All language subtitles for Madame Christine und ihre unerwarteten G├nste 2015 HD BluRay.x264.SRTdeutsch

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Original subtitles

Ich frage mich jedes Mal, warum wir die besuchen.

Fettige Soße, ekliger Kuchen...

- Du musstest keine Soße nehmen. - Das erträgt man nicht ohne.

Verdammt, ist das kalt.

10000 WOHNUNGEN, AUF DER STELLE! 1 MILLION, ABER SOFORT!

Was ist jetzt schon wieder los?

Den Mob da würde ich gleich auflösen.

Sieh mal, wer da ist.

Auch die Kleine wird zum Streiken erzogen.

Da wundert einen gar nichts mehr.

Die Bobos aus dem 6. Bezirk. Kaufen im Biomarkt.

Zahlen Steuern, wählen die Sozialdemokraten,

aber wohnen piekfein.

Sie haben das Gesims und die Zwischenwände entfernt

und Beton über das Parkett ungarischer Art gekippt.

Es gab eben keine Lofts mehr an der Bastille.

Es muss eine Lösung her. Keinen Schlafplatz zu haben ist ungerecht.

- Was soll man machen? - Bei dieser Kälte.

Ja, mir frieren die Füße ein. Gehen wir.

Verzeihung.

- Guten Tag. - Guten Tag.

- Sieht der dämlich aus. - Sagst du immer.

Ich bin auch jedes Mal fassungslos.

Scheiße!

Dieses Mal zeige ich ihn an.

Ich zeige ihn an!

Nächstes Mal stellt die Polizei das Ding ab!

- Die Polizei hat andere Sorgen. - Arschloch.

Die hätte im Krieg auch Juden verpfiffen.

- Sie ist Jüdin. - Die hätte sich schon durchgemogelt.

Also wirklich. Das nächste Mal zeige ich ihn an.

Nächstes Mal kommt er nicht davon.

Unter Laval kooperierten manche Franzosen mit den deutschen Besatzern.

Unser Topthema sind die beispiellosen Proteste

angesichts der bitteren Kälte.

Es wird mit neuen Rekordzahlen gerechnet.

Im ganzen Land finden Massendemonstrationen statt.

In Paris gingen mehrere 10 000 Menschen gegen den Wohnungsmangel auf die Straße.

Dazu Marie Piroisse.

Die Notunterkünfte sind voll.

Die Menschen erfrieren. Das System ist übersättigt.

Der Marsch zur Wohnraumbeschlagnahmung zog zum Wohnungsministerium...

"Wohnraumbeschlagnahmung"...

Wie Hunderte ihrer Kollegen gehört auch Myriam

zur Gruppe der sogenannten "armen Angestellten".

Was sind "arme Angestellte"?

Leute, die zu wenig für eine angemessene Wohnung verdienen.

- Also haben sie doch Arbeit. - Myriam lebt seit zwei Jahren im Auto...

- Und sogar ein Auto. -...sucht vergeblich eine Sozialwohnung.

Ganz ähnlich ergeht es Habiba,

die seit ihrer Trennung trotz fester Arbeit auf der Straße lebt,

mit zwei kleinen Kindern.

Der Ministerrat tagt außerplanmäßig...

Ist sie sauer auf uns?

Ich glaube nicht. Warum sollte sie sauer sein?

Also dann...

- Gehst du auch schon ins Bett? - Ja, ich bin kaputt.

"Habiba".

...um den Strom wiederherzustellen.

Mehr als 1500 Männer sind im Einsatz...

Es wurden neue Kältemaßnahmen ergriffen, um weitere Unterkünfte zu schaffen.

Sex verringert erwiesenermaßen das Risiko eines Herzinfarktes erheblich,

da Herz und Arterien gleichermaßen stimuliert werden.

Sex ist ein natürliches Mittel gegen Bluthochdruck,

da er das Herz-Kreislauf-System stärkt

und die Durchblutung fördert.

Neu ist das nicht. Geschlechtsverkehr ist intensiv und körperlich anstrengend.

Nicht umsonst ist daher oft von "Bettsport" die Rede,

denn sexuelle Betätigung ist vermutlich

der beste und angenehmste Sport der Welt.

Er beansprucht sämtliche Muskeln im Körper.

- Ich wusste, du schläfst nicht. - Du glaubst nicht, was hier steht.

"Der Sprecher der Wohnungshilfe

fordert von der Regierung die Beschlagnahmung freier Wohnungen."

Das fordern sie jedes Mal vergeblich.

- Diesmal passiert es. - Das sagtest du auch letztes Jahr.

- Das war letztes Jahr. - Auch das sagtest du schon.

Gerade kam eine sehr interessante Sendung.

Es hieß, regelmäßige sexuelle Aktivität sei sehr gesund.

Sie trainiert das Herz auf natürliche Weise.

Holst du noch eine Decke? Mir ist kalt.

Du schläfst ja auch mit offenem Fenster.

Es ist gekippt. Mir soll im kühlen Zimmer warm sein.

Hast du gerufen, Schatz?

Findest du das normal, dass andere frieren und ihr zwei Schlafzimmer habt? Sieh mal.

- Man fand sie heute erfroren im Auto. - Hör auf, davon kriege ich Albträume.

Wir haben viel Platz, aber keine Sorge, nach 20 Jahren Ehe findest du das normal.

Ich bin nicht besorgt, es ist mir schnuppe.

Und aufs Heiraten kann ich verzichten, wenn ich so ende wie ihr.

Warum sagst du das? Dein Vater schnarcht, und mir wird schnell kalt.

Die blaue Tapete drüben ist deprimierend. Wir sollten sie wechseln.

Was macht das schon aus?

Nichts.

Sie ist eben deprimierend.

Sagst du mir nicht Gute Nacht?

Warte, ich komme mit zum Tabakladen.

Ich habe einen guten Titel: "Weißes Paradies".

- Ohne passenden Inhalt sagt das nichts. - Es sagt nichts?

Es weckt keine Assoziationen. Ich bin spät dran. Küsschen.

Ich denke mir immer erst einen guten Titel und dann eine Geschichte aus.

"Weißes Paradies" ist doch sehr gut. "Weiß"...

Anderthalb Stunden Fahrt. In der Vorstadt steht alles still.

War's schön auf der Demo gestern?

Letztes Jahr kamen 3000 Bewerber auf 200 Sozialwohnungen,

aber Ihnen ist das völlig egal.

- Genau, Konservative sind herzlos. - Hör auf.

Sie könnte ja wohl mal grüßen. Scheiß-Bobos.

- Idiot! - Idiot.

- Audrey... - Nein.

- Es ist kalt heute. - Ja, es soll kälter werden als je zuvor.

- Guten Morgen, Herr Bretzel. - Guten Morgen.

- Vielen Dank. Bitte sehr. - Danke.

- Wiedersehen. - Schönen Tag noch.

Guten Morgen.

Also...

"Wohnraum...

in der freien Wirtschaft."

"Der Markt und die Rolle des Staates in Frankreich."

- Zeitung gelesen? - Nein, ich war spät dran.

"Beschäftigte mit einem Monatsgehalt

von 50 % der Beitragsbemessungsgrenze für die Sozialversicherung oder weniger,

die angesichts der aktuellen Mietpreise keine angemessene Unterkunft finden,

können im Hauptamt einen Antrag auf Wohnungsteilung stellen."

Cool, oder?

Das Hauptamt für Wohnungsteilung ist befugt,

jeder berechtigten Person ein privates Zimmer zuzuweisen.

Nur Paaren wird ein Zimmer für zwei zugewiesen.

Hör mal, Boubou... Boubi Bouba...

Räumt euren Krempel weg, das ist hier kein Hotel.

Die gemeinsamen Bereiche der aufgeteilten Wohnungen

müssen den neuen Bewohnern frei zugänglich sein.

Philomena, mach bitte auch den Ofen sauber.

- In Ordnung. - Danke.

...liegt für 100-m2-Wohnungen der Abbe-Pierre-Koeffizient bei 50,

und das Paar muss drei weitere Bewohner bei sich aufnehmen.

Scheißwetter... Scheißland!

Verzeihen Sie die Verspätung, überall Stau.

- Sie wissen es also noch nicht? - Haben Sie nicht Radio gehört?

Doch, "Radio Classique". Warum?

- Es reicht. Wir verlassen Frankreich. - Es ist vorbei.

- Wie bitte? - Wie viele haben Sie?

- Quadratmeter. - Nur 300. Warum?

GESETZESVERORDNUNG

Schwachsinn.

Das Gesetz ist durch, das große Teilen beginnt! Lesen Sie!

Unzureichend belegte Wohnungen errechnet der Abbe-Pierre-Koeffizient,

indem die gesamte Wohnfläche

durch die Anzahl der Bewohner geteilt wird.

- Ich kriege das nicht hin. - Beträgt der Koeffizient 50 oder mehr,

fällt die Wohnung in die Kategorie...

...der für zusätzliche Bewohner freigegebenen Unterkünfte.

Ja!

Wohnen Sie alleine auf 100 Quadratmetern,

beträgt der Koeffizient 100, da nur durch 1 geteilt wird.

Sie müssen demzufolge vier weitere Bewohner aufnehmen.

Niemand steht weiter links als du.

Du hast dich mit den Illegalen in der Kirche St. Bernard verschanzt,

du warst im besetzten Haus in Cachan, deine Vorfahren waren Kommunisten,

du hast den Restaurants des Herzens und den Kindern von Don Quichotte geholfen.

Bea, mach die Tür auf. Bea!

Damit kommen die nicht durch.

Mein Zimmer soll 25 Quadratmeter haben, aber ich habe gerade nur 19 gemessen.

Vermieterschweine.

- Dann zieht keiner bei Ihnen ein. - Das fehlt mir noch. Diese Scheiß-Armen.

GETEILTE WOHNUNG

Ich hatte immer nur meine gefühlskalte Mutter und...

habe keine Kinder gezeugt, daher...

- Alles klar? - Was glaubst du?

Die drastische Maßnahme der Regierung, das Gesetz zur Wohnungsteilung...

- Du wirkst perplex. - Das Wort ist zu schwach.

- Wir haben das Sofa zum Fernseher gerückt. - Sie wollten ja die Roten an der Macht!

Das ist nicht die Politik, das ist das Zeitalter.

Weitergehen.

Halten Sie Ihren Arbeitsvertrag bereit. Anträge müssen vollständig sein.

Wir haben sie vor zwei Jahren gekauft und komplett umgebaut.

Dort war eine Mauer, da auch und da...

Nun, Sie hatten großes Glück mit dem Kauf von 200 Quadratmetern in guter Lage.

Glück? Ich reiße mir den Arsch auf.

Die Unterbringung ist eine Notfallmaßnahme.

Und in "Notfall" steckt das Wort... "Notfall".

Sind Sie betroffen?

Wie viele genau wohnen in Ihrem Haushalt?

Drei. Vollzeitlich.

- Drei. - Ist die niedlich.

Ganz und gar nicht. Sie heult Tag und Nacht.

Bei einem Paar mit Kind sollten wir höchstens zwei einquartieren.

Dann können alle den Raum gemeinsam nutzen.

Das Dekorieren scheint Ihnen zu liegen.

Mein Mann arbeitet immer zu Hause und braucht Ruhe.

- Er ist Schriftsteller. - Schwierig, mit der heulenden Kleinen.

Aber ja, Sie kamen mir gleich bekannt vor. Gregory Bretzel.

- Ich liebe "Blaues Paradies". - Würden Sie ihn gern treffen?

Wir können die Sache umgehen.

Na los! Komm schon!

Ich freue mich, Ihnen die Ruhe ermöglichen zu können,

die Sie für Ihre kreative Arbeit brauchen.

- Schreiben Sie sich "Poele"? Wie in... - Nein.

"Josiane Poil". P wie Prickeln...

Bitte sehr, hier ist Ihre Widmung.

Alles Gute.

Alles Gute.

Ich schäme mich.

- Wer bescheißt denn bei der Steuer? - Das hat damit nichts zu tun.

Kriege ich meine Uhr wieder?

Na los, hopp, hopp.

Durch die Grundsteuer kennen sie die Anzahl unserer Zimmer.

Schon klar, hab's hundertmal gelesen.

Hättest du mir mal noch zwei Kinder gemacht...

Es kamen heute Morgen schon drei wie Sie.

Lauter Familien, die näher zusammenrücken wollen.

Ich kann nicht garantieren, dass wir im März einen Platz für sie haben werden.

- Alles klar, Mama? - Schön, Sie zu sehen, Francoise.

Was sind schon einige Monate im Leben?

Jetzt hör doch auf!

Ich hab gerade den Bürgersteig enteist!

- Ziehen Sie um? - Ja, in eine 12-Quadratmeter-Wohnung.

- Ich hätte es unterhaltsam gefunden. - Hör auf, Serge.

- Mieter sein hat Vorteile. - Dank der Mietpreisbindung von 1948.

40 Jahre treue und gute Dienste, und Sie geben mir zu Neujahr nie einen Cent.

Wir werden Sie nicht vermissen.

Na los, komm.

Gib ihr dein Zimmer.

Warum soll deine Mutter in mein Zimmer?

- Fährst du jetzt mal? - Hier ist alles dicht! Dicht!

Ich wollte nicht warten und bin sofort zum Rathaus gegangen.

So kommen die armen Menschen eher aus der Kälte heraus.

Klar.

- Guten Tag. Jean-Claude. - Willkommen, Jean-Claude.

Hier entlang, bitte. Warten Sie, warten Sie.

- Na bitte. - Danke sehr.

- Odile. - Willkommen, Odile.

Kommen Sie bitte herein.

William.

Willkommen.

Willkommen, William.

Ich habe literweise Kaffee gekocht.

Ich bin es nur.

- Wie geht's, Philomena? - Gut, danke.

- Saukalt, was? - Allerdings.

Und Sie sind morgens auch noch 90 Minuten unterwegs.

Abends ist es sicher noch schlimmer.

Und Ihr Mann? Immer noch arbeitslos?

-100 Euro. -80.

100 pro Tag.

- Und Vollverpflegung. - Willkommen.

Ich bin's.

- Guten Abend... - Guten Abend, Audrey.

Oma!

Wie ich mich freue.

Es ist drei Jahre her. Drei Jahre.

Was ist hier los?

Wir haben schon angefangen. Ich habe Suppe gemacht.

Nicht in diesem Ton, bitte.

Ich rede mit dir, wie ich will.

Die Leute da draußen sollten zusammenbleiben.

Bei Philomena ist das anders, die kennen wir.

Und du verbringst Zeit mit deiner Oma.

Die Familie ist nun mal wichtig.

Sie ist heutzutage von größtem Wert.

Brauchen Sie noch etwas, Francoise?

Gute Nacht.

Was soll denn der Aufzug?

Ach nee, heute Abend nicht.

So ein Scheißtag! Wir müssen nur ruhig und diskret sein, bis alles vorbei ist.

So genau prüft das keiner.

Dir wird da noch was abfrieren.

Guten Tag!

Danke.

Verzeihen Sie bitte. Guten Tag. Aissa.

- Gregory Bretzel, von unten. - Freut mich.

- Ich helfe Ihnen. - Danke.

- Das ist so peinlich. - Aber nein, ganz und gar nicht.

Er spricht mit der Beschlagnahmerin unserer Wohnung.

Sie hat sie nicht beschlagnahmt, sie wurde ihr zugewiesen.

Kümmere du dich um die Glotze.

- Nun... - Danke jedenfalls.

Gern geschehen.

Ich verweigere mich dieser Kleinbürgerlichkeit.

- Ich weigere, weigere, weigere mich! - Hör zu.

Du willst deinen Lebensraum mit jemandem teilen?

Ich darf nicht mal deine Wäsche mit der unserer Tochter waschen.

Wir sind links!

- Ihre Vorlesung war sehr gelungen. - Ich werde noch ganz rot.

Es stimmt: Wenn in Familien ein Bruder, eine Schwester oder ein Cousin in Not ist,

helfen sich alle gegenseitig.

- So muss es auch in der Gesellschaft sein. - Ja. Schönen Tag.

- Wiedersehen. - Tschüss.

- Begreifen wir das als Chance. - Ich bin halt total egoistisch.

- Wir kriegen das hin. - Aua, ich hab rissige Lippen.

- Du kriegst das hin. - Überzeugungen machen echt viel Arbeit.

War wirklich dumm, die Roten zu wählen. Würdest du es noch mal tun?

Wenn es hieße: "In welche Urne wollen Sie Ihren Zettel werfen?"

Schwöre, dass du sie wählen würdest.

- Ich schwöre es. - Lügner!

- Guten Tag, Herr und Frau Bretzel. - Guten Tag, Bernadette.

- Guten Tag. - Guten Tag.

- Guten Tag, Frau Dubreuil. - Guten Tag, Bernadette.

Da haben Sie es ruhiger, man braucht seine Intimsphäre.

So.

Wir wollten das Zimmer längst renovieren,

aber wegen der Kinder und der Arbeit kommen wir nicht dazu.

Also dann.

Jetzt haben Sie ein Dach über dem Kopf.

Die Toilette ist auf dem Flur.

Wir kaufen Ihnen noch Klopapier.

Willkommen.

- Hast du gar keinen Hunger? - Nein danke.

- Bist du sicher? - Absolut.

Na, schmeckt das gut?

Das schmeckt gut.

- Wer sind wir, Bea? - Wer wir sind? Wer wir sind?

Leute, die helfen. Manche kassieren für noch viel kleinere Zimmer Miete.

- Wohin gehst du? - Kippen kaufen.

Bringst du mir die "Liberation" mit? Ich hatte heute keine Zeit.

Im heute wieder erstarkten Klan sind viele Frauen.

Die Überlegenheit der Weißen ist das erklärte Ziel.

Während der Dreharbeiten zu diesen exklusiven Bildern...

Nie hat man seine Ruhe.

Bleib sitzen, Jean-Marie.

- Hast du Kippen? Der Tabakladen hat zu. - Seit Asiaten ihn führen.

Die schließen früh.

Und die... sind eine Rasse, von der man niemals Schlechtes hört.

- Von anderen schon. Schenken Sie Obdach? - Ja, wie alle anderen.

Wenn's um unsere Sozialgelder geht, kommen alle angerannt.

Aber wenn sie Miete zahlen sollen, ist kein Mensch zu finden.

Armes Frankreich. Hätten doch alle wie ich gewählt.

Nein, das macht 15. Nachtzuschlag.

Danke.

Stets zu Diensten.

- Er schenkt Obdach. - Klar, er lebt alleine und langweilt sich.

- Viertel oder halbes? - Ist die blöd.

Kauf zwei ganze Brote, am besten gleich drei.

Komm. Wir kaufen Macarons bei Herme.

Wir treffen uns am Rathauscafe auf einen Kakao.

- Nimm gleich 100. - Wovon?

Von den Macarons.

Sie ist echt anstrengend.

Warum sollten wir ihr keinen kaufen? Es ist nur ein Fernseher, Bea.

Das meinte ich auch nicht.

Na los doch.

- Guten Tag. - Los, geh schon.

Verzeihung. Danke.

- Haben Sie was gekauft? - Einen Fernseher.

Das Ding ist schwer.

Wir haben Macarons gekauft.

Das ist hässlich.

- Ist doch ganz in Ordnung. - Nein.

Meine Mutter.

Madame.

Wie es scheint, wohnt Ihre Haushaltshilfe bei Ihnen.

- Kein Wort! Sie hat meine Koffer gesehen. - Was bringen Sie auch den ganzen Krempel?

- Das sind meine Sachen. - Die reichen für mehr als ein Leben.

Wie viele Denunziantenbriefe landen täglich im Rathaus?

Weiß nicht. 300?

1500! 1500 Briefe, jeden Tag.

"Mein Chef macht dies." "Mein Nachbar macht das."

Ihr Umschlag liegt in der Nachttischschublade.

Sie brauchen nicht nachzählen.

Und Vollverpflegung verstehe ich anders.

Räumen Sie nachts nicht den Kühlschrank aus.

Schlafstörungen. Zu ruhig hier.

Leihen Sie sich Pillen von meiner Mutter, das spart Geld.

Ich wollte Sie nicht verärgern, seien Sie nicht so.

Ich gehe einkaufen.

Seien Sie diskret und kaufen Sie nichts zu Teures.

Entschuldigung, Philomena. Wären Sie so gut, etwas leiser zu machen?

Oma möchte uns Fotos von Opa zeigen.

In einer roten Kiste im Keller oder im Abstellraum.

Im Keller ist nur dein Wein.

Verdammte Scheiße.

Verdammte Scheiße!

- Guten Abend. Aissa, die neue... - Ist mir schon klar.

Umsonst wohnen. Ist das Leben nicht schön?

- Sie sind armselig. - Sie sollten abschließen.

Das kriegt aktuell keiner hin.

Diese Penner...

Drecks-Bobos, halten Moralpredigten.

- Aber ich lache drüber, sehr lustig. - Das ist widerlich.

Warte erst, bis du diese Bamboula siehst.

Banania...

- Rede nicht so! - Stell dich nicht so an.

- Werte Dame... - Hör auf damit!

60 % der betroffenen Franzosen nehmen die Maßnahme ruhig und mit Würde hin.

Und wo stehen wir?

- Was? Was hast du gesagt? - Nichts.

Ich gehe Luft schnappen. Da fühle ich wenigstens was.

Machst du mir in der Hinsicht auch Vorwürfe?

Ich weiß gar nicht mehr, was du mit "der Hinsicht" meinst.

Rauchst du?

Manchmal.

Na so was. Beginnt die Revolution?

Sag es nicht deinem Vater, ja?

- Du warst sowieso schon immer so. - Wie bin ich denn?

Du lässt ihm immer alles durchgehen und wunderst dich dann.

Ich habe meine Definition des Kleinbürgers und der Kleinbürgerin gefunden.

- Ja? Und was ist ein Kleinbürger? - Jemand, der Angst hat.

Gutmenschen und ihre Untaten.

Eine Kammer, eher eine Bruchbude unterm Dach, mit Spitzen-Sanitäranlagen.

- Seltsame Gastfreundschaft. - Und deine Mutter und die Putzfrau, Idiot?

- Kein Grund für Beleidigungen. - Du kommst auch noch dran.

- Wollen Sie nicht den Aufzug? - Nein danke.

Idiot.

- Sind Sie eine arme Angestellte? - Eigentlich nicht.

Wenn Sie Sonderrechte oder eine Ausnahmeregelung wollen,

vergessen Sie es gleich.

Ganz im Gegenteil.

- Guten Abend. - Guten Abend.

Was machen Sie denn...

Die blöde Kuh.

Deutsche Polizei!

Na los, komm, schlag zu. Denunziant! Nazi!

- Los, sprechen wir uns aus. - Was ist mit Ihnen los?

Da freust du dich, was? Ja, er freut sich.

Seht, wie er sich freut.

Ich, ein Denunziant? Das wäre das Allerletzte.

Bekomm das mal in deinen Schädel rein. Denunziation!

Du schämst dich, aber sagst nichts und lässt mich machen, du Waschlappen.

Du bist gegen meinen Willen zum Rathaus, für eine Sonderregelung!

- Und ich habe rebelliert! - Du hattest die Hose voll!

Diese Schande. Man wird uns jetzt wie Aussätzige behandeln.

- Das stört dich, ja? Wirklich selbstlos. - Immer entscheidest du.

Ich gehe dann mal.

Wir haben auch Gäste, wurden denunziert. Das haben wir gemeinsam.

- So eine Schande... - Ist gut jetzt.

- Da kriegt man ja Angst. - Warum? Haben Sie sich etwas vorzuwerfen?

Sie sind doch völlig krank.

- Sa... Salz? - Salz, sicher.

Viel Erfolg. Viel Erfolg.

- Hast du die Schlüssel? - Ja.

Setz die bitte auf.

Ja, sehr gut. Kommen Sie rein.

Die Füße vom Sofa, bitte.

William, nimm die Füße vom Sofa!

Ich hab dir hundertmal gesagt, zieh die Schuhe aus.

Das ist William, er ist Student...

und schwul.

Von der Familie verstoßen. Wissen Sie, wo erlebte?

Porte de Clichy, in einem Müllverschlag in einer Garage.

Seine Nachbarn sind Dealer, haben ihn dreimal verdroschen.

Man hat ihm empfohlen, eine leere Wohnung zu besetzen, aber er wollte nicht.

Er wollte keinen Ärger mit der Polizei.

Er trägt schon meine Hemden, das kleine Trampeltier.

- Also... - Nehme ich Wein- oder Wassergläser?

Beides.

Das ist Odile, sie war Französischlehrerin.

Und sie hat auch Erdkunde unterrichtet, nicht wahr?

Sie hatte letztes Jahr Depressionen und...

das Leben spielte ihr übel mit.

Inzwischen hält sie es wie die Afrikaner.

Sie sucht das Geld dort, wo es welches gibt.

Letzte Woche war sie auf einer Malerbaustelle.

Heute ist sie um vier Uhr aufgestanden,

um Heizdecken zu verkaufen.

Ironie des Schicksals... Heizdecken.

In was für einer Welt leben wir nur, teurer Freund.

Was wollten Sie noch gleich... Ach ja, Salz.

Bitte sehr.

Wir sehen uns oft, aber kennen uns kaum.

Ich heiße Michel.

- Pierre. - Na dann, Sie kennen den Weg, Pierre.

Ich kümmere mich um das Gratin.

Ich danke Ihnen. Ich habe großes Glück, bei Ihnen zu sein.

- Wie war noch gleich Ihr Vorname? - Madeleine.

Was ist Ihr Beruf?

Aktuell arbeite ich für Zeitarbeitsfirmen.

Das Badezimmer ist dort. Bitte klopfen Sie an, es gibt nur eins.

Die ganze Familie nutzt es.

Ich hoffe, dass Sie sich bei uns wohlfühlen werden.

Willkommen, Madeleine.

Richtig so! Richtig so! Richtig so!

Ich nahm keine Schwarzen oder Alten, davon haben wir schon zwei.

Philomena will bleiben, ich gab ihr dein Büro. Sie hat gemeckert, wie immer.

- Zieh ihr das Sofa aus. - Du hast mich denunziert.

"Uns" denunziert. Dich, mich und die Bobos von oben.

Falls du dachtest, ich mache bei deinem abscheulichen Schwindel mit...

Ich sage dir mal etwas, Schatz:

Weder deine Mutter noch deine Tochter werden bestreiten,

dass du ein Riesenarsch geworden bist.

Herr Dubreuil, dürfte ich Sie kurz sprechen?

- Ich schlafe auf einer Couch. - Ich hab kein Büro mehr.

- Das blaue Zimmer war besser. - Das hat jetzt eine wirklich Bedürftige.

Sie ist befristet angestellt, macht Zeitarbeit oder so. Egal.

Sie ist arbeitslos, wie wir alle bald.

Und Sie jetzt gleich, wenn Sie in dieser Krise weiter jammern.

- Aber ich bin nicht gemeldet. - Nein, "nicht mehr" gemeldet.

Ich habe Sie nicht mehr gemeldet, und darüber waren wir uns einig,

weil Arbeitgeber die Scheiß-Sozialabgaben nicht mehr steuerlich absetzen können!

Gefällt Ihnen mein Chesterfield nicht, gehen Sie.

- Je weniger, desto besser. - Zu spät.

- Wie? - Ich wurde ersetzt.

Wie bitte? Wer hat Sie ersetzt?

Die Geliebte meines Mannes. Ich war ja nie da.

- Verlässt du das eheliche Bett? - Die eheliche Absteige.

- Früher warst du nicht so ein Idiot. - Warum bist du geblieben?

- Wegen der häuslichen Wärme? - Von dir kommt ja keine.

- Du schläfst seit Jahren nebenan. - Du kommst damit klar.

Ja, das trifft es ziemlich gut.

- Du knickst als Erste ein, Mutter Teresa. - Pierre...

Abbe Pierre.

Gute Nacht.

Verfluchter Idiot.

Trottel... Schwachkopf.

Impotenter Versager.

Schlappschwanz.

Wir haben uns richtig entschieden.

Ja, wir haben uns richtig entschieden,

aber wir hätten doch einen Lagerraum mieten sollen.

Warum nicht gleich ein Hotelzimmer?

- Lass mir ein bisschen Platz. - Genau das meine ich.

- Da ist mein Platz. - Wenn ich bitten darf, Oma.

Pierre, hör mal zu...

Letzte Nacht habe ich nachgedacht.

Es ist ja schön und gut, sie im Winter zu beherbergen,

aber keiner denkt an die Sommerhitze.

In ein paar Monaten sind sie wieder auf der Straße, und dann?

Mal im Ernst, Pierre. Ich sage dir, es ist was faul im Staate Dänemark.

Und wer darf den Extramüll entsorgen?

Er beherbergt sie nicht nur, er ernährt sie auch.

Überall nur Spinner.

Meine Frau hat uns denunziert. Uns, das ganze Viertel.

Aber wenn ich Ihr Gesicht sehe, kann ich fast darüber lachen.

Radfahren im Schnee ist nicht ohne, was?

Lass dir den Schnee vom Jaguar fegen, Idiot.

Du willst mal was Gutes tun und denunzierst Leute?

- Geh mal in dich, dumme Kuh. - Oh, wie nett.

Aber frieren die Frau und das Kind im Zimmer fürs Hauspersonal nicht etwas?

- Nur weiter so. - Seit zwei Jahren tun Sie,

als wären wir reaktionären Nazis an allem schuld.

- Unsinn. - Ich fühle mich verurteilt.

Ja! Ihre Blicke fühlen sich an wie Prüfungen.

- Wer hält nun Moralpredigten, du Zicke? -"Du"? Und wann essen wir zusammen?

Los, hau ab. Färb dir die Haarwurzeln, faules Stück.

Zicke!

Musst du dir nicht die Wurzeln färben, du Zicke?

Hältst dich wohl für die Superheldin des 6. Bezirks!

Wissen Sie, mich... darf man nicht provozieren.

Mich auch nicht.

Verdammt!

Blöde Gans. Da, du blöde Gans.

- Mein Arm! - Ist mir scheißegal!

- Nimm das! - Ich brech dir den Arm.

Es reicht jetzt!

- Du Klischee-Spießerin! - Klischee-Bobo!

Die kotzt mich an.

Alte Zicke.

Das schlechte Wetter kann noch 'ne Weile anhalten.

Sie sollen nach Hause gehen.

- Bouba! - Ja?

He, Leute, wir hören auf! Wir machen Schluss!

Was machst du denn da?

Hier.

Zieh das an.

Ich kann eh nicht mehr Ski fahren. Bänderriss.

Arbeitest du hier?

Du sagst nichts, bittest um nichts. Du jagst mir Schuldgefühle ein.

So eine Scheiße. Was soll denn das?

Mist.

Oh nein... nein...

Ich bin so ein Idiot!

Was für ein Idiot ich bin! Scheiße!

Scheiße.

Sie hängen ja echt gern im Treppenhaus ab.

- Was haben Sie? - Nichts, ein leichtes Herzstechen...

Wie können Sie nur bei dem Wetter so rausgehen?

Mir wurden die Autoschlüssel geklaut.

Es gab kein Taxi. Und mein Geld war sowieso auch weg.

Ich wollte Geld für die U-Bahn schnorren und wurde zusammengeschissen.

- Sie kriegen noch eine Lungenentzündung. - Sind Sie Ärztin?

Krankenschwester.

- Sie sollte doch in die Atelierstube! - Die Atelierstube?

- Hier, meinst du? Außerdem malst du nie! - Na, eben.

- Sie hat ein Baby, Bea. - Ist doch nett hier.

Au!

Sie wurde aus einem 4-Quadratmeter-Zimmer geworfen.

Sie ist alleinerziehend. Ihr Exmann schlug sie.

Sie ist Putzfrau in Disneyland! Jeden Tag vier Stunden mit dem Regionalexpress!

Und sie ist allergisch gegen die Putzmittel. Vier Stunden täglich!

Mitten im Winter aus einem 4-Quadratmeter-Zimmer geworfen!

-4 Quadratmeter! - Die Zicke von unten war's.

- Ja, sie hat's mir erklärt. - Erklärt?

Wir haben geplaudert, Tee getrunken, und ich habe ihr gedankt!

Jawohl, gedankt! Immer verurteilst du sie mit deinen Blicken und Bemerkungen.

Bea, der Krieg zwischen links und rechts ist von gestern!

Was sagt sie?

Ich habe ein Übersetzungstool für die malische Sprache. Kommen Sie, Nassifa.

Sagen Sie es bitte noch mal? Aber ganz langsam.

Legen Sie los.

"Wir haben eine gute Tat vollbracht und mein Herz flattert."

Ihr Baby ist noch nicht abgestillt?

Wir...

Bea...

wollte nicht stillen.

Und deshalb... Saugflasche.

So konnte ich unserem Kind nachts zu trinken geben.

Ich schlafe sowieso nie.

Niemals heia.

Denn nachts arbeite ich.

Ich arbeite.

Ich schreibe.

Ich schreibe. Sehen Sie?

Bea, diese Frau Dubreuil ist eigentlich nett.

Man sollte nicht vorschnell urteilen.

Niemals heia.

Ja, komm her. Sie ist so süß.

Bea, kannst du dich nicht mal locker machen? Locker.

- Sieh nur, wie süß sie ist. -"Er". Es ist ein Junge.

Wo ist eigentlich Pene?

Scheiße, ich hab die Kita vergessen.

Wo sind denn nur meine Tabletten?

Da sind sie ja.

Nie war ich glücklicher als unter der deutschen Besatzung.

Meine Eltern versteckten hier Juden. Deine Großeltern.

In dieser Wohnung.

Mein Vater war ein toller Kerl. Deiner auch, auf seine Art.

Übrigens habe ich mich oft gefragt...

Nein, schon gut.

Weißt du, es ist nur einmal passiert. Ein Seitensprung mit einem Kommunisten.

Georges... war wirklich einmalig.

Wie er mich zum Lachen bringen konnte!

Wenn du mal die Stimme wiederfindest...

Und du warst so lieb, als du klein warst.

Du hast deine Freunde immer mit deinen Sachen spielen lassen.

Du hast immer alles geteilt.

Du hast immer alles geteilt.

- Wir müssen den Vertrag ändern. - Nein, es ist beschlossene Sache.

Die Tür!

- Du bist zurück? - Ja, ich bin zurück.

- Wie war dein Tag? - Schön, und deiner?

Sehr schön.

Na, wunderbar.

Haben Sie vielleicht ein Heizgerät für mich?

- Nein, kein entbehrliches. - Es ist nämlich so.

Draußen friert man, also zieht man sich warm an

und reißt sich zusammen.

Aber drinnen entspannt man sich und glaubt, man ist aus dem Schneider.

Man wird weich und lässt sich gehen. Dann schlägt die Kälte zu.

Im Nacken und in den Gliedern. Schauen Sie.

Ich habe Frostbeulen, seit ich hier wohne.

Sie wirken total deprimiert.

Total, ja.

Na dann, ein Hoch aufs Zusammenleben.

Zigarette?

Davon kriegt man einen Herzinfarkt.

Herzinfarkt!

"Unsterblichkeit". Heftige Lektüre.

Ich bin ein Hypochonder, lasse mich alle sechs Monate durchchecken.

Sie lügen, Herr Dubreuil!

Echte Hypochonder gehen nicht zum Arzt. Er würde ihnen ihre geliebte Angst nehmen.

Dann bin ich wohl ein falscher.

Und Sie?

- Was? - Was ist Ihr Beruf?

"Festanstellung"!

Ich und Festanstellung? In zwei Monaten, zwei Jahren, fünf Jahren?

- Was machen Sie dann hier? - Hab mich durchgemogelt. Das kann ich gut.

Als könnte eine Verordnung mich mit einschließen!

So ein Scheiß! Scheißverordnung!

Als hätten nur Menschen mit Arbeit das Recht, nicht zu erfrieren!

Und wir haben sehr gefroren.

Madeleine, 43 Jahre alt, ledig, obdachlos.

Ohne Steuererklärung.

So, jetzt wissen Sie alles.

Pierre.

"Pierre", wie ein kleiner Stein...

Also dann. Auch Arbeitslose haben Sachen zu erledigen.

- Gehen Sie? - Ja.

Zu meiner alten Adresse.

Die größte Armut ist, keine Freunde zu haben.

Brauchen Sie 'ne Einladungskarte?

Jesus wohnt seit neun Jahren am selben Ort

und hat sich höchstens fünf Meter fortbewegt.

"Ohne festen Wohnsitz"? Seit Jahren sind sie auf demselben Stück Bürgersteig!

- Spielst du uns einen Schmortopf-Sketch? - Nein, heute nicht.

- Den mit dem Eintopf! - Na komm schon, Madeleine!

Binde das Fleisch, damit es seine Form behält!

Zerstückle den Ochsenschwanz!

Ich schäle die Karotten, den Lauch und die Selleriestange.

- Wo sind der Knoblauch und die Zwiebeln? - Ja, wo?

Los, ins Wasser damit!

Richte es in einer warmen Schüssel an.

Alles zu Tisch 12. Vergiss nicht den scharfen Senf...

und die Essiggurken!

- Ein Restaurant... Ich hatte mal eins. - Das stimmt.

Dachtest du, ich bin mit 'nem Schlafsack unterm Arm geboren?

Noch ein wenig...

Nicht zu viel.

- Auf die Gastfreundschaft! - Auf die Gastfreundschaft!

Auf die Gastfreundschaft!

ICH ERTRAGE DIE WOHNUNGSTEILUNG NICHT UND BRAUCHE HILFE.

- Du schläfst nicht? - Nein... ich bereite meine Vorlesung vor.

Ist bei dem Fernsehlärm nicht so leicht.

Bea'? 'Ja'?

- Ich bin stolz auf dich. - Ich bin auch stolz auf dich.

Hast du diese Frau gesehen? Ihre Augen? Das Weiß in ihren Augen?

Ich will etwas richtig Soziales schreiben.

Keine Liebesgeschichte mit Happy End mehr,

blau, wenn sie am Meer oder an einer Lagune spielt,

grün, wenn sie am Waldrand spielt, und jetzt weiß, weil Winter ist.

Aber diese Geschichten sind doch wunderbar.

- Ich weiß, dass du das Gegenteil denkst. - Unsinn.

Unsinn, genau.

Wenn wir alle ein wenig Unsinn machen, kann viel Großartiges dabei rauskommen.

Verdammt...

das ist gut, was ich da gesagt habe, ein guter Titel.

Warte, das muss ich aufschreiben.

Das schreibe ich auf: "Wenn wir alle...

ein wenig Unsinn machen...

kann viel Großartiges dabei rauskommen."

Zimmerservice!

Nimm die Mütze ab.

- Raus mit euch. - Raus mit uns...

- Raus mit euch! - Wir kommen ja schon.

Dann dürften Sie also gar nicht hier sein.

Sie sind keine arme Angestellte, sondern eine Obdachlose.

- Christine... - Was? An Gesetze muss man sich halten.

Bloß weil dein Vater in der Armee war.

Ich habe zwar keine Arbeit... Im Moment nicht.

- Aber ich bin arm. - Ja.

Falsche Aussagen und falsche Papiere mache ich dauernd. Hat dich nie gestört.

Du wirst sehen: Kennt man sie einmal, sieht man alles anders.

- Es sind seine Freunde. - Seine Freunde...

Guten Morgen!

- Morgen. - Christine Dubreuil.

- Mickey. - Wunderbar. Ist Ihr Hund lieb?

Sehr lieb.

- Nicht aggressiv? - Nein.

- Haben Sie Trockenfutter? - Nein.

- Ich kaufe Ihnen welches. Willkommen. - Danke.

Klopf, klopf.

Guten Morgen. Ach, Sie sind zu zweit.

Christine Dubreuil. Willkommen bei mir.

- Angenehm. - Christine.

Hallo. Ach, auch zu zweit. Sind das meine Kissen?

Wir werden uns organisieren, dann läuft alles reibungslos.

Aber eins vorab: Wenn Sie bleiben wollen, müssen Sie alle ein Bad nehmen.

Weil... Ein ganz klein wenig.

Morgen, Frau Bretzel. Sie sehen nicht gut aus.

- Schlecht geschlafen... - Hat Mama schlecht geschlafen?

So ein süßes Blondchen.

- Also... - Kann ich kurz mit Ihnen reden?

Privat.

Ich habe eine... Tauschbörse aufgebaut.

Wofür?

Es könnte Sie interessieren.

So habe ich schon einigen in der Umgebung geholfen.

Vielen im 16. Bezirk, und im 8. auch.

Im 17. auch ein paar.

Im 7. Bezirk... sind meine besten Kunden.

Erst gestern half ich hochrespektablen Leuten aus der Patsche.

Die ihnen zugewiesene Dame war nett,

aber sehr laut, weil schlafgestört.

Lärm die ganze Nacht, rituelle Waschung am Morgen. Das Paar war am Ende.

Ich hatte einen diskreten, salonfähigen Herrn im Angebot,

der gegen die Katze seiner Gastfamilie allergisch war.

Der Tausch verlief reibungslos, alle sind zufrieden.

Entschuldigung.

Hallo? Ja?

Eine Dame mit Hund? Welche Rasse?

Nein, nicht der Hund. Die Dame.

Ich hätte eine Frau aus Mali mit Kind für Sie.

Alles gut, mein Schatz, hab keine Angst.

So seltsam es scheinen mag, manche haben sie lieber in dieser Farbe.

Lässt die mich mal in Ruhe? Sonst zeig ich sie noch an.

Nassifa?

Was haben Sie denn?

Was?

Was sagen Sie?

"Meskarabatina"... Was sagt sie?

Das sind solche Schweinehunde! Und natürlich ganz ohne Vorwarnung!

Vier Stunden Fahrzeit täglich, und dann wird sie gefeuert!

- Das ist natürlich nicht so toll. - Nicht so toll?

Was soll ich sagen? In Krisenzeiten werden halt Leute gefeuert.

Ich hab heute eine Diskussion darüber moderiert.

Im Moment hat eben niemand Lust auf Micky Maus!

- Es ist schrecklich. - Ja, schrecklich.

Sie hatte eine Arbeit, aber keine Unterkunft. Nun ist es umgekehrt.

Sie ist immer noch obdachlos.

Wir können sie nicht in ein paar Wochen rauswerfen, nur weil der Frühling kommt.

- Gehst du wie geplant zur Buchmesse? - Was?

- Die Buchmesse. - Ich weiß nicht. Mich plagt das Ganze.

Laste dir nicht alles Elend der Welt auf. Geh doch hin. Das ist wichtig.

Es ist dein Beruf.

Du kommst ja gut voran! Du kommst richtig gut voran.

- Also, Madeleines Eintopf... - Ja, richtig gut.

Das ist noch gar nichts. Wartet mal mein Ragout ab.

- Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag? - Ich... Kommt drauf an.

Ich bin sehr sportlich.

Ich laufe, laufe, laufe... bleibe stehen,

flaniere, trinke einen Kaffee, suche kleine Scheine...

Momentan findet man selten welche.

- Solche Tage ziehen sich. - Arbeitstage auch.

Im Seniorenheim schlagen wir mit Zank-Patience die Zeit tot.

Werde ich ja wohl mal sagen dürfen.

Und Sie, Christine? Wollten Sie nie arbeiten?

Nein, nie.

Wird Ihnen nicht langweilig?

Ich meine... was machen Sie den ganzen Tag?

Das kommt drauf an.

Mal drehe ich Däumchen,

mal nehme ich die Beine auseinander...

Heute war ich zwei Stunden beim Bogenschießen. Anstrengend.

Na ja, ob Job oder nicht,

Obdachloser oder armer Angestellter, jeder braucht ein Dach überm Kopf.

Ja, Wohnraum ist ein primäres Gut. Der Staat muss da eingreifen.

Na ja, aber Miete ist nun mal Miete.

Was weißt du über Mieten? Du hast noch nie etwas gemietet.

Nur DVDs, Skier und Villen am Cap Ferret.

Heute sperren sie alles ab. Bänke kriegen Abtrennungen, damit sich keiner hinlegt.

Sie haben ein ganzes Arsenal gegen Obdachlose entwickelt,

um einen Wertverlust ihrer Wohngebäude zu verhindern!

Jedenfalls, Herr Dubreuil, Frau Dubreuil...

möchten wir Ihnen alle danken.

Denn ganz ehrlich, Sie sind wirklich gute, wunderbare Menschen.

- Ja. - Ja, das stimmt.

Danke.

Also... auf die Solidarität.

Auf die Solidarität!

Christine... auf die Solidarität.

Ja.

Diese Frau ist herrlich.

Herrlich. Als würde ich nach einer langen Nacht aufwachen.

- Ist dir klar, was du da sagst? - Was?

Dass dein Leben mit mir ein 20-jähriger Schlaf war.

Ich habe mich eben noch nie so lebendig gefühlt.

Ich halte das nicht mehr lange aus.

- Ich verstehe dich einfach nicht. - Nein. Nie.

Wir sind nie auf einer Wellenlänge.

Gute Nacht.

- Das ist doch lächerlich. - Mag schon sein.

Aber es ist so vorgeschrieben.

- Ja, ich habe links gewählt und bereue es. - Siehst du? So einfach ist das.

- Willst du noch ein Stück? - Gern.

Ihre Website ist wirklich gut.

Er wohnt bei einem Paar in der Vorstadt. Hier wäre er näher an seiner Baustelle.

Aber er spricht kein Wort Französisch.

Das ist egal, das stört uns nicht.

In bar. Ist besser für alle.

- Und sie wird gut behandelt werden? - Wenn ich's dir doch sage.

Ihr Kuchen ist wirklich gut.

Tiefkühlkost.

Küsschen. Bis heute Abend. Verpass deine Bahn nicht.

- Bea... - Ja?

- Ich hatte heute einen schönen Traum. - Ich auch. Na los.

- Bea... - Ja?

- Ich liebe dich. - Ich dich auch.

Küsschen, Küsschen.

Alles klar, Nassifa?

Ich heute nicht arbeiten. Wie du.

Nein, du nicht weinen!

- Arbeit verloren. - Du dauernd weinen.

- Arbeit verloren... - Ich haben gute Nachrichten für dich.

- Arbeit gefunden? - Nein.

Nicht Arbeit gefunden, aber neue Unterkunft gefunden.

In einem schönen, großen Haus mit einem kleinen Garten.

- Hallo, Francoise. - Ich bin Christine.

Frau Dubreuil, Ihren Scheiß aufzuräumen, den Ihres Mannes,

Ihrer Tochter und Ihrer Schwiegermutter ging mir zugegeben auf den Keks.

Aber den Scheiß dieser Leute auch noch...

Für 3000 Euro im Monat, Philomena.

Nie war ich glücklicher als unter der deutschen Besatzung.

Meine Eltern versteckten hier in dieser Wohnung Juden. Das war schön.

Geht's, Nassifa? Nicht zu eng da hinten?

Sie werden sich wohlfühlen in Ihrem neuen Haus.

- Ich hätte doch die U-Bahn nehmen können. - Ich hole dich gern ab.

Waren viele Leute da?

Immer der gleiche Quatsch und dieselben Gesichter. Ich bin todmüde.

Hab einen Krampf im Handgelenk. Wenn ich meine Leser so sehe, frag ich mich...

Übrigens, Nassifa ist ausgezogen.

Sie bekam einen neuen Job und eine nähergelegene Unterkunft.

Und wo ist Pene?

Sie guckt mit Kristian einen Trickfilm.

- Kristian? -30 Jahre alt, Moldawier, Maler.

Er wollte von sich aus in die Atelierstube. Bei seinem Beruf...

Die Matratze aus dem Zimmer fürs Hauspersonal zu holen, war echt schwer.

Guten Abend, Herr und Frau Bretzel. Alles klar?

Guten Abend.

Danke, dass Sie auf die Kleine aufgepasst haben.

Ist alles gut gelaufen?

Na, komm.

Ich bringe sie ins Bett.

Ich lasse euch dann... quatschen.

Hallo.

Ich bin... Gregory.

Aber...

du kannst mich Greg nennen.

Kristian.

Du...

Sie... sind Maler, richtig?

Ich...

Ich...

Also dann...

Willkommen... Kristian.

Gute Nacht, mein Schatz. Schlaf gut.

- Hat sie gar keine Nachricht hinterlassen? - Nein. Sie wirkte sogar recht zufrieden.

Sie konnte ja kaum reden, was sollte sie da schreiben?

Es war das falsche Viertel für sie. Viel zu teuer. 2,50 für einen Kaffee!

Ist ja schon für uns zu teuer.

Diese Maßnahme ist dämlich.

Man hilft ihnen aus der Patsche,

aber sie landen in Vierteln, die viel zu teuer für sie sind.

Boutiquen, Boutiquen, nichts als Boutiquen.

Versuchungen. Da wird ihnen bloß ihre Armut bewusster.

- Die Durchmischung hat ihr Gutes. - Findest du?

Vielleicht hast du recht. Vielleicht liege ich falsch.

- Für Kristian sind die Preise dieselben. - Ja, ist mir klar.

Ein Job und eine nähergelegene Unterkunft. Die Regierung leistet gute Arbeit.

Das ist gelebter Sozialismus.

Du hast mich erschreckt.

Glas Wasser?

Ein Glas Wasser?

Ach, ein Glas Wasser. Na, in der Küche.

Ich habe 20 großartige Seiten geschrieben.

Es ist wie ein...

Strom von Geistesblitzen.

Schön.

Super, super.

Ich habe zu mir gefunden, Bea.

Ich habe zu mir gefunden.

Wenn ich an all die Pariser denke, die keinen Schlafplatz haben...

Ich als eingefleischter Stubenhocker

bin verblüfft darüber, wie Sie leben.

Tja, man passt sich an alles an.

Sehen Sie mal, Möwen.

Ja.

Ja, da sind Möwen.

- Gehen wir nach Hause? - Ja, gehen wir nach Hause.

- War euer Spaziergang schön? - Du hast mich erschreckt.

Wieso? Ich bin es doch nur.

Wo sind denn alle?

Unter den Brücken.

Dafür wurden sie gebaut.

Scheint dir nahezugehen, das Schicksal der Pennerbande.

- Aber keine Träne für deinen toten Vater. - Du wirfst alles durcheinander.

Was hat mein Vater damit zu tun?

Sieh dich an. Sieh dich nur mal an.

Armselig.

Man weiß gar nicht, wer hier wen an der Leine führt. Du bist erbärmlich.

- Lassen Sie sich gerne durchfüttern? - Stört mich nicht.

Und Sie?

Du sagst nichts?

- Sie beleidigt mich, und du sagst nichts? - Wo gehen Sie hin?

Unter die Brücken. Und das ist mir sehr recht so.

Mir auch. Hau ab! Du weißt genau, dass du gar nicht hier sein darfst!

- Gammlerin! - Beruhige dich.

Soziale Launen eines geltungsbedürftigen Midlife-Hippies? Ohne mich!

Wenn du mit deiner Nutte betteln gehst, sag Bescheid.

- Ich gebe dir gern eine Münze. - Ich schlafe nicht mit ihr.

- Umso schlimmer. - Gut, ich zahle. Ist ja immer so gewesen.

Ganz toll. Endlich mal raus aus der Haut, was?

Ich hatte das Gefühl, mal nützlich zu sein.

Genau, lauf ihr nach wie ein kleiner Hund!

Renn ihr nach, deiner Nutte!

Aber Vorsicht, nicht erkälten! Der soziale Rettungsdienst ist überlastet!

- Was ist mit dem Rettungsdienst? - Seien Sie mal ganz still.

Seien Sie so freundlich und bleiben Sie höflich.

Ich sage Ihnen mal was.

Es hat mich sehr verletzt, dass Sie Essen organisieren, ohne mich einzuladen.

Also treiben Sie es bitte nicht zu weit!

Ich habe allen Grund, beleidigt zu sein.

Scheiße! Diese Luftzüge!

Madeleine!

Seltsam, seltsam.

Würde bitte jemand so freundlich sein, mir die Tür aufzumachen?

William?

Schon wieder hier?

Es scheint Ihnen nicht besser zu gehen.

Wie schaffen Sie das nur? Ich könnte das nicht.

Was?

Einfach so Fremde bei mir aufnehmen.

Für Sie muss ich wohl eine Ausnahme machen.

Alles klar, Kristian? Gut geschlafen? Brauchen Sie irgendwas?

- Seine Diskretion ist geradezu unangenehm. - Aber nein!

Nassifa war anwesend. Wir merkten, dass wir ihr halfen.

Mein kleiner Schatz kriegt was zu trinken,

und der arme Kristian ein schönes Mittagessen.

Er ist aus dem Osten, wird ausgebeutet und verdient zu wenig für ein Dach überm Kopf.

Scheiße.

Scheiße. Bea!

Der Dreckskerl ist abgehauen.

Mein Mac, verdammt!

- Hast du Sicherheitskopien? - Ich ahnte es!

Ich hätte es wissen müssen!

Wie er meine Uhr ansah! Zum Glück hab ich sie anbehalten!

Ich nicht.

Verdammte Scheiße.

Und?

Scheiße.

- Was hast du vor? - Beschwerde einreichen.

- Weswegen? - Und wir haben ihm Pene anvertraut.

Er hätte sie entführen können... Aber er wollte nur unsere Kohle.

Verdammter Rumäne!

Moldawier.

Nun komm schon!

Ich weiß nicht so recht...

- Unglaublich, dass du das getan hast. - Sie ist ja nicht auf der Straße.

Wo sind sie? Wo ist Nassifa?

Bei einem Paar, dem es nichts ausmachte.

"Dem es nichts ausmachte"? Verdammt noch mal!

Du hast sie ausgetauscht wie einen kratzigen Pulli gegen einen aus Kaschmir?

- Und dafür bezahlt? - Kein Mensch hätte das ausgehalten!

- Dich stört ja nie was! - Du hast sie nicht mehr alle.

- Wo gehst du hin? - Raus. Hier stinkt es nach Rassismus.

Aber doch nicht, weil sie schwarz war! Weil sie ständig hier war! Ständig!

Was ist denn los?

Ehrlich gesagt...

es war nur ein blöder Luftzug, die Tür ist zugeknallt.

Ich wollte nicht klingeln.

Ich habe ein wenig an die Tür getrommelt, aber ehrlich gesagt...

ich wollte die Armen nicht wecken.

Sie haben es so schon schwer genug.

Also bin ich hier geblieben.

Ja...

Es war eine sehr bereichernde Erfahrung.

Es hat mir...

Es hat mir Freude bereitet. Ich habe mich mit ihnen identifiziert.

Sie haben ja Gehirnvereisung.

Wenn Sie wüssten, wie kalt es auf diesem Treppenabsatz ist...

William!

Herr Bretzel!

Erinnern Sie sich an mich? Das Zuweisungsbüro im Rathaus.

Ach ja, natürlich.

Sind Sie Alkoholiker? Ist ja aber auch normal, für einen Schriftsteller.

Sehen Sie mal, Ihre beiden Bücher.

"Blaues Paradies", "Grünes Paradies".

Mich beschäftigt da etwas in Bezug auf "Blaues Paradies".

Ich hätte eine kleine Frage an Sie. Haben Sie Zeit?

Es ist kalt, aber es ist Tag.

Christine, ich sagte es Ihnen doch schon vor 20 Jahren:

Sie hätten nie aufhören dürfen zu arbeiten.

Ach so, Sie haben ja nie gearbeitet. Ich bringe Sie auf andere Gedanken.

Monopoly? Scrabble?

Hau ab.

Er macht die Tür auf...

und was sieht er da?

Er sieht... seine Frau.

Alles klar!

- Hallo. - Hallo.

287.

Ach ja, Afrika.

Ich kenne Afrika nicht so gut. Die Serengeti...

- Ich würde gern mal hin. - Ich kenne Afrika auch nicht.

Nicht? Na so was.

- Möchten Sie rein? - Nein, ich taue hier ab.

- Ich würde ja gerne noch plaudern, aber... - Ja, klar.

Tschüss.

Afrika...

Ich würde Sie ja auf mein Zimmer einladen, wenn ich eins hätte.

Ich würde Sie auf mein Zimmer einladen, wenn ich eins hätte...

Ich würde Sie ja auf mein Zimmer einladen...

- Hallo. - Hallo.

Ich... habe meine Wohnungsschlüssel verloren.

- Rufen Sie einen Schlosser. - Einen Schlosser.

- Was machen Sie hier? - Kommen Sie... Komm rein.

Nur ganz kurz.

Warten Sie, das kann nicht sein...

- Doch! - Ich habe meine Tochter heute hergebracht.

Ich sage es Ihnen noch einmal: Sie haben sie heute nicht hergebracht!

Scheiße! Scheiße!

Mama ist da! Mama ist da!

Pene!

Ich störe ungern, wenn Sie so beschäftigt sind,

aber Ihre Freundin von oben möchte Sie sprechen.

Meine Freundin von oben?

Ich hab meine Schlüssel vergessen, und meine Tochter ist drinnen geblieben.

Meine Schlüssel auch.

- Meine Tochter ist drinnen. - Stehen Sie nicht so dumm da!

Francoise, ich kann den Frühling kaum abwarten!

Ich bin hier immer noch zu Hause, Kleine.

Ich hab meine Schlüssel vergessen! Meine Tochter ist drinnen!

Mein Mann ist Hypochonder. Wir haben etliche Röntgenbilder.

Bitte.

Mama ist da!

Solidarität, Solidarität... Das Totschlagargument.

- Ich weiß nicht, wie Sie so leben können. - Kalt...

Sie sind ja wirklich aufs Ganze gegangen.

- Ich ertrage keine Gäste. Ist das normal? - Ich weiß nicht mehr, was normal ist.

- Ich habe auch etwas Abscheuliches getan. - Was ist mit Ihrer Haut? Sie ist ganz rot.

Ich hab mich mit einem Reinigungsschwamm gewaschen. Mit der grünen Seite.

Darf ich?

Kommst du?

Ich liebe Kinder.

Ich hätte gern drei gehabt.

Ich schäme mich ja so.

- Ich ekle mich vor mir selbst. - Geißeln Sie sich nicht.

- Jeder hätte so reagiert. - Wirklich?

Nein, vielleicht nicht jeder.

Ich ekle mich vor mir selbst. Ich ekle mich ja so...

Was nützt es, so zu jammern?

Immerhin ist sie bei einem Paar, das gut für sie sorgt.

Da bin ich nicht so sicher.

Nie hat man seine Ruhe.

Bleib da, Jean-Marie. Ja, ich komme!

Bei wem habe ich sie untergebracht?

Seltsam, ich finde sie nicht wieder.

Was habe ich gemacht? Wohin habe ich sie gebracht?

Wohin habe ich sie bloß gebracht?

Ich hab's.

Ich habe sie bei Vitry abgesetzt.

- Vitry-sur-Seine. Ein besetztes Haus. - Ein besetztes Haus?

Schätzchen, glauben Sie wirklich, dass es Paare gibt, die welche anfordern?

Sie haben geglaubt, was Sie glauben wollten.

Nur weil es Leute wie Sie gibt, gibt es Leute wie mich!

- Wie kann man hier leben? - Wäre ich arm, würde ich mich umbringen.

Biegen Sie rechts ein.

Interessieren die sich für uns oder das Auto?

Das Auto, das Auto...

Keine Angst, ich habe meine Pfeife dabei.

Bei Aggressionen zeigt ein Pfiff mehr Wirkung als ein Hilferuf.

Die Ganoven glauben, es sei die Polizei, und geben sofort ihre Beute auf.

- Ihren Fang. Ihre Beute. - Das Auto... Gern auch meine Tasche.

Oh Gott. Wie damals in Cachan.

Unter Sarkozy. Wie Illegale leben, ist einfach unfassbar.

Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Ist das Nassifa?

Das heißt "geh weg". Genauer gesagt, "hau ab".

Sie sagt, sie würde jetzt gern schießen, hat aber kein Gewehr. Ein Glück.

Sie sagt, Sie haben etwas Böses getan und sind eine schlechte Frau.

Entschuldigung. Entschuldigung.

- Entschuldigung. - Schnauze. Sie entschuldigt gar nichts.

Verarschung! Du hast mich verarscht!

Sie ist sehr, sehr wütend. Das ist gar nicht gut.

- Sprechen Sie die malische Sprache? - Ja, Bambara. Natürlich.

Und ein bisschen Chinesisch und Finnisch.

Mein Vater war in der Armee, streng und fordernd.

Das hinterlässt Spuren. Kein Morgen, an dem ich nicht mein Bett mache.

- Nassifa, Sie können wieder nach Hause. - In dein Haus?

Das bedeutet... Verachtung.

- Verachtung, Verachtung... - Verachtung.

Alle Leute hier!

Alle! Sonst...

Was haben Sie gesagt?

- Ich fragte, wie viele es sind. - Ja, wie viele seid ihr... sind sie?

Moment... Eins, zwei, drei, vier...

acht, zehn...

zwölf, sechzehn...

Und da.

- Das sind ganz schön viele, nicht? - Nicht?

- Also dann. - Also was?

- Also, kommt mit. - Mitkommen?

Also dann, alle zu ihr!

Guten Morgen, wie geht's?

Cäsar, komm.

Also, wir zwei müssen los.

- Ja... - Schließen Sie dann bitte die Tür.

- Die... Tür? - Ja.

In Ordnung.

- Schönen Tag noch. - Wiedersehen.

Wiedersehen.

- Was ist hier los? - Das sind Hausbesetzer.

Eure Eheprobleme interessieren mich nicht mehr.

Seit ihr euch endlich mal streitet, ist es hier gar nicht mehr so öde.

Du bist ja wahnsinnig.

Sag mal... wo warst du?

Das Dach stand kurz vorm Einsturz. Und keine Fenster.

Ohne Fenster bei dieser Kälte!

Nichtstun wäre wie eine Befürwortung der Todesstrafe gewesen.

Serge?

Ja, Brigitte?

Das macht mir Angst.

Wie eine Razzia, nur umgekehrt.

Hast du mich Brigitte genannt?

Ja, wie vor 50 Jahren.

Möchtest du Ogorki?

Doch nicht zu meinem Lebkuchen.

- Komm, lass dich frisieren. - Im Traum nicht!

- Bernadette! - Wer sind Sie denn?

- Ist das Hausnummer 23? - Nein, 19. Ausgebucht.

Vorsicht, Kinder!

Platz da!

Ihr Wildlinge!

- Gibst du mir 30 Euro? - Tu ich seit drei Wochen!

- Nein, nur 10. - Aus dem Weg!

Bernadette, ich muss Sie sprechen.

Es wird Ihnen vielleicht albern vorkommen, besonders in meinem Alter,

aber ich...

Ich glaube, ich habe mich in William verliebt.

Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist.

Ich habe ihn wieder beim Schlafen beobachtet. Was ist nur mit mir los?

Das Ganze ist sowieso morgen vorbei. Alle zurück auf die Straße, hopp, hopp!

Deshalb will ich ihm heute, vor diesem schrecklichen Tag, die Wahrheit sagen.

- Welche Wahrheit? - Die Wahrheit!

Dass er bleiben darf, wenn er möchte.

Dass er mir den Kopf verdreht hat und ich ihn heiraten möchte.

Wissen Sie, mich wundert gar nichts mehr.

Ich bin eigentlich nie glücklicher gewesen als unter der deutschen Besatzung.

Meine Eltern haben hier Juden versteckt.

Die Post ist da!

Ich habe genau nachgezählt. Heute sind wir 237.

- Hier schleichen sich Schmarotzer ein. - Danke, Bernadette.

Ach, Bernadette! Eigentlich liebe ich es, viele Leute um mich zu haben.

Da versteht man sich mit allen gut. Das ist der Effekt der Masse, der Gruppe.

Als ich klein war, wollte ich unbedingt im humanitären Bereich arbeiten.

- Und wen wählst du, wenn du groß bist? - Abwarten.

Aus dem Weg, bitte!

Post für Sie!

Keine Ursache.

Platz da! Manche arbeiten hier.

Fertig!

Ein Roman!

Wie mein Teppichboden jetzt wohl aussieht?

Wo gehst du denn hin?

Ich gehe mal frische Luft schnappen und... mit jemandem reden vielleicht.

Mit wem denn? Ich bin doch hier.

Ich werde... vielleicht eine Zeitung kaufen.

GETEILTES MIETSHAUS

Die Hitzewelle dürfte noch mindestens bis Sonntag andauern...

- Bist du ganz leise aufgestanden? - Du hast geschlafen wie ein Baby.

- Willst du dieses Wochenende was machen? - Und du?

- Es wird heiß. - Ist es jetzt schon.

Heute Nachmittag erst recht.

Also, ich gehe dann mal.

- Hals- und Beinbruch. - Und alle anderen Knochen auch!

Sie wird bestehen.

Das sagst du immer, aber es ist schon das dritte Mal.

- Hat sie was vergessen? - Wie es bei der Hitze in der Bahn riecht!

Ich hoffe, ich muss heute nicht ans Dampfbügeleisen.

- Sie ist früh dran, oder? - Du bist spät dran.

Du legst dich wieder hin?

Schatz?

- Versprochen, heute tu ich's. - Das sagst du jedes Mal.

- Heute tu ich's wirklich. - Hast du schon letzte Woche gesagt.

- Und die Woche davor. - Heute sage ich es ihr.

Mama, ich muss mit dir reden.

Schatz, dafür haben wir noch das ganze Leben Zeit.

Die Tür.

Danke!

Ich war baff, als ich die Anzeige sah.

- Sie sind also Bretone? - Ja, aus Paimpol.

Hallo. Wann essen wir denn endlich mal zusammen?

Tja, das werden wir schon noch schaffen.

- Jedes Mal nervt sie mich damit. - Sie will es doch auch nicht.

- Was soll dann die Frage? - Was soll Ihre Antwort?

Hören Sie auf.

Wir sind Nachbarn. Sie ist nett, aber etwas...

Hat nie was zu tun, aber findet nie für irgendwas Zeit. Wie mein Mann.

Aber er ist eben ein Mann.

- Bretone also? - Ja.

- Ist das wichtig für Sie? - Nein, nein.

Aber ich habe in Rennes studiert.

Da finde ich es toll, bretonischen Studenten in Paris zu helfen.

Da werden Erinnerungen wach.

Da wären wir.

Bitte sehr.

Ein Jahr können Sie hier bleiben. Mein Mann und ich wollen Rotation.

Bitte zahlen Sie für Ihren Wasser- und Stromverbrauch.

Der Rest... ist geschenkt.

Aber neun Quadratmeter darf man nicht vermieten, oder?

Mag sein, aber das machen viele Vermieter.

Während der Kältewelle habe ich eine Frau mit Baby bei mir aufgenommen,

die aus einem 4-Quadratmeter-Zimmer geworfen wurde.

Tja... Bitte sehr.

Danke.

- Ach, gibt es keine Klimaanlage? - Klimaanlage?

Nein, daran haben wir nicht gedacht.

Sollten wir uns mal vornehmen.

Klimaanlage?

Warum nicht gleich ein Whirlpool?

- Haben Sie mich kommen hören? - Bringen Sie die Post hoch?

- Das wird zur Gewohnheit. - Das ist die Hitze.

Ja, sofort!

Was man über Afrikaner sagt, ist keine Legende.

So ein Teil!

Ich bin mit den Scheiben fertig.

- Dann trag den Müll raus, Bärchen. - Gern, Bernadette.

Geht's... dir besser, Michel? Geht es langsam wieder bergauf?

Als es darum ging, die Heizung aufzudrehen und meinen Kühlschrank zu leeren,

kamen sie allesamt angerannt.

Aber die Leute vergessen schnell. Nicht die geringste Nachricht.

Nicht die kleinste SMS, nicht mal ein Smiley

oder ein Däumchen auf Facebook.

Bei Odile und Jean-Claude versteh ich's. Ich glaube, die beiden...

Ach ja?

Zu zweit ist man ja stärker.

Mit zwei Gehältern findet man leicht ein Dach überm Kopf.

Aber der kleine William...

Er hätte bleiben können, aber ich ließ ihm angeblich keinen Freiraum. Na gut.

Aber diese alte Tante,

die er aus dem Hut hervorgezaubert hat...

- Ist doch möglich. - Nein.

Es tauchen nicht plötzlich Verwandte auf, die einen bei sich aufnehmen.

Und dann auch noch außerhalb von Paris.

Nein, nein.

Na ja, es wird mir eine Lehre sein.

Was machen Sie heute Abend? Unternehmen Sie was?

Tschüss, Michel.

Entschuldigung.

...die Geschichte einer Obdachlosen,

die nach sechs Jahren auf der Straße in ein normales Leben zurückfand.

Ein bewegender Bericht von Franck Genauzeau und Raymond Chapelard.

Es ist eine schöne Geschichte. Ich schlief auf der Straße.

Da sprach mich eine etwas ältere Dame an, die Mitleid mit mir hatte.

Es gab gar keinen Grund dazu, auch wenn es noch etwas kalt war.

Sie lud mich zu sich ein. Da sagte ich nicht Nein.

Wir haben uns gut verstanden,

sie hatte Geld, ich hatte Ideen, also haben wir uns zusammengetan.

Monsieur Dubreuil?

Na? Wollen wir einen Platz für Sie finden?

Monsieur Dubreuil.

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