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Original subtitles

SCHWESTERN, DAS JAHR 1918 DER DÜSTERE MORGEN

ALEXEJ TOLSTOI DER LEIDENSWEG

DER LEIDENSWEG NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN

FOLGE 10

Wie geht's Dascha? Geht es ihr besser?

Als ich fortging, war sie krank. Sehr krank.

Ich weiß nichts mehr über sie. Sie schreibt nicht und verbat es mir auch.

Katja und ich trennten uns auch nicht im Guten.

Jetzt ist sie Gefangene von Machnos Soldaten.

Brauchst du Hilfe?

Nein, ich mach das schon.

Das wird nicht leicht für dich.

Er ist neuerdings auf unserer Seite.

Dann werde ich einer von euch.

Ob ich Soldat der Roten oder Weißen Armee bin, ist mir egal.

Ich will einfach nur Katja finden.

Ich bin natürlich ein russischer Offizier und muss es nicht beurteilen.

Kämpfe ich für Russland? Ja.

Aber mit wem?

Mit einem Deutschen oder Franzosen?

Ich kämpfe mit einem anderen Russen.

Zum Beispiel mit dir.

Und ich kämpfe mit dir.

Und auch für Russland.

Aber für ein anderes Russland.

Nein, es gibt nur ein Russland,

es kann kein anderes geben.

Aber wir reißen es auseinander.

Dann muss jemand zuerst aufhören.

Aber wer?

-Der, der es mehr schätzt. -Wer schätzt es mehr...

Ich frage nicht, warum du hier bist.

Aber sei vorsichtig, die Weißen sind überall.

Bis zur Wolga runter.

Und was ist mit Samara?

Dort ist die Rote Armee, aber nicht mehr lange.

Lebe wohl!

Warte.

Nimm das.

-Was ist das? -Mandate.

Zeig das Vater. Er rührt unsere Leute nicht an.

Danke, aber ich will den Gefallen zuerst erwidern.

Hier.

Na dann viel Glück, Herr Roschin.

Viel Glück, Genosse Telegin.

"Der Tod im Kampf macht mir keine Angst, wir geben unsere Leben für unsere Macht."

Wissen Sie, von wem das ist? Bessonow.

-Er starb wohl. -Er lebt und schreibt so einen Mist.

-Lesen Sie es selbst. -Nein, danke.

Ich habe es verstanden.

Wozu steht hier ein Maschinengewehr?

Das ist unser kleiner Maxim, unser Exot.

Mamont Dalski mag Exoten.

Prost! Auf die Damen!

Vielen Dank!

Danke! Prost!

Prost!

Ich stelle Sie vor. Mamont Dalski.

Ein großartiger Künstler und...

Setzen Sie sich.

-Wo ist dein Pferd? -Wo ist das Pferd?

-Wein? -Nein, danke.

Wir bringen dich auf deinen Pferden rum.

Der Wein ist aus.

Bringen Sie uns bitte Wein.

Selbst wenn er keinen Wein findet,

deine Augen machen einen betrunken.

Keine Sorge.

Ich entstelle deine Jugend nicht mit meiner Liebe.

Ich bin ein freier Mensch.

Und freie Menschen lieben nicht.

Und verlangen keine Liebe.

Am Tage und in der Nacht Verliert das Herz süße Liebkosungen

Am Tage und in der Nacht Dreht sich einem der Kopf

Am Tage und in der Nacht Wie ein aufregendes Märchen

Höre ich deine Worte

Nur einmal im Leben gibt es eine Begegnung

Nur einmal reißt der Schicksalsfaden

Nur einmal in der kalten Herbstnacht

Will ich so sehr lieben

Bravo!

Es ist überragend!

Ich befreie dich von allen Sorgen und täglichen Nöten,

und gebe dir ein Feuerwerk der Leidenschaft.

Ich gebe dir alles, was du zwischen zwei Umarmungen sagst.

Frag jetzt, sonst ist es zu spät.

Sag mir, was du willst.

Ich möchte zurück ins Hotel und mich hinlegen,

weil ich sehr müde bin.

Ich begleite Sie raus, Daria Dmitrijewna.

Wir schaffen es ohne dich, mein Freund.

Ich begleite dich selbst.

Sag mir schon, was du willst.

-Nichts. -Das gibt es nicht!

Doch.

Du bist ein stures Mädchen.

Das gefällt mir.

-Vielen Dank. Gute Nacht! -Woher kommt das?

Ich wohne hier.

Das ist nicht der richtige Ort für eine so umwerfende Frau.

Es ist einfach ein Schlafplatz, mehr nicht.

-Dann bringe ich dich ins Bett. -Das ist ausgeschlossen.

Ich akzeptiere diese Antwort nicht.

Entschuldigen Sie, aber es gibt keine andere.

-Du... -Ich bitte Sie.

Duzen Sie mich nicht.

Daria Dmitrijewna!

Lassen Sie uns morgen zu Abend essen.

Morgen ist Mittwoch. Ich kann nicht. Ich habe ein wichtiges Treffen.

Dann am Donnerstag?

Vielleicht.

Am Donnerstag warte ich auf Sie. Genau hier.

HOTEL DONON

Weiß der Himmel, was das ist.

Ja, Agafia.

Übrigens.

Du hast die Robe behalten und nicht verkauft.

Wer soll sie kaufen, Herr?

In den heutigen Zeiten.

Ja, du hast recht.

Genosse Bessonow, der Wohnungsausschuss jagte uns aus unserer Wohnung.

Was?

Aus eurer Wohnung?

Ich dachte, es wäre meine.

Oh, gütiger Himmel!

Natürlich ist es Ihre Wohnung,

aber ich...

...lebe schon mein halbes Leben hier.

Bitte lassen Sie mir mein kleines Zimmer.

Ich verspreche, dass wir Sie nicht stören.

Genosse Bessonow.

-In Gottes Namen! -Es gibt keinen Gott, Genossin Agafia.

Er starb vor einem Jahr, nicht gehört?

Schließ die Tür fest zu.

Lenin...

Marx...

Der Wille der Partei...

Der Wille der Partei...

Der Wille...

...der Partei.

Oh, ich ertrinke, ertrinke

Ich bat, nach Hause gehen zu dürfen

Aber er ließ mich nicht

Ich bat, nach Hause gehen zu dürfen

Aber er ließ mich nicht

Halt den Mund.

Halt den Mund.

Halt den Mund!

Aber du ließt mich nicht, zu dir gehen

Ich bat, nach Hause gehen zu dürfen

Aber du...

Ich bat

Aber er...

Ich kann Ihnen für die Brosche 20 Gold-Tscherwonzen

oder 40 Banknoten geben. Entscheiden Sie sich!

Wer braucht jetzt diese Banknoten? Geben Sie mir Tscherwonzen.

-Wollen Sie etwas pfänden? -Ja.

Geld, Juwelen.

Jede Frau würde das wollen. Zum Beispiel meine Frau.

Aber sie würde keine Waffe auf mich richten,

um ihren schönen Traum zu erfüllen.

Halten Sie den Mund!

Verschwinden Sie von hier!

Sonst rufe ich die Wachleute.

Die versteckten sich hinter dem Ofen.

Die Wachleute ruhen sich aus.

Vielleicht wird die junge Dame nicht schießen, ich werde es aber tun.

Glauben Sie mir?

Habe ich eine Wahl?

Heute habe ich von Spinnweben geträumt.

Sofa sagte, dass es Ruin bedeute.

Sofa liegt nie falsch.

Das ist alles?

Sie sehen es selbst, Genosse.

Zum Töten gibt es keinen Grund.

Du hast doch von Spinnweben geträumt, oder?

War da auch eine Spinne?

Nein.

Na, dann lebe weiter.

Mach Sofa glücklich.

Die Menschen sind verarmt.

PFANDLEIHGESCHÄFT

-Es ist Zeit zu gehen. -Nach Paris?

Wir können uns Paris nicht leisten.

Aber wir haben so viel Geld.

Das Geld reicht nur, um in Schmerynka zu leben.

Für Paris braucht es andere Investitionen.

Lass uns nach Moskau gehen.

Nur dort können wir großes Geld machen.

Und dann nach Paris?

Natürlich, machen wir.

Lass uns nach Paris fahren.

Ich bin bereit, alles dafür zu tun.

Aber zuerst nach Moskau.

Dort sehen wir, wozu du bereit bist.

Ja.

-In die neue Hauptstadt. -Genau.

Dann nach Paris. Lass uns packen.

-Ihr wolltet mich sehen? -Auf jeden Fall!

Wo bist du gewesen?

Ich spazierte durch die Steppe.

Die Steppe ist nicht zum Spazieren gehen.

Wofür ist sie dann gut?

Zum Leben.

-Und pflügen. -Genau.

Pflügen und leben.

Egal, setz dich. Wir wollen zu Mittag essen.

Danke, aber ich bin nicht hungrig.

Hungrig, nicht hungrig. Es ist Zeit fürs Mittagessen.

Nächstes Mal deckt keiner für dich.

Dann macht das nicht.

Ich bitte nicht darum.

Guten Appetit, Alexej Iwanowitsch.

Warte.

Komm her und setz dich.

Iss dein Mittagessen.

Warum bist du so wütend, meine Liebe?

Du hast für dich keinen Platz gefunden.

Akzeptiere es einfach.

Dein Mann ist gestorben. Was also jetzt?

Als Witwe müssen wir Frieden finden.

Ich bin keine Witwe, ich bin verheiratet.

Mein Mann ist jetzt nicht hier. Aber das bedeutet gar nichts.

Ich habe ihn nicht begraben. Ich sah seine Leiche nicht.

Ich habe meinen auch nicht begraben.

Er ist irgendwo in Volynshchyna verschwunden,

aber ich weiß nicht, wie und wo sein Grab ist.

Sei netter zu Aljoscha.

Du siehst, wie er an dir festhält.

Ja, er ist nicht von hoher Abstammung.

Aber es ist besser, als allein zu leben.

Ich liebe meinen Mann.

Aber deinen Bruder nicht.

Es ist Krieg und überall Hunger.

Wir müssen überleben, aber du denkst nur an Liebe.

Aljoscha hat Geld. Wir kaufen uns auf dem Markt eine Kuh und Gänse.

Wir füttern ein Schwein an. Wir werden überleben.

Und dann...

...kommt die Liebe mit Gewohnheit.

Ok?

Warte es ab.

Los!

Das war's, Euer Ehrenwerter. Es ist gefährlich, weiterzugehen.

Machnos Soldaten sind überall. Sie werden mich töten.

Danke, Bruder!

Euer Ehrenwerter, auch Sie werden sie töten.

Bitte schön.

Darf es noch etwas sein?

Mein Lieber.

-Ich höre. -Tee und Kekse, bitte.

Nur einen Moment.

Benimm dich.

Nikolja, beruhige dich.

Man informierte mich, dass Mamont Dalski

Sie bis ins Hotel begleitet habe.

-Werde ich überwacht? -Ganz und gar nicht, Daria Dmitrijewna.

Sie werden bloß beschützt.

Sie sind sehr wertvoll für uns.

Übrigens haben wir nichts gegen das Werben von Mamont Dalski.

Endlich, Liebling.

-Bedienen Sie sich, Daria Dmitrijewna. -Eure Bestellung.

-Mademoiselle. -Danke.

Kommen wir zurück zum Geschäft.

Kennen Sie diese Person?

Denken Sie daran...

...er ist der Antichrist.

Das schlimmste Böse und eine Gefahr nicht bloß für Russland,

sondern für die gesamte Menschheit.

Warum erzählen Sie es mir?

Damit Sie Bescheid wissen.

Er ist ein deutscher Agent,

und das ist der geniale deutsche Plan.

Sie wollen unser Land, von innen untergraben.

Aber wir werden Russland zurückbringen.

Aber dafür müssen wir...

...diese Person loswerden.

Soll ich ihn etwa umbringen?

Genau.

Bitte, trinken Sie Ihren Tee.

Das ist nicht so gut.

Zuerst muss der Finger auf der Sicherung sein,

um ungeplante Schüsse zu vermeiden.

Treten Sie mit rechts einen halben Schritt vor.

Drehen Sie Ihren Körper teilweise zur Seite.

Heben Sie leicht die Hand, sodass Ihr Handgelenk auf Kinnhöhe ist.

Hier ist das Fadenkreuz, hier das Visier.

Richten Sie es so aus, dass das Fadenkreuz in der Mitte des Visiers

und auf gleicher Höhe ist. Verstanden?

Los, schießen Sie.

Ja, es ist laut, unangenehm

und angsteinflößend, aber Sie müssen schießen.

Daria Dmitrijewna, schießen Sie nicht bloß,

sondern treffen Sie genau und sofort.

Nur Sie können den Krieg und das Chaos beenden.

Atmen Sie ein,

atmen Sie ruhig aus.

Drücken Sie den Abzug in einer sanften Bewegung...

Komm schon!

Verschwinden wir von hier...

Gehen wir spazieren...

Ich will Ordnung.

Warum brauchst du Ordnung im Hotel?

Es muss zumindest irgendwo Ordnung sein.

Seit wann hast du eine Leidenschaft für Ordnung?

Seit Kurzem.

Wenn es früher aufgetreten wäre, wäre ich nicht hier.

Das ist interessant...

Und wo wärst du gewesen?

Und viel wichtiger, mit wem?

Öffnen Sie die Tür!

Überprüfung der Dokumente!

Einen Moment, ich bin nicht angezogen!

Den Revolver!

Machen Sie schnell auf!

Öffnen Sie die Tür!

Das ist eine Dokumentenüberprüfung.

Madame...

...haben Sie Geld oder andere Wertgegenstände?

Woher? Mein Mann ist Invalide,

ich bin Krankenschwester und habe keine Arbeit.

-Heilige! -Ruhig!

Ruhig! Hände nach oben! Tu, was ich sage!

Ruhig! Hände nach oben! Tu, was ich sage!

Mamont?

Mamont Dalski?

Arkaschka! Was für ein Aufeinandertreffen.

Arkasch!

Arkaschka!

-Wo hast du deine Hand verloren? -An der Front.

Und was ist jetzt mit Billard?

-Du hast gut gespielt. -Nun, das ist egal,

ich habe einen Revolver und eine Hand zum Halten. Das genügt.

Und was meine rechte Hand angeht, hier ist sie.

Meine rechte Hand.

Meine Frau, sozusagen.

Sehr angenehm.

Wir sind hier fertig. Überprüft die Nebenzimmer.

Was machst du in Moskau?

-Das gleiche wie du. -Gut!

Wir enteignen Wertgegenstände.

Gesetzlich für das übergeordnete Wohl der Revolution.

Besorgte Bürger wollen ihre eigenen Güter nicht hergeben.

Lisa, was habe ich dir gesagt?

Das Wichtigste ist der Maßstab.

Mein Freund,

wollen wir unser Aufeinandertreffen feiern?

Ich habe nichts dagegen. Räum hier währenddessen die Unordnung auf.

Und gib mir meine Anzugjacke.

-Was möchten Sie bestellen? -Ich suche aus.

Bringen Sie uns Wein, Wodka und Häppchen.

-Was genau? -Alles, was Sie haben.

Und schnell, Schätzchen.

Warum bist du heute so großzügig?

Nun, ich habe ein paar Erträge,

nicht wie deine, aber immer noch welche.

Man muss Leute zusammenbringen, um groß auszurauben.

Ich mochte Fürst Kropotkin schon immer.

Pjotr Alexejewitsch.

Kommunismus ohne Macht,

das müssen wir erreichen.

Deswegen entschied ich, Anarchist zu werden.

Außerdem sind wir Teil der Regierung.

Folglich

sind unsere ganzen Durchsuchungen legal.

Du Teufelskerl!

Ich bin neidisch.

Schließ dich uns an, Arkasch!

Ich bin bereits ein Anarchist.

Ok.

Wie kommst du mit deiner Hand zurecht?

Wir haben das zusammen mit Lisa geklärt.

Ich finde einen passenden Mann.

Sie lockt ihn, dann fange ich ihn.

Das war's.

Du verkaufst deine Frau?

Ich schätze schon...

Arkasch, du warst immer schon...

Die Grenze wird nie überschritten.

Ich komme immer pünktlich.

Weißt du, wer das ist?

Der Juwelier Olowjannikow mit zwei Wachleuten.

Mein Gefühl sagt mir, dass in seiner Tasche etwas Interessantes ist.

Er kann nicht gehen.

Es sind zwei Leute bei ihm. Und wie viele draußen?

Was machen wir, wenn sie das Feuer eröffnen?

Wir brauchen einen anderen Weg.

Nun, Lisa?

Lisa.

Los.

Das Leben ist bloß eine Farce...

-Mamont Dalski! -Oh, Arkaschka...

Nun...

...legen wir los.

-Ja, aber... -Was?

-Ich schlafe nicht fürs Geld mit Ihnen. -Was willst du dann, Süße?

Tscherwonzen? Teurer Geschmack.

-Ich möchte einen Ring. -Einen Ring?

Zumindest einen vergoldeten.

Um Himmels willen, ok!

Ich besorge dir einen Ring.

Zeigen Sie mir den zuerst.

Warte, zeig mir deinen Finger.

Los, mach es dir gemütlich, sitz nicht rum.

Hier, such dir was aus.

Nicht rumtrödeln, such einen aus.

Für Sie leicht gesagt, aber ich sollte nicht aufs falsche Pferd setzen.

Welcher ist der Teuerste?

Der Teuerste?

Hier.

Lügen Sie auch nicht?

Wenn du mir nicht glaubst, nimm einen anderen.

Um Himmels willen.

Ich nehme den, er ist schön.

Was machen Sie da?

Hören Sie auf!

-Aufhören! -Hör auf, zu treten!

Du kamst, hast einen Ring bekommen.

Jetzt lieg still.

Aufhören!

Verzeihung, könnten Sie mir...?

Lassen Sie mich los! Tun Sie mir nicht weh! Nein!

-Wer seid ihr? -Der Schlüssel zum Safe!

Schnell!

Ich sterbe, bevor ich das zulasse.

Ich weiß, wo der Schlüssel ist.

Wo?

Das ist der Schlüssel.

-Der Safe ist irgendwo in dem Raum. -Du Schlampe!

Ihr könnt euch nicht mal vorstellen,

wer meine Beschützer sind.

Ihr werdet eine schwere Zeit haben.

Danke für die Vorwarnung.

Was für ein Vermögen!

Das stimmt.

Was ist los?

Sawinkows... verstorbener Mann.

Wir müssen sofort gehen.

Wir müssen die Steine verkaufen. Umgehend!

-Kannst du es? -Ich mache es morgen.

-Mir gehören zwei Drittel. -Natürlich.

Ihr seid zu zweit, aber ich alleine.

Wir treffen uns morgen im Metropole um 18 Uhr.

Arkasch?

Hast du dich ihm hingegeben? Hast du mit ihm geschlafen?

-Nicht wirklich. -Du hast geschrien, wohl aus Freude.

-Ich kämpfte mit ihm. -Lüg mich nicht an!

Du verrottest in der Hölle!

Was starrst du an?

Komm, weiter.

Beeil dich! Wir verschwinden.

Für die Überprüfung vorbereiten!

Waffen!

Ja, wir haben sie.

-Dokumente bereithalten, falls vorhanden. -Und wer keine hat?

Der bekommt ein separates Gespräch. Sergej, überprüfen!

Alles klar!

Zeigt mir eure Papiere.

-Wohin wollen Sie, Kapitän? -In den Urlaub, zu meiner Frau in Samara.

Eine lange Reise.

Es heißt, dass Samara von der Roten Armee besetzt sei.

Ich weiß, aber es gibt Hinweise,

dass das Blatt sich zum Zeitpunkt meiner Ankunft wendet.

Gute Reise, Herr Roschin.

-Ok, Sie dürfen gehen. -Viel Glück!

-Sergej, hast du geprüft? -Ja.

Fahren Sie.

Und wer bist du?

Weißer?

-Nein. -Wer dann?

Ich bin Iwan Iljitsch Telegin,

ein Befehlshaber bei der Roten Armee.

Du siehst wie ein Soldat

der Weißen Armee aus.

So ist es, Weißer.

Ich frage dich zum zehnten Mal!

Wer bist du? Ein Soldat der Weißen Armee?

-Nein. -Wer bist du dann?

-Ein Befehlshaber der Roten Armee. -Vater, er ist wie ein Papagei.

Warum machst du immer dasselbe?

Du bist selbst ein Papagei.

Du zwielichtige Figur!

Hast du nach seinen Papieren gefragt?

Vater, guck dir seine Körperhaltung an.

Ich sage es dir, er ist ein weißer Offizier!

Und Dokumente?

Jeder kann jetzt Dokumente fälschen.

Nestor Iwanowitsch, ich hab ein Mandat von Genosse Saposchnikow.

Persönlich von Saposchnikow?

In meiner Jacke. Befehlen Sie ihm nachzusehen.

Also gut.

Binde ihn los und lass ihn sich waschen.

-Vater, trau ihm nicht... -Halt die Klappe!

Ich kenne seine Unterschrift und seinen Stempel wie meine Westentasche.

Jekaterina Dmitrijewna, wir sammeln das Heu auf.

Du bleibst auf dem Hof, also mach hier sauber.

-Los, sitz hier nicht rum! -Es ist dort sauber.

Keine Sorge, Katja.

Bestreite das nicht, Matrjona.

Und du, red keinen Blödsinn.

"Sitz nicht rum", "mach hier sauber".

Ihr seid noch nicht verheiratet, aber du gibst ihr schon Befehle?

Na, und?

Sie ist bloß wie die anderen Weiber.

Sie war vielleicht eine Edeldame. Aber die Zeiten ändern sich.

Sie wird sich daran gewöhnen.

Sie ist anders, siehst du das nicht?

Uns beide hat Gott in Eile aus Lehm und Steppengras geformt.

Wenn wir sterben, bedauert uns keiner.

Es gibt viele Menschen wie uns.

Gott gab sich sehr viel Mühe, als er sie erschuf.

Er flüsterte heilige Wörter.

Deswegen ist sie jetzt so besonders.

Sie ist nicht wie andere Menschen.

Du bist dumm, Matrjona.

Geh!

Geh!

Ich sagte, geh!

Geh!

Also, Iwan Iljitsch Telegin,

weswegen bist du hier!

Ich suche meine Frau.

Diese hier?

Sie? Wo ist sie?

Sie war mit dem Zug nach Jekaterinoslaw unterwegs.

Der wurde von deinen Jungs angegriffen.

Ich erinnere mich an sie.

-Wo ist sie jetzt? -Keine Sorge.

Niemand tötete oder verletzte sie.

Sie lief mit Aljoscha Krasilnikow davon.

Zu seinem Gehöft.

Also bist du zu spät, Ehemann.

Da hat deine Frau gut abgeschnitten.

Essen wir etwas.

Aljoscha!

Es zieht wohl ein Sturm auf, gehen wir nach Hause!

Der Wind ist ganz schön stark.

Ja, das ist er.

Gehen wir nach Hause, Schwester.

Bevor wir Probleme kriegen.

Gehen wir!

Jekaterina Dmitrijewna, wo bist du?

-Katja! -Sieh in der Scheune nach!

Jekaterina Dmitrijewna!

Du solltest sie nicht so behandeln sollst. Sie lief davon!

Jekaterina Dmitrijewna! Katja!

Was hast du getan?

Du hättest sterben können!

Das ist mir egal!

Aber mir nicht!

-Dann geht es dir besser. -Matrjona, geh raus.

Katja und ich müssen reden.

Geh, los.

Jekaterina Dmitrijewna...

Ich habe mich dir...

...geöffnet!

Warum wolltest du vor mir weglaufen?

Ich lief nicht vor Ihnen weg, Alexej Iwanowitsch.

Ich lief zu mir weg.

Nun, ja...

Sie stammen aus einer Adelsfamilie,

während meine Familie arm war...

Aber, Katja...

Liebe Jekaterina Dmitrijewna,

unsere Wege haben sich nicht ohne Grund gekreuzt.

Ich hatte ernste Absichten.

Ich wollte heiraten, Kinder bekommen...

Ich will weder heiraten noch Kinder bekommen.

Verzeihen Sie, dass ich ehrlich bin, Alexej Iwanowitsch.

Verzeihen Sie.

Verzeihen Sie mir.

Wir werden im Herbst trotzdem heiraten.

Wir beide haben keine Wahl.

Sehen wir es als Antrag an.

Geehrte Frau Telegina,

jemand brachte Ihnen Blumen.

Sie sind gegen uns in den Krieg gezogen,

gegen das Sowjetregime.

Gegen die Macht der Arbeiter und Bauern!

Nun gibt es nur zwei Fronten:

die Arbeiter und Bauern,

und die Kapitalisten. Nur auf einer Seite.

Der letzte entscheidende Kampf naht...

Entweder gewinnen wir

oder sie werden es tun!

Tod oder Sieg!

Wir nehmen alle Vorräte, die die Spekulanten versteckt haben.

Wir überlassen die arbeitenden Armen nicht ihrem tragischen Schicksal.

Japanische und englische Feinde sind im Krieg gegen Russland!

Sie glauben, dass die Russen...

...die Macht der Grundherren, die Macht der Kapitalisten sind.

Das wird nicht geschehen.

Die Rote Armee ist unbesiegbar!

Sie vereinte Millionen Arbeiter und arbeitende Bauern!

Sie lernte, zu kämpfen...

Warum haben Sie nicht geschossen?

Ich konnte nicht.

Sie haben es mir versprochen.

Ja, aber...

...sein Schnürsenkel war offen.

Jetzt müssen wir Russland zurückgewinnen!

Kommen Sie.

...und für die armen Leute. Und wir können es schaffen!

Legen Sie die Pistole auf den Tisch!

Was hielt Sie vom Schießen ab?

Sein Schnürsenkel...

Sein Schnürsenkel war offen.

Ich erkannte, dass er eine lebender Mensch ist.

Ich kann keine lebenden Menschen töten.

-Es tut mir leid. -In der Kirche werden Sie bereuen,

und in einem Schuhladen können Sie über Schnürsenkel debattieren.

Aber hier übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Handeln.

Untertitel von: Tanja Betz

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