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"Ein Mord wird angekündigt, Teil 3"
Darf ich ins Haus, Sergeant Fletcher?
Aber ja, Sie sind ja nicht verdächtigt, Miss Marple.
Ein gefährliches Vorurteil, Sergeant.
Wenn Sie wüssten, was ich verloren habe.
Bunny war meine einzige Verbindung zur Vergangenheit.
Sie war die Einzige, die sich an alles erinnert hat.
Ich weiß. Man ist schrecklich allein, wenn der letzte gegangen ist,
mit dem man jung war.
Erharre mit den Neffen und Nichten und Freunden,
aber niemand, der mir in der Jugend nah war.
Sie sind eine sehr verständnisvolle Frau, Miss Marple. Ich danke Ihnen.
Ich werde noch ein paar Zeilen an den Vikar schreiben.
Die Polizei, Madam.
Danke, Hannah.
Guten Morgen, Miss Blacklock. Miss Marple.
Miss Marple brachte eine Nachricht vom Vikar.
Ich glaube, ich muss mich jetzt auf den Weg machen.
Es sei denn, dass Sie mich etwas fragen wollen.
Waren Sie gestern Nachmittag hier zur Party?
Nein, nein, das war ich nicht.
Dann will ich Sie nichts fragen.
Sie kam wirklich mit einer Nachricht vom Vikar.
Und ich erkenne schnüffelnde, alte Damen auch dann, wenn sie einen Vorwand haben.
Ich will keine Zeit damit vergeuden, um mein Beileid auszusprechen.
Ich gehe davon aus, dass Sie es voraussetzen.
Ich bin von Mrs. Bunners Tod doppelt betroffen,
weil ich ihn hätte verhindern müssen.
Wie hätten Sie das denn machen wollen?
In dem Röhrchen neben ihrem Bett waren tödliche Tabletten,
und wir haben das Haus seit Tagen bewacht.
Ach, hätten Sie jeden durchsuchen wollen, der ins Haus gegangen ist?
Schwer möglich. Aber wer in diesem Haus kann das sein,
der Sie erst erschießen und jetzt vergiften wollte?
Ich habe nicht die allergeringste Ahnung, Inspektor.
Lassen Sie mich eine Überlegung anstellen.
Ich war in Schottland und habe mit Belle Goedler gesprochen.
Die einzigen, denen Ihr Tod nutzen könnte, sind Pip und Emma.
Ich dachte erst, Patrick und Julia sind diejenigen,
aber wir haben uns erkundigt und mussten feststellen...
Sie haben was?
Das gehört zu meinen Pflichten.
Verzeihung, tut mir leid.
Und wir wissen jetzt,
dass Patrick und Julia wirklich Patrick und Julia Simmons sind.
Dann dachte ich an die Mutter der Zwillinge.
Sonia Stamford ist Goedlers Schwester.
Sagen Sie, würden Sie Sonia erkennen, wenn Sie sie sehen würden?
Ich glaube schon, dass ich sie erkennen würde,
obwohl ich sie vor 30 Jahren das letzte Mal gesehen habe.
Da kann man nie sicher sein.
Wie haben Sie sie in Erinnerung?
Nun, sie war ziemlich klein, dunkel, eine nervig quirlige, junge Frau.
Vermutlich ist sie jetzt müde, alt und grau, wie wir alle.
Nun ja, ältere Damen dieser Art gibt es in Chipping Cleghorn genug.
Sie glauben doch nicht etwa,
dass Sonia einen falschen Namen angenommen hat
und hier irgendwo in Chipping Cleghorn wohnt?
Ich muss jede Möglichkeit bedenken.
Altersmäßig kämen hier auf Anhieb in Frage:
Mrs. Swettenham, Miss Murgatroyd und Miss Hinchcliffe.
Alle drei waren gestern Abend und am Abend der Schießerei hier.
Aber das ist nun wirklich lächerlich, Inspektor.
Helfen Sie mir, diese Möglichkeit auszuschließen.
Haben Sie ein Foto von Sonia?
Nur sehr alte von damals, in einem Album.
Könnte ich sie sehen?
Julia ist irgendwo im Haus. Sie soll Sie Ihnen zeigen.
Fehlten einige Fotos, als Sie es gesehen haben?
Nein!
Nicht, dass ich wüsste!
Sonia zusammen mit R.G.
R.G. ist Randall Goedler.
Sonia und Belle am Strand, Picknick in Skeyne,
Charlotte mit Sonia und R.G.
Darf ich?
Alle mit Sonia sind weg.
Das ist doch kein Zufall, oder?
Das ist ganz bestimmt keiner.
Ich begehe zwar Vertrauensbruch, Miss Marple, aber ich möchte,
dass Sie das hier lesen.
Wenn sie es möchten, mache ich es gerne.
Ich liebe Vertrauensbrüche, das ist so aufregend.
Manchmal wünsche ich, ich hätte einen katholischen Pfarrer geheiratet.
Bitte, meine Liebe. - Aber die dürfen ja nicht...
Und Sie haben es schon gelesen? - Ja.
Noch Hinweise zum besseren Verständnis?
Mrs. Blacklock liebte ihre Schwester sehr.
Sie schrieb ihr zwei- bis dreimal die Woche.
Und ihr Vater war ein Tyrann. Obwohl, als Landarzt war er sehr beliebt,
vermutlich weil er alles Neue hasste.
So hat er wahrscheinlich Dutzende ins Grab kuriert.
Ich habe auch ein Faible für altmodische Ärzte.
Die neumodischen Ärzte ziehen uns alle Zähne,
stopfen uns voll mit Tabletten und schneiden uns Gott weiß was ab
und sagen dann, dass sie nichts mehr für uns tun können.
Meistens dann, wenn nicht mehr viel vom Original übrig ist.
Nein, nein! Da ziehe ich mir die altmodische Medizin vor.
Mit ihren schwarzen Fläschchen und Säftchen,
die man auch immer bequem in den Ausguss gießen kann.
Haben Sie die Herkunft der Pistole geklärt, mit der Schertz erschossen wurde?
Die Pistole gehörte dem Colonel.
Ja, aber mich wundert es nicht, wenn ein Colonel eine Pistole hat.
Im Moment ist nur noch nicht klar, wann sie gestohlen wurde.
Ist die Schwester von Mrs. Blacklock an Schwindsucht gestorben?
Ich glaube, ja. Soviel ich weiß in einer Schweizer Klinik.
Aja!
Ist es nicht gemein, dem Colonel die Pistole zu stehlen?
Ja. Ich fürchte, Mrs. Easterbrook wird sie am meisten vermissen.
Übrigens wissen wir über Sonia Goedler nur, dass sie klein und dunkel war.
Und sehr temperamentvoll, wie Sie aus den Zeilen sehen.
Ja, und eine faszinierend freimütige Frau dazu.
Ich überlasse Ihnen die Briefe bis morgen. Recht so?
Oh, danke, das ist mir sehr recht.
Und wir werden uns nun wieder auf Stunden faszinierender Stille einrichten.
Irrtum, meine Liebe. Ich habe vor, ohne Pause weiter zu schwatzen.
Oh, bevor ich es vergesse: Ist Mrs. Blacklock vielleicht kurzsichtig?
Ja! Aber sie ist zu stolz, ihre Brille zu tragen.
Beim Gottesdienst singt sie die Psalmen mit, die sie auswendig kennt.
Bei den anderen macht sie nur "Lala".
Ich verstehe.
Ich bringe Sie zur Tür, Inspektor.
Pass doch auf, Delilah. - Delilah?
Mein Mann hat ihr diesen Namen gegeben.
Wohl, weil ihre Moral von der Art dieser Dame ist.
Oh, Tante Jane, ich bin sicher, du kannst gar nicht richtig sehen.
Nun ja, etwas mehr Licht wäre nicht schlecht.
Warum machst du dir nicht die Lampe an?
Der Schalter war dort, ja?
Am Kabel. Delilah, du bist mir aber auch eine.
Was war denn das? Was habe ich gemacht?
Nichts, Tante Jane. Das war nicht deine Schuld.
Das Wasser ist auf das angefressene Kabel gelaufen,
und jetzt haben wir einen Kurzschluss. Alles durch diese dumme Delilah.
Nein, sie ist nicht dumm. Jetzt weiß ich, wie.
Sieh mal, sie hat das Kabel durchgefressen.
Jetzt ist bestimmt die Sicherung raus.
Wie bei der Lampe mit der Schäferin.
Wovon redest du?
Von Mord, meine Teure.
Sag nie mehr etwas Abfälliges über die prächtige Delilah.
Haben Sie mir nicht erzählt, Mrs. Haymes, Ihr Mann wäre in Italien gefallen?
Das habe ich.
Das ist aber nicht wahr. Er ist desertiert.
Ja, das weiß ich.
Hätten Sie mir das nicht sagen müssen?
Müssen Sie denn wirklich in jeder Wunde herumstochern?
Ja, das muss ich. Denn oft befinden sich dort lebensgefährliche Splitter.
Ich will nicht, dass mein Sohn es erfährt.
Und wenn es erst einmal einer weiß, dann wissen es sehr bald alle.
Schweigen ist nicht das Gleiche wie lügen.
Man hat Sie in der Woche vor der Schießerei mit einem Mann sprechen sehen.
War das Haymes? - Ich habe mit niemandem gesprochen.
Wollte er Geld von Ihnen?
Ich habe Haymes seit Jahren nicht mehr gesehen.
Würden Sie das beschwören?
Schweigen scheint mir bei Ihnen doch das Gleiche zu sein,
wie lügen, Mrs. Haymes.
Ja, verstehe! Sie glauben, sich so der Lösung des Falles zu nähern.
Ja! Der Tod von Mrs. Blacklock kann nur drei Personen nützen:
Sonia Stamfordis und ihren Kindern Pip und Emma.
Vom Alter her kämen folgende Frauen infrage:
Mrs. Swettenham, Miss Hinchcliffe und Miss Murgatroyd für Sonia.
Patrick Simmons, Julia Simmons, Phillipa Haymes
und Edmund Swettenham für Pip und Emma.
Sehr aufmerksam, dass Sie die Frau des Vikars ausgespart haben.
Ja! Sie ist dem Alter nach "weder noch". Wie die Easterbrooks.
Er hatte übrigens eine Pistole. - Hatte?
Sie kam in der fraglichen Zeit abhanden.
Warum hat er das nicht bemeldet?
Er hat es erst später gemerkt.
Seine Frau schwört, dass sie erst nach dem Mord abhanden kam,
um Ihren Mann zu schützen, was aber gar nicht nötig ist.
Er ist ein vollendeter Trottel, wenn auch liebenswert.
Interessiert Sie meine persönliche Meinung?
Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Bei Anwesenheit einer Gruppe von Menschen wurde ein Mord verübt.
Sie haben mich nun davon überzeugt,
dass der Mörder einer der Anwesenden war.
Ja, davon bin ich überzeugt.
Ja, bitte!
Verzeihung! Sir! Eine wichtige Neuigkeit.
Ich wusste, dass sie lügt. - Wer?
Vor 10 Tagen wurde ein Mann in Milchester von einem Auto überfahren.
Keine Papiere, keine Vermisstenmeldung.
Jetzt wurde er identifiziert als Ronald Haymes. Ex-Captain aus Loamshire.
Der Mann von Philippa Haymes?
Mit Sicherheit! Er hatte nicht weiter bei sich,
als eine Buskarte nach Chipping Cleghorn.
Wann ist der Unfall passiert?
Am Tag vor dem Mord, Sir, gegen Mittag. Wenn Sie erlauben, Sir,
möchte ich noch auf einen weiteren Umstand hinweisen.
Und der wäre?
Er lief auf die Straße und hat ein Kind vor dem Überfahren gerettet.
Ein ehrenwerter Tod für einen Deserteur.
Vielleicht hat sie mich doch nicht belogen.
Phillipa, ich habe eben gehört, dass dein...
Sag es ruhig. Jetzt habe ich keine Angst mehr.
Dass dein Mann... ich...
Muss das denn wirklich sein, Hinch?
Ja! Das Monster, dass Rudi Schertz umgelegt hat,
hat auch Mrs. Bunner auf dem Gewissen und ich wehre mich dagegen,...
Ich etwa nicht?
...wehre mich dagegen, tatenlos zu warten, bis der Nächste umgebracht wird.
Verstanden? Und da kommt jeder in Frage, außer dem Mörder.
Und Mrs. Harmon vielleicht, die bei der Geburtstagsparty nicht dabei war.
Das meine ich doch auch. - Der Mörder muss ein Mann sein.
Wir wissen doch alle, was für Schweinehunde die Männer sind.
Obwohl natürlich jeder die Tabletten während der Party hätte vertauschen können.
Ja? Wie denn?
Wenn jeder mal auf der Toilette war. Bei den Mengen Tee mit Sherry,
die alle geschlürft haben, nicht anders möglich.
So! Noch mal zurück zum ersten Mord. Also,
dieser Idiot aus der Schweiz kommt rein, steht hier
und fuchtelt mit seiner Taschenlampe rum.
Und dem Revolver. - Nein!
Falsch! Den Revolver hatte der Mörder.
Also ich bin jetzt der Schweizer Trottel.
Wo hast du in dem Moment gestanden?
Ich kann mich nicht erinnern.
Du musst, Murgatroyd!
Ich war hinter der Tür.
Sie ging auf und stieß an mein Hühnerauge, was mächtig wehtat.
Wann gehst du endlich zur Pediküre?
Du holst dir noch mal eine Blutvergiftung,
so wie du überall an deinen Hühneraugen rumsäbelst.
Komm hinter die Tür.
Und pass auf, auf dein Hühnerauge.
Ich stehe am Kamin und meine Zunge hängt vor lauter Durst so weit raus.
Wer immer jetzt schießen will, er muss zuerst raus auf den Flur
und zwar durch die andere Tür.
Aber hier ist keine.
Ach, doch nicht hier! In Little Paddocks.
Den großen Durchbruch hindurch, rechts.
Also, denk nach! Wen hast du gesehen?
Oder, was noch viel wichtiger ist für uns, Amy Murgatroyd,
was hast du nicht gesehen?
Du stehst jetzt neben der Lichtquelle, Murgatroyd.
Du siehst eine Reihe bekannter Gesichter.
Ich sehe Mrs. Harmon, wie sie ihre Augen mächtig zukneift.
Und Dora Bunner mit weit geöffnetem Mund.
Und...
Da steht ja gar keiner.
Verdammt! Gerade jetzt! Hallo, Hinchcliffe!
Vergiss deine Rede nicht, Murgatroyd.
Hallo? - Miss Hinchcliffe?
Am Apparat. - Ihr Hund ist da.
Seit wann? - Er ist mit dem Milchzug gekommen.
Und warum rufen Sie mich da jetzt erst an?
Wir wollten nicht so früh stören.
Ach, wie rücksichtsvoll! Wer Vieh zu versorgen hat,
der steht mit den Hühnern auf.
Mein Hund ist da, kam mit dem Milchzug.
Und dieser Trottel dachte, ich wäre noch nicht auf.
Ich kann diese dummen Kerle nicht ausstehen, die für mich denken wollen.
Was ist denn? Ich denke, du willst wissen, wen ich gesehen habe?
Wir machen weiter, wenn ich wieder da bin. Merk dir alles.
Ich will dir doch nur sagen, dass ich sie nicht gesehen habe.
Ja ja! Bis nachher!
Sie war nicht zu sehen.
Old Hinchcliffe hat 'ne Hühnerfarm, Hiahiaho.
Jetzt kriegt sie noch nen Hund dazu, Hiahiaho.
Dann hat sie vor den Mardern Ruh, Hi ha ho!
Oh, Guten Morgen! Gehen Sie doch rein, Sie werden ganz nass.
Ich bin gleich fertig.
...diese Mördercrew, erstickt an ihrem eigenen Blut, Hi ha ho!
Mein Hund kühn und geschwinde, er schnappt sie an der Binde.
Das Mörderbaby wird sich freun, Hiahiaho.
Darf wieder mal den Hund betreun, Hi Ha Ho.
Miss Marple!
Oh! Huhu!
Steigen Sie ein, bevor sie ganz durch sind!
Oh, das ist aber sehr freundlich von Ihnen, Miss Hinchcliffe,
dass Sie mir Zuflucht in Ihrer vierrädrigen Arche gewähren.
Wissen Sie was, Miss Marple, wir trinken einen Kaffee bei mir.
Wir rufen im Pfarrhaus an und sagen Bescheid.
Oh, das wäre gut, sonst sucht mich meine Nichte.
Sie haben doch keine Angst vor Hunden?
Setter sind nämlich nicht ungefährlich. 99 Prozent Herz und ein Prozent Hirn.
Murgatroyd, wir haben Besuch!
Ich bin gespannt, was Sie zu unserem Kaffee sagen, Miss Marple.
Der weckt nämlich Tote wieder auf.
Jesus kannte bestimmt unser Rezept.
So, und jetzt raus mit dir, los! Murgatroyd?
Bloß gut, dass dieser verdammte Regen wieder aufgehört hat.
Murgatroyd?
Warum hat sie nicht die ganze Wäsche abgenommen?
Ich gehe mal nachsehen, was der Hund hat.
Wenn Murgatroyd sieht, wen ich mitgebracht habe, wird sie staunen.
Komm schon, komm!
Die das gemacht hat, Miss Marple, bringe ich eigenhändig um.
Ich rufe die Polizei.
Warum haben Sie gesagt "die"?
Wir haben da so ein dummes Spiel gemacht. Wir wollten herausfinden,
wer den armen Kerl aus der Schweiz erschossen hat.
War meine Idee.
Meine Schuld.
Nein, das glaube ich nicht. Erzählen Sie mir von dem Spiel!
Wir haben den Abend mehrmals nachgespielt, um herauszufinden,
wer im Dunkeln auf den Flur schlüpfen konnte.
Denn Murgatroyd erinnerte sich, dass sie hinter der Tür stand,
als der mit der Taschenlampe in den Salon leuchtete.
Verstehe!
Ich fuhr gerade los, als Murgatroyd eingefallen sein musste,
wer es war. Denn sie rief mir nach: "Sie war nicht zu sehen!"
Sie war nicht zu sehen?
Genau. Sie war nicht zu sehen!
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wer diese "Sie" ist!
Wer sie auch ist, sie wird bezahlen!
Hoffentlich hat Hannah das Essen fertig, ich habe einen Mordshunger.
Wovon denn?
Ich habe drei Vorlesungen geschwänzt. Sonst schwänze ich nur zwei.
Julia!
Was ist denn?
Dieser Brief hier ist von Julia Simmons.
Ich dachte, du wärst Julia Simmons!
Oh Gott,
inflagranti!
Nun ja, offenbaren wir uns!
Was heißt das alles?
Das heißt, Tante Letty, ich hoffe, dass unser Glück noch nicht vorüber ist.
Du hast mich eben, wie immer "Tante" genannt.
Heißt dass, dass du nach wie vor Patrick Simmons bist?
Genau das heißt es, Tante Letty. Nur, dass Julia
nicht Julia ist.
Und wer ist Julia wirklich?
Ich wurde auf den Namen Emma Jocelyn Stamfordis getauft,
und bin also Sonias Tochter Emma.
Emma? - Ja.
Aber wie seid Ihr zwei zusammengekommen?
Auf einer Party in London, nach meiner Demobilisierung.
Und was macht die echte Julia in Perth?
Sie will Schauspielerin werden, was Mutter aber nicht erfahren soll,
weil sie sonst einen Schlaganfall kriegt.
Deshalb haben wir diese Komödie arrangiert.
Julia spielt nur bei einer Wanderbühne mit.
Und ich kam hierher, um Julia zu spielen,
die ich leidenschaftlich gerne weiterspielen möchte.
Unter anderem auch, weil ich ihr Romeo bin.
Oh, verstehe. Ihr liebt euch?
Wir sind blind vor Liebe, wie man so sagt.
Wie man so sagt. Aber doch nicht so blind, um nicht mit einem Auge
nach dem Millionenerbe von Randall Goedler zu schielen.
Ja!
Aber ohne eine Absicht damit zu verbinden.
Meinen Sie, dass ich das wirklich glauben darf, Miss Stamfordis?
Drei Jahre nach der Hochzeit trennten sich meine Eltern.
Die Zwillinge haben sie auch getrennt.
Dich und Pip.
Ja!
Pip blieb bei meiner Mutter und ich bei unserem Vater.
Er war ein begabter Gauner, aber ein schlechter Vater, mit Charme.
Der Krieg kam, und wir verloren uns. Ich arbeitete für die Resistance.
Als der Krieg aus war, kam ich nach England.
Allein und völlig mittellos suchte ich nach Verwandten.
Da traf ich Patrick, ich war überglücklich.
Er sagte, dass er hierher wolle. Und erst, als wir hier waren,
erfuhren wir das mit dem Erbe von Goedler.
Und hofften worauf?
Auf eine kleine Unterstützung fürs Studium.
Warum haben Sie mir nicht eher die Wahrheit gesagt?
Weil ich fürchtete, dass Sie mich nach Goedlers Tod
als eine nicht zum Zuge gekommene Erbin ansehen könnten,
die Ihnen insgeheim genau das vorwirft.
Wir wollten nichts weiter,
als uns so lange wie möglich deine Gastfreundschaft zu erhalten.
Das klingt recht glaubwürdig. Und über all die Jahre haben Sie Pip nicht gesehen?
Nein, habe ich nicht! Wir waren drei Jahre, als man uns trennte.
An Pip und Mutter habe ich so gut wie keine Erinnerungen.
Ist das die ganze Wahrheit?
Mrs. Blacklock, die ganze Wahrheit ist,
was Patrick Simmons und ich Ihnen gesagt haben.
Wir beide sind nicht hierher gekommen, um irgendwen umzubringen.
Ich verstehe. Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben,
als euch zu glauben.
Moment mal, sagten Sie nicht, Sie waren bei den Partisanen?
Ja!
Und haben dort schießen gelernt? - Habe ich!
In diesem Fall...
Wenn ich an diesem Abend geschossen hätte, Mrs. Blacklock,
hätte ich Sie nicht verfehlt.
Inspektor Craddock möchte gerne mit Ihnen allen sprechen.
Danke, Hannah! - Mit allen?
Ja!
Miss Amy Murgatroyd wurde heute Morgen ermordet.
Genauer gesagt, sie wurde gegen Mittag
im Garten mit einem Wäschestück erdrosselt.
Ich will von jedem wissen, wo er da gewesen ist.
Wer das gemacht hat, Inspektor, muss wahnsinnig sein.
Absolut wahnsinnig!
Was nicht zwingend daraus folgt.
Oh, meine Perlen, oh! Oh! Meine Perlen!
So aufgeregt war sie noch nie!
Guten Tag, Miss Marple!
Guten Tag, Sergeant!
Wie geht es Miss Hinchcliffe?
Sie hat im Nachhinein einen Schock erlitten, sie ist um zehn Jahre gealtert.
Ich glaube, wir sollten etwas unternehmen.
Sie ist verschwunden?
Ja!
Und wie lange schon?
Ungefähr zwei Stunden. Sie wollte zu Sergeant Fletcher,
der bei Miss Hinchcliffe war.
Fünf Minuten Fußweg! - Ja! Höchstens zehn.
Irgendwie komisch! Fletcher ist auch verschwunden.
Sie war über Mrs. Lettys Perlen furchtbar aufgeregt.
Wirklich?
Ja! Und Folgendes hat sie in ihr Notizbuch geschrieben:
Lampe, Schäferin, Aspirin, Perlen, Letty. Die man nie ohne ihre Perlen sieht.
Trägt Mrs. Blacklock ihre Perlen immer?
Ja! Wir amüsieren uns manchmal darüber.
Ich mache mir Sorgen um Miss Marple.
Wenn Sie etwas hören, dann rufen Sie mich sofort an!
Ja, natürlich!
Inspektor Craddock.
Wo, zum Teufel, stecken Sie denn, Sergeant?
Nun ja, wieder ein aufregender Tag.
Der noch nicht vorbei ist.
Vielleicht gibt es noch einen Mord. - Nicht doch, Julia!
Ich denke, sie ist nicht Julia?
Nachdem wir uns ausgesprochen haben, ist sie es wieder.
Ach so!
Haben wir schon darüber gesprochen,
dass diese nette Miss Marple verschwunden ist?
Verschwunden? Geflohen! - Geflohen?
Wenn sie Murgatroyd ermordet hat?
Philippa macht Witze!
Könnt Ihr nicht endlich mal von was anderem reden?
Seht Ihr nicht, dass ich Angst habe? Ach, Gott!
Das brauchst du nicht, Tante Letty! Ich passe auf dich auf.
Und aufpassen kann ich am besten mit vollem Magen.
Hannah, ich habe einen mächtigen, großen Hunger!
Und ich habe Angst, Patrick! - Und wann gibt es Abendbrot?
Das dürfen Sie sich ab jetzt selber machen.
In diesem Haus werde ich nichts mehr machen,
denn ich will nicht wie Miss Murgatroyd ermordet werden.
Deshalb werde ich mich jetzt in meinem Zimmer einschließen
und das Haus morgen verlassen, für immer und ewig.
Gute Nacht, Mrs. Blacklock!
Ich werde das Abendessen machen. Mir scheint,
dass ich besser in die Küche passe als in den Salon.
Sei nicht albern, Julia!
Niemand sitzt gerne mit einer Schwindlerin am Tisch!
Oh, Patrick, wenn du mir helfen willst, kannst du den Vorkoster spielen.
Ich will nicht, dass es dann heißt, ich hätte die Omeletts vergiftet.
Omeletts sind willkommen? - Bei mir immer!
Das freut mich! Was anderes kann ich sowieso nicht.
Soll ich dir helfen?
Nein!
Ich muss dir was sagen, Julia!
Vergiss es, ich habe heute schon genug gehört.
Wenn du dich in Edmund Swettenham verliebt hast,
dann ist das ausschließlich deine Sache. - Darum geht es nicht.
Hör zu! Ich habe es mir anders überlegt, du kannst mir helfen.
Und zwar, indem du gehst und den Tisch deckst.
Womit ich sagen will: Lass mich in Ruhe.
Wenn ich geschossen hätte, wäre sie tot.
Ich bin auf deiner Seite, Emma. Das wollte ich sagen.
Das Omelett war exzellent! - Danke.
Willst du nichts essen?
Ich habe schon in der Küche. - Vielen Dank, Mrs. Haymes.
Oh! Ich gehe schon!
Jedes Mal, wenn das Telefon klingelt, denke ich,
es hat wieder einen erwischt.
Wenn das im Moment der Fall sein sollte, dann niemand von uns Dreien.
Du bist ja neuerdings so witzig heiter, Philippa!
Obwohl wir von Lüge und Tod umgeben sind.
Oh, was meint Ihr zu einem Kaffee im Salon?
Wir bekommen nämlich Gesellschaft.
Doch nicht schon wieder auf eine Annonce?
Inspektor Craddock hat sich soeben eingeladen.
Er hat uns ja auch furchtbar lange nicht mehr gesehen.
Und er bringt die Easterbrooks und die Swettenhams mit.
Oh, wie aufregend!
Kaffee in den Salon?
Sehr wohl, Madam!
Ich brauche nicht zu erklären, warum wir hier sind.
Heute früh wurde Miss Amy Murgatroyd ermordet,
auf brutale und heimtückische Weise.
Und es gibt Grund genug zu der Annahme,
dass ihr Mörder sich in diesem Raum befindet.
Ich persönlich glaube, dass der Mörder eine Frau ist.
Oh mein Gott!
Ich möchte jetzt von den anwesenden Damen wissen,
wo sie heute in der Zeit zwischen elf Uhr und zwölf Uhr gewesen sind.
Beginnen wir mit der Dame, die sich nach ihren Angaben Julia Simmons nennt.
Wieso "sich nennt"? - Sei still, Mutter!
Zwischen elf und zwölf habe ich mich mit Patrick in Milchester getroffen,
wo wir am Fluss spazieren waren. Zeugen haben wir nicht.
Wir hätten leicht zu Miss Murgatroyds Haus fahren können,
aber wir fuhren nicht. Hiermit empfehle ich mich der Gnade des Gerichts.
Mrs. Swettenham?
Sie wünschen?
Was haben Sie in der fraglichen Zeit gemacht?
Was, ich? Entweder habe ich da Hemden gebügelt,
oder ich habe den Rinnstein gefegt.
Das hängt ganz davon ab, wann es zu regnen begann.
Der Regen setzte genau zehn nach elf ein.
Was dann also bedeutet,
dass ich genau bis zehn nach elf Hemden gebügelt habe.
Denn wenn es heftig regnet und Blätter den Gully verstopfen,
bildet sich vor unserem Haus eine riesige Pfütze.
So zog ich meinen Mantel und meine Stiefel an,
fegte den Rinnstein und stocherte den Gully frei.
Haben Sie vielleicht einen Zeugen, der Ihre Aussagen bestätigen könnte?
Nein! Ich rief nach Edmund, weil er mir helfen sollte.
Aber keine Antwort!
Wahrscheinlich saß er über einer wichtigen Stelle seines Romans.
War es so?
Nein! Ich habe geschlafen. Brauche ich dafür einen Zeugen?
Haben Sie einen? Mrs. Easterbrook?
Ich war mit Archie in seinem Kabinett. Wir haben dort Radio gehört.
Können Sie das bestätigen, Colonel?
Nein! - Nein?
Also Radio haben wir gehört, aber nur bis elf Uhr.
Ja, wovon ist denn bitte sonst die Rede?
Die Rede ist von der Zeit zwischen elf und zwölf Uhr!
Sehr treffend!
Bitte nicht zu vergessen, dass Sie unsere Arbeit schon mal
mit einer unpräzisen Information erschwert haben.
Wenn ich Sie also um etwas mehr Genauigkeit bitten dürfte, Mrs. Easterbrook.
Ich war also mit Archie in seinem Kabinett, wo wir Radio hörten.
Und dann haben wir Mittag gegessen
und zwischendurch war ich ein wenig frische Luft schnappen.
Allein?
Ich habe mich inzwischen mit Lampson, einem Bauern von Croft End,
über das Wetter in Indien unterhalten.
Während Ihre Frau ein bisschen frische Luft schnappte.
Warum fragen Sie nicht die anderen, Inspektor?
Diese eingebildete Mrs. Haymes. Oder Edmund Swettenham.
Er schreibt unmoralische Bücher und ist ein Kommunist.
Das wissen alle.
Ich dachte, ich hätte hinreichend klargemacht,
dass wir nach einer Frau suchen, Mrs. Easterbrook.
Bevor sie starb, erinnerte sich Miss Murgatroyd an etwas sehr Wichtiges,
betreffs des Mordes an Rudi Schertz.
Wie Sie vielleicht alle wissen, befand sich Miss Murgatroyd genau hier,
wo ich jetzt stehe, als der junge Mann die Tür öffnete und hereinkam.
Aber es war dunkel und niemand konnte etwas sehen.
Miss Murgatroyd stand neben der Tür, wodurch sie sehen konnte,
was die Lampe beleuchtete. Nur sie konnte sehen,
wer kurz vor dem Mord in diesem Raum war.
Und auch, wer nicht.
Ich habe auch gesehen, wer nicht hier drin war!
Unmöglich, Sie waren ja gar nicht in diesem Raum.
Nein. Ich war wirklich nicht in diesem Raum.
Denn ich bin ja hier nur Dienstmädchen und Köchin.
Ich bin nicht fein genug, um mit den vornehmen und gebildeten
Ladys und Gentlemen im Salon zu plaudern.
Mich haben Sie nicht hereingebeten, um Ihre Fragen zu beantworten, Inspektor.
Aber ich weiß die Antwort, weil ich alles gesehen habe.
Erzählen Sie es uns!
An dem Abend mit der Schießerei, da war ich gerade im Esszimmer
und habe das Silber geputzt, als ich auf einmal die Schüsse hörte.
Ich lief sofort zur Tür und guckte durchs Schlüsselloch,
weil ich was hatte herumschleichen hören. Und da sah ich
Mrs. Blacklock.
Mich? Bist du verrückt geworden?
Das ist unmöglich, weil Hannah...
Natürlich ist das unmöglich, weil Sie es waren, nicht wahr?
Vielen Dank, Hannah, Sie dürfen wieder in Ihre Küche gehen.
Sie haben mir sehr geholfen. - Immer in die Küche!
Sie haben die Pistole des Colonel entwendet,
Schertz beauftragt, die Annonce aufzugeben
und versucht, auf Mrs. Blacklock zu schießen.
Sie haben eine märchenhafte Fantasie, Inspektor.
Das Licht ging aus, Sie schlichen sich durch diese Tür auf den Flur
und schossen auf Mrs. Blacklock und Rudi Schertz.
Warum sollte ich denn so etwas tun? Welches Motiv sollte ich denn haben?
Ich hoffe, du hast eine Erklärung für das alles, Edmund.
Wenn Mrs. Blacklock vor Belle Goedler stirbt,
erben zwei andere ihre Millionen: Die zwei sind Pip und Emma.
Julia Simmons ist Emma, wie wir wissen, und...
Sie glauben, ich wäre Pip.
Ich bin Edmund Swettenham, und ich kann es beweisen.
Genauso, dass meine Mutter nicht Sonia Stamfordis ist. Wenn Sie erlauben.
Er sagt die Wahrheit, was auch ich beweisen kann. Ich bin Pip.
Philippa Haymes.
Alle dachten, Pip wäre ein Junge, aber wir waren beide Mädchen.
Wir hatten uns nicht mehr gesehen, seit man uns trennte.
Mir ging es ähnlich wie Julia.
Ich wusste von Randalls Testament. Ich fand heraus,
wo Mrs. Blacklock lebt und suchte mir hier Arbeit. Ich wollte nur etwas Geld,
um meinen Sohn auf eine gute Schule zu schicken.
Aber umbringen wollte ich Sie nicht, Mrs. Blacklock.
Ich weiß, ich hätte Ihnen die Wahrheit...
...sagen sollen. Wie ich!
Aber dass ich Emma bin, weiß Pip erst seit Stunden.
Und umgekehrt.
Das kann ich beschwören, Tante Letty.
Verzeihung! Aber ich glaube, ich brauche etwas frische Luft.
Das ist etwas zuviel auf einmal.
Sie war immer gut zu mir. Ich könnte ihr nicht mal ein böses Wort sagen.
Und Edmund hat kein Motiv, denn er ist ja nicht Pip.
Aber er will Pip heiraten. - Ach, wirklich?
Hat er Ihnen einen Antrag gemacht, oder nicht?
Ja, das habe ich. Wir lieben uns und werden bald heiraten.
Edmund! Ich erfahre wohl gar nichts mehr!
Lügnerin! Du kannst mich niemals gesehen haben.
Der Flur war stockdunkel. Du widerrufst deine Aussage,
oder ich bringe dich um. Hast du verstanden?
Ob du verstanden hast?
Was tun Sie da? Mrs. Charlotte?
Was machen Sie in meiner Küche?
Das wollten wir Sie eben fragen.
Ist alles in Ordnung, meine Liebe?
Habe ich alles richtig gemacht? - Sie waren großartig, Hannah.
Kommen Sie mit! Wir haben ein paar Fragen zu diesem Vorfall.
Und zu ein paar anderen auch.
Ich muss Sie warnen, Letitia Blacklock.
Charlotte Blacklock, Sergeant!
Verzeihung! Charlotte Blacklock!
Es tut mir leid! Es tut mir leid!
Ich könnte dich erwürgen, du bestialisches Ungeheuer.
Das war Ihr Verdienst, Miss Marple.
Oh nein, Inspektor. Ich habe nur ein klein wenig nachgeholfen.
Besonders mit der Inszenierung von Hannahs Auftritt.
Durchs Schlüsselloch hätte sie schon deshalb nichts sehen können,
weil es im Flur stockdunkel war.
Ja! Sie hätten Hannahs Auftritt beinahe verpfuscht.
Ich habe mich strikt an meinen Text gehalten.
Wie schade, dass ich nicht dabei war und mitspielen konnte.
Edmund war an diesem Verwirrspiel beteiligt
und hat seine Rolle sehr gut gespielt.
Was hat Sie zuerst darauf gebracht, dass Mrs. Blacklock der Mörder sein könnte.
Die Sache mit der Zentralheizung.
Die Dunkelheit war Vorbedingung für den Mord.
Das bedeutet: nirgendwo eine Lichtquelle.
In keinem Fall durfte jemand auf die Idee kommen,
im Kamin Feuer zu machen.
Und die Weisung zum Heizen konnte nur die Hausherrin erteilen.
Und als es dunkel war?
Schlüpfte Mrs. Blacklock unbemerkt in den Flur,
schoss und schlüpfte ebenso unbemerkt wieder zurück.
Dann schnitt sie sich schnell in ihr Ohrläppchen,
mit einer Nagelschere vermutlich,
und wenn man sich ins Ohrläppchen schneidet, blutet es ja mächtig.
Doch nicht zu vergessen, Delilah hat mir auch geholfen.
Delilah? - Das ist unsere Katze.
Wenn Sie ein unter Strom stehendes Kabel beschädigen
und Wasser darüber gießen, fliegt die Sicherung heraus,
was mir Delilah durch einige Unarten ungewollt demonstriert hat.
Sie meinen, Mrs. Blacklock hat auf diese Weise...
Auf diese oder ähnliche Weise.
Mit einer der Tischlampen mit den weißen Figuren.
Und Mrs. Bunner hatte bemerkt, dass die Lampen vertauscht wurden.
Es war die Schäferin und nicht der Schäfer.
Oder sie hat mir nur erzählt, dass eben das jemand bemerkt hatte.
Ja, aber warum hat sie angefangen zu morden?
Um ein Geheimnis zu hüten, das eine Geschichte wie ein Märchen hat.
Es waren einmal zwei Schwestern. Charlotte und Letitia Blacklock.
Sie lebten bei ihrem altmodischen, dummen und tyrannischen Vater.
Letitia Blacklock war eine sehr erfolgreiche Frau.
Sie war die rechte Hand von Randall Goedler.
Aber Charlotte lebte zu Hause.
Sie war lungenkrank und hatte hier am Hals eine Geschwulst.
Also das, was wir allgemein als Kropf bezeichnen.
Zwei Jahre vor Kriegsbeginn starb der Vater
und Letty Blacklock brachte Charlotte in die Schweiz, die Lunge zu kurieren,
wo man später in Bern auch den Kropf operierte.
Und das mit Erfolg.
Von der Operation blieb eine ziemlich lange Narbe zurück,
weshalb sie immer die Perlen trug.
Als Charlotte wieder gesund war und beide wieder nach England wollten,
wurden sie vom Krieg überrascht
und nahmen eine Arbeit beim Roten Kreuz an.
Doch auf einmal, ganz überraschend, starb Letty,
und Charlotte wusste, dass Letitia eine sehr reiche Frau geworden wäre,
wenn sie Belle Goedler überlebt hätte. Und so fasste sie einen Plan.
Sie änderte ihre Identität, suchte sich das stille, abgelegene Dorf
namens Chipping Cleghorn aus, ließ sich dort nieder
und wartete auf den Tod von Belle Goedler,
von deren Krankheit sie aus den Briefen ihrer Schwester wusste.
Plötzlich tauchte jemand auf, der eine große Gefahr darstellte.
Dora Bunner, eine alte Schulfreundin.
Die falsche Letty ergriff die Flucht nach vorn,
bat die liebe Bunny, bei ihr zu wohnen und weihte sie in alles ein.
Und Bunny hatte nichts dagegen einzuwenden.
Bei ihrer ängstlichen Seele und dem mächtigen Kuddelmuddel in ihrem Kopf,
schien ihr der Schwindel billig,
da Charlotte Letty nach ihrem Tod ja auch beerbt hätte.
So also kam die liebe Bunny nach Little Paddocks.
Aber bald merkte Mrs. Charlotte,
dass Bunny auch hier eine Gefahr für sie blieb.
Dora war nicht zuverlässig. - Oft nannte sie sie Lotty anstatt Letty.
Und dann trat Rudi Schertz auf den Plan. Eine weitaus größere Gefahr.
Er kannte Mrs. Blacklock?
Ja, er war Krankenpfleger in der Berner Klinik,
in der Charlotte operiert wurde,
und wollte sie nun mit seinem Wissen um ihre wahre Identität erpressen.
Und das ihr ganzes Leben, wie sie fürchtete,
und so erschoss sie Rudi Schertz. Und dann beschloss sie,
Bunny aus dem Weg zu räumen.
Und ich glaube, sie fasste diesen Entschluss an dem Tag,
als sie Teile eines Gesprächs mit angehört hatte,
das ich mit Mrs. Bunner im Blue Bird Café geführt hatte.
Und sie gab sich alle Mühe,
Bunny den letzten Tag ihres Lebens so schön wie möglich zu machen.
Ja! Wie man auch einmal gut zu einem Hund ist, bevor man ihn töten lässt!
Und Miss Murgatroyd?
Nun, die arme Miss Murgatroyd wurde ermordet...
...weil sie den Mörder kannte.
Ja.
Miss Marple!
Oh, der Inspektor!
Ein hübsches Paar.
Das ist wahr. Sie sind doch sicher Ehrengast, Miss Marple!
Nun ja, sie haben darauf bestanden. Und Sie?
Ich bin nur zufällig auf der Durchreise.
Und von der Hochzeit weiß ich nur aus der Chipping Cleghorn Gazette.
Natürlich! Woher sollten wir denn sonst wissen,
was in Chipping Cleghorn passiert?
Untertitel: Herden Media
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