! Ich kann es mir nicht leisten, im Royal Spa Hotel zu speisen.

Ich verstehe.

Sie bewahren auch bestimmt keinen wertvollen Schmuck in Ihrem Zimmer auf.

So ist es, Inspektor. Obwohl mich das Gegenteil nicht stören würde.

Wissen Sie, ob sich sonst irgendetwas Wertvolles im Haus befindet?

Nichts, was Sie als solches bezeichnen würden.

Das Silberbesteck ausgenommen. Sonst wüsste ich nichts.

Und die Perlen, ohne die sich Mrs. Blacklock niemals zeigt.

Die sind nicht echt.

Tut mir leid, dass ich Ihnen so wenig sagen kann.

Patrick und die anderen werden Ihnen da mehr sagen können.

Sie irren. Sie haben mir sehr geholfen, Mrs. Haymes.

Und da stand er, eine schattenhafte Gestalt mit Revolver.

Und der blendende Strahl der Taschenlampe taumelte umher,

und eine Stimme sprach: "Euer Leben oder euer Geld!"

Nichts dergleichen hat er gesagt, Mutter.

Eine Ewigkeit bin ich nicht mehr so erregt gewesen.

Dann fielen die Schüsse. Von da an war es ganz furchtbar.

Wissen Sie noch, wo Sie gestanden haben, als die Schüsse fielen?

Keine Ahnung! Wo habe ich gestanden, Edmund?

Das weiß ich auch nicht.

Wissen Sie noch, mit wem Sie gesprochen haben?

Entweder mit Mrs. Harmon oder mit Colonel Easterbrook, denke ich.

Edmund?

Ich weiß es nicht, Mutter.

Und Sie? Mit wem haben Sie gesprochen?

Ich stand in der Mitte des Raumes und sprach mit Julia Simmons.

Als er mit der Taschenlampe leuchtete, hielt er sie still,

oder schwenkte er sie umher?

Er leuchtete direkt in meine Augen, was konnte ich da sehen?

Er schwenkte sie langsam umher, als wollte er sehen, was jeder machte.

Drei Schüsse wurden abgefeuert. Zwei trafen die Wand,

wovon einer Mrs. Blacklock verletzte. Der dritte tötete den Mann.

War das nun ein Selbstmord oder ein Unfall?

Ich denke, eines von beiden war es mit Sicherheit.

Obwohl, wenn Sie mich fragen, es war ein Mord,

denn wir haben ja eine Leiche. Wobei da ja noch einiges unklar ist, oder?

Du hast eben dem Inspektor gesagt, dass es drei Dinge zugleich waren.

Dummes Zeug!

Und zwar Mord, Selbstmord und ein Unfall dazu.

Ich versuche nur, dem Inspektor zu helfen.

Ich weiß das zu würdigen, Mrs. Swettenham.

Psychologie, das ist die Lösung.

Psychologie?

Das tiefste Warum des Handelns. Was hat ihn bewogen,

die Annonce aufzugeben? Psychologie! Die Welt soll ihn beachten.

Vermutlich keine Erfolgserlebnisse.

Die Leute blicken auf ihn herab, weil er ein mittelloser Schweizer ist.

Hinzu kommt, dass er ein heißes Mädchen hübsch liebt.

Ein hübsches Mädchen heiß liebt, das ihm die kalte Schulter zeigt.

Aber er will sie gewinnen. Doch wie gewinnen?

Er sucht den schnellen Erfolg des Superman mit Kanonen. Er selbst.

Er spielte Robin Hood, aber dazu braucht er Zuschauer,

die seinen Ruhm in alle Welt tragen und er ihren Reichtum davon.

Und aus dem Spiel wird Ernst. - Sehr treffend.

Genau das wollte ich sagen. Im entscheidenden Augenblick

verliert er die Nerven.

Ihn packt die Angst und er schießt blindlings in die Luft.

Er schoss blindlings in die Luft?

Oh, daran besteht kein Zweifel. Der Raum war doch voller Menschen.

Sonst hätte er bestimmt wen getroffen. Aus einem Traum wurde ein Albtraum.

Er konnte diese schreckliche Wende nicht ertragen und beschloss,

seinem Leben ein Ende zu machen. Psychologie.

Ist es nicht wundervoll, Inspektor,

wie Archie sich in die Seele dieses Mannes versetzt?

Ja, Mrs. Easterbrook, wundervoll.

Was führt Sie zu mir?

Sie erinnern sich doch an den Zwischenfall von gestern Abend?

Das nennen Sie Zwischenfall?

Ein Mord, der vorher angekündigt wurde, ist doch kein Zwischenfall.

Es lief alles auf die Minute nach Plan. Aber kommen wir zur Sache.

Sie wollen vermutlich wissen, wie ich das Ganze erlebt habe.

Ja.

Ich weiß nur, dass ich darauf wartete, dass mir jemand einen Drink anbietet.

Was meinen Sie zu den Schüssen?

Wurden sie blind abgefeuert, oder waren sie für jemanden bestimmt?

Ich habe keine Ahnung. Die Taschenlampe wurde umhergeschwenkt

und blendete alle. Und dann fielen die Schüsse.

Alles, was ich dachte, war,

dass dieser verdammte Patrick ein saublödes Spiel mit uns spielt.

Sie dachten, es war Patrick Simmons?

Ja, bis ich die Leiche sah. Wer sonst?

Edmunds Fantasie ist damit beschäftigt,

wie er über die erste Seite seines Romans hinauskommt, den er schreibt.

Der alte Easterbrook ist völlig humorlos.

Nur Patrick ist für jeden Spaß zu haben.

Allerdings nicht, wenn er mit Gewaltanwendung verbunden ist.

Und Ihre Freundin, Miss Murgatroyd. Hat sie etwas gesehen?

Murgatroyd. - Hier!

Sie sitzt auf dem Baum. Polizei!

Sie wird keine große Hilfe sein. Hören Sie sich an, was sie zu sagen hat.

Aber schenken Sie ihr nicht zuviel Beachtung.

Sie sind von Scotland Yard?

Inspektor Craddock von Milchester.

Oh, noch besser. Haben Sie schon eine heiße Spur?

Der Inspektor möchte wissen,

ob du gestern Abend etwas Auffälliges bemerkt hast.

Oh ja, ich verstehe. Ich hätte darauf vorbereitet sein sollen.

Wegen des Alibis. Warten Sie mal. Ich stand da, neben allen anderen.

Du standest neben mir.

Ich hörte, wie irgendjemand aufschrie und ein Mann sagte:

"Würden Sie bitte die Hände hochnehmen!"

"Würden Sie bitte", das hat er bestimmt nicht gesagt.

Ich bitte um Verzeihung, wenn ich etwas Falsches sage.

Ich bin so durcheinander, alles ist so verschwommen.

Gibt es noch etwas, das Sie wissen möchten?

Nein! Ich glaube, das war es schon.

Sie müssen verstehen. Ich hasse es, geblendet zu werden.

So habe ich sie, als der Strahl meine Augen traf, fest geschlossen.

Und laute Geräusche hasse ich auch.

Deshalb habe ich, als die Schüsse fielen, meine Augen noch fester zugemacht.

Konnte er nicht leise schießen?

Und wann haben Sie die Augen wieder aufgemacht?

Als ich mir völlig sicher war, dass die Knallerei vorüber ist.

Und da war jemand mit einer brennenden Kerze im Flur.

Doch da ging auch schon das Licht an und alle sahen wieder normal aus.

Im Dunkeln sehen die Menschen ganz anders aus, meinen Sie nicht auch?

Was haben Sie noch gesehen, als das Licht wieder anging?

Den jungen Mann, Schertz. Das war doch sein Name?

Ja!

Er lag tot da und neben ihm lag ein Revolver.

Er sah so jung aus und irgendwie erstaunt.

Na, das Ganze ergibt keinen Sinn.

Das passt doch nicht hierher. Nach Chipping Cleghorn.

Das Problem ist, dass ich einen Sinn darin finden muss.

Jeder erzählt eine andere Version von der Geschichte.

Auch wenn sie alle ein und dasselbe erzählen würden, ergäbe es keinen Sinn.

Wissen Sie, welche Frage mich jetzt am meisten bewegt?

Sir?

Wie gut können Sie Maschine schreiben?

Wild hakelnd, aber akkurat.

Gut! Unser Chef liebt Akkuratesse.

Er liebt alles, was Mühe macht.

Setzen Sie sich, Craddock. - Danke, Sir.

Noch etwas zu diesem Bericht?

Ein Kabel von der Schweizer Polizei. Schertz hat ein nettes Strafregister.

Aha.

Diebstahl, Urkundenfälschung, Scheckbetrug.

Ein Gewohnheitsverbrecher. - Aber nur ein kleiner.

Wachsen sich die kleinen nicht zu großen aus?

Nicht immer, Sir.

Mir scheint alles klar. Schertz ist mit dem Bus nach Chipping Cleghorn gefahren,

Zeugen erschaffen bei den Passagieren.

Er ging in das Haus, vermutlich durch die Vordertür.

Er überfiel die Gesellschaft, die er durch die Annonce dorthin gelockt hatte,

denn er gab sie auf. Der Annoncenbearbeiter hat das bezeugt.

Dann fielen drei Schüsse. Zwei trafen die Wand und der letzte ihn.

Nach all meinen Erfahrungen wird das Gericht in diesem Fall

mit Sicherheit entweder auf Selbstmord erkennen,

oder auf Tod durch Unfall.

In beiden Fällen könnten wir einen Schlussstrich unter diese Sache ziehen.

Ich habe das Gefühl, dass Sie mir mit Ihrem Schweigen sagen wollen,

dass Sie mir nicht zustimmen.

So ist es, Sir.

Warum?

Ich weiß es noch nicht genau.

Machen Sie mir die Freude und sprechen Sie aus, was Sie so ungenau wissen.

Miss Bunner lässt sich nicht davon abbringen,

dass Schulz vorhatte, Mrs. Blacklock umzubringen.

Ist Miss Bunner eine zuverlässige Zeugin?

Das ganz im Gegenteil. Sie ist eine liebenswerte, zerstreute, alte Dame.

Aber sie ist ganz und gar ehrlich. Sagt nichts, was sie nicht glaubt.

Wie die Sache auch stehen mag, es steckt etwas dahinter.

Ich habe eine persönliche Frage, Craddock:

Wie kommen Sie sonst mit alten Damen aus?

Och, sehr gut, sofern sie gut mit mir auskommen.

Das freut mich! Eine von dieser Sorte hält sich im Spa Hotel auf.

Es ist Miss Jane Marple. Eine alte Bekannte von Sir Henry.

Sie verfügt über die seltene Fähigkeit,

Dinge völlig unvoreingenommen zu betrachten,

wodurch sie die scheinbaren Ungereimtheiten eines Falles

von den echten zu unterscheiden vermag.

Nun, ich denke, Ihr Bericht ist sehr ausführlich, Inspektor.

Weiter keine Bemerkung, Miss Marple?

Doch, aber zuvor muss ich Sie etwas quälen.

Ich bitte darum.

Ich werde Ihnen etwas zeigen. Ich bin hier zur Kur

und genieße das Wasser der hiesigen Heilquellen. Gegen mein Rheuma.

Wie ich sehe, haben Sie keine Beschwerden dieser Art.

Beten Sie zu Gott, dass es so bleibt.

Für mich wäre dieses Hotel zu teuer, aber ich habe einen sehr generösen Neffen.

Er heißt Raymond. Nun ja.

Hier ist es.

Ein Scheck?

Ja! Er hat ihn abgeändert. - Er?

Der junge Mann von der Rezeption. Der nun tot ist, wie wir wissen.

Sehen Sie, er war auf sieben Pfund ausgeschrieben und er änderte ihn auf 17.

Er schrieb hier eine Eins vor die Sieben und hier Zehn hinter das Wort Sieben.

Ja, sehr niedlich gemacht.

Ich würde sagen, dazu hat einige Praxis gehört.

Sie haben Recht. Perfekt gemacht.

Die Bank schickte mir heute früh den Scheck. Ich habe es sofort bemerkt.

Woran haben Sie das sofort bemerkt?

Nun ja, weil ich nie einen Scheck über 17 Pfund ausschreibe.

Aber über sieben. - Oh ja, ziemlich oft.

Hinzu kommt, dass der junge Mann einen zu offenen Blick hatte.

Einen zu offenen Blick?

Wenn Sie jemand direkt ansieht und niemals blinzelt.

Wie damals Fred Tyler.

Sollte ich diesen Fred Tyler kennen?

Oh nein. Er war einmal Verkäufer in einem Fischladen.

Er berechnete immer etwas mehr, als man gekauft hatte.

Wissen Sie, kleinere Rechnungen werden von den Leuten selten geprüft.

Fred Tyler blickte den Leuten in die Augen, lächelte,

und schon hatte er genug Geld, um Jessie Spragge ins Kino zu führen,

oder grellfarbene Schlipse zu kaufen.

Nun ja, Sie liegen mit Ihrem kleinen Exkurs über Fred Tyler richtig.

Schertz hatte auch diese...

Noch einen Kaffee? - Nein, danke!

Miss Marple?

Nein, meine Liebe, ich muss jetzt bis zur Teezeit durchhalten, danke.

Haben Sie schon mit ihr gesprochen? Sie war mit ihm bekannt.

Ja, habe ich.

Tun Sie es noch mal. Sie weiß bestimmt noch mehr.

Sie hat mir heute Mittag Muscheln statt Hering gebracht

und Wein statt Sodawasser. Sie verstehen?

Vielleicht hat er ihr ja gesagt, wer es war.

Verzeihung, wer was war?

Der ihn dazu angestiftet hat.

Sie meinen, er wurde angestiftet?

Aber gewiss, das ist klar. Oder sind Sie anderer Meinung?

Also, wenn ich ganz ehrlich sein soll...

Das ist mir wirklich noch nicht ganz klar, Miss Marple.

Oh, entschuldigen Sie. Ich war wohl etwas zu schnell.

Wir haben hier einen netten jungen Mann, der hier ein bisschen stiehlt,

da ein bisschen betrügt und sehr gerne angibt.

Und plötzlich nimmt er einen Revolver und überfällt ein Haus, das,

wie er weiß, voller Leute ist. Finden Sie das überzeugend?

Aber wir haben viele Zeugen, die genau das ausgesagt haben, wenn Sie gestatten.

Oh nein! Die Zeugen haben ausgesagt, dass wer die Tür aufriss und herumleuchtete.

Mit einer Kanone in der Hand.

Es war doch dunkel. Wie wollten sie die Kanone sehen?

Sie meinen...?

Sie glaubten, sie gesehen zu haben. Sie hörten Schüsse.

Und vorher natürlich, wie er rief: "Hände hoch!" oder so etwas.

Die Pistole sahen sie erst, als sie neben ihm lag,

aber niemals in seiner Hand. Verstehen Sie mich jetzt, Inspektor?

Das bedeutet, jemand anderes hat geschossen.

So ist es! Dieselbe Person, die Rudi Schertz dazu überredet hat,

die Annonce aufzugeben, die Tür aufzureißen,

mit der Taschenlampe in den Raum zu leuchten und diese unsinnigen Worte zu rufen.

Wir müssen also diesen Mr. X suchen.

Mr., Mrs. oder Miss X, würde ich sagen.

Mir scheint, Frauen werden nicht nur in Wissenschaft und Kunst unterschätzt.

Wenn sie hinreichend intelligent ist,

kann auch eine Frau einen raffiniert eingefädelten Mord inszenieren.

Eine Frau, die Miss Blacklock umbringen wollte?

Es hat den Anschein.

Ich muss schon sagen,

Sie haben die Schussrichtung meiner Untersuchung auf den Kopf gestellt.

Oh, das tut mir leid. Soweit wollte ich mich nicht einmischen.

Dürfte ich noch etwas auf den Kopf stellen?

Ich bitte darum.

Dann möchte ich widerrufen und doch einen Kaffee trinken.

Myrna.

Und sprechen Sie noch mal mit Myrna, sie hat große Angst.

Wovor?

Irgendwer hat ihren Freund Rudi Schertz erschossen.

Irgendwo in Chipping Cleghorn läuft ein kaltblütiger Mörder frei herum.

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