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EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE
Bisher bei Babylon Berlin:
Lass uns deine Sachen packen und nach Hause fahren.
Das ist jetzt zu spät.
Ich will nicht in dem blöden Hotel wohnen!
Wo du mit diesem feinen Pinkel rumscharwenzelst!
[Rath] "Da waren so lustige Jungs. Einer hieß Fritz Höckert, der andere Otto."
Sie haben unter falschen Namen gehandelt.
[Rath] Richard Pechtmann und Horst Kessler.
Das sind die Mörder von Benda.
[Fritz] Wenn die meinen Namen kennen, kommen die irgendwann auf Sie.
Ich nehme an, du hast mit niemandem darüber redet.
Nein.
[Pferdewiehern]
-Ihr seid zu spät. -Entschuldigen Sie, Herr Rottenführer.
[Gennat] Wir sind mitten in einer Konferenz, das sehen Sie doch.
Aber ich habe dringliche, neueste Erkenntnisse im Fall Betty Winter.
Gilt es, eine akut bevorstehende Straftat zu verhindern?
Nein, ich wollte...
Moment, keinerlei Kommentare. Wir sind mitten in den Ermittlungen.
Kriminalrat, noch ein Foto mit Ihren engsten und wichtigsten Mitarbeitern.
-Glauben Sie an Zufall, Weishaupt? -Nein.
Interessant. Ich auch nicht.
Vielleicht ist unser Glaube an die Unfehlbarkeit
des Erkennungsdienstes doch etwas zu ungebrochen.
[Ullrich] Jemand da?
Wir schließen gleich.
Setzen Sie sich.
-Wie bitte? -Sie sollen sich setzen.
Solange ich nicht weiß, was Sie von mir wollen,
bleib ich lieber stehen, nicht wahr.
Gut, ich mache es kurz.
Will ja weder Ihre noch meine Zeit stehlen.
Mein Name ist Leopold Ullrich.
Ich bin der Leiter des polizeilichen Erkennungsdienstes
am Berliner Polizeipräsidium.
Am 21. September dieses Jahres, also vor genau drei Tagen,
wurde die Leiche
des als Beleuchtungstechniker tätigen Felix Krempin
zur Obduktion in die Rechtsmedizin der Berliner Charité eingeliefert.
Aus seinem Kopf hat man ein Projektil extrahiert.
Mir obliegt es in solchen Fällen, den Artefakt zu bestimmen.
Beschaffenheit, Fabrikat, Alter, et cetera pp.
Kurz: Klassifizierung aller ermittelbarer Daten.
Selbstverständlich fällt auch der Abgleich mit der eigens von mir entwickelten
"Prophylaktischen Datensatzkartei" in mein Arbeitsgebiet,
die alle Vorbestraften systematisch sammelt und kategorisiert.
Ihnen muss ich das Verfahren ja nicht erläutern,
da Sie es ja selbst durchlaufen haben.
Und zwar wegen Hehlerei in acht Fällen
und Betrug in 14 Fällen.
Auf dieser Karte ist auch die Registrierung von Schusswaffen vermerkt.
Und genau hier kommen Sie nun ins Spiel, Herr Bela Gosztony.
Gosztony.
Die Waffe, die ich einwandfrei
zu dem in Felix Krempins Kopf gefundenen Projektil zuordnen konnte,
ist auf Ihren Namen registriert.
Ich habe nichts mit dieser Geschichte zu tun.
Nun, Sie vielleicht nicht direkt, aber Ihr Bruder.
Herr Sandor Gosztony.
Sandor.
Ebenfalls vorbestraft wegen unzähliger Betrugsdelikte
und, im Gegensatz zu Ihnen, schwerer Körperverletzung.
Wenn ich das hier richtig sehe, ging es um eine Messerstecherei.
[Mann lädt Waffe]
Nun ja, eine Tötung meiner Person wird Ihnen leider nichts nutzen,
da ich die von mir erwähnten Beweismittel in einem Tresor deponiert habe,
der sich im Polizeipräsidium befindet.
Ein im Falle meines Todes zu öffnender Briefumschlag
befindet sich ebenfalls, an meinen Gehilfen gerichtet,
in den bestens gesicherten Räumen der Roten Burg.
Ich kann Sie also alle beide zu jedem beliebigen Zeitpunkt "hochgehen" lassen,
wie man in Ihren Kreisen zu sagen pflegt.
-Was wollen Sie? Geld? -Nein.
Darum geht es mir nicht.
Ich möchte, dass Sie weitermachen.
Womit?
Mit der Sabotage der Dreharbeiten?
Nein.
Mit dem Morden.
Aber...
Weshalb?
Wen?
Das obliegt Ihnen, es kümmert mich nicht.
Ich will nur, dass es weitergeht.
[Sandor Gosztony lacht]
Der ist total irre.
Warum sollten wir das tun?
Weil Sie sonst in 30 Minuten verhaftet,
in vier Wochen verurteilt
und in ungefähr sechs Monaten hingerichtet sein werden.
Die Beweislast ist erdrückend.
[flüstern unverständlich]
[Ullrich] Also.
Töten Sie.
Am besten kreieren Sie ein Muster.
Dann können wir die Verdachtskoordinaten nach Belieben austauschen.
[Bela Gosztony] Ein Muster?
Bleiben Sie bei Ihrer Maskerade.
Die Jagd nach dem Phantom, das ist eine gute Geschichte.
Das hält die Stadt in Atem.
[Rath] Moritz?
[Rath klopft]
Wie geht's deiner Verletzung?
Ich kann dich nicht hören.
Zeig mal.
[Moritz lacht]
[stöhnt] Aua.
Ich darf nicht so viel lachen.
Wo du ja sonst so viel lachst.
-Eine Fokker D.VII. -Mhm.
-Udet, Göring, Richthofen. -Richthofen nicht.
Der war schon tot, als die eingesetzt wurde.
Wo hast du denn das her?
Das haben wir verteilt.
-Auf dem Schulhof? -Mhm.
Schon gelesen?
Nö.
Kann ich mir das ausleihen?
Klar.
[Helga wählt]
[Telefonklingeln]
[Rath] Ja?
Ja, natürlich ist er hier.
Lass den Jungen mal in Ruhe, Helga. Es geht ihm gut. Und er ist gern hier.
Doch. Moritz bleibt bei mir. Und dabei bleibt es.
[Auflege-Ton]
[Musik]
Leutnant.
[Pferdewiehern]
Hab gehört von dem Kessler. War einer Ihrer Männer, ja?
Er war der zweite Mann.
Bei der Benda-Sache.
Die Bolschewiken kommen jetzt schon zu unserer Haustür.
Aber den Kerl kriegen wir noch.
Hat ein paar Spuren hinterlassen, wie ich höre.
Die einzigen zwei Männer, die Mitwisser waren in der Benda-Sache,
sind entweder tot oder verschwunden.
Von dem Pechtmann weiterhin keine Spur, ja?
Ich trau Ihnen nicht.
Oberst a.D. Wendt.
Ich Ihnen auch nicht.
Warum auch?
Wenn wir uns nicht gegenseitig auf die Finger schauen,
dürften wir schon lange keine Geschäfte mehr miteinander machen.
Der Tag naht, an dem wir mit euresgleichen keine Geschäfte mehr machen müssen.
[Rath] Konnten Sie die Geliebte von Hörst Kessler denn inzwischen vernehmen?
Da Sie in diesem Fall als Zeuge geführt werden,
bin ich durch das Gesetz gebunden,
und darf mit Ihnen über diesen Fall nicht sprechen.
Ach, kommen Sie, Böhm.
Den tiefen Teller hat die Frau nicht erfunden.
Aber ihre Aussagen deuten darauf hin,
dass wir es hier mit einem Streit im Zuhältermilieu zu tun haben könnten.
-Kessler war Zuhälter? -Wir haben einen Verdächtigen.
Gleich verhöre ich einen Zeugen. Mehr sage ich nicht.
[Weishaupt] Wenn Sie vergleichen...
...Schleife, Bogen, Wirbel, das gleiche Bild. Walter Weintraub.
Und es besteht kein Zweifel, dass dieses Messer die Tatwaffe ist?
Die Blutspuren auf der Klinge haben die Blutgruppe AB.
Das ist die von Vera Lohmann.
Entschuldigung, aber der Täter hat doch Handschuhe getragen.
Dann kann er doch gar keine Fingerabrücke hinterlassen, oder?
Wenn der Täter tatsächlich Handschuhe getragen hat...
Hat er.
Dann erklärt das die schwierige Spurenlage.
Das Abdruckmuster war schwach.
Aber eindeutig.
Richtig, richtig, aber Kollege Weishaupt und ich hatten eigentlich vermutet,
dass der Griff abgewischt worden ist.
Aber Sie können dieses Messer ohne Zweifel Walter Weintraub zurechnen?
Ja.
Ja.
Gut. Danke.
[Henning] Wir haben die Suche nach ihm inzwischen ausgeweitet.
Und verstärkt.
Wir suchen jetzt auch bei den Ärzten.
...was sie angerichtet hat.
-Erich. -Da ist sie.
Da. Ist mir scheißegal.
Guck, was du getan hast mit deinem Pfusch, du.
Na, guck's dir an.
Blind ist sie auf dem Linken, und das andere tränt.
Du dumme Sau, dafür zahlst du, aber ganz sicher.
'ner Frau die Augen kaputt machen.
Beim Quacksalber. Wie kann man nur so bescheuert sein?
Ilse, stimmt das?
-Ich weiß nicht. -[Erich] Guck sie an.
Links ist schwarz, und rechts ist verschmiert.
Heulen kannst du, aber löhnen wirst du auch.
'ner Mutter die Augen kaputt machen und so tun, als wär nichts?
Du dumme Nutte, du!
So, junger Mann, jetzt mäßigst du mal deinen Ton, ja?
Was willst du denn, du Nase?
-Ist deine Frau blind oder bist du das? -Erich, bitte.
-Ich verhandle das. -Komm, raus hier.
Was?
[Mann] Raus mit dir jetzt hier.
-Ich will 'ne Entschädigung, hörst du? -[Mann] Verschwinde.
[Erich] Ich verklag dich drauf.
Du blutest.
[Mann] Verpiss dich!
Das wollte ich nicht, Lotte.
[Geschrei im Hintergrund]
Um so ein Theater zu vermeiden, war und bin ich gegen Frauen in der Mord.
[Henning] Danke.
Geht schon. Ich setz mich erst mal hin.
Sie können sich gern hier ausbreiten.
Und Sie?
Ich muss nach oben.
Pechtmann ist direkt nach der Gegenüberstellung verschwunden.
Kessler ist vor meinen Augen erschossen worden.
Das Dienstmädchen ist zum Tode verurteilt.
Rechtmäßig. Ja.
Herr Polizeipräsident.
Es ist doch augenfällig, dass...
...dass hier systematisch alle Beteiligten aus dem Weg geräumt werden.
Von wem?
Wer profitiert davon?
Wir beide haben da ja so unsere Vermutungen, aber wie wollen Sie
eine Beteiligung von Regierungsrat Wendt an diesen Vorgängen nachweisen, Rath?
Indem wir die Ermittlungen weiterführen.
Und Wendt aus der Reserve locken.
[Wendt] Ich danke Ihnen.
[Frau im Hintergrund] Das ist ja interessant.
Gnädige Frau, Sie erwähnten am Telefon,
dass Sie etwas hätten, was mich interessieren könnte?
Darf ich erfahren, worum es sich handelt?
Mein Mann hat Tagebuch geschrieben.
Bis vor Kurzem war es mir nicht möglich, darin zu lesen.
Die Wunden meiner Trauer waren zu frisch.
Die Indiskretion schien mir zu groß.
Aber nach unserem letzten Treffen
und nachdem das Dienstmädchen verurteilt wurde, konnte ich mich überwinden.
An einer Stelle hatte er beiläufig,
und doch deutlich, seine Entrüstung über die Härte Zörgiebels
beim Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten am 1. Mai ausgedrückt.
Aus der Eintragung geht hervor, dass es sehr wohl einen Schießbefehl gab.
Er wurde von Zörgiebel persönlich
mit jedem einzelnen Einsatzleiter vertraulich abgesprochen.
Und hinterher sollte es als Notwehr dargestellt werden.
Ja.
Gnädige Frau. Denken Sie, es wäre möglich, mir das hier auszuleihen?
Abgesehen von dieser Passage
garantiere ich Ihnen natürlich strengste Vertraulichkeit.
[Hupen]
Wünsche Ihnen gute Besserung.
[Frau stöhnt]
-Guten Tag, Frau Schwarzbach. -Guten Tag.
Sie haben einen Brief.
Ich hab ihn hochschicken lassen auf Ihr Zimmer.
Danke.
[Nyssen] Liebe Helga.
Wenn der Docht dieser Kerze verloschen ist,
hat auch mein Lebenslicht zu leuchten aufgehört.
Erlaube mir, mich ein letztes Mal an dich zu wenden...
Wissen Sie, wo sich Herr Nyssen zurzeit aufhält?
...um dir zu sagen, wie kostbar mir die wenigen Stunden mit dir waren.
-Wissen Sie seine Adresse? -Der wohnt auf Schloss Liebenberg.
Mein Ziel zu hoch, meine Kräfte zu schwach.
Als Trost aber bleiben unsere wenigen Stunden zu zweit.
-Ich muss schnell nach Schloss Liebenberg. -Gib niemandem die Schuld an meinem Tod.
Er ist von mir gewollt. Von mir allein.
Ich warte auf dich im Jenseits. So es überhaupt eins gibt.
Alfred.
[Musik]
Vor Gericht werden Sie damit nicht weit kommen.
Ich kenne keine Instanz, die ein Tagebuch als Beweismaterial zulassen würde.
Ein Prozess interessiert mich überhaupt nicht.
Entweder Sie nehmen freiwillig Ihren Hut, Herr Zörgiebel,
oder die Öffentlichkeit erfährt von den persönlichen Eintragungen August Bendas.
Jenes Mannes, der einem Racheakt
für das Vorgehen der Polizei am 1. Mai zum Opfer fiel.
Sie sind der impertinenteste Mensch, der mir je begegnet ist.
Gehaben Sie sich wohl, Herr Zörgiebel.
-Oh Gott. -[Nyssen] Alfred?
Alfred?
-Bringen Sie Salz. -Was?
-Viel Salz und einen Wasserkrug. -Mhm.
Und einen Schlauch. Und einen Trichter.
Alfred. Alfred, wach auf!
[Würgegeräusche]
[Helga] So ist gut.
So ist gut.
[Musik und Straßengeräusche]
[Malu] Guten Abend.
Da gibt es noch mehr.
Viel mehr.
Lassen Sie uns wissen, wenn Sie etwas Neues haben.
[Katelbach] Passen Sie auf, Gereon, ich habe beschlossen...
...meine Anwesenheit auf dieser Liste als veritablen Ritterschlag zu verstehen.
[Rath] Tatsächlich?
"Ein Jude gehört ins Kaffeehaus", pflegte mein verehrter Großpapa immer zu sagen.
Keine 20 Jahre später wird sein unwürdiger Enkelsohn Samuel Katelbach
nahezu ohne eigenes Zutun und quasi über Nacht
zum Mitglied einer revolutionären Zelle.
Einer Gruppe von demokratischen Kämpfern, die an diesen Staat glauben
und einzig und allein aus diesem Grund vom Staat zu Staatsfeinden erklärt werden.
So, die tiefen Teller stellen Sie bitte gleich daher.
Und noch was will ich Ihnen sagen.
Sollten Sie diese Liste jemals komplett haben,
dann werden Sie feststellen, dass da ein paar Hundert Namen draufstehen.
Mindestens.
Und wissen Sie was? Das ist das Gute daran.
Denn ein paar Hundert Leute können sie
nicht so mir nichts, dir nichts mundtot machen.
Das ist ein Haufen Leute.
Und selbst wenn sie den einen oder anderen verhaften
oder, was Gott verhüten möge, umbringen.
So bleiben immer noch ein paar Hundert andere, die den Mund aufmachen könnten.
Sie, zum Beispiel.
Gereon.
Sie sind drauf und dran, ebenfalls Teil dieser Liste zu werden.
Sie wissen es nur noch nicht.
Und meine bescheidene und geduldete Anwesenheit in Ihrem Haushalt
nehme ich als Auftrag,
Ihr demokratisches Selbstverständnis ein bisschen hervorzukitzeln.
Also.
Moment mal.
Minuzien nach rechts.
Minuzien nach links.
[beide] Guten Abend.
Entschuldigung? Herr Ullrich?
-Mir ist da was aufgefallen. -Ach ja?
Ja. Hier.
Ich glaub, da ist ein Fehler.
Das sind die Fingerabdrücke von Walter Weintraub,
die auf dem Messer gefunden wurden.
Und das sind die Abdrücke aus Ihrer Kartei von Walter Weintraub, rechte Hand.
Aber schauen Sie mal.
Die Papillarleisten. Da stimmt doch die Richtung nicht, oder?
-Die Minuzien zweigen rechts herum ab. -Ja. Rechte Hand.
Ja, aber der Abdruck ist seitenverkehrt.
Die Minuzien.
Sie haben recht. Das müssen wir vertauscht haben. Ich kümmere mich sofort darum.
-Wie... Wie kann man das denn vertauschen? -Was meinen Sie?
Das sieht doch eher nach 'ner bewussten Fälschung aus, Herr Ullrich.
Wer hätte das denn bei uns hier sein...
[schluckt laut]
Und...
Guten Appetit.
Der Junge ist auf seinem Zimmer?
Meister Moritz wurde heute noch nicht gesichtet.
[Klingeln]
Ah.
Ah, das wird sie sein.
Sie?
'n Abend, Herr Rath. Ich wollte nur zu Herrn Katelbach, ist der da?
Was machen Sie denn hier?
Charmant wie immer, der Herr Rath.
Entschuldigen Sie.
Ich hatte jemanden anders erwartet.
Kommen Sie rein, bitte.
-[Behnke] Guten Abend. -Guten Abend, Frau Elisabeth.
Was haben wir denn hier?
Eine kleine Frittaten-Suppe gegen den garstigen Herbstwind.
Und was ist da drin?
Das... Das ist ein Gulasch.
Aha.
Was hab ich wissen können, dass Sie auch was zum Essen mitbringen.
Schon gut, Herr Katelbach. Schauen Sie da erst mal rein.
Oberstes Fach. Das dürfte auch für Sie von Interesse sein.
[Behnke] Mit freundlichen Grüßen aus dem Reichswehrministerium.
Wie haben Sie das jetzt gemacht?
[Behnke] Gute Quellen. Das A und O.
Wenn Sie mir aus dem Mantel helfen, könnte ich Ihnen das erzählen.
Ja, natürlich.
Danke.
Gedeckt haben Sie ja auch schon. Sehr aufmerksam.
Und was macht bitte das Sauerkraut in einem Gulasch?
[Katelbach] Die Szegediner Variante.
Eine Spezialität meiner Heimat.
Als sich diese noch bis nach Ungarn ausdehnte.
-Und das können Sie, ja? -Ja.
Und wenn Sie mir noch 'n Schnaps dazugeben,
kriegen wir's vielleicht auch runter.
Rath hier. Tut mir leid, Herr Gräf, aber es gibt noch was zu tun.
[Gräf] Muss ja sehr wichtig sein, Herr Kommissar.
Allerdings, das ist es.
-Gut. Wo treffen wir uns? -In der Burg. Am besten gleich.
Du hast von unserer Verbindung gesprochen. Das ist gar nicht lange her.
Du hast gesagt...
...unsere Seelen streben zueinander.
Du hast gesagt...
...sie flechten sich ineinander, wie die Strähnen eines Zopfes.
Wie recht du damit hast.
Hab ich das?
Auch ich kenne das,
verzweifelt am Abgrund stehen und nicht mehr weiterwissen.
Komm.
Bitte.
[Musik]
Haben Sie abgesperrt?
Ja, ich... Ja.
Was machen Sie hier?
Hab ich vergessen.
Und das Licht auch.
Wissen Sie was?
Wenn Sie noch schaffen, dann sollte ich das auch machen.
Das ist nett, aber ich bin fertig.
Herr Ulrich,
das ist gar kein Problem.
[Musik]
Schönen Feierabend, Herr Gräf.
Gräf.
Herr Rath.
Film entwickeln, Abzüge machen. Etwa 1,5 Stunden?
-Ja. Gebe Ihnen sofort Bescheid. -Bin in meinem Büro.
[Gräf] Gut.
[Musik]
Fräulein Ritter?
[Radio] ♪ Du bist verrückt, mein Kind ♪
♪ Du musst nach Berlin ♪
♪ Wo die Verrückten sind ♪
♪ Da gehörst du hin ♪
♪ Du bist verr... ♪
[Türenöffnen im Hintergrund]
Charlotte?
[Musik]
[schnarcht]
[Poltern]
[klopft]
Hallo?
[Tür wird geschlossen]
[Musik]
[Schuss]
[stöhnt]
So, Herr Kommissar, das dauert jetzt nicht mehr lang.
[Ullrich] Der Stoffwechsel stagniert.
Die Atemwege verengen sich.
In ein paar Minuten sind Sie unbeweglich.
So lange wird die Presse ja noch warten können.
[Rath] Ullrich!
Wo ist Charlotte?
Sie teilt Ihr Schicksal, Herr Kommissar.
Das kleine vorlaute Ding.
Wo ist Charlotte?
-Wo ist sie? -Ihr bleibt auch nicht mehr lange.
[Schüsse]
[Klicken]
[stöhnt]
[Radiomusik]
Was soll das denn sein?
Geheime Kommandosache.
Reichswehraufrüstung.
[stöhnt]
Herr Ullrich.
Was soll das?
Los.
[Ullrich] Rechts runter.
[stöhnt]
[Ullrich spricht leise im Hintergrund]
[Ullrich] Meine Damen und Herren, dieser Fall ist ein Musterbeispiel
für die öffentliche Fehlbeurteilung polizeilicher Ermittlungsarbeit.
Seit Jahren werden in dieser Stadt
Ermittlungserfolge denjenigen Abteilungen zugeschrieben,
die in der Regel den kleinsten und unbedeutendsten Anteil an der Auflösung
von komplexen kriminellen Rätseln und Aufsehen erregenden Fällen haben.
Um dieser, ich möchte sagen skandalösen Entwicklung entgegenzutreten,
habe ich mich vor einiger Zeit entschlossen,
die Leitung eines Geheimexperiments zu übernehmen.
Und deshalb sind Sie, meine Herren, heute hier
und ich danke Ihnen allen für Ihr zahlreiches Erscheinen.
[Applaus]
Danke. Vielen Dank.
Ziel dieses Experiments
ist der zweifelsfreie Beweis,
dass die neuesten Methoden der Forensik,
insbesondere die erkennungsdienstlichen Fakten,
an vorderster Stelle stehen, wenn es um belastbare Beweise
und die erfolgreiche Überführung von Tätern geht.
Oder, um es einfacher zu formulieren:
Ohne den Erkennungsdienst wäre die Inspektion A
eine zu vernachlässigende Randerscheinung der Berliner Polizeigeschichte.
[Publikum lacht]
Schluss jetzt.
Soll ich gehen?
Gut, dann...
Halt!
Doch nicht?
[Publikum lacht]
Wo ist Fräulein Ritter?
Herr Kommissar, Sie sind sehr brauchbares Beweismaterial für die These,
dass die Leidenschaft bisweilen geradezu übermenschliche Kräfte mobilisiert.
Wo ist sie?
Ich bin doch kein Amateur.
Ich weiß, wie wertvoll so ein menschliches Faustpfand sein kann.
Ganz besonders wenn, wie in Ihrem Fall,
Herr Kommissar, ausgeprägte irrationale Affekte
das Handlungsvermögen so maßgeblich beeinträchtigen.
Sie lieben das Frauenzimmer.
Das ist rührend, aber es macht Sie auch berechenbar.
[Schüsse]
Sag mir, wo sie ist, oder ich knall dich ab.
Das werden Sie nicht tun.
Sie werden mir die Zeit geben, die ich hier noch benötige,
um meine Ausführungen zu einem befriedigenden Ende zu bringen.
Ich werde die Rote Burg verlassen, und Sie werden mich in Ruhe ziehen lassen.
Und dann werde ich Ihnen, von einem geheimen Ort aus, telefonisch mitteilen,
wo sich Ihre Assistentin, ganz in der Nähe übrigens, aufhält.
Und gegen den Kollaps ihres Kreislaufes und einen Sturz ins Koma ankämpft.
Ich bitte Sie um Entschuldigung für diese kurze Unterbrechung.
Da muss er durch.
Gut. Wo war ich?
Kommen Sie! Beeilung.
[Gräf] Was ist passiert?
Ziel des Experiments war es also, deutlich zu machen,
dass mit erkennungsdienstlichen Methoden der Weg des leitenden Ermittlers
sehr leicht auf falsche
und/oder widersprüchliche Fährten gelenkt werden kann.
Am Beginn des Experiments steht also ein Unfall, der keiner ist.
Der Tod von Betty Winter
ist allzu offensichtlich nicht das Werk von Schicksal und Zufall.
[Rath] Charlotte!
Charlotte.
Alarm! Geiselnahme im großen Saal!
Jaja, schnell!
Die Spurenlage am Tatort ist uneindeutig,
da die Finanziers des Films versuchen, Hinweise zu vertuschen,
die auf eine Straftat schließen lassen.
Doch eine Zeugin hat einen geheimnisvollen
Mann in schwarzer Robe während des Vorfalls beobachtet.
Der Verdacht fällt zunächst auf den Beleuchter,
der aber, bevor er belastende Aussagen machen kann, eliminiert wird.
[Schuss]
Das Projektil der Tatwaffe kann von mir persönlich
schnell und leicht identifiziert und zugeordnet werden.
Die zuständigen Beamten
schenken dieser Erkenntnis jedoch keine besondere Aufmerksamkeit.
Und hier beginnt nun der zweite, der neue Weg dieser Ermittlungen.
Das Experiment.
Ich treffe auf den ungarisch-stämmigen Täter und seinen paktierenden Bruder.
Diese Herrschaften hatten sich am armenischen Finanzier
des Films wegen einer Gewalttat aus der Vergangenheit rächen wollen.
Ihr Racheplan gipfelte in der Tötung des weiblichen Stars
und dem daraufhin zu erwartenden Zusammenbruch der Filmproduktion.
Charlotte!
Doch kurz vor der Tat
weigert sich plötzlich ihr bis dahin willfähriger Mittelsmann, der Beleuchter.
Mit einem Mord wollte er nichts zu tun haben.
Einer der ungarischen Brüder springt, von blinder Rachsucht getrieben, ein
und benutzt hier erstmals die prägnante, schwarz gewandte Verkleidung.
Ein Schema wird geboren, ohne dass die Täter sich darüber im Klaren sind.
Bleiben Sie bei Ihrer Maskerade.
Die Jagd nach dem Phantom, das ist eine gute Geschichte.
Bewusst jede Motivlage ignorierend, beauftrage ich nun die zwei Männer
mit einer weiteren Straftat,
die willkürlich einen Zusammenhang mit den vorherigen Vergehen insinuieren soll.
Töten Sie. Am besten kreieren Sie ein Muster.
Dann können wir Verdachtskoordinaten nach Belieben austauschen.
Dazu beschaffe ich ihnen das identische Modell eines Jagdmessers
von einem frisch entlassenen Häftling.
Mit diesem Messer wird bald darauf die Zeugin, die sich als möglicher Ersatz
für die verstorbene Hauptdarstellerin qualifiziert,
in der Garderobe der Filmateliers getötet.
Eine Kriminalassistentin beobachtet den Täter bei der Flucht,
nicht ahnend, dass dies den Plan zur Verwirrung der Ermittlungen anfeuert.
Mittels fingierter Utensilien
lenke ich nun den Verdacht zunächst auf den Ehemann von Betty Winter,
der anhand seiner verhaltensauffälligen Persönlichkeit
genügend Profil für einen Hauptverdächtigen hergibt.
Um den Fall aber noch frappierender zu gestalten,
kann kurz darauf, mithilfe eines simplen Tricks,
der Verdacht auf eine neue Person,
und zwar auf den Kompagnon des armenischen Finanziers gelenkt werden.
Der gemeinsam mit dem weiteren Opfer, wieder einer Filmdarstellerin,
zu einem gewaltsamen Ende kommt.
Charlotte.
[Musik]
Charlotte.
Die selbst ernannte Ermittler-Elite der Inspektion A
tappt inzwischen derart hilflos im Dunkeln,
dass sie es sogar für ein probates Mittel halten,
die Hilfe der sogenannten Kriminaltelepathie in Anspruch zu nehmen.
[schreien]
[Mann aus Publikum] Ammenmärchen.
Eine ganze Abteilung und ihr Starensemble steht ohne jeden Kompass da,
und ist dennoch stets bereit, sich vor Vertretern der Presse aufzubauen
und die Früchte ihres marginalen Beitrags zur Wahrheitsfindung zu preisen.
Darin finden sie Frieden für ihr wirres, ihr sinnloses,
ihr lächerliches Tun.
Ich danke Ihnen.
[Mann aus Publikum] Jawohl.
Prima. Bravo.
Bravo.
[Applaus]
Bravo.
[Ullrich] Moment.
Moment.
Dieser Handschuh ist eine Weiterentwicklung
dieser mechanischen Hand aus meinem persönlichen Labor.
Mithilfe eines präzise angefertigten Stempels der Fingerabdrücke
entsteht ein Handschuh, mit dem man die Spur eines anderen hinterlassen kann.
Herr Kommissar, Sie kommen im richtigen Augenblick.
Jetzt können Sie Zeuge werden, wie Sie selbst höchstpersönlich zum Mörder werden.
Die Abdrücke, die ich mit diesem Handschuh auf dieser Waffe hinterlassen werde,
werden nämlich ausgerechnet Sie, Herrn Rath, zum zweifelsfreien Täter
in der Mordsache Ernst Gennat identifizieren.
Ich hab Ihre Geheimkammer entdeckt.
Fräulein Ritter befindet sich in der Obhut unserer Ärzte.
Und wird in diesem Augenblick in die polizeiliche Klinik gebracht.
[Publikum redet durcheinander]
Sie haben verloren.
[Frau aus Publikum] Lügner. Lügner.
Verstehen Sie, was ich sage?
Sie haben verloren.
[Mann] Lügner.
Warten Sie! Ich bin noch nicht fertig!
[Mann] Dieser Humbug, den er hier verbreitet.
[Mann] Hör auf.
[Schuss]
Das war's.
Ich bin noch nicht fertig!
Glück braucht der Mensch.
Und gute Polizisten.
Danke.
[Musik]
[Charlotte] Gereon.
[Arzt] Vorsichtig.
[Musik]
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.