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Yoruba
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Untertitel: WDR mediagroup digital GmbH im Auftrag der ARD Degeto
Sophie Haas
Dietmar Schäffer
Bärbel Schmied
Du bist zum Tode verurteilt. Komm mit.
Nein.
Das ist eine zu harte Strafe für einen...
Ehrlichen, unbescholtenen Landmann.
Unbescholtenen Mann. - Landmann.
Hauptrolle.
Ich tu doch, was ich kann. Ich bin...
Oh Mann. Der Text... Warum ändert der sich auch jedes Mal?
Das ist immer die gleiche Geschichte.
Ruhe!
Ich will doch...
Was? - Text. Ich will doch nur...
Ich will doch nur mein Leben leben und in Frieden leben und arbeiten.
Hauptrolle.
Und mit mir mein lieben Weib und... Handyklingeln
Entschuldigung.
Dietmar, Konzentration!
Handyverbot auf der Probe.
Konzentration.
Ich liebe dich, mein Mann. Ohne dich ist mein Leben nichts wert.
Heike, so geht das nicht.
Macht mal weiter.
Niemand von uns soll sterben.
Wir Hengascher sind stolze, freie Bürger.
Vor uns stirbst du, Napoleon.
Nein. Du stirbst.
Aber niemals stirbt die Freiheit von Hengasch.
Musik
Das reicht.
Ich habe einen Satz. Jetzt lass mir den...
Entschuldige.
Musik
Wie kann es denn hier voll sein?
Gehts?
Nee.
Eigentlich überhaupt nicht.
Ich mein, alles nur wegen diesem, diesem... - Liegefahrrad.
Ja.
So ein Scheiß. Wer kauft denn so was?
Ist meins. - Ja.
Wahrscheinlich hast du auch einen Helm.
Ja, in der Satteltasche.
Satteltasche?
Super.
Hier. Der Beweis.
Das ist wirklich deins. - Ja und?
Du hast ein...
...Liegerad. - Ja.
Seit knapp einer Woche. Ist super für den Rücken.
Schuss
Deckung.
Sophie. - Pst.
Warte doch mal. - Pst, jetzt nicht.
Musik
Schuss
Deckung.
Alle runter. Runter, los.
Waffe runter.
Wer? Wo? - Chef?
Was ist hier los?
Hier ist Probe.
Was?
Wir proben hier die Geschichte von Hengasch.
Die ist wahnsinnig.
Alle 5 Jahre, Frau Haas.
Das haben wir Ihnen doch erzählt, Frau Haas.
Vergessen?
Ja, aber ja nicht... hier.
Das sind Endproben, Frau Haas.
Das war es, was ich dir sagen wollte.
Und da spielen alle mit?
Ja klar.
Lydia.
Zauberhaft als Mundschenk.
Das sind mindestens 1.000 Euro.
Frau Haas, das hier ist Herr Kredder.
Dr. Kredder, so viel Zeit muss sein.
Entschuldigung.
Der hat das Stück selbst geschrieben.
Nicht nur das Stück. Der hat ganze Bücher über Hengasch geschrieben.
Über Hengasch zur Römerzeit, Hengasch im Mittelalter,
und was danach noch passiert ist.
Nach dem Mittelalter ist noch was passiert?
Napoleon war hier.
Wirklich? Hatte der eine Wette verloren?
Das ist nicht witzig, junge Frau.
Eine Anekdote sagt, dass sich 1810 ein mutiger Hengascher Bauer
geweigert hat, seine Steuern an Napoleon zu zahlen.
(singen) * Der Landvogt wollte nach Hengasch kommen,
um dort zu regieren.
Legt euch nicht mit uns, legt euch nicht mit uns,
legt euch niemals mit uns an. *
Das ist unsere Hymne.
Das Stück erzählt genau diese Geschichte.
Ich bin der mutige Bauer.
Der Herr Zielonka hat mich zum Tode... äh, Napoleon.
Ich bin die Bauersfrau, die eigentliche Hauptrolle.
Eines Tages kam Napoleon durch die Eifel,
aber der älteste Bauer von Hengasch stellt sich ihm in den Weg.
Das habe ich nicht verstanden.
Ist es der älteste Bauer oder der mutigste Bauer?
Der älteste Bauer stellte sich ihm in den Weg,
um das Todesurteil abzuwenden.
Aber der wurde von Napoleon erschossen.
Dann habe ich meinen Monolog. Der wichtigste Moment im Stück. - Was?
Nee. Der wichtigste Moment, das ist der Aufstand.
Napoleon war von dem Aufstand so begeistert,
dass er sich nie wieder in unsere Gegend getraut hat.
Ich hoffe, Sie wissen wenigstens, wann Napoleon gelebt hat.
Weiß ich. - Aha.
Können wir weiterproben?
Oder möchten Sie noch ein wenig schießen?
Bitte.
Also. Wir setzen ein wo?
"Du bist zum Tode", oder?
Du warst ja richtig entsetzt über mein Fahrrad.
Och, also, entsetzt, ich weiß nicht... Ja.
Warum regt dich das auf? Ich kann machen, was ich will.
Sicher kannst du machen, was du willst.
Aber wenn du so ein Liegefahrrad fährst,
das färbt irgendwie auf mich ab.
Das verstehe ich nicht.
Du kannst doch mit jemandem befreundet sein,
der ein Liegefahrrad hat, ohne dass dich jemand für komisch hält.
Das stimmt.
Wir sind Freunde.
Frau Haas.
Entschuldigung, stören wir?
Ja. (lacht)
Nein, wir reden hier gerade über Freundschaft.
Aha.
Ist die Probe beendet?
Nein, noch nicht.
Danke schön.
Das sind 2 alte Schulfreunde von mir.
Das ist Heiko Reith. - Sophie Haas.
Marc Lenders. - Freut mich.
Heiko hat eine Agentur für Event-Touristik.
Marc hat die Messingfabrik von seinen Eltern wieder fit gemacht.
Jetzt verdient er sich eine goldene Nase damit.
Goldene Nase... Ist leider nur Messing.
Hat mich sehr gefreut.
Danke... Mich auch, meine ich.
Wir telefonieren.
Wir planen einen Zusammenschluss junger Unternehmer,
um die Gegend nach vorne zu bringen.
Aber das Messing von dem Marc Lenders, das läuft wirklich prima.
Wir müssen los, meiner Mutter gehts nicht gut.
Was hat sie denn?
Kein Kommentar.
Ja.
Ach, der Herr Kredder.
Jan Schulte.
Hallo. Toll, dass Sie das Stück machen.
Sie müssen sich nicht so abmühen.
Ich werde hier Bürgermeister, das ist so abgesprochen.
Wahlen werden nicht abgesprochen.
Da kann es Gegenkandidaten geben. - Nicht in Hengasch.
Gegenkandidaten gibt es nicht.
Zeit, dass sich das ändert, Herr Bonaparte.
Das soll doch keine politische Veranstaltung werden.
Ich muss los.
Musik
Da seid ihr ja endlich. - Ja.
Deine Mama hat dich angerufen, hast du das nicht gehört? - Doch.
Was war denn?
Wenn ihr mich schon alleine lasst, wollte ich wenigstens fernsehen,
aber euer Fernseher ist kaputt.
Guck mal.
Mama, das ist die Fernbedienung vom Satellitenempfänger.
Das hier, das ist der Festplattenrekorder.
Das ist Video.
Das ist das Telefon, Mama.
Die hier... die ist für den Fernseher.
Was hast du da gemacht?
Alle Knöpfe gedrückt. Das ist alles kaputt.
Mensch Mama, das ist alles verstellt!
Alle Sender sind weg. Die ganze Sortierung.
Warum hast du das gemacht?
Ich habe gar nichts gemacht.
Gut.
Kümmere ich mich morgen drum.
Aber jetzt kommt eine Sendung, die ich sehen wollte.
Aber der Dietmar und ich müssen doch Text lernen. - Ja.
Den kleinen Moment wirst du doch haben.
Ich muss es ja sowieso machen.
Hm?
Du bist ein guter Junge. - Gib mir das.
Musik
Komm, Muschi, nicht sauer sein.
Ich liege hier seit 1 h.
Das dauert eben, bis das alles wieder richtig läuft.
Hörst du das?
Mhm, Volksmusik.
Das guckt sie gerne.
Volksmusik.
Und den Jauch.
Muss das so laut sein?
Muschi, was soll ich denn machen?
Ihr sagen, dass sie leiser machen soll.
Aber sie hört doch nicht mehr so gut.
Komm, wir gehen den Text durch. - Von wo?
Hier das, mit der Ruhe das.
Ich will meine... Ich will in Ruhe mein Leben leben.
Ich bin für keine Seite.
Ich möchte nur Frieden... in Frieden leben...
...in Frieden leben und arbeiten.
Und mit...
Hm?
Und mit...
Und mit...
Ach.
Und mit mir mein lieben Weib und Gesind.
Das Gesind. - Das Gesind.
Auch ich liebe dich, mein Mann.
Ohne dich ist mein Leben nichts wert.
Das hast du jetzt aber nett gesagt.
Nicht mit deiner Mutter im Haus. Da kann ich nicht.
Gar nicht? - Gar nicht.
Musik
Nein, der Tod ist eine zu harte Strafe für einen unbeholfenen...
Unbescholtenen. - Unbescholtenen.
Ehrlichen. - Ehrlichen Landsmann.
Dietmar, komm.
Ich tu, was ich kann.
Dietmar. Wird schon.
Seid ihr alle bereit? - Ja.
Ja, wir auch.
Ja. - Ja.
Los gehts.
Du hast mir auf den Arsch gehauen.
Pst.
Ruhe.
Bürger von Hengasch, hört alle her.
Und lauscht der alten traurigen Mär...
...von Hengaschs Kampf gegen die Fron...
...und den Kaiser Napoleon.
Na? - Oh. Du bist zu spät.
Du bist zu spät.
2, 3.
Das ist alle 5 Jahre das Gleiche.
Pass auf... - Erzähle es mir nicht.
Ich will alleine rausfinden, wie es ausgeht.
Du bist zum Tode verurteilt. Komm mit.
Nein, der Tod ist eine zu harte Strafe für...
Für einen ehrlichen Landmann.
Ich will nur in... in Ruhe mein Leben leben.
Ich bin...
Ich meine, ich möchte in Ruhe mit meiner...
Auch ich liebe dich, mein Mann.
Du bist stark und mutig.
Und ohne dich hat mein Leben keinen Wert.
Niemand von uns soll sterben.
Wir Hengascher sind stolze und freie Bürger.
Und vorher stirbst du, Napoleon.
Nein, du stirbst.
Musik
Die Freiheit von Hengasch, Herr Kredder.
Die Freiheit von Hengasch.
Er ist tot.
Er ist tot. Oje.
Er ist gestorben für die Freiheit von Hengasch.
Er hat sein Blut gegeben für...
Nein. Er ist wirklich tot. - Was?
Vielleicht ein Herzinfarkt durch den Knall.
Was war das?
Oder doch kein Herzinfarkt.
Ach du Scheiße.
Musik
Da war doch nur Schießpulver drin.
Herr Zielonka.
Ganz offensichtlich war da auch eine richtige Kugel drin.
Bitte.
Wem gehört die Waffe? - Mir.
Hier, sein Textbuch.
Das könnte nützlich sein.
Danke sehr.
Wer hat alles Zugang zu den Requisiten?
Na ja, im Prinzip jeder.
Es lag ja alles offen rum.
Sie haben die Waffe offen rumliegen lassen?
Aber die hat doch nur peng, peng gemacht.
Ohne Kugel im Lauf.
Abgesehen davon gehört die mir, das weiß jeder.
Und da geht dann auch keiner ran.
Normalerweise.
Normalerweise.
Musik
Auf der Pistole sind so viele Fingerabdrücke,
dass man nichts erkennen kann.
Na ja, die hatte jeder irgendwann mal in der Hand.
Also, der Kredder...
Ich komme da gar nicht drüber.
Ja, der war eine wichtige Persönlichkeit hier.
Seine Bücher haben alle gelesen hier. - Alle.
Ich habe in seinem Textbuch diesen Zettel gefunden.
VH und dann Nummern dahinter.
(beide) VH.
Verdammtes Hengasch vielleicht?
Wer könnte Interesse daran gehabt haben, dass er stirbt?
Der war 40 Jahre lang Lehrer.
Ein strenger Lehrer, finde ich.
Er ist doch schon Ewigkeiten in Rente.
Ich bringe nicht jemanden um,
bei dem ich vor 30 Jahren sitzen geblieben bin.
Was hat er gemacht, wenn er nicht mit Ihnen geprobt hat?
Der war eigentlich den ganzen Tag im Archiv vom... - Kibitz.
Er hat alles gesammelt, was es Historisches über Hengasch gibt.
Alles.
Das muss aber ein sehr überschaubares Archiv sein.
Muhen
Was ist das denn?
Muhen
Neuer Klingelton? Das kommt aus Ihrem Tisch.
Also...
Die Elke.
Die ist trächtig...
...kalbt aber nicht.
Das geht schon seit Tagen so, und...
Deshalb habe ich... ähm... das Funkgerät in...
...den Stall gestellt, damit ich...
...wenigstens was höre.
Über Polizeifunk?
Frau Haas, ich bin völlig alleine.
Ich habe niemanden, der mir hilft.
Ja gut, Bärbel, aber...
...dann müssen Sie sich halt was einfallen lassen.
Muhen
Was Richtiges, meine ich.
Gut.
Morgen miteinander.
Morgen.
Muschi, was machst du denn hier?
Hier.
Zeitung? - Ja, weil heute Wohnungsanzeigen drin sind.
Wir suchen was Nettes für deine Mutter.
Oh, oh, oh.
Heike.
Ich habe bis 2 Uhr morgens wach gelegen und Volksmusik gehört.
Jetzt läuft Frühstücksfernsehen.
Wenn du das Fenster aufmachst, kannst du es sicher hören.
Muschi, das müssen wir nicht vor den anderen... - Doch, das müssen wir.
Nein, das müssen Sie gar nicht hier vor den anderen besprechen.
Wir gehen nämlich ins Archiv.
Das können Sie ruhig mitnehmen. - Danke.
Tschüs.
Tschüs. - Tschüs.
Aber wenn ihre Wohnung fertig ist,
dann zieht sie doch bestimmt wieder aus.
Ganz genau.
Eben nicht. Ich habe mit ihrer Hausverwaltung telefoniert.
Die überlegen, ob ihr ganzes Haus abgerissen werden muss.
Das kann sich noch Monate hinziehen.
Bär!
Ja, ich kümmere mich drum.
Wir hatten uns aufgeteilt.
Ich war derjenige, der die Sachen entdeckt und sammelt.
Dr. Kredder war der, der alles ausgewertet hat.
Er konnte ja v.a. historisch immer alles sehr, sehr korrekt einordnen.
Ich kenne Sie doch, oder?
Ja.
Barbara Schmidt.
Ach. Fast.
Bärbel Schmied.
Natürlich.
Das einzige Mädchen von den Schmieds.
Richtig.
Ich hatte Sie mal in Mathe.
Schrecklich, ne?
Was mit Dr. Kredder passiert ist.
Ja, ziemlich.
Ist Ihnen irgendwas an Herrn Kredder aufgefallen in letzter Zeit?
Er war schon etwas nervöser als sonst, unruhiger.
Vor 3 Tagen habe ich ein Gespräch am Telefon mitbekommen.
Da war er sehr aufgeregt und rief nur:
Ich lasse mir nicht drohen, ich mache, was ich will.
Ich dachte,
es wäre ein emotional geprägtes Telefonat mit einem seiner Kinder.
Oh, gibts denn da Probleme? - Eigentlich nicht.
Auch nicht in der Nachbarschaft oder im Ort.
Ja...
Das war sein Arbeitsplatz.
Wenn Sie mal schauen wollen. - Ja sicher.
Oh. - Ja.
Ja.
Er war... Er war schon sehr... strukturiert.
Alles auf Listen und im Computer erfasst und archiviert.
Er hatte immer Angst, dass Informationen wegkommen.
Woran arbeitete er zuletzt?
An einem Buch über die Eifel von '33 bis '45.
Vorsicht. - Entschuldigung.
Wissen Sie was, wir haben bei ihm so eine Art...
Entschuldigung. Die schönen Einladungen für das Stück.
Wir haben da bei ihm eine Liste gefunden mit Zahlen und Buchstaben.
Hier z.B.: VH 321732, dann geht es immer so weiter.
Könnte die Signatur eines Archivs sein.
Er hat viel mit Archiven gearbeitet für seine Bücher.
Nicht nur mit unserem.
Also, diese Nummer sagt mir...
...nichts.
Wie bitte? - Sie sagt ihm nichts, die Nummer.
Nichts.
Schön, dass du zum Mittag mal nach Hause kommst.
Gibt es einen Grund dafür? - Nö. Einfach so.
Ach, das ist ja ein Zufall. - Was denn?
Hier, Wohnungsanzeigen.
Mama, hör doch mal: Erstbezug nach Kernsanierung.
3 Zimmer... mit großem Balkon.
Balkon? - Ja.
Nee.
Zeitung.
Oder hier: Liebhaberstück in Dümpel...
Dümpelbach.
Ja, mit eigenem Garten. - Garten?
Ja. Und offenem Kamin.
Kamin? - Ja.
Nee.
Den kann man ja zumauern.
Dümpelbach schon mal gar nicht.
Hier, für dich, Mutti.
So, jetzt lasst es euch mal alle schmecken.
Guten Appetit.
Sagt mal, wollt ihr mich loswerden?
Was? - Nein.
Wie kommst du denn darauf?
Dass einen der eigene Sohn fallen lässt.
Alles, was ich hatte, ist verbrannt.
Das ist wie damals im Krieg.
Mama, so war das nicht gemeint. - Doch.
Was denn für ein Krieg?
Erstens warst du bei dem Brand nicht zu Hause... - Heike!
...zweitens warst du bei Kriegszeiten höchstens 1/2 Jahr alt.
Na und? - Ja und?
Da kannst du dich nicht dran erinnern.
Jetzt hast du mich bekleckert.
Warte.
Wir sind wieder da. Wir haben nichts Neues.
Haben Sie was Neues?
Meine Mutter guckt lautes Fernsehen, und Heike ist genervt.
Das mein ich doch nicht.
Es geht nicht ums Fernsehen.
Es geht darum, dass meine Mutter keine Anstalten macht
nachzudenken, wie es weitergehen soll.
Dann müssen Sie Ihre Mutter halt mal bremsen.
Ich weiß, dass das in Ihrem Fall schwierig ist.
Ich kann Ihnen sagen,
das weiß ich aus der Zeit, als mein Vater bei mir gewohnt hat...
Ja, gegen seine Eltern muss man sich auch mal wehren.
Ist ja genau dein Ding, Dietmar, ne?
Was soll das, Bärbel? Ich hab mich oft genug gewehrt.
Wohl. Auch gegen meine Mutter.
Die wollte, dass ich Steuerberater werde. Hab ich nicht gemacht.
Steuerberater? - Ja.
Da habe ich aus Trotz gesagt, nee, dann gehe ich zur Polizei.
Obwohl ich das gar nicht so sehr wollte.
Was wollten Sie denn lieber als Polizei?
Verwaltungsbeamter, mittlerer Dienst,
vielleicht sogar höherer Dienst, aber, na ja...
Vielleicht im nächsten Leben.
Das ist natürlich eine tolle Aussicht auf ein nächstes Leben.
Chef, kann ich heute bitte Verkehrskontrolle machen?
Klar, gerne.
Hach, danke, Chef. Sehr nett.
Das hilft Ihnen ja immer.
Sie wissen, dass Sie Ihr Problem damit nur vertagen, oder?
Jaja.
Muhen
Entschuldigung.
Wirklich...
8. Aussetzen. Ass zieht nach.
Letzte Karte und...
...Mau-Mau!
Scheiße.
Du hast einen Buben, darfst dir was wünschen.
Trink noch ein Glas Wein mit mir.
Dann kann ich aber nicht mehr fahren.
Kannst ja hier schlafen.
Auf dem Sofa, mein ich.
Auf dem Sofa.
Morgen. - Morgen.
Hast du gut geschlafen?
Ja, man schläft super hier.
Was hast denn du da an?
Das ist mein neues Fahrrad-Outfit.
Du siehst aus wie ein Rentner.
Musst nicht an mir rumkritteln, als wären wir ein altes Ehepaar.
Sind wir nicht. - Ich sag auch nicht, du schnarchst.
Tu ich nicht. - Klar, tust du.
Nein. - Doch, tust du.
Tu ich nicht. - Doch, tust du.
Und das hast du nie gesagt?
Jetzt können wir offen drüber reden.
Soll ich dir vormachen, wie das klingt?
Nein, sollst du nicht.
Wenn die Hunde bei mir in der Praxis Atemwegsinfektionen haben,
dann ist das so ein Rasseln, wie bei Möpsen, so...
(schnappt nach Luft)
Weißt du? So.
Jochen.
Möpse.
Ach, Chef. - Morgen.
Guten Morgen... Herr Zielonka.
Morgen Frau... Haas.
Der Chef... der Herr Zielonka möchte eine Anzeige aufgeben.
Im Fall Kredder.
Muhen
Bärbel. Bitte. - Entschuldigung.
Wen wollen Sie denn anzeigen?
Mich selbst. - Was?
Ich hätte die Waffe da nicht liegen lassen sollen.
Ich will dafür bestraft werden.
Ach, Chef, da haben wir uns doch alle nichts bei gedacht.
Dann müsste ich mich ja auch anzeigen.
Aber Bärbel, Kredders Tod, das geht mir wirklich nah.
So, ich will auch meinen Waffenschein abgeben.
Kredder wirkte so nervös in den letzten Tagen und übermüdet.
Ich hätte mehr auf ihn achten sollen.
Und nachts hat er immer nur noch an seinem neuen Buch geschrieben.
Das hat ihn wohl sehr beschäftigt.
Herr Zielonka... - Ja?
Machen Sie sich keine allzu großen Vorwürfe.
Großzügig, Frau Haas.
Immer.
Ich schau mir das Haus von Kredder nachher an. Den behalte ich.
Muhen
Ja.... Ich glaube, jetzt gehts dann los.
Hm? - Die Elke kalbt.
Oh Gott, oh Gott.
Knarzen
Musik
Knarzen
Musik
Türknallen
Halt!
Halt, Polizei.
Oder ich schieße.
Halt!
Handyklingeln
Also, das, was ich vorhin gesagt habe...
Versteh das bitte nicht falsch. Das hab ich so jetzt nicht gemeint.
Ich bin bei Kredder.
Hallo?
Sophie?
Musik
Ja, Mama. Aber Staffelmiete, nee.
Oder hier: Barrierefreies Wohnen in Fußhölle.
Telefonklingeln
Polizei Hengasch, Schäffer am Apparat.
Wie, sie geht nicht ans Telefon?
Wenn du sie nachher siehst, kannst du ihr dann sagen,
dass ich bei diesem Vergleich mit den Möpsen,
dass ich da übertrieben habe?
Möpsen?
Wo ist sie denn überhaupt?
Bei Kredder, und da ist jemand. - Da ist noch einer im Haus?
Warum sagen Sie das nicht gleich?
Ah, Kauth.
Idiot.
Schäffer, der... - Hier. Vorsicht, das ist kalt.
Mhm. Ah, okay. Der...
Für die Beule. - Ja sicher.
Der... - Ich meine, dass es keine gibt.
Der Computer ist weg. - Ein typischer Einbruch.
Vorne ist der Zylinder aufgebohrt. - Aber...
Dass Kredder tot ist, hat sich rumgesprochen. - Natürlich.
Dass er alleine gewohnt hat, weiß jeder.
Aber ich... - Das zieht die Einbrecher an.
Und ich bin ganz sicher,
dass der Einbruch was mit dem Mord zu tun hatte.
D.h...
Ich ruf die Spurensicherung an. - Ja bitte.
Genau, sehr gut.
Schäffer?
Hier glitzert was.
Alles glitzert hier.
Sehen Sie das auch?
Das sind Sehstörungen.
Vielleicht haben Sie eine Gehirnerschütterung. Oder Migräne.
Ach, überhaupt nicht. Ah, ich bleib mal sitzen.
Ja. Ja, das ist besser.
Ich geh mal nach nebenan.
Ja.
Ist noch besser.
Mhm. Sie reden mit der Spusi.
Genau.
Jetzt.
Ja.
Musik
(schnarcht)
Tür fällt ins Schloss
Glöckchenklingeln
(räuspert sich)
Hallo. - Hallo.
Danke.
Der hat den Rechner nur geklaut,
weil da was drauf war, was er haben wollte.
Was denn?
Irgendwas...
...was er haben wollte.
Und was suchen Sie da jetzt?
Back-up.
Bitte?
Der Kredder hat doch immer alles 2- und 3-mal gesichert.
Das behauptet jedenfalls der Kibitz vom Archiv.
Dann muss er doch irgendwo auch was...
Zur Sicherheit muss doch irgendwas... Aha.
Den guck ich mir jetzt an.
Schäffer. - Ja.
Hier glitzert alles.
Alles glitzert hier.
Das müssen Sie untersuchen. - Chef!
Frau Haas?
(schnarcht)
Jungs, kommt ihr mal bitte?
Das kann nicht wahr sein. - Was denn?
Aua.
Also...
Ich erklär dir das jetzt noch einmal.
Unser Gehirn, das schwimmt in so einer Flüssigkeit,
Liquor wird die genannt.
Bei einer Gehirnerschütterung prallt das Gehirn gegen den Schädel.
Bei Patienten, die mittelschwer betroffen sind,
die legen sich dann hin.
Und bei Patienten, deren Gehirn komplett ausgeschaltet ist,
die fahren Auto, machen eine Spurensicherung,
glotzen stundenlang in den Laptop.
Ja, aber mir geht es ja schon viel besser.
Guck mal hier.
Das sind Aufzeichnungen zu Kredders neuem Buch
über die Eifel im Nationalsozialismus.
Und die Textnoten beziehen sich alle auf das Bundesarchiv in Koblenz.
Übrigens nicht in Bonn. Und alles mit diesen VH-Nummern.
Weißt du, was ich jetzt glaube?
Ich glaube, der Täter wollte einfach nur die Da... die...
...diese Da...
Die Dings da.
Wie heißt das schnell?
Auf dem Computer die Scheiße, die da drauf ist.
Datei? - Ja. Genau.
Wortfindungsstörungen, das tritt bei schweren Gehirnerschütterungen auf.
Ich hole dir eine Kopfschmerz- tablette, und dann ist Feierabend.
Bär, wo bist du denn? Immer noch bei der Spurensicherung?
Was ist das für ein Schmatzen im Hintergrund?
Das sind die Kollegen von der Spusi, die essen hier was.
Es kann später werden.
Dietmar, du musst nach Hause kommen. Ich bin mit deiner Mutter alleine.
Sie hat schon wieder den Fernseher an.
Sobald ich fertig bin, komme ich, versprochen. - Na hoffentlich.
Tschüs.
Mann, Mann, Mann.
Das ist nicht einfach, wenn du das Haus voller Familie hast.
Das ganze Haus ohne Familie ist auch nicht so prickelnd.
Wie soll es denn heißen?
Willst du Patenonkel werden? Dann nenne ich es Dietmar.
Nee, nicht Dietmar.
Hast du einen Vorschlag?
Jörg.
Nee.
Außerdem ist es ein Mädchen.
(beide) Sophie.
Die Elke hat die Geburt nicht überlebt, oder? - Nee.
Na ja, dann musst du es jetzt mit der Flasche großziehen.
Mhm.
Wir schaffen das schon.
Musik
Muhen
Morgen.
(schnarcht)
Guten Morgen!
Morgen Chef. - Morgen.
Morgen, ich hab was mitgebracht.
Auf dem Stick aus Kredders Haus
ist das Material zu seinem neusten Buch drauf.
Ich glaube, das ist der Schlüssel.
Das müssen wir nur aufmerksam zusammen durchlesen.
Wir waren die ganze Nacht hier. Mussten auf die Sophie aufpassen.
Die Sophie?
Ach...
Ist das Ihr Kälbchen da draußen?
Ja.
Gratuliere. - Danke.
Die kann nicht alleine bleiben, deshalb hab ich sie mitgebracht.
Sonst hätte ich nicht kommen können. Ist doch in Ordnung, oder?
Klar, das machen Menschen mit Kindern ja auch.
Wenn die Kita mal zu ist.
Gibt es irgendwas Neues von der Spurensicherung? - Nee, gar nichts.
Doch, die haben bei dem Türschloss, bei dem aufgebohrten,
haben die Blutspuren gefunden.
Hm.
D.h. der Täter muss sich da verletzt haben.
Noch was?
Nee.
Ach so, doch, dieses Glitzern, was Sie da gesehen haben,
das gab es in echt.
Habe ich es doch gewusst.
Ja, die haben das genau überprüft und analysiert.
Ach so, äh, ja. Hier. Die Spusi sagt, Messingstaub.
Was für ein Staub? (beide) Messing.
Ach. - Och, Bärbel.
Ist von gestern.
Mach doch mal einen Frischen. - Ja.
Lenders?
Ja.
Das ist dieser reiche Freund von Schulte. Mit dem Messingwerk.
Da, der hat ein ganzes Kapitel in dem Buch mit seiner Familie.
Nazis.
Urgroßvater in der NSDAP.
Zwangsenteignung. - Nee, ne?
Schäffer, Sie putzen sich die Zähne,
und dann fahren wir zusammen zu Lenders.
Bärbel? - Hm?
Sie kümmern sich um Ihr Kälbchen.
Und dann finden Sie so schnell wie möglich raus,
ob Lenders einen Waffenschein hat.
Mach ich.
Musik
Schäffer. - Ja?
Sie behalten den Eingang im Auge, ich geh rein und spreche mit ihm.
Alles klar, Chef. Wenn was ist, ich bin hier.
Hahnenkrähen
Ja.
Handyklingeln Ach Gott, nicht schon wieder.
Bärbel.
Ja, also, er hat leider keinen Waffenschein, aber bei einer Auktion
in Köln wurden Teile der Privatsammlung Lenders versteigert.
U.a. Antiquitäten, ein paar Bilder
und auch eine Armbrust und 2 Musketen.
Danke, Bärbel.
Wow.
Großartig.
Musik
Wo ist sie?
Hallo. Wer?
Frau Haas? - Ja.
Die arbeitet doch nicht etwa?
Äh, doch.
Die spinnt doch. -Bitte?
Musik
Morgen.
Ach, Frau Haas. - Herr Lenders.
Wollen Sie sich meinen Betrieb doch mal angucken?
Gern, ist interessant für mich. Läuft gut, Ihr Betrieb, oder?
Ja, kann mich nicht beklagen.
Entschuldigung, Sie haben da was.
Huch, das glitzert so schön.
Messingstaub, das bleibt nicht aus, wenn man so einen Betrieb hat.
Ist das das hier? - Ja.
Toll. Wissen Sie was?
So was hab ich in Kredders Haus auf dem Schreibtisch gefunden.
Frau Haas, was wollen Sie?
Eine Führung hätte ich gerne.
Ist wirklich interessant für mich.
Das ist eine tolle Aufgabe, die Sie da haben.
Ihren Familienbetrieb nach vorn zu bringen, ganz alleine.
Da wäre es doch blöd, wenn plötzlich rauskäme,
dass Ihnen das alles gar nicht gehört.
Was?
Na ja, ich habe so ein Buch gelesen, ja?
Kredders neuestes Buch übrigens.
Und Ihre Familie hat da drin ein eigenes Kapitel.
Da steht drin, dass dieser Betrieb früher einen jüdischen Besitzer
hatte, der in der Nazi-Zeit zwangsenteignet wurde.
Und dass nach dem Krieg niemand sich die Mühe gemacht hat
rauszufinden, ob es da noch Eigentümer gibt.
Also, außer jetzt Kredder mit seinen Recherchen.
Ach so, davon weiß ich gar nichts.
Ist eigentlich ganz interessant. Hartnäckig, dieses Zeug hier.
Wo ist sie?
Sie ist drinnen.
Und wie geht es ihr? - Ja, gut. Wie immer.
Ach, das ist toll.
Ja, ne? - So eins wollte ich schon immer haben.
Jedenfalls kann der das belegen,
anhand von Dokumenten aus dem Bundesarchiv.
Und... Guten Tag.
Das Irre ist, ähm...
Er hat tatsächlich rechtmäßige Erben gefunden, in Israel.
Jetzt stell ich mir irgendwie vor, dass das für Sie und Ihre Familie
eigentlich ganz schön blöd ist, wenn plötzlich Leute kommen und sagen:
Das hier gehört alles uns.
Deswegen, glaube ich, haben Sie die Kugel in die Pistole geschmuggelt,
damit das Ganze nie rauskommt.
Pah.
Das ist doch absurd.
Das Gute ist, dass wir Blutspuren gefunden haben.
An der Tür von Kredders Haus.
Die können wir mit Ihrem Blut vergleichen.
Mit antiken Waffen kennen Sie sich aus, habe ich gehört.
Wenn Sie sich so sicher sind, dann verhaften Sie mich doch.
Das ist eigentlich eine ganz gute Idee. Sekunde mal.
Halt!
Ist das rutschig.
Halt!
Schäffer! Aufhalten!
Halt, stehen bleiben!
Ach Gott. Schlüssel.
Schlüssel!
Geht nicht auf. - Ach, Schäffer.
Wenn man Sie einmal um was bittet. Wie geht die Scheiße hier?
Nimm wenigstens meinen Helm. - Halt die Klappe.
Hey. - So, jetzt.
Musik
Ah!
Ah.
(hustet)
Ich war schneller.
Was gebrochen? - Nee.
Jetzt nicht noch mal weglaufen.
Chef, da sind wir.
Jochen.
Handschellen.
In der Handtasche.
Wo sind denn Ihre? - Hier.
Funktioniert wieder. - Los jetzt.
So, Freundchen. - Ich war schneller.
Hupen
Sie haben den mit dem Liegerad verfolgt? - Ja.
Wahnsinn. - Trotz Gehirnerschütterung.
Hier, ich habe es fotografiert.
Wie bitte, Sie haben Fotos gemacht,
während ich versucht habe, einen Mörder zu stellen?
Handyklingeln Ja, ich, oh...
Entschuldigung.
Heike.
Oh, ist immer noch angespannt zu Hause?
Ich war ja gar nicht da.
Ich wette, Heike ist sauer,
weil meine Mutter lautes Fernsehen guckt.
Und für dieses große Problem gibt es immer noch keine Lösung?
Keine Ahnung. Geht mich auch nichts an.
Ich will einfach nur in Ruhe mein Leben leben.
Ich bin für keine Seite.
Ich will nur in Frieden leben und arbeiten.
Und mit mir Heike und meine Mutter.
Nicht schlecht.
Also, so gut war dein Monolog noch nie, Dietmar.
Schäffer, haben Sie schon mal an Kopfhörer gedacht?
Stimmt, da bin ich gar nicht drauf gekommen.
Müsste ich nur am Wochenende kurz mal nach Köln.
Für Kopfhörer müssen Sie nach Köln?
Der Elektroladen in Bad Münstereifel hat ja dichtgemacht.
Da ist jetzt ein Outlet drin.
Nimm doch unsere vom Polizeifunk.
Darf ich?
(summt)
Danke, Chef.
Die heißt wie Sie.
Ja, ich weiß.
Kannst du mir mal sagen, wo du die ganze Nacht warst?
Ja, wir haben den Täter gefasst.
Mich hast du hier sitzen lassen.
Ach, Muschi, ich bin müde.
Ich auch, ich habe die ganze Nacht kein Auge zugemacht.
Sie hat durchgeglotzt.
Schlafentzug war im Mittelalter eine Foltermethode.
Muschi.
Komm mal her.
Das ist die Lösung für unser Problem. - Was?
Kopfhörer.
Machst du uns einen Kaffee? - Nein.
Mama!
Mama.
Da bist du ja wieder.
Hier, ich hab dir was mitgebracht. - Was?
Ich hab dir was mitgebracht!
Kopfhörer.
Wofür? - Für das Fernsehen.
Du siehst aber müde aus.
Ach, Gibbon-Äffchen.
Süß.
Was?
Süß!
Musik
Fernseher: * Die Liebe hat uns... *
Hallo Heike. Willst du mitgucken?
* Für alle Zeit sind wir beide nun ein glückliches Paar. *
Das sind meine.
(schnarcht)
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