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DIE SCHWESTERN, DAS JAHR ACHTZEHN, TRÜBER MORGEN
ALEXEJ TOLSTOI DER LEIDENSWEG
DER LEIDENSWEG NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN
FOLGE 11
Nun, Daria Dmitrijewna?
Hatten Sie Zeit zu beten?
Jedenfalls haben Sie Glück.
Ich brauche Sie noch.
Setzen Sie sich.
Hörten Sie von dem Mord an dem Juwelier Olowjannikow?
Unsere Organisation wurde durch ihn finanziert.
Wir fanden heraus, wer ihn ausgeraubt, getötet und die Juwelen genommen hat.
Es war Ihr Freund...
...Mamont Dalski.
Damit habe ich nichts zu tun.
Ich weiß.
Aber Sie können sie uns zurückbringen.
Wie?
Wie...
...soll ich das machen?
Komische Frage von der schönen Frau, in die Mamont Dalski verliebt ist.
Schlafen Sie mit ihm. Verführen Sie ihn. Töten Sie ihn. Was immer nötig ist.
Aber wir müssen die Juwelen zurückhaben.
Das ist Ihre letzte Chance.
Sollten Sie versagen...
...gibt es keine Gnade.
Mein Bruder sagt vieles,
aber nie Wichtiges.
Wir reden nicht so über Liebe.
Ich brauche keine Liebe.
Es muss nur funktionieren
zwischen dir und Aljoscha.
Mein Mann und ich konnten nicht schwanger werden.
Ich bin unfruchtbar.
Und Aljoscha ist allein.
Er hat noch immer keine Kinder.
Wenn was passiert, gibt es niemanden mehr von uns,
als ob unsere Familie nie existiert hätte.
Warum findet er keine, die er mag?
Er könnte heiraten und Kinder bekommen.
-Was hat das mit mir zu tun? -Katja.
Bald wird es keine mehr wie dich geben.
Menschen wie du werden vergessen sein.
Findet ihr zueinander und bekommt ein Kind,
dann werden wir einfachen Menschen auch besser.
Und die ungewöhnlichen Menschen wie du sterben nicht für immer aus.
Und wir führen die Familie gemeinsam fort.
Matrjona, Liebes.
Das ist unmöglich.
Es ist absolut unmöglich.
Lauf!
Matrjona! Wir müssen schnell packen!
-Hol die Koffer! -Was?
Die Roten haben die Staniza eingenommen.
Sie laufen von Hof zu Hof und nehmen alles, was sie kriegen können.
Bald werden sie auch hierherkommen.
Sie sagten, ich hätte unter Machno gedient
und viel gestohlen.
Jetzt soll ich es mit den Kommunisten teilen!
-Hier, nimm die! -Da sind sie.
Wir packen unsere Sachen, beladen den Wagen und gehen weit weg von hier.
Wohin? Zu den Weißen?
Zur Hölle mit den Weißen und den Roten.
Wir schließen uns den Grünen an. Die gehorchen niemandem.
Warum stehst du da so rum?
Jekaterina Dmitrijewna, pack schnell deine Sachen.
Ich gehe nirgendwohin.
Wir füttern sie nicht, damit sie es mit einem anderen treibt.
Hey, meine Hübsche.
Wir waren immer noch nicht zusammen.
Bleib weg von mir!
Wage es nicht, mich anzufassen!
Wage es nicht! Lass los!
-Lass mich los! -Ljoscha!
-Lass mich los! -Ljoscha!
-Mach auf! -Bleib weg!
Mach die Tür auf! Was tust du da? Du Idiot, mach auf!
Bleib bloß weg von mir!
Was tust du da, du Idiot? Du sagtest doch, die Roten kommen!
Was soll das?
-Was soll... -Gut. Haltet die Klappen.
Gehen wir.
Die Edeldame kann hier verrotten.
Idiot.
Katja, dort in der Truhe ist Kleidung. Sie ist nicht luxuriös,
aber in gutem Zustand. Nimm dir, was du willst.
-Matrjona! -Ich komme!
Verzeih ihm, Katja.
Gott schütze dich, meine Liebe.
Schnell, Matrjona. Die Reiter sind schon fast hier.
Komm! Los!
Los!
Los...
Lauf! Die Roten sind uns auf den Fersen!
Schnappt ihn euch!
Wo ist der Hausherr?
Gegangen.
Mit dem Geld und den Juwelen?
Weiß ich nicht.
Wenn Sie was Wertvolles bei sich haben, geben Sie es mir.
Ich besitze nichts.
Und das in Ihrem Ohr?
Ein teurer Ohrring?
Geben Sie ihn mir.
Wo ist der Zweite?
Ich weiß nicht.
Eine interessante Frau sind Sie.
Sie wissen wohl gar nichts.
Wir schnappen Ihren Mann ja sowieso und dann erschießen wir ihn.
Er ist nicht mein Mann.
Das ist unwichtig.
Finden wir hier etwas Wertvolles, erschießen wir Sie auch.
Wegen Mittäterschaft.
Lauf!
Lauf! Los!
Du bist ein Idiot!
Du hast alles kaputtgemacht!
Jetzt müssen wir durch die Steppe ziehen, bis wir sterben.
Wir werden aussterben. Wir sind verflucht.
Halt den Mund, Weib! Schau nach hinten!
Holen Sie uns ein?
-Sie sind ganz nah! -Lauf!
Halt! Wir können nicht weiter. Hier beginnt das Gebiet der Grünen.
Lauf!
Verschwinden wir!
Lauf!
Haben wir sie abgehängt?
Warum antwortest du nicht?
Matrjona...
Matrjona!
Warte. Komm hoch. Steh auf. Hörst du mich?
Matrjona!
Dreckskerle!
Ich hasse euch alle!
Matrjona!
Matrjona, bitte stirb nicht...
Wo bleibt denn dein treuer Freund Mamont Dalski?
-Er ist zwei Stunden zu spät. -Klappe.
Ich halte die Klappe. Das ist alles, was ich tue. Wo sind unsere Juwelen?
Ich hätte fast mit meinem Körper dafür bezahlt.
Du hast mich dafür geschlagen.
Provozier mich nicht.
Lisa.
Rastorgujewa.
Habe dich nicht erkannt.
Du hast dich aber auch sehr verändert.
Bist erwachsen geworden.
Was machst du?
Ich diene Mamont Dalski.
Wie geht es ihm? Wo ist er?
Er wollte um sechs hier sein, ist aber nicht aufgetaucht.
Mochowajastraße.
-Was ist dort? -Ein Fünf-Sterne-Hotel.
Dort wohnt Daria Dmitrijewna.
Jetzt Telegina. Erinnerst du dich an sie?
Wie könnte ich sie vergessen?
Möchtest du tanzen?
Daria Dmitrijewna!
Ich muss dir etwas sagen.
Daria Dmitrijewna, mach auf.
Nur kurz. Ich gehe, sobald du mich darum bittest.
Daria Dmitrijewna, öffne die Tür.
-Hallo. -Hallo.
Ich habe eine volle Stunde auf dich gewartet.
Tut mir leid, aber ich muss es loswerden.
Ich verschwinde morgen früh nach Paris.
Es könnte die letzte Chance sein.
Wir müssen hier weg, solange es noch geht,
bevor sich die Tür schließt.
Daria Dmitrijewna...
...komm mit mir nach Paris.
Lach nicht. Ich meine es ernst.
-Du... -Komm rein.
Komm rein.
Ein Wunder!
Der erbärmliche Pilger betritt
die heiligen Hallen der wunderschönen Dame!
Oh, gebe es nur eine Chance auf Glück auf dieser bösartigen Erde!
Alles ist möglich auf dieser bösartigen Erde, Hr. Dalski.
Revolution, Kriege, Verrat, Betrug.
Die wunderschöne Dame lässt sich von dem erbärmlichen Pilger vielleicht erweichen.
-Habe ich richtig gehört? -Hast du.
Dascha...
Langsam. Zuerst sage ich dir, was als Nächstes passiert.
Dascha, das ist jetzt egal.
Falsch. Auf eine Nacht voller Liebe folgt ein düsterer Morgen.
Die wunderschöne Dame verschwindet
mit den Juwelen des erbärmlichen Pilgers.
Was für Juwelen sollte der Pilger besitzen?
Von dem ausgeraubten Juwelier Olowjannikow?
Was soll das heißen?
Denk nach.
Daria Dmitrijewna...
Hast du Verbindungen zu Sawinkows Organisation?
Leider ja.
Und ich brauche die Juwelen von dir, was es auch koste.
Verstehst du, was das bedeutet?
Wenn das wahr ist, warum erzählst du mir das?
Weil ich keine Diebin bin.
Und keine Mörderin.
Das ist das Problem.
Darum wollte ich dich nicht treffen...
...und du solltest nicht hier sein.
Dascha...
Dascha...
Hör mir zu.
Wenn du mitkommst, können wir bis zum Morgen in einem Zug sitzen.
In zwei Tagen sind wir in Paris und keiner kann uns aufhalten.
Dascha.
Du wirst hier mit deiner Aufrichtigkeit nicht überleben.
Ich kann nirgendwohin.
Ich schwöre, ich werde nicht versuchen, mit dir intim zu werden.
Selbst wenn ich dir glauben würde, für mich gibt es nichts in Paris.
Der einzige Ort, an dem ich jetzt sein will, ist Samara.
Meine Schwester und mein Vater sind dort. Ich will bei ihnen sein.
Ich helfe dir, dorthin zu kommen.
-Ich fürchte, das ist unmöglich. -Ist es nicht.
Begleite mich zu meinem Auto.
-Siehst du den Wagen? -Ja.
Er ist hier.
DONON HOTEL
Salye, gib mir den Handkoffer.
Das ist das, was deine Freunde wollen.
Gib ihnen die Juwelen und geh nach Samara.
Gibt er ihr unsere Juwelen?
Keine Widerrede, Daria. Nimm die Tasche und die Sache ist vom Tisch.
Ich kann nicht zulassen, dass du dieses Opfer für mich bringst.
Ich bin nicht arm.
Ich gehe nach Paris und werde dort gut leben.
Mein Leben hängt nicht von diesem Geld ab. Deines schon.
Nimm.
Wenn ich dir helfen kann,
ist das wohl das Beste, was ich je getan habe.
Nimm.
Danke.
Das wird nicht gut enden für sie.
Halt! Oder ich schieße!
Wir verschwinden.
Alles in Ordnung, Daria Dmitrijewna?
Ja, alles in Ordnung.
Wir müssen nachsehen, ob alles drin ist.
Was? Was ist da drin?
Kann ich jetzt nach Hause?
Später.
Ich sage Ihnen, wann.
Nehmen Sie das und gehen Sie in Ihr Zimmer. Sofort!
Ich komme.
Er wollte mich betrügen.
Mein treuer Freund, lebe wohl.
Wir sehen uns auf der anderen Seite.
Deine Freundin hat den Handkoffer. Du wirst ihn holen.
Egal wie.
Geh.
Los, schnell.
-Haben Sie den Angreifer gesehen? -Wie hätte ich ihn sehen sollen?
Er war viel zu weit weg, um etwas zu erkennen.
-Seine Kleidung? -Nein, auch nicht.
Er schoss von dort drüben, dann machte er kehrt und rannte weg.
Lisa?
Anton Arnoldow sagte, du wärst hier,
also dachte ich, ich besuche dich mal.
Ich wollte nach Iwan Iljitsch fragen. Wie geht es ihm?
Was macht er? Lebt er?
Er ist an der Front.
Schon wieder? Gegen wen kämpft er?
-Rote? Weiße? -Was interessiert es dich?
Willst du dein Glück noch mal versuchen?
Keinesfalls. Glück ist nichts für mich. Es ist für dich allein bestimmt,
Daria Dmitrijewna. Meines ist ein anderes Schicksal.
Wärst du 1914 nicht auf die Wassiljewski-Insel gekommen...
...nicht zu seiner Wohnung...
...wäre mein Leben anders verlaufen.
Ich hätte wenigstens eine Chance gehabt.
Aber da kamst du, und mein Leben fiel auseinander.
Warum erzählst du mir das?
Damit du weißt, dass das, was ich gleich tue, auch deine Schuld ist.
Schieß doch.
Wenn dein Schicksal dadurch besser wird.
Mein Schicksal wird durch nichts mehr besser.
Nichts kann es ändern.
Darum schieße ich auch nicht.
Ich nehme nur den Handkoffer.
-Warum brauchst du den? -Darum.
-Da sind meine Sachen... -Du lügst!
Ich weiß genau, was drin ist.
Auf Wiedersehen!
Herr, schütze mich!
Oh, Herr, schütze mich!
Wenn ich das verdiene,
Herr, schütze mich...
Gute Arbeit!
Meine rechte Hand!
Wir können uns freuen.
Wir gehen nach Paris.
Hättest du nicht reinsehen können?
Sie sagte, da wären ihre Sachen drin. Ich dachte, sie lügt.
Ich soll Ihnen das hier geben. Das ist das Geld.
Warum? Ich habe Geld.
Geht mich nichts an. Ich befolge nur Befehle.
Nehmen Sie es.
Ich soll Sie außerdem sofort hinausbringen.
Ist das Ihrer? Ich helfe Ihnen.
Daria Dmitrijewna, hier. Zum Hinterausgang.
Bitte schön.
Auf Wiedersehen.
Wir haben keine freien Zimmer mehr.
Ich muss zu Daria Dmitrijewna Telegina. Sieh wohnt hier.
-Ja, Zimmer 21. -Danke.
Aber keine Eile. Sie ist abgehauen.
Sie hat nicht mal das Zimmer bezahlt. Dabei sah sie so anständig aus.
Warum weinst du?
Vor Freude.
Alles an dir ist toll.
Außer dass du eine Frau bist.
-Was ist da drin? -Nichts.
Schönes Kleid.
Steht dir.
Oh, Gott. Immer zur falschen Zeit.
Was treibt diesen Dreckskerl hierher?
Semjon Semjonitsch, mein Freund.
-Hallo. -Bitte, komm rein.
-Hast du die Artillerie gehört? -Ja.
Die Tschechen. Sie werden Samara heute Nacht stürmen.
Das weiß ich aus zuverlässiger Quelle.
-Herr, was sollen wir tun? -Was...
-Die Initiative übernehmen. -Ok.
Wir hatten gerade ein geheimes Treffen und haben es entschieden. Zuerst...
-...müssen wir ihnen die Stirn bieten. -Genau.
Dann brauchen wir eine Gelddruckmaschine.
Ganz genau.
Und dann müssen wir Richtung Moskau
und eine verfassungsgebende Versammlung fordern.
-Rechtzeitig. -Ja, und am wichtigsten...
...wir bilden unsere eigene Regierung. Eine neue.
-Ok. -Und ich biete dir den Posten...
...des Gesundheitsministers an.
-Nimmst du an? -Semjon Semjonitsch.
Ich versichere, ich bin allzeit bereit, meinem Mutterland zu dienen.
Gut. Ich muss gehen. Sie werden bald angreifen.
-Ich bringe dich raus. -Nein, ich gehe allein.
Gut.
Sieh mal einer an. Minister?
Oh, Herr, Jesus Christus, Sohn Gottes...
...gesegnete Jungfrau Maria, Mutter Gottes,
beschützt mich. Habt Gnade mit mir, eurem sündigen Diener.
Gott, bitte leite mich...
Hallo, alter Mann. Ich suche Alexej Krasilnikow.
Ljoscha ist fort und bat mich, mich ums Haus zu kümmern,
aber Machnos Leute haben es niedergebrannt.
Kommt er zurück, tötet er mich, weil ich das Haus nicht gerettet habe.
-Und wo ist er? -Ich glaube, er fuhr zu
einem entfernten Hof zu seiner Schwester.
Er hat sonst niemanden.
-Zeigen Sie mir den Weg? -Warum nicht? Kommen Sie.
Von hier sind es 30 Minuten zu Fuß.
-Jakow Michailowitsch, wir gehen. -Geht schon mal. Ich hole euch ein.
Jekaterina Dmitrijewna.
Ich habe ein Angebot für Sie. Wir eröffnen eine Schule. Wir brauchen Lehrer.
Ich nehme an, Sie können lesen und schreiben?
Gut. Ich bringe Sie zur Staniza.
Krasilnikow war der Sanitäter meines Mannes. Daher kenne ich ihn.
Er rettete mich vor Machno.
Dann wollte er mich heiraten und hielt mich hier gegen meinen Willen fest.
Moment. Und wer war Ihr Ehemann?
-Roschtschin, Wadim Petrowitsch. -Ein Offizier der Weißen.
-Das spielt keine Rolle mehr. Er ist tot. -Er starb also im Kampf gegen die Roten.
Verdammt! Wovon reden Sie? Mein Mann ist tot.
Welche Rolle spielt es noch, gegen wen er kämpfte?
Dort sind ein paar Männer. Sehen Sie sie?
Heutzutage laufen alle möglichen Menschen durch die Steppe.
Banditen und alle möglichen Typen.
Sie erzählen all diesen Unsinn, weil Ihr Mann es ihnen beibrachte.
Und Sie sind unschuldig, weil Sie nur eine Frau sind.
-Nur eine Frau... -Genau.
Ist jemand zu Hause?
Bitte sehr. Hier werden Sie leben.
-Ist das Ihr Haus? -Nein.
-Wem gehört es? -Niemandem.
Es ist jetzt Ihres.
Leben Sie sich ein. Ich sage meiner Frau, sie soll Ihnen was zu Essen bringen.
-Hier, etwas zu essen für Sie. -Danke.
-Warum haben Sie das genommen? -Tut mir leid. Ich hab nur gelinst.
Ich bringe die Truhe weg. Sie sollte nicht hier sein.
Wer sind die? Leben die hier?
Das taten sie. Aber sie wollten nicht teilen
-und akzeptierten das neue Regime nicht. -Was ist mit ihnen passiert?
Das weiß niemand. Essen Sie.
SASCHA, MASCHA, GLASCHA, WANISCHA
-Papa! -Daschka!
Dascha!
Du bist es! Oh, Gott! Wie schön!
Warum hast du kein Telegramm oder einen Brief geschickt?
Tut mir leid!
-Und dein Gepäck? -Warum ist es zu? Wo ist Katja?
-Wo sind deine Sachen? -Unwichtig. Wo ist Katja?
-Katja ging vor langer Zeit fort. -Wohin?
Woher soll ich das wissen?
Sie ist erwachsen, unabhängig und hat einen neuen Ehemann.
Und wer bin ich schon? Warum sollte sie mir sagen, wo sie hingeht und warum?
-Ach, lass das. -Setz dich.
Ich bin ein alter Dummkopf.
Ein alter Dummkopf. Mehr nicht.
Aber du bist da und hast mir den Tag versüßt.
Obwohl ich ein Dummkopf bin...
...schaffe ich es noch, die Position...
...des Gesundheitsministers der Regierung zu bekommen.
-Du könntest mir gratulieren. -Ich gratuliere.
Dascha...
Dascha...
Wo ist Dascha?
Ich weiß nicht wer oder wo Dascha ist.
Komm. Steh auf.
Trink. Schön langsam.
Man muss trinken hier draußen.
Sonst verglüht man in der Sonne. Langsam.
-Wo wolltest du hin? -Ich wollte den Bahnhof erreichen.
Und dann irgendwie nach Sankt Petersburg kommen.
Nach... Hause gehen.
Dascha, Liebes, unser Vater unterstützt die neuen Machthaber
und hat Wadim und mich rausgeworfen.
Wenn ich weiß, wohin wir gehen, schreibe ich dir.
Ich lasse den Brief hier, falls du herkommst.
-Pass auf dich auf, Liebes. -Papa!
-Papa? -Ja, Dascha.
-Papa, was ist das? -Was denn, Schatz?
Hast du Katja rausgeworfen?
-Was sagst du da? -Hier ist ein Brief. Lies ihn.
Die neuen Machthaber unterstützen. So ein Unsinn.
-Völliger Unsinn. -Ich rede jetzt nicht von dir!
-Hast du Katja und Wadim rausgeworfen? -Ich tolerierte ihn aus Verzweiflung,
aber den Bolschewiki dienen? Dass ich nicht lache. Das musst du verstehen.
Ich und die Bolschewiki. Lächerlich.
Ich bin ein ehrenwerter Mann.
Außerdem kennst du deine Schwester. Hör auf, das zu lesen.
Immer mit allem unzufrieden und im Konflikt mit der ganzen Welt.
Und ihr Ehemann ist nur ein egozentrischer Truthahn.
Es gefiel ihnen nicht in Samara.
Ja, meine Liebe, sie sind weggegangen. Was habe ich damit zu tun?
Tatsächlich ist das ziemlich lächerlich.
Ein kompletter Familienstreit. Warum reden wir jetzt darüber?
Sieh dir an, was heutzutage los ist.
Historische Ereignisse!
Wir haben die roten Drecksäcke endlich besiegt.
Wir bauen ein großartiges neues Russland auf...
Papa, hörst du dich eigentlich reden?
Warum müssen alle Roten Drecksäcke sein?
Bitte nicht.
Du weißt nichts darüber!
-Ich weiß nichts? -Ja!
Mein Mann ist ein roter Feldherr.
Ich sagte, mein Mann ist ein roter Feldherr.
Sei still. Gut. Wenn du verrückt nach einem roten Feldherrn bist,
deine Sache. Nur zu!
Aber behalt das für dich.
Hörst du?
Verrate mich ja nicht. Ich bin ein Mann der Regierung.
Ich gehe heute Abend zu einer Sitzung der neuen Regierung.
-Hörst du? -Geh, Papa.
-Hörst du? -Geh zu deiner Sitzung, Papa.
Woher hat sie das nur?
Dummes Ding!
Das hat sie von ihrer Mutter.
Dascha, Schatz, trinkst du einen Tee mit mir?
Wer bist du?
-Iwan. -Hast du Tabak dabei, Iwan?
-Wir hatten lang keinen mehr. -Hab ich.
Toll. Komm näher ans Feuer, Genosse.
-Hier. -Danke.
Setz dich.
Du bist ganz schön mutig, allein hier herumzulaufen.
Eine Bande Grüner treibt sich hier rum und tötet jeden.
Einer von ihnen ist besonders skrupellos. Ljoscha Krasilnikow.
Lass mich meine anzünden. Er ist total brutal.
Krasilnikow, sagst du?
-Der diente doch Machno. -Ja, genau der.
Ich weiß nicht, warum er bei den Grünen ist, aber er ist ein Tier.
Wir müssen nach Chubarowka. Dort ist die 10. Armee.
Um die Grünen kümmern wir uns später.
Wisst ihr was? Ich komme mit euch.
Je mehr, desto besser.
Fast vergessen.
Willst du Kartoffeln?
Du hast sicher Hunger.
Dmitri Stepanowitsch.
Dmitri Stepanowitsch, guten Abend.
Wir kennen uns noch nicht.
Ich bin Iwan Iljitsch Telegin, der Ehemann Ihrer Tochter.
Dascha.
Ich habe viel von Ihnen gehört. Freut mich. Wie kann ich helfen?
Ich habe in Samara zu tun. Ist sie da?
-Sie ist weg. -Und wo ist sie?
Ich erhielt vor ein paar Tagen einen Brief von ihr.
-Ich kann ihn Ihnen zeigen. -Ich wäre sehr dankbar.
In Ordnung.
Warum stehen Sie da rum? Kommen Sie rein.
Kommen Sie rein.
Setzen Sie sich. Fühlen Sie sich wie zu Hause. Ich hole...
...den Brief. Er ist irgendwo in meinem Arbeitszimmer.
-Nehmen Sie sich etwas Limonade. -Nein, danke.
Ja, ja, ja.
Fräulein, stellen Sie mich in Gowjadins Büro durch.
Ja, ja.
Schnell.
Soldat, stellen Sie sich vor.
Natürlich.
Hauptmann Roschtschin, hier sind meine Papiere.
Ich hatte das Vergnügen, Wadim Petrowitsch Roschtschin persönlich
kennenzulernen, also packen Sie das weg.
Bitte folgen Sie uns zu einer freundlichen Unterhaltung.
Waffen auf den Tisch! Oder ich jage hier alles in die Luft!
Ich sagte, auf den Tisch!
Sofort!
Iwan!
Dascha!
-Halt! -Keine Bewegung!
Dascha.
Schnappt ihn.
Durchs Haus, meine Herren.
Das geht schneller.
Meine Herren, seien Sie bitte leise!
Lauf. Da ist eine Tür, die aufs Dach führt. Was...
Ich liebe dich.
Ich sterbe, wenn dir was zustößt... Lauf!
Wohin schicke ich meine Briefe?
-Staniza Chubarowka. -Schnell! Lauf!
-Geschafft! -Direkt nach oben.
Ich schnappe ihn und foltere ihn. Zerteile, verbrenne und zerreiße ihn.
Ich hoffe, Sie sterben so bald wie möglich.
Was sagst du da, Daria?
Zu spät, ihr Manieren beizubringen, Hr. Bulawin.
-Holen Sie lieber Hilfe. -Ja, natürlich.
-Fräulein... -Papa, nein, nicht...
-Mit den Bolschewiki zusammentun! -Papa, hör auf.
Schande. Raus hier!
Halt!
Ich schnappe ihn hier unten.
Halt!
Stopp!
Fräulein, geben Sie mir sofort die Polizei.
-Papa! -Glaubst du, er ist deinetwegen hier?
Idiotin! Er ist hier, um rauszufinden, wer die Regierungsmitglieder sind!
Papa, sieh mich an. Ich bin es, Dascha, deine Tochter.
Und du bist mein Vater. Das ist wichtiger als deine Regierung,
wichtiger als die politischen Ansichten meines Mannes.
Nein! Niemals!
In der heutigen Zeit ist Blutsverwandtschaft
nichts im Vergleich zu ideologischen Verbindungen.
Blutsverwandtschaft wird der Tod Russlands sein,
aber gemeinsame Ideologien werden es retten!
Dann bin ich eine Waise!
Schön, dass du dich endlich entschieden hast!
Waise... Ich bin so...
Verdammt!
Was soll ich tun?
Holt ihn raus!
Genosse Jakow.
Schön, dich zu sehen.
Wie gefallen dir meine Sachen? Stecken sie dir schon im Hals?
Tischka, schaff sie weg!
Kommt mit. Nicht schreien. Verstanden?
Kommt.
-Wo ist mein Mädchen? Jekaterina? -Sie ist gegangen...
-Du lügst. -Nein, wenn ich es doch sage.
Sie sollte in der Staniza als Lehrerin arbeiten.
Sie lief weg. Ich sage die Wahrheit.
Steh auf.
-Das tut weh. -Still.
Hast du Angst?
-Angst vor dem Tod? -Tu den Kindern nichts.
Nicht die Kinder.
-Nein. -Verschone die Kinder...
Du hast meine Schwester getötet.
Also wird deine Familie auch nicht verschont.
Jascha!
Jascha!
Antip, kümmere dich um die Kinder.
Ich liebe Krieg.
-Das ist Männersache. -Wohin willst du?
Aufsteigen!
-Was gefunden? -Nichts, außer dem hier.
Jekaterina Dmitrijewna.
Ich will dich finden und mich rächen.
Wir sollten gehen, falls die Roten kommen.
Lass sie nur kommen.
Wir warten in der Hütte im Wald.
Warum die Kinder?
Das sind keine Kinder. Es sind kleine Juden.
Untertitel von Claudia Hager-Smolka
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