All language subtitles for Charite.S02.E04

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Original subtitles

Kolbe fährt oft in die Schweiz. - Er ist Diplomat.

Für welche Abteilung arbeitet er? Ich weiß es gar nicht.

Man stellt Fragen. - Doch nicht Sauerbruch.

Jung hört das Gras wachsen.

Es geht um den Untersuchungshäftling von Dohnanyi.

Man hat den Verdacht, dass er simuliert.

Ich möchte, dass Sie ihn im Auge behalten.

Werd nicht zu schnell gesund, du kommst in Haft.

Muss ja keiner erfahren.

Anni Waldhausen Professor Sauerbruch

Otto Marquardt

Margot Sauerbruch

Ich hab sie schon eingepackt.

In der Sprechstunde war viel los.

War sie denn brav, die Kleine?

Das ist sie doch immer, das kleine Dingelchen.

Gottlob hat sie alles gut überstanden, was?

Ja, Gott sei Dank.

Der Unfall war ein Schreck.

Mhm, das mit der Wickelkommode, das müssen Sie mir nicht erzählen.

Als altgediente Kinderschwester

weiß ich doch, dass mit ihrem Kopf was war.

Nee, nee, nee, sie ist wirklich von der Kommode gefallen.

Dank der Operation ist alles behoben.

Na, dann sag ich mal, was für ein Glück.

Und gute Nacht.

Ich bin so froh, dass du auf die Operation gedrungen hast.

Alleine hätte ich mich das nie getraut.

Wann machen wir das Nächste, hm?

Na. Man schnappt nicht nach seinem Herrchen.

Ich will auch viele Kinder. Aber erst kommt meine Doktorarbeit.

Und du musst deine Habilitation schaffen.

Also, ich bin auf dem besten Wege.

Die klinischen Versuche wurden ausgeweitet.

Noch mehr Versuchskinder? Das haben wir doch besprochen.

So was entscheidet Bessau.

Da habe ich keinen Einfluss drauf.

Für die wird gut gesorgt in Wiesengrund.

Willst du mal?

Prof. Sauerbruch!

Was denn?

Prof. Sauerbruch, de Crinis ist bei Dohnanyi.

Ah!

Der Kollege Sauerbruch hat sich seit zwei Monaten

rührend um Ihre Genesung bemüht.

Aber Sie wollen doch lieber heute als morgen

Ihre Unschuld vor Gericht beweisen, oder?

Herr Kollege, das trifft sich gut.

Gerade wollte ich den Fall mit Ihnen besprechen.

In meinem Arbeitszimmer.

Das ist ein ausgezeichneter Cognac.

Und ein seltener dazu. Von Generaloberarzt Handloser.

Wir diskutierten den Fall Dohnanyi.

Dann sagten Sie ihm sicher auch, dass er simuliert.

Jetzt sagen Sie mir mal, wie kommen Sie zu dieser gewagten Diagnose?

Hm... Ein Psychiater geht solchen Tricks nicht auf den Leim.

Außerdem habe ich da so meine Quellen

und weiß, dass Dohnanyi wieder laufen kann.

Glauben Sie mir, Dohnanyi würde sich gern dem Prozess stellen.

Nein, ich bestehe auf Bettruhe. Ein Wunder, dass der Mann lebt.

Sie haben nichts dagegen, wenn ich ihn begutachte?

Keineswegs.

Die Meinung eines versierten Kollegen ist mir immer willkommen.

Aber de Crinis, unter uns Kollegen,

ich muss Sie warnen.

Ganz oben ist ruchbar geworden,

wie unsauber die Untersuchung gegen Dohnanyi läuft.

Diesen unsäglichen Ankläger, Roeder,

hat man von dem Fall abgezogen und an die Ostfront gesteckt.

Es ist absehbar, dass der Prozess für die Anklage ein Debakel wird.

Ein Freispruch für Dohnanyi wegen Unschuld ist so gut wie sicher.

Wollen Sie allen Ernstes, dass bei dem peinlichen Schauspiel

ein halbseitig gelähmter Angeklagter präsentiert wird,

der kaum sprechen kann,

dem Sie aber in einem Gutachten beste Gesundheit attestiert haben?

Denken Sie an Ihren guten Ruf.

Aber selbstverständlich können Sie den Patienten untersuchen.

Na ja,

vielleicht hat das ja noch etwas Zeit.

Ihr fahrt morgen in die Schweiz? Du stehst aber unter meinem Schutz.

Ich hoffe, dass dieser Albtraum bald endet.

Unsere Freunde wollen ihre Pläne bald umsetzen.

Es gibt Widerstand, auch in der Wehrmacht.

Davon will ich gar nichts wissen.

Du wählst: Pest oder Cholera?

Du gehst in den Luftschutzkeller und jeder sieht, dass du läufst,

oder du bleibst da und mimst den Gelähmten.

Dann bin ich lieber gelähmt.

Ich fürchte die NS-Justiz mehr als die Tommys.

Dann komm du wenigstens mit.

Ach, danke.

Die blöde Tasche raubt mir noch den letzten Nerv.

Schwester Christel sagt, sie bleibt wieder oben.

So, sagt sie das?

- Herr Kolbe ist ganz schön oft hier. - Ja.

Ziemlich oft.

Ich glaube auch, dass mein Mann bespitzelt wird.

Neun, zehn...

elf, zwölf.

So, das waren jetzt alle.

Ah.

Die haben wir aufgegabelt. Haben sich verlaufen.

Na, dann kommt mal schnell rein.

Warum haben die Leute nicht ihre Kinder aufs Land geschickt?

Nun sei mal nicht traurig.

Wir finden deine Eltern schon, wenn das Getöse vorbei ist.

So, ihr hier rüber... Ah.

Wie heißt du denn? - Willy.

Ich weiß nicht, ob ich den Doktor bei de Crinis beenden will.

Komm zu uns. Werde Kinderärztin.

Keiner kann so gut mit Kindern wie du.

Außer meine Mutter.

Ich freue mich, wenn wir sie mit Karin besuchen können.

Martin, bitte nicht. - Das haben wir doch besprochen.

Sie sollen sich nicht in Gefahr bringen.

Ich passe auf, wir sind vorsichtig. Gehen Sie in den Keller, bitte.

Lass uns BBC hören.

Da bist du ja.

Heute ist offenbar der Nordwesten dran.

Siemensstadt.

Und Borsig.

Wegen mir können sie sich Zeit lassen.

P-51er Mustangs.

Und viermotorige Avro Lancasters.

Sicher?

Ich tippe eher auf die 17er Boeings.

Weißt du, worauf ich mich am meisten freue nach dem Krieg?

Hm? Auf Schlafen ohne Angst.

Und morgens von dir geweckt werden.

Kommen Sie, ich helfe Ihnen.

Warten Sie bitte einen Augenblick.

Kommen Sie. Kommen Sie.

Können Sie laufen?

Kommen Sie. - Ich muss zurück.

Entschuldigen Sie. Entschuldigen Sie, ich muss zurück.

Kommen Sie bitte.

Nein. - Kommen Sie.

Ich muss zurück zu meinem Jungen. Ich muss ihn finden, er ist klein.

Sie müssen versorgt werden. Dann finden wir Ihren Sohn.

Ja. Ja, bitte. Er heißt Wilhelm Keller.

Wilhelm Keller. Ja.

Legen Sie sich hin.

In dem Haus hat nur sie überlebt.

Die rechte Lunge ist minderbelüftet. Vermutlich Gewebsquetschung.

Ansonsten normale Lungenfunktion.

Sie können sie auf Station bringen.

Und damit das klar ist:

Beim nächsten Angriff

kommst du in den Luftschutzkeller.

Keine Alleingänge mehr.

Ich mache es für die Patienten. Tupfer.

Für wen du das machst, kann ich mir denken.

In der Psychiatrie weiß man deine Dienste bestimmt zu schätzen.

Danke, ich bin sehr zufrieden in der Chirurgie.

Fräulein Fritsch?

Einen kleinen Moment bitte.

Ich brauche Sie im Büro. Mein Mann und ich wollen los.

Ich brauche eine frische Bluse. Bei dem Angriff...

Ertappt beim Rendezvous. - Ja.

Sie machen tagsüber drei Lampen an. Wozu?

Wir wissen, dass jemand Informationen durchsticht.

Ich hätte Ihnen das nie zugetraut. Ich steche nichts durch.

Ich würde gerne in Herrn Kolbes Aktentasche blicken.

Mit Verlaub, das geht Sie nichts an.

Und ich wüsste nicht, was Ihre Vorwürfe

mit mir zu tun haben sollten.

Halt! Vorsicht! Vorsicht.

Vorsicht.

Was ist das?

Das sind geheime Papiere aus dem Außenministerium.

Wir fotografieren sie.

Und ich schaffe die Filme nach Bern zum Office of Strategic Services.

Als Spion.

Die Nazis sollen doch den Krieg verlieren.

Fritz nimmt kein Geld dafür, falls Sie das denken.

Sie gefährden uns alle.

Ich kann nicht tatenlos Dokumente über meinen Tisch gehen lassen,

die den Tod von Unzähligen bedeuten.

Etwa die geplante Deportation der ungarischen Juden.

Das wollen Sie verhindern?

Die Alliierten könnten die Gleise nach Auschwitz zerstören.

Oder der Ausbau des Atlantikwalls.

Die Deutschen wissen nicht, wann und wo die Alliierten landen.

Ich hätte einige Ideen, wie man die Nazis besiegen könnte.

Helfen Sie mir dabei.

Aber nicht hier in der Klinik.

Es fällt auf, dass Sie hier dauernd aufkreuzen.

Ich kann ja nicht im Ministerium fotografieren.

Fritz könnte hier Patient sein. Wir erfinden eine Krankengeschichte.

Und wie wollen Sie das dem Chef erklären?

Er könnte mein Patient werden, solange Sie in der Schweiz sind.

Wie wär's mit Knieproblemen?

Die hatte ich mal, das steht in der Personalakte.

Und wenn ich's mir recht überlege, dann zwickt es auch wieder gewaltig.

Aua.

Das ist die Rede vom Chef. Und das sind die Pässe mit den Visa.

Danke.

Fritz bekommt gerade keine Reisegenehmigung für die Schweiz,

aber die Filme können nicht warten.

Das macht mein Mann nie mit. Seine Söhne stehen an der Front.

Da hilft er nicht dem Kriegsgegner. Muss er es denn unbedingt wissen?

Fräulein Fritsch,

Sie bringen mich in Teufels Küche.

Wie viel ist es denn?

Und an wen soll das gehen? Man wird in Zürich auf Sie zukommen.

Erkennungszeichen ist eine Schachtel Tournee Royal.

Klingt nach einem Abenteuer.

Werdet mir nicht zu übermütig, wenn ich weg bin.

Passt gut auf Dohnanyi auf.

Frau Fritsch. Frau Margot.

Ich hoffe, auf bald. In diesen Tagen weiß man nie.

Margot!

Ich glaube, sie kommen nicht wieder.

Frau Margot hat seine Strickjacke eingepackt.

Ich an seiner Stelle würde mich auch absetzen.

Ich brauche Ihre Personalien. Nachname?

Nachname? Vorname?

Sie gibt ihre Personalien nicht an.

Ich hab an der Front Kameraden in dem Zustand gesehen.

Es ist furchtbar, verschüttet zu werden.

Die braucht erst mal Ruhe. - Weißt du, was ich glaube?

Sie simuliert. Das ist eine untergetauchte Jüdin.

Willkommen in der Welt von Schwester Christel.

Es ist sicher eine Bombenhysterie. Sage ich ja.

Sie simuliert.

Frau Keller? Wir konnten Ihren Sohn leider nicht finden.

Kennst du sie? Sie ist in einen Stupor verfallen.

Entschuldigen Sie bitte.

Sie hat ihr Kind beim Angriff verloren.

Ich hoffte, es sei auf der Kinderstation.

Was machen wir mit ihr? Chirurgisch ist sie versorgt.

Eine Schockbehandlung könnte ihr helfen.

Sie muss in die Psychiatrie. Bring du sie doch hin.

Du musst dich doch bei de Crinis fürs Examen anmelden.

Der lässt mich sowieso durchfallen.

Sie doch nicht.

Sie sind bestimmt so begabt wie Ihre Schwester.

Wenn Sie nur an mich glauben, dann kann ich Berge versetzen.

Zuerst versetze ich diese Patientin.

Name?

Die schmeißt sich ganz schön an dich ran.

Musst du sie auch noch ermutigen? Eifersüchtig?

Was Besseres kann uns nicht passieren.

Täuschen und tarnen, mein Lieber.

Herr Professor.

Ich bringe ein Verschüttungsopfer mit Stupor.

Und wegen meines Examens wollte ich fragen, wann...

Da haben Sie jetzt die Hosen gestrichen voll, was? Zu Recht.

Am 14., um zehn Uhr, prüfe ich Sie.

Marquardt.

Wie geht's denn dem Herrn von Dohnanyi?

Sie als Examensstudent haben sich ja sicher ein Bild gemacht.

Meines Erachtens unverändert. Nicht einmal transportfähig?

Danke.

Endlich mal wieder eine unzensierte Zeitung.

Willst du das so vortragen? "Freiheit der Forschung.

Unabhängigkeit der Verantwortungsbewussten."

Das nehmen die Schweizer einem Deutschen nicht ab.

Ich hab acht Jahre in Zürich operiert.

Die Schweizer verehren mich.

An der Grenze haben die mich durchgewunken.

Niemand hält mich für einen Nazi. Man empfängt uns mit offenen Armen.

Entschuldige mich bitte. Mhm.

Wer ist der Mann? Was hast du ihm da gegeben?

Ein Freund von Dr. Jung. Es war Post an Jungs Frau.

Du schmuggelst fremde Post? Du weißt nicht, was drinsteht.

Jung wollte einfach mal unzensiert schreiben können.

Er schreibt nichts, was uns gefährlich werden kann.

Na, hoffentlich.

Ich hab einen Leistenbruch.

Was wollen Sie von meiner Lunge? - Tuberkulose ausschließen.

Reine Routine.

Meine Sekretärin vereinbarte einen Termin bei Prof. Sauerbruch.

Mir steht Chefarztbehandlung zu.

Ich gehe nicht zu Hinz und Kunz. - Ich heiße Jung.

Sie müssten bitte die Luft anhalten. - Ja.

Danke.

Ich sage Ihnen eins.

Mich operiert nur der Professor. Wann ist er denn wieder da?

Sie sind jetzt dran, Herr Kolbe. Bitte machen Sie sich frei.

Kolbe. Was machen Sie denn hier?

Meniskusprobleme, Herr Ministerialdirigent.

Aha.

Im Amt wundert man sich ja schon länger, wo Sie immer stecken.

Darf ich Ihnen was anvertrauen?

Ich würde die Zähne zusammenbeißen und mein Knie ignorieren,

gäbe es da nicht diese charmante Vorzimmerdame in Sauerbruchs Büro.

Herr Kolbe, bitte.

Mal schauen, ob der Kollege fürs Examen gelernt hat.

Bitte, Anamnese und Verlauf.

Eine 35-jährige Patientin, Verschüttungsopfer bei Luftangriff.

Somatisch im Vordergrund stehend

Lungenkontusion rechts sowie Riss- und Quetschwunden.

Psychiatrisch imponiert ein anhaltender Stupor,

vergesellschaftet mit Mutismus.

Sehr richtig.

Starr und stumm also.

Es handelt sich hier um eine... Kriegsneurose.

Zur Überwindung des Stupors gibt es mehrere Schocktherapien.

Welche? Cardiazol- und Elektroschock.

Sie vergaßen Insulinschock. Nein.

Der ist wegen kriegsbedingten Insulinmangels verboten.

Aha. Sie kennen sich also mit Recht und Gesetz aus.

Hat die Patientin Angehörige?

Laut einer Nachbarin ist sie Kriegerwitwe.

Ihr Kind ist verschollen.

Sehr gut.

Wir haben noch so viele Findelkinder vom letzten Angriff über.

Wenn die nicht abgeholt werden,

haben wir kein Bett mehr frei, wenn's wieder losgeht.

Die Bronchitis ist chronifiziert, aber er hat keine Lungenentzündung.

Können Sie eine Hühnerbouillon besorgen?

Bei dem Fleischmangel? Da gucken mehr Augen rein als raus.

Gehen wir, Steppke.

Anni, kann ich dich sprechen? Wie war deine Prüfung?

Bestanden. Ah, Glückwunsch.

Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd, hm?

Examenspatientin war Frau Keller. Wir müssen ihr Kind finden.

Vielleicht hilft ihr das. Gut möglich.

De Crinis diagnostizierte psychische Ansteckungsgefahr.

Sie soll in die Landesheilanstalt Bernburg.

"Ihr Anblick lähmt die Kriegsfreude."

Dann wird sie dort weiterbehandelt. Anni, wach auf.

Die schicken die Leute ins Gas. Feindpropaganda.

Die kümmern sich um Traumatisierte. Und die Schizophrenen?

Die Blinden? Die Homosexuellen?

Die darf man ausmerzen. Solang es einen nicht betrifft.

Trauern ist was anderes als unheilbar krank sein!

Wirklich?

Das sagst ausgerechnet du?

Bis gestern hattest du noch Angst, dass Karin behindert ist.

Man hört euch bis auf den Flur.

Was krakeelt ihr hier so rum, ihr Pomuchelsköppe?

Was ist?

Es geht wieder los.

Man kann nicht noch einmal operieren.

Neue Narben im Gehirn verschlechtern den Liquorabfluss.

Und auf uns wird man mit dem Finger zeigen.

Erblich Minderwertige.

Dürfen wir dann noch Kinder kriegen?

Unfruchtbarmachung droht nicht unbedingt.

Aber ich werde nicht Beamter und Bessaus Nachfolger.

Darf Bessaus Nachfolger kein krankes Kind haben?

Kein unheilbar krankes, nein.

Ich muss wieder auf Station.

Anni, wir müssen uns entscheiden, ob wir Karin bei uns behalten.

Bald.

Komm her.

Ein bisschen spät heute, was? Die Sprechstunde ist gerammelt voll.

Karin ist erkältet. Das Mützchen muss sie aufbehalten.

Hermann ist doch viel zu klein für die Kinderlandverschickung.

Können Sie eine Mutter-Kind-Kur verschreiben?

Mitarbeiter kriegswichtiger Betriebe bekommen nicht frei.

Und wer soll sich um die Große kümmern?

Die könnte ja nicht mit.

Ich hab gehört,

es gibt Spezialkliniken für Kinder wie unsere Traudel.

Dort kann man ihr nicht helfen.

Wieso eigentlich nicht?

Dass das nicht vererbt ist, sehen Sie an meinem Ariernachweis.

So was wie Traudel hatten wir noch nie in der Familie.

Aber die Untersuchungen, die dort gemacht werden,

sind sehr riskant.

Traudel soll doch nichts passieren.

Sie ist schon eine arge Belastung, das können Sie mir glauben.

Manchmal werden dort neue Therapien ausprobiert.

Die können lebensgefährlich sein.

Dann ist das eben so.

So ist es ja auch kein Leben.

Sie bekommen dann schriftlichen Bescheid.

Hermann.

Ja, Sie haben recht, eindeutig ein beginnender Hydrozephalus.

Warum erfahre ich das jetzt erst? - Waldhausens hofften auf Besserung.

Aber das wird nicht mehr, und nun muss es gemeldet werden.

Allerdings. - Von mir haben Sie das nicht.

Ich hab den Suchdienst am Apparat.

Unseren Willy sucht keiner. Wir haben das Bild.

Das schicken wir denen. Nee. Nee, das mache ich schon.

Gehen Sie zu Ihrer Kleinen. Da stimmt was nicht.

Der Chef und Ihr Mann, die sind auch schon da.

Sie enttäuschen mich, Waldhausen. Sie sind einer von uns.

Und dann so was. Warum zogen Sie mich nicht ins Vertrauen?

Der Hirndruck ist deutlich erhöht.

Neurologische Auffälligkeiten? - Nein.

Sie hat sich bisher nie übergeben,

sie greift gezielt nach Dingen und die Augenbewegungen sind normal.

Der Kopfumfang ist noch in der Norm.

Kein Sonnenuntergangsphänomen. Geben wir Infusionen?

Mit Magnesiumsulfat? - Wir versuchen es mit Glukose.

Aber sie muss stationär kontrolliert werden, auch nachts.

Kann ich bei ihr bleiben? Nein.

Nachts nicht.

Wieso weihst du Bessau ein? Habe ich nicht.

Meinst du, Schwester Käthe? Gut, dass es jetzt raus ist.

Infusionen sind Karins letzte Chance.

Will Bessau sie melden? Das tut er mir nicht an.

Er hat Krebs. Und will mich als Nachfolger.

Versprich mir, dass Karin in keine Kinderfachabteilung kommt.

Ich bin Oberarzt. Mein Kind kommt ohne meine Zustimmung nirgendwohin.

Heil Hitler.

So...

Beeindruckende Vorstellung.

Egal, ob Sie jetzt gelähmt sind oder nicht,

transportfähig sind Sie allemal.

Und ich bin mir sicher, im Gefängnislazarett

bringt man Ihnen das Laufen schnell wieder bei.

Schwester! Hier ist jemand aus dem Bett gefallen.

"Wenn ein nationalsozialistischer Staatsrat

in der Schweiz einen Vortrag hält, dessen Inhalt im Wesentlichen

den Richtlinien des herrschenden Regierungssystems entgegensteht,

dann stellt sich der denkende Schweizer die Frage,

ob Sauerbruch wieder in seine Stellung nach Berlin zurückkehrt."

Der denkende Schweizer?

Ich hab als Arzt gesprochen.

Denn ich bin Arzt und kein Politiker, verdammt.

Aber Staatsrat und Nationalpreisträger.

"Fährt er nach Berlin zurück, dann müssen wir annehmen,

er wurde in mehr oder weniger offizieller Mission hergeschickt,

um, sagen wir vorsichtigerweise, zu beschwichtigen."

Ich verteidige Einstein,

den verhasstesten Wissenschaftler im Dritten Reich.

Und die schreiben, die Nazis schicken mich.

Das wird dir in Berlin schaden.

Wollen wir wirklich zurückfahren? Lass uns hierbleiben.

Margot, ich kann doch nicht...

Ich kann die Charite im Krieg nicht im Stich lassen.

Patienten für dich gibt es weltweit.

Was hieße das für meine Kinder? Und für Inga?

Die hole ich nach.

Lass uns bleiben. Bitte.

Uns passiert schon nichts. Wirst du sehen.

Auch die Nazis haben einen Blinddarm, alle.

Das vergessen die Brüder nicht.

Doktor Jung.

Doktor Jung.

Prof. Dr. Jung.

Wir haben Befehl, von Dohnanyi nach Buch zu überstellen.

Er kann nicht gehen. Die Thrombose besteht immer noch.

Er könnte eine Embolie erleiden.

Prof. de Crinis hat in seinem Gutachten

die Transportfähigkeit von Dohnanyi festgestellt.

Aber wir können ihn auch liegend transportieren.

"Die Beständigkeit einer vielschichtigen Natur

beruht auf ihrer Geschmeidigkeit."

Heil Hitler. - Oberkriegsgerichtsrat Kutzner, ja?

Ich habe die Untersuchung Ihres Falls übernommen.

Generalarzt Schmidt-Brücken,

Stabschef der Heeressanitätskommission,

und Oberstarzt Schmidt.

Bitte sehr. - So plötzlich?

Wie soll ich von Buch aus meine Verteidigung vorbereiten?

Meine Anwälte bekommen kein Benzin, und Züge verkehren kaum.

Befehl ist Befehl.

Wenn Sie nichts getan haben,

dann ist es in Ihrem Sinn, dass das Verfahren nicht verschleppt wird.

Solange man mir beim Anziehen hilft, gehen Sie bitte raus.

Natürlich.

Organisieren Sie eine Rolltrage, wenn der Mann nicht gehen soll.

Die kommen nicht zufällig, wenn der Chef weg ist.

Er hätte sie gestoppt. - Wohl kaum.

Das aus dem Versteck, wie besprochen. Ja.

Die Linke kommt von Herzen.

Irgendwie muss das Ganze doch einen Sinn haben, oder?

Sie beide...

waren jedenfalls menschliche Labsal für mich.

Dann legen wir mal los.

Er infiziert sich mit Diphterie, wenn er in Haft kommt.

In seinem Zustand? Dann kann er sterben.

Besser als hingerichtet werden, sagt er.

Was treibt ihr denn so lang? Bett abziehen.

Ob sie was gemerkt hat? Martin, das geht so nicht weiter.

Wegen uns kommst du noch ins KZ. Das Risiko gehe ich ein.

Ich kann das nicht.

Ab jetzt sind wir nur noch Kameraden.

Es muss sein.

Grüezi mitenand.

Ein Oberkriegsgerichtsrat, ein Generalarzt und ein Oberstarzt.

Sie hatten de Crinis' Bescheinigung über Dohnanyis Transportfähigkeit.

Was hätte ich machen sollen?

Sie trifft keine Schuld, Herr Jung. Es war ein abgekartetes Spiel.

Wir sind verraten worden. Hans stand unter meinem Schutz.

Das hätten sie früher nicht gewagt.

Heil Hitler.

Sauerbruchs Sekretärin sagt, Sie haben nach mir gefragt.

Ja, es gibt Erklärungsbedarf, und das kann nicht warten.

Aha.

In der Verbindungsabteilung zur Wehrmacht ist eine undichte Stelle.

Und haben Sie schon einen Verdacht? - Ja.

Sagt Ihnen 1.d4d5 etwas?

1.d4d5?

2.c2c4?

3.Sc3Sf6,

4.LG5Le7...

Steinitz gegen Lasker, Schachweltmeisterschaft 1896.

Gesiegt hat übrigens der Deutsche Lasker.

Ich schenke Ihnen das Blatt.

Ich kann diese Partie auswendig.

Dann muss ich mich entschuldigen.

Angenommen.

So, wen haben wir da?

Patient Schuler-Osten, Dietrich, Alter, 45.

Inguinalhernie beidseits, Inkarzerationsgefahr rechts.

Daher Fragestellung: Operation.

Selbstmedikation, homöopathisch.

Was?

Warum bist du nicht in Buch? Wir versorgen Kriegsverwundete.

Ihm steht Chefarztbehandlung zu.

Solange du überall rumschnüffelst, sagst du keinen Ton.

Ihre Schmähungen zeugen von der Ignoranz der Schulmedizin

gegenüber der neuen Heilkunde.

Ich jedenfalls habe mit Hochpotenzen

von Helonias dioica und Calcium fluoratum

meine Fibrillenschwäche lange erfolgreich behandelt.

Was genau willst du von mir?

In den letzten Tagen hatte ich erhebliche Schmerzen, hier.

Und bei Einklemmung kann mein Heiler keine Verantwortung übernehmen.

Und da soll's der Sauerbruch jetzt richten, mhm.

Ich hätte da tatsächlich eine natürliche Methode, ohne Operation.

Ja. Eine ganzheitliche Behandlung wäre das Allerbeste.

Allerdings sehr schmerzhaft. Eine... böse Erstverschlimmerung.

Die Methode war erfolgreich bei meinem Freund Liebermann.

Dem jüdischen Maler?

Ich kenne keinen jüdischen Leistenbruch.

Der Bruch lässt sich zurückdrängen

durch Aufhängen an den Beinen über einen längeren Zeitraum.

Aufhängen? Aufhängen.

Aufhängen.

Vielleicht wäre eine Operation besser.

Ja, wenn du das unbedingt willst. Und Sie operieren selbst?

Na, darauf hast du doch Anspruch.

Marquardt?

Hast du schon mal einen Leistenbruch operiert?

Kleiner Scherz.

Chirurgie ist dein letztes Prüfungsfach, stimmt's?

Gut. Am Montag examiniere ich dich.

Einsteigen.

Weiter.

Du siehst müde aus.

Geh doch und leg dich hin.

Was ist passiert? Karins Hirndruck nimmt wieder zu.

Wir versuchen sie massiv zu entwässern.

Otto weiß Bescheid? Ich bin Annis Bruder.

Inzwischen wissen doch alle, was los ist.

Na, was kieken Sie denn so ganz von Gott verlassen?

Das wird schon.

Und wenn das einer hinkriegt, dann ist das unser Prof. Bessau.

Und Herr Doktor, der Chef will Sie sprechen.

Ja.

Tut dir was weh?

Hm? Hast du Aua?

Tut dir der Kopf weh? Dopf. Mein Dopf.

Heißt du Keller? Ja.

Er hat Dyslalie. Er heißt Keller, aber kann kein K sprechen.

Anni, was... Wo willst denn du hin?

Halt. Was denn?

Die Patientin Keller muss zurückgestellt werden.

Wir brauchen sie, um die Identität eines Findelkindes zu klären.

Schau mal, wer hier ist.

Mama.

Mama.

Mama.

Mama.

Hast du Hunger?

Was ist los?

Sie holen mich. Ich soll an den Atlantikwall.

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