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Original subtitles

DIE SCHWESTERN, DAS JAHR ACHTZEHN TRÜBER MORGEN

ALEXEJ TOLSTOI DER LEIDENSWEG

DER LEIDENSWEG NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN

FOLGE 8

Los, Leute.

Los, Beeilung.

Schneller!

Vizeleutnant, was ist los? Brauchen Sie erst eine Einladung?

Nach rechts! Vorwärts, marsch!

Onoli! Wo waren Sie?

-Mal eben aufs Klo und verschwinden? -Entschuldigung. Bauchschmerzen.

-Zur Kompanie, aber im Laufschritt! -Jawohl!

Und Sie, Roschtschin? Von den Roten geflohen, und Schulterkappen angesteckt,

damit Sie nicht wie ein Roter Spion aussehen?

Wo ist Romanowski?

Romanowski ist im Hauptquartier, aber ich weiß nicht, ob er Sie empfängt.

Was Sie wissen, ist auch nicht wichtig.

Iwan Pawlowitsch, hier ist ein Überläufer für Sie.

Hauptmann Roschtschin. Er sagt, er habe eine wichtige Nachricht.

-Lassen Sie ihn rein. -Jawohl!

Hauptmann Roschtschin. Ist mir eine Ehre.

Da wir von Ehre sprechen, wie sind Sie zu den Roten gekommen?

Ich werde es Ihnen erzählen, aber...

...nehmen Sie erst das.

-Sie haben Sawenkow getroffen? -Ja.

In Rostow, am Bahnhof.

Boris' Empfehlung ist wertvoll.

Er hat unsere Armee aufgebaut.

Ich gebe Ihnen die Kompanie des verstorbenen Hauptmanns Sinitsin.

Ich hoffe, Sie werden sich im Kampf beweisen.

Jawohl! Darf ich gehen?

Ja.

Komm schon, ziehen!

Schnell! Die Munitionskisten hier hin.

Die sind schwer.

Schneller, Brüder!

Los, schnell, Brüder!

Nicht schubsen, ja?

-Nimm die Kugeln. -Na los.

Nächster, los!

Vorsicht!

Gut. Schneller!

Es ist eine vertrackte Lage, Genossen.

Wir haben keine Zeit, uns richtig einzugraben.

Wir werden morgen vernichtet werden.

Wir sollten uns zurückziehen.

-Aber es gibt keinen Weg zurück. -Doch.

Zu Jegorow.

Das ist ein Plan zur Befestigung der Stanizen.

Iwan Iljitsch, mein Lieber!

Na dann lasst uns mal sehen.

Los, erzähl.

Das sind wir. Hier sind die Maschinengewehre. Hier die Kreuzung.

Hier ist Jegorow.

Über den Gebirgspass?

Gute Arbeit! Das ist ein Ausweg!

Warte, wo ist Krasilnikow?

Krasilnikow ist weg. Zur Machnowschtschina.

Verdammter Mistkerl.

Deshalb also kommen Staniza-Kosaken zur Roten Armee?

Sie kämpfen, bis sie ihr Dorf erreichen, und setzen sich dann ab.

-Unverantwortliches Pack. -Deserteure müssen erschossen werden.

Dann können sie nicht fliehen.

Wie Genosse Trotzki sagt:

"Fahnenflucht: Exekution.

Disziplinarverstoß: Exekution."

Auch Genosse Lenin unterstützt Repression.

Ich fürchte, die Rote Armee würde nicht mehr viele Freiwillige anziehen.

Du bist also gegen die Regierungslinie?

Unser Genosse Telegin ist kein Parteimann. Das müsst ihr bedenken.

Wie können Sie ihm dann ein Kommando erteilen?

Im Kampf, Genosse Kommissar...

...ist ein vertrauenswürdiger Freund mehr wert, als ein überzeugter Bolschewik.

Das sind gefährliche Worte. Haben Sie keine Angst?

Ich habe mich schon vor Angst beschmutzt!

Also gut, weckt die Soldaten. Wir bereiten uns auf die Überquerung vor.

Während Kornilows Männer sich auf den Sturm vorbereiten,

verbünden wir uns mit Jegorow und greifen von hinten an.

Los jetzt!

Aufstehen! Munition kontrollieren! Näher zusammen!

Vorwärts, marsch!

Rittmeister!

Willst du hier ein Lied über rosa Röcke spielen?

-Diese bürgerliche Obszönität! -Hör auf, Onoli.

Erzähl mir nichts von bürgerlicher Obszönität!

Ach ja? Warum denn nicht?

Ich bin Erbe eines Adelstitels,

und aus irgendeinem Grund stört mich das nicht. Und du...

Wer bist du? Der Sohn eines Fabrikanten?

Wag es nicht! Ich bin Offizier, genau wie du!

Ein Offizier. Aber gestern bist du vor der Schlacht verschwunden.

Die ganze Kompanie hat dich gesucht.

Ich hab dir doch gesagt, wo ich war!

Wo denn? Du hattest Bauchschmerzen?

Auf dem Lokus hat dich aber auch niemand gesehen.

Und du warst eine ganze Stunde weg. Warum, wackerer Offizier?

-Hör zu, verdammter Adliger! -Was? Was denn?

Beruhigt euch, Männer!

Die Roten erschießen sowohl den Sohn eines Adligen

als auch den Sohn eines Fabrikanten. Ist das klar?

Ja.

-Verstanden, Männer? -Verstanden.

Natürlich.

Er muss ja wissen, wen die Roten erschießen. Er war ja bei ihnen.

Vielleicht ist er es immer noch.

Meinst du, er ist ein Roter Spion?

Daran habe ich keinen Zweifel.

Warum zur Hölle hat er dann ein Kommando bekommen?

Der General mag ihn.

Ich verstehe nur nicht, warum.

Dann ist auch unser General ein Verräter!

Also das ist lächerlich, Onoli!

"Katja, meine liebe Katja...

Ich konnte nicht anders.

Ich bereue keine Sekunde, was ich getan habe.

Nur eines bereue ich.

Dass ich so grob zu dir war.

Kannst du mir jemals vergeben?"

Schutz suchen!

Hier drüben!

Feuer von links!

Bereit machen für den Angriff!

Schießt zurück!

Da sind sie! Da!

Swetlow!

-Swetlow! -Ja?

Warum schweigen unsere Maschinengewehre?

Weil die Roten sie getroffen haben.

Ah! Sie haben alles in die Luft gejagt!

Unsere Wachposten auch!

Als ob sie das alles gewusst hätten!

Wer hat unsere Verteidigung verraten?

Meinst du etwa mich?

Wen denn sonst?

Vielleicht der, der heute eine Stunde weg war?

Kompanie, nach oben!

Lieber Gott

Nimm dir ein Glas

Wir haben schon lange nicht mehr zusammen getrunken

Guter Gott Was tust du den Menschen an?

Liebe und Ehre sind vergangen

Engel, Erzengel und Cherubim

Was ist unheimlicher auf der Erde, Frühling oder Winter?

Engel, Erzengel und Cherubim

Was ist unheimlicher auf der Erde, Frühling oder Winter?

Guter Gott, sieh nur, was du tust

Verwandle die Menschen nicht in tollwütige Wölfe

Der Weiße ist auch Rot von innen

Der Rote ist auch Weiß von außen

Engel, Erzengel und Cherubim

Was ist unheimlicher auf der Erde, Frühling oder Winter?

Engel, Erzengel und Cherubim

Was ist unheimlicher auf der Erde, Frühling oder Winter?

Katerina Dmitrijewna, mein Täubchen, was machen Sie da?

Warum machen Sie das allein? Das ist schwer.

Ich helfe Ihnen.

Ich kann das allein.

Ich bin eine gewöhnliche Frau.

Nein.

Sie sind eine außergewöhnliche Frau.

Ich kenne niemanden wie Sie.

Nächstes Mal machen Sie die Wäsche nicht allein.

Die Waschfrau kostet Geld.

Ich finde schon irgendwie Geld für die Waschfrau.

Nein, Sergej Alexejewitsch.

Das ist mir unangenehm.

Ich lebe schon auf Ihre Kosten.

Katerina Dmitrijewna...

Ich habe Sie gerne in meinem Haus.

Sie haben Farbe in mein Leben gebracht.

Jekaterina Dmitrijewna.

Ich darf also die Wäsche selbst machen. Das ist normal.

Aber unser Schmarotzer aus Sankt Petersburg

wird sich die zarten Hände abscheuern, oder wie?

Und für sie willst du eine Waschfrau bezahlen?

Sonja, was soll das?

Sieh dir meine Hände an!

Sie lebt schon zu lange in unserem Haus.

Pst, Sonja, sie kann uns hören.

Soll sie doch. Muss ich mich vor ihr schämen?

Sonja, Schatz, sie hat es sehr schwer.

Sie ist doch ganz allein.

Und du willst ihr Unterschlupf gewähren, du alter Hund!

Und was soll das jetzt heißen?

Genau, was du denkst!

Weil...

Ich weiß, warum ich weine.

Nun komm mal her, das reicht jetzt...

Es ist gut. Beruhige dich.

Sonja, hör mir zu.

Du musst nicht wütend auf sie sein.

Sie hat schon genug gelitten!

Ich habe gelitten! Ich!

Du glaubst, ich sehe nicht, wie du...

Ist schon gut...

Warte, der Schmalz brennt an...

Alter Hund...

Mädels, wie wäre es mit etwas Champagner?

Französische Eclairs mit Vanillecreme, und dann gehen wir hoch, hm?

Woher weißt du nur so viel?

Entschuldigung. Ich bin gleich wieder da.

Oberstleutnant!

Oberstleutnant!

Onoli!

Walerian!

So kannst du mich doch nicht ansprechen, man muss vorsichtig sein.

Das... habe ich vergessen, tut mir leid.

Immer schön vorsichtig. "Ich habe mich beim Holzhacken verletzt."

Ich wurde in einem schrecklichen Kampf mit den Roten verletzt. Es war die Hölle.

-Ja... -Wenige haben überlebt.

Ich wünsche dir alles Gute.

Nur wenige von Kornilows Armee haben überlebt.

Kornilow?

Hast du Kornilow gesagt?

Sag mal...

Hast du mal einen Mann namens... Roschtschin getroffen?

Wadim Petrowitsch Roschtschin.

Warum fragst du? Kennst du ihn?

1916 hat er unter mir gedient. Vor Kurzem ging er zu Kornilow.

Wadim Petrowitsch...

Ja.

-Ich habe ihn gesehen. -Tatsächlich!

Er starb. Im derselben Schlacht.

Oh mein Gott.

Wie konnte das passieren?

-Bist du sicher? -Ich habe es selbst gesehen.

Was will man machen. Es ist Krieg.

Ja...

Ja, ich verstehe.

Ich bin im Hotel Lyon.

Falls du ein Glas Cognac möchtest... komm gerne vorbei.

Wir haben so lange gewartet!

Sie geht.

Wenn du sie aufhalten willst, wirst du mich verlieren.

Sonja, verdammt noch mal!

Jekaterina Dmitrijewna, darf ich?

Kommen Sie herein, Sergej Alexejewitsch.

Ich habe mich entschieden.

Wadim wird Ihnen das Geld für die Unterkunft schicken.

Wadim wird gar nichts schicken.

Was ist passiert?

Wissen Sie etwas?

Ich habe heute Walerian Onoli in der Stadt getroffen, und...

Er hat zusammen mit Ihrem Ehemann gekämpft.

Er sagte, dass...

...Wadim gestorben sei.

Das kann nicht sein!

Das kann nicht wahr sein.

Hüah! Los!

HOTEL LYON

Hatte ich ein Mädchen bestellt?

Herr Onoli...

Ich bin Hauptmann Roschtschins Frau.

Was für ein Unglück...

Ich wusste nicht, dass Hauptmann Roschtschin

eine so schöne junge Frau hatte.

Es tut mir leid, Witwe.

Was ist mit meinem Mann passiert?

Er fiel auf dem Schlachtfeld.

Ich will wissen, wie mein Mann starb.

Es gab eine Schlacht.

Er wurde erschossen.

Er fiel.

Das ist alles.

Das ist alles.

Sie sind so schön in Ihrer Trauer.

Genau wie die leidende Phädra.

Darf ich Ihnen Trost spenden?

Welch bürgerliche Obszönität!

Wenn man mal drüber nachdenkt...

Ganz ruhig.

Schon gut.

Mein Gott.

Es ist vorbei.

Mein Leben ist vorbei.

Katja...

Katja...

Katja, Liebes, es tut mir leid.

Es tut mir so leid.

Ich habe die Beherrschung verloren...

Ich war wütend, ja. Aber das bedeutet jetzt nichts mehr.

Bleiben Sie bei uns. Solange es nötig ist!

Katja!

Es ist nicht mehr nötig, Sofia Iwanowna.

Jetzt nicht mehr.

Ich muss auf niemanden mehr warten.

Ich gehe.

Aber wohin, Katerina Dmitrijewna?

Zu Dascha.

Meiner Schwester.

Nach Sankt Petersburg.

Vielen Dank.

Danke.

Verflucht....

Ich verfluche sie...

Kriege aller Art...

Entschuldigen Sie die Störung, Fräulein, ein Genosse will Sie sehen.

Fräulein, haben Sie den Erlass

des Petrograder Komitees zur Enteignung von Wohnraum gelesen?

Was? Nein, habe ich nicht.

Es geht um Verdichtung.

Wie viele Zimmer hat dieses Apartment?

Vier, aber...

Es ist Privateigentum von Wadim Petrowitsch Roschtschin.

Es gibt keine privaten Apartments mehr.

Alles gehört nun dem Volk.

Und was soll ich jetzt tun?

Suchen Sie sich ein passendes Zimmer aus.

Bringen Sie Ihre Sachen dorthin.

Der Rest geht in den Besitz des Komitees für Wohnraum über.

Aber das ist ja Wahnsinn.

Sagten Sie Wahnsinn, Fräulein?

Wissen Sie, laut dem Erlass

beträgt Ihr Anteil lediglich 20 Arschin.

Ich habe Ihnen vorgeschlagen, sich ein Zimmer auszusuchen.

Und damit sind Sie nicht zufrieden?

Genosse Kommissar, wir machen das schon.

Ich kann ihr helfen.

Helfen.

Sämtliche Gegenstände, die in enteigneten Räumen verbleiben,

werden ebenfalls beschlagnahmt. Einen schönen Tag noch.

Was können wir tun, Fräulein? So lautet die neue Verfügung.

Wir sollten so viel wie möglich in Ihr Zimmer tragen.

Was nicht hineinpasst

verkaufen wir lieber auf dem Markt, damit es nicht verloren geht.

Zum Glück ist das Wetter gut.

-Sergej Alexejewitsch! -Sei gegrüßt, Samuil Grigorjewitsch.

-Wo geht es hin? -Wir bringen unsere Mieterin zum Bahnhof.

-Um sie zu verabschieden. -Meine Güte!

Ich fahre auch zum Bahnhof.

Ich kann sie mitnehmen.

So schnell wie der Wind, könnte man sagen.

Jekaterina Dmitrijewna, Liebes, keine Sorge. Das ist Samuil Grigorjewitsch.

Unser Nachbar.

-War ich jedenfalls mal. -Und warum?

-Samuil Grigorjewitsch! -Ja, ich gehe.

Endgültig.

Ich will nicht mehr alleine hier sein.

Ich habe das Haus verkauft, unter Preis natürlich.

-Wie schade... -Aber immerhin etwas Geld...

Nicht mal Zeit zum Hinsetzen.

-Schon in Ordnung. -Das bringt Unglück.

Ich glaube es ist so:

Besser ein reicher Vater, als einer ohne Hose.

-Also dann, verabschiedet euch. -Na dann, Katenka... Lebewohl.

-Lebewohl. -Lebewohl.

-Ich muss gehen. -Aber wie können wir gehen?

Katja... Schicken Sie ein Telegramm, wenn Sie ankommen.

Natürlich.

Los geht's.

Na komm.

-Was ist los? Weinst du? -Sei nicht albern.

Räuber am Stadtrand.

Das hat nichts mit Natur zu tun.

Daran ist der Krieg schuld.

Die Revolution und der Krieg.

Alle werden arm und wild, und sie gewöhnen sich auch noch daran.

Als ob sie nie etwas anderes gekannt hätten.

Wissen Sie, früher habe ich meiner Frau Diamanten zum Geburtstag geschenkt.

Aber das letzte Mal gab ich ihr zwei Brötchen und eine Spule Garn.

Was meinen Sie dazu?

Hoffentlich hat es Ihrer Frau gefallen.

Sie hat es akzeptiert.

Und ist zwei Monate später gestorben.

Oh Gott. Das sind schlimme Zeiten.

Machen Sie das Licht aus. Sie wissen doch, wo wir hinfahren.

Wohin denn?

Hier wimmelt es von Räubern.

Manchmal schießen sie mit Maschinengewehren auf die Züge.

Oder sie machen ein paar Wagen los.

Sie ziehen die Passagiere aus, lassen sie splitternackt zurück.

Ich bitte Sie. Machen Sie ihr nicht noch mehr Angst.

Es wird schon. Vertrauen Sie mir.

Schlafen Sie etwas.

Schlafen Sie. Hier.

So.

Wir reißen euch die Röcke vom Leib!

Nicht bewegen!

Hierher! Los!

Überraschung!

Kommt runter!

Also, Mädels!

-Alle Türen auf! -Dies sind Arbeiterhände, nicht vom Adel!

Her mir den Sachen!

Werft sie raus!

Nein!

-Hier! -Ein schönes Weib!

Hübsches Mädchen! Komm her, Süße!

He, Fräulein! Lass den Koffer los!

Zum Ausgang. Los!

Sie sollten sich besser nicht wehren!

Weiter.

Lassen Sie mich!

Lassen Sie mich los!

Was hast du da?

Kofferfutter aufmachen!

Du, Jude, hältst dich wohl für besonders schlau?

War wohl eine Täuschung.

Setz dich da hin!

Hüah!

Los!

Halt!

Wir sind da.

Marfuscha, bist du das?

Ich habe damals deinen Ring verkauft, Jekaterina Dmitrijewna.

Ich habe es in den Zug geschafft, aber sieh nur, wo ich gelandet bin.

-Bei Batko Machno. -Guter Gott.

Aber was soll ich machen?

Und Machno ist nicht so schlimm, wie die Leute sagen.

Jedenfalls ist er ein Mensch.

-Bist du müde, Jekaterina Dmitrijewna? -Ja, sehr.

Komm mit. Du kannst bei mir bleiben.

-Ich will hier nicht bleiben. -Ruh dich aus. Schlaf.

Dann kannst du weiter ziehen. Komm mit, Jekaterina Dmitrijewna.

Komm herein. Nein, nach rechts. Hier, in die Ecke.

Komm herein. Ruh dich aus.

Gib her, ich halte es.

Schlaf etwas. Das ist jetzt genau das Richtige, nach der Reise.

Hier wird dich niemand stören.

Danke. Hier.

Ja.

So.

Sidorow! In den Verbandsraum!

KRANKENHAUS

So, vorsichtig.

Setzen Sie sich. Frische Luft wird Ihnen gut tun.

-Wie lange war ich bewusstlos? -Lange.

Ich hatte Sie fast aufgegeben.

Hier, bitte.

Sie wurden in den Rücken geschossen. Die Kugel hat Ihr Herz gerade so verfehlt.

Aber Gott sei Dank ist es gut ausgegangen.

Vermutlich ist es beim Rückzug passiert?

Nein, wir haben die Roten verfolgt.

Dann hat wohl einer von uns auf Sie geschossen.

Wahrscheinlich...

Und ich weiß auch, wer.

Mertwetschenko! Wo ist Mertwetschenko?

Komm schon! Mertwetschenko!

Du Bastard!

Du hast die Armee verkauft!

-Haben sie dich gekauft? -Was meinen Sie, Batko?

Was ich meine?

Du hast die Österreicher verschlafen.

Wo sind deine Außenposten?

Wir ritten die ganze Nacht. Nicht ein Außenposten.

Warum schläft die Armee?

Wer weiß, wo die Österreicher herkamen?

Die Steppe ist riesig.

Ah, die Steppe ist riesig!

Ich werde dich in dieser Steppe begraben.

-Warum, Batko? -Erschießt ihn?

Wie denn?

-Wie? -So.

So.

So.

Marfuscha!

Ich komme!

Wo ist Marfuscha? Wer bist du?

Eine Prostituierte? Wenn du Syphilis hast, erschieße ich dich.

He! Sprichst du Russisch?

Antworte! Bist du krank oder gesund?

Gefangene.

Aus dem Zug.

Marfuscha!

-Wo ist Marfuscha? -Sucht Marfuscha, schnell!

-Wo? -Wo ist Marfuscha?

Halt! Ich rede mit dir!

Der Schal...

Komm mit.

Schlampe.

Es tut mir leid.

Gefiel es dir bei mir nicht mehr?

Sollte die Prostituierte dich ersetzen?

Sie ist keine Prostituierte. Sie ist eine Adlige.

Besser und weicher als ich.

Dann muss sie sauber sein.

So viel zu dir.

Aber ich habe dich geliebt.

Nein...

Macht sie kalt.

Batko!

Ich habe Ihnen doch gedient!

Kein Problem. Jemand anderes wird dienen.

Das war deine Entscheidung.

Seid ihr taub? Macht sie kalt.

Nein! Nein!

Nein!

Nein! Nein!

Wenn ich aus der Schlacht zurückkomme, musst du sauber und ordentlich sein.

Und hübsch.

Krasilnikow!

Ich habe eine Frau im Haus.

Niemand darf sie anrühren.

Mir nach!

Keine Sorge, Batko!

Komm her!

Jekaterina Dmitrijewna?

-Sind Sie das? -Ja.

Und wer sind Sie?

Alexej Krasilnikow. Der Bote Ihres Mannes.

Erinnern Sie sich an den Zug? Rostow...

Oh mein Gott!

Ich erinnere mich.

Mein Mann ist gestorben.

Wadim Petrowitsch ist tot?

Nun ja, wir sind im Krieg.

So ist es im Krieg.

Ah! Endlich!

Ich kann nicht mehr!

Dieser Schmerz ist unerträglich. Geben Sie mir eine Spritze!

Genosse Rebrow. Sie haben keine schlimmen Schmerzen. Ihre Wunden sind geschlossen.

Sie brauchen kein Morphium.

Doch.

Doch!

Sie sind nur abhängig vom Medikament, Genosse Rebrow.

Wollen Sie mir ärztliche Hilfe verweigern?

Wollen Sie, dass ich leide?

Sie wollen sich an mir rächen!

Wofür sollte ich mich rächen?

Dafür, dass wir die Macht haben.

Und sie verabscheuen das. Ja!

Sie hassen uns! Sie und Ihr Arzt!

-Ich werde mich beschweren! -Das ist Ihr gutes Recht.

Falls Sie Schmerzen haben, ich habe Ihnen ein paar Tabletten hier gelassen.

Lass uns doch einen Spaziergang machen, hübsches Mädchen!

Fräulein!

Was für eine Wohnung, Männer!

Seht es euch an!

Unfassbar, oder?

Das hatte ich nicht erwartet!

So etwas!

Genau das Richtige für mich!

Genau so!

Was machen Sie hier?

Wir wohnen hier.

Und wer sind Sie?

-Ich bin die Hausherrin. -Die Hausherrin?

Die Wohnung gehört meinem Schwager.

Na dann kommen Sie mal rein, Hausherrin.

Wir wohnen alle zusammen.

Bitte rauchen Sie hier nicht. Hier ist ja keine Luft mehr.

Uiuiui! Nicht so empfindlich...

Raus hier, Sie Schwein!

Die Dame scheint ihren Stil nicht verloren zu haben!

Oh.

Entschuldigung...

Dascha, wir müssen uns unterhalten.

Du verabreichst Genosse Rebrow kein Morphium mehr.

Warum?

Weil ich bei Genosse Rebrow jeden Tag den Verband wechsele.

Seine Wunde ist fast geschlossen.

Nur das Weichgewebe ist verletzt. Aber die inneren Organe

haben nicht mal einen Kratzer. Er hat keine schlimmen Schmerzen.

Man nennt es den "Soldatenschmerz", Morphiumabhängigkeit.

Du gibst ihm besser das ganze, verdammte Morphium,

damit er daran erstickt.

Sergej Konstantinowitsch, das kann ich nicht tun...

Ach nein?

Er hat eine Beschwerde in Smolny eingereicht.

Angeblich zwingst du ihn aus Klassenhass, Schmerzen zu erleiden.

Jetzt verlangen Sie, dass ich dich feuere.

Was soll ich tun?

Maruscha und ich haben ein Kind.

Wir müssen auch irgendwie überleben.

Dascha, es tut mir leid.

Nein, mir tut es leid.

-Kirchtürme... -Und ich würde gerne

in einem glänzenden Wagen zur Sternenkuppel fahren...

Ja, aber schnell, denn...

Etwas Tee und Sandwiches?

Gern...

Es ist etwas chaotisch hier, aber wir haben Tee und Würstchen.

Mögen Sie Sandwiches?

Ich glaube, Sie sind ein sehr guter Mensch.

Viel besser, als selbst Sie glauben.

Kalt!

Er starb, während ich schlief!

Wo warst du?

Warum hast du mich nicht getroffen?

Er wäre noch rechtzeitig geboren!

Dascha!

Fass mich nicht an!

"Katenka, meine Liebe!

Das Leben in Sankt Petersburg wird jeden Tag erschreckender.

Sie haben uns alles genommen, was wir hatten.

Unser Zuhause..."

Wo ist die Hausherrin?

Sie arbeitet im Krankenhaus.

Sie ist Krankenschwester.

-Krankenschwester? -Ja.

Und der Hausherr ist an der Roten Front.

-Iwan Iljitsch Telegin? -Ja, genau. Ein Roter Kommandant.

Wir überprüfen das. Wenn Ihre Information bestätigt wird,

wird diese Wohnung nicht beschlagnahmt.

Es stimmt.

Es ist wahr.

Fräulein, leben Sie in Frieden.

-Danke. -Danken Sie nicht mir.

Danken Sie Ihrem Mann.

Danke.

Schaff diese Widerlinge hier raus!

-Hilf mir mal. -Halt ihn fest.

Mit der Waffe.

Ich stehe zu euren Diensten, Freunde!

Wenn ihr wollt, mache ich Hackfleisch aus den Kirchtürmen,

mit meinen eigenen Zähnen!

-Na los, schneller! -Schön ruhig.

Einen noch.

Bereit! Feuer!

Wenn du dir so sicher bist, warum heulst du dann herum?

Der Bursche und ich haben unser halbes Leben miteinander verbracht, verstehst du?

Wir haben Gespräche geführt...

Wir haben zusammen gekämpft.

Ich dachte nicht, dass es soweit kommt.

Hör auf.

Aber wer weiß?

Wenn Kornilows Männer uns gefasst hätten,

hätten sie uns erledigt, ohne mit der Wimper zu zucken.

Und nicht ich würde hier heulen, sondern mein Freund.

Der Bursche...

-Wir töten unsere Leute so oder so. -Das sind nicht unsere Leute!

Darum geht es doch.

Rechts rum!

Vorwärts, marsch!

Na los! Entscheiden Sie sich!

PFANDHAUS

Walenki! Wer braucht Walenki?

Handschuhe! Hier gibt es Handschuhe! Wärmen Sie sich auf!

Kaufen Sie eine Uhr!

Kaufen Sie eine Uhr!

Eine Uhr! Kaufen Sie eine Uhr!

Daria Dmitrijewna!

Sind Sie das wirklich?

Erkennen Sie mich nicht?

Nikanor Georgijewitsch Kulitschik.

Assistent von Nikolaj Iwanowitsch Smokownikow,

dem verstorbenen Ehemann Ihrer Schwester.

Ja.

Hallo.

Sie haben sich sehr verändert.

Wollten Sie das ins Pfandhaus bringen?

Das ist naiv.

Kaufen Sie eine Uhr!

Vielleicht...

Aber ich wurde gerade im Krankenhaus entlassen.

Ich habe meine Brotkarte verloren.

Ich finde keine andere Arbeit.

Ich würde nach Samara gehen, zu meinem Vater, aber ich habe kein Geld.

Daria Dmitrijewna...

Ich sage Ihnen etwas, was mich gefährden könnte.

Ich soll hier spionieren und anwerben.

Vielleicht könnten Sie mir dabei helfen.

Glauben Sie denn, ich könnte das?

Zweifellos.

Nur jene, die unter Macht gelitten haben, können Russland helfen.

Sie und ich...

Viele haben gelitten.

Jetzt ist es an der Zeit, das Land vor dem Chaos zu retten.

Wir werden einen Aufstand in ganz Russland organisieren.

Und die Entente wird uns helfen.

Einverstanden.

Ich hasse diese neue Macht.

Untertitel von: Constanze Wehnes

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