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Original subtitles

[Nicole] Jessica...

Wer ist Jessica?

Ich glaube, Jessica, die wär nicht gern Spionin.

Das wär zu anstrengend mit dem ganzen Lügen.

Wie kriegst du das hin?

Weiß nicht. Alle Menschen lügen.

Wir machen es halt beruflich.

Also, ich lüg nicht.

Nee, klar.

Na, ich glaub dir nicht. Nein, keine Chance.

Okay, du hast meine Unterstützung.

Finanziell... und logistisch.

-Was willst du tun? -Ich will Kohl ausschalten.

Wie ambitioniert.

Ich persönlich halte ja nicht so viel von Gewalt.

Aber wenn man sieht,

wie demagogisch er sich für die Wiedervereinigung einsetzt.

Das ist keine Wiedervereinigung.

Das ist ein Anschluss.

Kohl fährt zur Leipziger Messe.

Er will eine große Rede halten, paar Tage vor der Wahl.

Klingt gut.

[elektronisches Piepen]

Hier.

Was hast du mit Martin vor?

Ich hab gar nichts vor.

Du weißt, diese Zecke wird mich

bis ans Ende meiner Tage nicht mehr loslassen.

Gewaltfreie Zone, schon vergessen?

Aber keine Sorge. Ich lass dir genügend Vorsprung.

Gut. [sie räuspert sich]

Deine hörige Hausfrauen-Dietrich hat ja sicher auch keine Lust,

hier morgen früh das Blut von den Wänden zu schrubben.

Und die kleine Freundin,

wer bezahlt die?

Schwer zu sagen.

-Martin? -Hm?

Da ist noch 'ne winzige Sache.

Oh, komm schon.

Dass wir uns in der Kneipe getroffen haben,

das war jetzt nicht direkt ein Zufall.

-Nee? -Nee.

Sondern?

Dein Papa hat uns verkuppelt.

[unheilvolle Klänge]

Mein was?

Dein Papa, der hat Max von der Schule abgeholt,

und da hat er mir erzählt, dass du einsam bist

und dich einigelst, und dass ich sehr gut zu dir passen würde.

Und er hat ja total recht.

-Was hat mein Vater erzählt? -Nichts weiter...

-Was hast du ihm erzählt? -Nichts.

Hat mein Vater gesagt, dass du mit nach Rumänien sollst?

-Sei ehrlich. -Niemand hat mir was gesagt.

Du darfst ihm nichts glauben und nichts sagen!

Wenn er will, dass wir zusammengehören,

dann gibt's da einen Grund für.

Da musst du ihn schon selber fragen.

[unheilvolle Klänge]

Tut mir leid.

Kannst du bitte aufhören?

Kommt, wir gehen 'ne Pizza essen.

Na los!

[bedrohliche Klänge]

Hallo, Mädels.

Wo wollt ihr denn hin?

Was macht der denn noch hier?

Ich hab nur eure Kunst bewundert.

Im Badezimmer?

Du solltest wirklich aufhören,

diese Bürgerrechtler zu uns einzuladen.

Steffi!

Muss wirklich schwer sein für euch Mädels.

Ständig diese Aktivisten hier im Haus.

Tut mir leid, dass ich das gesagt habe.

Ich hab auch 'ne Tochter.

Die ist sehr krank.

Ich muss alles tun, um sie zu beschützen.

Wollen wir vielleicht alle zusammen Pizza essen gehen?

Ja, gerne.

Aber ein bisschen später, ja?

Ich muss erst das hier zu Ende bringen.

Was denn, Mutti?

Geht zurück in euer Zimmer.

Macht die Hausaufgaben zu Ende, ja?

Ich geh nirgendwo hin.

Ich kümmere mich nur schnell um die beiden. Komm.

Lassen Sie sich Zeit, Frau Fischer.

[bedrohliche Klänge]

Ich hab es nicht eilig.

[leise] Geht in euer Zimmer und schließt die Tür von innen ab.

Macht die Hausaufgaben zu Ende. Los.

[unheilvolle Klänge]

Und jetzt,

Offizier Lohberg?

[Titelmusik]

[Peter Schilling singt "Major Tom" auf Englisch]

Hören Sie.

Ich hab mich wirklich geändert.

Ich bin... ein guter Mensch.

Ich hab Hoffnungen, ich hab Träume.

Und ich hab eine Tochter, um die ich mich kümmern muss.

Sie können mir das nicht alles wegnehmen.

Ich hab auch zwei Töchter, um die ich mich kümmern muss.

Die haben schon ihren Vater verloren.

Ich hatte wirklich gehofft...

[sie erschrickt]

...dass unser Gespräch ganz anders verlaufen würde.

Ich hatte Sie im Ministerium gesehen und dachte:

Ist sie das wirklich?

Ich war mir gar nicht sicher.

Dann hab ich mit Ingrid gesprochen.

Sie erzählte mir von Ihren Nachforschungen über Christoph.

Da wurde mir dann langsam immer übler.

Ich dachte, ich muss zu ihr. Ich muss mit ihr reden.

Rausfinden, ob sie wirklich hinter mir her ist.

Man soll keine vorschnellen Schlussfolgerungen treffen.

Ich dachte, vielleicht erkennt sie mich gar nicht.

Sie haben mich ja wirklich nicht erkannt.

Da war ich sehr erleichtert.

Der Typ ist irgendwie komisch.

Sollen wir rausgehen?

Nein. Nein, lieber nicht.

Wissen Sie, am Anfang unseres Gesprächs, da dachte ich,

dass wir vielleicht sogar Freunde werden können.

Warum hat's dann diese unschöne Wendung genommen?

Was ist eigentlich los mit Ihnen?

[laut] Was stimmt nicht mit Ihnen?

Er schreit Mutti an.

Was sollen wir denn jetzt machen?

Müssen Sie das tun?

Müssen Sie immer irgendjemanden beschuldigen?

Können Sie nicht...

Können Sie nicht einfach akzeptieren...

...dass ich mich geändert habe?

Ganz Deutschland hat sich geändert.

Viermal allein im letzten Jahrhundert, radikal verändert.

Monarchie. Nazidiktatur. Kommunismus.

Jetzt Demokratie.

Aber ich darf mich nicht verändern?

Ich darf mich nicht ändern?

-Was machen Sie da? -Tobias.

Hören Sie auf!

[spannungsvolle Musik]

Sind die jetzt endlich alle weg?

Noch nicht.

Was arbeitest du denn da?

Fritz. Fritz Hartmann.

Dieser Mann ist ein Genie. Sein Geschäftsidee ist genial.

Er wird sie auf der Leipziger Messe vorstellen.

Und ich glaube, wir sollten in seine Firma investieren.

Ich glaube nicht, dass Fritz

ausgerechnet mit uns zusammenarbeiten möchte.

Wenn ich "investieren" sage,

dann meine ich keine Zusammenarbeit,

sondern eine komplette Übernahme.

Und natürlich nicht unter unserem Namen.

-Mhm. -Hm?

-Koopmann. -Wer?

Roland Koopmann.

Wir schicken ihn als Vermittler und geben ihm dafür...

...drei Prozent?

Hm?

Ich liebe es, wenn du mit mir kapitalistisch sprichst.

Ich liebe es.

Möchte ich hoffen.

Kurz nachdem ich Sie im Gefängnis getroffen habe,

hab ich meine Versetzung

ins Ministerium des Inneren beantragt.

Weil ich's nicht mehr ausgehalten hab.

Ich hab's nicht mehr ausgehalten,

wie die Gefangenen behandelt wurden.

Ich hab mir geschworen, neu anzufangen.

Ich könnte so viel Gutes tun.

Wenn Sie etwas...

...Gutes tun wollen,

dann lassen Sie uns das hier alles vergessen.

Ich werde die Sache nicht weiter verfolgen.

Gehen Sie jetzt einfach. Sie hören nie wieder von mir.

Ach, Tina.

Glauben Sie wirklich, dass ich so dumm bin?

Sie rufen die Polizei, sobald ich raus bin.

Nein, und für mein Seelenheil hab ich 'ne bessere Idee.

Ich werde Ihre Töchter großziehen.

Ich werde sie lieben wie meine Grete.

Sie werden froh sein, dass ich sie

von ihrer verrückten Mutter befreit hab.

Nein!

Sch, sch, sch.

Sch.

Lassen... Sie... sie gehen.

[spannungsvolle Musik]

Tina?

Christoph lebt noch!

[Musik stoppt]

Was?

Ich weiß, wo er ist.

Wenn Sie die Polizei rufen, werde ich nichts sagen.

Wenn Sie die Kinder wegschicken, werde ich nicht reden.

Dann wissen Sie nie, wo er ist.

Warum haben Sie das nicht schon früher gesagt?

Das sollten Sie als Letztes erfahren.

[unheilvolle Klänge]

Sagen Sie mir, was Sie wissen.

Machen Sie die Tür auf, ich werd's Ihnen sagen.

Scheiße.

-Ich geh raus. -Sandra, nein.

Bitte nicht. Nein.

Sandra, bitte...

Mutti, was machst du da?

-Geh in dein Zimmer. -Mutti, nein!

Das verstehst du nicht.

Er kann uns helfen, Papa zu finden.

Papa lebt, und Rudi weiß, wo er ist.

Hörst du eigentlich, was du sagst?

Vati lebt?

Nein, und jetzt ruf die Polizei. Sofort!

Nein, geht doch einfach nur in euer Zimmer!

Mutti, wer hat gesagt, dass Vati noch lebt?

-Rudi. -Das stimmt, Mädels.

Ich kann euch helfen. Bitte, habt keine Angst vor mir.

-Mutti... -Tina, mach die Tür auf.

Mach die verdammte Tür auf!

Aufmachen!

[Türklingeln]

Was ist denn? Steffimaus...

[tragische Klaviermusik]

[Rudi, Gedankenstimme] Nummer zwei, mitkommen!

[Türsummer] Halt! Gesicht zur Wand.

So, und auf die Hände setzen. Auf die Hände.

[Tina] Entschuldigen Sie bitte. Wo sind meine Töchter?

Ich mach mir Sorgen um meine Töchter.

[Rudi] Name?

Martina Posimski-Fischer.

[Rudi] Wir sprechen hier bisher nur

von den moralischen Implikationen Ihres Verbrechens.

Mit den juristischen Konsequenzen

haben wir uns noch gar nicht beschäftigt.

[tragische Musik läuft weiter]

[Männer flüstern]

[auf Italienisch]

[Boden knarrt]

[ruhige, spannungsvolle Musik]

Enttäuscht?

-Was machst du hier? -Martin.

Hör auf.

Lass sie laufen. Lass sie verschwinden.

Lass uns hier verschwinden.

Was redest du da?

Hast du sie gewarnt?

-Was? -Warst du das?

Hast du ihr erzählt, was ich vorhab?

Wer hat dich auf mich angesetzt? HVA?

-Martin, bitte hör auf. -Das macht Sinn.

Aber ich hab's nicht gemerkt. Es war so offensichtlich.

Du kommst mit 'nem Elefanten in 'ne Kneipe

und willst mit nach Frankfurt?

Bringst 'nen Menschen um. Niemand macht das einfach.

Das braucht Training. Ich glaub's nicht.

Aber du bist zu weit gegangen.

Du hast einen Fehler gemacht,

als du drauf bestanden hast, mit mir nach Rumänien zu gehen.

Als du mir 'ne Militäreskorte besorgt hast.

Komm schon, welche Grundschullehrerin kann das?

Eine, die dich liebt.

Martin, es gibt keine HVA mehr.

Diese Villa hier, die verrückten Leute, die da unten sitzen,

das ist alles, was davon übrig ist.

Was bist du dann? MI6? CIA? BND?

Weißt du, warum du niemandem vertrauen kannst?

Weil du dir selbst nicht traust.

Weil du dich selbst nicht mehr aushältst.

Du tust mir leid.

Wir haben deine Arbeit 1986 sehr zu schätzen gewusst.

Tyler hat uns gesagt,

Sie hatten Kontakt zu Lenora nach ihrer Haft.

Sie ist auf einem seltsamen Weg.

Sie hat sich noch weiter radikalisiert.

Kein Wunder: Erst fällt die Mauer,

dann bricht auch noch Rumänien zusammen.

War sie am Mord an Herrhausen beteiligt?

Ja.

Aber nicht direkt, nur in zweiter Reihe.

Das Gefängnis hat sie verändert.

Da gebe ich Ihnen recht.

Sie ist eine Gefahr für sich und andere.

Wir brauchen deine Hilfe, um sie zu fassen.

Warum ich?

Weil du eine ausgebildete Agentin bist.

Und weil sie Ihnen vertraut.

Wir wollen sie nur verhaften, ohne ihr etwas anzutun.

Du bist der einzige Mensch, der ihr etwas bedeutet.

Ich sehe schon, worauf das hinausläuft.

Sie kennen meine Bedingungen?

Wir bezahlen Sie bereits.

Tyler bezahlt mich.

Aber nicht dafür.

Seid ihr bereit, dem ANC zu helfen?

Ich schreib's mir persönlich auf die Fahne.

Wie lautet der Plan?

Das sind die Unterlagen zu Lenoras Plan.

Rose Seithathi wird das Attentat in Leipzig für sie vorbereiten.

-Rose? -Ja.

-Wer hat das Taxi bestellt? -Ich.

-Buon Giorno. -Buon Giorno.

-Wohin geht's denn? -Zum Bahnhof.

Gerne.

[unheilvolle Musik]

Ich weiß, was über die ganze Sache hinweghilft.

Arbeit.

Los geht's, Kolibri. Rette die Welt.

[TV-Sprecher] Der Sozialismus hat uns

Armut und Elend gebracht.

Stoppt die sozialistischen Parteien.

Dafür steht die Allianz für Deutschland.

[Stimmengewirr aus TV]

Ich unterstütze die Allianz für Deutschland.

Wählen Sie Zukunft und Wohlstand.

Wählen Sie die Einheit Deutschlands.

[Mann] ...an hunderten anderen sieht man,

wie schlimm die Machenschaften des Staatssicherheitsdienstes

waren und auch heute noch sind.

[spannungsvolle Musik]

Entschuldigung, darf ich mir den Block mal ausleihen?

Was ist los mit dir?

[Klopfen]

Nichts.

[ein Mann hält draußen eine Rede]

-Ist Ihnen jemand gefolgt? -Nein.

Schöne Tarnung.

Ich höre.

Wir haben ein 7,62 mm NATO-Gewehr aufgetrieben,

mit Zielfernrohr, Schalldämpfer, Zweibeinstativ

und weniger als einer MOA.

NATO-Munition, um die Spuren zu verwischen.

Wen interessieren Patronen, die nie abgefeuert werden?

Lenora ist detailverliebt.

Das wird nie abgefeuert.

Das müssen Sie mir versprechen.

Wir haben den Schlagbolzen entfernt.

Wir brauchen nur Fotos von Lenora, wie sie auf Kohl zielt.

Sobald wir die haben, nehmen wir sie fest.

[die Menge skandiert]

Sie ist in 15 Minuten am Treffpunkt.

Dann muss ich jetzt los.

[spannungsvolle Musik]

-Schön, dass Sie da sind. -Hallo.

Möchten Sie Platz nehmen?

Ich finde, wir könnten uns einen ruhigeren Ort suchen.

[die Menge skandiert]

Koopmann mein Name. Ich habe einen Termin mit Herrn Hartmann.

Einen Moment bitte.

-Herr Koopmann. Hartmann. -Grüße Sie.

Herzlich willkommen. Nehmen Sie Platz.

Es geht gleich los.

[elektronisches Piepen]

Machen Sie's sich bequem.

Herr Koopmann, wünschen Sie sich nicht auch manchmal,

dass der Haushalt wie von alleine geht?

Einfach zu Hause sitzen, gemütlich die Beine hochlegen.

[seufzt] Jetzt hab ich Lust, was zu lesen.

Licht an.

[Piepen]

Jetzt ist mir warm.

Ventilator an.

[Piepen]

[seufzt]

Also, ich könnte jetzt einen Kaffee vertragen.

Sie auch?

Kaffeemaschine an. [Piepen]

Oder ein Milchmixgetränk? Mixer an.

[Piepen]

Jetzt hab ich Lust zu tanzen.

Radio an. [Piepen]

[gemächliche Jazzmusik]

Wenn Worte wirklich was bewegen.

SFE: Sprachsteuerung für Elektrotechnik.

Alle Geräte aus.

[Piepen]

Wir lassen Worten Taten folgen.

[ein Mann hält draußen eine Rede]

Haben Sie gelesen von Kohls Mann im Osten?

Wolfgang Schnur?

Wurde gerade als Stasi-Mitarbeiter entlarvt.

-Nein. -Die Schweine fliegen alle auf.

Wahrscheinlich alleine hier in der Lobby

mindestens die Hälfte.

Würde mich überhaupt nicht wundern.

Männer und Frauen, jung und alt.

Die Stasi kommt in allen Formen und Farben.

Meister der Tarnung.

Ich hab gehört, dass sich sogar Familienmitglieder bespitzeln.

Väter und Söhne, Mütter und Töchter, die alle nicht wussten,

dass die Personen, mit denen sie leben,

für die Stasi arbeiten.

Sie müssen doch mit der Stasi zu tun gehabt haben,

bevor Sie in die Freiheit geflohen sind.

Ja. Natürlich.

Aber ich denke,

dass die meisten von denen eine neue Stelle gefunden haben.

[Jubel von draußen]

Bei den Chancen heutzutage!

Das ist 'ne Menge Geld, Herr Koopmann.

Na ja, Ihre Firma hat ja auch enormes Wachstumspotential.

Die Idee eines Computerchips zur Kontrolle von Haushaltsgeräten

ist einfach genial.

Und die Investoren, die ich vertrete,

haben mir freie Hand gegeben für alle meine Entscheidungen.

Was genau sind das für Investoren?

Private Investoren in einem Entwicklungsfonds.

Westdeutsch?

[verwirrt] Äh...

Ja klar, westdeutsch.

Wir hoffen einfach, dass Kohl die Wahl gewinnt,

was uns wiederum schnell zur Wiedervereinigung führt.

Zu blühenden Landschaften.

Unsere wichtigste Mission bleibt jedoch,

Talenten wie Ihnen,

die jahrzehntelang vor uns weggeschlossen waren,

beim Griff nach den Sternen zu helfen.

Und daher...

Und ich hab Ihnen sogar noch was mitgebracht.

Die hier.

Oh. Danke.

Der auch.

Danke.

Herr Hartmann.

[spannungsvolle Musik]

[seufzt] Schön, dass du da bist.

[spannungsvolle Musik läuft weiter]

Dies ist unser Moment.

Heute können wir den Wahnsinn stoppen.

[ein Mann hält draußen eine Rede]

Schön, Sie wiederzusehen, Herr Professor Baumann.

Die Freude ist ganz meinerseits.

Wie geht's dem geschätzten Kollegen Meisten?

Er gönnt sich eine kleine Auszeit.

Wohlverdient.

Setzen wir uns? Bitte schön.

Meine Herren, ich habe hier einen Entwurf

für den Vertrag zur Gründung der Deutschen Kreditbank.

49 Prozent gehören der Deutschen Bank,

51 Prozent der Staatsbank.

Nein, nein, nein, ich unterschreibe keine Verträge.

Ich bin ja nur der Haus-Anthropologe.

Danke. Ich reiche das gleich nach oben weiter.

Jetzt müssen wir noch schauen,

ob die Allianz für Deutschland die Wahl gewinnt.

Die Sache mit Schnur kommt gerade äußerst ungünstig.

Es macht mich etwas nervös, dass wir uns

in einem solchen Maße von den Wählern abhängig machen.

Das muss Sie nicht nervös machen.

Die Leute hier lieben ihren Kohl.

Wenn Sie das so sagen, Herr Professor Baumann.

[die Menge skandiert] Helmut! Helmut! Helmut! Helmut!

Liebe Leipzigerinnen und Leipziger.

[Rede geht unverständlich weiter]

[Rose] Ich glaub, du hast alles, was du brauchst.

Nicht alles.

Wir sehen uns drüben,

auf der anderen Seite dieses Krieges.

Warte!

[Kohls Rede geht weiter]

NATO-Patronen.

Sehr gut.

Der Autopsiebericht wird ergeben,

dass er von einer Westkugel getötet wurde.

Du hast wirklich an alles gedacht.

Ich bereite unseren Fluchtweg vor.

[sie lädt durch]

Lenora?

[sie drückt ab]

Keine Sorge, ich hab daneben gezielt.

Für den Fall, dass du mich nicht verraten hättest.

Lenora...

Lenora!

Ich brauche dich nicht für das hier, Rose.

Unterschätz mich nicht.

Was machst du hier?

Wo ist sie hin?

[Martin] Rose, wo ist sie hin?

Der Plan war, vom Dach aus zu schießen.

[Kohl] ...die Deutschen, jetzt dabei sind,

ein Werk des Friedens zu tun.

Dieses geeinte Deutschland

wird ein friedliches Land sein.

[Türklingeln]

[Kohl aus dem TV] ...dass von deutschem Boden

für alle Zeit

immer nur Frieden ausgehen darf.

Martin?

Hallo, Martin, ich bin's. Machst du bitte auf?

Und liebe Freunde...

Ich bin nicht hier, um zu streiten. Es geht um Max.

Martin!

...Achtung der Menschenrechte,

freiheitlicher Rechtsstaat...

Martin?

...soziale Marktwirtschaft und soziale Gerechtigkeit.

Und ein Beitrag zum dauerhaften Frieden...

[räuspert sich] Entschuldigung?

Ich hoffe, ich störe nicht. Ich suche Martin.

...in Europa und in der Welt.

Viele haben dazu beigetragen...

Entschuldigung?

...und wir sollten Ihnen in dieser harten Stunde danken...

[Klicken]

[Kohls Rede geht weiter]

[Gedankenstimme] Auge um Auge.

Du hast mir meine Familie genommen.

Jetzt nehm ich dir deine. Sabine.

[dramatische Musik]

Sie hat uns durchschaut.

Okay, keine Panik.

Gut, dass du da bist.

Martin Rauch ist auch da.

-Wo? -Hinter Lenora her.

-Wissen die von unserem Plan? -Keine Ahnung.

Ich versuche, ihn zu finden.

Wir bleiben in Kontakt.

[spannungsvolle Musik]

Wir haben den Originalpin.

Falls sie sich irgendeine Waffe besorgt hat,

müssen wir sie ausschalten,

bevor sie auf Kohl schießen kann.

Ich mach das.

...zwischen Deutschen und Franzosen zu beseitigen.

Was heute selbstverständlich ist,

dass unsere Kinder aus Deutschland nach Frankreich

und aus Frankreich nach Deutschland kommen,

und sie nie mehr daran denken,

dass noch in der Generation ihrer Großeltern

Millionen in zwei schrecklichen Weltkriegen gefallen sind.

Das darf niemals wiederkommen.

Wir haben aus der Geschichte gelernt.

So wollen wir die Hand ausstrecken auch zu unseren

polnischen Nachbarn.

Und wir wollen ihnen zurufen,

niemand braucht bei euch Angst zu haben.

Wir sind dafür, dass hier in Polen die gesicherten Grenzen...

Ich sehe sie nicht.

Da!

Hinter der Uhr.

[Kohls Rede geht weiter]

[spannungsvolle Musik]

Ich hab sie.

Ich hab auch genug Material.

Hector?

Wir werden jetzt schießen.

Hector? Kannst du mich hören?

Hast du absichtlich danebengeschossen?

Du weißt genau, dass sie das nicht aufhalten wird.

[spannungsgeladene Musik]

[Kohl] ...zum Frühlingsabend

noch am Ende dieses Jahrzehnts erleben.

Die Wende des Jahrhunderts,

wenn wir in das neue Jahrhundert gehen,

das neben Nordamerika und Kanada...

Was kann ich Ihnen bringen?

Kaffee. Kaffee, bitte.

[Kohl] ...dieser alte europäische Kontinent,

unser Abendland,

sich wieder als jung und dynamisch erweisen wird.

Und die Leipziger und die Sachsen werden dabei sein

und ihren Beitrag leisten.

[Jubel]

Sind Sie auch wegen der Rede von Kohl hier?

Äh, ja.

Ich wähle Allianz.

Das ist der schnellste Weg zur Wiedervereinigung.

Dann können wir uns endlich wieder

einen richtigen Kaffee leisten.

Nur einer wie Kohl schafft das.

Ja, da haben Sie recht.

Wenn irgendjemand jetzt einfach Kohl umbringen würde...

Das würde ein Riesenchaos auslösen.

Ist alles in Ordnung?

Ja.

Es gibt da draußen eine Menge wütender Nationalisten.

Machen Sie sich um mich keine Sorgen, ich...

Ich möchte nur einen Kaffee und einen kleinen Moment Ruhe.

Gut.

[Frau schreit] Der hat 'ne Waffe!

Machen Sie bitte die Gardinen zu.

Ich gratuliere dir.

Du bist der wahre Held.

Das sind die, von deren Heldentaten

nie irgendjemand erfährt.

Die, die die Katastrophen verhindern,

und die, die die Wahnsinnigen wie mich

daran hindern zu handeln.

Rose ist die wahre Heldin.

Sie hat die Katastrophe verhindert.

Sie war deine letzte Verbündete.

Das muss wahnsinnig wehtun.

Und wenn du mich abknallst,

ist die Welt endlich wieder in Ordnung?

[Martin] Sie können rausgehen.

Weißt du, ich bewundere deinen Vater.

Wie genau er dich kennt.

Deine Kleine, wie heißt die noch mal?

Jessica.

Nicht Nicole?

Egal.

Lehrerin.

Wie Annett.

Das Lachen, die Augen.

Wie Annett.

Du suchst die Verzauberung, wo nichts ist als reines Kalkül.

Du willst einfach nicht verstehen,

wie diese Welt funktioniert.

Deine Welt. Du meinst, deine Welt.

[mürrisch] Hm.

Aber deine Welt gibt's nicht mehr, Lenora.

Du lebst in der Vergangenheit.

Und deswegen willst du mich jetzt töten.

So ist es.

Ich bin ja auch schuld daran,

dass in deinem Leben alles schiefgelaufen ist.

Nein, es geht hier nicht um mich.

Es geht um die Menschen da draußen.

Da draußen sind unschuldige Menschen, Lenora.

Die nichts anderes wollen, als selbst zu entscheiden,

wen sie wählen, was sie kaufen, wohin sie reisen.

Aber das dürfen sie irgendwie nicht. Und warum?

Weil Lenora Rauch im Besitz der absoluten Wahrheit ist.

Worauf wartest du?

[düstere Musik schwillt langsam an]

Als du noch klein warst und wir mit deiner Spielzeugeisenbahn

gespielt haben, hab ich dir eine Frage gestellt.

Wenn der Zug gar nicht mehr bremsen könnte

und du müsstest die Weiche stellen,

sodass er entweder in das Haus deiner Mutter rast

oder in ein Fußballstadion mit Tausenden von...

Alleine, dass du einem kleinen Kind so 'ne Frage stellst,

sagt so viel über dich.

Du wolltest immer deine Familie retten.

Ja.

Du gehörst nicht mehr zu meiner Familie.

Na also.

[Gelächter in Gedanken]

Ah.

Vielleicht hiermit, hm?

[zwei Schüsse]

Weißt du, ich kann den Waffelteig richtig gut.

Aufmachen und das Eigelb und das Eiweiß rumkippen.

Und dann reinmachen. Dann Milch rein.

Egal wie viel. Nicht zu viel.

So. Und dann rühren, rühren, rühren.

[Türklingeln]

Oh Mann, ich will aber noch den Teig fertig machen.

Max, geh hoch. Es hat geklingelt.

Komm, schnell, schnell, schnell. Komm.

Mann!

Hallo.

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