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EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE
Bisher bei Babylon Berlin:
Wem nützt es, dass wir untergehen?
[Ullrich] Diese Herrschaften hatten sich
am armenischen Finanzier des Films rächen wollen.
Geiselnahme im großen Saal.
Der Verdacht fällt zunächst auf den Beleuchter, der aber eliminiert wird.
[Schuss]
Das Projektil der Tatwaffe
kann von mir persönlich identifiziert und zugeordnet werden.
-Was wollen Sie? Geld? -Nein.
[Ullrich] Darum geht es mir nicht. Ich möchte, dass Sie weitermachen.
-Mit der Sabotage der Dreharbeiten? -Mit dem Morden.
[Ullrich] Die Jagd nach dem Phantom, das ist eine gute Geschichte.
Sie haben verloren.
[Schuss]
Es gibt einen Anwalt. Er vertritt unsere Genossen.
Ich weiß, dass er deinen Fall neu aufrollen wird.
[Litten] Ich bin sicher, wir haben gute Aussichten.
Greta, wenn du jetzt all das einfach hinnimmst, verschonst du die wahren Täter.
Dein Tod hilft nur denen, die dich missbraucht haben.
Und die werden ungeschoren davonkommen.
Eine Vollstreckung nach so kurzer Zeit?
[Frau] Ja, in der Tat ungewöhnlich.
-[Litten] Wer hat das veranlasst? -[Frau] Justizministerium.
In fünf Tagen.
Fünf Tage.
Danke, dass Sie so früh Zeit für mich gefunden haben, Regierungsrat.
Was ich mit Ihnen besprechen möchte, erfordert eine gewisse Diskretion.
Darauf kann ich mich verlassen?
-Sicher. -Gut.
Ich habe Sie kommen lassen,
weil ich weiß, dass Sie in gewissen Kreisen Einfluss haben.
Kreisen, die unserer Politik gegenüber,
sagen wir es ganz offen, mit einer großen Abneigung begegnen.
Wenn Seegers und seine Leute den Vorrang der Politik anerkennen,
dann werden wir alle an dem großen Aufschwung,
den die Welt erfasst, gesunden.
Gemeinsam können wir viel mehr erreichen als gegeneinander.
Zu welchem Preis?
Wenn Sie das Konzept des Nationalstaates meinen,
das hat ja wohl seit dem letzten Krieg ausgedient, wie?
Zu welchem Preis ich meinen Einfluss geltend machen soll.
Sagen Sie's.
Wie wäre es mit der Position des Polizeipräsidenten?
Warum nicht.
Wie wär's mit dem preußischen Innenministerium?
Wenn Sie mir schon die Berliner Polizei anbieten, warum nicht größer denken?
-Überschätzen Sie sich nicht. -Wie wär's mit dem Reichsinnenministerium?
Regierungsrat, Sie sind anmaßend.
Ein preußischer Offizier lässt sich nicht kaufen.
Regierungsrat, ich fürchte, Sie müssen jetzt gehen.
Sie sind augenscheinlich schlecht informiert, Herr Stresemann.
Polizeipräsident werde ich so oder so.
Und wenn Sie also verhandeln wollen, dann richtig.
Reden Sie mit mir über die Rolle des Militärs.
Die SPD wird die gegenwärtige Regierung in den nächsten Monaten verlassen müssen.
Daran arbeiten wir.
Der Reichspräsident wird einen neuen Kanzler ernennen,
und dieser wird aus unseren Kreisen kommen.
Ihnen, Herr Außenminister, steht es frei,
sich an einer nationalstaatlich ausgerichteten Regierung zu beteiligen.
Ihre Partei kann mitregieren.
Sie persönlich können sogar Ihre Position behalten.
Wenn Sie anerkennen,
dass dem Militär und dem Volkskörper der Vorrang eingeräumt wird.
In einem haben Sie übrigens absolut recht.
Die Heeresleitung um Seegers ist ein verrottender Haufen alter Männer.
-Männer, die im Gestern herumirren... -[Stresemann atmet laut]
Ist Ihnen nicht wohl?
[röchelt]
Einen Arzt. Holen Sie schnell einen Arzt. Machen Sie, Mann!
[Mann] Wir brauchen einen Arzt.
[Wendt] Schnell!
[Musik]
Ist da jemand?
[Musik]
Halt! Stehen bleiben!
[Henning] Stehen bleiben! Es wird scharf geschossen!
[Schuss]
Halt!
[Reifenquietschen]
[Czerwinski] Henning! Henning, schnell.
Chef, Chef!
-Alles in Ordnung? -Ja.
[Henning] Der ist außer Gefecht gesetzt.
[Gennat] Wir wissen mittlerweile,
dass der Ausgangspunkt dieser beispiellosen Serie von Straftaten
ein Racheakt war.
Der Mörder von Betty Winter hatte eine Rechnung offen
mit einer Persönlichkeit aus der Berliner Unterwelt.
[Jacoby] Können Sie bestätigen,
dass es sich dabei um den sogenannten Armenier Edgar Kasabian handelt?
Das sind Spekulationen.
Ihr Geschäft, nicht meines.
Weiter.
Herr Kriminalrat, wie können wir einer Polizei vertrauen,
aus deren eigenen Reihen Kriminelle und Mörder erwachsen?
Einer Polizei, in deren Hauptquartier Verdächtige ermordet werden.
Der Vorfall, auf den Sie anspielen, ist in hohem Maße bedauerlich.
Aber Sie und Ihre Leser sollten der Polizei vertrauen,
genauso wie Sie Ihren Mitbürgern vertrauen.
[Wärter] Na los, rein da.
[Gennat] Natürlich sind die allermeisten von uns
gut ausgebildete und in ihrer Standhaftigkeit geprüfte Beamte.
Aber ein schwarzes Schaf kommt in den besten Familien vor.
Uns bleibt nichts weiter, als alles zu tun, diese schwarzen Schafe
und Verräter in den eigenen Reihen weiterhin dingfest zu machen.
Das hat der von Ihnen angesprochene Vorfall noch einmal schmerzlich bestätigt.
Aber selbstverständlich hätte es niemals so weit kommen dürfen.
Das kaltblütige Vorgehen dieser Täter lässt keinen Zweifel daran,
dass es sich um eine interne Angelegenheit
von rivalisierenden Unterweltbanden handelt.
Die Brutalität dieser Tat hat gezeigt,
dass wir erst am Anfang einer gnadenlosen Schlacht stehen.
Es riecht nach Krieg.
Der Krieg der Unterwelt um Berlin.
[Tür wird aufgesperrt]
-Was soll denn das werden? -Ich werde verlegt.
Warum?
Warum?
[Wärterin] Das sind die Vorschriften.
[Greta] Morgen ist der Termin.
Was?
Was ist mit Litten?
-Greta, was ist mit Litten? -Der war hier.
-Und? -Ich hab was unterschrieben.
-Und die Revision? -Das weiß ich nicht.
Danke. Und leben Sie wohl.
Wir werden uns wiedersehen.
Ganz bestimmt.
Vergessen Sie mich nicht.
[Tür wird abgeschlossen]
[Musik]
[Rennen und Kinderlachen]
Der Wagen wartet draußen.
Er gehört dir.
Lebt wohl.
Alle beide.
Jetzt reicht's mir aber mit euch beiden Kanaillen.
-Was soll das, dass der nun gehen soll? -Wir haben alles besprochen.
Das heißt aber nicht, dass es auch so gemacht wird.
Esther, komm.
Fängst du jetzt auch noch an, du Flitzpiepe?
Nur weil der zu dir sagt, du sollst die Biege machen, macht man das auch, ja?
Und auf Nimmerwiedersehen.
Nee, Freunde.
Ich sag euch mal was ganz anderes. Der bleibt. Und du auch. Und ich auch.
-Esther, hör auf. -Ich hör nicht auf.
-Hör auf. -Ich hör nicht auf!
Ich hör nicht auf.
[Schritte]
[Tür wird aufgeschlossen]
Sie wollen mich sprechen?
Ich wollte wissen, ob der Anwalt...
-...ob mein Anwalt informiert ist. -Ja.
Herr Litten ist informiert. Ich habe ihn angerufen.
Auch wenn das nicht unbedingt den Regularien entspricht.
Danke.
Den Geistlichen wollen Sie weiterhin nicht?
Aber... ein Blatt Papier bitte. Und einen Stift.
Wenn das möglich ist.
Ich werde morgen früh dabei sein.
Sie sind sehr tapfer.
[Litten] Ich habe Ihre wiederholten abschlägigen Bescheide
zu unserem Antrag auf Fristverschiebung
alle aufmerksam zur Kenntnis genommen, bitte aber um Nachsicht,
dass ich in der Sache Greta Overbeck so ausdauerlich insistiere.
Das Urteil soll heute Vormittag um zehn Uhr vollstreckt werden.
Ich erbitte inständigst von Ihnen,
zumindest einer Fristverschiebung zuzustimmen.
Es darf nicht sein, dass wir unserer Demokratie die Gelegenheit verweigern,
ihre Pflicht zu tun und dieses Verfahren ordentlich zu Ende zu führen.
Hochachtungsvoll, Litten, Anwalt.
[Charlotte] Ja.
Fertig. Und jetzt?
Bringen wir dieses Schreiben persönlich vorbei.
Ich übernehme das Büro Hindenburg und Sie das Justizministerium.
Um acht Uhr treffen wir uns dort.
Und Sie meinen, Hindenburg liest das, noch vor dem Staatsakt?
[Litten] Sein Büro ist rund um die Uhr besetzt, natürlich wird er es lesen.
Entschuldigung.
-Was haben Sie gerade gesagt? -Ob das noch jemand liest, mein ich.
Vor dem Staatsakt. Stresemann, die Beisetzung, die ist doch jetzt gleich.
Helfen Sie mir suchen.
-Nach was denn? -Sondererlasse.
Nein, nein, "Kaiserliche Erlasse seiner Majestät, Wilhelm II, 1890 bis '97".
Ein grüner Band.
Hier. Der?
Sehr gut.
Hier.
"Erlasse zu öffentlichen Feierlichkeiten".
Sie! So klug muss man sein.
[Litten] Dieser allerhöchste Erlass ist 1918 in die Verfassung überführt worden
und behält damit seine Gültigkeit.
Ich zitiere: "An Tagen der Staatstrauer
haben sämtliche Hoheitsakte des Staates zu unterbleiben."
Zitat Ende.
Die Hinrichtung einer Delinquentin ist ein solcher Hoheitsakt.
Und, Herr Richter, wenn Sie diese Hinrichtung nicht verhindern,
dann gnade Ihnen Gott.
Sie unterschreiben jetzt diese Vollstreckungsaufschiebung.
Sofort!
Und nun rufen Sie im Gefängnis an.
[Telefonklingeln]
[Telefonklingeln]
Nicht zu erreichen.
Versuchen Sie es weiter.
Wir fahren hin.
Ich hätte nie gedacht, dass ich dem alten Willi mal dankbar sein würde.
-Taxi! -[Richter] Nein.
Die Gesetzeslage ist in diesem Falle eindeutig.
-Reden Sie weiter, Mann! -Kaiserlicher Sondererlass.
Ich kann da jetzt auch nicht weiter eingreifen.
[Fernsehsprecher] ...jetzt weithin über die Köpfe, über die Tschakos
und über die Zylinder hinweg, wird der Sarg, bedeckt von der Reichsfahne
und vom Grün und von den Blumenfarben der Kränze, sichtbar.
Hinter dem Sarg sieht man den Reichspräsidenten,
der zu Fuß dem Sarg folgt.
Aus den entflurten, gläsernen Hauben der Laternen,
die auf schweren Steinsockeln ruhen,
strahlt das elektrische Licht kraftlos, tot ins Tageshelle.
Was ist denn da los?
Hier kommen Sie nicht mehr weiter.
-Was ist denn passiert? -Na, Stresemann wird beerdigt.
-Wir müssen da anrufen. -Wo?
Na, im Gefängnis.
-Stimmt so. -[Charlotte] Warum?
Ich vertrau dem Richter nicht.
Ich muss versuchen, die Direktorin persönlich ans Telefon bekommen.
-Da. -Gut.
-Geben Sie mir das Papier... -[Litten] Ich komme mit.
Sie telefonieren, ich schlag mich durch.
Sputen Sie sich.
[Musik]
[Telefonklingeln]
[Musik]
Ja, Fräulein?
Frauengefängnis Barnimstraße. Eingangsschleuse, bitte.
[Telefonklingeln]
-Barnim zehn? -Rechtsanwalt Litten hier.
-Geben Sie mir die Direktorin. -Was soll ich?
Sie sollen mir die Verantwortliche an den Apparat holen.
Da bin ich nicht befugt.
-Holen Sie sie aus dem Vorgang raus! -Nein, das ist in vollem Gange.
-Dann unterbrechen Sie. -Das kann ich unmöglich...
Aber natürlich können Sie das.
Sie gehen jetzt hinaus und unterrichten die Direktorin davon,
dass der Rechtsanwalt der Verurteilten, Hans Litten, am Fernsprecher ist.
Das mach ich nicht.
Und zwar mit existenziellen Informationen.
Ich hab meine Vorschriften. Da müssen Sie im Direktionsbüro anrufen.
-Auf Wiederhören. -Hallo?
Entschuldigung? Entschuldigung? Darf ich mal?
Darf ich mal?
Das ist ein offizielles Schreiben vom Amtsgericht. Höchste Dringlichkeit.
Ich muss sofort durch, es geht um Leben und Tod.
Den Trauerzug müssen Sie schon noch abwarten.
[Musik]
[klopft]
He da! Fräulein!
[Charlotte] Ich muss da durch! Lasst mich durch!
Ins Gefängnis! Ich muss durch!
-Lasst mich durch. -Halt!
-Warten Sie! -Lasst mich durch!
-Stehen bleiben! -Sofort stopp.
Beruhigen Sie sich.
Kommen Sie wieder her.
Gehen Sie zurück!
Nein. Nein.
[schreit] Lasst mich durch! Lasst mich durch! Ich muss durch!
[schreit]
[Musik]
Kriminalpolizei, lassen Sie mich durch.
[Glockenläuten]
Greta Overbeck, ich verlese Ihnen jetzt das Urteil.
Kriminalpolizei Berlin.
Das ist eine richterlich unterschriebene Vollstreckungsaufschiebung.
Die Hinrichtung von Greta Overbeck muss sofort gestoppt werden. Sofort!
Wollen wir erst mal sehen, was Sie da haben, ja?
Wenn Sie jetzt nicht sofort eingreifen,
dann werden wir Sie so zur Schnecke machen, dass Sie nie wieder froh werden!
Hören Sie mal zu. Ich tu hier nur meine Pflicht.
Eben!
[Helfers] Die am 14,07.1907 in Gröningshusen geborene Greta Overbeck
ist durch Urteil des Landesgerichts in Berlin vom 26,09.1929
wegen des heimtückischen Mordes an Regierungsrat August Benda
und dessen Tochter Margot Benda nach geltendem Recht zum Tode verurteilt.
Gehen Sie nun mutig und gefasst Ihren letzten schweren Gang.
Scharfrichter, walten Sie Ihres Amtes.
[Musik]
[Charlotte] Oh Gott.
Schnell! Aufmachen!
Machen Sie auf!
Was machen Sie denn?
Sie schließen jetzt sofort auf.
Sie schließen jetzt sofort diese Tür auf!
Machen Sie die Tür auf!
Sie machen die Tür auf! Machen Sie die Tür auf!
Nein! Nein!
Sie schließen jetzt die Tür auf! Sie schließen jetzt sofort die Tür auf!
[schreit]
Nein!
Greta!
Greta!
[schreit] Greta! Nein!
Nein!
Nein!
[stummer Schrei]
[Musik]
[Greta] Mein kleiner Häwelmann.
Wenn du diese Zeilen liest, bin ich bei dir.
Ganz nah.
Wie ich überhaupt die ganze Zeit bei dir bin.
Weil ich dich nämlich beobachte von der Wolke aus, auf der ich sitze.
Du wächst wahrscheinlich prächtig heran und denkst nie an deine Mutter.
Aber ich will dir nur sagen:
Sie ist bei dir.
Und sie liebt dich.
Deine Mutti.
[Musik]
Wir sind schuld.
Wir haben sie verhaftet, verhört und verurteilt.
Kommen Sie.
[Musik]
Rath?
Kommissar.
Mit Ihnen hab ich ja gar nicht gerechnet.
Herr Regierungsrat.
Was kann ich für Sie tun?
Ich benötige nur einen Moment Ihrer Zeit.
Gut. Ich bring eben das Pferd weg.
Sollen wir ein paar Schritte gehen?
Wenn es Ihnen nichts ausmacht, ich würde lieber hierbleiben.
Gut.
Scheint ja von enormer Wichtigkeit zu sein,
wenn Sie extra hier raus zu mir kommen.
Ja. Es ist wichtig.
Ich weiß, dass Sie es waren, der den Mord an August Benda angestiftet hat.
Ich weiß auch, dass Sie sämtliche Spuren verwischt haben.
Alle Mitwisser aus dem Weg geräumt.
Dass Sie das Urteil von Greta Overbeck forciert
und ihre Hinrichtung beschleunigt haben.
Und Ihr Motiv...
...ist einzig und allein persönlicher Gewinn.
Ihre Karriere.
An persönlichem Profit liegt mir nichts.
Unser Land profitiert davon, dass Juden und Bolschewiken
aus einflussreichen Positionen entfernt werden.
Unser Land würde auch davon profitieren,
wenn Mörder keine Führungspositionen der Polizei besetzten.
Sehen Sie, Herr Rath, ich habe Taten zu verantworten, die später
als wegweisend für den Neuaufbau des Deutschen Reiches gelesen werden.
Aber diesen Horizont zu erfassen, kann ich von Ihnen nicht erwarten.
Sie sind ein einfacher Polizist mit einem schlichten Auftrag.
Ja, das bin ich.
Warum verhaften Sie mich nicht?
Weil ich nichts beweisen kann.
Ja. Und was nicht bewiesen werden kann, ist strafrechtlich gleichbedeutend damit,
dass es gar nicht geschehen ist.
Nicht existiert.
Obwohl ich für alles, wovon Sie sprechen, verantwortlich bin,
können Sie mir nicht das Geringste nachweisen.
Und deshalb ist dieses Gespräch Zeitverschwendung.
Auf Wiedersehen, Herr Kommissar.
Hat es funktioniert?
Ich glaube ja.
[Wendt] Warum verhaften Sie mich nicht?
[Rath] Weil ich nichts beweisen kann.
[Wendt] Ja.
Was nicht bewiesen werden kann, ist strafrechtlich gleichbedeutend damit,
dass es gar nicht geschehen ist.
Nicht existiert.
Erstaunlich.
Das ist wirklich bemerkenswert.
[Wendt] Obwohl ich für alles, wovon Sie sprechen, verantwortlich bin,
können Sie mir nicht das Geringste nachweisen.
Und deshalb ist dieses Gespräch Zeitverschwendung.
[Musik]
-[Frau] 16. Mai, sagen Sie? -[Charlotte] Ja.
Ah doch, hier.
Erwin Trollmann mit Ehefrau.
Am 16,05.1918, zwei Tage.
Erwin Trollmann.
Die waren dann jedes Jahr hier. Moment.
-Immer im Sommer. -Ja?
Ja, immer Zimmer zwei und später mit seinem Sohn.
Mit seinem Sohn?
-Ja. -Was haben die denn hier gemacht?
Ertüchtigung. Also so Leibesübungen im Park.
Scheint ja was draus zu werden, aus dem Kleinen.
Darf ich?
Ja, aber nur gucken.
[Charlotte] Rukeli Trollmann.
Kann mir vorstellen, dass was Langfristiges draus wird.
-[Toni] Von mir aus. -He.
[Toni] Was machst denn du hier?
Finger weg von meiner Schwester!
Hast du keine Kinderstube, oder was?
Man wird sich ja wohl unterhalten können unter Nachbarn.
Mit dir nicht, du Ratte! Komm.
Lass mich los.
Daher hast du also das Geld für die Vögel, ja?
Guck mich an!
Wie konnte ich nur so dumm sein? Komm hoch.
-Du hast mir überhaupt nichts zu sagen! -Wieso? Wer denn sonst?
-Ich bin deine Schwester! -Bist du nicht.
Was?
-Was hast du grade gesagt? -Du bist nicht meine Schwester.
Meine richtige Schwester ist nämlich blind. Wegen dir.
-[Wendt] Frau Petersen? -Herr Oberst.
Heute ausnahmsweise mal das ganze Blech.
Na, als Polizeipräsident muss man ja was hermachen, Herr Oberst.
So ist es.
ZÖRGIEBEL STÜRZT ÜBER 1. MAI HEUTE ERNENNUNG DES NACHFOLGERS
-[Petersen] Die große Spange? -Die kleine sollte reichen.
[Türklopfen]
[Rath] Herr Polizeipräsident?
[Zörgiebel] Kommen Sie rein, Rath.
Entschuldigen Sie das Durcheinander.
Sie treten zurück.
Irgendwann trifft es jeden.
Bleibt nur zu wünschen, dass dabei die Begleiterscheinungen
etwas weniger unangenehm ausfallen.
Der Zeitpunkt ist ungünstig.
Jedes Amt ist endlich.
Der Innenminister gibt in diesem Moment meinen Nachfolger bekannt.
Angesichts dieses unerwarteten Rücktrittes
hat sich das preußische Innenministerium
für einen Nachfolger entschieden, den Sie alle kennen.
Es ist somit eine Lösung,
die sich in dieser besonderen Situation anbietet.
In der vor allem die vorhandene Erfahrung den Ausschlag gegeben hat.
[Rath] Wen?
Raten Sie mal.
Ich selbst...
...werde demnach das Amt,
das ich ja bereits vor meinem Eintritt in die Politik innehatte,
ein weiteres Mal übernehmen.
[Applaus und Jubeln]
Grzesinski. Dank Ihrer Hilfe.
Grzesinski selbst?
Er war es vorher,
er folgt mir nach.
Wo steht geschrieben,
dass ihr Jungen es besser könnt?
Verabschiede mich.
Leben Sie wohl. Alles Gute.
Hier in der Burg und überhaupt.
Danke.
[Rufe und Schnipsen]
[Schnarchen]
[Musik]
[Kinder lachen]
Ach.
Ich bin die Rote Rike.
Das da ist Buxe, Peppi,
Olschen und, na ja, der Rest.
Und du?
Toni.
Toni ist ein guter Name.
Ja, Toni ist gut.
Kann bleiben.
[Kinder lachen]
[Jacoby] Der Film, der niemals fertig werden sollte, nun ist er doch vollendet.
Und alle sind Sie da.
Der Bürgermeister, der Pommer, Lilian Harvey,
der Fritsch, die Helm.
Sogar Max Reinhardt.
[Jacoby] Und Charlotte Ritter.
Der glitzerndste Stern der Berliner Polizei.
Guten Abend.
-Was machen Sie hier? -Na, umgucken.
Und, haben Sie vielleicht 'n paar Interna für mich?
Hintergründe, Motive et cetera pp.?
Schade. Wir hätten echt ein Traumpaar werden können. Rein beruflich natürlich.
-Wieso? Du hast doch ihn. -Er sagt ja nichts.
Warum versauert ihr zwei eigentlich noch bei der Polizei? Warum nicht bei Ullstein?
Ist derselbe Job, nur viel besser bezahlt.
-Schreiben? Ich? -Ja.
Was Keckes mit Biss. Junge Frauen gehen gut zurzeit. Und du?
Zur Abwechslung mal was Lebendiges fotografieren, nicht die ganzen Toten?
Schuster, bleib bei deinen Leichen.
[Applaus]
[Mann] Frau Korda!
[Frau] Frau Korda, eine Frage. Frau Korda, eine ganz kurze Frage.
[Mann] Einmal hierher gucken.
[Mann] Tristan, Herr Rot, bitte schauen Sie mal.
[Frau] Frau Korda.
[Musik]
[Betty Winter] ♪ Ich sehe nicht, wohin du gehst ♪
♪ Wenn Stille herrscht und Einsamkeit ♪
♪ Mir schwer macht das Gemüt und weht ♪
♪ Ein Wind aus Gram und Leid ♪
[Tristan Rot] Elsa, höre.
Ich werde dich nicht teilen.
Niemals.
[Betty Winter] Du wirst müssen, Balthasar.
Das ist die neue Zeit.
Wo warst du die ganze Nacht?
Balthasar.
Wenn du nichts sagst, dann gehe ich.
-Balthasar. -Elsa, ich...
[Tristan Rot] Ich bin nicht mehr der, der ich einst war.
Ich bin es nicht mehr.
[Betty Winter] Das Band unserer Liebe wird zerreißen.
Ich spüre es.
[Tristan Rot] Wir verlieren uns.
Wir verlieren uns!
Ich stürze. Ich falle!
Jetzt!
[Publikum raunt]
[Betty Winter] Balthasar!
Sieh nur, was du getan hast.
Halte ein.
[Tristan Rot] Ich kann nicht.
Ich kann es nicht!
[Türklopfen]
[Tristan Rot] ♪ Ein Blick in die Unendlichkeit ♪
♪ Mir reißt's heraus das Herz ♪
♪ Doch du entbehrst den Schmerz ♪
[Publikum schreit auf]
♪ Bemächtigung ist Wille ♪
[Esther] ♪ Wille ♪
[Tristan Rot] ♪ Des Schicksals Recht und Drang ♪
[Esther] ♪ Drang ♪
[Tristan Rot] ♪ Drum schrei nur in der Stille ♪
[Esther] ♪ Stille ♪
[Tristan Rot] ♪ Im Fühlen liegt nur Zwang ♪
[Esther] ♪ Zwang ♪
[Musik]
[Mann] Bravo!
[Jubeln]
[Jacoby] Die Premiere des neuen Bellmann-Films Dämonen der Leidenschaft
gestern Abend war mit großer Spannung erwartet worden.
Was das Publikum dann zu sehen bekam,
war ein unverdaubarer Flickenteppich aus altbackenem Expressionismus,
melodramatischer Parvenükunst
und offensichtlich nachträglich konstruierter Rahmenhandlung,
die sich frech an diversen Klassikern der Literatur bedient.
Als wäre das Ableben der Hauptdarstellerin während der Dreharbeiten
nicht Tragödie genug,
so liegt die andere große Tragik dieses Werkes
in seinem verschwenderischen Aufwand.
Der geistlos verpulvert wurde für ein Nichts.
Für eine dekorative Geste nostalgischer Verklärtheit.
Da hilft auch kein Tristan Rot mehr, der uns noch vor wenigen Jahren
mit seiner faszinierenden Dämonie in Angst und Schrecken versetzte.
-Konrad und Hilde. Danke. -Doch, was hilft's?
Die Massen werden trotzdem hereinströmen.
Zu groß der Wunsch nach der Traumwelt,
zu groß die Angst vor der Wirklichkeit.
...Versuche des deutschen Films...
Es ist Zeit, Bellmann zu sagen,
dass uns diese angemalten Bildattrappen nichts mehr angehen.
Es ist Zeit für Filmkunst, die sich dem Leben stellt.
ICH BIN WEG. SUCH NICHT NACH MIR. TONI
[Musik]
[Husten]
Was machen Sie denn hier?
Wenn ich Sie jetzt mal höflichst bitten dürfte, unser Bett zu räumen.
Hallo?
[Mann] Ja.
Was sind Sie denn für ein verkommenes Subjekt,
dass Sie hier die ganze Zeit rumliegen?
Sie dürfen gar nicht mehr hier sein!
Drehen Sie sich mal um!
Du?
Wer denn sonst?
Beiße nicht.
[Telefonklingeln]
[Telefonklingeln]
Ach so. Entschuldige bitte.
Ja?
-[Mann] Herr Nyssen? -Am Apparat.
Wegener hier.
Die Kurse an der Wall Street,
die sind gefallen.
Gestern.
Ins Bodenlose.
Es hat begonnen.
Wir müssen zur Börse. Sofort.
-[Czerwinski] Chef, Chef! -[Rath] Was gibt es?
Irgendwas an der Börse.
Die Leute rotten sich vor den Banken zusammen und wollen ihr Geld.
-Was haben wir damit zu tun? -[Henning] Eben kam 'n Notruf.
Einer von unseren Leuten hat die Nerven verloren.
Wer?
[Böhm] Ihr habt mich ruiniert!
Jetzt mach ich euch fertig!
[Schüsse]
Seht euch dieses Schwein an!
Das ist genau so 'ne Drecksau wie ihr alle!
[Menschen rufen durcheinander]
Zum Seitenausgang.
[Böhm] Jetzt ist Schluss! Der hat mich reingelegt!
[Rath] Henning, ich geh durch den Seitengang.
Ich will mein Geld!
Ich verlange, dass ihr mir mein Geld wiedergebt!
-Sonst knall ich euch ab! -[Henning] Böhm!
Was soll der Quatsch? Machen Sie sich nicht unglücklich!
[Böhm] Henning.
Die haben uns alle betrogen!
[Schüsse]
Böhm.
Ich leg jetzt die Waffe weg.
Stecken Sie das Ding weg.
Wir gehen einfach.
Noch haben Sie die Chance.
Sie haben ein Leben.
Das nicht dem Geld gehört.
Nicht der Bank.
Nicht den Schulden.
Ihr Leben.
Sie sind ein guter Polizist.
Sie haben eine Frau.
Sie haben zwei Kinder.
[schluchzt]
Was machen wir jetzt mit ihm?
Was ich gesagt habe.
Gehen Sie nach Hause.
Die Waffe bleibt hier.
Schlafen Sie sich aus.
-Morgen ist ein anderer Tag. -[Czerwinski] Kommen Sie, Böhm.
[Musik]
[Dr. Schmidt] Gereon.
Bereit für die nächste Sitzung?
Es gilt für uns, einen Weg zu finden,
der die verletzte Seele unangreifbar macht.
Was machst du hier?
Helga?
[Schuss]
[Dr. Schmidt] Du hast dich auf eine Reise begeben, Siegfried.
Zur Wahrheit.
Zum Licht.
Du hast keine Angst.
Du bist von Schmerz und Angst befreit.
Dein Weg, er führt uns unweigerlich zu der Verschmelzung von Mensch und Maschine.
Wir schaffen den neuen Menschen.
Wir schaffen die Mensch-Maschine.
Ein von Schmerzen und Angst befreiter Android.
Der vom Kriege versehrte Geist
bildet die beste Grundlage dazu.
Nur er kennt die Abgründe der Seele so profund...
...dass der Wille zur Betäubung...
...sich auf natürlichstem Wege ergibt.
Unsere neuen synthetischen Substanzen
werden die zerstörte Seele gefühllos machen.
Und so von den Schmerzen und der Furcht befreien.
Willst du uns führen
vom Dunkel ans Licht?
Die Wahrheit ans Licht?
[Rath] Zur Wahrheit. Zum Licht.
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