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(rhythmisches Ticken)
(Frau) Okay.
Und, los.
(langsames Atmen)
Angst.
-Traurig? -(sie verneint)
Guck mal, Mundwinkel hoch.
-Freude. -Mhm.
Okay, ähm...
(Wecker klingelt) Warte noch ganz kurz.
Was machst du, wenn du dich bedrängt fühlst?
Beobachten, überlegen, was mich stört, ihn bitten aufzuhören.
-Und wenn das nichts bringt? -Jemanden um Hilfe bitten.
(sie seufzt)
Bis später.
(Tür wird geschlossen)
(Frau)Ich habe den Eindruck, dass Sie alle denken, dass...
Ich weiß nicht, was Sie denken, aber Felix geht nicht so auf andere los.
Es tut mir leid, Frau Meukow, aber es stimmt nicht.
Felix ist nicht grundlos aggressiv.
Meine Tochter möchte wegen ihm nicht in die Schule.
Ich habe Ihnen schon gesagt, dass...
-Wir haben schon darüber gesprochen. -Wir nicht.
Ich habe Ihnen gesagt, dass Ihre Tochter Felix nicht bedrängen soll.
Jedes Ansprechen ist Bedrängung. Das geht in der Schule nicht.
-Ja, das ist schade, oder? -Ja.
-Ist es. -Über eine Förderschule nachgedacht?
-Frau Dreyer. -Sie würden Ihrem Sohn...
-Können wir bei der Sache bleiben? -Moment.
-So mit mir zu sprechen... -Ich schaue hin.
Sie wissen nicht, wie es sich anfühlt.
Ich habe es verstanden, Sie schauen hin.
-Sie nicht. -Sie haben keine Ahnung.
Das ist die dritte Regelschule in drei Jahren, die ihn abschieben will.
-Was denken Sie, wie es sich anfühlt? -(Frau 2) Entschuldigung.
Ich möchte etwas klarstellen. Niemand möchte Felix abschieben.
Im Gegenteil, wir suchen hier nach Lösungen.
Deswegen haben wir einen Gast hier.
Frau Elena Winkler von der Arbeitsgruppe Autismus.
-Schön, dass Sie da sind. -Hallo.
(alle) Hallo.
Frau Winkler wird Felix ab Montag im Unterricht begleiten.
-Haben Sie eine Zigarette? -Ich rauche nicht.
Wollen wir uns nicht duzen?
Sie trauen sich das zu, oder?
Darüber haben wir doch gesprochen.
Ich mag Felix und möchte ihm gern helfen.
Ich habe Angst, dass Sie es sich anders überlegen.
Es ist für Felix nicht leicht, sich an Neue zu gewöhnen.
Ich würde ihn auch abholen und nach der Schule nach Hause bringen.
Ich wohne um die Ecke. Das ist kein Problem.
Okay.
-Ich bin Eva. -Elena.
(Tür wird aufgeschlossen)
(leises Poltern)
(Felix brummt im Rhythmus der Waschmaschine)
(Wecker klingelt)
(Klingeln stoppt)
(es läuft gedämpfte Musik)
(Ansage)Liebe Kunden, wir öffnen für Sie Kasse fünf.
(Handy klingelt)
Ja?
Was ist denn?
Aber hat er sich wieder beruhigt?
(entfernte Kinderstimmen)
(Kinder kreischen)
(Klopfen) (gedämpfte Frauenstimme)
Schneller habe ich es nicht geschafft.
Warten Sie draußen? Ich komme gleich.
-Mir wurde gesagt, ich soll kommen. -Ich bin gleich da.
(Handy klingelt)
(Tür wird geschlossen)
(Tür wird geöffnet)
-Es ist Unterricht. -Was ist passiert?
Er ist wohl mit einer Wasserpistole auf Maike los.
Klingt nicht nach Felix. (Handy klingelt)
Maike wurde verletzt. Sie musste nach Hause.
'tschuldigung.
-Ja. -Sie sollten das schon ernst nehmen.
Ich bin nicht im Supermarkt.
Ich rufe Sie in fünf Minuten zurück. Danke.
-Sie sollt... -Wo ist Felix jetzt?
Das wissen wir nicht. Er lief weg.
Ich denke, die Schulleitung wird die Polizei informieren.
Ja, er hat das Gelände verlassen.
Scheiße.
(treibende Musik)
-Hast du Felix gesehen? -Nee.
Okay.
(Handy klingelt)
(Tür wird aufgeschlossen)
Mücke?
Mücke, bist du da?
Felix?
Scheiße.
(treibende Musik läuft weiter)
(Handy klingelt)
Ja?
-Und? -Wo warst denn du?
Stand plötzlich vor mir mit dem Ding.
-Hat ihn jemand gesehen? -Ich hoffe nicht.
Wöller ist eh schon auf 180, weil du weg warst.
(sie seufzt)
(Lamm blökt)
Mücke?
Alles okay bei dir?
Wo hast du das denn her?
Du?
Es kann nicht mehr laufen.
(Mann) Man kann es zu einem Schäfer bringen.
-Ihr solltet jetzt rausgehen. -Ja.
Ich hole eine Decke aus meinem Büro.
(Felix) Warum sollen wir rausgehen?
Tiere sind im Supermarkt nicht erlaubt.
(Motor brummt)
(treibende Musik)
(Hund bellt)
(Schaf blökt)
(Tür wird geöffnet)
-Guten Tag. Sind Sie Herr Kudelka? -Ja.
Ich habe angerufen wegen des verletzten Lamms.
-Wo habt ihr es gefunden? -Im Park.
(Lamm blökt)
Willst du mal die Herde sehen?
(Lamm blökt)
(Glocken klingeln)
(Schafe blöken)
(gefühlvolle Musik)
-Ähm, Hyäne. -Elster.
-Ähm, Regenwurm. -Möwe.
-Elefant. -Den hatten wir schon.
Okay.
-Esel. -Luchs.
Schwan.
Nachtaffe.
-Was soll das denn sein? -Eine Affengattung.
Aha.
Na gut, dann...
-Edelfisch. -Nein, Mama.
-Warum denn nicht? -Nein, Mama.
Guten Appetit.
Was war da eigentlich mit Maike?
Die haben mich nassgespritzt.
Warum hast du nicht gesagt, dass sie aufhören sollen?
Okay.
Ich rede noch mal mit Frau Jansen. Ist nicht so schlimm.
(gedämpfte Musik)
(Blubbern)
(Mann) Gefällt dir die Jacke?
(Schritte)
(Klappern)
Was machst du mit denen?
Ich koche, Fischbrühe.
Schau mal.
Hier, Fischfond.
Das ist eine Delikatesse.
Also was ganz Besonderes.
Manche Leute bezahlen eine Menge Geld dafür.
(Klappern)
Kann ich die haben?
Nein.
Aber ich mache dir einen Vorschlag.
Wenn du willst, nehme ich dich mit zum Großmarkt.
Da kriegst du jeden Fisch, den du dir vorstellen kannst.
Gut.
(Eva) Felix?
Warte mal, wisch dir mal die Finger ab.
-Sonst kriege ich Ärger. -Felix?
(Stift kratzt über Papier)
(Ploppen, Seufzen) Hast du einen zweiten Vornamen?
Äh... Nee, habe ich nicht.
Pelle Jakobsen.
(deutlich) Jakobsen.
-Jakobsen. -Jakobsen.
Ja.
(er seufzt)
Ach.
-Ich will nichts, danke. -Wie? Du willst nichts?
-Nee. -Das ist ein Châteauneuf-du-Pape.
Ja, schön.
Sag mal deinen Geburtstag.
-24. -Ja?
-6, 77. -Okay.
(ruhige Musik setzt ein)
Sag mal, was soll denn das werden?
Die Musik?
Ich dachte, wir machen deine Steuererklärung.
Machen wir doch.
Ja.
Sag mal, äh...
Wieso gehen wir eigentlich nie essen zusammen?
Wieso? Wir waren doch schon essen.
Ich meine, so...
richtig, so essen, essen.
Echt jetzt?
Ja.
-Mmh. -Okay.
Also, ich nehme jetzt doch ein Glas.
Kann ich kurz reinkommen?
Du musst zur Schule gehen.
Sonst geht der ganze Zirkus von vorn los.
Was meinst du?
Dann kommt die Frau vom Jugendamt und will wissen, ob es dir gut geht.
Aber mir geht es doch gut.
Ja.
Du musst in die Schule gehen. Versprichst du mir das?
Okay.
Okay.
Schlaf schön.
(Rauschen setzt ein)
(Jansen) Also, am 5. Mai 1789...
wurden in Versailles Generalstände zusammengerufen.
Wer kann mir sagen, worum es da ging?
-Felix. -Felix?
Felix.
Weißt du, warum die Generalstände zusammenkamen?
Steuererhöhung.
-Ein bisschen lauter. -Frankreich hatte kein Geld mehr.
Der König wollte Steuererhöhungen, richtig.
Und warum hatte Frankreich kein Geld?
-Der König hat zu viel Krieg geführt. -Ja, genau, vor allem deswegen.
Okay.
So, also...
(Kreide klackert an Tafel) (Jansen) Steuererhöhungen.
Krieg.
So.
Das ist doch Ihr Sohn, oder?
Ja.
Was genau macht er da?
Wahrscheinlich kommt er mich besuchen.
Besuchen?
Ja.
(er lacht)
Frau Meukow, ich weiß, was da los war.
Mir wurde zugetragen,
dass Ihr Sohn mit einem verletzten Tier ins Warenlager kam.
Es hat aber niemand mitbekommen.
Wir haben hier Frischwaren. Fleisch, Fisch.
Es war ein Versehen.
Da waren Blutflecken auf dem Boden. Das geht nicht.
Felix versteht manche Dinge nicht. Er muss vieles lernen.
Ja, das verstehe ich, aber...
Sie müssen mich da auch verstehen.
Es gab nämlich eine Beschwerde.
Von wem denn?
Das spielt doch keine Rolle.
Bisher ist es nur eine Beschwerde. Hoffentlich bleibt es so.
Ich will keine Komplikationen mehr,
keine Fehlzeiten und keine Beschwerden.
-Okay. -Kriegen Sie das hin?
Ja.
Dann mache ich jetzt die Bestellungen.
Ja, machen Sie das, bitte.
Felix, die fünf Minuten sind um. Das heißt, wir gehen.
Den Rest kannst du zu Hause ausrechnen.
Ich nehme dein Heft und stecke es in die Tasche.
Ich nehme dein Heft, stecke es in die Tasche, und wir gehen los.
(Felix atmet hektisch)
Das darfst du nicht!
Das darfst du nicht!
-Nein! -Hör auf, Felix.
(entfernte Sirene) Einfach da hoch.
Was ist denn passiert?
Wir hatten eine Meinungsverschiedenheit.
Aber was war denn?
Der Tisch ist umgefallen, aber es war keine Absicht.
Felix, kannst du mal die Dinger abmachen, bitte?
Wie kann denn der Tisch umfallen?
(Eva) Ich hätte dir sagen müssen,
dass er am Mittwoch den späteren Bus nimmt.
Können wir das irgendwie für uns behalten?
-Also, wie das passiert ist? -Ja, klar.
Er ist ja auch noch ganz neu für mich.
Wir gewöhnen uns schon noch aneinander.
Felix, entschuldigst du dich bei Elena?
Entschuldigung, Elena.
Was steht in dem Brief?
Mama? Was steht in dem Brief?
Mama? Was steht in dem Brief?
Mama?
-Mama? -Hallo, Martin, hier ist Eva.
Rufst du zurück? Mein Chef will mich auf Schadensersatz verklagen.
Was ist Schadensersatz?
Wenn man was kaputt gemacht hat und es ersetzen muss.
(sie seufzt)
Tz.
Was ist denn mit dem Brief?
Mama, was ist denn mit dem Brief?
-Was ist denn... -Kannst du kurz nicht sprechen?
-Ich soll doch mehr sprechen! -Mücke, du sollst...
-Ich soll doch mehr sprechen! -Du sollst auch mehr sprechen.
-Ich soll doch mehr sprechen! -Du sollst...
Ich soll mehr sprechen!
Es tut mir leid.
(Verkehrslärm)
-(Mädchen) Ey, jetzt... -(Junge) Lass das.
(Stimmengewirr)
(Rascheln)
(Elena) Gefällt dir das Buch?
Du kannst es haben, wenn du magst.
(Schulklingel)
Es ist ein Geschenk.
Danke schön.
(gelassene Musik)
-(Pelle) Hey. -(Mann) Hey.
Na, alles klar?
-Alles gut. -Läuft.
Pass auf, ich zeige dir, was ich noch habe.
Also, ich habe noch Scholle aus dem Weißen,
Dorade aus Griechenland,
Kabeljau aus dem Nordatlantik und Austern, Fines de Claires.
(Pelle) Die Austern nehme ich.
Ähm... und dann Doraden und zwei...
(gelassene Musik überlagert Gespräch)
(Frauenstimme aus Radio)
(Stimme aus Radio stoppt)
Ich muss was holen. Das dauert eine Minute, okay?
(Tür wird geschlossen)
(Möwen kreischen)
(Tür wird geöffnet)
Hast du schon mal eine Dorade zubereitet?
Du musst die erst richtig ausnehmen, ne?
Dann kommt die aufs Blech, dann Möhren, Fenchel,
Knoblauch, Öl, Salz, Pfeffer.
Da wird jede Frau schwach.
Schwach?
Ja, du weißt, was ich meine.
Ja, egal. Du, ich habe was für dich. Schau mal hier.
Da.
Vielleicht ein bisschen groß, aber na ja.
(Motor brummt)
(Eva)Sorry, Martin, dass ich reinplatze.
Ich weiß nur nicht, wen ich sonst fragen soll.
„Fristlose Kündigung wegen Arbeitsverweigerung“.
Wie hast du das geschafft?
Kann man eine alleinerziehende Mutter grundlos kündigen?
Na, was war denn?
Ich war ein paarmal nicht da wegen Felix.
Ich habe das immer nachgearbeitet.
Bist du abgemahnt worden?
Ich glaube schon. Da kam irgendwann mal ein Schreiben.
Du brauchst einen Anwalt.
Ich muss mich jetzt mal kümmern.
-Wir quatschen ein andermal. -Ich warte einfach noch kurz.
(Durcheinanderrufen)
(Martin) Druck, gelb, Druck.
War aus.
(Pfiffe)
Dino.
Dino, Linie.
(Gelächter)
Du musst Widerspruch einlegen, fristgerecht.
Aber du hast keine richtig guten Karten.
Willst du prozessieren?
War das deine Neue?
Ich habe dich wirklich gern, Eva.
Und den Felix auch.
Aber ich kann ihm nicht den Vater ersetzen.
Ich schaffe das nicht.
Wenn du prozessieren willst, helfe ich, jemand Guten zu finden.
Danke, Martin.
(es läuft lässige Musik)
Mhm, bitte Finger weg.
Genau, nee. (Tür wird aufgeschlossen)
Immer beim Messer Finger weg. So, ja.
Super.
Und dann bis zum Kopf, da. Ja, genau.
-Was macht ihr hier? -Wir kochen Fisch.
Genau.
(Felix) Wir waren auf dem Großmarkt. Ich war in einem Kühllager.
Warum weiß ich nichts davon?
Ähm, das war sehr spontan.
Pelle, kann ich dich kurz sprechen?
Du kannst ihn nicht einfach abholen.
Was ist, wenn er ausflippt oder wegrennt. Was machst du?
Ja.
Ja, stimmt.
Tut mir leid. Hm.
-Hast du Wein getrunken? -Mhm. Magst du ein Glas?
In Yucatán nehmen die lebende Käfer als Schmuck.
So laufen die dort durch die Straßen.
Die leben dann in kleinen Terrarien.
Das haben sogar schon die Maya so gemacht.
-Maya? -Aus Mittelamerika vor 5000 Jahren.
Eine Prinzessin verliebte sich in den falschen Prinzen.
Der wurde in einen Käfer verwandelt.
Die Prinzessin trug ihn an der Brust, damit er ihr Herz hört.
Das machen die heute in Yucatán noch.
Ich wusste nicht, dass du so gern erzählst.
Ich will einen Käfer. Ich kann den dann schmücken.
Mit in die Schule nehmen. Wir machen einen Laden auf.
Pelle verkauft Fische, ich Käfer. Damit werden wir reich.
(Lied: „In Your Arms“ von Kania Allard und Pierre Terrasse)
(lebhafte Soulmusik)
(lebhafte Soulmusik läuft weiter)
Pelle?
Pelle.
Mhm.
-Du kannst hier nicht einschlafen. -Ich denke nach.
Musst du drüben weiter nachdenken.
Ja.
Ähm... Ja, ich gehe rüber.
Gute Nacht.
-Schlaf schön. -Du auch.
(Pelle) So, hallo.
Fünf Liter Fischfond. Sag mal, wo ist Cem?
-(Koch) Der ist vorn im Laden. -Danke.
-(Pelle) Cem? -(Cem) Ja.
Kollege.
-Na? -Grüß dich.
-Eva, Cem. Cem, Eva. -Eva?
-Ich habe von ihr erzählt. -Wegen dem Job.
Jetzt fällt es mir wieder ein. Eva.
-Schon mal im Service gearbeitet? -Ich habe in einer Bar gearbeitet.
-Okay. Mit Küche? -Nicht wirklich, nee.
Nicht wirklich.
Gut, machen wir ein Probearbeiten und schauen, wie es ist.
-Wann kannst du anfangen? -Sofort.
-Wie wäre es mit Donnerstag? -Okay.
Ja? Na, wunderbar.
Ich muss weitermachen. Wir hängen.
Pelle, du kennst dich aus. Mach dir Kaffee. Und wir sehen uns.
Mhm.
-Einfach so? -Einfach so.
Kaffee?
Ja.
(Tür wird geöffnet)
(Tür wird zugeschlagen)
(schnelle Schritte)
(Tür fällt zu)
(hektisches Atmen)
Felix?
Ich wollte nur wissen, ob es dir gutgeht.
Es ist gut, dass du weggegangen bist. Du hast alles richtig gemacht.
Du kannst gehen, wenn es dir zu viel wird.
(Felix) Die haben mir die blaue Karte gezeigt.
Ja, habe ich gesehen.
Das heißt, ich soll gehen.
Das heißt, ich soll gehen.
Ich weiß.
Das war gemein und überhaupt nicht angemessen.
Das heißt, ich soll gehen.
Möchtest du, dass ich mit Frau Jansen spreche?
Ich will nicht mehr auf diese Schule gehen.
Ich verstehe dich.
Ich weiß, dass immer alle wollen, dass du dich anpasst.
Ich kann mir vorstellen, dass das sehr anstrengend ist.
Ich will da nicht mehr hin.
Warum? Ist was passiert?
Du musst aber in die Schule gehen. Das müssen alle, ist so geregelt.
Wenn nicht in die, dann in eine andere.
-Die alte Schule war besser. -Ach, Quatsch, Mücke.
Das stimmt doch nicht.
Das weißt du doch, oder?
Ich will Fische verkaufen.
Auch dann musst du erst mal die Schule fertig machen.
Pelle hat auch erst die Schule fertig gemacht.
Auf welcher Schule war Pelle?
Wahrscheinlich irgendwo in Jütland.
Soll ich Pfannkuchen machen?
Okay.
(Frau) Wir nehmen Bestellungen auf und geben sie an die Küche.
Dann bringen wir die Fische zum Gast, also roh.
Ich kenne mich nicht gut mit Fischen aus.
Das ist nicht schwer. Je nach Einkauf.
Meistens sind es Goldbrasse, Wolfsbarsch,
dann Lachs, Thunfisch, Schwertfisch, Meeresfrüchte und Muscheln.
Manchmal was Besonderes, zum Beispiel den Knurrhahn heute.
Der ist besonders hässlich. Das kriegt man schnell raus.
Ähm... Was glaubst du, wann wir heute Abend fertig sind?
Mitternacht vielleicht. Wir gehen danach noch was trinken.
Hallo, Pelle, ich bin's.
Könntest du noch ein bisschen länger bei Felix bleiben?
Ja, genau, es dauert länger, als ich dachte.
Danke.
Ja, bis später.
(Lied: „Stranger“ von Cate Darling)
(ruhige Gitarrenmusik)
(Tür wird aufgeschlossen)
(ruhige Musik läuft weiter)
Pelle?
-Hey. -Hey.
-Hey. -Und? Wie war es? Alles okay?
Ja, war super.
Wir haben der Waschmaschine beim Schleudern zugeguckt.
-Wirklich? -Ja.
Das ist ein Liebesbeweis.
Auf jeden Fall besser als Fernsehen zu gucken.
-Wie war es bei dir? -Gut.
-Sie sind alle ziemlich nett. -Gut.
Mhm.
Freut mich.
Gut.
Ich... Ich gehe schlafen.
(ruhige Musik läuft weiter)
-Gute Nacht. -Gute Nacht.
-Pelle? -Ja.
Danke.
Bitte sehr.
(Elena) Felix!
Felix!
Warte doch mal.
(treibende Musik)
(treibende Musik verklingt)
-(Frau) Was machst du? -Ich habe Müll weggebracht.
(Frau) Du hast was aus dem Container genommen.
Jakobsen, ich habe dich gewarnt.
Du kannst deinen Gewerbeschein verlieren.
-Ich will in deinen Wagen gucken. -Willst du nicht.
-Herr Bär, wir haben ein Problem. -Quatsch.
Ich bin berechtigt, deine Ladung anzusehen.
Sag mal, hackt's?
(Quietschen)
Scheiße.
Alles okay?
Ja.
(Donnergrollen)
(Frau) Colani hier, Halle drei, Hallenwacht.
Ich bräuchte hier Unterstützung.
Okay.
Okay. Alles wird gut.
Nichts ist passiert.
(Frau) 16.
(Eva) Hallo.
Darf ich Sie in einer Stunde zurückrufen? Super, Wiederhören.
-Frau Meukow? -Ja.
-Ich bin Frau Antzmann. -Wo ist denn Felix?
Setzen Sie sich bitte.
Geht's ihm gut?
Felix geht's den Umständen entsprechend gut.
Sie dürfen gleich zu ihm.
Äh... Frau Meukow?
Wir haben versucht, mit ihm zu sprechen. Er steht...
-Er hat Asperger. -Ja, das haben Sie gesagt.
Äh...
In welchem Verhältnis stehen Sie zu Pelle Jakobsen?
In gar keinem, er ist unser Nachbar.
Der Unfall fand während der Schulzeit statt.
Er wurde ohne meine Erlaubnis abgeholt.
Okay.
(Tür wird geöffnet)
Wie geht's dir?
Hast du dir wehgetan?
Du?
-Wo ist Pelle? -Das weiß ich nicht, wo der ist.
Komm, wir ziehen die Jacke aus. Die stinkt.
Von Frau Winkler wissen wir,
dass Felix auf dem Weg zur Schule weggelaufen ist.
Felix, Frau Antzmann hat vorgeschlagen,
dass du mit dem Schulpsychologischen Dienst sprichst.
Da kannst du erklären, was dir hier nicht gefällt.
Was hältst du davon?
Was bringt das? Das haben wir besprochen.
Felix möchte nicht in den Unterricht.
Das müssen wir schon mal richtig besprechen.
Gut.
Dann besprechen wir es.
Wir haben eine engagierte Einzelbetreuerin gefunden.
Es funktioniert noch nicht.
Sie drohen uns ja mit Disziplinarmaßnahmen.
Klar will er nicht zur Schule. Er kriegt blaue Karten gezeigt.
-Dürfte ich auch kurz was sagen? -Ja. Ja, sicher.
Frau Winkler.
Ich glaube, Felix wollte nicht schwänzen.
Es ist blöd gelaufen. Es hat laut geknallt.
Er ist losgelaufen.
Wenn wir mehr Zeit haben und uns besser kennen,
kann ich so was vermeiden.
(Jansen) Das ist ehrenwert von Ihnen,
aber es passiert auch während des Unterrichts.
Wir können ihn nicht zwingen, in die Schule zu gehen.
Das kann nicht die Aufgabe sein.
(Antzmann) Dürfen wir Felix fragen, was er möchte?
Willst du zu dem Gespräch gehen?
Eva?
Ich bin nicht mehr sicher, ob das der richtige Ort für ihn ist.
Vielleicht kann man eine Schule finden, die spezialisierter ist.
Eine Einrichtung für autistische Kinder.
Jeder weiß, was das Beste ist für Felix.
Das ist wahnsinnig ermüdend.
-So habe ich das nicht gemeint. -Ist schon okay.
Ich würde an deiner Stelle auch so denken.
Ich...
Ich will, dass er ein selbstständiges Leben führen kann.
Und machen kann, was er will.
Danke, dass du dich für uns einsetzt.
Felix, kommst du?
Bis Montag, Elena.
(Baustellenlärm)
Hi. Hi, Felix.
Du...
Ich habe nicht gewusst, dass er im Wagen war, also du.
-Okay, komm, Felix. -Ich habe es nicht gewusst.
Kommst du?
Ah, for fanden. Scheiße.
(Klimpern)
Wo ist meine Fischjacke? Ich brauche sie jetzt.
-Mücke, es ist alles gut. -Ich brauche sie.
-Wo ist meine Fischjacke? -Sie ist unten.
Ja, die ist unten im Roller.
Ich gehe runter und hole sie hoch.
-Mach Hausaufgaben. -Ich brauche sie.
-Ich hole sie. -Wo ist sie?
Mach deine Hausaufgaben.
Mach, ich bin gleich wieder da.
(Tür wird geöffnet)
(Tür wird geschlossen)
(Tür fällt zu)
(Klappern)
(Felix) Wo ist meine Fischjacke?
(Klimpern) Wo ist meine Fischjacke?
-Wo ist meine Fischjacke? -Ich konnte sie nicht finden.
Ich habe sie bestimmt im Jugendamt liegenlassen und fahre morgen hin.
Das darfst du nicht! Das darfst du nicht!
-Ich weiß. -Das darfst du nicht!
-Das darfst du nicht! -Ruhig.
-Das darfst du nicht! -Ruhig, Mücke.
-Das darfst du nicht! -Mücke.
-Das darfst du nicht! -Ich wollte das nicht.
-Das darfst du nicht! -Mücke, hör auf!
-Das darfst du nicht! -Es tut mir leid.
(Rauschen überlagert Geschrei)
Mücke.
(Tür wird abgeschlossen)
Das darfst du nicht! (Pochen)
(sie atmet schwer)
Das darfst du nicht!
Das darfst du nicht.
(Pochen)
(Eva atmet hektisch)
(Pochen) Das darfst du nicht!
Das darfst du nicht! (Pochen)
-Das darfst du nicht! -Scheiße.
(Pochen)
Das darfst du nicht!
(Klingeln) Pelle?
Pelle?
(Klingeln)
Pelle?
Scheiße.
Scheiße.
(Klappern)
(zaghafte Musik)
(sie stöhnt)
(Hupen)
(unruhige Musik)
(Sirene heult)
-Was kann ich für Sie tun? -Ich blute am Kopf.
Haben Sie Schmerzen, Schwindelgefühl? Ist Ihnen schlecht?
Mhm.
Es kommt gleich jemand zu Ihnen.
(Mann) Ich habe hier jemanden mit SHT.
(Klackern)
(Klackern)
(Klappern)
Ich denke, das wird gut verheilen.
-Okay. -Ich würde Sie gern hierbehalten.
-Warum? -Zur Beobachtung.
-Morgen früh können Sie nach Hause. -Das geht nicht.
Sie haben Medikamente bekommen, sollten sich hinlegen und ausruhen.
Ich muss nach Hause.
Das kann ich nicht verantworten.
Aber ich kann es.
(Tür wird aufgeschlossen)
(Quietschen)
(Tür wird aufgeschlossen)
(flüstert) Mücke.
Mücke?
Mücke? Geht's dir gut?
Ich wollte dich nicht einschließen.
Ich habe nicht nachgedacht. Es tut mir leid.
(sie schnieft)
Ja. (sie schluchzt)
(unruhige Musik)
(Quaken aus Laptop)
(Klimpern)
(Klirren) Oh.
(Klirren)
(Eva) Ich gehe einen Lappen holen.
(unruhige Musik läuft weiter)
(er atmet hektisch)
-(Frau) Hallo. -Hallo.
Felix, du weißt, warum wir hier sind?
Felix?
Du weißt, warum du hier bist, oder?
Du?
Es ist in Ordnung. Wir haben es nicht eilig.
Ich möchte mich darüber unterhalten, wie es dir in der Schule gefällt.
Hm?
Kannst du dazu was sagen, was dir gerade einfällt?
Gehst du gern in die Schule?
Ich gehe gern in die Schule.
Ah. Gibt es was, was dir besonders gefällt?
Hast du ein Lieblingsfach?
Ich gehe gern in die Schule.
Okay, mhm.
Felix.
Hör genau zu, was die Frau wissen will.
Du magst Kunstunterricht.
Ich würde ganz gern mit dem Felix sprechen, ja?
-Ja? -Ja, bitte.
Vielleicht gehen Sie kurz raus.
Wir holen Sie dann wieder rein.
Felix, ich gehe kurz raus, ja?
(unruhige Musik setzt ein)
(sie seufzt)
Scheiße.
(Frau) Möchtest du etwas verändern am Tagesablauf?
Etwas, was dich stört?
Zum Beispiel, hast du zu viele Hausaufgaben?
Wie findest du die Pausen auf dem Schulhof?
Ist es in der Mensa zu laut? Hm?
Was wünschst du dir?
Ich wünsche mir, nicht so oft im Stau zu stehen,
damit ich mehr bei meiner Familie bin.
Dass ich nicht so vergesslich bin.
Ich wünschte manchmal, in einer großen Wohnung zu wohnen.
Ich will keinem mehr wehtun.
Du willst keinem mehr wehtun?
Wem hast du wehgetan?
Meine Mama hat eine Wunde auf dem Kopf.
Eine Wunde? Was für eine Wunde?
Meine Mama hat eine Wunde auf dem Kopf.
Okay, deine Mama hat eine Wunde auf dem Kopf.
Wie ist denn das passiert?
Das war ich.
Ich würde dir gern helfen.
Ich muss nur verstehen, was du dir wünschst.
Dann kann ich ein paar Sachen verändern.
Wollen wir zusammen was verändern?
(düstere Musik)
Mama?
(er atmet hektisch)
(düstere Musik verklingt)
(unruhige Musik)
(Klappern)
(Schritte)
(Vögel krächzen)
(unruhige Musik verklingt)
(Vögel schnattern)
(Möwe kreischt)
(leises Zischen)
(gedämpfter Verkehrslärm)
„Mein liebster...
kleiner...
Felix.“
(sie seufzt)
(traurige Musik)
„Das Leben ohne dich...
fällt mir... sehr schwer.
Wenn du irgendwann wieder...
mit mir sprechen möchtest,
gib mir ein Zeichen.
Irgendeins.
Ich...
bin immer...
für... dich da.
Immer.
Ich habe
dich... sehr lieb.“
(Waschmaschine rumpelt)
(Klicken)
(ruhige Glockenspielmusik)
(Klopfen)
(Pelle) Hey.
-Na, alles gut? -Mhm, ich komme gleich.
(Klopfen)
Hallo, Mücke. Ich bin's.
-Guck mal, Pelle ist auch da. -Hi, Felix.
(Knistern)
(Knistern)
Wie geht's dir?
Guck mal, ich habe eine Karte für dich.
Wenn man da draufdrückt, macht die Musik.
(ruhige Glockenspielmusik)
Ich habe dir da was reingeschrieben.
Das kannst du auch später lesen. (Klopfen)
Hi, Felix. Wie schön, du hast Besuch.
Dann will ich nicht stören.
Zeigst du mir, was du essen magst?
Super, danke. Dann bin ich auch schon wieder weg.
(es läuft lässige Musik)
(lässige Musik wird von ruhiger Musik überlagert)
(ruhige Musik überlagert Gespräche)
(Verkehrslärm)
(Handy klingelt)
Hallo?
Hallo?
(Handy klingelt)
Wer ist denn da?
Mücke?
(ruhige Glockenspielmusik aus Handy)
Felix?
Felix?
(ruhige Musik setzt ein)
(ruhige Musik läuft weiter)
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