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Dank seinem Charme...
wurde Farewell der elegante Schoner des Sultans von Sansibar überlassen.
Mit seinen Gefährten, Holdstead und Pampata,
machte er sich an die Verfolgung der Defiance.
Eilig segelten sie über den Indischen Ozean zur Küste Ostafrikas.
Der Captain wusste, dass nicht viel Zeit blieb.
In ein oder zwei Tagen würde das Sklavenschiff
das Kap der Guten Hoffnung umsegeln und Kurs auf Amerika nehmen.
Die Zeit war knapp.
Ein Dreimaster! Voll getakelt.
Er hat direkten Kurs auf das Kap. Das ist unser Schiff.
Karim, lassen Sie alle Segel setzen.
Bei Sonnenaufgang will ich das Schiff eingeholt haben.
Verzeihung Sir, aber ich habe nachgedacht.
Sollten wir Shaka nicht gehen lassen?
Es gibt wohl kaum ein Bündnis, jetzt, wo er weiß, was wir wirklich sind.
Was wir wirklich sind?
Wir sind Plato, Newton, Shakespeare, Marlowe...
Tausende Jahre an kollektiver Erkenntnis, aufgeklärter Kultur...
Das sind wir...
Die portugiesische Flagge. Auch ein Sklavenschiff?
Nein, dafür liegt es zu hoch im Wasser, es ist zu schnell.
Man könnte meinen, es verfolgt uns. - Uns verfolgen?
Warum, Sir? - Keine Ahnung.
Nur die Briten kontrollieren Sklavenschiffe.
Morgen früh wissen wir Bescheid, bis dahin haben sie uns eingeholt.
Gehen Sie ans Steuer. Ich löse Sie später ab.
Ach, Hawkins?
Warum hat Mr. Tucker Sie vorhin so beschimpft?
Das hat nichts zu bedeuten, Sir. Nur das Gefasel eines Feiglings.
Hawkins ist ebenso schuldig wie Tucker.
Das wissen Sie.
Hawkins ist mein erster Maat.
Wenn ich ihn zum Feind habe, riskiere ich eine Meuterei.
Also unternehmen Sie nichts.
Wir sollen Vergewaltigung und Mord einfach tolerieren.
Sie sind eine Frau des Lichts. Finger weg von meiner Finsternis!
Lösen Sie sich von diesem Grauen!
Sie wollten wissen, warum ich an Bord geblieben bin.
Um Sie zu überzeugen, den Glauben Ihrer Kindheit nicht aufzugeben.
Für Wunder ist es zu spät.
Es ist eine Frage des Anstands.
Dieses Grauen hat mich reich gemacht.
Wie könnte ich dem Elend entfliehen, in das ich so viele gestürzt habe?
Also erzeugen Sie immer mehr Elend für sich und andere?
Verzeihung, aber in Ihnen steckt mehr, als in dieser Finsternis herumzutappen.
Was?
Was, Katherine?
Was wollen Sie denn noch von mir?
Nichts.
Morgen lasse ich Sie an Land begleiten. So weit, wie Sie sich vorwagen.
Sie haben Recht.
Allein die Langeweile meines Lebens in London
hat mich dazu getrieben, nach meinem Vater zu suchen.
In der Hoffnung, mein Leben wieder mit seinem zu vereinen.
In ihm einen Sinn zu finden, wie er ihn...
nach dem Tod meiner Mutter jahrelang in mir gefunden hatte.
Es war mir einerlei, womöglich einen veränderten Menschen vorzufinden,
denn im Grunde hatte ich mich...
danach gesehnt.
Nach Veränderung.
Aber ich hatte nie die Absicht, mich zu verlieben.
Auf dieses Abenteuer im Leben...
glaubte ich verzichten zu können.
Vor allem mit einem Mann wie Ihnen, Captain Prentice.
Vergessen Sie es.
Ich bin ganz sicher der Falsche.
Und doch scheine ich Sie zu lieben.
Ruf Hawkins runter! - Bist du das, Tucker?
Spinnst du? Hau ab.
Ruf ihn runter, sag ich... sofort.
Hawkins!
Lauter!
Hawkins! Komm runter... schnell!
Hawkins!
Guten Abend, Tucker.
Schön, dich wieder in Form zu sehen.
Was hast du bloß mit dem Messer vor?
Das siehst du gleich, dreckiger Judas!
Feuer?
Feuer!
Hawkins! Feuer!
Hawkins! Wo zum Teufel sind Sie?
Stell dich zur Tür. Holt Wasser an Deck!
Hawkins!
Beidrehen! Beidrehen!
Jeremy, halten Sie das straff!
Geh zum Rettungsboot. - Wir müssen die Sklaven befreien!
Unmöglich!
Wenn du's nicht machst, mach ich es.
Nein!
Mungo!
Katherine!
Katherine! Katherine!
Katherine!
Ja, Captain Prentice, an Bord herrscht britische Gerichtsbarkeit.
Sie sind doch Captain Mungo Prentice?
Francis Farewell, Royal Navy.
Farewell?
Finden Sie mich zum Lachen? - Mehr als Ihnen bewusst ist.
Sie haben in abscheulicher Weise gegen das Gesetz verstoßen.
Haben Sie etwas zu Ihrer Verteidigung vorzubringen?
Wohl kaum.
Kraft des mir von Seiner Majestät verliehenen Amtes
beschuldige ich Sie des Sklavenhandels und nehme Sie in Haft.
Der Mann ist Portugiese. Er untersteht nicht Ihrer Gerichtsbarkeit.
Nein!
So viel Hingabe spricht für Sie.
Sie und Ihr Matrose enden noch am selben Galgen.
Warum verfolgen Sie uns, wo so viele andere Sklavenschiffe unterwegs sind?
Aufgrund Ihrer besonderen Fracht. - Welche Fracht?
Shaka Zulu.
Den Sklaven an Bord? - Was ist aus ihm geworden?
Ich bin nicht sicher. Er verschwand, als das Schiff unterging.
Er befehligte ein Rettungsboot, aber er wird die Küste kaum erreichen.
Die Strömung ist zu stark. - Für Shaka?
Wohl kaum. Der hat schon gefährlichere Situationen überlebt.
Das klingt ja ermutigend. Er hatte nämlich eine Frau bei sich.
Eine Weiße.
Ihre Tochter.
Ist jemand von euch vom Stamm der Zulu?
Zulu?
Ich weiß, wir sind irgendwo an der Wilden Küste.
Den Karten an Bord zufolge...
müssen wir uns ganz nahe der Festung des Zulu-Königs Shaka befinden.
Shaka Zulu!
Ich muss ihn finden, mein Vater ist bei ihm.
Ist jemand von euch Zulu?
Gehört jemand zum Stamm der Zulu?
Shaka... Shaka Zulu!
Shaka.
Shaka.
Warten Sie. Bitte.
Danke.
Danke.
Wie sagt man das, in Ihrer Sprache?
Was macht einen Mann zum König?
Die Last, das Schicksal seines Landes zu tragen.
Shaka Zulu, König durch und durch,
nahm diese Last auf sich, indem er sich dem Feind stellte.
Genau an dem Ort, an dem er ihn zurückgelassen hatte:
den Trümmern des besiegten Massani-Reiches.
Er musste entweder Ngoros Kopf als Trophäe heimbringen
oder bei diesem Versuch selbst sterben.
Sieger oder Opfer.
Kein Mittelweg.
Ich habe Grund zur Annahme, dass Shaka noch lebt
und uns kaum wohlgesinnt ist.
Das ist umso frustrierender, als ich nahe am Durchbruch war.
Inwiefern?
Aspekte unserer beider Welten fügten sich langsam zusammen
wie Puzzleteile.
Shaka und ich sahen dem fertigen Bild mit Neugier und Zuversicht entgegen.
Am Abend des Überfalls sah er mich an...
und da ich die gleiche Sprache wie die Sklavenhändler spreche,
hielt er auch mich für schuldig. Ich sah es in seinen Augen.
Dieses unendliche Bedauern.
Er wollte, dass diese aussichtslose Freundschaft funktioniert.
Es schmerzte ihn, dass unser Volk seines Vertrauens nicht würdig war.
So wird es wohl in den Geschichtsbüchern stehen.
Dass es so kommen musste.
Aber es soll auch zu lesen sein, dass wir nicht kampflos aufgaben.
Wenn Shaka nach Süden marschiert,
über den Mbashe, den Kei und den Großen Fischfluss,
trifft er zum ersten Mal hier auf die Weißen: in Kingston.
Wo eine Handvoll Siedler einen Hafen des Friedens errichten wollten.
Daraus wird wohl nicht viel.
Dieser Kontinent kann so erbarmungslos sein.
Aber wir zeigen ihnen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind.
Kingston wird unser Massada.
Dort stationieren wir sämtliche verfügbare Truppen,
die englischen wie die holländischen.
Eine Handvoll soll eine Flutwelle aufhalten?
Wir haben uns im Kreis gedreht.
Wir sind wieder da, wo ich vor zwei Jahren begonnen habe.
Nur geht es diesmal um Katherines Leben.
Lassen Sie mich mitkommen.
Ich bin schuld, ich habe Shaka zum Sklaven gemacht.
Was kümmert es König George, ob ich in Newgate am Galgen ende
oder von meinen ehemaligen Sklaven abgeschlachtet werde?
Eigentlich gar nichts.
Vielleicht wäre es sogar gerecht,
Sie den Händen Ihrer eigenen "Ware" zu überlassen.
Shaka.
Miss Farewell!
Mister Fynn, sind Sie das?
Guten Tag, Miss Farewell. Verneigen Sie sich!
Mister Fynn, ich bin so froh, Sie zu sehen.
Wo ist er? Wo ist mein Vater? - Ich dachte, Sie wüssten es.
Wieso ich? Ist er nicht bei Ihnen? Lasst mich los!
Bei mir? Als ich ihn zuletzt sah...
Halt! Lasst mich sofort herunter!
Mr. Fynn, sagen Sie diesen Männern, ich bin kein Kartoffelsack.
Das würde nicht viel nützen. Diese Leute halten an ihren Gebräuchen fest.
Wann war das? - Wie bitte?
Wann haben Sie meinen Vater zuletzt gesehen?
Ach ja, er war...
Wie kommen Sie hierher? - Auf einem Sklavenschiff.
Einem was? - Wo ist er?
Ein Sklavenschiff?
Konzentrieren Sie sich. Wo ist mein Vater?
Ich bin fast 10 000 Meilen gereist.
Wenn Sie mit Shaka zusammen waren, sollte er... bei Ihnen sein.
Ruf deinen König!
Ruf Shaka!
Sagen Sie ihnen, ich muss Shaka sprechen.
Was heißt, mein Vater sollte bei mir sein? Warum in aller Welt?
Shaka und Francis sind gemeinsam aufgebrochen. Sie...
Was?
Ein... ein Sklavenschiff?
Ich werde die Krieger aller Stämme benachrichtigen.
Beim nächsten Vollmond ist die gesamte Armee marschbereit.
Warte, Ngomane.
Einige Leute...
die mir sehr nahe stehen,
verlangen, der Große Elefant möge über seine Empörung erhaben sein.
Tatsächlich? Keine Rache?
Aber deine Ehre steht auf dem Spiel. Unser aller Ehre.
Einige Leute...
meinten von Anfang an,
das Böse lässt sich nicht durch Rache besiegen.
Wer sind diese Ratgeber?
Wer will aus dem Großen Elefanten einen Feigling machen?
Sieh, was sie dir angetan haben! Der Samen wartet auf den Nährboden.
Ich werde meine Königin befragen.
Den Weg zur Macht muss man allein zurücklegen.
Shaka Zulu, dem weder Macht noch Einsamkeit fremd waren,
fühlte sich nun einsamer als je zuvor.
Seit der Gefangennahme ihres Königs hatte Nandi gegen den Tod angekämpft.
Doch trotz meiner Arznei und ihrer Willenskraft
hatte der Tod über sie gesiegt.
Es ist gut, meine Königin,
dass du dies nicht miterleben musstest.
Durch meine Schmach
wäre dir... ist dir das Herz gebrochen.
Es ist also wahr?
Du willst ihrem König freundschaftlich begegnen?
Hältst du es für einen Fehler?
Mein Ohr sagt meinem Herzen,
dass sie schon bald wie Heuschrecken
ausschwärmen und alles auf ihrem Weg verzehren werden.
Merkst du es nicht?
Sogar deine Zunge tanzt schon nach ihrer Sprache.
Du bist der Herr über Afrika.
Aber sogar deine Macht wird gegen eine solche Plage nichts ausrichten.
Du hattest Recht.
Wir können unser Leben nicht mit diesen Leuten teilen.
Farbige Flaschen voll Zaubertrank,
die uns glauben machen,
dass wir etwas sind, was wir nicht sind.
Ein Gott des Lebens,
der tot an einem Baum hängt.
Lügen!
Ihr Weißen handelt mit Lügen!
Ngomane!
Der Samen wartet auf den Nährboden.
Und seine Wurzeln werden tief reichen.
Was ist los?
Das Begräbnis.
Sie war sein Lebensblut...
seine Inspiration...
seine Göttin.
Du bist der Herr über Afrika!
Der Weg zur Macht, ein einsamer Weg?
Ich habe noch nie ein so festliches Begräbnis gesehen.
Das ist kein Begräbnis, Miss Farewell.
Das ist ein Kriegstanz.
Krieg? Gegen wen?
Tanzen?
Ich kann nicht tanzen, Baba, das weißt du.
Du sollst für mich tanzen.
Der König wünscht einen Tanz, Mr. Fynn. Den soll er haben.
Nein, Miss Farewell, nicht doch.
Unsinn.
Shaka!
Shaka!
Ich muss mit ihm reden.
Sie können den König nicht einfach beim Namen rufen.
Shaka! Wo ist mein Vater?
Wo ist Francis Farewell?
Was?
Was hat er gesagt?
Dein Vater ist tot.
Nein.
Ich glaube Ihnen nicht.
Sie sprechen Englisch.
Warum bin ich hier? Was wollen Sie von mir?
Was hat er gesagt?
Sie...
haben seine Tochter mitgenommen, sagt er.
Wenn sie noch lebt und...
auch zur Sklavin gemacht wurde, wird er Sie als Lösegeld anbieten,
aber wenn sie tot ist...
geht es uns wie allen anderen.
Allen anderen?
Völkermord, Miss Farewell.
Er will dieses Land von allen Weißen reinigen.
T.J., komm zurück, mach deine Arbeit!
T.J.!
Muss das wirklich sein? - Das sollte ich Sie fragen, Captain.
Ihre Erfahrung mit Ketten ist sicher größer als meine.
Ich bin schon Ihr Gefangener. Meine Erniedrigung macht Sie nicht größer.
Wie nahe sind die Zulu schon?
Ungefähr 20 Meilen entfernt. Noch heute Abend werden wir sie hören.
Hören, Lieutenant?
Man sagt, es sei wie ein Erdbeben.
Ein nahendes Erdbeben.
Shakas Kundschafter hatten berichtet,
dass Pampata noch lebte und sich bei Farewell befand.
Gegen jede Emotion gefeit,
erblickte er plötzlich den Mann, der sein Leben verändert hatte.
Das... das dort, was ist das?
Das.
Ein Ort, an dem wir uns versammeln.
Um mit Gott zu sprechen. uCristo.
uCristo? Du lügst, Fynn.
Du hast gesagt, er ist gestorben. Wie kann ein toter Gott sprechen?
Durch den Geist, Baba. Er spricht zu deinem Herzen.
Ich bin Shaka.
Selbst der Himmel wendet sich mit Respekt an mich.
Doch euren uCristo habe ich noch nie gehört.
Will er nicht zu mir sprechen?
Vielleicht hast du... nie zugehört.
Und wenn ich zuhören wollte,
wann wird euer uCristo wieder sprechen?
Morgen, Baba. Da ist sein Geburtstag. Ein Tag des Gedenkens für uns alle.
Euer Gott hat Geburtstag?
Was für ein seltsames Volk ihr seid!
Aber mit morgen hast du Recht.
Es wird ein Tag des Gedenkens...
für euch alle.
Geh, Fynn.
Jetzt gleich.
Überbringe deinem Volk meine Botschaft.
Berichte ihnen von dem Austausch.
Meine Tochter für seine Tochter.
Du meinst...
ich kann... ich kann...
Geh jetzt!
Mr. Fynn?
Ich muss jetzt gehen.
Geh, bevor ich euch beide töte! - Nur Geduld!
Captain...
schauen Sie!
Willkommen daheim, Fynn.
Vom Regen in die Traufe.
Verschafft uns dieser Austausch irgendeinen Vorteil?
Ihre Tochter gegen das Zulu-Mädchen?
Es lässt sich schwer voraussagen, was ein Mann wie Shaka tun wird.
Es hängt davon ab, wie er über uns richtet.
Wenn Sie an Shakas Stelle wären und gesehen hätten, was er sah,
Menschen, die wie Tiere verschifft werden,
Lebende, an Tote gekettet, ohne Hoffnung, ohne Würde,
würden Sie sich nicht auch an allen Weißen rächen wollen?
Die Frage ist,
was ist die gerechte Strafe für unser Verbrechen?
Der Tod einer ganzen Stadt, einer ganzen Kolonie?
Oder wird Shakas gerechter Zorn
durch das Blut derer besänftigt, die ihm all das angetan haben?
Bereit, Lieutenant? - Ja, Sir.
Zwei volle Jahre ohne ein Wort! Das ist eine lange Zeit, Sir.
Katherine hat sich zwei Jahre nach Ihnen gesehnt.
Ich hatte Schiffbruch erlitten. - Ja, das kenne ich.
Wir haben viel gemeinsam.
Beide haben wir von den Afrikanern profitiert.
Ihnen ging es um Ruhm für König und Vaterland, mir um Gold.
Aber das Verbrechen war dasselbe.
Ihre Ausrede mit dem Schiffbruch wird Katherine nicht glauben.
Dafür ist sie zu klug.
Nennen Sie ihr lieber den wahren Grund Ihrer langen Abwesenheit.
Sie sprechen sehr vertraut von meiner Tochter.
Ein Sklavenschiff ist kaum der Ort für eine Romanze.
Der wahre Grund für mein Verschwinden?
Ich könnte mir einreden, es sei meine Entsendung zu Shaka gewesen.
Aber trotz meines Patriotismus wurde Shaka zu meiner persönlichen Mission.
Das bin ich wohl auch für ihn geworden.
Ich hätte Shakas Welt jederzeit verlassen können.
Aber Afrika hat mich überrumpelt.
Jeden Morgen war ich mehr betört von diesem Land.
Es hat etwas Sinnliches, wissen Sie?
So launisch, verführerisch, nutzlos, unversöhnlich...
und doch so reizvoll.
Wie eine Frau.
Sie lieben sie, nicht wahr?
So ist das also.
Wie schade.
Ein Mann, dem das Leben wieder lacht, am Vorabend seines Todes.
Der Austausch findet hier statt.
Aber ich muss Shaka sprechen.
Er will dich nicht treffen, Febana.
Er muss.
Er muss von mir die Wahrheit erfahren.
Genug der Worte. Euer Verrat klingt uns noch in den Ohren.
Vater!
Katherine!
Mungo!
Mungo!
Nein!
Pampata!
Nein, nicht schießen!
Töte mich.
Los, töte mich.
Mich willst du doch.
Nein... nein.
Sie hatten nie die Absicht, mich gehen zu lassen.
Was werden Sie morgen tun? Die ganze Siedlung niedermetzeln?
Das lasse ich nicht zu.
Du hast den Mut eines Zulu.
Was für ein Mut ist das?
Was gehört schon dazu, unschuldige Kinder zu töten?
Du redest von Unschuldigen?
Eure Schiffe... wohin bringen sie die Kinder Afrikas?
Gibt es in eurer Welt ein Monster, das sich von unserem Fleisch ernährt?
Uns alle zu töten, ist keine Lösung.
Denn wenn mein König von diesem Massaker erfährt,
wird er mehr Schiffe herschicken, und immer noch mehr.
Willst du mich einschüchtern, Frau?
Für jeden Mann und jede Frau, die Sie morgen umbringen,
wird er hundert Ihrer Leute töten.
Dann werden Sie zurückschlagen, dann wieder er,
bis dieses Land vom Blut unserer Völker getränkt ist.
Nur Sie können das verhindern.
Sie haben die Macht.
Und das Mitgefühl.
Und was soll ich tun? Vergebung gewähren wie euer Gott?
Beweist das nicht allerhöchsten Mut?
Wie...
kann ich verhandeln...
mit Männern, die mich für ein Tier halten?
Beweisen Sie ihnen, dass Sie es nicht sind.
Er hat das Vertrauen zu uns verloren. Endgültig.
Und dadurch...
entzieht er sich uns.
Keine Verhandlungen mehr... kein Verständnis.
Doch, er versteht.
Nur hat unser Imperialismus erreicht, dass man uns nicht mehr zuhört.
Wir sind Heuchler.
Das wissen wir... allesamt.
Mit unserer Kultur kaschieren wir nur unseren Mangel an Menschlichkeit.
Wann, glauben Sie, greifen sie uns an?
Morgen bei Tagesanbruch, so ist das Brauch bei den Zulu.
Was sagen Sie da?
Sie kommen hierher mit Ihren Uniformen und Gewehren,
um uns zu sagen, dass wir sterben werden?
Ja und nein, Madam.
Ich meine... uns bleibt immer noch das Gebet.
Das Gebet?
Lassen wir's darauf ankommen. - Beten wofür? Für ein Wunder?
Warum nicht?
Es ist Weihnachten.
Captain?
Ich dachte, Sie wollten... - Ich bin etwas aus der Übung.
Vor allem, wenn ich Gott bitten soll, ein verdientes Schicksal abzuwenden.
Es war mein Schiff, ich habe den Tod verdient,
nicht die Menschen in der Kirche.
Wenn es so einfach wäre, den Schuldigen zu benennen,
hätte Shaka Sie heute getötet.
Aber er tat es nicht.
Wissen Sie warum?
Weil Ihr Tod,
der Tod eines Weißen, sogar eines Sklavenhändlers,
nicht genügt, um reinen Tisch zu machen.
Letzten Endes sind wir alle schuldig.
So selbstgerecht wir auch singen.
Wir wissen alle,
dass wir kaum die Absicht haben, Leute als gleichwertig zu behandeln,
die für uns nur knapp über den Gorillas stehen.
Und Shaka weiß das. - Allerdings.
Shakespeare erzählt uns, dass Heinrich V., König der Briten,
am Vorabend der Schlacht gegen die Franzosen
sein Königsgewand ablegte und sich unter seine Soldaten begab,
voller Neugier zu erfahren, wie diese dem drohenden Tod ins Auge sahen.
Von derselben Neugier erfasst, begab sich Shaka, der Herr über Afrika,
auf das Schlachtfeld,
wo seine Gegner sich unter dem Zeichen von uCristo versammelt hatten.
Lies mir aus dem Buch des Mannes vor, der für euer Volk gestorben ist.
Für uns alle, Baba... ist er gestorben.
Also muss Shaka selbst nicht mehr sterben?
Deine eigenen Worte verraten dich.
Jetzt lies!
Lies mir ein paar Segenssprüche für die morgige Schlacht vor.
Es... gibt keine Gebete für Krieg in diesem Buch.
Christus... uCristo...
hielt Krieg für keine...
geeignete Lösung.
Was ist dann eine geeignete Lösung?
Vergebung, Baba.
Er lehrte uns zu vergeben, und aus dieser Lehre...
schöpfen wir Kraft.
Hoffnung.
Shakas Neugier wuchs, als er die Welt erforschte, die er vernichten wollte.
Ihre Eigenheiten und Absonderlichkeiten,
ihre Wunder und Torheiten...
die Verworrenheit unserer Herzen und Gedanken.
Die Erleuchtung, die Heuchelei,
die Arroganz und die Einsicht aus 7 000 Jahren geprüftem...
Widerspruch.
Dann sah er uns in unserer Angst, die uns alle vereinte.
Farewell, Holdstead,
mich selbst und die anderen.
Und er erkannte, dass wir uns in unserer äußersten Hilflosigkeit
nicht an eine Kriegsgottheit mit einem Racheschwert wandten,
sondern an einen armen Wicht von einem Gott,
der nicht einmal seinen eigenen Tod abwenden konnte,
geschweige denn, andere retten.
Und am Abend vor seinem Tod nahm der Herr das Brot,
brach es und reichte es seinen Jüngern mit den Worten:
"Nehmet und esset alle davon, denn dies ist mein Leib."
Dann nahm er den Wein...
Und er sah es,
das Blut des Stiers,
das Blut uCristos.
Rituale derselben Art, denn...
als Volk sind wir eben...
eins.
Katherine! - Vater!
Er will dich sehen, Vater...
allein.
Sie sind weg!
Wie sagtest du?
Die Magie, die Menschen richtig handeln lässt, ist doch noch am Leben.
Wie lange wird er diesmal wegbleiben?
Zwei Jahre... länger?
Eines ist sicher.
Das nächste Mal kann mein Vater nach mir suchen.
Nach uns.
Das hat ein Bote für Sie gebracht. Er kam erst heute Morgen durch.
Von Gouverneur Somerset in Kapstadt.
Was schreibt er?
Aufgrund der Fürsprache deines Vaters
werden Jeremy und ich begnadigt, sofort und bedingungslos.
"Für außerordentliche Verdienste an König und Vaterland."
Er muss es vor seiner Abreise aus Kapstadt veranlasst haben.
Das ist... bemerkenswert.
Er hatte sich bereits ein Urteil über mich gebildet.
Niemand kann sagen, dass es uns Farewells an Voraussicht mangelt.
Jeremy, ich muss es ihm sagen. Jeremy!
Wir haben einen Brief vom König bekommen!
Wie sagt der Dichter?
Der Tod eines jeden Menschen verringert auch mich,
denn ich bin ein Teil der Menschheit.
Und für alle von uns, die ein Teil von ihr sind,
kann es für Hass nur eine Lösung geben...
genau betrachtet.
Was wäre, Febana,
wenn nach vielen Generationen
die Kinder eurer Kinder die Bedürfnisse meines Volkes noch immer nicht kennten?
Würden sie in das Land zurückkehren, aus dem ihr gekommen seid?
Oder würden sie dieses Land so innig lieben,
dass kein anderes Land ihre Heimat sein könnte?
Welche dieser ungeborenen Kinder würde man dann als Afrikaner bezeichnen?
Deine oder meine?
Can't find what you're looking for?
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