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"Ein Mord wird angekündigt, Teil 2"

Für die Annonce und seine Rolle bei dem Überfall wollte ihn also jemand bezahlen.

Ja! - Und wer?

Das weiß ich nicht.

Wirklich nicht?

Wirklich, ehrlich. Ich brauche es doch nicht mehr für mich zu behalten,

wo Sie mir doch gesagt haben, dass Sie mich nicht für eine...

Sie wussten von der Pistole?

Ich würde nie mit einem gehen, der so was hat.

Und ich glaube auch nicht, dass er eine hatte.

Er hat es mir in die Hand versprochen, dass alles ein ganz harmloser Spaß wäre

und die Leute sich dort ein bisschen amüsieren wollten.

Würden Sie denn ein Spiel mitspielen, wenn Sie wüssten,

Sie würden erschossen, Inspektor? "Das wird sehr lustig", sagte er.

Wenn er das gewusst hätte...

Oh, Inspektor Craddock, haben Sie bei Myrna Erfolg gehabt?

Ach, Sie hatten Recht. Sie hatte mir nicht die ganze Geschichte erzählt.

Das dachte ich mir. - Wie Sie schon vermuteten.

Irgendwer hat Rudi Schertz eine gute Gage versprochen,

wenn er den Gangster spielt.

Aber Sie haben keinen Anhaltspunkt in dieser Richtung?

Keinen einzigen.

Inspektor, ich habe beschlossen, ein paar Tage in Chipping Cleghorn zu wohnen.

Ich werde bestimmt nichts tun können, aber ich bin im Pfarrhaus erreichbar,

falls Sie mich brauchen sollten. Guten Tag.

Im Pfarrhaus?

Ja. Mrs. Harmon, die Frau des Vikars, ist eine entfernte Nichte von mir.

Ich habe mir die Freiheit genommen, mich dort einzuladen.

Also, vielleicht werden wir das Vergnügen haben,

uns in Chipping Cleghorn wieder zu sehen.

Mit Sicherheit.

Rate mal, was für eine Neuigkeit ich für dich habe?

Ich soll Erzbischof von Canterbury werden.

Fast getroffen. Tante Jane kommt für ein paar Tage.

Das ist noch besser. - Ich wusste, dass es dich freut.

Tante Jane kommt für ein paar Tage.

Irre ich mich, oder habe ich dir das gerade eben gesagt?

Ein junger Mann kommt hier in Chipping Cleghorn

unter höchst mysteriösen Umständen zu Tode

und ganz plötzlich erscheint Tante Jane für ein paar Tage.

Ja, das habe ich mir auch schon gesagt.

Die Person, die Schertz für seine Order bezahlte, ist dieselbe,

die Mrs. Blacklock umbringen wollte.

Schon möglich. Er oder sie müsste dann im Dunkeln

für kurze Zeit hinter oder neben Schertz gestanden haben.

Er oder sie?

Sie stecken voller Vorurteile.

Sie meinen diese verrückte Italienerin, Inspektor?

Vielleicht ist sie wirklich verrückt. - Schon wieder ein Vorurteil.

Ich meinte lediglich, dass wir alle in Betracht ziehen müssen.

Denn wir haben weder einen Beweis, dass Schertz geschossen hat,

noch dass ihm die Pistole gehörte.

Sie ist ein deutsches Modell.

Ja, und Schertz war ein deutschsprachiger Schweizer. Unsinn.

Viele, die im Krieg waren, haben solche Dinger als Souvenir mitgebracht.

Laura, wo bist du?

Ich kann meine Pistole nicht finden.

Du brauchst sie doch heute nicht, oder?

Sie ist verschwunden.

Du meinst, die Pistole ist verschwunden?

Ich dachte, das war es, was ich sagte.

Um Himmels willen.

Ich hatte sie immer hier drin.

Wann hast du sie das letzte Mal gesehen?

Gott weiß, wann. Vor Monaten vielleicht.

Ich habe sie am Sonnabend noch gesehen, beim Aufräumen.

Am Sonnabend? Bist Du dir sicher?

Sonst würde ich es ja nicht sagen.

Du hast wegen deiner Hemden rumgeknurrt.

Aber hör mal! Ich knurre niemals.

Du hast rumgeknurrt. Und in diesem Moment habe ich sie gesehen.

Es war am Morgen nach der Affäre in Little Paddocks.

Ich weiß noch, wie ich dachte: Bloß gut, die kann er nicht benutzt haben.

Und wenn er sie genommen hat

und nach dem Vorfall wieder in die Schublade legte?

Um sie dann wieder zu stehlen? Etwas schwierig für einen Mann, der tot ist.

Oh, fein, dann brauchen wir die Polizei nicht damit zu belästigen.

War ja auch nur ein altes, verrostetes Kriegssouvenir.

Nicht eine Patrone war drin. Das Ding konnte nicht mehr schießen.

Bist du mein verrostetes Kriegssouvenir?

Ich muss noch ein paar wichtige Briefe schreiben, ja.

Die Geschichten, die Rudi Schertz Ihnen über seine Familie erzählt hat,

waren erlogen.

Er war nicht der Sohn des Besitzers des Hotels "Des Alpes" in Montreux.

Das erklärt, warum ich ihn nicht erkannt habe. Und wer war er?

Wer? Wir wissen mehr, was er alles war.

Vom Krankenpfleger in Bern bis zum Kellner in Zürich.

Doch überall, wo er auftauchte, verschwand so manches.

Demnach hatte er wohl sehr klebrige Finger.

Genau. Die Schweizer Polizei wollte sie ihm ein für allemal waschen,

doch bevor sie ihn zu fassen bekamen,

bewaffnete er sich mit gefälschten Papieren und kam nach Middenham.

Um gerade mich zu ermorden?

Ja! Aber warum wollte er Letty ermorden?

Er wollte das nicht, Mrs. Blacklock.

Sah aber so aus. Er kam mit der Pistole herein und schoss auf sie.

Man hatte ihn dafür bezahlt.

Bezahlt?

Ja!

Wollen Sie damit sagen, dass ihm jemand den Auftrag gab, mich zu töten?

Alle Spuren deuten darauf hin.

Jemand will Letty ermorden lassen? Das ist ja lächerlich.

Ich bitte Sie, glauben Sie mir, Inspektor,

ich habe weder einen Rembrandt noch habe ich,

soweit ich weiß, irgendwelche Feinde,

noch Kenntnis von strafbaren Geheimnissen schlechter Freunde.

Ich sehe weit und breit kein Motiv.

Ich würde gerne mit der Köchin sprechen. Ist sie im Haus?

Hannah ist in der Küche.

Sie werden sie doch nicht verdächtigen, weil sie soviel dummes,

widersprüchliches Zeug erzählt hat?

Nein, deshalb nicht.

Sie arbeitet gut und ihr Pass und ihre Aufenthaltsgenehmigung sind in Ordnung.

Auf Rudi Schertz traf das auch zu. Bis wir sahen, dass das nicht so war.

Dieser Inspektor geht mir auf die Nerven.

Aber er will dich doch nur beschützen, Letty.

Mich beschützen. Es gibt nichts, wovor man mich beschützen müsste, Bunny.

Aber Letty. - Was "Letty"?

Dieser junge Mann wurde doch geschickt,

um dich umzubringen. Und es ist schiefgegangen.

Wer immer der Auftraggeber war, er wird wieder einen Killer hierher schicken.

Tut mir leid. Ich war wohl etwas begriffsstutzig.

Ist das ein Wunder. Bei allem, was du durchgemacht hast.

Weißt du was, Letty?

Vielleicht ist es am Besten, wenn du Inspektor Craddock einfach alles erzählst.

Was ich sage, gilt sowieso nichts, ich bin doch nur ein Dienstmädchen.

Und wenn ich irgendetwas sage, was Sie ärgert,

können Sie mich einfach einsperren. Obwohl,

dann wäre ich sicher vor der Mafia.

Warum sprechen Sie denn nicht mit dieser netten, jungen Lady?

Welcher netten, jungen Lady? - Mrs. Haymes.

Warum sollte ich denn mit Mrs. Haymes sprechen?

Der junge Mann kommt hierher und bittet Mrs. Blacklock um Geld.

Wissen Sie davon?

Ja, von Mrs. Blacklock.

Und wie im Affekt bleibt er stehen und spricht mit Mrs. Haymes.

Im Sommerhaus.

Was glauben Sie? Worüber haben sie gesprochen?

Wie soll ich das wissen?

Vielleicht darüber, wie man Mrs. Blacklock beklauen kann.

Mrs. Blacklock ist keine reiche Frau. Wussten Sie das nicht?

Sie ist aber reicher als ich. Und reicher als Mrs. Haymes.

Mrs. Haymes ist eine feine Lady, die ihren Mann verloren hat

und sehr knapp dran ist.

Ihr Sohn ist im Internat und sie arbeitet als Gärtnerin.

Das ist doch wirklich keine Arbeit für eine feine Lady wie Mrs. Haymes.

Würden Sie mich jetzt bitte entschuldigen?

Ich brauche jetzt die Küche für mich ganz allein,

ich habe nämlich eine sehr schwierige Soße zuzubereiten.

Das ist die falsche Tür, Inspektor.

Die ist verschlossen. Obwohl sie auch in den Salon führt.

Früher hatten wir ein kleines Tischchen davor stehen.

Und seit wann nicht mehr?

Seit ein paar Wochen, Inspektor.

Hatte irgendwas mit einer Vase zu tun.

Phillipa, Mrs. Haymes hatte große Zweige hinein gestellt.

Und wenn wir daran vorbeigingen, haben sich immer

unsere Haare in den Zweigen verfangen.

Deshalb wurde es weggestellt.

Ist sie zugenagelt? - Nein, nur abgeschlossen.

Existiert der Schlüssel noch?

Ja, natürlich. Hier drin ist er, glaube ich. Na bitte, da ist er.

Vorsicht! Manchmal steht etwas dahinter oder ist dahinter gelehnt.

Sie muss erst vor kurzem geöffnet worden sein.

Schloss und Scharniere sind frisch geölt.

Frisch geölt?

Daraus folgt,...

Dass Sie sich die Hände waschen müssen.

Daraus folgt...

Als Schertz durch diese Tür kam, um seinen Part zu spielen,

konnte jeder durch die andere Tür in den Flur schlüpfen,

sich hinter ihn stellen und die Schüsse auf Mrs. Blacklock abfeuern.

Wollen Sie damit sagen, dass einer von meinen Nachbarn,

von meinen netten, braven Nachbarn, durch diese Tür geschlichen ist,

um mich zu ermorden?

Wer ist Ihr Hauptverdächtiger, Inspektor? Die Frau des Vikars?

Ich muss jetzt ganz direkt werden, Mrs. Blacklock.

Wer erbt, wenn Sie sterben?

Patrick und Julia. Oh, und Bunny bekommt eine kleine Rente

und das gesamte Mobiliar.

Das habe ich nicht gewusst. Du bist so gut zu mir, Letty.

Ist schon gut, sprechen wir nicht mehr darüber.

Aber ich denke immer mehr, dass du dem Inspektor alles sagen solltest.

Ja, Bunny, ich weiß, was du denkst, und ich werde ihm alles sagen.

Gut, aber nur bei einer Tasse Tee. Würdest du so nett sein?

Entschuldige! Bin schon dabei.

Was ist denn das, was Sie mir erzählen sollten, Mrs. Blacklock?

Im Moment lohnt es sich noch nicht, mich zu ermorden.

Aber in ein paar Wochen, möglicherweise.

Warum?

Weil ich dann vielleicht sehr reich bin. Setzen Sie sich.

Sagt Ihnen der Name Randall Goedler etwas, Inspektor?

Nein, Sie sind sicher zu jung.

Er war ein Finanzboss, starb kurz vor dem Krieg.

Ja, 1938. Bis zu seinem Tod war ich seine persönliche Sekretärin.

Nein, mehr seine Juniorpartnerin. Als er starb, vermachte er sein ganzes Vermögen

seiner Frau Belle, wobei, wenn sie vor mir stirbt, ich ihr Erbe bin.

War die Summe beträchtlich?

Randall Goedler war ein Millionär. Sie wäre also enorm.

Sie sagten, in ein paar Wochen könnten Sie reich sein.

Hat Belle Goedler eine tödliche Krankheit?

Ja!

Das mag sich hart anhören, aber Sie haben mich gefragt

und ich habe Ihnen geantwortet.

Belle Goedler ist eine liebenswerte Person, aber dem Tode geweiht.

Wir schreiben uns zu Feiertagen Karten oder Briefe.

Ihr Hausarzt informierte mich über ihre Krankheit.

Sie hat nicht mehr lange zu leben, wenn nicht ein Wunder geschieht.

Und wo lebt Mrs. Goedler? - In Schottland.

Wenn Sie mir die Adresse geben würden, bevor ich gehe?

Ja!

Gehen wir noch einmal ein Stück zurück.

Patrick und Julia beerben Sie im Falle Ihres Todes.

Ja!

Aber wenn Sie vor Mrs. Goedler sterben, wer erbt dann?

Belle und Randall hatten keine Kinder. Und für diesen Fall hat er die Kinder

seiner Schwester Sonia als Erben eingesetzt.

Wer sind diese Kinder?

Bitte lachen Sie nicht Inspektor,

aber ich weiß nur, sie heißen Pip und Emma.

Pip und Emma? - Ja.

Wo wohnen die?

Das wusste sie nicht.

Goedlers Schwester Sonia hatte einen gewissen Stamfordis geheiratet,

einen kleinen Hochstapler, mit dem Goedler keinen Kontakt wünschte.

Aber man wusste von Pip und Emma, die Anfang der Zwanzigerjahre geboren wurden.

Dann wären die beiden jetzt...

So um die 25.

Genau wie Patrick und Julia.

Ja.

Wäre das möglich?

Mrs. Blacklock hat sie nie gesehen. Mrs. Goedler auch nicht.

Also wäre es gut möglich. Sie werden viel herumgraben müssen.

Wohin fahren wir?

Zum Mittagessen, Sir.

Machen wir später. Erst möchte ich von Mrs. Haymes wissen,

worüber sie im Sommerhaus mit Rudi Schertz gesprochen hat.

Verzeihung, Inspektor, fragen Sie ruhig, Sie stören mich nicht.

Sie haben mir gesagt, dass Ihnen der Tote unbekannt war.

Ja!

Haben Sie jemals mit diesem Unbekannten

im Sommerhaus von Mrs. Blacklock ein Gespräch geführt?

Im Sommerhaus? Das ist absurd. Wer hat das behauptet?

Jemand, der Sie im Sommerhaus mit dem Unbekannten gesehen hat.

Das war bestimmt Hannah. Sie hat Sie angelogen.

Ich habe niemals mit diesem Mann gesprochen.

Und das deshalb nicht, weil ich ihn nie getroffen habe.

Vielen Dank, Mrs. Haymes.

Guten Morgen, Inspektor.

Sie sind ja ein Frühaufsteher.

Das ist notwendig, wenn man fit bleiben will, Ihre Majestät zu verteidigen.

Mir wurde erzählt, Sie hätten eine deutsche Pistole.

Ja! Inoffiziell natürlich. Ein verrostetes Souvenir aus dem Krieg.

Dürfte ich es mal sehen? Offiziell natürlich.

Offiziell? Das dürfte etwas schwierig sein, weil das Ding verschwunden ist.

Ach! Und seit wann?

Alles, was ich sagen kann, ist,

dass meine Frau sie letzten Sonnabend noch gesehen hat.

Demnach wäre sie erst nach dem Mord verschwunden.

Nach den Worten meiner besseren Hälfte, ja!

Verstehe! Nun, dann will ich Sie mal wieder Ihren Pflichten

gegenüber Ihrer Majestät überlassen.

Wissen Sie, das englische Dorf hat sich seit dem Krieg sehr verändert.

Das kommt natürlich, weil sich die ganze Welt verändert hat.

Chipping Cleghorn, zum Beispiel,

sieht noch genauso gediegen, lieblich, bekömmlich, friedlich aus wie früher.

Aber der Schein trügt, das ist nicht mehr so.

Wissen Sie, in den alten Zeiten, da kannte jeder jeden.

Und wenn jemand neu ins Dorf kam,

da brachte er einen Empfehlungsbrief von einem mit,

der aus dem Dorf stammte und mit dem er in demselben Regiment gedient

oder in derselben Kolonie gelebt hatte.

Das ist jetzt nicht mehr so?

Schon lange nicht mehr.

Die Villen und Bauernhäuser werden von wildfremden Menschen gekauft

und umgebaut, die von überall herkommen.

Ob sie nun aus den Kolonien oder den Großstädten kommen.

Haben Geld gemacht und ziehen sich zurück.

Aber ohne Empfehlungsbriefe schlagen sie keine Wurzeln.

Man muss ihnen glauben, wer, woher und was sie sind.

Aber es gibt doch auch noch Pässe und andere Dokumente?

Ach, Mr. Schertz hatte wunderbare Dokumente,

aber die Worte und Werke der Menschen sagen uns mehr.

Denken Sie, dass Pip und Emma uns Patrick und Julia vorspielen?

Das wäre leicht möglich, aber dazu sind sie mir zu liebenswürdig frech.

Das passt nicht recht zu Mördern. Ich versuche, es herauszufinden.

Aber seien Sie vorsichtig.

Bin ich immer. Aber so gefährlich ist das nicht.

Seien Sie ganz ruhig, Inspektor. Eine alte Frau, die Fragen stellt,

wird schlimmstenfalls als aufdringlich empfunden.

Wer ist denn diese alte Schachtel?

Mrs. Harmons Tante.

Ich glaube, ich gehe auf mein Zimmer und lese mal ein Buch.

Aber du magst doch Mrs. Harmon?

Vielleicht ist ihre Tante genauso lustig.

Was meinst du, ob ich da meinen ganzen Charme entfalte?

Nein! Besser gar keinen.

Das muss für Sie schrecklich gewesen sein.

Als wäre Chicago nach Cleghorn gekommen.

Ich glaube, ich war starr vor Angst.

Nun, es war wirklich ein alarmierendes Erlebnis.

Ich würde es als Gottesurteil sehen,

dass der junge Mann stolperte und sich selbst erschoss.

Ich möchte niemanden zur Straftat ermuntern, aber vielleicht hat der Herr

schützend seine Hand über Unschuld und Demut gehalten.

Sie glauben an Wunder, Miss Marple, nicht wahr?

Während du an nichts glaubst. - Absolut treffend.

Ja! War das die Tür, durch die er hereinkam?

Oh, ja, ja! - Genau die!

Meine Nichte erzählte von Einschusslöchern.

Da an der Wand, Miss Marple.

Ich habe so etwas noch nie gesehen. Darf ich?

Natürlich, Miss Marple.

Ach, was für ein Glück, dass er Letty verfehlt hat.

Dass will ich meinen.

Aber du warst zum Fürchten schrecklich verwundet, nicht wahr?

Macht Ihnen die Wunde noch zu schaffen, Mrs. Blacklock?

Das war doch nur ein Kratzer. Das Pflaster trage ich nur,

um mir das Mitgefühl meiner Nächsten zu erschleichen.

Womit diese sehr geizen, traurigerweise.

Und Sie standen direkt vor der Wand?

Ja! Ich wollte mir eine Zigarette nehmen, aber da ging das Licht aus.

Oh, was für eine entzückende Lampe.

Meissener Porzellan. - Wirklich?

Letty hat noch ein Pendant dazu, es steht im Gästezimmer.

Wirklich?

Ach, das habe ich ganz vergessen.

Ich mag solche hübschen Dinge, Sie auch?

Oh ja, natürlich, genauso wie Sie.

Ich habe ein gestörtes Verhältnis zur Freude an solchem Besitz.

Liebst du schöne Dinge?

Mehr unanständige. Wie du! - Julia.

Ich besitze wenige Dinge, aber alle sind Kostbarkeiten.

Kostbar durch die Erinnerungen, die mit ihnen verknüpft sind.

Wie meine Fotografien.

Die Leute sammeln Fotos heute nicht mehr so wie früher.

Ich ja. Ich habe hunderte. Alle meine Nichten und Neffen.

Wie sie noch Babys waren und Kinder. Bis heute, wo sie erwachsen sind.

Besonders das furchtbare, wo ich wie ein Foxterrier aussehe.

Ich bin sicher, dass Mrs. Blacklock ebenso viele von Ihnen beiden hat,

dass sie aber ihre Leidenschaft aus Scheu vor Ihrem Spott versteckt.

Wir sind nur entfernte Verwandte.

Soll ich Ihnen etwas verraten, Miss Marple?

Ich wusste gar nicht, dass Sie existieren.

Bis ich Anfang des Jahres einen Brief von Ihrer Mutter bekam,

in dem stand, dass Sie hier studieren.

Wann hast du Mutter das letzte Mal gesehen?

Oh, vor vielleicht 30 Jahren. Ich weiß nur noch, dass sie sehr schön war.

Was wir glücklicherweise von ihr geerbt haben.

Du leider nur das. Übrigens haben Sie Recht, Miss Marple,

Tante Letty hat wirklich ein wunderbares Fotoalbum.

Wir haben kürzlich darin geblättert.

Ach, ich bin nicht so versessen auf die Vergangenheit.

Nun ja, ich habe eben mehr Vergangenheit als Zukunft.

Bitte sage so was nicht, Tante Jane.

Aber du bist doch mit einem Vikar verheiratet und du solltest wissen,

dass wir laut Bibel rund 70 Jahre zu leben haben.

Ich habe mein Konto schon überzogen.

Du hast mit Absicht soviel davon geredet, nicht wahr?

Wovon, meine Liebe?

Na, von Familienfotografien.

Ja! So bekam ich heraus, dass Mrs. Blacklock Patrick und Julia

noch nie persönlich gesehen hatte.

Bis sie vor ihrer Tür standen.

Und klingelten.

Genau. Morgen werde ich mir das Dorf mal genauer ansehen.

Das wird nicht sehr lange dauern, es ist sehr klein.

Es gibt mehr Dinge in Chipping Cleghorn,

als du Dir je erträumen kannst, Horatio.

Das kann sein. Aber ein Radio haben hier fast alle.

Guten Morgen, Philippa.

Guten Morgen.

Was machst du da?

Siehst du das nicht?

Ich bin ja kein Gärtner.

Womit ich sagen will, dass ich nicht verstehe, was ich sehe.

Ich setze Wintersalat in die Erde.

Aha! Und das mit viel Liebe, was?

Bitte gehe wieder, Edmund. Mrs. Hall ist das bestimmt nicht recht.

Oh, ich bin auf ausdrücklichem Wunsch von Mrs. Hall hier.

Sie hat nämlich einen tollen Tausch mit meiner Mutter abgeschlossen.

Einen Kürbis gegen dieses Glas Honig.

Ja, wir haben eine Kürbisschwemme.

Wie du siehst: ich habe ein Alibi.

Wenn dieser Begriff auch nicht so ganz... ich bin also befugt...

Wie schön.

Beängstigend fehlerlos, eiskalt höflich, glanzvoll nichts sagend.

Wie bitte?

Schreibt Tenerson über eine Frau, aber in Wirklichkeit über dich, Philippa.

Beängstigend fehlerlos.

Ein Kompliment ist das nicht.

Sollte es auch nicht sein. Ich wollte dich damit provozieren, Philippa.

Was magst du? Was fühlst du?

Das ist meine Sache.

Meine auch, Philippa. Siehst du nicht, was mit mir los ist?

Ich wollte mich nicht in dich verlieben,

sondern in ein echtes Arbeitermädchen,

wegen meines Romans über die Arbeiterklasse. Aber da kamst du...

Und du redest nicht mal mit mir.

Was mache ich denn sonst? - Du redest nicht wirklich mit mir.

Erzähle mir etwas, Philippa. Erzähle mir von deinem Mann, wenn du willst.

Wir lernten uns kennen, haben geheiratet,

Harry kam zur Welt und Ronald fiel in Italien.

Harry ist ein lieber Kerl. Ich mag ihn, und er mag mich auch.

Oh, komm, lass uns heiraten, Philippa. Und dann nehmen wir Harry zu uns

und ich schreibe weiter an meinem Roman.

Mutter hat genug Geld gespart. Das reicht fürs Erste.

Meine Lage ist im Moment nicht sehr rosig, aber ich meine es ehrlich.

Nein! Lieber nicht, Edmund.

Nun gut, wenn das so ist, führst du mich jetzt besser zu den Kürbissen.

Murgatroyd?

Ja, Hinch.

Ich habe ein kleines bisschen nachgedacht.

Oh, über was?

Na, über das Kasperletheater neulich. Das stinkt doch. Da...

Nimm diesen Revolver.

Das ist eine Schaufel.

Natürlich eine Schaufel. Nehmen wir an, es wäre ein Revolver.

Nehmen wir es an.

Und das hier ist eine Taschenlampe. Jetzt gehst du raus,

kommst rein, fuchtelst mit dem Zeug herum und sagst: "Pfoten hoch!"

Genau so wie er.

Wozu?

Weil das eine ganz faule Komödie war und ich herausfinden will,

was daran faul war.

Na gut.

Pfoten hoch!

Ach! Die Tür bleibt nicht offen.

Haargenau! Das Erste, das faul war.

Die Tür in Little Paddocks hatte dieselbe Macke,

weshalb Mrs. Blacklock den großen Türstopper bei Elliot gekauft hat.

Weißt du noch?

Vielleicht hat der Einbrecher die Tür mit dem Stopper festgemacht.

Ach, das ist doch ein Rohrkrepierer, Murgatroyd.

Reißt du die Tür auf und schreist "Pfoten hoch"?

Um dann im Dunkeln brav den Stopper zu suchen, um die Tür festzumachen?

Ich weiß es nicht, Hinch.

Na, gib mir schon den Revolver. Sonst erschießt du dich noch am Ende damit.

Warum sollte ich mich denn erschießen?

Irgendjemand muss ihm die Tür aufgehalten haben.

An Selbstmord oder Unfall glaube ich nicht.

Du meinst, jemand anders hat ihn erschossen?

Nach meiner Erfahrung die einzige Alternative zu dem, was ich nicht glaube.

Du hast Erfahrung?

Du meinst, mit Gewaltverbrechen?

Jede Menge. Peng! Peng!

Die rothaarige Hinchcliffe. Der Schrecken der reichen Witwen und Waisen.

Ich glaube dir kein Wort.

Das ist nett von dir. Aber wenn es keiner von uns beiden war,

war es jemand anderes, der wusste, dass man die Tür festhalten muss.

Miss Marple!

Bei mir ist noch frei.

Danke, Miss Bunner. - Ich sitze allein hier.

Das ist schön. Ein scharfer Wind weht draußen, das ist Gift für mein Rheuma.

Ja, ich hatte letztes Jahr Ischias. Da musste ich sogar liegen.

Oh, wirklich! Was nehmen wir? Kaffee und Kuchen?

Ja, bitte. - Zwei mal, danke.

Obwohl der Kuchen hier nicht so lecker aussieht wie der,

den ich gestern bei Mrs. Letty bekam.

Hat ja auch Hannah gebacken. - Hannah?

Unsere Köchin. Ein sehr netter Mensch.

Sie stammt aus Sardinien oder so etwas.

Sie glaubt immer, dass sie wer ermorden will.

Ja, so etwas gibt es. Und wie ist das mit der anderen Person,

die ich nicht bei Ihnen gesehen habe?

Die junge Frau, die bei Ihnen wohnt?

Philippa? Bei mir heißt sie Lady Ernsthaft.

Genau genommen ist sie das auch, Miss Marple.

Wie heißt sie doch noch? - Haymes.

Haymes, oh ja, natürlich. Ich kannte da einen Colonel Haymes in Indien.

Er war Kavallerist. Ihr Vater vielleicht?

Sie ist Mrs. Haymes und Witwe. Ihr Mann ist auf Sizilien gefallen.

Oder in der Schweiz?

Wenn, dann auf Sizilien. Oh, da ist ja unsere Bestellung.

Nun denn, würden Sie mir erlauben, einzuschenken?

Ja, bitte.

Hier, Ihre Tasse.

Das Rosa sieht schrecklich aus.

Das scheint von dem Aroma zu kommen, nach dem Himbeerduft zu urteilen.

Danke.

Und hat sie viele Verehrer?

Diese Kellnerin bestimmt nicht, die ist viel zu mürrisch.

Oh, nein. Ich meinte Mrs. Haymes.

Oh, Verzeihung.

Edmund Swettenham schwänzelt gerne ein bisschen um sie herum.

Ein merkwürdiger, junger Mann.

Schreibt Bücher, und dann habe ich von ihm gehört, dass er Kommunist sein soll.

Wirklich? Dann wird er sehr einsam sein in Chipping Cleghorn.

Ob er da rauswächst mit dem Alter, dieser Edmund Swettenham?

Das ist sehr gut möglich, meine Liebe. - Wie schön.

Kennen Sie Mrs. Blacklock schon lange?

Wir sind zusammen zur Schule gegangen.

Dann haben wir uns aus den Augen verloren.

Sie war die Sekretärin des Millionärs Goedler.

Sagen Sie mir, habe ich etwas Schlechtes getan, Miss Marple?

Ich fürchte, ich weiß nicht, wovon Sie sprechen, Miss Bunner.

Ich habe allein gelebt. Nur von meiner Rente, zur Untermiete.

Da las ich Lettys Namen in einem Zeitungsbericht.

Über ein Wohlfahrtsessen zugunsten des Milchester Hospitals.

Und ich schrieb ihr. Kein Bettelbrief, bestimmt nicht, Miss Marple.

Oh nein, natürlich nicht. Nein, Sie schrieben an eine alte Schulfreundin.

Und Sie schrieben: Ich bin einsam, du bist einsam.

Worauf Mrs. Blacklock Sie einlud, bei Ihr zu wohnen.

Sie verstehen das also?

Ich glaube, ich verstehe alles, was einsame, alte Damen betrifft.

Es tut mir gut, mit Ihnen zu sprechen, Miss Marple.

Sehen Sie, ich werde richtig zornig, wenn ich sehe,

wie andere Letty ausnutzen. Und ich will hoffen, dass ich das nicht tue.

Letty hat mir das ganze Mobiliar im Haus vermacht. Und eine kleine Rente.

Aber das war allein ihre Entscheidung. Ich hatte Letty nicht darum gebeten.

Wirklich nicht.

Natürlich nicht. Da bin ich ganz sicher, ja.

Gibt es wirklich jemanden, der Mrs. Letty ausnutzt?

Der junge Patrick.

Ich weiß genau, dass er schon mindestens zweimal von ihr Geld bekommen hat.

Und alles, was Letty dazu sagt, ist: Man ist nur einmal jung.

Ja, das ist wahr. Er ist ein ansehnlicher Bursche,

aber ein bisschen unverschämt ist er auch, da bin ich ganz Ihrer Meinung.

Ich habe ihn gesehen. Mit einer Ölkanne im Garten.

Wirklich?

Und die andere Tür zum Salon ist geölt worden.

Und dann habe ich noch gehört, wie er sich neulich mit Julia gestritten hat.

Ist das nicht etwas ganz Normales, wenn Bruder und Schwester sich zanken?

Es war die Schäferin und nicht der Schäfer.

Wer war die Schäferin?

Die Lampe auf dem Tisch. Ich habe nämlich bemerkt,

dass es die Schäferin war und eben nicht der Schäfer.

Kaffee und Kuchen, Bunny?

Guten Morgen, Miss Marple.

Guten Morgen. Wollen Sie sich nicht zu uns setzen?

Vielen Dank, aber wir sind schon ziemlich spät dran.

Du bist fertig mit deinen Einkäufen, Bunny?

Ich muss nur noch in die Drogerie, ein paar Aspirin holen.

Und Hühneraugenpflaster. Bitte, darf ich bezahlen?

Oh nein, Miss Bunner, das dürfen Sie nicht.

Vielen Dank, Miss Marple. - Komm schon, Bunny!

Wiedersehen, Miss Marple. - Auf Wiedersehen!

Kommst du, Bunny? - Wiedersehen, Miss Bunner!

Miss Marple ist wirklich zauberhaft.

Und solch ein aufmerksamer Zuhörer.

Ich fürchte, du hast ihr keine andere Wahl gelassen, meine Liebe.

Die lass besser, wo sie sind. - Warum denn?

Weil ich sie gekostet habe. Sie schmecken nach Lachs.

Dann eben nur Kaffee. - Sehr weise.

Und worüber habt Ihr gesprochen?

Über Familienbande.

Ich hoffe, das war nicht so trocken, wie es sich anhört.

Nein, ganz im Gegenteil. Weißt du, die meisten Leute nehmen an,

dass die Menschen nur aus Hass morden.

Aber sie können auch aus Treue morden. Oder aus Liebe.

Aus Liebe?

Jetzt sag mir noch mal, wer an jenem Abend alles anwesend war.

Mrs. Blacklock, Rudi Schertz... - ...und die hingebungsvolle Bunny,

der schöne Patrick... - ...Mrs. Swettenham von den Honigtöpfen,

ihr Sohn Edmund, der Weltveränderer...

Der Chefpsychologe Colonel Easterbrook und seine praktische Gemahlin.

Und nicht zu vergessen, die kühl distanzierte Philippa Haymes.

Und?

Habe ich jemanden vergessen?

Ja!

Julia!

Ja, Julia!

Julia ist zwar witzig aber spitzig.

Drei Schilling sechs. Ich bin überhaupt nicht spitzig, Mrs. Harmon.

Im Gegensatz zu manchen Gästen.

Oh, ich bitte um Verzeihung. Ich habe nur einen Kinderreim zitiert.

Ich sprach von einer anderen Miss Julia.

Das sagen Sie jetzt nur so.

Danke! Der Rest ist für Sie.

Vielen Dank, Miss Marple.

Ja, bitte.

Glauben wir an die Existenz von Pip und Emma?

Warum nicht? Mrs. Blacklock hat gesagt, dass sie existieren.

Aber sie hat sie nie gesehen und weiß also nicht, wie sie aussehen.

Aber niemand Anderes würde von Mrs. Blacklocks Tod profitieren.

Ja und nein. Immerhin könnten sie verheiratet sein.

Oder ihre Eltern leben noch, für die von dem Erbe vielleicht auch etwas abfiele.

Dann müsste die Polizei also nach einem Mörder suchen, der...

...unabhängig vom Geschlecht entweder Mitte 20 oder fast so alt ist wie ich.

Du hast vorhin gesagt: Mancher mordet auch aus Liebe.

Ja, aber ich meine eine spezielle Art von Liebe.

Zum Beispiel aus einer tiefen und zwanghaften Leidenschaft fürs große Geld.

Moment. - Was?

Diese Serviererin dachte, du sprichst über sie.

Ach, das war ein Irrtum.

Genau.

Mrs. Goedler freut sich sehr auf Ihren Besuch, Inspektor.

Wirklich? Das erlebe ich selten.

Nein, auf dieses Schloss hier verirren sich sehr wenige Menschen.

Ich möchte Ihnen gerne eine Frage stellen, Schwester.

Ich kann mir schon denken, welche.

Also?

Sie ist eine sterbende Frau. Sie lebt eigentlich nur noch von Drogen

und von ihrer großen Willenskraft,

aber länger als ein paar Wochen wird es nicht mehr dauern.

Und unsere liebe Blacky wurde wirklich nicht verletzt,

als dieser Kerl auf sie schoss?

Nur ein Kratzer am Ohrläppchen.

Die arme Blackie.

Sie kennen ihre Familiengeschichte, Inspektor?

Nein.

Ist sie denn nicht wichtig für Ihre Recherchen?

Das weiß ich noch nicht.

Na, dann will ich einmal drauflos erzählen. Und Sie unterbrechen mich,

wenn es langweilig wird. Einverstanden?

Einverstanden.

Zwei Schwestern.

Der Vater war ein beliebter Landarzt und ein Tyrann zugleich.

Letty rebellierte gegen ihn und riss aus nach London,

wo sie sich als Finanzbuchhalterin ausbilden ließ.

Die andere Schwester, Charlotte, war sehr schwer lungenkrank.

Als nun aber ihr Vater starb, verließ Blackie die Firma meines Mannes,

um sich um ihre Schwester zu kümmern.

Randall war ganz außer sich vor Zorn. Er schrie sie sogar an.

Aber sie ließ sich nicht abbringen.

Sie brachte ihre Schwester in die Schweiz und blieb bei ihr.

Hatte Ihr Mann nicht auch eine Schwester?

Sonia? Sie war eine Verrückte, aber ich mochte sie sehr.

Wir verloren die Verbindung, weil sie diesen Kerl Stamfordis heiratete.

Ohne Zweifel ein waschechter Ganove. Sie hätten ihn mit Freuden eingesperrt.

Randall missbilligte diese Heirat natürlich, aber Sonia kümmerte das wenig.

Einmal kam ein Brief, das war vielleicht ein Jahr nach ihrer Hochzeit,

der die Geburt von Zwillingen vermeldete und dass sie die Namen

der Lieblingsfiguren eines ihrer Kinderbücher trugen: Pip und Emma.

Wir hatten sie fast vergessen.

Furchtbar, so etwas über seine Verwandten zu sagen.

Trotzdem hat Ihr Mann sie als Erben eingesetzt.

Für den Fall, dass Sie Mrs. Blacklock nicht überlebt.

Ach, sein schlechtes Gewissen hat ihn gepackt.

Randall Goedler war ein wundervoller Mensch, aber zugleich ein großer Wirrkopf,

von kindischem Eigensinn. Hätte er sich früher gekümmert...

Nach seinem Tod habe ich ernsthaft versucht, die Zwillinge zu finden.

Leider erfolglos.

Und Sie wissen auch nicht, wo sich ihre Mutter aufhält?

Die Schwester von Mr. Goedler meine ich, oder deren Mann.

Wenn sie nicht tot sind, sind sie am Ende der Welt.

Oder vielleicht auch alle vier in Chipping Cleghorn.

Das ist alles möglich.

Bitte passen Sie auf Blackie auf. Wenn ich es könnte, würde ich es tun.

Sardinen-Sandwichs und Tomatensalat.

Und noch ein paar Scones, die Sie so gut machen.

Und dann möchte ich noch, dass Sie Ihren Spezialkuchen backen.

Meinen Kuchen? Feiern wir eine Party oder so was Komisches?

Miss Bunner hat Geburtstag. Mit dem Tee geht es los!

Geburtstage und Partys, so was vergisst man am besten.

Sie will ihn nicht vergessen und freut sich auf den Kuchen.

Und ich freue mich auch darauf.

Womit soll ich ihn backen, diesen Kuchen?

Ich brauche Butter, Zucker, Schokolade, Rosinen.

Butter, Zucker, Schokolade. Zufrieden?

Woher haben Sie denn das bloß alles?

Das ist mein Geheimnis, Hannah.

Wunderbar! Jetzt kann ich ihn backen, meinen Kuchen.

Mit Zuckerguss. Und obendrauf werde ich schreiben: Gute Wünsche!

Danke, Hannah!

Ich werde den englischen Damen zeigen,

wie ein Kuchen aussehen und schmecken sollte.

Englische Kuchen sehen aus und schmecken wie Sand.

Mein Kuchen wird dagegen himmlisch sein.

Da bin ich sicher.

Aber Mr. Patrick darf ihm nicht wieder böse Namen geben.

Ich bin sicher, dass er nicht einmal im Traum daran denkt.

Meinen letzten Kuchen hat er "Süßer Tod" genannt.

Das war doch ein Kompliment.

Tod ist ein Kompliment? Ach!

Happy Birthday to you! Happy birthday to you!

Happy birthday, dear Bunny, happy birthday to you.

Oh, süßer Tod.

Hannah hat es nicht gerne, wenn du ihren Kuchen so betitelst.

Hannah hat nichts gern, was ich tue.

Aber backen kann sie prächtig.

Ja, die Mafia versteht was vom backen.

Aber einen gewöhnlichen Kochpudding hält sie für ein Wunder.

Haben Sie einen neuen Gärtner?

Ich habe da so einen Burschen beim Hühnerstall gesehen.

Nein, das ist Tante Lettys Gorilla.

Gorilla? Wozu?

Um Letty zu schützen.

Aber der Mörder ist doch tot.

Die Untersuchung läuft noch.

Ganz offensichtlich sind noch einige Fragen offen.

Wie immer.

Jeder von uns ist nach wie vor verdächtig.

Verdächtig wegen was?

Wegen Herumlungerns in verbrecherischer Absicht.

Oh, das klingt amüsant. Und in welcher Absicht?

In der Absicht, bei der nächsten Gelegenheit einen Mord zu begehen.

Bitte nicht, Mr. Swettenham, ich finde das schrecklich.

Bunny!

Ab sofort hältst du den Mund.

Das war doch nur ein Scherz, Bunny.

Edmund hat es nicht so gemeint.

Gewöhnlich bin ich es, der die Party mit einem schlechten Witz verdirbt.

Guten Tag, Mrs. Swettenham, Mr. Swettenham. Mrs. Easterbrook, Colonel.

Miss Murgatroyd, Miss Hinchcliffe. - Mr. Fletcher.

Hat Hannah gebacken, kann ich nur empfehlen.

Danke, sehr aufmerksam.

Alle Verdächtigen sind jetzt gegangen. Müssen Sie trotzdem noch bleiben?

Nur noch zehn Minuten, dann ist der hiesige Bobby dran.

Mit Polizeischutz schläft es sich tatsächlich ruhiger.

Sehen Sie!

War Ihre Party schön, Miss Bunner?

Oh ja! Bis auf meine Kopfschmerzen. - Das macht die Aufregung.

Und der viele Kuchen.

Und Julias himmlisches Konfekt. Wo hast du das bloß aufgetrieben?

Das muss geheim bleiben, wenn ich nicht verhaftet werden will.

Oh, ich glaube, ich nehme doch ein Aspirin

und lege mich noch ein bisschen hin.

Soll ich die Enten einsperren, Tante Letty?

Wenn du es richtig machst.

Garantieren kann ich nicht dafür, aber ich werde mir Mühe geben.

Alles, was du tun musst, ist nachsehen,

ob der Riegel auch wirklich fest sitzt.

Ich wusste doch, da war ein Trick.

Keine Angst, Tante Letty, ich mache das schon.

Wo habe ich bloß meine Aspirin, die ich heute früh gekauft habe?

Dieses Haus ist mit Aspirin voll gestopft.

Sie fallen aus allen Schubladen.

Auf meinem Schreibtisch liegen welche.

Nimm meine, Bunny. Sie liegen direkt neben meinem Bett.

Vielen Dank, Letty.

Die Enten.

Alles, was du tun musst, ist nachsehen, ob der Riegel auch wirklich fest sitzt.

Wenn Sie Pip und Emma wären, was würden Sie tun?

Nun, ich komme nach England, mittellos.

Ja.

Dann, bei vorhandenen kriminellen Neigungen,

suche ich nach irgendwelchen reichen Verwandten,

da Onkel Randall ein riesiges Vermögen hinterließ.

Ich erkundige mich nach der Witwe, stelle fest, dass sie lebt

und dass ich sie beerben würde, wenn es nicht eine

Mrs. Letty Blacklock in Chipping Cleghorn gäbe.

Also ermorde ich Mrs. Blacklock.

Wurden Patrick und Julia schon überprüft?

Ja! Sie sind genau das, was sie vorgeblich sind.

Patrick ist sogar so etwas wie ein Kriegsheld.

Fletcher war auch sehr fleißig.

Das habe ich mir gedacht.

Wollen Sie einen Scotch?

Wäre nicht schlecht.

Ich habe bei Mrs. Goedler sehnsuchtsvoll darauf gewartet,

aber Schottland scheint ausgetrocknet zu sein.

Zur Inspiration.

Bunny?

Bunny?

Phillipa! Philippa!

Ja, verstehe!

Bleiben Sie! Es ist schon wieder ein Mord passiert.

Ja!

Dora Bunner? Bitte mach jetzt keine Späße.

Ich habe Patrick getroffen, als er den Arzt holte. Sie wird schon autopsiert.

Im Moment sieht es nach einer Vergiftung aus.

Sie war eine absolut unschuldige Seele.

Warum müssen so oft Unschuldige büßen?

Das frage ich mich auch sehr oft.

Müssen sie das trotz ihrer Unschuld, oder wegen ihrer Unschuld?

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