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PFANDVERLEIH
Hallo, Mr. Kranz.
- Ich komme zur Einlösung meiner... - Ich weiß! Die Posaune.
Ich hänge sie immer ins Schaufenster,
damit Sie sehen können, dass sie noch da ist.
Ich behalte sie im Auge.
Sagen Sie, Mr. Miller, woher haben Sie diesmal das Geld?
- Ich arbeitete als Tankwart. - Und jetzt wieder in einer Band?
Ja. Ich spiele mit Minton im Sunset Hotel. Chummy holt mich ab.
Wieso versetzt Ihr Freund Chummy nie etwas?
- Es spielt Klavier. - Verstehe!
Das fehlte gerade noch! Ein Klavier immer wieder rein- und rauszuschleppen.
Die Perlenkette da, wie viel kostet die noch mal?
Geburtstagsgeschenk für mein Mädchen.
Ach, die Jugend hat's schön!
Gerade löst er seine Trompete aus, und schon will er eine 100-Dollar-Kette.
100 Dollar?
Ich will sie ihr schenken. Es ist schon ein paar Jahre her.
- Sind Sie verlobt? - Nein, nicht direkt.
Wir zogen im College zusammen umher. Universität von Colorado.
100 Dollar. Das ist viel Geld, oder?
Einem Stammkunden mach ich einen Sonderpreis.
Das ist bestimmt Chummy.
100 Dollar.
Das ist für das Blech.
- Danke. Wiedersehen. - Auf Wiedersehen, Mr. Miller.
- Woher hast du den denn, Chummy? - Hab meinen Briscoe teuer verkauft.
Prachtstück.
45 Pferdestärken. Erst vier Jahre alt.
- 45 Pferde... - Spring schon rein. Wir müssen los.
- Ist das nicht klasse, Junge? - Ja, Mann!
- Hast du mein Arrangement? - Du sitzt drauf.
Aber wir spielen im Sunset Hotel, mit Topfpalmen und Marmortreppen.
- Mintons Band spielt lieblich. - Weiß ich doch.
Versuch bloß nicht, dein Arrangement zu spielen.
- Wir brauchen den Job. - Keine Sorge. Es ist ein Klassiker.
"I Dreamt I Dwelt In Marble Halls".
Wenn Minton das Arrangement hört, engagiert er uns fürs Leben. Fahren wir.
MARK MINTON UND SEINE HEITERE MUSIK
Schade, dass du statt der Posaune nicht das Arrangement versetzen kannst.
- Wissen Sie, wo Venedig ist? - Italien.
Nein! Das Venedig hier. Beim Pier, mit dem Riesenrad.
- Oh, Ja. - Da geht ihr Jungs am Montag hin.
- Jemand namens Pollack lässt vorspielen. - Ben Pollack?
Ben Pollack. Er formiert eine neue Band.
Sie gehen auf eine lange Tournee.
- Woher wissen Sie das? - Hat mir einer heute Morgen erzählt.
- Ihr Jungs geht da hin. - Klar. Vielen Dank.
Am Montag?
Du hast eine Woche, die Posaune einzulösen.
- Sie könnten Tankwart spielen. - Nein.
Ich werde Arrangements schreiben.
Ich mache gerne Geschäfte mit Ihnen, Mr. Miller,
aber wieso lassen Sie das Arrangieren nicht sein und bleiben bei der Posaune?
Gute Frage. Wenn ich darauf nur die Antwort wüsste.
Aber ich hab hier eine Idee im Kopf.
Für mich ist Musik mehr als nur ein einziges Instrument.
Sie ist das Zusammenspiel eines Orchesters.
Ich kann mich nur ausdrücken, indem ich ein Arrangement schreibe.
Verstehen Sie? Danke für den Tipp.
Komm.
Toll!
- Danke, Ben. - Sie sind engagiert.
- Wer ist der Nächste? - Ich.
Ich hab ein paar Arrangements...
Arrangements hab ich genug. Ich brauche Musiker.
Ich habe die ganze Woche dran gearbeitet. Ganz in Ihrem Stil.
Vielen Dank. Legen Sie sie aufs Klavier. Ich schau sie mir später an.
- Mein Name steht vorne drauf. - Super.
Okay, wer ist der Nächste?
Ich. Ich heiße Schwartz. Wilbur Schwartz.
Klarinette? Setzen Sie sich da vorne hin und spielen Sie was vor.
- Was soll ich spielen? - Können Sie Noten vom Blatt lesen?
- Klar. - Chummy, gib ihm was zum Lesen.
Eins, zwo.
He, Glenn! Komm zurück. Mr. Pollack will mit dir reden.
Er sagt, dein Arrangement sei klasse! Dein Arrangement!
Ich spiele in der Band und schreibe Arrangements.
Ich hab einen Vorschuss.
Sie sind ja ein richtiger Rockefeller!
- Ich möchte Ihnen für alles danken. - Keine Ursache.
Ich freue mich nur, dass alles gut gelaufen ist.
Die Geburtstagsperlenkette für mein Mädchen.
Sie hatten da einen Sonderpreis erwähnt.
Für Sie 80 Dollar. Sie zahlen 40 an und dann 5 Dollar die Woche.
- Klingt gut. - Soll ich sie für Sie aufgeben?
Ich nehm sie lieber mit. Ich kenne ihre Adresse nicht genau.
Wir spielen in Denver. Sie wohnt da ganz in der Nähe.
10, 20, 30, 40. Das wären 40 Dollar.
- Und das ist für die Posaune. - In Ordnung.
- Vielen Dank. - Ihnen auch, und viel Glück.
Ich hoffe, Sie haben erst mal genug von Leihhäusern.
- Ich auch! Wiedersehen. - Auf Wiedersehen, Mr. Miller.
- Glenn, komm schon! - Ein Pierce-Arrow?
Ja! Im Tausch gegen den Alten plus 100 Dollar.
Viel solider. Bessere Straßenlage bei einer langen Reise.
Wenn die Band nicht mehr ist, verkaufen wir ihn an einen Bestatter.
Steig hinten ein, ich chauffiere dich mit Stil.
Schnell, Glenn. Wir müssen in zehn Minuten im Denver Palace sein.
- Wie viel, Sir? - Fünf.
Ich möchte Boulder 6-1-7-0.
Wie viel?
Ich nehm ab, Mutter.
Hallo?
Hallo? Helen? Wie geht's meiner Kleinen?
Ihrer Kleinen? Wer spricht da?
Wer spricht da? Sprech ich mit Helen Burger?
Ja, aber da muss ein...
- Ich bin's, Glenn! - Glenn? Welcher Glenn?
Glenn Miller!
Glenn Miller?
Also wirklich. Zwei Jahre und kein Lebenszeichen!
Kam meine Karte nicht an?
Die letztes Jahr zu Weihnachten?
Von dir hab ich auch nichts gehört.
Ich wusste nicht, wo du steckst. Wo du jetzt steckst, weiß ich auch nicht.
Ich bin in Denver. Ich möchte dich sehen. Wie wär's mit heute Abend?
Tut mir leid. Ich hab eine Verabredung.
Lass sie sausen. Ich bin mit Pollack hier und morgen fahren wir weiter.
Also wirklich, ich...
Glenn, komm, Beeilung.
Also dann bis später. Ich hab dir so viel zu erzählen.
- Glenn, eine Minute... - Ich komme sofort nach der Arbeit. Tschüs.
Glenn? Hallo?
Also wirklich.
- Tag, Dad. - Gehst du aus, Helen?
Das ist mal was anderes. Ed lässt auf sich warten.
Nicht Ed, sondern ein Mann, den ich ewig nicht gesehen hab.
Nicht Ed? Was ist passiert?
Muss ja was Ernstes sein, wenn du Ed versetzt.
Nein, Mutter. Glenn ist nicht mein Typ.
Ich bin wohl zu praktisch oder unromantisch oder so.
Ich will einen Mann wie Ed,
der eine Fabrik oder einen Laden oder was Grundsolides hat.
Auf keinen Fall will ich so einen Nomaden wie Glenn Miller.
Was macht denn dieser Glenn Miller?
Ich weiß es nicht, aber er sagte, er sei bis morgen in Denver.
Er holt mich nach der Arbeit ab.
Er muss hart arbeiten. Es ist schon fast 21 Uhr.
Wirklich?
Hm.
Oh! Dafür gibt es wirklich keine Entschuldigung!
Er hätte wenigstens anrufen können.
- Vielleicht hatte er einen Unfall. - Ruf ihn an.
Wie denn? Ich weiß nicht, wo er ist.
Ich geh morgen früh auf die Jagd, ich muss ins Bett.
Sam holt mich bei Tagesanbruch ab.
- Sieht aus, als käme er heute nicht mehr. - Ganz sicher nicht!
Selbst wenn, ich würd ihn nicht empfangen.
Können wir dann alle schlafen gehen?
Tja, das war's dann, Mr. Glenn Miller.
Den seh ich nie wieder.
Helen?
- Da bist du ja. - Glenn Miller, geh weg.
Ich will nicht weggehen. Ich will dich sehen. Wir sind verabredet.
- Du weckst die ganze Nachbarschaft. - Wie soll ich sonst mit dir reden?
Sei still. Ich komme runter.
Hallo, Helen.
Warum tauchst du um diese Uhrzeit hier auf?
Ich sagte, ich komme nach der Arbeit. Ich kam so schnell es ging.
- Sei still. - Du hast dich überhaupt nicht verändert.
So resolut wie eh und je, und auch so hübsch.
Ich muss ein hübscher Anblick sein! Im Kimono und mit den Lockenwicklern.
Das sind Lockenwickler? Komm, setz dich.
- Es ist kalt. - Komm schon. Die Nacht ist herrlich.
Mann.
Hier. Ich hab ein Geburtstagsgeschenk für dich.
Mein Geburtstag? Der ist erst im November.
Für deinen letzten Geburtstag.
Die ist aber schön! Aber ich kann sie nicht annehmen.
Wieso? Es sind keine echten Perlen. Ich wollte, sie wären es.
Ich kaufte sie in Los Angeles in einem Leih...
Irgendwann schenk ich dir mal echte.
Also wirklich.
Zwei Jahre kein Sterbenswort, und dann so ein Geschenk.
Bei manchen Leuten weiß man, dass man nicht schreiben muss. Man weiß es halt.
- Ich wusste, du würdest warten. - Das wusstet du?
Klar. Ich wusste, du bist immer noch die Alte.
Als hätte ich nichts Besseres zu tun, als auf dich zu warten?
"Wie geht's meiner Kleinen?", hast du gesagt. Tja, da liegst du falsch!
Ich bin seit über einem Jahr mit Ed Healey verlobt.
Dachtest du nie, dass es mir egal sein könnte, ob ich dich wieder sehe?
Nein, nie.
Nie.
- Nie. - Wieso kann ich dir nie böse bleiben?
Einen Augenblick hatte ich wirklich Angst.
Also wirklich!
Wärst du jemand anders, würd ich nie mehr mit dir reden.
Schau mich nur an. Ich sitze hier im Kimono mit lauter...
- Die Lockenwickler. - Schlimm, was?
Helen, hör zu, ich hab eine Idee.
Komm mit nach Fort Morgan. Ich will dich meinen Eltern vorstellen.
- Jetzt? - Sofort.
Zwischen 3 und 6 Uhr schläft man gewöhnlich.
Sie werden dich lieben.
- Und sie machen uns Frühstück. - Wie kommen wir dorthin?
- Im Taxi. - Im Taxi nach Fort Morgan?
- Klar. - Das ist viel zu teuer.
- Es ist nicht weit. - Vielleicht krieg ich das Auto.
Toll. Eine Minute noch.
Mal schauen, ob sie passt.
Bitte.
- Mr. Burger, ich... - Immer mit der Ruhe, Sohn.
Ich gehe nur auf Hasenjagd.
Es ist Glenn!
Tag, Herb. Wie geht's? Schön, dich zu sehen. Hallo, Irene.
- Das ist aber eine Überraschung! - Hallo, Mutter.
Wie schön. Mutter, das ist...
Du brauchst mir nichts zu sagen. Sie sind Helen!
Er erzählt uns seit Jahren von Ihnen.
Aber ja. Es freut mich, Sie kennen zu lernen.
- Daddy kommt gleich. - Dean und Velna?
Denen geht's gut! Ich zeig dir ein Bild vom Baby.
- Klar. - Ist das dein Mädchen?
So ist es, Herb.
Wirst du Glenn heiraten?
Frag so was nicht! Das versteht sich doch von allein.
- Wie geht es dir, Sohn? - Gut.
- Helen, willkommen in der Familie. - Danke.
- Machst du den beiden Frühstück? - Selbstverständlich!
Du hättest uns sagen können, wo du bist und was du vorhast.
Müssen wir Helen fragen? Ich wette, Ihnen erzählt er alles.
Oh nein, Mr. Miller. Mir erzählt er alles zuletzt.
- Ja. - Also, kommt rein.
- Mögen Sie Pfannkuchen, Helen? - Ja.
Die von Mom sind ziemlich gut...
Die gute alte Colorado Uni. Hat sich nicht verändert.
Stimmt, so schön wie eh und je.
Wir haben Zeit. Gehen wir auf dem Campus spazieren, der Erinnerungen wegen.
- Gerne. - Dann komm.
- Schade, dass ich bald wieder los muss. - Find ich auch.
Hör mal. Der Gesangverein probt.
- Ich mag dieses Lied sehr. - "Little Brown Jug"?
Die Melodie ist etwas scheppernd.
Aber es ist eins meiner Lieblingslieder.
Mein Vater sang es mir vor, als ich klein war. Das ist wohl der Grund.
Sie singen es recht gut.
Wenn etwas so richtig toll ist wie das, dann weiß ich das.
Ich kriege dann so ein komisches Gefühl im Nacken.
Daher weiß ich das. Das gibt mir eine Art Gänsehaut.
- Ach ja?
Aus meiner Sicht sieht er ganz normal aus.
Es ist nur ein Gefühl!
- Erinnerst du dich an den See? - Ja.
- Wo fährst du jetzt hin? - Wir fahren nach Osten.
Chicago, New York. Wir spielen dort im Club Fifty.
- Kennst du New York? - Nein.
Ich auch nicht. Da soll ganz schön was los sein.
Auf jeden Fall lernst du so Amerika kennen.
Du glaubst, ich lass mich treiben, oder?
Mit der Band durchs Land zu ziehen.
- Ja, wahrscheinlich schon. - Aber das stimmt nicht.
Ich weiß genau, wo ich hin will. Ich weiß genau, was ich will.
Wirklich?
Ich werde nicht immer Begleitmusiker, Posaunist bleiben.
Ich werde meine eigene Band haben.
Ich werde meine eigene Musik spielen.
Ich kann es nur schwer erklären, aber eine Band...
Eine Band sollte ihren ureigenen Sound, eine Persönlichkeit haben.
Wie ein Mensch.
Woher kriegst du diesen ureigenen Sound?
Durch die Arrangements,
was man die einzelnen Instrumente spielen lässt.
Einige Bands haben schon ihren Sound, wie Pollack,
aber das ist nicht der rechte Sound für mich.
- Welcher ist es dann? - Ich weiß es nicht.
Ich weiß es nicht. Ich hab ihn noch nicht gefunden.
Aber irgendwann finde ich ihn, und dann...
Du findest ihn. Davon bin ich überzeugt.
Wirklich?
Woher weißt du das?
Ach, ich weiß es nicht, nur so eine Ahnung.
Nein, es ist mehr als eine Ahnung. Es ist schon ein Gefühl.
Weißt du, wenn jemand etwas von ganzem Herzen will, wirklich will,
so von innen heraus, dann gelingt es auch.
Und deshalb schaffst du es.
Ach Helen, ich habe dir eigentlich so viel sagen wollen,
und hab ich dir nun eigentlich irgendwas gesagt?
Nein, eigentlich nicht.
Aber du weißt es doch auch so, nicht? Oder soll ich...
Hey, Glenn!
Da ist Chummy. Er hat hergefunden. Wiedersehen.
Wiedersehen, Helen. Es war so schön, Helen.
Es war toll, dich zu sehen. Wiedersehen. Ich komm ja schon!
Ich melde mich. Wart's ab.
- Mach, Junge, wir müssen los. - Schon gut.
Tschüs.
Also wirklich.
Noch eine? Noch eine Nummer?
Geht nicht, Leute. Wir müssen weiter nach Atlantic City.
In zwei Monaten spielen wir wieder hier.
Vielen Dank. Super.
Jungs, hört mal kurz zu, bevor ihr zusammenpackt.
Der Bus nach Atlantic City fährt morgen früh um 10.30 Uhr vorm Hotel ab.
Seid pünktlich. Keine Verspätungen, ja?
Ben, wie ich schon erwähnt hatte,
verlasse ich euch hier.
Ich danke dir für alles.
- Weißt du wirklich, was du tust? " Ja.
Ich möchte Zeit in New York verbringen. Ich möchte etwas studieren.
Gerade jetzt, wo die Band richtig gut zusammenspielt.
Das weiß ich ja. Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast,
und ich wünsche dir alles Glück der Welt.
Wenn du ein Arrangement brauchst, melde dich einfach.
Das wäre eine Idee. Also, bis dann, Junge. Viel Glück.
- Danke für alles. - Wiedersehen.
- Du meinst es wirklich ernst? - Ja.
Immer noch dieses Hirngespinst, dieser Sound?
He, Don?
Chummy MacGregor. Don Haynes.
- Tag. - Freut mich. Sie buchen doch Bands.
Ich will Glenn Arbeit als Arrangeur finden.
- Diese Stadt ist sehr einsam. - Ich weiß.
Ich würde gerne bei dir bleiben, aber seit zwei Jahren esse ich regelmäßig.
Eine Gewohnheit, die ich nicht aufgeben kann.
Ich weiß.
Viel Glück. Hoffentlich findest du ein nettes Leihhaus.
- Ja, tschüs, Chummy. - Bis dann.
- Glenn! - Tag, Don. Wie geht's?
- Was treibst du so? - Nicht viel.
Red Nichols stellt ein Orchester zusammen, für "Girl Crazy", ein neues Musical.
Du suchst immer noch deinen Sound, aber es sind jetzt zwei Jahre.
- Mit leerem Magen findest du ihn nie. - Das stimmt.
Viele alte Freunde sind in der Band - Benny Goodman, Babe Russin.
- Riesenchance. Läuft die ganze Spielzeit. - Dann sollte ich zusagen.
Ich ruf dich morgen an. Ich muss los.
Vielen Dank.
Helen, für dich.
- Wer ist dran? - Vergiss nicht, den Ofen auszuschalten.
Wer ist dran?
Hallo.
Helen, kannst du sofort nach New York kommen?
Glenn! Ich weiß nicht, ob das geht.
Aber um Himmels willen, wieso?
Um zu heiraten.
Ich brauch dich, Helen. Ich kann nicht mehr warten.
Glenn, ich bin verlobt!
Stimmt. Die Verlobung wird nur von kurzer Dauer sein.
Nein, du verstehst nicht. Ich bin mit Ed verlobt. Ed Healey.
Ed Healey? Der Kerl, von dem du mir vor zwei Jahren erzählt hast?
- Ja. - Wenn du in zwei Jahren nicht geheiratet...
Man heiratet nicht einfach Hals über Kopf!
Unsinn, Helen. Komm nach New York, heirate mich und bring es hinter dich.
Ich kann ihn nicht einfach sitzen lassen!
Morgen Abend geht um 23.30 Uhr in Denver ein Zug. Schaffst du das?
Glenn, jetzt mach mal halblang.
Wir besprechen es, wenn du ankommst.
Also wirklich!
Ruf aus Denver an, dann hol ich dich ab. Meine Nummer ist Pennsylvania 6-5000.
Pennsylvania 6-5000.
Pennsylvania 6-5-0-0-0.
Und Helen, vergiss den Wintermantel nicht.
Um diese Jahreszeit ist es hier recht kühl. Wiederhören.
Glenn!
Wie hat sie Ed nur dazu gekriegt, sie nach Denver zu fahren?
- Hallo. Du siehst toll aus. - Ich bin nur zum Reden hier.
Wir können unterwegs darüber reden.
Ich lasse nicht zu, dass du mir eine Heirat aufdrängst.
Natürlich nicht. Aber wir haben nicht viel Zeit.
Wir müssen die Heiratserlaubnis abholen und um 19.00 Uhr in der Kirche sein.
- Ich muss um 20 Uhr im Theater sein. - Einen Augenblick, Glenn.
Gott, bin ich froh, dass du hier bist!
- Wo fahren wir hin? - Zum Theater.
Du wirst eine tolle Show sehen - "Girl Crazy". Du hast einen Logenplatz.
- Nein, für die Flitterwochen. - Ins Pennsylvania Hotel.
Don hat eine Riesensuite reserviert. Er lässt das Gepäck aufs Zimmer bringen.
Ins Pennsylvania Hotel? Ist das nicht zu teuer?
Hätten wir in Boulder geheiratet und die Flitterwochen in New York verbracht,
wären wir auch im Hotel abgestiegen.
- Vielleicht. - Natürlich. Hier ist deine Karte.
Wir treffen uns nach der Vorstellung. Ich möchte sehen, ob es...
Was ist mit dir? Wo guckst du denn hin?
Ich sehe meinen neuen Mann an.
Von dem ich seit zwei Jahren nichts gesehen und gehört habe.
Gefällt er dir?
Ja, ich nehme es beinahe an. Er ruft mich nur an,
und ich komme sofort angerannt wie eine Verrückte.
Ich fand das gar nicht verrückt von dir.
Ich weiß nicht recht.
Findest du unsere Liebesgeschichte nicht etwas sehr ungewöhnlich?
Ungewöhnlich? Wie meinst du das?
Na, zum Beispiel, wie du in der Kirche versprochen hast,
mich zu lieben, kam mir das sehr überraschend.
Überraschend? Wieso?
Na, das hast du vorher nie erwähnt.
War es denn nötig? Wusstest du das nicht?
Ich schon, aber eine Frau hört doch sowas nun mal gern.
Ach, ich habe schon immer gewusst, dass du mich liebst,
gleich vom ersten Tag an.
Na, dann hast du ja damals viel mehr gewusst als ich.
Ja, ich... - Weißt du, das erste Mal,
dass ich was vermutete, war, als ich mich beim Packen überraschte.
Und dann, als du mich abgeholt und geküsst hast.
Der Kuss hat dich überzeugt.
Ich dachte mir, damit dürfte es klappen.
Und wenn es dir recht ist, würde ich gerne noch mal überzeugt werden.
Ich warte den rechten Moment ab
Denn so bin ich halt
Fang' am Montag damit an Bis zum Sonntag, die ganze Woche lang
Wart' ich den rechten Moment ab
Nächstes Jahr
Dieses Jahr
Ich warte den rechten Moment ab
Denn so bin ich halt
Fremder, auf Wiedersehen
Ich mache einfach weiter
Und warte, warte
Warte den rechten Moment ab
Sechster Stock.
Das mit dem Reis tut mir leid.
Es war schon etwas peinlich.
Ich dachte, alle starrten uns an.
- Unsinn. - Nein. Hier.
Ich trage dich über die Schwelle.
JUNG VERHEIRATET
Hier kommt die Braut
Ganz in Weiß
Mit dem Bräutigam an ihrer Seite
Leute, das hier ist Helen.
Ben! Das ist der Mann, der mir meinen ersten Job gab.
Das ist Helen. Gene Krupa kennst du schon von der Show.
Babe Russin, der Tenorsaxophonspieler.
Chummy kennst du schon. Das sind Polly und Don.
Wir wollen feiern. Wir veranstalten eine Party.
- Hier? - Nein, in Harlem. Im Connie's Inn.
Das ist wirklich nett von euch.
Helen ist gerade erst angekommen. Nach der Hochzeit und der Show
- ist Helen etwas müde. - Gar nicht.
Du saßt drei Tage im Zug.
Wenn deine Freunde uns eine Party schmeißen, sollten wir auch hingehen!
- Toll! - Wir haben schon reserviert.
Wer ist das?
Wer? Louis Armstrong!
He, Gene! Gene Krupa!
Wie geht's? Komm, Mann. Gib mir die Hand.
- Wie geht's? - Spielst du mit?
Babe Russin! Hast du Lust, mit uns mit zu swingen?
- Ist das Gin? - Ja.
Glenn, komm hoch. Hämmere eine Melodie raus wie damals mit Ben Pollack.
Bin gleich wieder da.
- Nicht schlecht, Glenn. - Du warst wunderbar!
Schon, aber ich mach mir nichts vor.
Wenn ich mit Louis Armstrong und Gene Krupa jazze,
kann ich von Glück sagen, wenn ich Dritter werde.
- Wo haben Sie nur gesteckt, Mr. Miller? - Dr. Schillinger!
- Es ist bestimmt ein Jahr her. - Freut mich. Das ist meine Frau.
- Freut mich, Sie kennen zu lernen. - Chummy kennen Sie ja.
Ich hab Sie vermisst, aber ich sehe, Sie hatten eine charmante Ablenkung.
Ja, freut mich, Sie zu sehen, Doktor.
- Wer ist Dr. Schillinger? Warst du krank? - Nein, er ist Musiker.
Er schrieb eine neue Kompositionslehre. Ich studierte bei ihm.
- Wieso hast du damit aufgehört? - Ich hatte viel Arbeit und es war teuer.
Möchtest du noch was essen?
- Vielleicht sollten wir es gut sein lassen. - Nein, ich amüsiere mich...
- Nein, ich hab mich echt toll amüsiert. - Ja, mein Schatz.
- Tschüs. - Gute Nacht.
Schau einer an!
Hier.
Also noch mal.
- Guten Morgen. - Schatz, wieso bist du schon so früh auf?
Früh? Ich bin seit sieben auf den Beinen.
Komm schon her.
- Guten Morgen. - Guten Morgen.
7 Uhr? Da ist es doch noch dunkel.
Nein. Ich stehe immer um diese Zeit auf.
Aber du warst dann nicht bis 4 Uhr früh auf.
Das stimmt. Außer als du da warst.
Stimmt. Dein Vater auf der Veranda mit der Schrotflinte.
- Was hast du gemacht? - Ich hab gebügelt.
Gebügelt? Schatz, das ist ein Hotel.
Du musst nur den Hörer abnehmen. Dafür gibt es Leute.
- Hast du gesehen, was das kostet? - Nein.
- Es ist einfach schlimm. - Wirklich?
Wir sollten unser Geld nicht zum Fenster rauswerfen.
- Ich hab keine Verschwenderin geheiratet. - Nein, Sir.
Ich bin ein knausriger Geizhals.
Ich bin eine Frau, die dir die Taschen leert und das Geld auf die Bank bringt.
- Würdest du das wirklich tun? - Klar. Hab schon damit angefangen.
- Hallo, Schatz. - Hallo.
Der Film ist lang. Wir haben zwei Stunden bis zum Beginn der nächsten Show.
- Hat's dir gefallen? - Ich mag die Show. Aber die Musik!
Tja, du kennst ja die Musik.
- So willst du doch nicht spielen, oder? - Nein, aber ich arbeite gern im Orchester.
Gut bezahlt. Man muss nicht rumreisen.
Glenn, ich hab nachgedacht. Wie viel kostet Dr. Schillinger?
Er ist recht teuer. Genau weiß ich es nicht.
Ich hab seit Jahren nicht mit ihm gearbeitet.
Genau das meinte ich damit. Wieso nicht?
Ich weiß nicht. Ich...
Was wurde aus deinem Traum? Was wurde aus deinem Sound?
Ich arbeite ja noch daran, Helen. Sowas dauert immer seine Zeit.
Meine Chance kommt schon noch eines Tages.
In der Nacht, als Ted Healy mich nach Denver fuhr,
hat er mich etwas gefragt. Mit vollem Recht.
Warum ich so furchtbar an die hänge. Ich wusste es damals nicht.
Aber jetzt weiß ich es. Du hattest ein Ziel. Etwas Neues.
Ein Ziel, das du vielleicht nie erreichen wirst.
Glenn, für mich war das mehr, als wenn du vielleicht Millionen verdient hättest.
Oder ein großer Filmstar wärst.
Aber ich habe mich wohl geirrt.
Glenn, weißt du, dass du, seitdem wir verheiratet sind,
nie wieder von deinem Ziel gesprochen hast?
Ich will ganz ehrlich sein, Glenn, ich bin etwas enttäuscht.
Ist das dein Ernst?
Wenn ich wieder studieren würde, müssten wir einiges aufgeben.
Ich müsste die Aufnahmen sausen lassen.
Schatz, ich muss nicht in einem schicken Hotel wohnen.
Wir könnten eine nette kleine Wohnung mieten.
Ich will nur, dass du nicht aufgibst.
Ich hab dich enttäuscht, nicht?
Ein bisschen.
Es tut mir leid, Helen.
Du hast Recht. Ich sollte wieder studieren. Ich...
Ich ruf sofort Schillinger an. Mal sehen, ob er mich noch will.
Seine Nummer ist hier irgendwo...
Sie lautet Trafalgar 7-5-0-9-8.
-7-5-0-9... - Acht.
7-5-0-9-8.
- Helen? - Ja?
- Hast du meine Brille gesehen? - Hier! Warum setzt du sie nicht auf?
Ich brauche eine Brille, um meine Brille zu finden.
Was hast du da gespielt? Es ist toll.
Eine kleine Übung für Schillinger. Hoffentlich mag er sie.
Heißt das, du kannst nichts damit machen?
Nein, das ist egal. Aber es ist nicht besonders gut.
Ich glaube doch.
- So gut wie "Little Brown Jug'"? - Nein.
Aber du solltest was damit machen.
Ich könnte vielleicht ein Lied draus machen. Ich bräuchte einen Text.
Und einen Namen. Was wäre ein guter Name?
Er sollte sanft und romantisch sein. Wie der Mondschein.
Mondschein. Junger Verliebter unter dem Fenster der Angebeteten.
Denkst du da an eine bestimmte Nacht in Boulder?
Es gab keinen Mondschein. Nur eine Schrotflinte.
Und du brachtest mir auch kein Ständchen.
Ich kam nicht dazu. Eine Serenade. Guter Name.
- Serenade im Mondschein. - Wie wär's mit "Moonlight Serenade'"?
"Moonlight Serenade"? Nicht schlecht.
- Ganz hübsch. - "Moonlight Serenade".
Ich stehe vor deiner Pforte
Und singe ein Lied über den Mondschein
Da stehe ich und warte
Auf die Berührung deiner Hand in der Juninacht
Die Rosen seufzen
Eine Serenade im Mondschein
Lass uns bis zum Morgengrauen streunen
Im Tal der Träume der Liebe
Nur du und ich
Der Sommerhimmel
Eine himmlische Brise streicht liebevoll durch die Bäume
Jetzt lass mich nicht warten
Komm behutsam auf mich zu im Junilicht
Ich stehe vor deiner Pforte
Und singe dir ein Lied vor im Mondschein
Ein Liebeslied, mein Schatz
Eine Serenade im Mondschein
- Was ist nur aus meinem Lied geworden? - Es war nicht sehr gut.
Es sollte ein Liebeslied sein, kein Bauchtanz!
Sie machten eine Varietenummer draus. Und das Arrangement, heiliger Bimbam!
Warum hat er nicht deins gespielt?
Jeder Bandleader will sein eigenes Arrangement.
Du doch auch! Hättest du eine Band, würde so was nicht passieren.
- Natürlich. - Gehen wir. Wir haben viel zu tun.
Wir brauchen einen Lkw für die Instrumente, und einen Wagen.
Das sind zwei Anzahlungen. Mit Chummys Wagen...
Du solltest meinen Wagen sehen. Ein ganz flotter Schlitten.
Ein dicker Phaeton. Der Rücksitz hat seine eigene Windschutzscheibe.
Dann solltest du die Vorhut bilden.
Wir brauchen Notenständer, einen Kopisten.
Wir kopieren selbst. Wie damals - nichts zu essen, aber viel Notenpapier.
Was soll das heißen, nichts zu essen?
- Wir brauchen mindestens 1 .800. - Dann wäre ja alles klar.
Schatz, wir brauchen 1 .800 Dollar für die Bandgründung.
Ja.
- Wir brauchen nur etwas Glück. - Was ist das?
"Das Glenn-Miller-Band-Konto"?
1 .842 Dollar!
Jetzt langt endlich zu.
Stammt das ganze Geld aus meinen Taschen?
GLENN MILLER UND SEIN ORCHESTER
AUFTRITTE IN NEW ENGLAND AB 5. OKTOBER
Wir sind spät dran. Ich sollte vorfahren.
- Kommt so schnell wie möglich nach. - In Ordnung, Glenn.
Der Reifen war so gut wie neu.
Helen, du siehst bleich aus.
Mir geht's gut. Ich bin nur etwas müde.
Der arme Glenn schreibt die ganze Nacht Arrangements
und ich muss mich um die Bücher kümmern.
Hat der Geschäftsmanager dir schon die Bilanz präsentiert?
Nein, das kommt noch. Als wir New York verließen, hatten wir 42 Dollar auf der Bank.
Nach sechs Monaten haben wir den Lkw und den Wagen bezahlt.
Unser aktueller Kontostand ist 48 Dollar.
Kurz, wir verdienen genau einen Dollar pro Monat.
In zehn Jahren hätten wir dann 120 Dollar.
Eine neue Band braucht immer etwas Zeit.
Das stimmt.
An einem Abend ist der Teufel los und man findet uns toll.
Dann sind wir sechs Abende ein Reinfall.
Wir schaffen's einfach nicht, und wir verdienen es auch nicht!
Ich habe einfach noch nicht die richtige Mischung gefunden.
Mir fehlt immer noch der richtige Sound.
Glenn, vielleicht solltest du nicht mehr spielen.
- Treffer! - Tut mir leid. Ich meinte nicht...
Ich weiß schon. Ich soll mit dem Taktstock dirigieren. Nein.
Wenn man die Jungs einmal dirigiert hat, kann man nie wieder Musiker sein.
Ich bleib bei meiner Posaune.
Ich hab zur Abwechslung gute Neuigkeiten.
Ich sprach mit Si Schribman. Er betreibt den State Ballroom in Boston.
Er hat dich vom 22. für eine Woche gebucht.
Das heißt sechs halbstündige Auftritte. Das zählt.
- Und wie! - Eine ganze Woche in derselben Stadt!
Da könnte ich die Wäsche waschen und ausbessern.
- Trinken wir auf Boston! - Gute Idee.
Prost, Boston.
Glenn, warum spielst du nie "Moonlight Serenade"?
Haben wir ohne sie nicht schon genug Probleme?
- Ich mochte sie. - Ich auch.
Zwei mögen sie bereits. Wir brauchen noch einen Dritten.
- Wie steht's aus? - Könnte schlimmer sein. Aber wie?
Neues Achsengehäuse, Achsenwelle,
Ringgehäuse und -zahnrad, Ausgleichsgetriebe.
- Wie lange dauert das? - Wenn ich die Teile hab, ein paar Tage.
- Sie haben keine Ersatzteile hier? - Ringgehäuse sind hier wenig gefragt.
Vielleicht muss ich nach Woodstock, sobald es nicht mehr schneit.
- Könnte schlimmer sein. - Ja.
Da kommt Helen. Hast du mit Schribman geredet?
Nein, ich kam nicht nach Boston durch. Die Leitungen sind tot.
Chummy, du und Helen solltet nach Boston weiterfahren.
Sagt Schribman, wir kommen so schnell wie möglich.
Er kann sich sicher vorstellen, was passiert ist.
- Er würde uns nicht absagen. - Nein, wir werden da sein.
Wir brauchen die Woche in Boston. Fahrt los. Tschüs, Schatz.
- Fahrt vorsichtig. - Ja.
STATE BALLROOM DER BESTE IN BOSTON
- Sind Sie Mr. Miller? - Ja.
Ein Mann hinterließ eine Nachricht. Ihre Frau ist krank. Sie ist im Krankenhaus.
- In welchem? - Im Boston Memorial.
Mr. Miller, sie ist schwer krank.
Wir gaben ihr eine Transfusion, aber zum Glück ist es jetzt passiert.
Ein paar Monate später hätten wir vielleicht auch die Mutter verloren.
Ich wusste nicht, dass sie...
- In Ordnung, Doktor. - Danke.
Nur eine Minute.
Ist der Lkw okay?
525, cash. Entscheidet euch, Jungs.
Besser als die anderen.
Dann müssen wir wohl einschlagen.
Dann fehlt uns aber was. Wir brauchen 900 Dollar, um die Musiker zu bezahlen.
Und mein Wagen? Was zahlen Sie dafür?
- Das tust du nicht. - Ich kann doch meinen Wagen verkaufen.
400. Also 925 Dollar für alle drei.
- Das ist nicht dein Problem. - Wieso nicht? Ich will auch bezahlt werden.
Abgemacht. Unter einer Bedingung.
Ich brauch den Wagen noch, um die Jungs zum Bahnhof zu fahren.
Ja, das ist kein Problem.
Einsteigen, Jungs. Ich fahr euch zum Bahnhof.
Danke, Chummy.
- Hallo, Schatz. Wie geht es dir? - Gut.
- Du siehst schon viel besser aus. - Gut.
Bei guter Führung darf ich in ein paar Tagen aufstehen.
Gut.
Ich hab eine Entscheidung getroffen, junge Dame.
Sollte ich noch mal auf Tournee gehen,
bleibst du zu Hause in unserer netten Wohnung in der 57. Straße.
Jetzt Pass mal gut auf, Glenn Miller.
Du hast ein Mädchen vom Land zur Heirat verleitet,
und jetzt hast du sie am Hals.
Ich lass nicht zu, dass du ohne mich im Land herumziehst.
Du hast einen nichtsnutzigen fahrenden Musikanten am Hals.
- Ich beschwer mich nicht. - Ich weiß. Das tust du nie.
Aber ich weiß, wie sehr du dir Kinder gewünscht hast.
Ich hab noch eine Entscheidung getroffen.
Wir werden nicht nur ein Kind haben, sondern gleich zwei!
Einen Jungen und ein Mädchen.
- Glenn, unmöglich. - Ich weiß.
Der Doktor sagte es mir, aber es ist mein Ernst.
Irgendwo gibt es zwei Kinder für uns. Und wir werden sie finden.
Das hoffe ich.
Von wem sind die Blumen?
- Von den Jungs in der Band. - Das ist ja nett.
Sie sind reizend.
Was ist los? Habt ihr Auftritte?
Nein. Keine Auftritte.
Es gibt keine Band mehr.
Wir verkauften die Wagen, um die Jungs zu bezahlen.
Chummy musste seinen Phaeton verkaufen. Ist das nicht schade?
Der arme Chummy hing so an diesem Wagen.
Glenn, du hattest eine gute Band.
Und sie wurde von Tag zu Tag besser. Er war wirklich nicht deine Schuld.
Es war doch meine Schuld, einzig und allein.
Natürlich haben wir Pech gehabt, aber das hatten andere auch.
Ich habe mir immer vorgemacht, wir wären anders, aber wir waren nicht anders.
Wir waren genauso wie tausend andere Bands.
Aber du hast viel dabei gelernt. - Wie man es nicht machen soll, ja.
Aber ich habe noch nicht das gefunden, was ich seit Jahren suche,
ich weiß nicht. Ich finde diesen Klang nicht.
Ich bin wieder ganz unten.
Na, dann fangen wir eben wieder von vorne an.
Nein! Nie wieder eine neue Kapelle!
Glenn, ich möchte so etwas von dir nicht hören.
Wenn du diesen Klang so lange mit aller Energie gesucht hast,
dann musst du es auch weiter tun. Ganz gleich, was kommen wird.
Ist das deine Überzeugung? - Ja, natürlich.
Und wenn du das nicht tust, schäme ich mich für dich.
Von mir kann ich es zur Not verstehen, weil ich stur bin,
aber du hast doch gar nichts davon. Ich bin pleite, habe Schulden
und nicht mal ein Engagement.
Wie ich dir schon mal gesagt habe, hast du nichts weiter am Hals,
als eine schlechten Handlungsreisenden in Musik.
- Aber ich liebe ihn. - Und ich liebe dich.
Das war es fast wert.
Seit der Hochzeit höre ich das jetzt zum ersten Mal.
Herein.
- Mrs. Miller? - Ja.
Dachte ich mir. Darf ich reinkommen?
Selbstverständlich.
Ich hab Ihnen Blumen mitgebracht.
Vielen Dank.
- Sind sie okay? - Sie sind wunderschön.
Ich bin Junggeselle, ich hab keine Frau, die mich in diesen Dingen berät.
- Sie sind wirklich sehr hübsch. - Ja.
Ich hörte das mit der Band, und dass Sie krank sind.
So ein Pech! Darf ich mich kurz setzen?
Ja, bitte.
"Mit besten Empfehlungen, State Ballroom."
- Soll das ein Witz sein? - Das hätte ich sofort sagen sollen.
Nein, das bin ich. Si Schribman.
Si Schribman! Hätte ich gewusst, wer Sie sind...
Ich weiß. Don Haynes sagte, dass Sie mir die Leviten lesen wollten.
Deshalb bin ich ja hier.
Vielleicht sollten wir beide offen sein.
Ich bin gar nicht so ein Ungeheuer. Ich sagte Ihnen nur ungern ab.
Aber der Tanzsaal gehört einer 75-jährigen Witwe.
Ohne Band kann ich keine Miete zahlen.
Ohne Mietzahlung hat die alte Dame kein Geld zum Essen.
Eine schlimme Situation.
Wenn sie sterben würde, Gott bewahre, könnte ich damit machen, was ich wollte.
- Es gab uns den Rest. Das wissen Sie ja. - Ja.
- Wir mussten die Band auflösen. - Ich weiß.
Ich hörte die Band spielen. Sie war gut.
Zwar nicht großartig, aber gut, sehr gut.
Wir fingen gerade erst an. Was wir jetzt machen werden, steht in den Sternen.
Keine Sorge. Werden Sie erst mal gesund und sorgen Sie sich nicht um die Band.
Ja, wenn das so einfach wäre.
Aber ich glaube an Glenn, ich glaube an sein Ziel.
Selbstverständlich mache ich mir Sorgen. - Was hat er denn für ein Ziel?
Eine Kapelle aufzustellen, wie jeder andere auch, nehme ich an.
Nein, grade nicht wie jeder andere. Das ist ja das Besondere.
Er will eine Kapelle mit einem besonderen Klang.
Einem ganz persönlichen Klang, das ist es, worauf es ihm ankommt.
Er will eine gute Band. Und nicht nur gute Solisten.
Das ist gar keine so üble Idee, Mrs. Miller. Das interessiert mich.
Die Kapelle könnte so eine Art stehende Einrichtung werden.
Wenn man einen Stil hat, der der Jugend gefällt,
so eine Band kann eventuell Jahre bestehen. Die Musiker sind gleichgültig,
es läuft von ganz allein.
Das ist genau dasselbe, was Glenn will.
Hören Sie mal zu, schicken Sie Ihren Mann einfach mal zu mir.
Wissen Sie, mit meinem eigenen Geld, das die Witwe nicht kriegt,
- investiere ich manchmal in Bands. - Ist das Ihr Ernst?
Würde ich mir sonst so viel Umstände machen?
Da gibt es aber ein Problem. Ich kenne Glenn.
Im Moment ist er deprimiert und wird Hilfe ablehnen.
Er wird kein fremdes Geld aufs Spiel setzen.
Ich kenne Ihren Mann nicht, aber ich mag ihn bereits.
Überlassen Sie das mir. Mir fällt schon was ein.
Vielen Dank für den Besuch.
Tut mir leid, dass ich so unhöflich war.
Unhöflich? Wir kamen gut miteinander aus und haben offen miteinander geredet.
- Auf Wiedersehen. - Wiedersehen.
Ich weiß, Sie wollen keine Band, aber ich sitze in der Klemme.
Dieser Charley Firman hat mir eine Band vor der Nase weggeschnappt.
- Ich habe keine Musiker. Kein Geld. - Ich gebe Ihnen das Geld. Hier.
Fünfhundert. Sechshundert. Tausend.
Bitte. Hier ist Ihr Geld. Jetzt finden Sie Ihre Musiker.
Ich probierte alle möglichen Kombinationen, fand aber nie das, was ich wollte.
Wenn ich schon von vorne anfange, will ich eine ganz andere Band haben.
Andere Melodien. Ich will was Radikales versuchen.
Gut. Versuchen Sie was Radikales, aber fangen Sie damit an!
Ich brauche was, das einen Krach macht, zu dem die Kids tanzen können.
- Die fünf Saxophone in die Mitte. - Fünf Saxophone?
Und die Posaunen da drüben hin.
Und die vier Trompeten gleich dahinter.
Vier Posaunen und vier Trompeten!
Wen die loslegen, fliegt das Dach weg!
Fünf Saxophone mit Trompeten-Lead.
Mag gut oder schlecht sein, aber radikal ist es schon.
Dann wollen wir mal.
Es ist ein Liebeslied, also schön langsam, schlachtet es nicht.
Joe, steh auf, damit ich das Gleichgewicht zwischen dir und den Saxophonen finde.
Okay, es geht los.
Eins,
zwo.
Was ist denn los?
- Er hat sich in die Lippe geschnitten. - Zeig mal.
Die ist ganz aufgerissen. Du solltest damit zum Arzt.
- Tut mir leid, Glenn. - Geh schon, Joe. Lass es versorgen.
Okay, fünf Minuten Pause, Jungs.
- Schlimm? - Er kann wochenlang nicht spielen.
- Du hast mehr Pech... - Wo du gerade einen guten Sound hast.
Er ist nicht genau das, was ich will, aber wir hätten noch dran feilen können...
- Gibt es keinen anderen Trompeter? - Nicht mit Joes Tonumfang.
Spielt die Trompete immer das Lead?
Er musste sich am Vortag der Premiere die Lippe verletzen.
Was machen wir? Die Premiere verschieben?
- Die arme alte Witwe. - Wir verschieben gar nichts.
Morgen ist Premiere, und wenn ich die ganze Nacht Arrangements umschreibe.
- Das kannst du nicht. Das ist unmöglich. - Moment mal!
Einen Moment. Ich hab da eine Idee.
Willie Schwartz könnte das auf der Klarinette spielen. Wieso nicht?
Versteht ihr? Klarinetten-Lead. Wieso nicht?
Ich brauche Notenpapier. Krieg ich dein Büro?
Klar.
Klarinetten-Lead. Warum nicht? Don, ruf Helen an, sie soll sich nicht sorgen.
Ich bleibe die ganze Nacht hier. Klarinetten-Lead.
Ich kann es ganz eng harmonisieren, in derselben Oktave.
Vier Saxophone und eine Klarinette.
Dazu braucht er die ganze Nacht.
Vielleicht hat er ihn ja gefunden. Hört euch nur die Kids an!
Nicht vielleicht. Er hat ihn, das ist der Sound.
GLENN MILLERS NEUER STIL BEGEISTERT BOSTON
"MOONLIGHT SERENADE" IST EIN HIT
Verkaufsrekord für Millers Swingplatten
GLENN MILLER SCHALLPLATTEN
JUKEBOXES SWINGEN ZUR MUSIK VON GLENN MILLER
GLENN MILLER BRICHT BANDREKORD IM GLENN ISLAND CASINO
Danke.
Jetzt eine brandneue Nummer von Jerry Gray.
Ich hoffe, sie gefällt euch so gut wie uns.
Ich hab dir ein Geburtstagsgeschenk gekauft.
Geburtstag? Der ist erst im November.
Das ist für deinen letzten Geburtstag.
- Oh, Glenn. - Es sind leider nur echte Perlen.
Hier, mal schauen, ob sie passt.
So.
Nicht schlecht.
Ich vergaß den Namen der Melodie zu erwähnen.
Wir nennen sie "String Of Pearls".
GLENN MILLER IM 3. JAHR GANZ OBEN
Plattenverkäufe so hoch wie nie zuvor
- Tag, Mutter, Dad! - Tag, Glenn.
Habt ihr euch für den großen Abend ausgeruht?
Wir haben uns toll mit Klein-Stevie amüsiert.
- Toller Junge. Groß für sein Alter. - Ja.
Ich kann nicht in Worte fassen, was er uns bedeutet.
- Ist alles vorbereitet? - Ja, mein Lieber.
- Habt ihr Helen weggeschickt? - Oh, Ja.
- Wo ist sie hin? - Wahrscheinlich ist sie einkaufen.
Nicht jeder Tag ist der zehnte Hochzeitstag!
- Hat sie auch keinen Verdacht geschöpft? - Oh, nein.
- Ist dort alles vorbereitet? - Oh, Ja.
Ich glaube, das wird Helen sehr gefallen.
Mit Sicherheit, Glenn.
Ich hab mich mal umgeschaut. Du hast ein tolles Haus.
Wunderschön, Glenn.
- Schuldenfrei? - Ja, schuldenfrei.
- Du musst ganz gut verdienen. - Wir hören ihn doch jeden Abend im Radio!
Nur 15 Minuten lang. Damit verdient man nicht viel.
Da wären dann noch die Platten. Und er spielt im Hotel Pennsylvania.
Wie viel zahlen sie dir für eine Plattenaufnahme?
- Wir kriegen drei Cent pro Platte. - Drei Cent?
Da musst du aber viele Platten verkaufen.
Das tun sie ja auch, Schatz!
- Gehen wir zu Stevie. - Nein, Helen will, dass wir warten.
Wieso? Kommt. Natürlich dürfen wir hochgehen.
- Stevie und ich haben eine Überraschung. - Ja?
- Oben im Kinderzimmer. - Kommt mit.
Wie viele Platten pro Lied werden verkauft, Sohn?
Von "Moonlight Serenade" verkauften wir um die 800.000 Platten.
- Hast du 800.000 gesagt? - Genau.
Was ist...
Schau mal, wer gerade angekommen ist.
Das ist Stevies kleine Schwester.
- Darf ich sie auf den Arm nehmen? - Ich denke schon. Sie ist deine Tochter.
Sieh mal einer an.
Du bist also Jennie Dee! Schaut nur, ist sie nicht wunderschön?
Sie hat ganz rote Bäckchen.
Stevie, schau mal, deine kleine Schwester. Ist sie nicht schön?
- Die Überraschung war gelungen! - Das plante ich schon seit Monaten.
- Ich bestand darauf, sie heute zu haben. - Wie alt ist sie?
- Genau sechs Wochen alt. - Alte Dame.
- Sie ist eine hungrige alte Frau. - Dafür braucht man einen Experten.
Ihr junger Vater wird sie füttern. Die Flasche bitte.
Bitte. Kann losgehen.
Okay, Jennie Dee. Bitte.
Hast du Hunger?
So! Ist es warm genug?
Gut so, Mädchen. Das Kind war am Verhungern.
- Helen, wir kommen zu spät ins Theater. - Ich komme schon.
- Ich fahr den Wagen vor. - Gut, Schatz.
Ich hab mal nachgerechnet. 800.000 Platten mal 3 Cent ergibt 24.000 Dollar.
- Genau. - Für ein einziges Lied?
Also, damit scheinst du ja wirklich Erfolg zu haben!
Okay, Jungs, genau hier. Seid ihr bereit? Okay.
Helen, Beeilung!
Ich komm ja schon!
Herzlichen Glückwunsch!
So eine Überraschung!
- Mutter! - Schatz!
Ich freu mich so, euch zu sehen!
- Polly? Wie geht's? - Eine tolle Überraschung!
- Wir haben uns gegenseitig überrascht. - Ja, das haben wir!
Ich habe noch eine Überraschung.
Die Band hat eine Nummer, die genau das ist - eine Nummer.
Sie beruht auf einer Telefonnummer,
die dir und mir am Herzen lag, Helen, vor etwa zehn Jahren.
Also los. Eins. Zwo.
Jetzt hört gut zu. Aufpassen.
Pennsylvania 6-5000
- Erkennst du sie? - Ja!
Pennsylvania 6-5000
Würdest du diesen Abend unvergesslich machen?
- Tanz mit mir. - Vor all den Leuten?
In all den Jahren unserer Ehe hast du nie mit mir getanzt.
- Die Chance kommt vielleicht nie wieder. - Legen wir los.
Jetzt.
- Pennsylvania 6-5000 - Gut.
Hallo, Joe. Schön, dich zu sehen.
Gut so.
Los, nicht herumstehen. Los! Schwingt das Tanzbein!
Komm, wir versuchen mal was.
- Das war ziemlich gut. Noch mal. - In Ordnung.
Ich glaube, ich sollte bei der Posaune bleiben.
Setz dich.
Okay, dein Einsatz.
Pennsylvania 6-5-0-0-0
Ich bin froh, dass du damals angerufen hast.
Ich auch. Okay, jetzt gibt's was zu essen.
Los. Komm, Schatz.
- Wir nehmen es auf Platte auf. - Eine Platte?
- Drei Cent? - Ja.
Gut so, Sohn!
Spiel doch die Nummer in deinem Film.
Film?
Glenn und die Jungs drehen im Herbst einen Film.
- Du wirst Filmstar? - Ja, Mutter.
Ich bin Tarzan und schwinge mich Posaune spielend von Baum zu Baum.
Ich möchte einen Toast ausbringen.
Auf Glenn und Helen, die besten Gastgeber der Stadt.
Außerdem verdienen sie es. Wir erinnern uns noch an andere Zeiten.
Möget ihr immer so glücklich sein wie heute Abend.
Danke, Chummy. Das war eine sehr nette Rede.
Ich feilte auch den ganzen Tag dran!
Wirklich?
Ich dachte, die besondere Nummer wäre Helene Lieblingslied "Little Brown Jug".
Nie im Leben. Er hasst es.
Ich wusste, das würde irgendwann aufkommen.
Ich habe ein Hochzeitstagsgeschenk für meine Frau,
und auf der Karte steht:
"Hahaha, du und ich
"Wir streiten uns so gut wie nie
"Also bitteschön, schau mal hier
"Den braunen Krug kriegst du von mir."
- Band ab für eine Aufnahme. - M3-45, die Erste.
Los.
Eins, zwo, drei, vier.
HALT
FAHREN
Okay. Das war's.
- Tag, zusammen. - Hallo, Helen.
Hallo, Schatz.
- Ich dachte, du möchtest lunchen. - Sicher.
Ich hab die Post mitgebracht.
KRIEGSMINISTERIUM
Chummy, wir haben noch etwas Zeit. Geh doch noch mal "At Last" durch.
Gehen wir rauf in den Mischraum.
- Stimmt was nicht? - Nein, nein.
Setz dich, Schatz.
Helen, ich wollte was mit dir bereden...
Dank dem Film und den Plattenverkäufen und allem anderen
-geht es uns ziemlich gut. - Ja.
Und egal, was passieren sollte, du und die Kinder
- seid gut versorgt. - Ja, ich weiß.
Zwei Uhr in der Männergarderobe?
- Danke.
Also, ich dachte, dass...
Was ich sagen will...
Ich hab nachgedacht... Ja?
"Tuxedo Junction" ist nach dem Essen auf Platte.
Gut. Vielen Dank.
- Also... - Öffne den Brief vom Kriegsministerium.
- Das ist bestimmt dein Offizierspatent. - Woher weißt du das?
Das weiß ich schon seit Monaten. Es war nur eine Frage der Zeit.
Ich bewarb mich erst vor zwei Wochen. Du wusstest es bestimmt schon vorher.
Mach schon auf. Ich will wissen, wie ich dich anreden muss.
Mal sehen.
Es ist es tatsächlich.
Captain. Captain Alton G. Miller.
Dienstnummer 0-4-5-0-5-2-7-3.
Wann kriegst du deinen Marschbefehl, Captain Miller?
Normalerweise nach einem Monat.
Don will mitkommen, und ein paar der Jungs auch.
- Wirst du deine eigene Band haben? - Das hoffe ich.
Die ganzen Kids, die unsere Musik mochten, wurden einberufen.
- Deshalb wollte ich... - Ich verstehe schon.
Du siehst in Uniform bestimmt schick aus.
Was meinst du dazu? Bist du bestürzt?
Natürlich bin ich bestürzt. Ich will nicht, dass du gehst,
aber ich wäre wohl noch bestürzter, wenn du nicht gehen würdest.
- Sie hören sich gut an. - Müssen wir diese Art Musik spielen?
Wir marschieren seit hundert Jahren zu dieser Musik.
- Das meinte ich damit. - Daran wird sich nichts ändern, Captain.
Für General Arnold müssen wir uns ins Zeug legen.
In meinen 27 Jahren bei der Armee
ist das der eklatanteste Verstoß gegen die Militärordnung.
- Verzeihung, Colonel. - Und dazu durch eine Parade laufen!
- Ich musste doch zur Band, Sir. - Und dann Blues zu spielen!
Sie machten die ganze Einheit zum Gespött, und dazu vor General Arnold!
- Das war nicht meine Absicht. - Was war Ihre Absicht?
Dem General voll ins Gesicht zu tuten!
Die Männer wirkten müde, Sir.
- Die Moral der Männer ist mein Ressort. - Ja, Sir.
Ich muss Sie warnen, dass Ihr Verhalten eine Disziplinarmaßnahme verdient.
- Ja, Sir. - Herein.
Ich wollte mich verabschieden, wir müssen abends in Washington sein.
General Arnold, es war mir ein Vergnügen.
- Es tut mir leid... - Sind Sie nicht Captain Glenn Miller?
- Ja, Sir. - Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Band.
- Danke, Sir. - Gut für die Moral.
Die Wirkung war erstaunlich. Machen Sie weiter so.
- Ja, Sir. - Mir gefällt Ihre Musik auch.
Erinnert mich an zu Hause.
Meine Kinder spielen den ganzen Tag Ihre Platten.
- Dürfte ich einen Vorschlag machen, Sir? - Sicher.
Ich hätte gerne die Erlaubnis, meine eigene Band zusammenzustellen.
Um meine Art Musik zu spielen.
Meine Männer sind fast alle beim Militär.
Wenn Sie uns nach Übersee schicken, könnten wir bestimmt von Nutzen sein.
Wie Sie bereits sagten, könnten wir den Jungs ein Stück Heimat vermitteln.
Da muss ich Ihnen Recht geben, Miller.
- Ich schau mal, was ich machen kann. - Danke, Sir.
Mensch, darauf war ich nicht gefasst!
General Arnold nahm uns mit.
Vielen Dank, General. Ich weiß Ihre Hilfe zu schätzen.
Ich komm bestimmt vors Kriegsgericht, aber ich brachte sie trotzdem.
- Viel Glück. - Danke.
- Vielen Dank. - War mir ein Vergnügen.
- Wiedersehen, General. - Wiedersehen.
Tja, Jennie Dee.
Drückst du deinen Daddy?
Gut so, Mädchen!
Und du, junger Mann? Was ist mit dir?
- Darf ich mitfliegen? - Leider nein.
Pass mir zu Hause auf deine Mutter auf.
Sei artig und mach ihm keinen Ärger.
- Ich werd's versuchen. Pass auf dich auf. - Keine Sorge.
Zeig Ihnen ab und zu mal ein Bild von mir.
Versprochen. Und ich lese ihnen deine Briefe vor.
Ich werde schreiben.
Mensch, ich hab jetzt schon Heimweh.
Komisch, dass einem jemand fehlen kann, bevor er weg ist.
Beeil dich, Glenn.
Wiedersehen, Schatz. Wiedersehen, Stevie.
Sie hören Glenn Miller und die amerikanische Band der A.E.F.
Aus der Summbombengasse mit freundlicher Unterstützung der BBC.
Und all euch GI-Jungs und -Mädels, die fern der Heimat sind,
und auch unseren britischen Freunden möchten wir etwas Auftrieb geben.
Deshalb sind wir hier.
Also mal sehen, ob wir euch mit "In The Mood" in Stimmung bringen können.
Vielen Dank. Vor kurzem landete hier draußen ein Flugzeug
und eine Vokalgruppe stieg aus, die ihr alle kennt.
Sie sangen mit mir zu Hause in den Staaten.
Begrüßen wir sie recht herzlich. The Modernaires!
The Modernaires!
Und noch jemand stieg aus dem Flugzeug. Eine Riesenüberraschung, Jungs.
Ihr kennt sie ja alle.
Sie hat den Atlantik überquert, um für euch zu singen.
Begrüßen wir sie im besten E.T.O.-Stil. Frances Langford!
Hallo, Frances.
- Danke, Glenn. - Danke.
- Der ist von Helen. - Das ist lieb von dir.
Zu Beginn nehme ich euch mit auf eine Reise südlich der Mason-Dixon-Grenze.
Steigen wir alle in den guten alten "Chattanooga Choo Choo" ein.
Hallo, Fran, was sagst du
Zur Seite, Partner, heute bin ich dran
Spitzt die Ohren und lauscht meiner Version
Einer handfesten Tennessee-Exkursion
Entschuldigen Sie, ist das der Chattanooga Choo Choo?
Ja, ja
Gleis 29
Junge, du kannst meine Schuhe polieren
Ich kann's mir leisten, mit dem Chattanooga Choo Choo zu fahren
Ja, ja
Ich hab das Fahrgeld
Und ein bisschen extra
Man verlässt Pennsylvania um circa Viertel vor vier
Man liest ein Magazin, und schon ist man in Baltimore
- Dinner im Speisewagen - Nichts schmeckt feiner
Als Schinken und Eier in Carolina
Wenn die Pfeife im Achteltakt ertönt
Weiß man, dass Tennessee nicht mehr weit ist
- Schaufele weiter Kohle rein - Denn er soll Weiterrollen
Tut, tut, Chattanooga, da kommst du ja
Da wird
Jemand am Bahnhof
Auf mich warten
Wir werden sehr glücklich sein
Er wird seufzen
Bis ich ihm sage, dass ich nie fortgehe
Also, Chattanooga Choo Choo, dampfst du mich nach Hause?
Chattanooga, Chattanooga
Alles einstigen
Alles einsteigen
Chattanooga Choo Choo, dampfst du mich nach Hause?
INVASION Der Alliierten hat begonnen
INVASIONSTRUPPEN STÜRMEN FRANKREICH
STÄHLERNER RING AUS PANZERN UND MÄNNERN SCHLIESST SICH UM FEIND!
7.000 ALLIIERTENFLUGZEUGE ÜBER FRANKREICH
Paris ist befreit!
Kennst du das noch?
Es scheint eine Million Jahre her zu sein.
Ich stellte Glenn deine Frage in einem Brief.
Ich möchte dir seine Antwort vorlesen. Er sagt:
"Chummy soll den Job nicht annehmen.
"Solange es eine Glenn Miller Band gibt, gehört er dazu.
"Don und ich haben Pläne für nach dem Krieg geschmiedet.
"Ich habe viele neue Arrangements im Sinn.
"Chummy soll sich schon mal nach einem netten Leihhaus umsehen."
Nettes Leihhaus. Er hat sich kein bisschen verändert, was?
Doch! Er wurde befördert. Jetzt ist er Major Glenn Miller.
Major? Das ist wunderbar. Ich wollte, ich hätte dabei sein können.
Mit deinem Herz und deinen Geschwüren hättest du dich gut als Soldat gemacht!
Ich hab zwei Augen und zehn Finger. Mehr braucht man zum Klavierspielen nicht.
Sie fahren nach Paris. Das sagte ich dir schon.
Er sagt: "Am ersten Weihnachtsfeiertag spielen wir ein Sonderprogramm."
Es wird hier im Radio übertragen.
"Du musst zuhören, denn du kriegst ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk."
Und ich finde heraus, was es ist, wenn ich zuhöre.
- Was er wohl vorhat? - Keine Ahnung. Aber ich werde zuhören.
- Morgen, Glenn. - Morgen, Colonel.
- Vielen Dank fürs Mitnehmen. - Keine Ursache.
- Fliegen Sie auch mit? - Nein. Morgen.
Ich hab was in Paris zu erledigen.
Wir dürfen Konzerte auf den Front-Basen geben.
Die reinste Erbsensuppe, nicht?
Ganz normal für Dezember. Steigen wir ein?
Don, ich weiß nicht, wo ich sein werde, also melde dich nach der Landung
in Orly bei der Zentrale.
Und die Band soll das neue Arrangement einüben.
- Ich will es spielen. - Okay. Bis morgen.
Hol meine Post ab. Ich erwarte einen Brief von Helen. Tschüs.
Okay, Beeilung, Jungs.
Paris. Ihr wolltet es doch sehen. Jetzt ist eure Chance.
Keine Militärangelegenheiten mit Fremden besprechen
Ich bin Lieutenant Haynes. Hat Major Glenn Miller mir eine Nachricht hinterlassen?
Nein, Sir. Waren Sie schon bei der Flugsicherung?
Nein, er wollte sie hier hinterlassen. Er flog mit Colonel Baessell im Norseman.
Der Flug steht nicht im Logbuch.
Der letzte Norseman landete hier vor zwei oder drei Tagen.
Danke.
- General! Ich dachte, Sie wären in Europa. - Kam gerade erst an.
- Darf ich zur Beförderung gratulieren? - Danke.
Fünfsterne.
Klingt nach Abendzeitung.
- Haben Sie das mit Glenn Miller gehört? - Ja, heute Morgen.
Wurde die Familie informiert?
Der Befehl lautet, alle Meldungen bis Weihnachten zurückzuhalten.
Seine Band spielt morgen im Radio. Mrs. Miller darf es nicht so erfahren.
- Darf ich sie persönlich anrufen? - Selbstverständlich.
- Nehmen Sie mein Telefon. - Danke.
Immer noch ein paar Minuten bis zur Übertragung, Helen.
Weißt du, ich hatte nie geahnt, wie wunderbar Freunde sein können.
Sogar General Arnold rief mich persönlich an.
Deshalb hat er wohl diesen Rang, weil er ein anständiger Kerl ist.
Als ich gestern nicht schlafen konnte, dachte ich nach.
Plötzlich fiel mir die Übertragung ein.
Weißt du, Helen, es ist ein Test.
Ein Test? Was meinst du damit?
Weißt du noch, wir sagten doch alle,
dass Glenns Band etwas ganz Besonderes sei?
Etwas Bleibendes? Eine Institution!
Ja, Glenn und ich sprachen oft davon.
Verstehst du, was Si damit sagen will?
Wenn die Band weiter besteht, auch ohne Glenn,
ist das der Beweis dafür.
Es bedeutet, dass Glenns Band, Glenns Musik, überleben wird
und die Kids noch Jahre später zu ihr tanzen werden.
Genau das wollte er.
Wir schalten rüber nach Paris für ein Sonderprogramm.
Wie Sie vielleicht schon wissen, ist Major Glenn Miller heute nicht bei uns.
Aber in seiner Abwesenheit ziehen wir das Programm planmäßig durch.
Zuerst spielen wir ein neues Arrangement,
das Major Miller extra für dieses Konzert geschrieben hat.
Das Lied dürfte Ihnen bekannt sein,
insbesondere der Familie von Major Miller, die uns jenseits des Meeres zuhört.
ENDE
FÜR IHRE MITARBEIT BEDANKEN WIR UNS
BEI DEN US-STREITKRÄFTEN
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