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(flotte Musik)
(Alarm ertönt)
Sandrine, wach auf.
- (Kind) Papa, Papa! - Es ist 7:10.
- Papa. - Sandrine.
Mama ist weg!
- Was? - Mama ist weg.
- Was redest du da? - Na, Mama ist weg.
Jeanne. Jeanne.
- Hast du Mama gesehen? - Was?
- Hast du Mama gesehen? - Nein. Ich schlafe. Sieh im Bad nach.
(Knall)
Wo warst du? Wir haben dich gesucht.
Baguette.
- Probst du? - Ich geh's nur durch.
Wir essen heute bei deinen Eltern. Morgen esse ich...
...bei Michel, ich weiß. Geht's ihm besser?
Du kennst ihn. Höhen und Tiefen.
- Wir müssen den Babysitter anrufen. - Mach ich.
- Können wir alleine bleiben? - Nein.
- Doch, doch, doch, bitte. - Scht.
- Auf keinen Fall. - Scht.
Jetzt kommt Kinder, kommt. Wir müssen los.
- Beeilt euch. - Gib Mama einen Kuss.
Tschüss.
- Jeanne, pass an der Straße auf. - Los. Das kann sie doch.
- An der gefährlichen Kreuzung. - Los.
- Kein Tschüss? - Ich bin spät dran.
- Pass beim Überqueren der Straße auf. - Jaja.
(heitere Musik)
(Handy klingelt)
Ja?
(Handy klingelt)
Ja? (sie kichert)
Wollt ihr heute Abend lieber Lammkeule oder Roastbeef?
Warte. Ich muss deinem Vater Tschüss sagen.
Ich besorge ein Baguette.
- Aber nicht zu knusprig. - Du sprühst ja vor Fantasie.
Heute haben wir was vor. Aber morgen klappt es.
Nein, heute Abend wird es schwierig.
Ich wollte eh früh ins Bett gehen. Fix und alle.
Ach, wirklich? Zum Glück hab ich noch mal angerufen.
Ich muss auflegen, ich brauche beide Hände. Ich liebe dich.
Ich dich auch. Freu mich auf dich.
Jean, willst du Roten oder Weißen für unser Pseudo-Essen?
- Idiot. - (er lacht)
Morgen zusammen.
Hallo, guten Morgen.
- Was war diesmal? - Wieder der Klassiker.
Der Hetero, der seine Homosexualität verleugnet.
Versuch's doch mit 'nem normalen Schwulen.
Versuch's mit einem, der nicht verheiratet ist.
- Mein Herz kümmert diese Logik nicht. - (seufzend) Ja.
Wir widmen uns heute einem besonderen Aspekt
der Werke von Charles Baudelaire, seinen Prosagedichten.
Es war ein neuer Stil für ihn.
Dazu wurde er von Aloysius Bertrand inspiriert.
Er sagt es selbst.
Bertrand schrieb "Schatzmeister der Nacht".
Denen, die diesen Text nicht kennen,
empfehle ich wärmstens, ihn zu lesen.
Wir befassen uns heute mit einem Text, der mir sehr am Herzen liegt.
Ich hoffe, dass er auch Sie berühren wird.
Der Titel: "Welche ist die Richtige?"
(Sandrine) Entschuldigen Sie.
"Beim Gedanken, dich zwischen den Schenkeln zu küssen,
krieg ich 'n Ständer."
Meint Baudelaire da die Richtige?
(leises Gelächter)
Noch ein Abschnitt ist interessant.
Ich bewundere ihn, fantastisch. Besonders eine Stelle ist bemerkenswert.
Einen Moment, ich suche sie.
"Trister 31. Dezember.
Ich sterbe vor Langeweile. Ich wär gern bei dir."
Das ist tief bewegend. Tief bewegend.
Das schrieb er wohl vor neun Monaten,
während er mit seiner Familie Silvester feierte.
So hat er dieses Werk doch aufgebaut.
Den Höhepunkt der Spannung dieser Prosa
findet man in der Apotheose im letzten Absatz.
Geschrieben...
Gestern. Gestern um 20:29 Uhr.
"Mir erscheint nichts unnatürlicher,
als dich nicht zu sehen, nicht mit dir zu schlafen,
und bei dir nicht leben zu können."
Was halten Sie davon?
- Also... - Geht's deutlicher?
Ich habe in letzter Zeit viel gelernt, aber nicht Lippenlesen.
(Gelächter und Gemurmel)
- (Michel) Sandrine. Was machst du hier? - Du hast es gewusst.
- Was dein Idol so treibt. - Idol?
Ich weiß nicht, was du meinst, Sandrine.
Hallo, Bernard.
Es ist vorbei. Vorbei.
Vorbei.
Vorbei, vorbei, vorbei.
(Klopfen) Steht er noch?
(Frau) Oh, là, là.
Das war unerträglich und hat viel zu lang gedauert.
Sieh mal.
Seit 270 Tagen hatten wir drei Pseudo-Essen pro Woche,
das macht ungefähr 96 Abende.
Das morgen ziehe ich ab, ja?
(seufzt) Kein Wunder, dass sie Verdacht schöpfte.
Fühlst du dich nicht erleichtert?
Als meine Frau mich rausgeworfen hat... war ich irgendwie froh.
- Sie hat mich nicht rausgeworfen. - Ich seh das nur realistisch.
Kann heute Abend ja heiter werden.
Du kannst auch zu mir.
Nein.
- Ihr geht nicht? - Oma ist müde, sie hat abgesagt.
- Oma müde? - Komm, schlaf jetzt.
- Bist du sauer? - Nein, bin ich nicht. Ich bin müde.
Gute Nacht.
Er ist eingeschlafen. Ich hab ihm noch was vorgelesen.
Wo reden wir?
Wie lange wolltest du so weitermachen?
Na? Wie lange?
- Fast ein Jahr, mein Gott. - Nicht so laut. Du weckst die Kinder.
"Du gehst nicht ran, hast sicher viel Arbeit.
Sehen wir uns morgen? Passt das?"
"Wann? Ich brenne für dich."
"Ich auch für dich.
Ich umarme dich, nackt wie Gott dich schuf.
Ich hab den Slip ver..."
Ist ja gut.
Und du? Wie lange wolltest du noch so weitermachen, hm?
Ich hab 'ne Frau getroffen. Eine, die mich auch begehrt.
Nach zwei Kindern und 15 Jahren Ehe ist das normal.
Ich weiß nicht, ob das normal ist.
Ich hab's geahnt. Ich hab's geahnt.
Dass es was Wichtiges gibt, was du nicht mit uns teilst.
Wenn du nicht mehr bei uns sein willst, verschwinde.
Hallo, lieber Jean.
Also, was ist los? Du warst komisch am Telefon.
- Ich mach dir 'n Kaffee. - Ja.
Nein. Nein, lieber nicht.
- Was ist? - Ich bin krank.
- Ich hab was am Herzen. - Ich auch.
Nein, nein. Hör auf.
- Nein, ich meine es ernst. - (sie kichert)
Ich habe wohl nicht mehr lange. Sie sind nicht optimistisch.
- Wer ist "sie"? - Na ja, die Ärzte, die...
- Was redest du denn? - Ich habe was am Herzen.
Und?
Und...
Es ist besser, wir sehen uns nicht mehr.
- Du verlässt mich? - Sandrine hat die Nachrichten entdeckt.
- Alle. - Und was halten die Ärzte davon?
- Was sagt der Arzt? - Wir können nicht weitermachen.
Ich habe Kinder, Virginie.
(melancholische Klaviermusik)
Einige Männer sind zu allem bereit, um Frieden in der Ehe zu haben.
Ich kann alles verstehen, alles...
Dass er bei seiner Frau bleibt.
Aber nicht, wie er ohne mich leben kann.
Ich hab's beendet.
Hör auf, das zu lesen.
Ich dachte mir...
Wie wär's, wenn wir zu zweit wegfahren?
Ein paar Tage.
Die Kinder könnten zu deiner Mutter gehen.
Gut. Überleg es dir.
Gute Idee. Ja, fahren wir weg.
Das wird super. Ja, nur zu zweit.
Hast du Lust?
Hast du Lust?
(laut) Dann labere nicht so 'n Mist, ja?
Eine Scheidung wäre lächerlich wegen so einer Lappalie.
Ich hab Hörner bis zur Decke. Die stören wenig.
Zwei von drei Paaren werden mit Ehebruch konfrontiert.
Jetzt habt ihr es hinter euch.
Und ich glaube, das dritte Paar lügt.
Gib mir mal die Gartenschere. Danke.
Im Handy schnüffeln...
Wie kommst du auf so was?
Das hast du jetzt davon.
Ausblenden ist viel einfacher, als zu konfrontieren.
- Wie schaffst du das nur? - Das ist nicht schwer.
Täglich eheliche Pflichten erfüllen? Nein, danke.
Dein Vater ist unersättlich. Das hat mich schnell ermüdet.
Aber nachts schläft er in meinen Armen. Er kommt immer nach Hause.
Toleranz. Das ist der Schlüssel.
(Gartentor quietscht)
Wenn man vom Teufel spricht.
Seit der Rente treibt er es im Viertel. Wohl mit der Apothekerin.
Dabei hasst er Medikamente. (sie kichert)
Na, was guckt ihr so? Ist jemand gestorben?
Nein. Jean geht fremd, Sandrine hat ihn vor die Wahl gestellt.
- Er hat die Frau verlassen. Oder? - Mhm.
Ich dachte schon, es wäre was Schlimmes.
Tag, mein Kind. Wie geht's den Knirpsen?
Wär schön, sie mal wiederzusehen.
Entschuldigt, ich muss duschen. Fünf Minuten.
Siehst du? Er duscht sogar immer zu Hause.
Die Seife der anderen? Nicht bei mir.
(Sandrine singt) Mi fa sol mi do
Sol mi la fa do
Noch mal.
Sol mi la fa do
Ich muss dauernd an sie denken. Immer.
Es war Liebe auf den ersten Blick. So war das eben.
- Bald hast du sie vergessen. - Auf keinen Fall.
Ich freue mich, mittags wieder mit dir essen zu gehen.
Ich will ja nichts sagen,
aber wenn du mittags zu deiner Mätresse bist...
- Virginie war keine Mätresse. - Okay, wie du willst.
Und die Pseudoabende bei mir und meiner Depression.
Kannst du höflicher mit mir umspringen?
Ich kann nichts für deine Bettgeschichten.
- Bitte schön, die Herren. - Danke.
Guten Appetit.
Sie hat nichts gefordert.
Wenn wir uns sahen, war's gut. Und wenn nicht, ebenfalls.
Ich denke immer an sie.
Ich war ein Jahr Luft für dich, weil du mit ihr essen wolltest, also...
Was heißt essen...
Merkst du, dass du allen wehtust?
Ich hab's dir gesagt: Keine Fremden nach Hause, sonst passiert dir was.
Ich brauche jemanden. Jeden Abend.
Was soll ich denn machen?
Du könntest... (Ladenklingel)
- Guten Tag. - Guten Tag.
Guten Tag.
- Kann ich Ihnen helfen? - Ich seh mich nur um. Danke.
Triff dich mal mit echten Menschen.
- Im Internet sind nur Irre. - Weil ich einmal verprügelt wurde?
Suchen Sie ein bestimmtes Buch?
Ich bin Jeans Frau.
- Sagt mir nichts. Von wem ist das? - (sie schnauft)
Ich muss was essen, ich hole mir Frühlingsrollen.
- Willst du auch was? - Ich brauch nichts.
Hier also.
- Wie bitte? - Ihre erste Begegnung.
Die war hier.
Da sieht man mal, es braucht gar nicht viel.
Ich hab Sie mir anders vorgestellt. Sie sind angenehmer.
Ich Sie mir auch.
Ich muss arbeiten. Sie nicht?
Ich hab heute einen freien Tag.
- Ich gebe Geigenkurse. - Jaja. Sie waren mal berühmt.
Ach was. Ein paar Konzerte.
Ist lange her.
Hübsch ist es hier. Gefällt mir sehr.
Ich las früher viel, in letzter Zeit weniger. So ist das mit Kindern.
Im Moment habe ich auch anderes im Kopf...
Was wollen Sie von mir?
- Nicht aufregen. - Bitte?
Glauben Sie, dass ich rot werde?
Nein, ich bin nicht schuld.
Nein, ich will kein Theater. Ganz im Gegenteil.
Das zwischen Ihnen und meinem Mann ist was Ernstes.
Er sitzt mit mir am Tisch, aber er isst mit Ihnen.
Er schläft bei mir, aber träumt von Ihnen.
Ist es zu spät, um es wieder geradezurücken?
Es tut mir leid. Meinen Sie das ernst?
Bei mir ist die Lust weg. Wir haben keinen Sex, es ist mir egal.
Aber unsere zwei Kinder sind mir nicht egal.
Also wollte ich vorschlagen, dass Sie meinen Mann jede zweite Woche nehmen.
So hat er bei Ihnen, was er bei mir nicht mehr hat.
Natürlich.
Ich komme drauf zurück.
- War mir ein Vergnügen. - Sind Sie froh, dass er Sie verließ?
- Gehen Sie bitte. - Ich hab einen wunden Punkt getroffen.
- Können Sie so weiterleben? - Gehen Sie.
Er ist besessen von Ihnen.
Er ist besessen!
(Sandrine) Drei, sieben, eins, neun.
- Das gibt's nicht. - Seien Sie mir nicht böse.
Ist doch klar, dass ich eine Menge über Sie weiß.
Ein Jahr lang chatten, da kommt was zusammen. Und die Fotos erst...
Ich muss aufs Klo. Ich hab den ganzen Tag gewartet.
Es ist ganz, ganz, ganz dringend.
Na gut, meinetwegen.
Vielen Dank.
Bitte, nach Ihnen.
Den Flur runter.
- Vielen Dank. - Nein, nicht da.
- Die kleine Tür rechts am Ende vom Flur. - Danke, danke, danke.
(Sandrine seufzt auf)
(Plätschern) Ach, tut das gut.
(Klospülung)
(Tür wird geöffnet)
Was machen Sie in meinem Schlafzimmer?
Sie müssen unbedingt zu ihm zurück.
Wissen Sie,
meinen Mann weinen zu sehen...
So habe ich mir die Ehe nicht vorgestellt.
- Und Jean? - Jean?
Ja, wie denkt Jean denn darüber?
Der denkt überhaupt nicht.
Seit er Sie verließ, geht's ihm nur schlecht.
Ich möchte ihn überraschen.
Die Kinder. Wie spät ist es?
Oh mein Gott!
Ach du lieber Himmel.
- Einverstanden? - Darf ich überlegen?
Sie sterben doch vor Sehnsucht.
Bei seinem Namen blitzen Ihre Augen auf.
Meine nicht mehr.
(Nachrichtenton)
"Und?" Sie hat meine Nummer?
Natürlich hat sie die.
Sind Sie schon im Bett? Fragezeichen.
Wir werden das hinkriegen. Punkt.
"Wir werden das hinkriegen."
(sie lacht)
Wir werden glücklich. Punkt.
(Nachrichtenton)
Du trinkst Wein?
Um zwei Uhr morgens?
Ich schreibe meiner Mutter.
Oder vielleicht hab ich 'ne Affäre.
Ich leg mich wieder hin.
Würde es dich stören, wenn ich eine hätte?
"Einverstanden."
Mhm...
- Ein schönes Fahrrad. Neu? - Ja, ganz recht.
Sei nicht so. Essen wir die Woche zusammen?
- Heute? - Morgen. Heute esse ich mit Sandrine.
- Merkt sie nichts, wenn du kommst? - Diesmal stimmt es doch.
Wir machen ein Selfie.
Ich kümmere mich um alles, bring nichts mit.
- (Sandrine) Willst du 'n Kaffee? - Nein.
Er sagt, dass er was nicht will, ist aber scharf drauf.
15 Jahre Erfahrung.
Alles gut. Wir arrangieren uns.
Ich bin zu ihr gegangen. Ich will keine Heulsuse sein.
Du bist besessen von ihr, und sie von dir.
Ich kann euch das nicht übelnehmen, und es ist mir egal.
Also haben wir beschlossen,
uns deiner abwechselnd anzunehmen.
Im wöchentlichen Turnus.
- Ist besser so, oder? - Deine Frau ist wunderbar.
Ich verstehe, dass es unmöglich ist, eine Frau wie Sie zu verlassen.
Er wird es schlucken.
Er wird's schlucken. Sein Stolz ist gekränkt.
Aber er wird...
Einen Moment.
Bist du verrückt geworden?
Wie kannst du so eine Frau lieben und einfach verlassen?
Bevor du das wieder machst, entscheide ich.
Sag lieber nichts.
Es ist nur recht, wenn du jede zweite Woche verschwindest.
Die Hemden sind schon drin, und jetzt noch die T-Shirts.
- Lasst ihr euch scheiden? - Da, da, da ist der Kulturbeutel.
Bei einer Scheidung betrifft's die Kinder, hier Papa.
Wir sehen ihn nur jede zweite Woche.
- Das ist wie geschieden. - Wenn du so willst.
Die Socken. Wo sind die Socken?
- Wie heißt du überhaupt? - Virginie. Du bist Jeanne?
Jean wollte das unbedingt: Jean, Jeanne...
- Du bist Papas Affäre? - So was sagt man nicht, Spätzchen.
Ich muss allein mit Virginie sprechen.
Verabschiede dich von Papa. Mich siehst du die ganze Woche.
Na komm, Jeanne. Na los.
Sie ist furchtbar. Ein nerviges Alter.
Also...
Ich wollte dir eine etwas indiskrete Frage stellen.
Sag mal, verhütet ihr?
Ah.
- Bei dir ist alles in Ordnung? - Klar. Ja.
Das sagt sich leicht,
aber ich möchte keine Angst haben, wenn er die Kinder küsst.
Bei einer offenen Wunde...
- Auch wenn er mich mal küsst. - Ich kann dich gut verstehen.
(atmet auf) Dann bin ich ja beruhigt.
So, jetzt hat er alles dabei.
Im Notfall kauft ihr was.
(angestrengt) Dann kauft ihr's.
Wir gehen jetzt.
Ich will mich von meiner Freundin verabschieden. Habt viel Spaß.
Papa, steckst du deinen Pimmel bei der Frau rein?
Antoine, so spricht man nicht von Papas Pimmel.
Eine schöne Woche, mein Schatz.
- Stört es dich, wenn ich ihn so nenne? - Nein, nein.
Nur ein Reflex, kein Neuanfang.
- Du Rabenmutter. - Sag so was nicht.
- Deine Frau ist verrückt, oder? - Ja...
Setz dich. Du bist nicht das erste Mal hier.
Chin-chin.
Eine Woche nur zu zweit.
Ganz ohne Lug und Trug.
- Ach, du hast mir so gefehlt. - Du hast mir auch gefehlt.
- Morgen mach ich dir Platz im Schrank. - Ach, cool.
- Deine Bücher liegen auf dem Nachttisch. - Vielen Dank.
(sie lacht)
- Was ist? - Dein Pyjama.
- Daran muss ich mich gewöhnen. - Ich mich auch an einiges.
(er seufzt)
Nein. Nein, nein. Ich bin durcheinander.
War viel für mich. Verstehst du?
Was irritiert dich?
- Dass es erlaubt ist? - Nein.
- Habe ich mich verändert? - Ach, bitte...
Das glaubst du nicht. Ich wohne bei Virginie.
- Du hast Sandrine verlassen? - Nein. Wir machen halbe-halbe.
Halbe-halbe?
- Ist das ein Witz? - Nein, ich mein's ernst. Ach, Juliette.
Vielleicht bin ich die Mühe wert.
Hey, für unser echtes Essen heute habe ich uns Zanderfilets geholt.
Das war mir entfallen. Das ist unmöglich.
Das käme nicht gut an, wenn ich einen Termin habe.
So nennst du ein Essen mit deinem besten Freund?
Hätte ich deinen Vater mit den Mätressen geteilt...
Es ist mein Leben. Ich bin erwachsen.
Dein Vater wird staunen.
Du willst eine Neue werden, und auf mich färbt's ab.
- Guten Tag. - Guten Tag.
Hallo, mein Schätzchen. Freust du dich, Oma zu sehen?
- Ja, aber du bist hässlich. - Ach, nein.
- Komm. - Langsam, Kinder.
Früher war's viel schöner. Als Papa immer zu Hause war.
Manchmal müssen sich Eltern trennen,
aber freuen sich, wenn sie sich wiedersehen.
So wie bei uns. Du freust dich auch, mich zu sehen.
- Kann Camille übernachten? - Hallo.
- Hallo, Madame. - Hallo, Jeanne.
- Kann sie übernachten? - Nie unter der Woche.
Ihre Mutter würde ihren Vater eher erstechen,
als ihn zur Geliebten zu lassen.
Jede kann machen, was sie will.
- Komm, wir gehen. - Mhm.
Du könntest wenigstens Oma begrüßen.
- Sie ist furchtbar. - Sie hat mich bestimmt nicht erkannt.
Das war schön, mal ein Tag nur wir zwei. Hat gutgetan.
Dein Vater hatte einen Haufen Affären.
Das hat mich nie beunruhigt.
Ich weiß, dass ich die Einzige bin, die er je geliebt hat.
Aber bei dir ist es was anderes.
- Wie ist sie denn? - Blond.
So eine Bohnenstange ohne Busen. Das Gegenteil von mir.
Aber sie hat was an sich.
Wenn sie lächelt, zieht sich ihre Oberlippe etwas hoch.
So unschuldig. Das hat ihm wohl gefallen.
Mir gefällt deine Frisur. Hübsch.
(flotte Musik)
Oh. Bin ich blöd. Ich Idiot.
(heitere Musik)
Ich bin da.
Du bist da.
Du schläfst schon nicht mit deiner Frau.
Nein. Virginie.
Ich bekomme ihn nicht mehr hoch.
Das ist normal. Jetzt, wo du nicht mehr lügst.
Ja, so ist das.
(temporeiche klassische Musik)
(Musik stoppt, Handy vibriert)
(Musik setzt wieder ein)
Ich wollte mal wissen, ob die Kinder...
- Jean. - Äh, ja?
- Was machst du? - Was? Gar nichts.
- Ich hör dich auf der Toilette reden. - Ach wo.
Doch. Ich hab gesagt, ratzfatz und schon ist Sonntag.
(Klospülung rauscht)
(Rascheln)
Könntest du leiser umblättern?
Das Papier kratzt auf der Decke, das tut mir in den Zähnen weh.
Virginie, ich finde mein weißes Hemd nicht.
Ich lass es hier. Dann hab ich's nächste Woche da.
Wenn du überhaupt noch willst.
Aber natürlich will ich.
Dann bis nächsten Montag.
Ja...
Na du? Es ist so weit. Zurück ins traute Heim, hm?
Soll ich ihr Blumen kaufen?
Das ist was bei schlechtem Gewissen oder Verliebtheit.
- Das trifft bei dir nicht zu. - Ich habe meine Frau vermisst.
- Und die Kinder... - Ach, Familie.
Wenn wir in deinen Fängen sind.
Hallo. Wie geht's, Schatz? Ich bin's.
Wie war dein...
Bin ich blöd. Ich Idiot.
Ich Idiot.
Hallo, ich bin's. Wie geht's?
Hallo, ich bin's. Wie war deine Woche?
(beschwingter Jazz)
- Was... Was machst du da? - Ich warte auf dich.
Mein kleiner Knopf.
Mein kleiner Knopf. Ah.
Mama. Papa ist wieder da.
Ach, hallo.
Hab vergessen, dass du heute kommst.
- Ich kann wieder gehen. - Blödsinn.
Ähm... Trotzdem, hallo.
Hm. Hier.
Ach, cool.
- Riecht das gut hier. Was gibt's denn? - Nur Spinat.
- Ah, der Spinat von Mama. - Ja.
Irgendwas ist anders. Neue Frisur?
Ja. Ich hab sie schneiden lassen, an den Spitzen.
Steht dir aber gut.
- Schön ist deine Mama, nicht? - Ja.
Und wie schön.
Isst du mit uns?
Äh, klar.
Dann räume ich mal mein Zeug ein.
- Papa? - Ja, mein Schatz?
Hast du deinen Pimmel bei der Frau reingesteckt?
Nein, nein. Wie kommst du denn auf so was?
Iss, es wird kalt.
Jeanne, wie war's in der Schule letzte Woche?
- Darf ich aufstehen? - Räum den Teller weg.
Sie war die ganze Woche unverschämt. Wirklich furchtbar.
Jeanne, warum warst du so unverschämt?
Da werde ich verdammt böse.
Sie gewöhnt sich schon dran.
Es ist eine Frage von zwei, drei Monaten höchstens.
- Dann findet sie's ganz normal. - Ja.
Ich dachte, das ist vernünftiger. Du sollst dich ja wohlfühlen.
Ich wollte dir was sagen. Ich hätte das nie von dir erwartet.
Wenn's dir gut geht, geht's mir auch gut.
- Stört's dich, wenn ich noch lese? - Nein. Warum sollte mich das stören?
(Nachrichtenton)
(Nachrichtenton)
(Nachrichtenton)
(Nachrichtentöne)
(spielerische Musik)
(Nachrichtentöne)
- Thérèse. - André?
Vielleicht hast du einen Geliebten,
aber wenn es der Fall ist, wärst du bitte etwas diskreter?
Ich sollte Sandrine zwischen 10 und 11 Uhr leere Nachrichten schicken.
Ich weiß nicht warum, aber sie ist meine Tochter, also mach ich's.
Hast du etwa ein neues Handy?
"Du hast mir in deinem hübschen Pyjama gefallen."
Soll ich "Freu mich auf Montag" schreiben?
Dann "schöne Woche", aber mit einem Fragezeichen: "schöne Woche?"
Stell dir vor, ich hab ihn nicht mal geküsst. Nicht mal das.
- Hilfst du mir vielleicht mal? - Eine leere Nachricht?
- Eine Art Ziel verfehlt. - Virginie.
- Drei Punkte? - Er ist bei seiner Frau.
- Ja. - Daran gibt's... Du findest...
- Du weißt, was ich meine. - Er schläft nicht mit ihr.
Das sagen sie doch alle.
- Oder "gut geschlafen?" - (er stöhnt)
Nicht als Andeutung.
- "Gut geschlafen?" - Oje, oje, oje.
Was würdest du denn schreiben?
Ich würde schreiben: "Hilf mir endlich." Und zwar als Andeutung.
(Tür fällt ins Schloss)
- Was machst du? - Ich bereite ein Essen für Mama vor.
- Du bist komisch. - Wieso denn?
Dann freut sie sich, wenn sie kommt.
So, jetzt wird aber geschlafen. Na los.
- Papa? - Ja, mein Schatz?
Hast du mich und Jeanne gleich lieb?
Aber natürlich. Hier. Also, schlaf gut.
So.
Gute Nacht.
(Mann) Madame. Madame.
- Was? - Wir schließen.
- Wie spät ist es? - Zwei Uhr morgens.
Perfekt. Das ist super. Ideal.
Danke.
(Tür fällt ins Schloss)
Wo warst du?
- (sie lacht betrunken) - Wo warst du?
Oh. Was für ein Bluthund.
Ich hab mir Sorgen gemacht. Verstehst du?
Aber was... Ach, nein.
- Was läuft hier? - Weißt du was?
Nichts läuft hier, überhaupt nichts.
(sie seufzt wohlig)
(sie seufzt und stöhnt)
Ups.
Ich hätte beinahe gedacht, du wärst richtig sauer.
- (Jeanne) Nicht im Traum. - Ich will nicht zu der Frau.
- Die ist gemein. - Sag das nicht von Papas Freundin.
- Es ist etwas unangenehm. - Was denn?
Da bleibt mir Zeit für mich.
Es ist wichtig, dass ihr die Geliebte eures Vaters kennenlernt.
- Sag auch mal was. - Doch, ja, ja, das ist wichtig.
(Schlüssel dreht sich im Schloss)
Warum hast du nicht geklingelt?
Äh... Ich habe doch einen Schlüssel.
- (Jean) Ich find das nicht lustig. - Frag mich vorher.
- Sie sagte es im letzten Moment. - Eine Woche.
- Dann fahr ich wieder. - Nein. Mitgehangen, mitgefangen.
- Wir kriegen das hin. - Virginie.
Kannst du dich vielleicht umziehen? Bitte.
Wir haben doch Nudeln, oder?
Ah, perfekt.
Aber nicht doch.
Hey, bedankt euch bei Virginie.
- (Antoine verneint) - Schon gut.
Stimmt was nicht?
Weißt du, sie ist Vegetarierin.
- Es sind nur Spaghetti. - Ja, aber die Bolognese.
Haben wir nicht 'ne Dose Thunfisch?
Du isst doch Fisch, mein Schatz.
Mama sagt, man darf nicht aus Konserven essen.
Davon wird man nur krank.
Na ja, Sandrine ist...
Ich wusste nicht, dass das eine Bettcouch ist.
Da liegt ihr gut. Das ist super, hm?
Bitte schön.
Wenn dein Bruder schlecht träumt, tröste ihn.
- Jeanne. Jeanne! - Was?
Könntest du dich ein bisschen einbringen? Ich bin müde.
Jetzt steckst du deinen Pimmel bei der Frau rein?
Sag das nicht andauernd, das nervt.
Gut. Na dann.
Ich mache die Tür ganz zu.
Es ist nur eine Woche.
Ach, kein Problem.
Sag mal...
Was hatte es denn mit dem Outfit vorhin auf sich?
- Nein, die Kinder sind nebenan. - Wir können ja leise sein.
- Oh ja, Jean! Oh, mach weiter. Genau so. - Hör auf. Sei leise.
Okay.
Du darfst nicht wie eine Schlampe aussehen.
Männer mögen's nicht so vulgär. Außer dein Vater.
Diese Tricks braucht's bei ihm nicht.
Ihm reichen Hocker und Rock. Und der weiß nicht mehr, wie er heißt.
Hier.
Ich nehme alle.
Weiter, weiter. Warte.
Komm näher. Warte. Jetzt.
- Raus mit der Brust. - Gut so? Ja?
Den Bauch straff halten.
Ja. Super. Nicht bewegen.
- Lächle. Das ist nicht deine Beerdigung. - So?
Und halt. Nicht bewegen. Na bitte, super. Jetzt komm.
- Ja. Mit den Blättern. - Gut so, oder?
Mehr, mehr, mehr. Genau.
Sieh mich an, Brust raus. Na also. Gut.
- So? - Lass dich fallen. Ja. Sexy.
- So etwa? - Moment. Moment. Warte, ich...
- Ich mach noch eins von hier. - Okay.
Beiß in den Apfel. Gut so.
Das ist schön. Sehr ansprechend.
Ich zoome raus... Bleib so.
- Beweg den Kopf. Genau so. Ja. - So?
Du bist überglücklich, überglücklich.
Fantastisch. Fantastisch. Stopp, bleib so.
Super, ja. Krümm dich mehr. Krümm dich mehr.
Hm? Mhm.
Mama, was ist? Was ist?
Mama.
- Was... - Das tut mir leid.
Was ist mit dir?
Dein Vater hat kein Wort über meine neue Frisur verloren.
Nicht mal ein einziges. Ihm ist alles scheißegal.
Zwei Minuten verliebt, dann ein Leben lang untreu.
Wir beide haben kein Glück, oder? Entwickeln wir uns zurück?
Sag ihm nichts davon. Ja?
Und dass ein Vater oder Bruder, der die Tochter oder Schwester liebt,
tief in sich hineinhorcht
und gewissenhaft prüft, was das für Gefühl...
Äh, ja...
Dass also ein Vater oder ein Bruder die tiefen Gefühle...
zu... zu... zu...
Ich kraule und liebkose deine Eier. Punkt.
Ich verzehre mich nach deinem Zauberstab in mir. Punkt.
Mhm.
Ich liebkose deine Ritze. Deine süße Poritze.
Das rechte Maß bei den Griechen war... (Nachrichtenton)
Selbstverständlich ist es wichtig... Das Maß, die Hybris...
Ich hab die Hand in meinem Höschen, Gedankenstrich.
Und bin in Gedanken bei dir. Punkt.
Meine feuchte Muschi zittert...
zwischen meinen Schenkeln.
Punkt.
Morgen zusammen.
Morgen.
Heute Rhythmusübungen. Alle aufstehen, bitte.
(sie räuspert sich)
So.
Pa, pa, pa...
Pa, pa, pa, pa...
Pa, pa, pa, pa...
Pi, pa, pi, pa...
Ich liebkose deine Brüste.
Pa, po, pi, po. Po, po... (Nachrichtenton)
Ti, ta, ti, ta.
Ti, ta, ti, ta, ti, ta, ti, ta.
Und deinen Po.
To, to, to, to... (Nachrichtenton)
(Tür wird geöffnet)
Ich hab einen Ständer.
Te, te, te, te... (Nachrichtenton)
Ta, ta, ta, ta...
Ta, ta, ta, ta...
Hättest du Lust?
Worauf?
Heute Abend nicht zum Schlafen zu mir zu kommen?
Spaghetti mit Gemüse.
- Genau, bedankt euch bei Virginie. - (Kinder) Danke, Virginie.
Na also, wird doch.
- Meine Mutter sagte immer... - Ach du Scheiße.
- Was? - Ich hab's vergessen.
- Was? - Das ist mir völlig entfallen.
- Was denn? - Michel. Wir waren zum Essen verabredet.
- Ist das ein Witz? - Nein, das ist kein Witz.
Verdammt. Michel. Wie konnte ich nur...
Aber Jean. Jean. Nicht heute.
Was hat deine Mutter immer gesagt? Hm?
- Mann, Mann, Mann... - Na, dann geh.
Meinst du?
Gut.
Ich verspreche dir... Ich beeil mich.
Und seid lieb zu Virginie, ja? Ja?
- Jean? - Ja?
Auf Wiedersehen.
(Antoine stöhnt) (Tür fällt ins Schloss)
(verführerische Musik im Hintergrund)
Ja, das ist gut. Ja.
Ja!
(sie stöhnen) (rhythmisches Quietschen)
(Sandrine) Perfekt. Perfekt.
(neckische Musik)
(Jean) Weiter, weiter, weiter.
Wie lang ist es her?
Drei Wochen.
- Dass wir keinen Sex mehr hatten? - Ah, nein.
- Drei Jahre. - (sie seufzt)
Wollen wir noch mal?
Da wäre ich nicht abgeneigt.
- Du bist wach? - Oh, schon so spät.
Du weißt doch, wie das ist. Man redet...
Und redet und redet immer weiter.
- Eigentlich mag ich sie. - Wie? Was?
Deine Kinder. Ist nicht einfach für sie und auch für mich nicht.
- Ich finde dich wunderbar. - Echt?
Nein, danke, Schatz. Ich bin fertig.
"Nein, danke"? Warum sagst du "nein, danke"?
Sei bitte nicht höflich. Und nenn mich nicht "Schatz".
"Nein, danke".
Es ist auch schön, einfach zu schlafen.
Und stell dir mal vor, die Kinder kommen hier rein...
(er schnarcht)
Mama!
- Mein Schatz. - Mama.
- Mein Schatz. - Aber...
- Mein Schatz, mein Schatz. - Schon gut. Schon gut.
- Mmh... - Puh.
Schon gut. Ich freu mich.
Ich will nie, nie mehr zu der Frau nach Hause.
Du Armer, bist du da so unglücklich gewesen?
Drück mich mal ganz fest, Schatz.
Weißt du...
Papa kommt bald wieder für immer nach Hause, für immer und immer.
Ja, wirklich?
Aber natürlich. Wirklich.
Das ist aber ein Geheimnis.
Du darfst es niemandem verraten, sonst geht's nicht in Erfüllung. Ja?
Niemandem, niemandem, niemandem, niemandem, ja?
(Nachrichtenton)
"Überraschungs-Pyjama-Party. Sag Jean nichts."
Pyjama-Party.
- Wie spießig kann man sein? - Da könnte ich echte Menschen treffen.
- Hätte ich nicht erwartet. - Ich find's toll.
Ich war mit zwölf bei so was, und da waren am Ende alle nackt.
Ach, komm, Virginie. Ich habe Lust zu tanzen.
Hallo.
(lässige Salsamusik läuft im Hintergrund)
Guten Abend.
- N'Abend. - Hallo.
- Hi. - N'Abend.
- Guten Abend. - Hallo.
- Freut mich. - Hallo.
- Guten Abend. - Guten Abend.
Guten Abend.
Ohne die andere Frau würde an unserem Hochzeitstag was fehlen.
Huhu! Hallo.
Oh.
Hast du die Nachricht nicht gekriegt?
Ich habe das Motto geändert. Ich fand das ein bisschen albern.
- Nein. - Ach, das tut mir leid.
Ah. Nein, sie wurde nicht abgeschickt.
Ach, macht nichts. Hallöchen, Jean.
- Alles Gute. - Habt euch nicht so.
Süß, die beiden. Tut nicht so, als ob ihr euch nicht kennt.
- Michel. Ich arbeite mit Jean. - Félix. Virginies bester Freund.
Ich war das Alibi. Alibi, Ausreden, Pseudo-Essen.
Früher, jetzt ist alles ja anders. Er ist so ein Hund.
- Wie macht er das nur? - Komm. Komm mal.
- Jean. Jean. - Was gibt's?
Kommt her.
Ruhe, bitte. Ruhe, bitte.
Ruhe, bitte. Oh, oh. (Rückkopplung)
Erst mal vielen Dank.
Vielen Dank an euch alle, dass ihr so zahlreich gekommen seid,
um wie jedes Jahr unseren Hochzeitstag ordentlich mit uns zu feiern.
(Jubel)
Nach diesen 15 Jahren gemeinsamen Lebens,
mit seinen Höhen und Tiefen,
wollen Jean und ich heute feierlich jemanden in unser Leben holen.
Und zwar Jeans Geliebte.
Die so liebenswürdig war, auf einen Sprung vorbeizukommen.
Virginie, richtest du kurz das Wort an unsere Freunde?
Guten Abend.
Oh. Oh...
Na, Jean, willst du auch was sagen?
Nein, Jean sagt nichts. Jean sagt nichts.
Jean, sag auch mal was.
(Gäste rufen durcheinander)
Ich finde, dass ich eine fantastische Frau habe.
(zustimmende Rufe)
Weil nämlich die Monogamie einfach nicht realistisch ist.
Das sage ich auch immer.
(rhythmische Tanzmusik) (Gäste lachen)
Das ist mein Pyjama.
Auf eure 15 Jahre.
- Und? Darf ich jetzt? - Ja.
- Du warst umwerfend, mein Schatz. - Mach, ich bin so weit.
Bin schon dabei.
(Lied: "It's Not Unusual" von Tom Jones)
Oh ja.
Bei all ihren Hochzeitstagen bringen sie diesen Tanz.
(stampfender Elektrobeat)
Da bist du. Ich habe dich schon überall gesucht.
- Amüsierst du dich? - Total.
Wir treiben's wieder. Wie wild. Wieder so wie am Anfang.
Schön, dass ich behilflich sein konnte.
Soll ich zusehen, wie du meinen Mann vögelst, während ich die Kinder hüte?
- So war's ausgemacht, oder? - Ja, natürlich.
Solange er nicht mit Mama schlief, war's okay.
Vor 'ner Woche, als die Kinder bei dir waren, hat er sich bei mir Sex geholt.
So rum ist es nicht so lustig, hm?
Du bist echt 'ne Schlampe.
- Kommt auf den Standpunkt an. - Von jedem Standpunkt.
Du bist wirklich eine Schlampe.
Wer wurde denn betrogen? Ich natürlich.
Ich bin seine Frau. Ich habe das Exklusivrecht auf ihn.
Also, du Schnepfe: Dich braucht hier niemand. Geh nach Hause.
Schaffst du's, oder soll ich dich begleiten?
Spiel was Langsames. Mach was Langsames, hörst du?
- Langsam. - Schon gut.
Ich suche Virginie. Wissen Sie, wo sie ist?
Sie fühlt sich schlecht und sollte gehen. Und Sie auch.
- Das ist nicht nett. - Ich bin eben keine nette Frau.
Oh, ich kann nicht mehr.
(romantischer Popsong)
Komm, ich will tanzen.
Dann opfere ich mich.
(sie seufzt leise)
(Musik dringt leise herein)
Ein Stück Kuchen?
Warum nicht?
Ach, diese Tanzerei. Die Tanzerei ist 'ne ganz andere Welt.
- Schöne Schenkel, hm? - Wie bitte?
Ich hab den Eindruck, Sie starren auf meine Schenkel.
Wie kommen Sie darauf? Ich stehe nicht auf Männer.
Pardon. Man kann sich ja mal irren.
Ich unterrichte Kunstgeschichte.
So was.
Hoffentlich gehen unsere Gäste bald.
Ich glaube, wir haben noch einiges vor.
(tanzbare Popmusik)
(bewundernde Ausrufe)
Pyjamaparty? Ich schlaf darin.
Leihst du ihn mir? Ich bin nicht eifersüchtig.
(Vater) Ihr müsst euch küssen.
(alle) Ihr müsst euch küssen.
(Jubel)
Ich bin stolz auf dich. Sie ist Buchhändlerin, nicht?
- Da kriegt man Lust zu lesen. - Halt die Schnauze, Papa.
- Was hab ich gesagt? - Was Dummes, wie immer.
Aber...
Ich glaube, ich habe für heute Abend genug gelacht.
Mach, was du willst, ich muss das nicht unterstützen.
- Idiot, dann hau eben ab. - Redest du mit mir?
Ich hab beim Duschen nachgedacht. Was hältst du davon umzuziehen?
Zwei Wohnungen im selben Haus nehmen? Das wäre cool.
Aber das eilt ja nicht.
Bis zum Ende des Jahres, zum Schuljahresanfang.
Montmartre, Panthéon, das ist eine Riesenstrecke.
Ich fahre dann, Schatz. Oh, deine Brüste, deine Brüste.
(fröhliche Musik)
Um ehrlich zu sein, am Anfang habe ich nur halb daran geglaubt.
- Morgen, Jean. - Es entwickelt sich.
- Auf erfreuliche Weise. - Morgen!
Wie viele Paare sich wegen Seitensprüngen zerfleischen.
Ja, guten Morgen.
Ich glaube, langsam find ich daran Gefallen.
Was bist du so still? Sag was.
Jean ist zufrieden, und alles läuft gut.
- Wird Zeit, dass du dir eine suchst. - Au. Das tut weh, du Idiot.
Aus dem Weg.
Hallo?
Schläfst du?
Oh, sie schläft. Ich bin's.
(er stöhnt)
Tut mir leid.
Vielen Dank für die Blumen.
- Es blutet kaum noch. - Vorsicht.
Ach, tut mir leid. Tut mir leid.
Aua. Vorsicht.
Ach Mist. Nein. Das klebt falsch.
(er schreit auf) Vorsichtig.
Du musst stillhalten.
So, jetzt.
Tut mir leid. Tut mir leid.
- So besser? - (er stöhnt wohlig)
Aha. Anscheinend bewegt sich was.
Oh, ja. Ah, Jean.
- Ah, Jean. Jean! - Virginie.
Ich war noch nie so glücklich.
So geht's mir auch. So wie du mich immer befriedigst.
Bis heute Abend.
(Nachrichtenton)
(Virginie) Jean. (Stöhnen)
(Sandrine) Meine Woche.
Ja, ja, ja. Ja. Oh, ja.
- Ah, Jean. Ja, ja, ja. - Virginie.
Virginie!
Er hatte sie verlassen, und du servierst sie ihm auf dem Silbertablett.
- Jetzt gibt er sie nicht mehr auf. - Mach das aus.
Nur noch einmal, Schatz.
(Jean im Video) Virginie!
Wer falsch spielt, frisst seinen Bogen.
- Verstanden? - (alle) Ja, Madame.
- Verstanden? - Ja, Madame!
Eins, zwei, drei...
(schwermütige klassische Musik)
Ich bin's.
Au, au. Vorsicht, Vorsicht.
(Alarm schrillt)
(schwermütiges Lied setzt ein)
- Oh, nein - Oh, doch.
Oh nein, hör auf. Nein, nein, hör auf.
(stöhnend) Oh nein... Oh.
(Alarm schrillt)
Oh nein.
Doch. Lass mich machen.
Ich liebe dich so sehr. (er stöhnt)
Hör auf.
Oh nein, hör auf.
Du musst zusperren.
(Lied läuft weiter)
Ich bin's.
(stöhnend) Oh nein, nein, nein. Oh nein.
Oh doch, doch, doch, doch.
(Alarm schrillt) (stöhnend) Oh nein.
(er schnarcht)
Jean. Jean.
- Ja? - Gib ihr 'n Kuss von mir.
- Hm? - Sandrine. Gib ihr 'n Kuss von mir.
Ach so, ja, ja.
Oh nein. Nein.
Oh doch.
- (sie schnurrt) - Erbarmen, Schatz. Ich bin fertig.
(er schnauft)
- Sind die von deiner Mutter? - Ja.
- Wo sind die Kinder? - Bei meinen Eltern.
Ach, verdammt. Ich hatte mich so auf sie gefreut.
Was habt ihr bloß alle? Geht's nicht mal eine Woche ohne Sex?
- Früher durfte man schlafen. - Jetzt pass mal gut auf.
Zieh die Hose aus und besorg's mir, bis ich vergesse, wer ich bin!
Mann, sieh mich an. Sieh mich an. Wen poppst du?
Wen poppst du? Hä? Hä?
- Ich popp dich. - Was heißt mich? Wer bin ich?
Wer bin ich? Komm schon. Wie heiß ich?
Wie heiß ich? Sag meinen Vornamen.
- Meinen Vornamen, los. - Sandrine.
(schwermütige Musik)
18 Uhr. Heute Abend, okay?
- 18 Uhr? - Heute Abend.
- Welcher Tag ist heute? - Freitag.
Verdammt. Wie viel Uhr?
Wie viel Uhr? 17:30 Uhr. Warum?
(er seufzt)
Kannst du mich in den Arm nehmen?
(Tür wird geöffnet)
Ich komme, Schatz. Ich komm schon, Schatz.
- Also, Je... Jean. - Oh, Papa.
Ich hab keinen Bock mehr auf diese Familie.
Äh... Ich bringe die Kinder, so wie ausgemacht.
So wollte es Sandrine.
- Ich kann sie auch länger nehmen. - Oh nein.
Ich habe sie so vermisst.
(Durchsage) Bitte Kasse fünf aufmachen.
- Kriegen wir einen Hund? - Au.
- Darf ich probieren? - Nein!
Das habe ich für dich gekocht. Da ist Alkohol drin, nichts für ihn.
Du... Vegetarierin.
- Sei mal freundlicher zu ihr. - Hm.
Alles gut?
Ja, geht schon.
Ich habe ein bisschen Bauchweh.
- Du willst eben nicht von mir weg. - Ah.
Eine schwere Magen-Darm-Grippe oder Lebensmittelvergiftung.
Dauert etwa fünf Tage.
Schatz. Ich brauche einen Eimer.
- Was hat er denn gegessen? - Er war bei seiner Frau. Ich weiß nicht.
(Würgen, Platschen) Zu spät.
- Wiedersehen. - Danke, Doktor.
(Jean stöhnt)
Sie benutzt ihn. Es könnte schlimm werden.
Bakterien könnten sein Blut infizieren, aufs Herz gehen oder aufs Gehirn.
- Übertreib nicht. - Zu wem hältst du?
- So ein elendes Biest. - Wo bleibt Jean?
- Was denkt er? - Nichts, er hat 40 Fieber.
- Darf ich ehrlich sein? - Nein.
Das funktioniert nicht. Ich wusste es.
- Weil du so genau weißt, was... - Virginie.
(sie stöhnt) Oh, meine Virginie.
(Tür wird geöffnet)
Oh, danke, mein Schatz. Das ist nett.
- Macht's dir was aus? - Was?
- Drei Wochen hintereinander mit mir. - Ja, ja. Nein, nein, nein.
Macht's dir nichts aus oder freut es dich?
(Virginie) Hm? (er stöhnt)
Sag lieber deiner Frau Bescheid.
Ich habe Hunger.
Bringst du mir ein Tellerchen?
Mit Taramas. Und was zu trinken.
- Hallo, Sandrine. - Klappe, Schwuchtel. Jean spinnt.
(Poltern)
Das ist meine Woche.
(Gemurmel, vereinzelte Lacher)
Ich muss Virginie helfen.
Warum soll ich mir den Arsch aufreißen?
Ich muss meinen Tag nicht so einteilen, dass du deine...
Wir haben sonst den Sommerurlaub im Dezember.
- Ich halte eine Vorlesung. - Ich habe alles vorbereitet.
Ich habe eingekauft. Alles, was du magst.
- Jetzt ist aber gut. - Pass lieber auf.
Pass gut auf dich auf, Jean.
Heute ist Dienstag.
Du hast einen Zusatztag genommen.
Heute Abend erwarte ich dich um 18 Uhr.
Schwing deinen Arsch flott nach Hause.
(Raunen und Pfeifen)
- Willst du nicht was knabbern? - Auf keinen Fall.
Ihre Woche... Mein Gott, ist die pingelig.
Und das nur wegen ein paar Tagen.
(sie stöhnt schmerzerfüllt)
(Handy summt)
- Ja? - (Jeanne) Kann ich Papa sprechen?
- Mama ist nicht heimgekommen. - Er kann nicht. Er ruft zurück.
- Nein, nein. - Ich hab's versaut, Gérard.
- Ich habe meine Ehe kaputt gemacht. - Hast du nicht.
- Das wird nicht mehr. - Das geht wieder vorbei.
Wie war dein Name noch gleich?
- Wie heißt du? - Gérard. Hab ich schon gesagt.
- Gérard, Gérard, Gérard. - Genau.
- Pu, pu, pu... Das ist meins. - Oh, là, là.
Ich hab's versaut, Gérard. Alles total versaut.
- Ich hab meine Ehe kaputt gemacht. - Nein.
- Ich habe alles kaputt gemacht. - Das geht vorbei.
Hört mal. Ich erhebe mein Glas auf die Ehe ohne Fehler.
(Jubel) Ja, ja. Auf die Ehe ohne Fehler.
(gefühlvolle Klaviermusik)
Oh. Ist das schön.
So glatt. (sie lacht)
Ah.
Hey.
Hepp, hub, bub, bub.
(sie pfeift)
(schreit) Jean!
Jean!
Jean...
Jean...
Ich hab's gleich. (sie stöhnt)
(sie pfeift)
(flotte Jazzmusik)
Ich hab nicht nackt gebadet, ich bin reingefallen.
Ja, ja, bleiben Sie ruhig.
(Handyvibriert)
- Du, ich höre da was vibrieren. - Hm?
- Nein. - Doch.
- Ich höre eindeutig was vibrieren. - Ich höre nichts.
(Handyvibriert)
- Ja? - (Mann) Guten Abend.
- Polizeirevier, 6. Bezirk. - Ja?
- Wo willst du hin? - Sandrine wurde betrunken aufgegabelt.
- Ich dachte, es wären die Kinder. - Dann hat sie eben getrunken.
Sie tanzte auf der Place St. Sulpice.
- Ich fahre lieber allein. - Nein.
Du kannst sie nicht mit dem Roller fahren.
Ich glaube, ich träume.
Wo sind deine Schlaftabletten?
- Nicht wenn sie getrunken hat. - Ich kann nicht mehr.
- Oh, Jean. Liebst du mich? - Aber klar liebe ich dich.
- Warum sagst du "aber"? - Na, weil ich müde bin.
Lass die Kinder nicht allein, wenn du weggehst. Verdammt!
Ich bin nicht weggegangen. Ich war gar nicht zu Hause.
Halt mich fest. Ach, mein Jean.
Ach, mein Jean. Ach, mein Jean.
Mein Schatz. Er ist mein Herzensschatz.
Er ist mein Augenstern. Er ist mein Schatz. Er ist mein Schatz.
- Ich kann nicht mehr. - Mein Schatz.
Er ist mein Schatz. Er ist mein Schatz. Mein Liebster.
Das Blut, das in meinen Adern fließt.
Er ist der Vater meiner Kind...
- Warum hast du mich nicht angerufen? - Hab ich doch.
Sie meinte, du hast zu tun.
(Sandrine) Ach, mein Jean...
Vir...
Ach, mein Jean...
Du bleibst nicht?
Ach, mein Jean.
Nein, weil ich ja bei Virginie übernachte.
Aber ich komme morgen. Ich komme früh, mit Croissants.
- Aber... - Und ich fahr euch zur Schule.
(jammernd) Ach, mein Jean...
Wenn meine Kinder anrufen, gibst du sie mir.
Warum sagst du nicht, dass du wieder mit ihr Sex hast?
- Ist lügen normal für dich geworden? - Sie ist meine Frau.
Was bin ich?
Die Schlampe hat alles eingefädelt.
Sie manipuliert dich, uns. Von Anfang an.
Du schläfst hier.
Das ist meine Woche!
- Wenn du jeder Laune nachgibst... - Es ist ihre Woche. Scheiße!
(Sandrine singt) Eure blöden Spielchen nerven.
- Würdest du das wiederholen? - Blöde Spielchen.
Die Spielchen mit deiner Frau verdankst du mir.
Im Bett läuft's wunderbar. Besser als je zuvor.
Oh, oh, oh, oh, oh, oh.
Hab dich nicht so mit dem Fuß, dir fehlt nichts.
- (sie schimpfen) - Jetzt reicht's aber.
Hört auf. Ab sofort Sex-Streik. Das war's.
- Hohoho. Beängstigend. - Genau.
- Hab ich Angst. - Zu recht. Genau, das war's.
- Der Streikposten ist ein Vollpfosten. - Es reicht.
- Du stehst doch am besten da. - Was?
- Ja. - Was habe denn ich davon?
Glaubst du, mir gefällt's ohne feste Bleibe?
Dass ich montags meine Sachen packe?
- Das ganze Haus lacht. - Geteiltes Sorgerecht eben.
- Deswegen will ich keine Scheidung. - Deswegen?
- Ja, deswegen. - Das wusste ich bereits.
- Ich will's den Kindern ersparen. - Du hast dich nicht gewehrt.
- Hatte ich eine Wahl? - Stimmt.
- Hast du mir die Wahl gegeben? Oder du? - Ich habe nur an eins gedacht.
- Ich wollte dich nicht verlieren. - Du bist bloß 'ne Affäre.
- Jean. Komm mit rauf. - Du nervst mich.
- Komm wieder mit rauf. - Er sagt, du nervst ihn.
- Er sagte, du nervst ihn. - Damit hat er dich gemeint.
- Komm rauf. - Du nervst ihn.
Was ist los? Hast du was?
- Ist was? - Ich habe Herzstechen.
- Steig in den Wagen. Sofort. - Was ist denn?
- Steig ein. - Was hast du auf einmal?
- Ich habe so Herzstechen. - Was ist denn...
- Lass mich. - Er hat was am Herzen.
Ja, ich weiß.
Jean? Jean.
Wo willst du hin?
- Wo willst du hin? - (Virginie) Jean?
- Jean. - Jean?
- Jean! Jean.
(beide) Jean!
Du hast mir wehgetan.
Ja, du hast mir wehgetan.
Meinetwegen, gut.
Du darfst heute bei mir schlafen.
So passt es, hm? So passt es.
(Haustürklingel)
Weißt du, wer das ist?
Gleich wieder da.
(Haustürklingel)
- Hallo? - Ich bin's.
- Bitte wer? - Jean.
Jean. Ja, gib... Gib mir zwei Minuten.
(flotte Musik)
- (Türklingel) - Ja. Ich komm gleich.
Nein, Scheiße. (Türklingel)
Komme schon.
(er atmet schwer)
Kannst du mich 'ne Weile aufnehmen? Ich muss nachdenken.
Gut, komm rein.
Hab mich schon gefragt, wann du aufkreuzt.
Hat aber gedauert.
Armer Kerl.
- Hast du eine Lieblingsseite? - Nein, habe ich nicht.
Aber mir ist rechts lieber.
Michel. Versau's nicht, okay?
Wehe, du versaust es.
Wäre ich noch verheiratet, dürftest du nicht reinplatzen.
Weißt du, wieso? Weil es Geraldine gestört hätte.
Ach, diese Weiber.
Ich habe keinen Puls.
Ich fühle keinen Puls.
- Aber klar hast du einen Puls. - Ja?
(er atmet erleichtert aus)
(TV) Guten Morgen mit Pierre Laroche.
Guten Morgen. Mein heutiger Gast ist Jean Quipanasse.
Sie sind ja Landschaftsgärtner.
Schon als Kind halfen Sie Ihrer Mutter gern im Garten.
Da lag es nur nahe, dass Sie sich auch beruflich...
- Was hast du vor? - Ich liebe dich, Jean. Ich liebe dich.
- Aber ich bin dein Kollege. - Ich mach was anderes.
- Wir arbeiten an derselben Uni. - Ich lasse mich versetzen.
Entschuldige bitte. Jean.
Entschuldige, das wollte ich nicht.
- Du bist schwul? - Nein, ich glaube nicht.
Ich fühlte mich immer zu dir hingezogen.
Als ich noch mit Geraldine schlief, dachte ich dabei an dich.
Zwei-, dreimal habe ich deinen Namen gerufen.
Das hat sie verunsichert. Also wollte sie sich scheiden lassen.
- Ich werde dann mal gehen. - Nein, bleib ruhig hier.
- Ich fange nicht wieder an. - Nein, ich fahre.
Wohin weiß ich nicht, aber ich fahre jetzt.
Mit uns wäre das ohnehin nie was geworden.
Du bist zu...
Hetero.
(Sandrine) Montags hab ich die meisten Kurse. Da wird's spät.
- (Virginie) Was würde dir passen? - Tja, der Mittwoch.
- Gern. - Für Jean würde sich nichts ändern.
Nein.
- Ah. Morgen, Schatz. - Morgen, Liebster.
Wir reden gerade von dir.
Ginge es für dich auch, wenn wir von Mittwoch zu Mittwoch machen?
Damit ich Bescheid weiß, wie machen wir weiter?
Es war deine Woche, aber er war ja bei mir.
Behalt du ihn. Ich bin fix und fertig.
- Du hast doch noch die Schiene. - Ist schon viel besser.
Tut kaum noch weh.
- (Sandrine) Jean? - (Virginie) Jean?
(beide) Jean.
- (Virginie) Er wirkt überrascht. - Überrascht? Nein.
- Hm? - Wie soll ich das machen?
Du nimmst einen Stuhl und... (Tür geht zu)
- Das war Papa. - Papa. Papa.
Sieh mal, wie schön der Weihnachtsbaum ist.
- Schön, nicht? Und groß. - Sieht super aus.
Schatz, möchtest du lieber einen Truthahn oder einen Kapaun?
- Was du willst. - (Jeanne) Keins von beiden.
Stimmt. Dann gibt's Austern oder Lachs.
(Antoine) Ich mag keine Austern. Ich will Lachs.
- (Student) Frohe Weihnachten. - Frohe Weihnachten.
- Frohe Weihnachten. - Frohe Weihnachten.
- Frohe Weihnachten dem Ständer. - Das reicht.
- Bis nächstes Jahr. - Es reicht.
Ich dachte, ich muss mich endlich zu mir bekennen.
Als Schwuler muss man sich nicht schämen, oder?
- Was? - Sei ehrlich. Sag mir, wenn ich nerve.
- Nimmst du's mir noch übel? - Nein, überhaupt nicht.
Ich bin jetzt bei einer Singlebörse. Rate mal, wer mich ausgewählt hat.
Félix.
Ich bin in seinem Einkaufswagen.
Oder im Warenkorb, wie wenn man online shoppt.
Ganz schwitzige Hände. Heute Abend kommt er zu mir.
Endlich kann ich vögeln. Ich kann vögeln.
Wir werden es miteinander treiben.
Oh Mann, oh Mann.
Ich bin so froh.
- Ah, Félix. Ist für dich. - (er lacht)
Er ist so süß. (Nachrichtenton)
Siehst du mal nach?
Der Mann unterrichtet Kunstgeschichte und war noch nie in Venedig.
- Eine Adresse. Rue d'Hauteville. - Was?
Eine Verabredung. Um 18 Uhr.
"Venezia".
Treffen zu dritt, 18 Uhr.
Ich habe was Tolles für dich gefunden.
Für Jean einen Pulli, wie immer, er nutzt sie an den Ellbogen ab.
- Hast du ihn erreicht? - Es geht nur die Mailbox ran. Komisch.
- Komisch, ja. - Es sind bestimmt zwei Wohnungen.
- Welcher Code? - Drei, acht, vier, zwei.
Ich will nicht voreilig sein, aber mir wird morgens oft schlecht.
- Hm? - Meine Brüste sind doch größer?
Ach, echt?
Hier.
Ein bisschen. Ja, vielleicht ein bisschen.
- Das wäre ja cool. - Ja.
Hallo. Kommt rein.
Setzt euch.
Setzt euch.
- Etwas Wein? - Nein, für mich nicht.
Wieso sind wir hier?
Was hast du vor?
Die Zeit war wunderbar.
Wunderbar.
Ich nehme die Kinder jede zweite Woche.
Aber was redest du denn da?
Verlässt du uns? Wirklich?
- Du kannst uns nicht verlassen. - Du lässt uns alle im Stich.
- An Weihnachten. - Ich verlasse nicht euch.
Sondern die Situation. Ich will kein halber Mann mehr sein.
- Du hast eine andere? - Ich will allein sein.
- Allein? - Allein. Allein. Allein. Allein. Allein.
- Ah, ich hab wieder einen Krampf. - (Sandrine prustet)
- (er ächzt) - Das hast du uns schon mal vorgespielt.
Nein, ich spiele nicht. Ich spiele nicht. Ich...
Hallo, Doktor? Ja. Es geht ihm nicht so gut.
(keuchend) Ich sehe verschwommen.
Ich sehe alles verschwommen. (Rumpeln)
(Grillen zirpen laut)
Ich bin's. Ich weiß nicht, wo ich bin. Ich bin über 'ne Brücke gefahren.
Ja, rechts von mir ist ein Olivenhain, gegenüber Weinberge.
Was soll ich machen? Wo muss ich hin?
Mhm.
Ja. In Ordnung.
Gut, dann bis gleich.
(Sandrine) Oh...
Ach, du bist ja schon so groß geworden.
(Kinder) Darf ich sie halten? Darf ich sie halten?
Sofort. Aber vorsichtig. Vorsichtig.
- Du musst ihren Kopf stützen. - Den Kopf stützen.
Jeanne, das ist deine Schwester. Ist sie nicht süß?
- Tada. - Wow.
Runtergesetzt. Der einzige Vorteil von Paris im Juli.
Alles gut?
(leise, traurige Musik)
(Sandrine schluchzt)
Deine Tochter.
Einen Monat alt. Ihr Name ist Juliette.
Darauf einigten wir uns, als du im Krankenhaus warst.
Das ist dein Papa. Gib Papa ein Küsschen.
(er stottert)
Jeanne... Ma...
- Ja. Jaja. - (Virginie) Ja.
Nimmst du sie kurz? Wir gehen mit Papa spazieren.
Bitte sei vorsichtig, mein Schatz.
- Geht's? - Vorsicht.
Ähm, i... au...
- Aufstehen? Du willst aufstehen, oder? - Will... aufstehen...
Vorsichtig.
- Möchtest du deinen Hut? - Nein.
- Er will ihn nicht aufsetzen. - Nein.
Will auch...
- Pool. - (Virginie) Er will in den Pool.
- (Sandrine) Ja, Pool. - Klar.
Die Ärzte sind zuversichtlich.
Nächstes Weihnachten versteht man ihn perfekt.
Ach, das klingt ja wunderbar.
(sie singen und lachen)
- Das tut doch gut. - Félix und Michel haben mir geholfen.
Das läuft gut mit Félix und Michel.
- (Jean) Ja. - So wie's aussieht.
- (undeutlich) Muss sie nicht allein... - Wie nett.
Ja, gut. Schwimmen wir? Hast du Lust?
Jean. Wir schwimmen mal 'ne Runde.
(undeutlich) Macht das, ja.
(Frauen seufzen wohlig)
Kann ich dich um einen Gefallen bitten? Nimmst du ihn die Woche vom Schulbeginn?
Danach nehme ich ihn zwei Wochen. Der Schulanfang wird hektisch.
- Wenn dir das weiterhilft. - Ganz sicher?
- Auf jeden Fall. - Prima.
Er ist dünner geworden, nicht?
Ja.
- Er ist zum Anbeißen. - Zum Verlieben süß.
- (er brabbelt) - Jean?
Alles gut?
Brauchst du irgendwas? Brauchst du Hilfe?
(er stöhnt)
Hoppla...
Hä?
Regt sich da wieder was, oder spinne ich?
Oh, cool.
(Frauen lachen)
Sieht aus, als wäre der Laden wieder geöffnet.
Ich glaube auch.
Juli im Lubéron...
Es gibt schlimmere Urlaube, oder?
- (beide) Geht's dir gut? - (stotternd) Ja, ja... Ja.
Jean. Einmal heißt Ja.
Zweimal heißt Nein. Wenn du dreimal zuckst, verwirrt das.
(er brummt)
(leichtfüßiger Jazz)
(lauter werdendes Sirren)
(stöhnend) Bin ich blöd.
Oh.
(regelmäßiges Piepen)
Ich Idiot.
No Limits Media 2018 Untertitel: S. Fahle-Christensen u. a.
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