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[beklemmende Klänge]
Vati?
Vati, guck mal. Wach auf.
Das wurde unter der Tür durchgeschoben.
Was steht da?
GANYMED 13 UHR. EIN FREUND.
Ich glaub, ich wurde zum Essen eingeladen.
Um Gottes willen, zieh dich schnell um.
Wir müssen los.
[Telefonklingeln]
Ja.
[Russisch] Ich wollte Sie nur noch mal
an Max' Abfahrtszeit erinnern: 18 Uhr.
Falls Sie es nach dieser irren Nacht vergessen haben.
Ja, ist notiert.
Max? Ratzfatz, komm.
["Kicks" von Isolation Berlin]
[rasante Rockmusik]
[Schweppenstette] Die unteren per Kurier nach Karlshorst,
die oberen alle vernichten.
[Fuchs] Ich habe die Sicherheit ums Haus erhöht.
Wir müssen davon ausgehen, dass westliches Militär
versuchen wird, hier einzudringen.
Oder unsere eigenen Bürger sogar.
Moskau hat alle Informationen aus dem Fernsehen.
Moskau hat noch einen Kater vom Tag der Oktoberrevolution.
Sie sind extrem verärgert.
[sie] Ich sehe keine Sowjet-Panzer auf den Straßen.
Botschafter Kochemasov bestreitet außerdem weiterhin,
dass er eine offizielle Genehmigung
zum neuen Reisegesetz gegeben hat.
Irgendjemand muss gestern im Umfeld von Krenz
unbefugt im Namen von Moskau gesprochen haben.
Bleibt nur die Frage:
Wer war's?
-Los jetzt. -Franze war schon in Afrika.
Und seine ganzen Freunde sind riesig.
Los.
[Lehrerin] Hallo.
[Max] Ist ja richtig leer heute.
Das ist schön, dass Max da ist.
Also, weil so viele von den anderen Kindern,
die fehlen heute.
Da holen sich die Eltern wohl ihr Begrüßungsgeld.
Gestern Abend, das war unerwartet.
Sie waren... emotional.
-Da ist irgendwie mit mir... -Ich mag das.
Ach so.
Ja, dann.
Gut. Dann...
Fräulein Zangen, wäre es möglich,
dass Sie Max heute einfach hier drin behalten?
Und nur ich oder sein Opa dürfen ihn abholen.
Wissen Sie, ich hab so ein Bauchgefühl,
dass jemand auftauchen könnte und ihn aus der Schule holt.
-Was für ein jemand? -Wahrscheinlich ein Russe.
-Was für ein Russe? -Ein Offizieller?
Gut, wenn ein offizieller Russe kommt,
dann muss der erst mal an mir vorbei.
Und ich bin echt ein harter Brocken.
Toll.
Ja.
[er summt eine Melodie]
[mit russischem Akzent] Da kommt ja unser Superagent.
[bedrohliche Musik]
Du wartest hier.
[TV-Sprecherin] Der 9. November 1989 wird
in die Geschichte eingehen als das Beispiel schlechthin...
[Frau] Jetzt ist es doch passiert.
Und ich hatte die Idee.
...die Bilder von der Bornholmer Brücke,
der Invalidenstraße, vom Checkpoint Charlie
sind wahre Mutmacher für alle Menschen...
Rauch? Sie haben Besuch.
Die SED-Führung entschied sich für die...
[unheilvolle Klänge]
[Titelmusik]
[Peter Schilling singt "Major Tom" auf Englisch]
Ich dachte, du bist tot.
Es war zu gefährlich, in den Westen zu reisen.
Bis die Grenze aufging.
Ich hab nicht mal meine Tochter in der langen Zeit gesehen.
Ich besuche dich sogar vor ihr.
Warum?
Weil ich dir zeigen wollte, dass ich dich nicht vergessen habe.
Warum bist du so nervös?
Ich hab gedacht, wir könnten vielleicht offen sprechen.
Sag's mir. Was ist los?
[Wärter räuspert sich]
Nicht anfassen.
Du wirst mich wiedersehen. Versprochen!
Neue Ware. Druckfrisch.
[Türklingeln]
Ostbesuch.
Ist das schön!
Oh, ist das schön!
Ja, komm rein.
Jetzt bist du einfach so...
Über die Grenze. Keinerlei Kontrolle.
Ich glaub's nicht. Ja, und wie ist das für dich?
Na, das Beste ist, dass ich dich jetzt einfach so besuchen kann.
-Wo sind denn die Mädchen? -Na, in der Schule.
Ach so. Ja. Natürlich.
Komm rein.
Ich hab neue Dokumente über Christoph.
Die hab ich aus dem Innenministerium geschleust.
Wie bist du denn da reingekommen?
Walter hat mir da 'ne Stelle besorgt.
Ich konnte dir das am Telefon die ganze Zeit nicht sagen.
Das ist sehr praktisch.
Ich hoffe, wir finden ihn bald.
Ja.
Tobias Tischbier hat auch schon seine Hilfe zugesagt.
Sehr gut.
Was ist denn das?
[sanfte Klänge]
Mensch, Ingrid.
Danke.
Krenz versammelt gerade die Führungsriege.
Der Einsatz der Armee wurde ausgeschlossen.
Und es gibt freie Wahlen.
Wie? Wir hatten keine freien Wahlen seit 1933.
Wenn hier der Westen einmarschiert...
Der Westen hat kein Interesse daran,
auch nur eine müde Mark für eine Invasion auszugeben.
Die überlegen jetzt schon,
wie sie die Coca-Cola-Werbung an den Fernsehturm hängen.
[Klopfen]
Endlich!
Uns ist nicht entgangen,
dass der Genosse Krenz immer noch das Sagen hat,
und die Grenze offen ist.
Irgendjemand hat ihm erzählt, dass Moskau
das neue Reisegesetz durchgewunken hat.
Wissen Sie, wer?
Nein.
Also, ich hab meinen Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt.
Nachdem klar war,
wie destabilisierend die neue Reiseverordnung sein würde,
habe ich gehandelt wie befohlen.
Und haben Sie beide vielleicht eine Erklärung,
warum der Genosse Krenz dann noch so munter weiterregiert?
Vielleicht hat er... seinen Kaffee einfach nicht getrunken.
Sie sind nicht dageblieben, um zu schauen, ob er ihn trinkt?
-Er verließ den Raum. -Da bleibt man dran!
Wir hätten uns verdächtig gemacht.
Das sind doch Anfängerfehler!
Wie das passieren konnte, werden wir noch eingehend überprüfen.
Sie gehen zu Robotron, das ist wichtig,
und instruieren die Kollegen.
Und jedes Anzeichen von westlichem Interesse
melden Sie uns unverzüglich.
Natürlich.
-Walter. -Martin, was gibt's?
Ich brauche deine Hilfe.
Annett möchte Max nach Moskau holen, heute Abend um sechs.
-Wo ist er jetzt? -In der Schule.
Ich hol ihn ab. Ich geh mit ihm ins Kino.
Oder besser, ich geh zu meiner Mutter.
-Da vermutet ihn keiner. -Danke.
Das hier dürfte dich interessieren.
[Radiosprecher] Stau auf der Autobahn nach Berlin
in beiden Richtungen, wie sonst nur zu Ostern und Weihnachten.
Aber die Westberliner, die nun erheblich länger als sonst
ins Wochenende brauchen, sind gelassen
und zeigen ihr volles Verständnis für die Zustände.
Und die Bundesbürger, von denen es heißt,
dass sie so lange im Schatten der Grenze gelebt haben,
sind schon noch immer zur Begrüßung da,
verteilen Obst, Schokolade und sogar Geldscheine.
Noch viel wichtiger als Robotron Ist... die Staatsbank.
Eine Goldgrube.
Wir müssen die Staatsbank
gegen alle westlichen Übernahmeversuche verteidigen.
Wie wollen wir das denn machen?
Wir übernehmen sie selbst.
Als Erstes schicken wir einen Agenten in die Deutsche Bank.
Wir brauchen einen erfahrenen Mitarbeiter,
den der BND nicht kennt.
Jemanden, den die West-Banker als einen der ihren akzeptieren.
Einen erfahrenen, seriösen, älteren Herrn.
Nicht wahr, Walter?
Ich hab einen wichtigen Termin.
Was soll das für ein Termin sein, der so wichtig ist?
Ich gehe freitags mit meinem Enkel ins Kino.
Die schlagen da draußen deine Mauer gerade kurz und klein.
Da willst du ins Kino?
Der neue DEFA-Film. Coming Out.
Fritz.
Einen Kaffee, bitte!
Ich hab keine Ahnung vom Bankgeschäft.
Das macht nichts, Walter.
Wir haben seit Längerem eine Legende für dich vorbereitet.
Eine Quelle der Deutschen Bank
hat Ihre Einstellung bereits arrangiert.
Die West-Banker brauchen einen Berater,
der ihnen erklärt, wie die DDR-Banker ticken.
Und das machst du als psychologischer Anthropologe.
Als was?
Als Anthropologe.
Sie studieren, analysieren, interpretieren Gesellschaften
und ihr Verhalten.
Genau wie wir.
Sie bekommen ein schönes Haus im Taunus
und eine attraktive Ehefrau.
[bedrohliche Klänge]
Du wirst es genießen, Walter.
Wir müssen uns jetzt wappnen, und zwar gegen feindliche
Übernahmeversuche unseres Betriebes aus dem Westen.
Jegliche Formen der Kontaktaufnahme
werden unverzüglich an mich gemeldet, ja?
-Ja. -Ja?
-Ja. -Super.
Da wartet übrigens jemand auf dich im weißen Raum.
Oh.
Willkommen bei Robotron.
Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.
Bei uns sind Sie richtig. Wir stehen Bit für Bit für Qualität.
Wir wissen alles über Sie, Kolibri.
Von Ihrer Schuhgröße bis hin zum Familienstand
der NATO-Sekretärin, die Sie vor sechs Jahren
in einem Wald bei Bonn vergraben haben.
Sie haben heute Morgen eine Nachricht erhalten von der CIA.
Sie sollen zum Mittagessen in das Ganymed kommen.
Die CIA?
Uns ist egal, für wen Sie arbeiten
oder wie viel Geld Sie dabei verdienen.
Vergessen Sie nur eines nicht:
[eindringlich] Sie berichten an uns.
Nee, ich berichte an gar keinen mehr.
Ich arbeite jetzt seit zwei Jahren bei Robotron
und bin glücklich mit meiner Arbeit.
Diesen ganzen Geheimdienstkram, damit bin ich fertig.
Aber die Geheimdienste sind noch nicht fertig mit Ihnen.
Sie können sich entscheiden: Entweder
Sie lassen sich festnehmen oder Sie lassen sich umbringen
oder Sie lassen sich anheuern, Ihre Wahl.
Ihr Mittagessen wird kalt.
[Gespräch auf Englisch]
Würden Sie das für mich signieren?
Wie bitte?
Ich bin sauer, Kleiner. Richtig sauer.
Ey! Schnaps, einen doppelten.
John Tyler Junior.
US-Mission, Westberlin.
Das ist mein letzter Auftrag vor der Pensionierung.
Drei Wochen vorher, unglaublich.
Und statt jetzt in der Paris Bar zu schlemmen
und Checkpoint Charlie zu passieren,
um Unter den Linden zu spazieren und den Wachen
vor der Sowjetbotschaft den Stinkefinger zu zeigen,
werde ich von Büroarbeit erschlagen.
Washington hängt rund um die Uhr an Telefon und Fernschreibern,
aber keiner weiß, was wir mit Ost-Berlin machen sollen.
Das war das größte Geheimdienstversagen
der amerikanischen Geschichte.
Deshalb brauche ich Folgendes:
einen erfahrenen HVA-Agenten als Berater.
Sie, Kolibri.
Hier drin sind 20.000 Dollar.
Ich bin einer von denen, die solche Summen auszahlen können.
Also, sammeln Sie alle Akten, die Sie...
Und wenn ich nicht für die CIA arbeiten will?
Herr Rauch, bitte folgen Sie mir.
Herrgott, François.
Es war abgemacht, dass die CIA Kolibri bekommt.
Tyler, Jean-Luc hat sich umentschieden.
Die DGSE hat noch was mit ihm zu klären.
Solltet ihr nicht Schiffe von Greenpeace in die Luft jagen?
-Bei dir ist es viel lustiger. -Darf ich?
[Französisch] Verdammt, er ist abgehauen. Los!
[Martin seufzt]
[Frau] Hallo, Martin.
Als wir uns das letzte Mal sahen,
hast du mir was versprochen.
[Mann auf Englisch] Hinsetzen und anschnallen!
[Französisch] Das kotzt mich so an! Verdammte Scheiße!
[Telefonklingeln]
[Freizeichen]
-Hallo, POS Friedrichshain? -Ach, endlich, Fräulein Zangen!
Walter Schweppenstette hier. Der Opa von Max.
Ach, wie schön. Hallo.
Ich mach mich jetzt auf den Weg und hol Max bei Ihnen ab.
-Sehr gut. -Eine Bitte.
Können Sie bitte dafür sorgen,
dass der Max in einem sicheren Zimmer wartet?
Ja, natürlich. Aber was ist denn?
[Klopfen] Ich erklär's Ihnen später.
Ja, ich muss jetzt los.
[bedrohliche Musik]
[Mann] VPKA Berlin, guten Tag?
-Hallo? Ist da die Polizei? -Richtig.
Ich rufe an, weil ich gerade an der POS 39 Friedrichshain
vorbeigelaufen bin,
und da sind zwei Männer in einem geparkten Auto,
die haben Geschlechtsverkehr.
-Wie bitte? -Ja.
Ungeheuerlich!
Und direkt nebenan spielen Kinder.
Wir informieren die nächste VPI.
Neuer Personalausweis. Professor Dieter Baumann.
Uni-Abschluss 1966, Leipzig.
1980 Republikflucht.
Ihre Frau, Beate.
Seit 1983 verheiratet. Stramme Sozialistin.
Hat mit Lenora Rauch zusammen studiert,
und die beiden sind aus ähnlichem Holz geschnitzt.
Oh Gott.
Hier sind Akten zu allen empfänglichen Mitarbeitern
bei der Staatsbank.
Heute Abend geht's los um sechs.
Eine Sache noch.
Das ist ein Funktelefon, neueste Technik.
Man kann damit von überall
verschlüsselte Telefonate führen.
Ja. Schön.
Ich werd Sie vermissen.
[TV-Sprecherin] Vor den Sparkassen in Westberlin
bildeten sich schon vor Öffnung der Banken lange Schlangen.
Tausende Ostberliner wollten sich heute das Begrüßungsgeld
in Höhe von 100 D-Mark auszahlen lassen.
[Durchsage] Wir versichern Ihnen,
dass jeder sein Begrüßungsgeld bekommt.
Guten Tag.
Die Schlange für das Begrüßungsgeld ist dort drüben.
Woher wollen Sie wissen, dass ich aus dem Osten bin?
Ist nur so ein Gefühl.
Ich will kein Begrüßungsgeld.
Ich möchte einen Kredit beantragen.
Wir vergeben keine Kredite an ostdeutsche Staatsbürger.
Ich hab aber einen Geschäftsplan.
Auch nicht mit Geschäftsplan.
Vielleicht hilft ja das hier.
Oder das hier.
Woher haben Sie die?
Wie gesagt, das ist mein Geschäftsplan.
Conny, ich weiß es nicht.
Ich bin heute nicht mal reingekommen ins Amt.
Da ist gerade alles im Chaos.
Die ausländischen Käufer haben auch alle ihre Termine abgesagt
für diese Woche.
Was machen wir, wenn wir keine Computer mehr verkaufen?
Mensch, dann verkaufen wir einfach irgendwas anderes.
-Und was? -[Mann] Guten Tag.
Ich brauch einen Computer.
Dann sind Sie hier richtig.
Ich hab ein privates Unternehmen gegründet,
und ich werde jetzt den Prototyp bauen.
Meine Geschäftsidee basiert
auf dem sogenannten Treuhand-Prinzip.
Das heißt, alle haben die gleichen Anteile an allem,
und allen wird das Gleiche bezahlt.
Ach, Mensch...
Das Großartige des Sozialismus
wird kombiniert mit den akzeptablen Seiten
des Kapitalismus.
Ist das denn erlaubt?
[sie übergibt sich]
[Radio läuft] [düstere, dröhnende Musik]
[zu sich] Was ist das?
Was machst du denn mit mir?
Rose? Rose?
Was soll das?
[sie keucht]
[Musik klingt aus]
[Radiosprecher] ...in diesem Gremium verabschiedete Maßnahmen
zu überdenken.
Washington: US-Präsident Bush hat die aktuellen Ereignisse...
Ja, wie geht's dir denn so?
[weiteres Gespräch auf Englisch]
Sehr gut, danke.
Auch wenn meine Karriere,
dank dir, ein paar Kratzer abbekommen hat.
Mein Mann lag tot in der Wanne. Das hat auch nicht geholfen.
Ich bin jetzt der BND-Kontakt
in einer geheimdienstlichen Taskforce.
Valdez hier vertritt die CIA.
CIA? Mit denen hab ich doch schon geredet.
-Ich weiß. John Tyler? -Ja.
Der hockt seine Zeit in der Mission in West-Berlin ab.
Wir, die Botschaft in Ostberlin, erledigen die wichtige Arbeit.
Wird das hier lang dauern?
Ich bin alleinerziehend
und muss meinen Sohn von der Schule abholen.
Es könnte noch ein bisschen dauern.
[spannungsvolle Musik]
-Scheiße. -Sagt man nicht.
Hallo, Opa!
Max!
[lacht] Na?
-Na? -Pscht.
Ich hatte einen wichtigen Termin. Alles in Ordnung?
Nein. Ich dachte, ich hab die beiden aufgehalten.
-Die beiden? Halt mal. -Zwei Russen.
Ich hab der Polizei gesagt, dass die vor der Schule Sex haben.
Sehr gut.
Aber die Polizei konnte sie nicht aufhalten.
Die sind schon wieder da. Los. Hier rein. Schnell.
Schnell, schnell, schnell, schnell.
[mit russischem Akzent] Fräulein Zangen.
Hallo.
Guten Tag.
Wir wollen gerne Max Schneider abholen.
-Der wurde schon abgeholt. -Wann genau?
Ich weiß nicht genau. Ich glaube, so vor 20 Minuten?
Von wem wurde er abgeholt?
Weiß nicht. Der hatte auch einen russischen Akzent.
Wer waren die?
-Los! Kommt schnell. -Das war knapp.
Ihr müsst zum Hintereingang raus.
Hier lang. Los.
Los, kommt. Komm, Max.
Max! Max! Hier lang.
-Danke schön. -Gerne.
Ach, Sie sind ja immer noch da.
Ja, ähm...
Kaffee?
Nein danke, Fräulein Zangen.
Gut.
Dann auf Wiedersehen.
Nur acht Deutsche Mark. Nur acht.
-Fünf. -[Mann] Nein, danke.
-Doswidanja. -Doswidanja.
[Russisch] So eine hätte meine Mutter für mich ausgesucht.
Lass sie!
Dass du überhaupt eine Mutter hast.
Du siehst aus, als hätten sie dich irgendwo ausgegraben.
Was für eine blöde Schlampe.
-Nicht sauer werden. -Ich hab's eilig.
[auf Deutsch] Mein Freund ist Bauer aus Moldawien.
-Und du? -Ich?
Bist du auch ein Bauer?
Entschuldige.
Bitte, nimm diese als Entschuldigung.
Gehörte Prinzessin Anastasia.
Deutsch-sowjetische Freundschaft.
Sehr großzügig.
Puls 120, Blutdruck zu niedrig. Die macht's nicht mehr lange.
Hans... Hans...
Hans!
Ich wünschte, es wäre anders gegangen.
Rose hat mich geschickt. Alles wird gut.
Danke. Wir übernehmen.
[Gedankenstimme] Rose...
Rose.
[Gespräch auf Englisch]
Das ist das Third Sun Collective, eine Musikband
beziehungsweise Friedensgruppe vom Prenzlauer Berg.
Angeführt von Carl und Sabine Baumgarten.
Carl hat in den 70ern
einen westlichen Industriellen entführt
und dafür sechs Jahre gesessen.
Sabine hat ihm geschrieben, während er in der Haft war.
Sie trafen sich in dieser Zeit und zeugten ihren
heute 15-jährigen Sohn Cassian im Gefängnis.
Sabine gehört zu den Frauen, die Männer läutern wollen.
Was ihr bei Carl auf den ersten Blick gelungen ist.
Der Traum vom bürgerlichen Familienvater.
Klingt nicht gerade nach einer Bedrohung für die Gesellschaft.
Ja, aber CIA-Informationen zufolge
dient die Familie als Tarnung für einen Terroranschlag.
Nach unseren Erkenntnissen ziehen sie
wegen der Maueröffnung ihre Anschlagspläne vor.
Und deswegen brauchen wir deine Hilfe.
Weil wir glauben, dass sie gefährlich sind.
Sehr gefährlich.
Ihre "Band" braucht einen neuen Techniker.
Und wir haben dich empfohlen
wegen deiner Erfahrung als Funker, Pianist...
Du triffst sie heute Abend.
Heute Abend? Geht nicht. Ich hab schon was vor.
Hör mir mal zu, Kumpel.
Du brauchst einen Schutzengel.
Die HVA kann dich nicht mehr schützen.
Unterschätzen Sie nie die HVA,
wenn sie mit dem Rücken zur Mauer stehen.
Welche Mauer?
Du hast drei Optionen: Du wirst verhaftet,
du wirst umgebracht oder du wirst angeheuert.
Und hey, du bist angeheuert!
Und du hast ja heute schon der CIA 20.000 Dollar gestohlen.
- Das können Sie wiederhaben. - Danke.
Behalt es.
Du wirst es brauchen.
Ich will ein neues Zuhause für Max und mich,
irgendwo weit weg von Berlin.
Einverstanden.
Kannst du die für mich aufbewahren?
Ist meine Lebensversicherung.
Natürlich.
Aber du kannst doch nicht so nach Frankfurt am Main, Junge.
Du isst jetzt erst mal was Warmes.
-[Klopfen] -Ist ja ein Taubenschlag hier.
Hallo, Oma, ist Max hier?
Dich hab ich ja eine Ewigkeit nicht gesehen.
Ja. Ich brauchte mal Pause von deinen politischen Ansichten.
Hey, Max.
[Martin] Und wieso Frankfurt?
Banking.
-Du bist jetzt bei der Bank? -Ja.
Hat mit der Staatsbank zu tun.
Dein Vater geht in die Höhle des Löwen.
Und du?
Nach all dem NATO-Kram und den Westspionen, die du kennst?
Die wollen doch bestimmt mit dir reden, nicht?
[laut] Max, mach deinen Teller sauber, bevor du aufstehst.
Bring zumindest deinen Teller in die Küche!
Ich hab zwei komplette Systemwechsel mitgemacht:
'18...
...und '45.
Ich sage dir,
sei so pragmatisch und flexibel wie irgend möglich.
CIA wird am besten bezahlen.
MI6 wäre höflicher.
-Und Mossad auf keinen Fall! -Mutti!
Wir würden uns jetzt auf die Socken machen.
-Was? Jetzt schon? -Ja.
Wo wollt ihr denn hin?
Fräulein Zangen, die Lehrerin von Max.
Das ist eine gute Idee.
Max, sagst du Uroma und Opa Tschüss?
Hier.
Hier. Da kannst du mich auf jeden Fall erreichen.
[Max] Hallo, Fräulein Zangen.
Hallo.
Ja, ich müsste Sie noch mal um einen Riesengefallen bitten.
Wegen mir wurden heute zwei Sowjets verhaftet.
-Reicht das nicht? -Ja, doch.
Ich weiß einfach nicht, wohin mit Max.
Max, magst du Waffeln?
Ich mach gerade welche. Ja?
Na los, komm rein. Einfach hier um die Ecke, ja?
In der Küche. Ich komm gleich. Genau.
Bei mir ist er einfach nicht sicher.
Die wollten Max heute tatsächlich mitnehmen.
-Ich konnte sie abwimmeln. -Ja, ich hab schon gehört.
-Möchten Sie kurz reinkommen? -Nee. Ich muss zur Arbeit.
Was ist denn das für eine Arbeit?
-Eine lange Geschichte. -Aha.
Ich hol dich morgen früh ab.
-Du bist lieb, ja? -Ja.
[gedämpfte Rockklänge]
[rasanter Rock]
Sag mir, wo du stehst Welchen Weg du gehst
Sag mir, wo du stehst Sag mir, wo du stehst
Frau Baumgarten?
Unser neuer Technikexperte.
Martin Raasch. Freut mich.
Mich auch.
Carl?
Wir haben Besuch.
-Hey. Willkommen. -Hallo.
Wahnsinnsparty da draußen.
Ja, ja. Ja, ein Hauch von Freiheit.
Und jede Menge Lärm.
-Danke. Ich rauche nicht. -Ist gut für die Seele.
Später vielleicht?
Mhm.
-Dann vielleicht ein Wein? -Ja.
Ein Côte de Beaune, Pinot Noir.
Das klingt gut.
[singt] November nights
So many lights
Wander restless Through the streets
Kennst du das?
-Ja. -Kannst du's spielen?
Ich denke, du bist Pianist?
-Ja. -Dann spiel doch mal.
-Jetzt? -Ja.
[Klavierklänge] [singt] November nights
So many lights
Wander restless Through the streets
And the shadows at their feet
They don't know how I feel
I won't forget
How we first met
As we wandered Through the streets
[Lied geht weiter]
And all the dreams are In the air
Thoughts and hopes Wonder somewhere
They all know They'll be free one day
You will see
On one...
...of...
...those long...
Willkommen zu Hause.
They're as cold as always
But not for long
Cause we all know
This is not just one of those
November nights
[Musik endet]
Also, Jazz ist jetzt eigentlich nicht mein Spezialgebiet.
Ich spiel mehr so Punk.
Da werden sich die Jungs von der Band freuen.
-[Carl] Und? Wärst du dabei? -[Martin] Absolut.
[Englisch] Was für Freaks!
-Ja. -Wir sind drin.
Zum Glück konnte der letzte Typ noch die Wanze platzieren,
bevor er aufgeflogen ist.
Warum hast du Martin nichts davon gesagt?
Ich vertrau ihm nicht so ganz.
-Vertraust du ihm? -Ja.
Kann es sein, dass du Leuten zu schnell vertraust?
Ich hoffe, du wirst nicht allzu oft enttäuscht.
Ich habe sehr niedrige Erwartungen.
Er versetzt deiner Karriere '86 einen Schlag,
und du vertraust ihm immer noch?
Hiermit schon. Er ist sehr pflichtbewusst.
Hattest du was mit ihm?
-Sicher. Das war Teil des Jobs. -Klar.
Meine Frau hat mich vor ein paar Monaten verlassen.
Tut mir leid.
Ja...
Sie hat sich eingesperrt gefühlt in Ostberlin.
Manchmal denke ich, wir könnten jetzt noch zusammen sein,
wenn Maria den Mauerfall miterlebt hätte.
Gibst du mir eine?
Liebe und Spionage haben viel gemeinsam.
Bei beiden geht's immer ums richtige Timing.
Meinst du nicht?
Brauchst du Feuer?
Die ganze Stadt feiert,
und wir hängen hier in diesem Loch fest.
Ich freue mich, dass du da bist.
Ich lass dir ein Bad ein.
[ruhige Musik]
Ich bin gestern Abend hier angekommen.
Ich hab alles nach Wanzen abgesucht, keine gefunden.
Aber wir haben erfahren, dass... Das mit dem Haar geht nicht.
...dass neue Technologien entwickelt wurden,
die wir im Zweifel niemals finden würden hier.
Richtmikrofone, Satellitentechnik et cetera.
Können wir nur hier vertraulich reden?
So ist es.
-Danke. -Ich freu mich, dass es klappt.
-Wir sehen uns morgen, ne? -Mhm. Tschüss.
Ciao.
Alles klar.
Was meinst du?
Wir testen ihn morgen mal so richtig durch.
Da ist dein Outfit für morgen.
Du weißt ja, der erste Eindruck ist der wichtigste.
Dein Haar...
Danke. Besser.
[ruhige melancholische Musik]
Gute Nacht, mein Schatz.
[Musik geht weiter]
[mit russischem Akzent] Ich brauch sie morgen.
Keine Sorge.
Morgen früh kannst du sie einsetzen für dein Projekt.
[Musik läuft weiter]
[Mann im TV] Ich frage mich,
wird es eine Selbstbestimmung sein,
die den Sozialismus stabilisiert?
Oder wird es die Freiheit sein, ihn auszuverkaufen?
Beide Wege sind offen.
Der Sozialismus steht zwischen Chance und Untergang.
Can't find what you're looking for?
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