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Original subtitles

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[Grillen zirpen]

[Frau] Wir sind auf einer Insel.

Es stürmt.

Der Wind weht uns Sand und Staub in die Augen.

[Meeresrauschen]

Ich kann sie nicht deutlich sehen.

Als hätte ich meine Kontaktlinsen vergessen.

Ein kleiner, kompakter Körper.

Der Hautton satt. Dunkler als meiner.

Ihre Füße berühren immer nur kurz den Boden,

dann läuft sie weg.

Sie schaut mich fragend an.

Das Gesicht bleibt undeutlich.

Ich erkenne sie an ihrer Körpersprache. Es ist seine.

Ich versuche, sie zu rufen, aber hab ihren Namen vergessen.

So ist das in Träumen. Alles verändert sich ohne Logik.

Im Traum nehmen wir das hin.

Wir sind hilflos und tun, was man uns sagt.

[Stimmengewirr]

[Ärztin] Die befruchtete Eizelle hat sich perfekt eingenistet…

…aber leider gibt's inzwischen keinen Herzschlag mehr.

Sehen Sie?

[Frau] Ich hab die letzten Tage auch nichts mehr gespürt.

[Ärztin] Der Embryo ist nur knapp vier Millimeter groß.

Da ist ein körperlicher Vorgang eigentlich gar nicht wahrnehmbar.

Ich hab mir eingebildet, was zu spüren.

Bitte.

Zumindest können wir von einem spontanen Abort ausgehen,

bei dem frühen Stadium.

Keine Ausschabung diesmal.

Tut mir sehr leid, dass ich Ihnen nichts Besseres sagen kann.

-[Mann] Sie können nichts dafür. -[Ärztin] Bitte. Kommen Sie weiter.

[Ärztin] Zur psychischen Komponente

kommt ja noch die massive Belastung durch die Hormonbehandlung.

Das darf man nicht unterschätzen.

Das geht schon.

[Ärztin] Der Körper braucht eine Pause.

[atmet tief durch]

Darf ich Ihnen einen Ratschlag geben?

Spätestens nach dem vierten Versuch sag ich immer:

einen Schritt zurücktreten.

Die eigene Lebensplanung noch einmal überdenken.

Sie wissen ja,

dass ein weiterer Versuch vom IVF-Fond nicht mehr unterstützt wird, ja?

[Frau] Mhm.

Vielleicht unternehmen Sie was, was Ihnen gut tut.

Vielleicht machen Sie Urlaub.

[Arzthelferin] 954 Selbstbehalt für Vorpatienten

plus 50 Beratungstermin

plus 250 Samenkonservierung und Lagerung.

Das macht 1.254 €.

[Piepsen]

Na, die will heut nicht.

Alice, kannst du deine…

-Zu geringer Rahmen. Geht Überweisung? -Ich geb Ihnen die Rechnung mit.

[Kinder lachen]

[Musik: "Nothing Really Matters" von Cat Power]

Servus.

Hallo.

-Hallo. -Hallo.

[Musik geht weiter]

Ich komm gleich.

[Musik geht weiter]

[italienisches Radio]

Blinker. Da geht's zur Fähre.

Echt?

Doch, da war…

Doch. Das war die Ausfahrt zum Hafen.

Nee, das ist die nächste.

Da war ein Schild mit 'nem Schiff drauf.

[Mann] Vorbei.

[Alice] Doch, aber da steht doch "Porto". "Porto" heißt doch Hafen. Oder?

[Alice] Ich seh nichts. Hab die Linsen vergessen.

Willst du fahren?

[Mann] Soll ich?

[Stimmengewirr]

[Mann, tirolerisch] Es hat 'ne Schiffsraube.

[Mädchen, tirolerisch] Wie fährt 'n Schiff mit Schraube?

-Der Ticketschalter ist jetzt woanders. -Okay.

Wo ist denn das Zelt geblieben?

Hast du's weggeschmissen?

Beim Umzug.

[Schiff hupt]

Es war eh kaputt.

[singt unverständlich]

[italienisches Radio]

[Alice] Ist das nicht die Straße zu dem Campingplatz?

[Mann] Nee, das ist ganz woanders.

[sanfte Klaviermusik]

[Elektromusik im Radio]

[Meer rauscht]

[Vögel zwitschern]

[Handy klingelt]

Herr Janacek.

Herr Janacek? Ja?

Aha.

Ja.

Ähm…

Aber es ist doch… Es ist doch alles dicht, oder?

Ja.

Ja… ähm… dann…

…können wir jetzt nur warten. Mhm. Das ist morgen bestimmt besser.

[flüstert] In Wien schüttet's.

Ja, aber danke. Wiederhören.

Hab vergessen zu sagen,

es ist ein Zentrum für Konfrontationstherapie.

Wir sollten fragen, ob's das richtige Haus ist.

[Automotor]

[jemand steigt aus]

-[Frau, tirolerisch] Waren wir zackig. -Eindeutig.

[Frau] Mein Auto hätten wir an die Steckdose anstecken müssen.

[Mann von Fähre] Nur aufm iPhone.

David, leg das Kastl weg und steig aus.

Wir sind da.

[Nachbarn reden unverständlich]

[ironisch] Danke fürs Helfen.

-[Nachbarin] Brutal schönes Haus! -[Nachbar] Ja?

[Nachbarin] Schau. Ein Wiener Kennzeichen.

[Nachbar] Überall sind sie.

[Nachbarin] Es muss 'n Laden geben. Die Nachbarin hat was gekauft.

[Nachbar] Beim Eingang.

-[Nachbarin redet unverständlich] -[Nachbar] Ah ja. Du…

-[Nachbar] Sollen wir den Grill anwerfen? -[Mädchen] Ja!

[Nachbarin redet unverständlich]

So, jetzt möcht ich ganz viele Kohlenhydrate

und Olivenöl und Grappa.

Und mit dir Nachspeise teilen, weil du keine haben willst,

und dann isst du sie praktisch ganz alleine.

Du…

Können wir uns das leisten?

Ja. Ein Tiramisu ist grade noch drin.

Ich mein den Urlaub.

Die Frage ist falsch. Wir brauchen das.

[Nachbarn reden unverständlich]

Ich geh schnell duschen.

[Mann] Mhmmm…

[sie lacht]

Was ist?

Ganz schön gierig, was?

Man könnt sagen, du genießt die Sachen. Ist doch schön.

Oma sagte immer:

"Der braucht keine Frau, der braucht nur Nachspeisen."

Oje, alles falsch gemacht.

Jetzt würd sie's anders sehen.

So 'ne schöne Frau hätte sie mir nicht zugetraut.

[Mädchen] Mama, ich kann nicht einschlafen.

[Nachbarin] Kannst du nicht einmal Ruhe geben?

Es ist gleich halb elf.

Du riechst sehr gut nach Knoblauch.

Das hält jung, weißt du?

Meine Oma hat immer 'ne ganze Knoblauchzehe am Tag gegessen.

[Mädchen] Ich will bei euch sein!

Mama!

[Nachbarin] Nicht mal um halb elf hab ich meine Ruhe.

[Mädchen] Nicht einmal um halb elf bringt mich jemand ins Bett.

Nicht mal um halb elf gibt's genug zum Trinken.

Nicht mal dann.

[Nachbar] Hör auf mit dem Theater. Immer das Geschiss. Ab in die Heia.

[Mädchen] Das müssen wir mitnehmen.

[Grillen zirpen]

[summt vor sich hin]

[Mädchen hört kurz auf zu summen]

[summt weiter]

[Mädchen] Mama, kann ich ein Eis?

Nicht vorm Mittagessen, Schatzele.

[Mädchen] Wann ist Mittagessen?

[Nachbarin] Grad neun vorbei.

[Mädchen summt]

[Handy klingelt]

Herr Janacek, guten Morgen.

Grad in dem Moment wollte ich Sie anrufen. Ja?

Ist das Wetter besser heute?

Na ja, dann vielleicht am Nachmittag. Wegen dem Keller, ja.

Der Keller ist ja in diesem Zustand für uns leider nicht zu gebrauchen.

Und das ist sehr ungünstig, weil wir ja doch recht viel Material lagern müssen.

Es wär super, wenn Sie die Wände fertig hätten,

bis wir aus dem Urlaub zurückkommen, und den großen Raum auch verfliest.

Darf ich einmal beißen?

Ja, sicher.

Ja.

Im Keller sieht's keiner, und die kosten nicht mal die Hälfte.

Nimm das Ganze. Ich schenk's dir.

-Echt? -Ja.

Danke!

Der schläft noch.

Entschuldige. Sorry, ist das Kipferl da von Ihnen?

Ach so, ja, passt schon.

-Danke. -Ja.

Total nett. Tschuldige, gell?

Ja. Ich schick Ihnen das Angebot für die Fliesen weiter.

Dann ist's schriftlich.

Ja.

-[Nachbar] Die Mama muss Bananayama… -[Nachbarin] Pranayama mach ich.

[Alice] Auf Wiederhören.

[Nachbar] Denise, lass die Mama. Die muss Bananarama machen.

Es ist doch total okay, wenn wir es oben erst mal roh lassen.

Langfristig können wir im Dach einen großen Raum haben.

Ganz luftig, ohne Zwischenräume, hm?

Ich wär glücklich, wenn wir ein Dach hätten.

Ja…

[Denise] Papa, gehst du mit mir zum Pool?

[Nachbar] Am ersten Tag muss man zum Meer.

[Denise] Warum?

[Nachbar] Das ist einfach so.

Mach das später. Du kannst dich doch eh nicht konzentrieren.

[Denise] Können wir das Dokrodil aufblasen?

[Nachbar] "Krokodil" heißt das.

[Nachbar] Ah, die Wiener sind auch schon munter.

-Morgen. -Morgen.

Morgen.

[Denise schreit]

-[Nachbar] Christl, wo ist die Pumpe? -[Christl] Daheim.

[Nachbar] Wer hat denn da eingepackt?

-[Christl] Du sicher nicht. -[Nachbar] Muss ich das jetzt aufblasen?

Brauchst nicht in dem Ton reden.

[Denise] Du schaffst es, Papa. Du schaffst es.

Du bist der Stärkste!

[Nachbar] Geht eh was weiter.

Da hinten den Schwanz.

Schaut größer aus, als es ist.

-[Christl] David, jetzt komm mal raus. -[David, tirolerisch] Ich lern!

[Christl] Du kriegst Schattenallergie.

Du gehst nachher vor, und ich schau, dass wir das Haus wechseln können.

Ok?

[Nachbarn lachen laut]

-Signore? -Io… una… question.

Si. Prego.

Äh…

Si possible de…

…change the… ähm…

You know, the… change the house?

-[Akzent] Wir können Deutsch probieren. -Ach so! Super.

Ich wollte fragen, ob's möglich wäre, dass wir das Haus tauschen.

Was nicht in Ordnung?

-Doch, ich… -Buongiorno.

Buongiorno!

Servus, Nachbar.

Hallo.

Ähm… Wir wären lieber…

-[Baby schreit] -Wir möchten gern Morgensonne.

Ist kein Problem. Ich schaue gleich im System.

Äh, Moment. Ist das wegen uns?

Nein. Wir wollen mehr Morgensonne.

-Dann ziehen wir um. -Das kommt nicht infrage.

Da noi, äh… noch… äh… niente… äh… Kinderbett.

Bei uns ist kein Kinderbett, also…

Ach so… Das steht bei uns, das Kinderbett.

Bei euch?

Wir haben ein schönes Haus. Bisschen kleiner, aber ganz sonnig.

[Telefon klingelt]

[Frau] Wie Sie wollen.

Wissen Sie, was? Vergessen Sie's. Wir bleiben im Haus.

Okay, dann schicke ich jemanden, um das Bett zu holen.

Nein. Das machen wir. Oder?

Ja.

-Romed. -Niklas.

Servus.

-Geht's? -Ja. Es geht.

Kriegst auch nicht Buckelweh?

Wie bitte?

Ob du Rückenschmerzen kriegst? Vom Tragen.

[Niklas] Dafür müsste es 'n bisschen schwerer sein.

[Romed] Bei euch Stadtlern weiß man nie, gell?

[Romed lacht]

[Meer rauscht]

[Denise summt]

Das bist du.

Die traurige Frau.

Warum denn traurig?

Weiß ich doch nicht.

Wie heißt du eigentlich?

Ich bin die Denise.

Wenn ich mal groß bin, werd ich Skiabfahrtsläuferin.

[Christl] Denise, kommst du? Einschmieren müssen wir dich noch.

Ich muss.

[sie reden unverständlich]

[Christl] 'Ne Gummibärin?

Hast du 'ne Freundin gefunden?

Ich hatte keine Chance.

[Romed] Herrlich.

Und du? Hat's geklappt?

Angeblich ist kein Zimmer mehr frei.

Ach, die ist eh voll süß.

Und sie reden saulustig.

Mhm.

Kommst arschlings den Bichl auffi.

Wie bitte?

Kommst arschlings den Bichl auffi.

Mir tut der Buckel weh, Trurtschn.

Woher kannst du das?

Hergottsakra, geh mir nicht auf die Gogaln.

[sie lacht]

[Denise] Ich will wieder ins Wasser.

[man versteht Christl nicht]

Trurtschn…

Mir egal, was das ist, aber ich glaub, genau das bin ich.

Mhm.

Trurtschn…

Seh ich irgendwie traurig aus?

Hm?

Was meinst du?

Ich frag mich einfach, ob man mir das ansieht.

Quatsch.

Schön siehst du aus.

Trurtschig halt.

[Romed] Trau dich rein! Geh eini!

Brauchst keine Angst haben vorm Wasser.

[Christl] Das ist Urlaub!

[Musik: "Stay" von Cat Power]

[Meer rauscht]

-[Romed] Ihr seid gestern gekommen. -[Niklas] Ja.

[Romed] Du, aber ihr seid Wiener, oder?

Also, ihr habt ein Wiener Kennzeichen, aber ihr klingt nicht grad wie Wiener.

[Niklas] Ich hab dort gejobbt. Eigentlich nur für ein paar Wochen.

Dann traf ich meine Frau und bin geblieben.

Und was machst du, also, was machst du beruflich?

Sozialarbeiter.

-Wow. Respekt. -[Niklas] Mhm.

Das könnt ich nicht.

-Und ihr? -Schlosserei.

Neun Angestellte.

-Ja. Läuft ganz gut. -Geil.

-Wo denn? -In Hall. Kennst du das…

Das ist in Tirol.

Ich war als Kind jeden Winter in Tirol.

-Ich kann besser Ski fahren als ihr. Ja. -[Romed] Das schau ich an.

Oh, die Dame.

Bist rot geworden, 'ne? Christl.

Ja, Hauttyp eins. Alice.

So, Alice. Romed. Servus.

-Danke! -Schönen Urlaub!

Prost!

-Cheers. -Prost.

[Dialekt] Was machst du beruflich, dass du mit Computer in Urlaub fährst?

Wie bitte?

Was tust du… Was du beruflich machst,

weil du immer vorm Laptop sitzt im Garten.

Das hat mit der Arbeit nichts zu tun. Wir bauen.

Jungfrau. Aszendent Fisch. Hundert pro.

Fisch wegen der empfindlichen Haut und Jungfrau wegen karriereorientiert.

Ja, Jungfrau. Ansonsten bin ich bei der Raika, Kundenbetreuung.

Weil die Christl, die hat nämlich gerade ihren Astrologieführerschein gemacht.

Und seitdem wird analysiert.

[Niklas] Spannend.

-[Gepolter] -Ja.

Kinder habt ihr keine, hm?

Nein.

-Ihr habt es fein. -Ja.

[Denise] Mama! Papa!

Ist vielleicht die Sternenkonstellation.

-Wahrscheinlich! -[Denise] Jetzt sofort!

Gut, gehen wir.

-Wir sehen uns, gell? -Ja.

-[Denise] Mama! Papa! -Ciao.

-[Romed] Spielst du Tennis? -Ja.

-Machen wir ein Match? -[Niklas] Mhm.

-Klar. Ja. -Geil.

Top.

Bis dann.

[Christl] David, hast du die Denise aufgeregt?

Oachkatzlschwoaf.

Oachkatzlschwoaf.

-War doch richtig, oder? -Mhm.

Oachkatzlschwoaf.

[Alice lacht]

Ich denk immer "Nimm Fisch" und nehm doch Nudeln.

Mhm.

Erst mal was trinken, oder?

Mhm.

[Alice] Hm…

[Stimmengewirr]

[Computerspiel piepst]

Wieso haben die überhaupt 'n Kind?

Na ja, so können die Eltern wenigstens in Ruhe 'n Gespräch führen.

Wahrscheinlich beneiden die uns gerade.

Ja, vielleicht.

Buona sera.

Wir hätten gern 'ne Flasche vom Hauswein.

Rot? Weiß?

-Äh… rot.. -Ok, perfekt.

Ich bringe den Wein und nehme die Bestellung auf.

Also, ich würd sagen, du bist Aszendent Zwilling.

-Wieso? -Wegen dem Hang zu doppelten Portionen.

Au! Weißt du, wie viel ich gegessen hab?

Ja, ich weiß, ich war dabei.

-Ey, komm. Das machen wir jetzt auch. -Was?

-Da. -[langsame Musik]

Nee.

-Doch. -Ich kann mich nicht bewegen.

Nein, wirklich nicht. Hör auf! Bitte lass mich.

-Ich will einfach nur ins Bett. -Ist ganz einfach.

[er lacht]

Guck, hier ist kein Mensch.

Das ist ja das Schöne dran.

Ja.

[lachen]

-Warum hast du dich denn nicht eingecremt? -Hab ich doch. Aber halt nur einmal.

Umdrehen bitte.

Ei, ei, ei, ei, ei.

Ei, ei, ei.

Nichts Fisch. Eher Krebs, würd ich sagen.

Machst du auch den Führerschein?

[Wasserhahn läuft]

[putzt sich die Zähne]

[Meer rauscht, Grillen zirpen]

[Romed] Was hat der Bub heut gemacht?

[Christl] Im Haus war er. Sagt, er hat gelernt.

[Romed] Ich find einfach keinen Zugang zu dem.

Mir reißt langsam der Geduldsfaden, das sag ich dir.

In seinem Alter hab ich nur Einser geschrieben

und war im Fußballverein,

hab Tennis gespielt und Papa im Betrieb geholfen.

-[Christl] Vergleich dich nicht mit ihm. -Wieso?

Er ist kein Kind mehr.

[Christl] Ja, aber der ist 13 Jahre.

[Romed] Keiner war mit mir im Urlaub. Der hat noch nicht mal das Meer gesehen.

Ich täte ihm das Telefon wegnehmen, aber ich hab nichts zu melden.

[Christl] Jetzt sei nicht so. Das wird halt eine Phase sein.

[Romed] Hoffentlich.

[Christl] Die haben wir alle gehabt. Und du auch.

Der kriegt sich wieder ein.

[Romed] Er war so ein toller Bub.

[Stimmengewirr]

ASPHALT IST MEIN EINZIGER FREUND

Oh, shit.

Der Tobi hat grade am Gymnasium angefangen, gell?

Ja, super.

Na, das freut mich.

Gut.

Warum ich kurz mit Ihnen sprechen wollte, und zwar…

…hat sich bei uns der Kostenrahmen ein bisschen verändert und ich… Ja.

Und ich wollte Sie bitten,

mal in unserem Vertrag nachzusehen und sich zu überlegen,

ob wir den Kreditrahmen doch nochmal um 15.000 heben können.

Ja.

Seit Jahren sag ich's den Kunden, jetzt erfahr ich es.

Ist mal was anderes.

[Christl] Romed? Kannst mir das Nussöl bitte bringen?

Sei so gut.

[Romed] Welches?

[Alice] Ja, toll. Danke, Herr Wagner.

Gut.

Ich bin am Montag wieder im Haus.

Wenn ich gegen 9:30 bei Ihnen hochkomme, passt das?

[Christl] Das, was ich halt habe.

-[Alice] Das Wetter ist toll. -[Romed] So viele Flaschen.

[Alice] Wünsch ich Ihnen auch. Auf Wiederhören.

[Christl] Cremst du mir den Rücken ein bitte?

[Stimmengewirr]

[Christl lacht]

Sorry.

Sorry?

Der war out.

Der war Linie.

Nein.

Doch, der war Linie.

Das glaub ich nicht.

-Willst du eine Wiederholung? -Ist immer das Gleiche mit dir.

Ok, Wiederholung.

Mehr Glück als Verstand, aber passt schon.

Komm. Lang gilt das Angebot nicht.

-Das mit dem Verstand nimmst du zurück. -Sicher nicht.

Du kannst echt nicht verlieren.

Ich hab grad auf 'ne Wiederholung verzichtet.

Ich hab dir extra Sätze geschenkt, damit's 'n bisschen spannender wird.

Mhm.

Gibst du mir bitte auch was?

Sicher.

[Dusche prasselt]

Hm…

Heut bin ich mal traurig.

Aha. Warum?

Kann man nicht immer wissen.

Ja, das stimmt.

Darf ich ein Stückerl?

Bitte schön, du Strawanzerin.

Was ist 'ne "Strawanzerin"?

Das ist eine, die immer davonrennt.

[Christl] David?

Vor was denn?

-Das weiß man nicht immer. -[Christl] Denise?

-Stimmt. -Hier!

Tschuldigt, gell? Wo ist der David schon wieder hin?

Komm, Denisel-Kind. Die Alice muss arbeiten.

[Alice] Nein, gar nicht.

Tschuldigt. Ihr habt's euch ruhiger vorgestellt hier.

Nee, haben wir nicht.

Passt schon.

Jetzt, Den… jetzt komm.

Immer rennst du mir weg.

Pfüat euch. Tschuldigst!

Mama, warum gehst du denn nackig zu den Nachbarn?

Ich hab 'ne Hose an.

Wo ist der David wieder hin? David?

[Romed] David?

Ach, da bist du.

-Ich geh jetzt schwimmen. Kommst du mit? -Ich mag nicht schwimmen.

Gehen wir Tennis spielen?

Ich mag nicht Tennis spielen.

Ich hab gesehen, in der Nähe ist ein Klettersteig.

Wenn du willst. Das könnte dir taugen.

[Meer rauscht]

[Stimmengewirr]

Erst die Schlucht, dann gut essen…

…und am Abend machen wir's uns auch richtig schön.

Wieso auch?

-Hab ich "auch" gesagt? -Ja.

[er räuspert sich]

[Alice] Hm…

Ich weiß ja auch nicht, warum ich zurzeit so angespannt bin.

Grüß euch.

Du schon wieder?

Willst du mit mir spielen?

Okay, kurz.

Okay.

-Stört's dich? -Nein.

Gehst du in den Kinderchor?

Ob ich in den Kinderchor gehe? Nee.

Nee.

Wieso? Du?

Ja.

Ja?

♪ Vater unser, der du bist im Himmel ♪

♪ Geheiligt werde dein Vater ♪

Bravo. Sehr schön.

Und jetzt tun wir beten.

Warum denn beten?

-Gehst du nicht in die Kirche? -Nein.

Dann können ja deine Wünsche nicht in Erfüllung gehen.

Ja, vielleicht.

Darf ich einmal?

Mhm.

Ui, bei dir ist ja schon Abend.

[Denise kichert]

Äh… Denise! Wart mal… Sto…

Denise, du…

Gibst du mir die Brille wieder?

Wart mal kurz!

Denise. Ka…

Denise…

Denise, das…

[Knacken]

[Alice] Scheiße.

[Denise] Scheiße sagt man nicht.

Doch, Scheiße.

Denise!

Die war sauteuer.

Sag einmal, spinnst du? Ohne Flügel!

[Denise] Sie hat gesagt, sie passt auf mich auf.

-Ich wusste nicht, dass sie… -Ich krieg noch 'nen Herzinfarkt.

Tschuldigung.

Passt schon. Woher sollst du's auch wissen?

So, jetzt aber Abmarsch!

Oh Mama.

Sonst musst du Schwimmflügel tragen.

[Denise spricht unverständlich]

[Romed] Du Sau!

'N Weinkeller hab ich gebaut, bauen lassen, das war's mir wert.

Da haben wir so…

Das schaut super aus. Da haben wir so… Vulkanischen Tuff haben wir da reingetan.

Das schaut gut aus.

Ah, wie so ein richtig alter Keller? So…

Eben nicht. Wir haben ihn 2009 gebaut. Aber er schaut ein bissl so aus. Stimmt.

-Wie machst du's mit der Temperatur? -Kühlanlage.

In einem separaten Raum. Sieht und hört man nichts.

Ja, Wahnsinn.

[Christl] Was da für schöne Blumen sind, hm?

Schau.

Wir gehen schnell heim.

Der Keller ist mein Reich, sag ich dir.

Wenn ich meine Ruhe haben will, geh ich da rein.

Ist herrlich.

Verstehe, dass ihr keine Kinder haben wollt.

[Stimmengewirr]

[Nachbarn reden unverständlich nebenan]

Hättest du lieber 'ne andere Frau?

Würdest du lieber mit der Christl schlafen?

[Wind rauscht, Vögel zwitschern]

Ich mein, ich brauch keinen Weinkeller, aber gegen 'ne Sauna hätte ich nichts.

Ist gar nicht so teuer. Du gehst doch auch gern in die Sauna.

Ich find, wir sollten's uns so richtig schön machen.

Vielleicht auch so 'n… so 'n kleinen Schwimmteich.

Wenn sich das alles ausgeht, dann könnte man so Karpfen reinmachen.

Kennst du diese Koi-Karpfen?

Die sind zwar teuer, aber…

[seufzt]

Alice?

-Hallo. -Hi.

Manchmal denk ich, wir verkaufen's.

[Niklas] Mhm.

Ich wusste nicht, dass 'n Haus nur mit Kindern 'ne Daseinsberechtigung hat.

[er räuspert sich]

Wir haben 'n schönes Leben verdient.

Auch ohne Kinder.

Ich will aber kein Haus oder 'n Hund.

Oder 'ne Sauna oder 'n Vibrator statt 'nem Kind.

Verstehst du das nicht?

Wir haben noch nicht alles diskutiert nach der Eizellenspende.

Oder wir adoptieren. Du willst's nicht hören.

Nee, will ich nicht.

Ich will 'n eigenes oder gar keins. Ja, so ego bin ich.

Ich hätte gerne meine Zellen und deine Zellen.

Meine Haare, deine Augen.

Ich will uns.

Was ist falsch mit meinen Haaren?

Du kannst nicht anders als ausweichen.

Mit deinen Witzen und mit deinem Körper.

Ich verstehe dich doch, total.

Ich will auch, dass so 'n kleiner Genpool von uns…

…nur von uns zwei im Garten herrumrennt.

Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass es nicht in Erfüllung geht.

Du redest wie 'n schlechter Therapeut.

Nicht ich würde die Therapie brauchen.

Ist wie Kino, gell?

[Auto kommt näher]

[Hupen]

[Stimmengewirr]

[Meer rauscht]

[Auto surrt]

[jemand steigt aus]

[Tür wird aufgeschlossen]

Ich hab mich so aufgeführt.

Ich versteh dich ja.

Sag das doch nicht immer.

Komm. Steh auf.

[sie lacht]

[sie stöhnt lustvoll]

[seufzt]

[Niklas] Hm...

Ich würd wirklich gerne mit dir schlafen.

[er seufzt]

[Meer rauscht]

[Romed redet unverständlich]

[Reißverschluss zurrt, Metall klappert]

Ach geh. Bin ja dauernd im Betrieb.

Familie, keine Zeit für nichts.

[Niklas redet unverständlich]

-[Romed] Warum hast du dann aufgehört? -[Niklas] Weiß nicht. Ich hab es versucht.

[Romed] So, Helme. Wenn wir sie brauchen. Man weiß nie.

-[Niklas] Wie geht das? -[Romed] Genau. Schön engziehen.

[Romed] Das sind meine Reserveschuhe. Die kannst du anprobieren.

Und nicht erschrecken. Wenn die vorne drücken, ist das gut.

[Niklas] Schön eng.

[Romed] Ja, sonst hat man kein Gefühl.

[Romed] Morgen!

Wir probieren den Klettersteig im Rocca Doria aus.

[Niklas] War seine Idee.

Sicher.

Schön.

[Romed] Oha.

Ich glaub, das hat ihr jetzt nicht ganz gepasst.

Sollen wir morgen gehen? Mir ist es egal.

Das passt schon.

So.

-Sicher? -Ja.

Na, du wirst's schon wissen.

Schau mal. Ist das richtig so?

Ja. Du, aber ich bin nicht schuld, gell? Nur dass du's weißt.

-Die beruhigt sich schon wieder. -Ja?

[Tür geht auf]

Machst du Urlaub mit dem Romed?

Ich wollt schon ewig klettern gehen.

[Tür fällt ins Schloss]

[Handy klingelt]

Ach, Scheiße.

Hallo?

Ja.

Wie bitte?

Aber der Herr Janacek hat immer gesagt, dass das Angebot hält.

Das…

Was?

Was, aber wir…

Falsch genagelte Schindeln sind nicht unsere Schuld!

Ich lass mich doch von Ihnen nicht naiv nennen.

Würden Sie mit meinem Mann so reden?

[seufzt]

Ja.

Ja, das interessiert…

Ja. Nein, ich werde mich jetzt ganz bestimmt nicht beruhigen!

[ächzt verärgert]

Arschloch.

Sorry, ich bin jetzt fertig.

♪ Geh bitte aus dem Weg, Yallah Geh mal bitte aus dem Weg ♪

♪ Nur weil du dich nicht bewegst Komm ich sicher nicht zu spät, Alda ♪

♪ Aus dem Weg Geh mal bitte aus dem Weg ♪

♪ Jedes Hindernis wird stets Mit links weggefegt, Alda ♪

♪ Aus dem Weg Geh mal bitte aus… ♪

[italienisches Stimmengewirr]

[Handy klingelt]

Ich hab Yoga nie verstanden. Du?

Nein.

Ich kann mich nicht auf Druck entspannen.

Ich find, das einzig Schöne im Leben ist die Musik.

Wenn du mir die Ohrstöpsel rausreißt, reiße ich dir die Lunge raus.

Hab ich nicht vor.

Ist eh der Scheißakku leer.

Wie Sie vorhin Ihr Handy weggeschmissen haben…

Geil. Burn your bridges.

[Meer rauscht]

[Möwen rufen]

Ein kleiner Schritt…

…und ich wär ausgelöscht.

Da bliebe nichts übrig von mir. Gar nichts.

Wie meinst du das?

Nichts. Nur so halt.

-[Popmusik über Kopfhörer] -[Autotüren knallen]

Hey.

Wo warst du? Ich hab dich nicht erreicht.

Geht's dir gut?

-Das Dach wird… -Ich schmeiß jetzt den Grill an.

Wir sind eingeladen.

-Sonst hab ich den umsonst mitgezerrt. -[Niklas lacht]

Wir bleiben nicht lange. Versprochen.

Papa, ich hab schon so einen Hunger.

-Verschwind. -He!

[Romed] Das ist heiß.

[Denise] Wie lang dauert denn das noch?

[Romed] Nicht mal am Grill hab ich Ruh. Nicht mal da.

-[Romed] Buongiorno. -[Christl] Hallo.

[Christl] Wo ist Alice?

[Niklas] Liebe Grüße, sie hat 'n Sonnenstich.

[Christl] Mei, die Arme. Ganz viel trinken.

[Romed] Ja, du auch. Nimm dir mal 'n Bier da drüben.

[Romed] Und? Was macht der Hausbau?

[Niklas] Läuft nicht so gut. Das Dach wird teurer als gedacht.

[Romed] Ich weiß schon. Immer Extrawünsche.

Passt bloß auf.

Beim Hausbau hab ich graue Haare bekommen von einem Tag auf den anderen.

-Von einem Tag auf den anderen. -[Christl] Das war Horror.

[Romed] Ja, aber die Sonderwünsche sind auf deinem Mist gewachsen.

Welcher normale Mensch hat denn einen Yogaraum daheim?

Isst du kein Würstl?

Nein.

Ich muss einfach nur allein sein.

Allein sein ist nicht fein.

Find ich.

Bist du immer noch böse wegen der Brille?

Ja.

Da, kannste haben.

[Nachbarn reden unverständlich]

Finster ist das.

Da hab ich Angst, dass ein Unwetter kommt.

[Christl] Trinken wir Prosecco?

Ich muss essen gehen, weil sonst kriege ich kein Eis.

[Romed] Der hat einen Körper! Einen Körper hat der.

[Stimmengewirr und Lachen]

-[Romed] Komm, Maus. -[Denise] Kann ich ein Eis?

[Romed] Der 2010er ist der Hammer Der hat genau die richtige Würze.

Einen samtenen Körper, der zergeht dir auf der Zunge.

Neptun am MC, na pfüat dich Gott.

Wieso?

Der Öffner ist ein Witz.

-Hast du Wasser getrunken? -Hey.

Wieso?

[Romed] Hock dich her! Kriegst 'n guten Wein. Der hilft immer.

-Komm eigentlich wegen dem Eis. -Eis, Moment…

Pistazie Aszendent Stracciatella haben wir im Angebot.

Du bist so deppert.

Klingt super.

Machen wir gleich ein Paarhoroskop, hm? Geburtsort und Datum bitte.

[Romed] David, isst du nicht?

[Alice] 12.09.79 bei Hannover.

[Romed] Ah, Hannover.

[Christl] Hab ich's nicht gesagt? Uhrzeit?

Weiß ich nicht.

Aszendent bist du Fisch, da brauch ich nicht rechnen.

-[Romed] Einmal Gelato. -[Alice] Danke.

[Grillen zirpen]

[Christl] Ach… haben wir doch noch Hunger?

Ihr seid ja wirklich 'ne scharfe Kombi.

Schütze und Jungfrau.

Und seine Sonn, also deine Sonne…

…im Quadrat zu deiner Venus. Na Servus.

Inwiefern?

Du hast den Saturn in Konjunktion zur Sonne und zum Merkur.

Wahnsinnig diszipliniert bist du und bescheiden.

Aber der Saturn macht ein Quadrat zum Mond.

Und das kann ein Problem sein. Also mit Kindern und…

[Romed] Jetzt übertreibst du, oder?

[Christl] Du magst nicht, dass ich von was mehr weiß wie du.

Es muss nicht jede Frau für 'ne Familie leben.

Lassen wir's gut sein?

[Christl] Ich wollte halt was Positives zur Situation sagen.

So oft probieren und dann wieder nichts…

Schrecklich.

Wie man's halt hat, ist man unglücklich. Bei uns war's genau umgekehrt.

Beim David war ich grade 17. Das war ein Unfall.

[Niklas] Danke, reicht.

Nur kein Stress. Das klappt schon noch. Hm?

Unwahrscheinlich.

Unwahrscheinlich und unleistbar.

Nicht jede Frau muss Mutter sein dafür, dass sie ein ganzer Mensch ist.

Dein Körper wird's wissen.

Jetzt gibst du mal bitte Ruhe?

Tschuldige, sie redet und redet und hört sich nicht zu.

[Christl] Die Natur ist gescheiter wie wir.

[Romed] Hör bitte auf.

Das Problem ist, wir haben geglaubt, wir sind gescheiter.

Was meinst du jetzt damit?

Ich war schon mal schwanger. Ganz ohne Planung. Nur aus Liebe.

Wir waren auch hier auf Sardinien. Campen.

-Ein paar Monate zusammen. -Alice.

'N schöner Urlaub, obwohl es nur geschüttet hat.

Ich weiß gar nicht, was das die angeht.

Wir waren uns einig, dass wir noch gar nicht so weit sind,

dass wir uns noch gar nicht richtig gut kennen.

Ich hab den Herzschlag gesehen, aber schnell weggeschaut.

Habt ihr's weggetan? Oje.

Wein ruhig.

Das hilft.

Leider nicht. Das probiere ich seit Jahren.

Es ist ein bisschen frisch geworden.

Aber ihr werdet sehen, morgen ist Superwetter.

[Terrassentür wird geschlossen]

Keine astrologischen Ratschläge, wie wir weitermachen?

Sie ist katholisch.

Das war dann im Vordergrund.

Ich weiß nicht,

warum du mit 'ner Urlaubsbekanntschaft die Familienplanung besprichst.

Du hast angefangen.

Ich hab's Romed beim Klettern erzählt.

Ich war froh, darüber sprechen zu können.

Du könntest mit mir sprechen.

Du rührst mich seit Monaten nicht an.

Ekelst du dich vor mir?

Ey, du übertreibst so.

[er seufzt]

Ich hab halt grad keine Lust. Was weiß ich?

Du hast Angst vor mir.

Du spinnst doch.

Doch.

Du hast Angst, weil du's nicht bringst.

Weil deine Scheißspermien viel zu langsam sind.

Das nimmst du sofort zurück.

Du willst nur mit mir schlafen, weil du 'n Kind willst.

-Das nimmst du jetzt zurück. -Ich hab nicht damit angefangen.

Wahrscheinlich hat die Natur recht.

Irgendwas passt da nicht.

[Glas klirrt]

[brüllt] Scheißfisch!

[Schlüssel klappern, Tür wird geöffnet]

[Tür fällt ins Schloss]

[Autotür wird geöffnet und geschlossen]

[Auto startet]

[dumpfe Radiomusik]

[Rockmusik: "Never Be Yours" von My Ugly Clementine]

Er hat sie nicht mehr alle.

Kaffee?

Erst sollst du 14 Tage gar keinen Sex haben,

und dann an dem einen Tag unbedingt, aber bitte schön um 11:25 Uhr,

weil um 12 Uhr könnte es nämlich zu spät sein.

-Das ist eine blöde Tageszeit. -Ja. Allerdings.

Eigentlich willst du nicht mit ihm schlafen.

Du willst ihn nicht mehr sehen.

Aber legst dich halt doch hin.

Weil…

…unten sind die Chancen besser.

Obwohl du lieber oben bist.

Dann schiebst du ihn rein.

Er schaut dich nicht an, du ihn nicht.

Und für was? Für nichts.

Dann machst du doch die Scheiß-In-vitro.

Was die Ärzte dir vorschreiben ist absurd.

Die geben dir diese riesigen Spritzen mit nach Hause,

und dann muss dein Mann die dir in den Hintern spritzen.

Das ist echt eine seltsame Situation, verstehst du?

Und ich versteh's einfach nicht.

Wie können die Leute so vieles erfinden, und nichts davon funktioniert?

Nichts.

Ich meine… die behandeln dich wie eine Kuh.

Die wollen deine Eizellen nehmen, in einen Eimer geben, Sperma dazu,

und das ist so…

Das ist so… entwürdigend, weißt du?

Willst du ein Kind sein, das so gezeugt wurde?

Ähm…

Nein.

Ich will das nicht mehr. Ich will nicht die ganze Zeit daran denken müssen.

Manchmal warte ich nur darauf, dass ich endlich 46 oder 47 bin und…

…das alles hier vorbei ist, weißt du?

Weil bis dahin können wir nicht damit aufhören.

Ich weiß nicht…

…ob wir aufhören können.

[Alice schnieft]

Gibst du mir deine Eizellen?

[lachen]

[Wind und Meer rauschen]

[Klappern im Hintergrund]

[Klappern im Hintergrund]

[Meer rauscht]

[Romed] David?

[Hund bellt in der Ferne]

[Romed schreit panisch]

[Romed] David!

[Helikopter nähert sich]

[Christl] David!

Lass mich!

[panisch] David! Was machst du für einen Scheiß?

David!

[Mann zählt auf Italienisch]

[Christl weint bitterlich]

[Romed] Jetzt lass es! Du bist im Weg! Jetzt geh weg!

[Christl] Nein!

[Notarzt zählt auf Italienisch]

[Christl] Schatz, David…

David!

-Wach auf! David, wach auf! -[Sirene]

[Christl] David!

David.

[Christl weint]

[Christl weint] Wach auf! David!

[Meer rauscht]

[Niklas] Ich hab dich gesucht.

[Alice] Was?

[Vögel zwitschern]

[Meer rauscht sanft]

[Alice] Ist das 'n gutes oder 'n schlechtes Zeichen?

[Niklas] Was?

[Alice] Dass sie noch nicht zurück sind.

[Niklas] Ich weiß nicht.

[Wind und Meer rauschen]

[Grillen zirpen]

Er war nie im Wasser.

Gar nie.

[Niklas] Es tut uns leid.

Können wir was tun für euch?

Nein, da kann man jetzt nichts machen.

Muss man nur warten.

Hoffen, dass er aufwacht, gell?

Sie haben ihm den Magen ausgepumpt…

Der hat alles geschluckt, was im Medizinkasten drin war.

Schmerzmittel und Schlaftabletten…

Sogar das Dings gegen die Allergien von der Christl.

Jaja.

Ein Trottel war er immer schon.

Er hat doch alles, der Bub.

[Alice] Kann ich mich von Christl verabschieden?

Nein.

Jetzt nicht.

Aber danke.

Für die gute Nachbarschaft.

[Romed] Kommst du? Wir fahren jetzt.

[Autotüren knallen zu]

[Auto startet]

[Auto fährt los]

[italienisches Radio]

Cosa?

Niente, scusi.

[Musik: "Stay" von Cat Power]

[Möwen rufen]

[SMS-Ton]

Er ist aufgewacht.

[Alice] Scheiße, muss das schwer sein.

[Niklas] Was?

Burning bridges.

Der fühlt sich wie ein totaler Loser.

Wie ich.

[Möwenrufe]

[Tür wird aufgeschlossen]

Ich mach uns 'n Tee, ja?

Ja, gern.

Können wir hier 'n Fenster hinmachen? So 'n Panorama-Ding.

[ironisch] Klar, können wir. Geld spielt keine Rolle.

[Alice] Hoffentlich bauen die nie diesen Blick zu.

[Musik: "There Is Still Pain Left" von Sophie Hunger]

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