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DIE SCHWESTERN, DAS JAHR ACHTZEHN, TRÜBER MORGEN
ALEXEJ TOLSTOI DER LEIDENSWEG
DER LEIDENSWEG NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN
FOLGE 9
Nun, Liebes...
Einen fröhlichen Feiertag.
-Christus ist auferstanden. -Das ist er.
-Serjoscha, geh nicht! -Lass mich gehen, Sonja!
-Nein, nicht! -Lass mich gehen!
Serjoscha...
-Aus dem Weg! -Serjoscha...
Stehenbleiben! Nicht in den Keller!
Serjoscha...
Sonja...
Ich glaube, unsere Männer sind hier.
Ja, Christus ist auferstanden.
Ja, das ist er.
Komm her, mein...
Oh, Gott!
Oh, mein Gott!
Serjoscha, gehen wir heim. Ich halte das nicht aus.
Serjoscha...
Man muss überlegen,
was besser und was schlimmer ist.
-Serjoscha, gehen wir nach Hause. -Gut.
Gehen wir.
Gehen wir, meine Liebe.
Samuil Grigorjewitsch.
Samuil Grigorjewitsch, mein Lieber!
Was ist passiert?
Revolutionäre haben den Zug angegriffen.
-Oh, Gott! -Sie haben alles mitgenommen.
Geld, Eigentum... alles.
Was ist mit Jekaterina Dmitrijewna?
Ich konnte eure Mieterin nicht beschützen.
Machno behielt sie bei sich.
Machen Sie sich keine Sorgen, Jekaterina Dmitrijewna.
Ende gut, alles gut.
-Danke, Alexej Iwanowitsch. -Ich bin kein Monster, oder?
Ich liefere Sie nicht an Batko aus.
Bringen Sie mich zum nächsten Bahnhof.
Von da gehe ich allein weiter.
Schwester, sag Jekaterina Dmitrijewna, was los ist, ja?
Wovon reden Sie, Madame? Welcher Bahnhof?
Denken Sie, bevor Sie reden?
Links von uns sind Deutsche, rechts die Roten, Weiße vor uns
und Machno hinter uns.
Mit Glück schaffen wir es lebend ins Dorf. Da verstecken wir uns.
TOD
Wie lief es, Batko?
Was meinst du?
Wir haben den Deutschen zumindest etwas Schaden zugefügt.
Die Narren liefen uns dreimal direkt vors Maschinengewehr.
Ein ganzes Feld ist voll mit ihren Leichen.
Gut für unsere Armee, kostenlose Ausrüstung.
Abladen!
Batko!
Das Essen ist fertig!
Auf eine erfolgreiche Operation.
Noch einen?
Nein, ein Mädchen wartet auf mich.
Du Schwerenöter!
Frisch aus der Schlacht siehst du schon ein Mädchen.
Verschwinde.
Was zum...
Ich glaube, die sind hinter uns her!
Möge Gott uns helfen!
Der Herr ist jetzt unsere einzige Hoffnung.
Bewegung!
Halte die Pferde auf, Matrjona!
Sie sind verletzt, Herr.
Nur ein Kratzer.
Und nennen Sie mich nicht so.
Ich bin kein Herr.
-Haben Sie Alkohol? -Schwarzgebrannten.
Holen Sie ihn!
-Und ein sauberes Tuch. -Alles klar.
Danke.
Danke.
Sehr gern, Alexej Iwanowitsch.
Ich habe im Krankenhaus gearbeitet.
Es ist meine Pflicht, Verwundeten zu helfen.
So.
Ganz einfach.
Ganz einfach, sagen Sie?
Wir müssen diese Leute begraben.
Warum nicht auch gleich eine Messe abhalten?
Sie wollten, dass wir sterben!
Sollen sie doch
am Boden liegen und Gott im Himmel beobachten.
Ich sag dir was, Ljoscha.
Ihre Pferde gehen nun in die Ställe
und Batkos Männer gehen zurück in dein Haus.
Ich sag's dir.
Sie wissen nichts von meinem Dorf, Dalni.
Gehen wir dorthin!
Gehen wir zu mir. Hey! Los!
Wie du sagst, Schwester.
Leute!
Batko, wir haben Probleme!
Krasilnikow hat meine Männer getötet.
Holt euch den Mistkerl.
Hängt ihn und die Frauen und brennt sein Haus nieder.
Ja, Herr!
Du, du, du und du! Aufsteigen!
Umzingelt das Haus!
Schaut hinterm Haus!
Gebt mir Feuer!
Wir haben sie!
Hier ist niemand!
-Sollen wir gehen? -Zurück!
Allmächtiger Gott!
Halte sie auf.
Halte diese Monster auf.
Weißt du, ich würde alles tun.
Ich brauche nur Geld für eine Fahrkarte.
Verstehe.
-Soll ich den Hof fegen? -Verstehe.
Gut.
-Ich kann auch waschen und bügeln. -Gut. Sitz still.
Ich...
Ich will nur zu meiner Tochter.
Wen sonst kümmert es schon, ob ich lebe?
Obwohl... Selbst sie vielleicht nicht.
Hör mal, Samuil Grigorjewitsch.
Ich produziere
und verkaufe Schuhcreme.
Produzierst und verkaufst du sie mit mir?
Hilfst du mir? Wir teilen halbe-halbe.
-In Ordnung. -Schon gut.
-Verstehe. -Ich helfe!
Sonja!
-Du musst es nur sagen. -Gib mir ein Tuch.
-Hier. -Ich muss...
-Ich brauche keinen Schlaf! -Oh, komm schon.
-Sieh dich an! Was für ein Mann! -Klar doch.
-Danke! -Ja, ja. Trockne dich ab.
-Und Sonetschka. Danke. -Na bitte.
Fühlst du dich jetzt sauber?
-Du bist so sauber. -Danke!
KRANKENSTATION
Sieh mal einer an. Hallo, Wadim Petrowitsch.
-Geht es dir besser? -Mit Gottes Hilfe.
Komm her.
Trink etwas.
Danke.
-Ich trinke morgens nicht. -Ich fange abends an.
Wieso?
Ich bin fast gestorben.
Wir haben den Bahnhof eingenommen.
Es ist viel Blut geflossen.
-Viele unserer Männer starben. -Lebt Walerian Onoli noch?
Ja.
Er ist irgendwo in Rostow, beurlaubt wegen Verwundung.
In Rostow, sagst du...
Die Sache ist die,
ich muss auch nach Rostow.
-Meine Frau ist dort. -Auf keinen Fall, Roschtschin.
Wir können nicht noch mehr Männer verlieren.
Wir haben schon genug verloren.
Ja.
Bereit!
Zielt!
Gewehr ab!
Rechtsum!
Vorwärts, marsch!
Schluss mit den Geschäften!
-Geht weiter! -Bleibt alle ruhig!
Los, einpacken.
-Bist du Jude? -Wovon redest du?
Ja, wovon redest du? Er ist Grieche. Siehst du das nicht?
-Wirklich? -Ja!
Du bist einer von uns? Ein orthodoxer Christ?
Gut, du kannst gehen. Schluss mit den Geschäften!
-Schluss mit den Geschäften! -Ein Wunder, dass er das glaubte.
Nicht für einen Mann des Glaubens.
Sergej Alexejewitsch.
Schluss mit den Geschäften!
Unsere Männer sind in der Stadt. Was kümmert dich Schuhcreme?
Wir haben sie schon hergestellt.
Was sollen wir tun, sie wegwerfen?
Du hast wohl recht.
Gut.
Ich kaufe dir ein paar Gläser ab, damit sie schneller alle sind.
Hier. Drei Gläser gegen dein Geld.
Tu mir einen Gefallen und finde eine Aufgabe.
Such dir ein paar gute Partner.
Bin ich kein guter Partner?
Beachte sie nicht, Samuil Grigorjewitsch.
Lass sie nur reden.
-Wir haben etwas verkauft. -Das stimmt.
Rote!
Mistkerle! Sie versuchen, zu ihren Männern zu kommen.
Schieß, Roschtschin!
Mistkerl!
Hauptmann...
Kannst nicht auf deine Männer schießen, was?
Ich ahnte immer, dass du ein roter Spion bist.
Jetzt sehe ich, ich hatte recht.
Woronow!
Ist Woronow hier?
Was soll das, sind wir jetzt Weiße?
Wo ist Woronow?
Ich habe eine dringende Nachricht für Woronow.
Worum geht's?
Die Weißen nahmen gestern den Torgowaja-Bahnhof ein.
Wir haben große Verluste.
Ich bin Woronow.
Erzähl mir, was los ist.
Es ist ein Notfall, wir brauchen Verstärkung.
Komm schon, was ist los?
Gut.
Wir helfen euch in ein paar Tagen.
In ein paar Tagen? Wir überleben nicht bis morgen.
Kamerad, meine Einheit ruht sich nach einem Kampf aus.
Komm mit. Gebt unserem Gast etwas zu trinken!
Ich trinke nicht. Ich musste mich durch die Weißen hierher kämpfen.
Ich habe mein Leben riskiert.
Dann hast du dir eine Pause verdient.
Ich bin hier, um Verstärkung zu besorgen.
Ich gehe nicht ohne sie.
Wie heißt du?
Telegin Iwan Iljitsch.
Telegin?
Ist Daria Dmitrijewna deine Frau?
Kennen Sie sie?
Sie pflegte mich im Krankenhaus.
Sie hat es gut gemacht.
So eine Frau würde ich nicht für den Krieg verlassen.
Solche Frauen lässt man nicht lang allein.
Jemand könnte sie stehlen.
-Hör auf! -Ganz ruhig!
Dasselbe gilt für dich.
Deine Frau ist zäh.
Sie hat nur von dir geredet.
Na gut. Genug getrunken.
Wir müssen unseren Kameraden helfen.
Meine Güte!
Nikanor Jurijewitsch, was...
Wir müssen
das irgendwo verstecken.
Was ist es?
-Waffen, Granaten... -Was?
Keine Sorge.
Es bleibt nicht lange hier. Haben Sie eine Art...
Abstellraum?
Sicher.
Sicher, kommen Sie.
Dort?
Rein damit.
-Vorsicht. -Schon gut.
Schon gut.
Keine Sorge.
Daria Dmitrijewna, das ist für Sie.
Oh! Nikanor Jurijewitsch, das ist nicht nötig.
Behalten Sie es, beschämen Sie mich nicht.
-Ich brauche es nicht. -Was ist los?
Sie tun Ihren Teil.
Arbeit muss bezahlt werden.
Nehmen Sie es. Bitte.
-Danke. -Bitte sehr.
Ich...
Ich war mal in Sie verliebt, Daria Dmitrijewna.
Und ich bin immer noch
beeindruckt von Ihnen.
Zurück.
Nein.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid, Daria Dmitrijewna, ich...
Ich bin ein Dummkopf.
Ich bin...
...zu weit gegangen.
Das kommt nicht wieder vor.
Ich bin hier,
um Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Anführer
-Sie morgen sehen will. -Ich treffe ihn nicht.
Das verstehe ich.
Allerdings bekomme ich Ärger, obwohl...
Das...
...sollte Ihnen egal sein.
Es tut mir...
...sehr leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Sieht nicht zu schlimm aus,
oder, Jekaterina Dmitrijewna?
Hey.
Übertreib es nicht.
Sie ist eine Adlige.
Das funktioniert bei ihr nicht.
"Daschenka, meine Liebe,
ich fühle mich geistig gefangen.
Niemand hält mich fest, aber ich weiß nicht, wohin.
Und ich habe keine Hoffnung.
Ich bin allein.
Du bist weit weg.
Wadim ist...
...tot."
Reden Sie, Iwan Pawlowitsch.
Wie geht es Ihnen, Hauptmann?
Besser, aber...
Ich hätte gern Urlaub.
Sicher.
Sind zwei Wochen genug?
Ja.
Wenn Sie zurück sind,
sollten Sie die Einheit wechseln, Wadim Petrowitsch.
Teplow hat Sie gemeldet.
Glaubt, Sie haben Bindungen zu den Bolschewiken.
Ich weiß, das ist Unsinn.
Aber es wäre schwer für Sie, hierzubleiben.
Das verstehe ich.
Wohin gehen Sie?
Nach Rostow.
Nun...
Nehmen Sie mein Auto.
Der Fahrer bringt Sie in die Stadt.
Grüßen Sie Sawenkow,
wenn Sie ihn treffen.
Werde ich.
Danke, Iwan Pawlowitsch.
Viel Glück.
ISAAK SOLOMONOWITSCH PRUSKIN
Sie dürfen eintreten.
Nehmen Sie Platz.
Wer hat Ihnen das gegeben?
Kulitschik, Nikanor Jurijewitsch.
Ist Ihnen klar, dass Sie sich in Gefahr bringen,
wenn Sie sich uns anschließen?
Ich bin frei und alleinstehend.
Ich war lange genug tatenlos.
Ich möchte mich vorstellen. Sawenkow.
Hören Sie gut zu.
Sie gehen nach Moskau.
Dort bekommen Sie weitere Anweisungen.
Ich bin verantwortlich für die gesamte Operation.
Verstehen Sie, dass es kein Zurück gibt?
Wenn Sie die Nerven verlieren, kommen Sie um.
Im Café Bom wird jemand auf Sie warten.
Sie werden die Person erkennen
an der Totenkopf-Krawattennadel.
Tun Sie, was die Person sagt.
Auf Wiedersehen.
Bringt eine Trage.
Bringt eine Trage!
Was ist passiert?
Sanitäter!
Die Roten
haben den Bahnhof eingenommen.
Ganz ruhig.
Nun?
Er ist tot.
Gott hab ihn selig.
Achtung!
Wir haben das Dorf eingenommen.
Hurra!
Was meinst du mit
"das Dorf eingenommen"?
Ihr habt mich gehört! Bewegung!
Folgt mir!
Bewegung!
Ihr habt den Verstand verloren!
Hört auf zu plündern!
Aufhören!
Aufhören!
Hört ihr mich nicht? Aufhören!
Aufhören!
Hände weg von den Hühnern!
Hände weg von den Hühnern!
Hände weg, hab ich gesagt!
Ihr seid Soldaten der Roten Armee, verdammt!
Hände weg, hab ich gesagt!
Hände weg!
-Lass mich los! -Komm schon, Süße.
-Hände weg! -Sei nicht so schüchtern.
-Lass mich los! -Mal sehen, was wir hier haben.
Hilfe!
Hört auf zu plündern!
Verschwinde!
Verschwindet!
Ich hacke dich in Stücke, Mistkerl!
Schon gut.
Hier. Schon gut. Keine Angst.
Hab keine Angst!
Geh nach Hause! Los! Lauf!
Seit wann gibst du Befehle?
Deine Männer haben ihr Leben für dich riskiert!
Leute auszurauben ist gegen das Gesetz.
Deshalb haben wir nicht das Dorf eingenommen.
Ich habe es eingenommen!
Dank mir lieber für meine Hilfe.
Was meinst du?
Ich beherrsche die Kunst des Krieges und du nicht.
Für wen hältst du dich, Napoleon?
Übergib deine Waffen!
Du kommst vors Kriegsgericht!
Du Ratte!
Auf mein Kommando.
Gebt alles zurück, was ihr gestohlen habt.
Wer sich widersetzt, wird hingerichtet.
Ist das klar?
Los, gebt es zurück.
Ich bin von nun an euer befehlshabender Offizier.
Und ich bin ein Offizier der Roten!
Wem das nicht gefällt, der kann gehen.
Ich halte euch nicht auf.
-Gebt den Leuten ihre Sachen zurück. -Zu Befehl.
Habt ihr alles zurückgegeben?
Danke, Iwan Iljitsch.
Ich hätte nicht gedacht, dass Woronow mich töten würde.
Das war knapp.
Ich...
Ich verstehe nichts mehr.
Man kann sich nicht mehr auf Freunde verlassen.
Der Feind ist auch nicht mehr derselbe.
Danke.
Achmed.
Hier sind die Schlüssel.
Wenn mein Mann aus dem Krieg zurückkehrt
oder wenn meine Schwester zurückkommt, gib ihnen die.
Und den Brief, vergiss den Brief nicht.
Sie können sich auf mich verlassen.
Kommen Sie zurück.
Möge Allah Sie beschützen.
Danke.
"Iwan, Katja,
Ich überlasse die Wohnungsschlüssel unserem Gärtner.
Wer weiß, wer von uns zuerst zurückkehren wird,
aber du sollst wissen..."
"Mein Leben hat sich drastisch verändert.
Ich habe keine Liebe mehr im Herzen.
Es fühlt sich an, als wäre es eiskalt.
Ich kann nicht hinnehmen, was vor sich geht.
Ich spüre nur noch Hass.
Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt.
Oder ob ich überlebe..."
Gibt's hier Fahrkarten nach Moskau?
Wenn wir welche hätten.
"Ich bete um eine Sache.
Ich bete, dass ihr überlebt."
Was?
Wen suchen Sie?
Hier wohnt der Dichter Bessonow.
Vielleicht.
Wir zogen vor drei Tagen ein und kennen noch nicht alle.
Worauf warten Sie? Gehen Sie.
Es ist offen!
ALEXEJ ALEXEJEWITSCH BESSONOW
Kommt vor dem Abendessen zurück!
Ja, Großmutter!
Agafia?
Herr.
Ich kann nicht glauben, dass Sie leben.
Das tue ich.
Was ist hier los?
Kinder, Wäsche...
Waschzuber...
Die Hausverwaltung konfiszierte Ihre Wohnung
und quartierte andere Leute dort ein.
Ich hatte Glück,
ich darf in Ihrem Arbeitszimmer wohnen.
Wer ist das?
Er ist mein Gast.
Ein Besucher! Nur herein, Alexej Alexejewitsch.
Sie ist der Chef in unserer Wohnung.
Sie beschwert sich ständig bei der Verwaltung.
Früher hast du gründlicher geputzt, Agafia.
Ich habe keine Zeit dafür.
Meine Tochter und ihr Mann zogen aus ihrem Dorf her,
sie haben drei Kinder.
Ich habe so viel zu tun!
Den ganzen Tag!
Ich habe nie Zeit,
nicht mal für eine Tasse Tee.
Ich hätte Lust auf einen Tee.
Ich bin müde nach meiner Reise.
Und ich habe Hunger.
Natürlich.
Setzen Sie sich und bedienen Sie sich.
Wir haben heißes Wasser. Ich habe den Samowar aufgeheizt.
Wir haben Johannisbeertee.
Hier.
Aber wir haben kein Brot.
Wo sind meine übrigen Sachen?
Ihre Sachen habe ich für meinen Schwiegersohn abgeändert.
Und die Mäntel verkauft.
Wir brauchen Geld.
Seien Sie nicht böse auf mich.
Ich wusste nicht, dass Sie am Leben sind.
Was mache ich jetzt nur? Ich weiß es nicht.
Also gut.
Meine Tochter und ihr Mann haben Nachtschicht in der Fabrik.
Sie können heute hier schlafen.
Ich mache Ihnen ein Bett auf dem Boden.
Aber morgen...
kommen meine Tochter und ihr Mann zurück.
Danke für die Gastfreundschaft.
Keine Sorge, Agafia.
Oh! Mein Enkel ist wach!
Was willst du?
Ich bin Alexej Bessonow, der Dichter.
Und?
Sie beschlagnahmten meine Wohnung, als ich im Krieg war,
und jetzt weiß ich nicht, wohin.
Oh.
Reden Sie über Wohnung neun?
Das ist nicht unsere Schuld.
Man hatte Sie für tot erklärt.
Wir kümmern uns drum.
Sie bekommen ein Zimmer.
Das ist keine Option, ich muss arbeiten.
Ich muss schreiben.
Genosse Saposchkow versprach es mir.
Genosse Bessonow, keine Sorge.
Sie können wieder in Ihre Wohnung ziehen, wenn Sie wollen.
-Ja. -Wir werden alle ausquartieren.
Aber heute Nacht müssen Sie in ein Hotel.
Danke.
Verwaltung am Apparat.
Holen Sie die Leute aus Wohnung neun.
Wir brauchen eine Unterkunft für einen proletarischen Dichter.
Wir quetschen sie in Wohnung acht und zehn.
-Iwan Iljitsch? -Ja?
Hast du in der Zarenarmee gedient?
Ich war Leutnant.
Jetzt bist du Hauptmann.
Danke.
Ich möchte dich auf Aufklärungsmission schicken.
Wir haben eine Uniform der Weißen.
Du gehst als einer von ihnen durch.
Deine Tarngeschichte ist folgende:
Du dienst in Kornilows Armee,
bist beurlaubt und auf dem Weg nach Hause,
um deine Frau zu besuchen.
Du gehst von Roskow nach Samara.
Schau dich unterwegs um.
Dann sehen wir, wer wo ist.
Das ist eine gute Möglichkeit, sich hinter Feindeslinie zu begeben,
aber wenn unsere Männer mich in der Uniform erwischen,
-töten sie mich. -Keine Sorge, du kriegst einen Ausweis.
Verstecke ihn unter deiner Uniform.
Du kannst ihn vorzeigen, wenn nötig.
-Sofia Iwanowna! -Ja?
Oh, mein Gott!
Ich bin es, Roschtschin.
-Wadim Petrowitsch? -Ja.
Bist du...
Bist du wirklich am Leben?
Du bist nicht tot?
Wer hat gesagt, ich wäre tot?
Walerian. Onoli.
Er hat Jekaterina Dmitrijewna dasselbe gesagt.
Deshalb ging sie fort.
Wohin ist sie gegangen? St. Petersburg?
Ja, aber sie hat es nicht geschafft.
Ich hörte, Machnos Soldaten waren in dem Zug.
Wo ist sie jetzt?
Machno hat sie gefangen genommen.
Mach es dir bequem.
Komm herein, mach es dir bequem.
Ich bin gleich zurück. Ganz kurz!
Kauft Schuhcreme von uns!
Sie versteckt den Schmutz aus Tal und Steppe!
Kauft unsere Schuhcreme!
Hey, Herr, kaufen Sie Schuhcreme!
-Herr... -Serjoscha!
Serjoscha!
Schluss mit den Geschäften.
Oh! Wadim Petrowitsch ist zurück.
Wer ist zurück?
Roschtschin.
-Katjas Mann. -Warte!
-Was? -Was meinst du?
-Er lebt noch? -Ja!
Los, Bewegung.
Also gut!
-Packen wir ein. -In Ordnung.
Morgen wird sie günstiger!
Beim Kauf von einer
-gibt es eine umsonst. -Bewegung.
Wadim Petrowitsch...
Hätten wir gewusst, dass du lebst,
hätten wir deine Frau nicht gehen lassen.
Wer hätte gedacht, dass Walerian so ein Mistkerl ist. Mein Gott!
Hätte ich ihn nicht in der Stadt getroffen,
wäre Jekaterina Dmitrijewna jetzt noch bei uns.
Ja.
-Sergej Alexejewitsch, können wir reden? -Natürlich.
Könntest du mir helfen?
Klar.
Sofia Iwanowna...
Wenn ich nur etwas mutiger wäre,
hätte ich eure Mieterin vor Machno beschützt.
Aber ich bin so alt,
ich bin zu nichts mehr nütze.
Oh, bitte!
Niemand gibt dir die Schuld.
Nein.
Walerian!
-Gut, dass ich dich treffe! -Sergej Alexejewitsch!
Wir müssen über Geschäftliches reden.
Nur herein.
Oh, nein, das ist zu viel für mich.
Mein Bein tut weh.
Seliwanow, der Restaurantbesitzer, ist in Rostow, aber keiner weiß davon.
Er will sein Restaurant verkaufen und nach Paris ziehen.
Er verkauft es billig! Aber es stehen nur noch die Wände.
Ich denke...
Es ist egal, wer die Regierung stellt.
Restaurants werden immer gebraucht, hab ich recht?
Weiße, Rote...
Graue, völlig egal.
Endlich mal etwas Zukunftsfähiges, Sergej Alexejewitsch.
Dass ist kein Schuhcreme-Verkauf mit einem Juden.
-Ich krieg Kopfweh, wenn ich das sehe. -Mir gefällt es auch nicht.
Ja, also, was das Restaurant angeht...
Ich bin nicht sicher, ob ich es allein schaffe.
Was hältst du von einer Partnerschaft?
Wo ist Seliwanow?
Er ist hier.
Du lebst.
Ich kann es kaum glauben.
Wieso soll ich nicht leben?
Vielleicht, weil du auf mich geschossen hast?
Was?
Was hast du vor?
Wir sollten das beenden.
Du wolltest mich umbringen.
Ich gebe dir eine Chance dazu.
Hier.
Nimm!
Aber dieses Mal schießt du mir nicht in den Rücken.
Du siehst mir dabei in die Augen.
Du hältst dich für adlig?
Für einen Aristokraten
mit blauem Blut...
Und ich, der Sohn eines Fabrikanten,
bin nichts im Vergleich zu dir, oder?
Lügen!
Ich bin die Zukunft! Du wirst sterben!
Mistkerle!
Ihr verspottet mich!
Ihr habt mich immer verachtet!
Abels, Heilige!
Du hältst mich für den Kain, oder? Nein, das stimmt nicht!
Ich bin kein Feigling!
Ich bin weder Schurke noch Verräter!
Ich will leben!
-Und das werde ich. -Wenn du kein Feigling bist,
-dann drück ab. -Ich werde überleben!
Ich überlebe jedes Regime, hörst du?
-Tu es! -Ich werde überleben!
-Und du wirst sterben! -Tu es, du Niemand!
Du, deine Frau, deine Kinder, ihr alle sterbt!
Deine ganze Erblinie stirbt aus!
Nun, Wadim Petrowitsch...
Du überraschst mich.
Du hast Mut.
Er hätte abdrücken können.
Nein.
Ein Feigling schießt nur in den Rücken.
Danke für deine Hilfe, Sergej Alexejewitsch.
Nicht doch.
Ich habe Katerina Dmitrijewna nicht beschützt.
Ich war für sie verantwortlich.
Ich werde sie suchen.
Ihre Papiere, meine Herren.
Wecken Sie diesen Offizier nicht, er schlief seit zwei Tagen nicht.
Wir kommen aus General Romanowskis Hauptquartier.
Wir sind auf Urlaub wegen Verwundung.
Viel Glück.
Folgt mir.
Danke, Wadim.
Meine Dame.
Geben Sie mir Hauptquartier 412.
Ist dort die Abteilung für Spionageabwehr?
Hier spricht Hauptmann Onoli.
Ich habe gehört, dass es einen Mann gibt,
der Juden und rote Kommissare versteckt.
Ich meine Oberst Tjotkin.
Ja.
Schreiben Sie die Adresse auf.
Notieren Sie sie.
Bewegung!
Bewegung, Alter!
Bewegung!
Los, Bewegung!
Los, bewegt euch!
Ich sagte, bewegt euch!
Bewegung!
Wer versteckt sich da?
Du jüdischer Mistkerl!
Untertitel von: Lisa Cavanary
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