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Original subtitles

(Vögel zwitschern)

(schnüffelt)

(zauberhafte Musik)

(lauter werdendes Dröhnen)

(Eichhörnchen fiept)

(stürmische freche Musik)

(Lotse) Tower Hamburg für Astana A320.

Astana 320, melden Sie sich.

Verlassen Sie die Busspur.

(Rocca) Ich parke neben der Boing 747-400.

-(Lotse) Wo? -(Rocca) Nur hier war Platz.

(Lotse) Wer sind Sie?

(Rocca) Hoffe, das ist okay. Over and out.

(Lotse) Astana, identifizieren Sie sich.

(freche Musik läuft weiter)

(Sirenen nähern sich)

(Mann) Meldungen, dass der Airbus A320

von Astana nach Hamburg in Schwierigkeiten geraten ist,

kamen vor einigen Stunden.

Soeben kam die Nachricht,

dass eine Fischvergiftung an Bord

auch die beiden Piloten außer Gefecht gesetzt hat.

Augenzeugen berichten von einem kleinen Mädchen,

dem die 180 Passagiere ihr Leben zu verdanken haben.

(Lied: "Milchstraßenflug" von Jonathan Express)

Ich weiß, mein Leben Spielt jetzt für mich

Jetzt geht es los

Und aus klein wird groß

Ich weiß

Egal, was da jetzt kommt...

Ja, Mama... Das hast du schon so oft gesagt.

Ja, ja. Mama, ich weiß. Das hast du mir schon gesagt.

-Hallo. -Ich habe Kundschaft.

-Ich bin Rocca. -Aha.

-Kennst du Harvestehude? -Wie meine Westentasche.

Super. Da muss ich nämlich hin.

Aha. Dann hast du dein Taxi gefunden.

-Was hast du gefrühstückt? -Noch nichts.

Aha.

Aber ich habe keine Kartenzahlung.

Also nicht bargeldlos.

(Lied läuft weiter)

Mein offines Herz Das schlägt auch für dich

Bei jedem Atemzug

So, wo kommst du denn nun her?

Aus Baikonur. Das ist in Kasachstan.

Aha. Kenne ich nicht. Oder nur aus dem Fernsehen.

Das ist da, wo sie die Raketen in den Himmel schicken?

Dass man da Urlaub machen kann...

-Wusste ich auch nicht. -Bist du allein geflogen?

-Nein, nur das letzte Stück. -Was?

Man darf einen Airbus 320 niemals ganz alleine fliegen.

Nach dieser Reise holt dich keiner ab?

Würde jeder abgeholt werden, bräuchtest du 'nen anderen Job.

Das ist auch richtig. (er lacht auf)

-Du bist lustig. -Danke.

Aber zu Hause warten deine Eltern, ne?

Nein. Meine Mama ist im Himmel. Und mein Papa besucht sie da.

Aha.

-Wie geht das? -Pass auf!

(Hupkonzert)

(lustige Musik)

Hab dich.

(Lkw-Hupe dröhnt) Bist du nachtblind?

Mann.

Mama, diesmal ist es nicht meine Schuld.

Nein, es war ein Eichhörnchen.

Jetzt nicht schimpfen. Nicht... (Hupen)

Nicht loslassen, es ist verletzt.

(fiept) (Autotür schlägt zu)

Was machst du?

Ich lasse die anderen durch. Damit du telefonieren kannst.

Ja, Mama... Mama... Ja?

Ja, ähm...

Ja, das Eichhörnchen lebt, und das...

Auto fährt.

Äh... Ich bin zu nichts zu gebrauchen.

Aber ich überfahr keine Tiere. (Hupen)

(Eichhörnchen fiept)

(Katze miaut)

-Guten Tag. -(Mann) Moin.

(verträumte Musik)

Hier kannst du schlafen.

(Navi) Dem Straßenverlauf 800 Meter folgen.

In 100 Metern links abbiegen,

dann haben Sie Ihr Ziel erreicht.

(Scheppern)

(Fahrradklingel)

Kann ich dir helfen?

Ich denke nicht.

-Was hast du verloren? -(er stöhnt)

Ga... Gar nichts, Mensch.

-Du suchst etwas. -Pfandflaschen.

Pfandflaschen? Wieso das denn?

Um mir was zu essen kaufen zu können, was denkst du?

Hast du dein Portemonnaie zu Hause vergessen?

Ts.

Ich habe weder Portemonnaie noch Zuhause.

Ach so.

Hier. Mehr habe ich momentan nicht.

Das ist lieb von dir, aber ich nehme dein Taschengeld nicht.

Tut mir leid, ich habe auch kein Portemonnaie.

Wieso tut dir das leid”?

Weil du das Geld aus meiner Tasche nicht haben möchtest.

-Selten witzig... -Ich bin Rocca. Und du?

Casper.

Ähm...

Wieso gibst du mir nicht deine Hand?

Die hat schon lange keiner mehr angefasst.

-Wasch sie doch mal. -Da hast du sicher recht.

Das mache ich mal, ne?

(er stöhnt) So...

-Auf Wiedersehen, ne? -Tschüss.

Tschü.

(zauberhafte Gitarrenmusik)

-(Frau) Ja? -Hallo, ich bin's.

-Wer ist ich? -Oma?

-Rocca? -Ja.

(Türsummer schnarrt)

Oma. Da bin ich.

(Oma stöhnt)

-Kommst du nicht erst Montag? -Heute ist doch Montag.

-Was? Heute ist Montag? -Ja.

-Wie die Zeit vergeht. -Morgen ist die Einschulung.

Die Einschulung, tatsächlich? Dass du es weißt...

Ich kann dich nicht bringen. Ich stehe nicht so früh auf.

So, meine Lieben.

Das ist meine Enkeltochter Rocca.

Sie sollte morgen ankommen, ich hätte sie abgeholt.

Aber nun ist sie schon hier. aan

(trocken) Die Süße.

-Guten Tag. -Wer sind Sie?

-Rocca. -(lachend) Rocca, Engel.

-Bist du groß geworden. -(Oma) Ja.

So dass ihr Vater meint, sie könnte allein bei ihm wohnen,

während er im Weltall rumsegelt.

Eine Weltumsegelung? Ganz allein?

-Papa ist bei der ISS. -Das ist grausam.

-Was ist? -Ihr Schwiegersohn ist beim IS.

-Was redest du da? -Bei der ISS.

Der Internationalen Raumstation.

Oh.

(Oma) Nur dass das klar ist, ja?

Ich bin nicht für deine Erziehung verantwortlich, ne?

-Ich habe schon deine Mutter... -Die ist super geworden.

Woher willst du das denn wissen?

Du kennst sie doch gar nicht.

Papa hat Geschichten erzählt. Der ist auch toll.

So toll, dass er mit dir abgehauen ist.

Und ich mich jetzt um dich kümmern soll.

So toll, dass er mir zutraut, mit dir zu leben.

(Frauen lachen schrill)

-Ach ja. -Sehr komisch.

-Leg die Kreuz-Dame, Oma. -Sag nicht Oma zu mir.

-Das ist ja scheußlich. -Okay, mach ich nicht, Omi.

In Hamburg sagt man Tschüss!

Ach ja. Entschuldigung, ihr drei. Tschüss.

(beide) Tschüss.

(rätselhafte Musik)

Schau mal. Da ist meine Mama.

Da ist auch meine Mama.

Da ist mein Papa.

Da war Ich noch in Mamas Bauch.

Da bin ich als Baby.

Da war ich fast so klein wie du jetzt.

Morgen geht es dir ganz bestimmt besser.

Guck mal. Hier ist es doch gemütlich.

(traumerische Streichermusik)

Ah, Grießbrei mit Himbeersoße. Das hört sich doch super an.

Ich koche. Du räumst auf.

-Deal? Cool. -(Fiepen)

(Streicher verklingen)

(Frau) Lila, Essen ist fertig!

Lila, leg das Handy weg und komm bitte zum Essen.

Ich bin gar nicht an meinem Handy.

Was machst du denn da?

Bei der alten Hexe ist ein Mädchen mit Eichhörnchen.

Klar. Du bist zu viel am Handy. Komm, Papa ist auch da.

Du musst früh ins Bett, morgen ist wieder Schule.

-Zieh deine Puschen an. -Ja.

Lila.

Ja.

(Lied: "Eureka" von Leslie Clio)

(fröhliche Popmusik)

(Popsong endet)

(märchenhafte Musik)

Also, pass auf.

Da oben kommt ein heller, ganz schneller Stern.

Das ist die ISS, und da ist mein Papa.

Siehst du?

Eines Tages werde ich auch da oben sein.

-Schlaf gut. -(Eichhörnchen keckert)

(Wählton)

(Laptop piept)

-Hi, Andrea. -Rocca, wie geht's?

Super.

Du warst das mit dem Flugzeug, oder?

-Woher weißt du das? -Ich höre Nachrichten.

Und warum bist du einfach da weg?

Ich hatte keine Lust auf so viel Wirbel.

Hauptsache, wir sind heil angekommen.

Stimmt.

Verbindest du mich mit Papa auf der ISS?

Klar, das mache ich.

(sphärische Klänge)

(Handy-Signalton)

-Hey, Dimitrij. -Rocca.

(spricht russisch)

(Russisch)

Haha. (Russisch)

(Russisch)

-Hi, Papi. -Rocca, du Rockstar.

-Ich bin gut angekommen. -Kannst du mich hören?

Sogar sehen.

Das nächste Mal, wenn du einkaufen fährst,

geh bitte mal beim Friseur vorbei.

Mach ich. Wie ist es mit Oma?

-Zeig mir die Erde. -Klar.

(ergreifende Musik)

Siehst du mich? Da winke ich.

Und?

Wie läuft es mit Oma?

-Gut. -Ehrlich?

Oma... Dorothea, die ist super.

Genauso hatte ich sie in Erinnerung.

-Du machst Scherze. -Das magst du doch so gern.

-Sag doch mail. -Papa, mir geht's gut.

Erzähl mir lieber, was ihr so macht.

Ich habe Salat angepflanzt. Mal schauen, ob das wächst.

Dann spiele ich Kniffel mit Dimitrij.

Haha.

Musst du nicht längst im Bett sein?

Woher weißt du das? Bei euch gibt es keine Zeit.

Wie spät es bei dir ist, weiß ich immer.

Geh schlafen, Maus. Morgen ist ein wichtiger Tag.

-Hab dich lieb. -Moment.

-Kommt Oma mit zur Einschulung? -Klar

Schön.

Schlaf gut.

(Musik verklingt)

(Schnarchen)

(Fiepen) (zauberhafte Musik)

(Schnarchen)

(schreit)

(sie schreit panisch)

(vergnügt hüpfende Musik)

(Oma ächzt angestrengt)

(sie keucht) (Eichhörnchen quiekt)

(dumpfer Aufschlag)

(Piepen)

Wo bist du denn?

(Wecker dudelt wie ein Roboter)

Eichhörnchen.

Wo bist du?

Eichhörnchen.

-Da bist du ja. -(Fiepen)

Ich habe mir Sorgen gemacht.

Hatte ich gesagt, dass es dir heute schon besser geht.

Du brauchst einen Namen. Dann kann ich dich vorstellen.

Was hältst du von...

-Klitschko? -(fiept)

Perfekt.

Sich Sorgen zu machen, bringt keinem was.

Hast du gehört? Niemandem.

Das kannst du dir fürs Leben merken, Klitschko.

(Junge) Lila, komm endlich, Mann.

Los jetzt!

John? John, komm mal her.

Was ist? Wir müssen los.

Da ist das Mädchen mit dem Eichhörnchen.

Was? Ich sehe da keins.

-Du siehst sie nicht? -Mann, kein Eichhörnchen.

-Was macht die da? -Scheint Schneiderin zu sein.

Weil sie ein Kleid mit 'ner Schere zerschneidet?

-Komm jetzt. -Mhm.

Lila, komm jetzt!

Ich komme.

(Oma krakeelt) Blödes Vieh, du!

(stöhnt) Au... Oh...

Oma, ähm, Dodo, brauchst du Hilfe?

(motzt) Nein, brauch keine Hilfe!

Okay.

Oh Mist.

("Milchstraßenflug" von Jonathan Express setzt ein)

Ich weiß

Mein Leben Spielt jetzt für mich

Jetzt geht es los

Und aus klein wird groß

Ich weiß

Egal, was da jetzt kommt...

Last but not least, der Max Wiegandt.

So. Schön. Ja, das war die Klasse 5A.

Leider nicht ganz vollständig.

Geht in euren Klassenraum. (Türen krachen)

(Rocca, fröhlich) Guten Morgen.

Wir sind wohl etwas zu spät, also... ich.

Ja.

Wenn ich störe, komme ich später wieder.

Ja. Äh... nein.

Komm bitte rein.

Das ist das Mädchen von nebenan.

-Du bist wahrscheinlich... -Schneiderin?

Haha.

Ria Öttilie Clementine...

Casa Alva Kurz sein.

Kurz ist Rocca. Rocca Kurz.

-Und wie heißt du? -Ich bin Klein, äh...

(Lachen)

Nein.

Ich bin Kl... Herr Klein, der Schuldirektor.

-Guten Tag. -Guten Tag.

(er schnauft) Oh, was...

Och... Ah. (er stöhnt)

Ich helfe dir.

Das fängt ja gut an. Kurz und Klein.

-Das kriegt man wieder hin. -Ja. So...

Gut, jetzt gehst du bitte in deine Klasse.

-Hier. -Hi.

So, dann kommen wir jetzt zur Klasse 5B.

Was ist das denn für ein Pulli?

-Warum ist die wieder bei uns? -Sie hat uns gewählt.

-Hab ich dir doch gesagt. -Scheiße ohne Freunde.

-Mit der Neuen wird sie BFF. -Ja.

(Klasse gackert durcheinander)

Ich habe keine Lust auf Schule, das bringt doch nichts.

Mann, pass auf, du Trampel.

Weißt du nicht, wo du sitzen sollst?

Zoe, lächeln. (Klicken)

-Oh nee, die. -Wer ist die denn?

Guck mal, wie die aussieht.

Hallo.

-Ähm... Geht's noch? -Was?

Dein Ernst?

-Du kannst dich nicht setzen. -Wieso? Was ist mit dir?

(alle lachen gehässig)

(Handys tönen)

(traurige Musik)

Okay, Leute. Handys bitte weg.

Nicht Ihr Ernst. Nicht die Wollknäuel-Nummer.

Ich habe drüber nachgedacht, aber ich mag es.

Tische, Stühle nach hinten und Kreis bilden.

(Mädchen) Wir sind keine Babys mehr.

(Lachen)

Kannst gleich weitermachen.

Hallo, ich bin Max. Max Wiegandt.

-Was soll ich noch sagen? -Erzähl uns was... von dir.

Ich zocke gern auf meinem Handy,

gucke Serien und muss Hockey spielen.

(Rocca) Super.

Max, gibt es noch was, was wir von dir wissen sollten?

Ich bin in der 3. Klasse sitzengeblieben.

Schafft nicht jeder.

Kann ich das Ding jetzt weiterwerfen?

Klar, wenn das schon alles war.

-Kannst du fangen? -Hast du doch auch geschafft.

Hi, ich bin Rocca und wohne seit gestern in Hamburg.

Ich gehe zum ersten Mal auf eine Schule.

Ich brauche Abi für meine Astronautenausbildung.

-Die läuft schon? -Ja.

-Kann man sagen. -(Max) Gehst du zum Arzt?

Meine Tante ist Psychologin, die hilft dir.

Ich werde regelmäßig durchgecheckt.

Hat deine Tante mal bei dir nachgesehen?

Du warst noch auf keiner Schule?

Nee, Privatunterricht. Ich wuchs bei der ESA auf.

Mein Papa ist auch Astronaut.

-Und was hast du da gemacht? -Alles Mögliche.

Man macht da jeden Tag was anderes.

Man lernt Sprachen, macht eine medizinische Ausbildung,

Krafttraining, Überlebenstraining, so was.

Man taucht, um sich an die Schwerelosigkeit zu gewöhnen.

Und das durftest du alles machen?

Nicht alles, aber das meiste schon.

(Fiepen)

-Ich muss gehen. -Wie?

Ich wusste nicht, wie lange das dauert.

Ich habe keine Milch für Klitschko.

Wenn du willst, komme ich nachher wieder.

Wie lange seid ihr denn noch hier?

Ich hatte doch recht.

(alle) Oh, süß.

(Lehrerin) Wir haben bis 13 Uhr Unterricht.

-Du kannst nicht gehen. -Kann ich streicheln?

-Haustiere sind nicht erlaubt. -Du bist ja lustig.

Klitschko ist kein Haustier. Er hatte einen Unfall.

Und bis er gesund ist, braucht er meine Hilfe.

Verstehe. Ähm...

-Kannst du ihn wo lassen? -Wir wohnen allein.

Wie meinst du das?

Können wir das später klären?

Ohne regelmäßiges Futter wird Klitschko nicht gesund.

Okay, aber beeil dich.

Morgen musst du das anders lösen. (Kinder nörgeln)

-(Lehrerin) Okay, okay, okay. -Unfair.

(Lehrerin) Eine Ausnahme.

-Amely? -Ja.

Hier, fang.

Vielleicht solltest du Fangen üben,

anstatt dich über die Pullis anderer lustig zu machen.

(Lehrerin) Wir machen weiter. Wieder in den Kreis.

-(Oma) Au... -Oma.

(sie kreischt) Au! Mensch, passen Sie auf, Sie Tölpel.

-Was ist denn passiert? -Sie ist gestürzt.

Gestürzt? Ich wurde attackiert.

-Eine Gehirnerschütterung. -(Oma) Oh Gott.

-Die Nummer eines Angehörigen. -Von wem?

-Von deinen Eltern. -Okay...

Damit viel Glück.

(Oma stöhnt leidend)

-Danke, das UKE meldet sich. -Okay.

-Es wird alles gut. -(Oma stöhnt) Nein.

Tschüss. Und mach die Fenster zu.

Ja, mach ich, Oma.

(zauberhafte Musik)

(Papa) "Liebe Dorothea, ich schicke dir diese Fotos.

damit du weißt, wie Rocca aussieht.

Sie istein wundervolles, sehr besonderes Mädchen.

Sie weiß nicht, dass ich dir schreibe.

Das würde sie nicht wollen,

weil sie Dinge lieber allein klärt.

Gib ihr bitte eine Chance.

Sie ist nicht schuld an Elisas Tod.

Nie soll sie das Gefühl haben, dass du das denkst.

Das ist meine einzige Bitte.

Sie ist das Wichtigste für mich.

Sie freut sich auf die Schule und dich.

Empfang sie mit offenem Herzen.

Vielleicht siehst du ja etwas in ihr,

was wir beide verloren haben.

Du deine einzige Tochter

und ich die Liebe meines Lebens.

Dein Henning."

(Fiepen)

Entschuldige. Du hast Hunger, oder?

Hoffentlich ist Frau Behrendt nicht sauer auf uns.

Aber es hätte sich eh nicht mehr gelohnt.

-(Klingel ertönt) -Ich komme gleich wieder.

Vielleicht ist sie nicht da.

-Hallo. -Hallo.

Wir bringen deine Hausaufgaben.

Wie nett. Kommt rein, ihr könnt mir helfen.

Jetzt komm.

(Lila) Warum warst du nicht mehr in der Schule”?

Hätte sich nicht mehr gelohnt.

Der Direktor war bei uns

und hat mitbekommen, dass du weg warst.

-Das ist ja aufmerksam. -Aufmerksam? Wieso?

Der merkt, wenn ein Kind nicht da ist?

Das hätte ich ihm nicht zugetraut.

-Hast du gar keine Angst? -Wovor?

-Du bekommst viel Ärger. -Angst haben...

Würde das was bringen?

-Nein. -Siehst du?

Also habe ich viel lieber keine Angst.

-Du musst ihn übrigens siezen. -Wen?

-Den Direktor. -Ach so.

Kein Problem, wenn ihm das eine Freude macht.

Du wohnst hier echt allein?

(Lila) Das sagte Frau Behrendt nämlich Herrn Klein.

Er sagte, wenn das so ist, muss er das Jugendamt anrufen.

Im Moment wohnt Klitschko bei mir.

-(John) Aber er kocht nicht. -Nein.

Aber dafür räumt er auf. Seht ihr?

Haben wir so abgemacht.

Kommt. Ich will Bootfahren.

-Das dürfen wir nicht allein. -Wir sind doch zu dfritt.

(Klitschko fiept)

Zu viert. Was soll da noch passieren?

-Wir haben doch Hausaufgaben. -Vielleicht kann ich helfen.

-Du musst die auch machen. -Dann gehen wir schnell raus.

Dann kann man auch keine Hausaufgaben machen.

Macht Sinn.

Das gibt Ärger.

Warum machst du nichts mit Zoe? Fällt euch nichts ein?

Nein. Lila würde aus jedem Gruppenchat fliegen.

Eigentlich magst du Zoe voll gern.

Aber du zeigst es nicht,

weil die anderen fies zu dir wären?

Ja. So wichtig ist sie mir auch wieder nicht.

(Rocca) Warum wären die dann fies?

Weil Kinder halt so sind.

-Sind etwa alle so wie die? -Ja, klar.

Ich hatte es mir in der Schule anders vorgestellt. Lustiger.

-Seht mal! -Was ist das?

(fröhliche Musik)

-Kommt. Wir bauen uns ein Floß. -Wie willst du das machen?

-Die Sachen gehören dir nicht. -Die braucht doch niemand.

(John) Und jetzt?

Ich weiß auch, wo es Holz gibt.

Wirklich? Cool.

Da. Das meine ich. Von denen bekommen wir Holz.

(Lila) Da gehen wir nicht hin.

Da hat Lila mal recht.

Aber wir brauchen Holz für unser FloßR.

Und die Leute da haben welches.

-Da kann man fragen. -Nicht zu denen.

-Wer weiß, wo die herkommen. -Es könnte gefährlich sein.

Es ist egal zu wissen, wo sie herkommen,

um sie nach Holz zu fragen.

(bedrohliche Musik)

Guten Tag.

Kann ich was von eurem Holz haben?

Ich braüchte nur so ein, zwei Paletten.

Wir wollten uns nämlich ein Floß bauen.

-Nimm einfach. -Danke, ihr seid die Besten.

(Mann) Das stimmt. Mit großem Abstand.

Ganz weit vorn sind wir.

Ihr seid sehr nett.

Das hat jetzt original noch nie jemand zu uns gesagt.

-Kennt ihr Casper”? -(Frau) Wen?

-Er ist Pfandflaschensucher. -Den Job hatte ich auch mal.

-Bin rausgeflogen. Insolvenz. -(alle lachen)

Weißt du, wie viele von uns es hier gibt?

Fast 3000.

Was?

-Komm. -In Hamburg sagt man Tschüss.

-Tschüss, Jungs. -Haut mal rein, ne?

(vergnügliche Musik setzt ein)

(Lied: "Du fliegst hoch" von Hanna Batka)

John, fang.

(Lila) Ja, genau.

Ich kenne viele große Namen

Einstein, Schiller, Kant

Und irgendwie kenn ich doch Überhaupt keinen

Ich bleibe kurz mal stehen

Und dann geh ich Nele alglın

Der Nase nach Mit diran meiner Hand

Mal geht es auf

Mal geht es ab

Mal geht es klar

Mal hat's halt Wieder nicht geklappt

Mal fällst du tief Dann fliegst du wieder hoch

Und die Aussicht ist grenzenlos Und du fliegst hoch

(Lila) Wir werden Ärger bekommen! Du bist kacke!

Und du fliegst hoch Uh, uh

(Lied verklingt)

(Rocca) Nein, unser Floß.

-Wo wart ihr denn? -Guten Tag.

-Ich bin Rocca. -Hallo, Rocca.

-Wir haben eine Abmachung. -Ja, aber...

Du warst doch heute sowieso nicht zu Hause.

Ich will einfach wissen, dass es euch gut geht.

Den beiden geht es doch hervorragend.

Kein Schnupfen, wir haben viel gelacht.

Lachen ist wichtig für die Gesundheit.

Ja.

Ihr habt immer euer Handy in der Hand.

Ruft mich doch einmal zurück.

-Das war in der Schultasche. -Meins auch.

-Die sind bei Rocca. -Mhm.

-Wir haben draußen gespielt. -Den ganzen Nachmittag?

-Ihr? -Ja.

(sie lacht ungläubig)

-Habt ihr Hausaufgaben gemacht? -Nein.

Wir waren ja nicht zu Hause.

Die machen wir jetzt, ist auch nicht viel.

-Darf Rocca mitkommen? -Und bei uns essen?

Darf sie? Bitte.

-Okay... Gerne. -(John freudig) Ja.

-Hast du Lust? -Mhm.

(Mutter) Na dann.

Auf den Ernstfall müssen Astronauten vorbereitet sein.

Wenn eine Raumschiffkapsel im Meer landet.

Das haben wir trainiert.

-(Vater) Im Schwarzen Meer? -Mhm.

-Du kannst superlecker kochen. -Danke.

Du hast auch einen gesunden Appetit.

Und warum warst du dabei?

Roccas Mutter starb bei der Geburt.

Da erfuhr ihr Vater, er darf Astronaut werden.

Als er die Ausbildung wegen Rocca nicht machen wollte,

sagten die, sie wollen ihn.

Er soll Rocca mitbringen.

Und dein Vater hatte keine Angst um dich,

als du in dieser Kapsel warst?

Wenn man immer Angst hat, hat man weniger Spaß.

(John) Rocca spricht vier Sprachen.

-Sie ist nicht bei Instagram. -(Mutter) Ach toll.

Das ist ja toll.

So, ihr müsst jetzt leider ins Bett.

-Wieso denn? -Weil morgen Schule ist.

Soll Roland dich nach Hause bringen?

Ich wohne genau gegenüber.

Ich dachte, vielleicht hast du Angst.

-Schon wieder. -Hm?

-Na, Angst. -Bis morgen, Rocca.

Danke für das köstliche Essen.

-Ich komme gern wieder. -Gerne.

-Tschüss. -Tschüss.

Sehr besonderes Mädchen, hm?

Ja.

(TV) Noch ist nicht geklärt,

wer den Airbus gelandet

und 180 Menschen das Leben gerettet hat.

Sag mal, wann ist Rocca nach Hamburg gekommen?

-Das machen wir heute wieder. -Okay.

-Aber mit Fahne. -Und vorher Hausaufgaben.

Ah, äh, Rocca?

-Ja? -Komm mal her.

Äh... Kommst du bitte kurz in mein Büro?

-Hatten wir gesagt. Zeigen Sie. -Was?

-Ihr Büro. -Ach so.

-Kenn ich noch nicht. -Komm rein.

-(Lila) Wir warten hier. -Mhm.

Ich möchte deine Eltern sprechen

oder jemanden, der für dich zuständig ist.

Wir können es versuchen.

Es dauert ein bisschen.

Nimmst du bitte Abstand von meinem Computer?

Ist mit dem was nicht in Ordnung?

(Computer piepst)

(Rattern)

Wir haben auf deiner Anmeldung nur diese Nummer gefunden.

Das ist meine Handynummer.

Wir brauchen einen Erziehungsberechtigten,

einen Ansprechpartner.

Ich bin berechtigt, mich zu erziehen. Sprechen Sie mich an.

Wie ein Partner.

Wissen Sie noch? Kurz und Klein.

So...Än...

Bring diesen Zettel von deinen Eltern unterschrieben

morgen wieder mit.

Das geht nicht, weil die nicht da sind.

-Wann kommen die wieder”? -Meine Mama nie.

-Mein Papa, der kommt wieder... -Wann?

-Nächstes Jahr August. -Aha. Was?

-Wer passt auf dich auf? -Meine Oma.

Aber die ist im Krankenhaus.

Und die sagten, dass sie da noch eine Weile bleibt.

Ich besuche sie heute. Dann unterschreibt sie.

Ja, aber das löst doch das Problem nicht.

-Haben Sie einen Stift? -Ja.

-Darf ich den kurz haben? -Ja. So, bitte.

Was machst du da?

Wenn es so wichtig ist,

dass das unterschrieben wird, ist alles gut.

Nein. (Mädchenstimmen)

Ich muss das Jugendamt informieren.

Du kannst nicht alleine leben.

Unser Waschlappen Zoe.

Willst du deine Mütze wiederhaben?

Wie kann man nur so böse sein?

Das hat damit nichts zu tun.

Ich trage die Verant... Äh, Ria Ottilie?

Frau Meier!

Willst du die wiederhaben?

Hey, hör auf damit! Wieso machst du das?

(mitreißende Musik)

(kreischt)

Oh shit.

Amely!

-Scheiße. -Oh shit.

(Max) Alter, voll hingeknallt.

(Junge) Actionshot.

(Zoe) Lasst uns mal durch.

Boah, ilih, lass das.

-Das ist voll dreckig. -Ist es nicht.

So...

Ruft mal jemand einen Krankenwagen?

-Alles gut. -(Amely stöhnt)

(Auslöser klicken)

(Rocca) Jetzt halt mal still. So.

Wir sind gleich fertig. Warte kurz.

So...

-(Sirene nähert sich) -(Rocca) Alles wird gut.

So. Perfekt.

Woher weißt du, wie das geht?

Im Weltall kann man keine Sanitäter rufen.

Da gibt es keine.

Aber...

Du kannst nicht einfach die Wunde versorgen.

Was hättest du an meiner Stelle gemacht?

-Ein bisschen was anderes. -Warum?

Weil du kein Sanitäter bist.

Hört er dir auch nie zu?

Hat ein Laie schon mal so sauber gestript?

-Wer? -Wie wer? Ein Laie.

Kann mir jemand sagen, wie das mit der kleinen, äh...

-Dingsbums, wie heißt sie? -Amely.

-Wie das passiert ist? -Ich weiß es nicht.

Sollte das nicht dein Job sein?

-Hä? -(Lila) Ihr Job.

Äh, Ihr Job, 'tschuldigung.

Ich sorge dafür, dass Wissen vermittelt wird.

Und wie geht das am besten?

-Ja, äh... -Na?

Wie redest du eigentlich mit mir?

Wenn man Spaß hat und keine Sorgen.

Ich kann es nicht allen 700 Schülern recht machen.

-Übernimm du mal meinen Job. -Ich habe Unterricht.

Fragen Sie Amely doch selbst, wie es passiert ist.

Um das Abwasser aufzubereiten,

müssen die Inhaltsstoffe entfernt

und vom Wasser getrennt werden.

-(Schüler quatschen) -(Lehrer) Nora.

Lina, tu das Handy weg.

(Schüler prusten und lachen)

Also, bei der mechanischen Reinigung wird das Abwas...

-(Junge) Volltreffer. -(alle grölen)

-Yes. -Raus.

-Ihr Ernst? -Raus.

Ich war das nicht.

-Gib das Handy her. -Das ist keins.

(alle lachen schallend)

Darf ich jetzt rausgehen oder nicht?

Wo willst du denn hin?

Soll ich was Interessantes erzählen?

(Amely) Halt's Maul.

-Was meinst du? -Mir fallt was Cooles ein.

-Du kannst nicht... -Soll ich jetzt?

(alle) Ja. Ja, los.

Wisst ihr,

was mit dem Schweiß und Urin der Astronauten passiert?

-Was ist Urin? -Pipi.

-Wisst ihr es oder nicht? -(alle) Nein.

Die wird ins Weltall geschossen und kommt als Regen hier an.

Die Astronauten trinken es.

(sie johlen angewidert)

Nein, alles gut.

Die Kläranlage der ISS gewinnt verdunsteten Schweiß zurück.

Wie eine herkömmliche Wassertechnologie.

Nur extrem verdichtet.

Das erspart Versorgungsflügen drei Tonnen Wasser pro Jahr.

Klar, was das für die Raumfahrt bedeutet.

Was denn?

Die Richtung, um auf anderen Planeten zu leben.

(zauberhafte Musik)

Äh, ja... So. Ähm...

-Darf ich jetzt fortfahren? -(Rocca) Kannst du.

-(Rocca) Ich habe eine Idee. -Um das Ab...

(Mädchen) Was macht die denn jetzt?

Wo willst du denn hin?

(Klein) Äh... Ja. Ja.

Danke, Frau Hartholz.

Ich will sichergehen... (Tür fliegt auf)

-Okay, ich mache das. -Oh.

-Was? -Deinen Job.

Also, Ihren. Haben Sie gesagt, dass ich das darf.

(Kleinlaut) Ja, aber, ähm...

-Gibt es ein Mikrofon? -Hä?

Ein Mikro, um alle 5. Klassen auf den Hof zu rufen.

(schnauft) Ich, ähm... Frau Meier!

(Amely) Was glaubt die, wer sie ist?

Ist krass, was die alles macht.

-Besser als Unterricht, oder? -Ähm... Nope.

Ich gehe nach Hause. Ich habe Kopfschmerzen.

Schreib mir, was das hier geworden ist.

Ihr könnt schon mal alle langsam an den Kreis kommen.

So. Steht ihr alle da, wo ihr euch wohlfühlt?

(alle) Ja...

Okay, dann machen wir jetzt was Cooles.

Ich stelle Fragen.

Jeder, auf den es zutrifft, der geht in den Kreis.

-Okay? -(zustimmendes Gemurmel)

Gut, dann fangen wir an.

Als Erstes jeder, der eine Katze hat.

Jetzt jeder, der früher am Daumen genuckelt hat.

(leises Lachen) (Junge) John?

Und jetzt jeder, der gerade so richtig glücklich ist.

Okay, ihr könnt auch wieder zurückgehen.

Und jetzt jeder,

der einen Mitschüler mal mit Absicht traurig gemacht hat.

(gefühlvolle Musik)

(Herr Klein räuspert sich)

-(ironisch) Ein tolles Spiel. -Das ist es. Das wissen Sie.

Für den nächsten Kindergeburtstag.

Und jetzt gehen alle ab in die Klassen.

-(Kinder maulen) -Doch.

Der Unt... Ja, der Unterricht geht weiter.

Schade, dass Amely das nicht mitbekommen hat.

Das Essen ist natürlich... Kann man kaum essen.

(laut) Hallo.

-Was machst du hier”? -Dich besuchen.

Jetzt wirst du noch tüdelig. Ich bin die ganze Zeit hier.

Auf dem Stuhl sitze ich... (erschrickt)

Du musst doch was sagen, Schätzchen.

-Die sind ja schön. Hallo. -Hallo.

-Tag, Schätzchen. -Hallo.

Gut, dass du da bist. Du musst den Kammerjäger bestellen.

-Wie ist das passiert? -Wir haben Ungeziefer im Haus.

-Tiere, also... -(Fiepen)

(Klappern)

(lautes Scheppern)

Habe ich nicht bemerkt.

Das Vieh ist schuld, ich bin ausgerutscht.

(Fiepen) (Scheppern)

Was kruschelst du denn da rum?

Hier gibt es ja überhaupt keine Gläser.

Dass du extra gekommen bist.

Jetzt nimm sie doch mal in den Arm.

Dodo.

Na komm.

Na komm... (schreit)

Da... Da ist es. Das ist doch das Tier.

Da... Da... Das Ist das Vieh.

Das ist doch nur ein süßes kleines Eichhörnchen.

-Wie süß, ein Eichhörnchen. -Das ist Klitschko, Oma.

Du hast das ins Haus gebracht.

-Ja, es ist verletzt. -(Oma) Verletzt?

Ich bin verletzt.

Du bringst wirklich nur Unglück.

(scharf) Dodo!

Jetzt bist du echt zu weit gegangen.

Das ist nicht meine Freundin, wie ich sie kenne.

Du kannst das Kind nicht verantwortlich...

Ich hab mein einziges Kind verloren.

Und Rocca Ihre Mutter.

Soll sie jetzt auch noch ihre Großmutter verlieren?

(traurige Musik)

(lautes Schlucken)

(traurige Musik läuft weiter)

(Klitschko fiept leise)

Du kannst so wenig dafür wie ich.

-Hörst du? -(Fiepen)

(Musik läuft weiter)

(freudig) Casper.

Was für ein Glück, dich zu sehen.

Ja, Rocca. Moin.

Ich habe sie nicht gewachsen. Tut mir leid.

Nicht schlimm. 3000 andere auch nicht.

Hast du geweint?

-Ich habe Hunger. -Ah, frag mich mal.

-Hast du Hunger? -(lacht auf) Ja. Und wie.

Sollen wir bei mir zu Hause was essen?

Stell dir das Gesicht deiner Eltern vor.

Ich könnt uns eine Pizza bestellen.

-Mmh... Pizza. -Salami?

Äh... Ich komme auf gar keinen Fall mit zu dir.

Meine Eltern sind garantiert nicht zu Hause.

-Schinken? -Ich liebe Schinkenpizza.

-Okay. -Komm.

(er stöhnt)

Warte.

Die geht doch noch.

Ja, genau. Ähm... Dreimal Schinken mit...

-(leise) Mit was? -Champignons.

Und Artischocken. Ananas. Ich liebe Ananas.

-Okay... -Crème fraiche.

Einmal mit Champignons, Artischocken,

Ananas und Crème fraiche.

Ähm, was mögen Sie am liebsten?

Ja, dann das auch noch. Danke. Auf Wiederhören.

Alles bestellt.

-Wann kommen deine Eltern? -Äh...

Mein Papa hat einen extrem langen Arbeitsweg,

und meine Mama... an...

Also... Ist woanders.

Komm.

(bewegende Musik)

Klitschko.

Kannst weiterschlafen.

Jetzt komm.

Ja.

Ein schönes Zuhause, du.

Warum hast du eigentlich kein Zuhause”?

Ich meine... Du bist gar nicht so... Also...

-Als ob... -Meinst du blöd?

Nee, bin ich nicht.

Auf der Straße sitzen Ärzte

genauso wie Unternehmer und Dachdecker.

Jeder hat seine eigene Geschichte.

Ich war... bin...

Wie man's nimmt. Anwalt.

Und warum kaufst du dein Essen von Pfandflaschen?

Das ist eine zu lange Geschichte.

Also, ich habe Zeit.

Meine Frau und meine Tochter, die sind...

bei 'nem Autounfall ums Leben gekommen.

Das tut mir leid.

Ich möchte jetzt nicht darüber sprechen.

Okay.

Jetzt lebe ich das Leben, das ich am ehesten ertrage.

(Türklingel schrillt)

Die sieht aber nicht nach einem Pizzaboten aus.

-Hallo. -Guten Tag, Hartholz.

-Angestellt beim Jugendamt. -Wie schön. Herein.

-Bitte? -Hier stellt sich keiner an.

Kommen Sie rein.

Papa!

Papa, wir haben Besuch. Eine Angestellte vom Jugendamt.

Papa?

(Casper) Was verschafft uns die Ehre?

Sie hat dem Direktor die Geschichte geglaubt,

dass ich hier ganz alleine wohne.

Ha, lustig. Gib der Dame was zu trinken.

-Ich komme sofort, ja? -Okay.

Habt ihr gar nichts zu essen im Kühlschrank”?

Nee, aber im Koffer.

(Hartholz) Im Koffer.

Gut. So...

Dein Name ist Ria Ottilie Clementine Cäsa Alva.

Kurz Rocca.

Kurz. Genau. Danke schön.

Hm...

(Casper) Guten Tag. (hustet)

Oh, guten Tag. (hustet)

-Guten Tag. -Besser nicht.

Schlimme Erkältung.

Verzeihen Sie, aber mich hat es komplett erwischt.

-Das tut mir leid. -Alles gut.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Mir wurde von der Schule gemeldet...

(Casper hustet gespielt)

Dass, ähm... (er prustet)

-Ria Ottilie... -Sagen Sie Rocca.

Macht Papa auch.

-Stimmt. -Gut. Dass Ihre Tochter...

Also das Mädchen hier allein im Haus lebt.

Weil ihr Vater, also...

Sie, öh...

praktizierender Astronaut im Weltraum ist.

Interessant. Interessant, ja.

-Ja. -Ja...

Jetzt... Das weiß ich jetzt auch nicht.

(sie lacht)

-Wir kürzen das Prozedere ab. -Ja.

Und, äh, wenn Sie sich bitte ausweisen würden.

-Ausweisen? -Ausweisen.

-Ausweisen? -Ausweisen.

-Sie wollen mich ausweisen? -Dein Pass.

-Ach so. Mein Pass. -Genau.

-Ja. -Sagen Sie das doch gleich.

Wo habe ich den denn?

Oh, den...

Den haben die Russen.

Nee, den habe ich in der Kapsel liegen lassen.

Ach, hm.

Die Bürokratie verschont nicht mal das Universum.

-(er kichert) -Nein.

-(Türklingel schrillt) -Das wird die Pizza sein.

Sie können mit uns essen, oder?

Natürlich.

Sie können meine Pizza haben. Ich habe keinen Hunger. Nee.

So isst er immer, wenn er Grippe hat.

Ja, wohl bekomm's, nicht?

Rocca, laut meiner Unterlagen

ist deine Mutter bei deiner Geburt verstorben.

Deine Grofßßmutter liegt im Krankenhaus.

Und Sie befinden sich auf der ISS.

Ja, heute hier, morgen dort.

(trällert) Bin kaum da...

Ich lasse mich ungern von Ihnen auf den Arm nehmen.

-Ich wollte das nur auflockern. -Okay.

So, ich gebe Ihnen eine Frist bis morgen,

alle Unterlagen beizubringen.

Sollten Sie Erziehungsberechtigter sein,

behelligen wir Sie nicht weiter.

Ist das nicht der Fall,

melde ich das dem Familiengericht.

Die bestellen einen Vormund für Rocca

oder geben dich in eine Pflegefamilie.

Gut?

Pädagogisch sind Sie ja 'ne Eins, ne?

Ich tue meine Pflicht.

Was daran falsch ist,

müssten Sie mir erst mal erklären.

(Türklingel schrillt)

Hier ist aber was los heute.

Ich verabschiede mich. Es ist alles gesagt, ne?

Tschüss.

Tschüss.

-Hallo. -Es ist langweilig zu Hause.

Was machst du so?

-Wir haben was zu essen dabei. -Wie lieb.

Papa wird sich freuen.

-Äh, Papa? -Ist er...

-Frau Hartstahl vom Jugendamt. -Holz. Hartholz.

Stahl würde auch gut passen.

(lacht falsch)

-Gut. Ich sag mal Tschüss. -Auf Wiedersehen.

-Tschüss. -Kommt rein.

Danke, Casper, du warst...

Casper?

(liest) "Du hast mir das Gefühl gegeben, etwas wert zu sein.

Das war sehr schön. Dafür danke ich dir.

Und natürlich für die Pizza.

Casper."

-(John) Wer ist das”? -Ein Freund.

-Alles okay? -Ja.

-Kommt, ihr könnt mir helfen. -Gut.

(Drucker surrt)

-(John) Der erste ist fertig. -(Rocca) Zeig mal.

Das sieht voll cool aus.

Finden wir so ein Kindermädchen?

Klar, wieso nicht?

Vielleicht ist es komisch, wenn das Kind selbst sucht.

-Wer soll das sonst machen? -Na ja...

(Kinder lachen)

Moment. Diese Dinge sollte doch alle Oma machen.

-Rocca? -Ja?

-Ist alles okay? -Ja, wieso?

Ich versuche, sie seit Tagen zu erreichen.

Hey. Was ist los?

Dodo ist im Krankenhaus.

Sie ist hingefallen, wegen Klitschko.

-Du solltest dich nicht sorgen. -Wer ist Klitschko?

Das heißt, du bist gerade ganz allein im Haus.

Bald ja.

Damit Frau Hartzement mich nicht in Pflege steckt,

muss ich ein Kindermädchen haben, einen Vormund.

Ganz langsam. In welchem Krankenhaus ist Dodo?

-Im UKE. -Gut

-Papi? -Ja?

-Sie hasst mich. -Nein.

Nein, das tut sie nicht.

Sie hat gesagt, dass ich nur Unglück bringe.

Rocca.

Du bist das tollste Mädchen, das es auf der Welt gibt.

Du hast all die verzaubernden Seiten deiner Mutter in dir.

Und das wird auch Dodo erkennen.

(Alarm aus Video) Bevor das passiert ist...

Da war sie warmherzig und fr... (Knall)

Papa? Papal

-Hallo? Papa. Papa”? -Ich melde mich wieder.

-Hörst du mich? Zwischenfall. -Hallo?

Rocca... (Verbindung wird getrennt)

(Tastatur klickt)

-Was hat das zu bedeuten? -Ähm...

Nichts. Das ist... normal.

Wird ein, äh...

Ein Ammoniakleck sein. Oder Weltraummüll.

Ist das nicht gefährlich?

Meinem Papa ist noch nie was passiert. Noch nie.

-(leise) Noch nie. -Willst du mit zu uns kommen?

Mama will das doch nicht.

-Ja... -Sie hat...

Ja. Sie meint, dass du kein guter Umgang für uns bist.

So krass sagte sie das nicht.

Sie hat Angst, dass wir durch dich in Gefahr geraten.

-Weil du so... -Macht euch keine Sorgen.

Ihr braucht euch keine Gedanken zu machen.

Angst zu haben, bringt ja auch keinem was.

-Bis morgen. -Bis morgen.

Deinem Vater passiert sicher nichts.

Ja.

(Antje Schomaker singt) Du kannst Flugzeuge lenken

(Mailbox) Die Verbindung kann nicht hergestellt...

(Lied) Kannst Menschen retten Und Tiere auch

Fängst Schmetterlinge Steckst sie inden Bauch

Die ander'n sagen zwar Du tickst nicht richtig

Doch was and're sagen Das ist nicht wichtig

Denkst du eigentlich Grad an mich?

Ich denke grad an dich

Mach dir keine Sorgen

Das hat noch keinem Was gebracht

Und vergiss nicht Ich bin da für dich

Egal, was du auch machst

(Chor singt) Egal, was du auch machst

(Frau) Egal, was du auch machst

(Chor) Egal, was du auch machst

Mach dir keine Sorgen

Das hat noch keinem Was gebracht

Und vergiss nicht Ich bin da für dich

Egal, was du auch machst

(Klitschko fiept)

Tschüss. Pass auf dich auf, Klitschko.

-(Klitschko quiekt leise) -Guck mich nicht so an.

Nicht rumheulen.

Heulsuse.

Wir bleiben doch trotzdem Freunde.

(traurige Musik)

Frei sein ist was Gutes.

-(quiekt) -Vertrau mir.

Es ist richtig so.

(traurige Musik läuft weiter)

Lauf nie wieder über eine Straße,

ohne nach links und rechts zu gucken, okay?

Tschüss, Klitschko.

-Was machst du da? -Klitschko freilassen.

Wieso? Du hast ihn doch lieb.

Ja, eben. Und er ist wieder gesund.

Alles okay bei dir?

Steig auf den Gepäckträger.

Das war toll gestern von dir.

Danke.

-Hast du Angst vor Obdachlosen? -Nein. Wieso fragst du?

Warum hilft denen denn keiner?

Mein Vater sagt, die wollen keine Hilfe.

Genau wie Zoe?

-Was hat Zoe damit zu tun? -Du weißt, was ich meine.

Okay, habe verstanden.

Hast du das schon gesehen?

Ich stand am Schultor, da kommt die Waschlappentussi Zoe

und beleidigt mich hart und schubst mich.

Ich habe jeztz so eine krasse Platzwunde.

Das hat so hart geblutet. Der Krankenwagen kam.

Mir geht es scheiße, ich habe Kopfschmerzen.

Ich könnt mich bemitleiden. Obwohl...

Bemitleidet Zoe, die hat's nötiger.

Bis dann.

Das so was Gemeines überhaupt erlaubt ist.

Man darf erst einen Account haben, wenn man 13 ist.

Wie viele schauen sich das an?

Amely hat bestimmt so... 500 Followers.

Jeder macht so schreckliche Sachen?

Natürlich nicht. Ganz unterschiedliche.

-Zeig mir das. -Wir müssen in die Schule.

Da können wir immer noch hin. Jetzt zeig. Bitte. Komm.

Und so was schaut ihr euch jeden Tag an?

Ich meine, das meiste ist doch völliger Schwachsinn.

Hallihallo, meine Lieben, willkommen zum neuen Video.

-Uhuu. Hab euch ganz doll lieb. -(er lacht)

Okay, und diese Influencer oder YouTube-Stars,

die haben so viele Follower, weil...

-Ja, warum eigentlich? -Na ja, weil sie cool sind.

-Und Vorbilder. -Vorbilder. Aha.

Oder was Besonderes können.

Das verstehst du nicht.

Du hast nur mit Erwachsenen gechillt.

Die sind durch irgendwas berühmt geworden

und haben sich eine Community aufgebaut.

Wenn ich ein Video poste, was mir am Herzen liegt...

-Das schaut sich niemand an? -Wahrscheinlich nicht.

Tja...

Aber wenn ich ein Video poste,

wo man sieht, wie ich dieses Flugzeug gelandet habe...

ahm, und sich das die Leute anschauen würden,

hätte ich eine Community, und es ginge, oder?

Dann ginge es ziemlich sicher.

Das warst du aber nicht, oder”?

-Du bist doch schon 13, oder? -Ja. Wieso?

Weißt du auch, wie man so ein Facebook- und YouTube...

-Ähm... Dings erstellt. -Klar.

Cool.

(fröhliche Musik)

-Hallo. -Moin.

-Hallo, Jungs. -(Frau) Hey.

-(Mann) Du wieder. -Das ist mein Freund Max.

-Guten Tag. -Wir waren einkaufen.

Wir haben euch leckere Sachen mitgebracht.

Guck mal.

Ran hier. Oh.

(sie reden freudig durcheinander)

-Nehme ich auf jeden Fall. -Wie Weihnachten.

Mensch, der Tag ist gerettet.

Leute, ich will etwas sagen. Jungs!

(sie reden durcheinander) Hallo!

-Ich möchte was sagen. -Vitamine, Vitamine.

Ich will was ausprobieren. Wollt ihr helfen?

(Handy klingelt) Klar, meine Lütte.

-Was sollen wir machen? -Papi, endlich.

Maus, entschuldige.

Ich hoffe, du hast dir keine Sorgen gemacht.

Weltraummüllwarnung. Es war knapp.

Um dich mache ich mir keine Sorgen, dir passiert nie was.

Ehrlich gesagt, Papa,

hatte ich im Leben noch nie so viel Angst.

-Oh Maus... -(Mann) Was sollen wir tun?

Ich kann gerade nicht. Ich hab was Wichtiges zu tun.

-Und das Jugendamt? -Schick mir eine E-Mail

Eine Vormundschaftserklärung mit Unterschrift.

Dass die wissen, dass du einverstanden bist.

-Womit? -Hab dich lieb.

Jetzt warte doch mal...

-Der Tag ist gerettet. -Du bist unsere Freundin.

Was sollen wir machen?

(Rocca) Max und ich brauchen Hilfe.

(staunend) Oh, hier wohnst du?

Ganz schön cool.

(sie staunt)

(rockige Musik setzt ein)

Cool, darf ich auch mal?

(lockere Musik)

Oh, wie cool.

-Sind deine Eltern nicht da? -Nee.

Sind sie eigentlich nie. Das willst du aber auch nicht.

-Wieso? Fänden sie mich doof? -Nein.

Dich nicht, aber sich.

Verstehe.

Ja? Ich nicht.

Komm, ich zeig dir was.

Ah.

Ja, stopp.

Okay, zeig noch mal.

Coole Leute, oder? Wir machen was Cooles.

Das schneiden wir raus.

-Nein, das ist doch lustig. -Okay.

Ja, warte.

Man muss sich dumme Sprüche anhören.

Es ist so schön, wenn sich einer mal mit dir unterhält.

-Die meisten gucken weg. -(Rocca) Gut.

-Wir müssen kürzen, sonst... -Jetzt.

-Wie fühlt es sich an... -Auch gut.

..wenn Menschen einfach an einem vorbeilaufen?

Man gewöhnt sich daran, gemustert zu werden.

Als wäre man ansteckend.

-Ja, jetzt ist gut. -Ja.

(Rocca) Manche Eltern warnen ihre Kinder vor euch.

(zarte Musik)

(sie lachen laut)

-Da seid ihr ja. -Ja, wieso?

Frau Behrendt ist beim Direktor.

Morgen entscheidet das Familiengericht,

ob du in eine Pflegefamilie musst.

Nach der Schule nimmt dich die Frau vom Jugendamt mit.

Ganz sicher nicht.

Hä?

Was ist hier los? Habe ich was verpasst?

-Ja, hast du. -Ja.

-So geht das nicht. -Ich hab morgen einen Vormund.

-Ich habe acht Bewerbungen. -Du musst zur Schule.

-Hallo? -Wer von euch ist Rocca?

Sie können hier nicht reinplatzen.

Ich. Ich bin Rocca.

-Madame ist da. -Oui, Monsieur Petit.

Gut, wir möchten ein bisschen quatschen.

Sekunde. Hast du die Nummer von Frau Hartholz? Also, Sie?

-Hartholz... -Danke.

Sag mal... (Klasse lacht)

-Kannst du mir das... -Pst, ich telefoniere.

Hallo. Frau Hartholz? Ja, genau.

Ich habe gehört, Sie wollen mich mitnach Hause nehmen.

Das müssen wir verschieben.

Zu Ihrer Veranstaltung komme ich.

-Ich kann Rocca bringen. -Danke.

-Kann ich das... Frau Holz? -Tschüss.

Äh... Hart. (Klasse lacht)

Stellen wir das nächste Video rein?

-Machen wir. -Super.

Bei mir ist heute ein Kindermädchencasting.

(Klein) Was?

Wir finden jemanden, der mich bevormunden möchte.

Hä? (Lachen)

Könntest du mich bitte aufklären?

Rocca hat das Flugzeug gelandet.

Von dem keiner wusste, wer es war.

-Dein Ernst? -Ja.

Und dabei hat sie ein Video für ihren Vater gedreht.

Das haben wir gepostet, für Aufmerksamkeit.

Niemand weiß, wie man landet. (Würgen)

Ja, und dem Piloten geht es gerade echt schlecht.

Es ist was los, aber ich schaffe das.

Sie will Influencerin werden, aber mit wichtigen Dingen.

Das ist wie bei den Kindern, die gemobbt werden.

So hat das bei den meisten angefangen.

Zumindest bei mir.

Man hat als Kind das Gefühl, wertlos zu sein.

Manche Eltern warnen ihre Kinder, mit euch zu sprechen.

Warum machst du das?

Damit ein paar mehr Menschen nicht mehr wegschauen.

Die ist echt toll.

Wenn es einem so schwer gemacht wird,

muss man doch was tun.

Das ist ja unglaublich.

Zoe? Hast du dein Handy mit?

Hol'’s mal raus.

(verschiedene Signaltöne)

(freundliche Musik)

-Wann kommen die ersten? -In 20 Minuten.

-Yeah. -Wir machen jeder eins.

Rocca”? Guck mal.

-(freudig) Klitschko. -(Klitschko fiept)

Ich frage, okay?

Hallo?

-Hallo! -Was macht ihr denn hier?

Dürfen wir mitmachen?

Lauf weiter, du Opfer.

Natürlich. Kommt rein.

(beide) Danke.

(Lied) Wer mich nicht kennt Hat was verpennt

Komm, ich zeig dir mein Welt Wie sie mir gefällt

Wer sich versteckt Wird nie entdeckt

Komm doch mit in meine Welt

Denn wer die nicht kennt

Der hat was verpennt

Und wer von sich weiß

Der ist mit im Kreis

Sei nicht so ungeduldig, ich bin gleich da.

Ich will nur wissen Weshalb du einsam bist

Was ist denn da los?

-Wann hat Rocca Geburtstag? -27. November, wieso?

Ach so, klar. Vielleicht eine Einschulungsparty.

Warte, ich mache ein Foto.

(laute Musik und fröhliche Kinderstimmen)

(Handy summt)

-Soll ich jetzt da reingehen? -Nein, lass mal.

Sorge... Sorgerechtsverfügung”?

"Hiermit erkläre ich, geboren am,

zum gesetzlichen Vertretervormund meiner Tochter

Ria Ottilie Clementine Cäsa Alva Kurz"?

Tut mir leid, Kinder, das geht nicht.

Nee.

(Bewerberin lacht)

Laut deiner Anzeige suchst du ein Kindermädchen.

Das ist was ganz anderes.

Als Vormund komme ich nicht infrage.

-Es hat mir Spaß gemacht. -Mir auch.

-Viel Glück. -Danke. Mach's gut.

-Tschüss. -Tschüss.

-Und jetzt? -Kein Plan.

In drei Stunden ist die Anhörung im Gericht.

Hast du überhaupt einen Anwalt? Mein Papa...

Dass ich darauf nicht gleich gekommen bin.

Ich habe einen Freund, und der ist Anwalt.

Kommt. Wir müssen ihn finden.

-Casper! -Da traf ich ihn das erste Mal.

-Casper! -(Rocca) Casper?

(spannungsvolle Musik)

(Musik übertönt Dialog)

(traurige Musik)

-Habt ihr ihn gefunden? -Nein.

Mist.

-Wieso rufen wir ihn nicht an? -Oh, Amely.

-Was? -Er hat kein Handy.

-Festnetz? -Festnetz...

Das benutzen Erwachsene manchmal.

Wie soll er Festnetz haben ohne Wohnung?

Oh. (sie lachen)

Du musst los. Frau Behrendt holt dich gleich ab.

-Ich weiß. -Mach's gut.

Sollen wir weitersuchen?

(Quietschen)

Casper? (Becher scheppert)

Rocca. Och, du.

-Ich hab dich überall gesucht. -Mich?

-Ich dich. Wieso du mich? -Du musst mir helfen.

Ich habe dein Video in der U-Bahn gesehen.

-In der U-Bahn? -Ja. (lacht)

Wahnsinn. Du bist wirklich... Du bist verrückt.

Toll bist du auch. Und verrückt.

Kein Wunder, dass ich dich in der U-Bahn nicht finde.

-Ich hatte meinen freien Tag. -Spinner.

Es haben sich Firmen gemeldet.

Die wollen Schlafsäcke spenden.

-Ja? -Voll cool, ne?

Mhm.

Das geht nicht, Rocca.

Schau mich doch mal an.

Ja, und? Das bist doch du. Casper.

Nix. Ich bin ein stinkender ungewaschener Obdachloser. So.

Wenn man was will, schafft man es. Sagt mein Papa.

Warum sollte es nicht gehen?

Ich brauche einen Anwalt, und du bist einer.

Ja... Okay.

Ich erzähle dir was,

dann verstehst du, warum das nicht geht, ja?

Meine Frau... Ihr Name war Elli.

Sie hat mich damals in der Kanzlei angerufen.

Ich war mal wieder an einem großen Fall dran.

Und hatte vergessen,

obwohl ich es versprochen hatte,

unsere Tochter beim Hockeytraining abzuholen.

Elli... Elli war nicht sauer.

Sie hat... Sie hat gesagt, sie macht das, und...

Ich soll mir Zeit lassen.

Und dass sie sich auf den gemeinsamen Abend freut.

Eine halbe Stunde später kam ein Anruf.

"Ihre Tochter und Ihre Frau sind bei einem Verkehrs..."

(er weint)

Und jetzt glaubst du, dass es deine Schuld war?

Warum habe ich meinen Job so oft wichtiger genommen

als meine Familie, warum?

Warum habe ich nicht beim Training...

am Spielfeldrand meiner Tochter zugejubelt...

Warum habe ich sie... dann nicht heil nach Hause gefahren?

Ich kann auch kein zweites Mal auf die Welt kommen,

nur damit meine Mama nicht stirbt.

Warum sagte ihr keiner:

"Gehin ein anderes Krankenhaus.

Vielleicht hätten die dich da gerettet."

Das ist doch Quatsch.

Ganz sicher hätte meine Mama nicht gewollt,

dass ich immer traurig bin.

Und deine Familie hätte das auch nicht gewollt.

Wir leben für sie weiter.

Oder soll ich mit dir auf der Straße leben

und Pfandflaschen sammeln?

Das mache ich sonst. (Motorbrummen)

Rocca? Kommst du?

Bitte hilf mir, Casper.

(leise) Ich kann nicht.

Dein Handy. Rocca, dein... (Autotür schlägt zu)

(Hartholz) Es ist höchst unverantwortlich,

ein Mädchen von elf Jahren

in einem Haus alleine wohnen zu lassen.

Weiß dein Vater, dass du hier bist?

Klar weiß er das. Was dachtest du?

Ähm, Sie.

Darf ich auch etwas sagen?

-Ja. -Danke.

Ich kannte in meinem Leben nie ein Mädchen wie Rocca.

Sie kann besser für sich sorgen

als viele in unserem Alter.

(Richter) Das möchte ich glauben...

An meiner Schule sind viele Kinder.

Die wohnen mit ihren Eltern und sind trotzdem allein.

Mein Kind, es gibt Gesetze, an die man sich halten muss.

Dass Rocca gestern erst um zwölf Uhr zum Unterricht kam

und ihre Schulpflicht verletzt hat...

-Das handhaben Sie so? -Nein. Natürlich nicht.

-Gott sei Dank. -(Richter) Das reicht wohl.

Du fühlst dich sicher in der Pflegefamilie wohl.

-Genau. -(Rocca seufzt)

Wussten Sie, dass das Rocca war?

"Elfjähriges Mädchen rettet 180 Menschen das Leben"?

-Und ich bin die 181. -Casper.

Schönen guten Tag, mein Name ist Hübner.

Der Anwalt von Henning Kurz.

-Sie? -Ja.

So, hier.

-Liebe Grüße von deinem Papa. -Danke.

Guck mal, schöne Hände.

Oh, hallo.

-Schöne Überraschung. -Hallo.

Woher kennst du ihn?

-Wir haben Pizza gegessen. -Du?

Ich unterrichtete seine Tochter.

(Richter) Der Form halber frage ich alle,

ob sie damit einverstanden sind,

dass Herr Dr. Casper Hübner an der...

-Dr. Hübner? -Tach, Herr Goldmann.

Frau Hartholz. Schön, Sie wiederzusehen.

Das meine ich ernst. Verzeihen Sie das neulich.

Das war nicht... Ich war nicht krank.

Ich hatte sehr Hunger.

Bitte.

-Darf ich loslegen? -Äh...

Das Gericht soll in elterliche Sorge nur wenig eingreifen.

-Sind wir uns einig? -Ja.

Eingriff nur,

wenn das Wohl des Kindes durch...

Missbrauch, Vernachlässigung oder Gewalt gefährdet ist.

-Richtig? -Ja.

Ja...

-Richtig. -Frau Hartholz.

Hatten Sie den Eindruck, dass...

einer dieser Fälle auf Rocca zutrifft?

Den hatte ich nicht direkt.

-Allerdings... -Nur die Frage beantworten.

-Nein. -Nein.

-Nein. -Nein.

Das einzige Problem ist,

Rocca braucht einen Vormund, der einschätzen kann,

ob und wie Rocca allein leben kann,

bis ihre Großmutter nach Hause kommt.

Das würde doch reichen, oder nicht?

-Na ja... -Und Sie?

Sie könnten ihn bestimmen?

Ja, das könnte ich. Aber...

-(Casper) Rocca? -Ja?

Wirst du dir regelmäßig was zu essen machen?

Wirst du die Schulpflicht erfüllen?

-Gehst du pünktlich ins Bett? -Ja, mit Zähneputzen.

Frau Hartholz, wenn Sie mich besuchen,

habe ich auch was Leckeres für Sie im Kühlschrank.

Den Rest der Zeit, das sind acht Stunden,

ist Rocca in einer sehr aufmerksamen

und fürsorglichen Institution namens Schule.

Euer Ehren, sind Sie sich sicher,

dass die Pflegefamilie in diesem Fall wirklich nottut?

Wen hättest du denn gerne als Vormund?

Ich mache das.

Gerne.

Danke, Casper.

Ja. (lacht)

Keine weiteren Fragen, Herr Goldmann.

(lebendige Musik)

Sitzung ist geschlossen.

-Na, hast du auch Hunger? -Pizza?

Was du willst. Ich lade dich ein.

-Auf Wiedersehen. -Tschüss.

Was ist mit Ihnen? Haben Sie... auch Hunger?

-Ja. -Schön.

Dann schlage ich vor, in 30 Minuten im "Paolino"?

Nehmen Sie Rocca mit? Ich habe noch was zu tun.

-Klar. Bis gleich. -Bis gleich.

Bis gleich.

(fröhlicher Popsong)

Seine Tochter war supersüß.

-Aufgeschlossen, fröhlich. -Kann ich mir vorstellen.

(leise) Aber nicht, wie gut er aussah.

Ich unterbreche die hübschen Damen ungern.

Dürfte ich mich bitte setzen?

Doch, das kann ich mir vorstellen.

Wow.

(Popsong läuft weiter)

(Musik übertönt Dialog)

Da.

Das in der dritten Reihe, das weiße. Das ist es.

-Das ist deins? -Ja. Das ist mein Haus.

Ich war vorhin das erste Mal wieder drin, sehr verstaubt.

Es war unerträglich, da drin zu sein.

Ich verkaufe es und miete mir eine kleine Wohnung...

Mit dem Rest des Geldes

gründe ich eine Stiftung für Obdachlose.

(Behrendt) Wie habt ihr euch kennengelernt?

Rocca wollte mir beim Flaschensammeln helfen.

Hallo, ihr alle. Ich habe gerade eine Superidee.

Alle vom Hegel-Gymnasium in Eppendorf

bringen Freitag ihre leeren Pfandflaschen mit.

Mit in die Schule. Quatsch, was rede ich da?

Jeder, der das sieht, der macht das. Es gibt...

-Kuchen. -Kuchen für alle.

Das ist meine Lehrerin Frau Behrendt. Die erlaubt das.

Und das hier ist mein Freund Casper.

Von dem habe ich euch erzählt.

Wie ordentlich der aussieht.

Das Geld von den Pfandflaschen kommt in die Stiftung.

Genau.

Papa. Ich liebe dich bis in die Sterne und zurück.

Und Oma, falls du das hier irgendwann mal siehst,

erzahl mir was von Mama.

Als sie klein war.

Du bist die Einzige, die das kann.

Ich hab dich lieb.

(melancholische Musik)

Wo sollen die Pfandflaschen hin?

(Rocca) Da vorne zum Tor.

(Arzt) Gibt es einen anderen Schmerz,

der es nicht besser werden lässt?

-(Handy klingelt) -Entschuldigung.

Ja?

(verwirrte Freundin) Mach den Fernseher an.

Wieso denn?

-Was? -(laut) Wieso?

Mach.

Entschuldigung. (er lacht)

(Rocca) Niemand weiß, wie man das landet.

Und dem Piloten geht es echt schlecht.

Hier ist viel los, aber ich schaffe das.

(Mann) Die Tochter eines Astronauten

rettet 180 Passagiere.

Sie setzt sich mit ihrem YouTube-Kanal

für Obdachlose und gegen Mobbing ein.

(Rocca) Was man mit dem Ding machen kann.

-(Mann) Warum machst du das? -(Rocca) Papa ist Astronaut.

Im Weltall zählt es nicht, wie man aussieht.

Nur da oben herrscht Friede, und wir sind alle gleich.

(Mann) Auch emotionale Botschaften postet das Kind.

Und, Oma, falls du das irgendwann mal siehst,

erzähl mir was von meiner Mama, als sie klein war.

Du bist die Einzige, die ich kenne, die das kann.

Ich hab dich lieb.

Sie wollten doch mit jemandem meiner Familie sprechen.

Ja.

(Mann) Wir sind gespannt, was Rocca macht.

Dann bringen Sie mich sofort zu meiner Enkelin.

Sie braucht mich.

Und ich brauche sie.

(Klein) Sagt... Kinder...

Könnt ihr hier ein bisschen Platz machen?

-Rocca? -Ja?

Hast du Lust?

-Hm? -Okay.

Aber nur, wenn ich Du zu dir sagen darf.

(lachend) Na ja...

Gut, ich bin Wilfried.

Wilfried Alexander Klein.

Okay, Willi. Dann mal los.

Oh, bitte.

-Frau von Kram? -Ja? Ja?

-Ihre Tasche. -Ich habe es eilig.

(zauberhafte Musik)

Und jetzt jeder, der sich wünscht

dass seine Eltern ehrlich sind.

Du bleibst hier.

Also... Du blamierst mich ja vor allen Leuten.

Und jetzt jeder, der jemandem danken möchte.

-Danke. -Danke auch dir.

-Darf ich? -Klar.

Jetzt alle, die manchmal Fehler in der Erziehung machen.

Und auch die, die zu viele Ängste haben,

es aber ändern möchten.

(zauberhafte Musik läuft weiter)

-Darf ich? -Klar.

Puh.

Und jetzt jeder, der gerade verliebt ist.

(Musik läuft weiter)

(Oma) Und jetzt jeder,

der jemanden um Verzeihung bitten möchte.

Dodo!

-Dodo. -Nein. Omi.

Ich erzähle dir alles über deine Mama,

was du wissen willst.

Eins kann ich schon sagen:

Sie wäre so, so, so wahnsinnig stolz auf dich.

(emotionale Musik)

(Lied: "Alles ist jetzt" von Bosse)

Ich hab gelernt Das Leben zu genießen

Meine Freunde Wie Blumen zu gießen

Ich hab gelernt Das Feuer zu schür'n

Den Zauber nicht zu verlier'n

Ich hab gelernt Der erste Blick täuscht

Und dass es gut ist Wenn man sich verläuft

Ich hab gelernt Auch wenn's mies ist

Geht die Sonne trotzdem auf

Dann kommt eine zündende Idee

Wie frischer Wind Ein neuer Tag

Dann kommt eine zündende Idee

Und die macht Hell Wo Dunkel war

Und alles ist jetzt

Es ist alles, alles jetzt

Das Leben ist kurz

Zu kurz für ein langes Gesicht

Und Stück für Stück

Kommt das Lachen zurück

Und die Freude Und der Hüftschwung

Und das Glück

Ich hab gelernt Es gibt viele dumme Menschen

Die ihren Hass weitergeben So entstehen Grenzen

Ich hab gelernt Der Mut, den man gibt

Wird zu Liebe Die man kriegt

Ich hab gemerkt Ich will kein "Immer mehr"

Weiter, geiler Brauche ich nicht mehr

Ich hab gelernt Zu feiern

Und zu schätzen Was ich hab

Dann kommt eine zündende Idee

Wie frischer Wind Ein neuer Tag

Gibt mir eine zündende Idee

Die macht Hell Wo Dunkel war

Und alles ist jetzt

Es ist alles, alles jetzt

Das Leben ist kurz

Zu kurz für ein langes Gesicht

Und Stück für Stück

Kommt das Lchen zurück

Und die Freude Und der Hüftschwung

Und das Glück

Und was du träumst Das musst du machen

All die besten super Sachen

Alle machen, alle machen

Was du träumst Das musst du machen

All die besten super Sachen

Einfach machen, einfach machen

Und alles ist jetzt

Es ist alles, alles jetzt

Das Leben ist kurz

Zu kurz für ein langes Gesicht

Und das, was du träumst Musst du machen, einfach machen

All die besten super Sachen

Alles ist jetzt

Alles ist jetzt

Und das, was du träumst Musst du machen, einfach machen

All die besten super Sachen Alles ist jetzt

(Lied: "Wer mich nicht kennt" von Jonathan Express)

Wo bin ich denn hier gelandet? Was ist hier denn los?

Alle rasen oder pennen Warum, ich mein ja bloß

Ich bin neu hier und frag mich Was macht ihr sonst so

Wenn ihr grad nicht stresst Oder euch vergesst

Ich will nur wissen Weshalb du böse bist

Warum man dies und das Nicht macht

Warum jeder was vermisst

Komm, wir sausen los Nach irgendwo

Und machen es uns dann Okay sowieso

Wer mich nicht kennt Hat was verpennt

Komm, ich zeig dir meine Welt Wie sie mir gefällt

Wer sich versteckt Wird nie entdeckt

Komm doch mit in meine Welt Welt, Welt

Denn wer die nicht kennt

Der hat was verpennt

Und wer von sich weiß

Der ist mit im Kreis

Ich will nur wissen Weshalb du einsam bist

Warum kaum einer lacht Und sich keiner grüßt

Komm, wir sausen los Nach irgendwo

Und machen es uns dann Okay sowieso

Wer mich nicht kennt Hat was verpennt

Komm, ich zeig dir meine Welt Wie sie mir gefällt

Wer sich versteckt Wird nie entdeckt

Komm doch mit in meine Welt Welt, Welt

Denn wer die nicht kennt

Der hat was verpennt

Und wer von sich weiß

Der ist mit im Kreis

Und wenn ich mal traurig bin

Flieg ich ins All Bis zu den Sternen und zurück

Und wenn ich alleine bin

Flieg ich ins All Und versuche dort mein Glück

Und wenn ich mal traurig bin

Wenn ich mal traurig bin

Und wenn ich mal traurig bin Ruf ich ins All

No Limits Media 2019 Untertitel: S. Fahle u.a.

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