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“Wohin gehst du?”
“In die Stadt.”
“Wo bist du gerade?”
“Ich bin in der Stadt.”
Warum sagen wir eigentlich einmal “In die Stadt.” und einmal “In der Stadt.”?
In diesem Video verrate ich es dir.
Vergleichen wir einmal beide Sätze miteinander.
“Ich gehe in die Stadt.”
und “Ich bin in der Stadt.”.
Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede findest du?
Beide Sätze haben das gleiche Subjekt - “ich”,
die gleiche Präposition - “in” und das gleiche Objekt - “Stadt”.
Der Unterschied ist lediglich, dass das Verb
und der Kasus des Objekts nicht die gleichen sind.
Während im ersten Satz ein Akkusativobjekt nach der Präposition steht,
folgt im zweiten Satz ein Dativobjekt.
Aber warum?
Die Antwort liegt in der Präposition und dem Verb.
Schauen wir uns zunächst einmal die Verben an.
“Gehen” ist ein Verb, das eine Bewegung bzw. Bewegungsrichtung beschreibt.
Und “bin”, von dem Verb “sein”, beschreibt keine Bewegung.
“Ich gehe.”
“Ich bin.”
Und das wirkt sich wiederum auf die Präposition
mit dem darauffolgenden Kasus aus.
Denn steht vor “in”
ein Verb der Bewegung bzw. Bewegungsrichtung, folgt der Akkusativ.
Steht vor der Präposition “in” ein Verb des Stillstandes, folgt der Dativ.
Oder anders gesagt: Haben wir in einem Satz die Präposition “in”
und sie beantwortet die Frage “wohin?”,
so brauchen wir danach den Akkusativ.
Wenn sie die Frage “wo?” beantwortet, brauchen wir den Dativ.
Also: “Wohin gehst du?” - “In die Stadt.”,
“Wo bist du?” - “In der Stadt.”
“In” ist eine lokale Präposition, aber nicht nur irgendeine,
sie gehört zu den so genannten Wechselpräpositionen.
Von diesen gibt es insgesamt neun Stück.
Das Besondere an diesen Wechselpräpositionen ist,
dass der Kasus zwischen Akkusativ und Dativ “wechseln” kann.
Daher auch der Name - Wechselpräpositionen.
Damit du weißt, welche Präpositionen dazu gehören, zeige ich sie dir jetzt.
Das hier sind alle Wechselpräpositionen:
“in, an, auf, über unter, hinter, vor, zwischen” und “neben”.
Wie kannst du dir diese aber nun am besten merken?
Ganz einfach, mithilfe von einem Glas oder zwei und einem Stift.
Wo kann der Stift überall im Verhältnis zum Glas sein?
In,
an,
auf,
vor,
hinter,
neben,
unter,
über und
zwischen.
Du kannst das Ganze auch mit Sätzen üben.
Beispiel: “Wohin lege ich den Stift?”
“Ich lege den Stift in das Glas.”,
“... an das Glas.”, “... auf das Glas.”,
“... vor das Glas.”,
“... hinter das Glas.”, “... neben das Glas.”,
“... unter das Glas.”,
“... über das Glas.”,
“... zwischen die Gläser.”.
Das war der Akkusativ.
Und nun im Dativ.
Wo ist der Stift?
“In dem Glas.”,
“An dem Glas.”,
“Auf dem Glas.”, “Neben dem Glas.”,
“Vor dem Glas.”,
“Hinter dem Glas.”,
“Über dem Glas.”,
“Unter dem Glas.”, “Zwischen den Gläsern.”.
Achtung!
Wenn wir die Präposition “zwischen” benutzen, dann muss danach der Plural folgen.
Und falls du dich fragst, was der Unterschied zwischen “über” und “auf” ist -
ganz einfach, “auf” ist mit Kontakt,
“über” ist ohne Kontakt.
Das Gleiche gilt auch für “neben” und “an”.
“Neben” ist in der Regel ohne Kontakt und “an” ist mit Kontakt.
Eine weitere Besonderheit ist auch, dass manche Präpositionen
und Artikel zusammen gefügt werden können, wie zum Beispiel
“in” + “das” ergeben “ins”. Oder “in dem” ergeben “im”,
“an” + “das” g “ans” und “an” + “dem” g “am”.
Jetzt hast du das Ganze sicher in der Theorie verstanden.
Wie sieht es aber mit der Praxis aus?
Dazu machen wir jetzt eine kleine Übung.
Du siehst gleich ein paar Sätze, in denen die Wechselpräpositionen fehlen
und du musst entscheiden, welche fehlen.
Klicke auf Pause und versuche, die Aufgabe zu lösen.
Und hier die Lösungen.
“Ich laufe in das/ins Zimmer.”
“Ich sitze im/in dem Bus.”
“Er steigt auf das Fahrrad.”
“Ich springe über die Pfütze.”
“Der Ball rollt unter den Tisch.”
Wie du vorhin im Beispiel mit dem Glas und dem Stift gesehen hast,
habe ich im ersten Teil eine Bewegungsrichtung beschrieben.
Es wurde die Frage “wohin?” beantwortet.
Also: “Wohin lege ich den Stift?”
Das Verb “legen” beschreibt nämlich eine Bewegung,
genau so wie “laufen, gehen, springen, fahren” und so weiter.
Im zweiten Beispiel mit dem Glas hatten wir ein
Verb, das keine Bewegung beschreibt -
“Wo liegt der Stift?”. “Liegen” ist nämlich kein Verb der Bewegung.
Und weitere Verben, die keine Bewegung ausdrücken, sind “bleiben, warten” und “sein”.
Es gibt allerdings auch eine Gruppe von Verben, die sich sehr ähnlich ist,
wobei aber ein Teil eine Bewegung und der andere keine Bewegung ausdrückt.
Und zu dieser Gruppe gehören folgende Verben: “setzen - sitzen”.
“Setzen” drückt *eine Bewegung aus, “sitzen” tut es aber *nicht.
“stellen - stehen”
“Stellen” drückt eine Bewegung aus, “stehen” nicht.
“Legen” ist eine Bewegung. “Liegen” ist keine Bewegung.
Diese *sechs Verben kann man noch einigermaßen auseinanderhalten.
Nun kommen aber vier Verben, bei denen das etwas schwieriger wird, da sie absolut identisch sind
und man hier unbedingt auf den Kontext achten muss,
um herauszufinden, ob sie eben eine Bewegung ausdrücken oder nicht.
Und dazu gehören: “stecken - stecken”.
Also: “Ich stecke das Kabel in die Verpackung.”
und “Das Kabel steckt jetzt in der Verpackung.”.
“Ich stecke den Schlüssel in das Schloss.”
“Der Schlüssel steckt im Schloss.”
“Ich stecke das Portemonnaie in die Tasche.”
“Das Portemonnaie steckt in der Tasche.”
Ein weiteres Verb ist “hängen”.
“Ich hänge das Bild an die Wand.”
“Das Bild hängt jetzt an der Wand.”
Du siehst also, diese Verben sind sich sehr ähnlich und manche sind sogar identisch.
Und du siehst auch, dass wenn wir diese benutzen und eine Wechselpräposition
darauf folgt, wir manchmal den Akkusativ benutzen und manchmal den Dativ.
Den Akkusativ, wenn wir eine Bewegung damit ausdrücken und den Dativ, wenn eben keine Bewegung stattfindet.
Vor allen Dingen wichtig ist, dass du hier siehst: Es gibt eine handelnde Person,
also eine Person, die diese Bewegung vollzieht, nämlich mich.
“Ich hänge das Bild an die Wand.”
Wenn ich aber sage: “Das Bild hängt an der Wand.”,
dann ist dort keine Person, die diese Bewegung vollzieht.
Also brauchen wir nach der Wechselpräposition den Dativ.
Noch deutlicher siehst du aber den Unterschied zwischen den Verben, wenn du auch die Vergangenheitsform,
also die Perfektform dazu lernst.
“Setzen” g Bewegung g “hat gesetzt”.
“Sitzen” g keine Bewegung g “hat gesessen”.
“Legen” g keine Bewegung g “hat gelegt”.
“Liegen” g keine Bewegung g “hat gelegen”.
“Stellen” g Bewegung g “hat gestellt”.
“Stehen” g keine Bewegung g “hat gestanden”.
“Hängen” g Bewegung g “hat gehängt”.
“Hängen” g keine Bewegung g “hat gehangen”.
Nur bei “stecken” gibt es keinen Unterschied.
In solchen Fällen achtet man einfach, wie vorhin erwähnt, auf den Kontext.
Gibt es eine handelnde Person bzw. wird eine Bewegungsrichtung beschrieben oder nicht?
Und natürlich habe ich auch hier eine Übung für dich.
Finde das passende Verb. Drücke jetzt auf Pause und versuche die
Aufgabe zu lösen.
Und hier die Lösungen.
“Die Katze liegt unter dem Stuhl.”
“Ich stelle die Vase auf den Tisch.”
“Die Lampe hängt über der Couch.”
Und hattest du alles richtig?
Wenn nicht, mach dir keine Gedanken.
Je mehr du übst und wiederholst, desto besser und desto einfacher wird es für dich.
Bevor wir zum Schluss kommen, noch ein wichtiger Punkt.
Damit du nach der Wechselpräposition
auch tatsächlich den Akkusativ benutzen kannst, ist es wichtig, dass dir klar ist,
dass das Verb unbedingt eine Bewegungsrichtung von A nach B,
wobei B das Ziel ist, beschreiben muss.
Also: “Ich fahre in die Stadt von zu Hause.”, zum Beispiel.
Zu Hause ist mein Startpunkt und die Stadt ist mein Ziel.
Oder: “Ich stelle die Vase auf den Tisch.”.
Ich habe sie in der Hand, Startpunkt, und ich stelle sie auf das Ziel, den Tisch, B.
Handelt es sich jedoch um eine Bewegung am gleichen Ort,
folgt nicht der Akkusativ, sondern der Dativ.
Ich gebe dir ein Beispiel: “Ich gehe im Park spazieren.”
Hier folgt der Dativ, denn ich bin bereits im Park und drehe hier meine Runden.
“Ich laufe in der Stadt herum.”
Das gleiche.
Auch hier ist der Dativ erforderlich,
denn ich bin schon in der Stadt und gehe herum.
Nur wenn wir sagen möchten, dass wir von einem Ort zum anderen gehen, können wir wieder zum Akkusativ greifen.
Denn “Ich gehe in den Park spazieren.”
und “Ich gehe im Park spazieren.” haben,
wie du siehst, unterschiedliche Bedeutungen.
Der erste Satz beschreibt nämlich, dass der Park mein Ziel ist.
Ich gehe also in Richtung des Parks.
Und im zweiten Satz beinhaltet die Aussage, dass ich schon im Park bin
und vielleicht ohne Ziel einfach ein bisschen rumlaufe.
Das ist wichtig, dass du das im Hinterkopf behältst.
Ich hoffe sehr, dass dir dieses Video dabei geholfen hat,
die Wechselpräpositionen ein bisschen besser zu verstehen.
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Bis zum nächsten Mal. :)
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