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(Radiostimme:) Hier ist der Großdeutsche Rundfunk.
Bald spricht der Führer, der wieder in unserer Mitte weilt.
(Marschmusik und Hitler-Reden)
(Marschmusik und Hitler-Reden)
(Singstimme:) ♪ Aber dann gewöhnt man sich daran - und man sieht es ein.
(Schlager von Zarah Leander:)
♪ Davon geht die Welt nicht unter. Sieht man sie manchmal auch grau.
♪ Einmal wird sie wieder bunter, einmal wird sie wieder himmelblau.
♪ Geht mal drüber und mal drunter..."
Er brennt nicht.
Ober-Sturmbannführer, er brennt nicht. - Wer? - Der Führer!
Und Frau Braun brennt auch nicht. - Schüttet Benzin darüber!
Benzin über den Führer?
- Es gibt keinen Führer mehr! - Jawohl, Herr Ober-Sturmführer!
"Kaum war die Asche des Führers kalt,...
...begann schon die Nachfrage nach Reliquien des 1000-jährigen Reichs."
"Ich war erst 9-jährig, aber schon Spezialist im Antiquitäten-Handel."
"Die besten Preise erzielten Dinge aus der Nähe des Führers."
"Besonders bei den Amerikanern war der Führer beliebt."
"Doch sie wollten nur garantiert echte Ware."
Was ist das?
Das ist Adolf Hitlers Sonntagsmütze. - Was?
Die private Sonntagsmütze Hitlers, des großen Nazis.
Der Führer?
Des Führers Mütze?
Großartig!
"Ich war stolz auf mein Erstlingswerk."
"Ich wollte meine Entwicklung zum künstlerischen Multitalent..
...fortan nicht durch bürgerliche Arbeit gefährden."
"In den 50-er Jahren beschäftigten sich die meisten Deutschen..
...mit der Herstellung des deutschen Wirtschaftswunders."
"Die Vergangenheit wurde vergessen,..
...und Nazis gab es plötzlich keine mehr."
"Es hatte sie wohl nie gegeben, nicht einmal Nazi-Sympathisanten."
"Mein Geschäfte gingen schlecht."
"Doch als ich Biggi in die Augen blickte,..
...erkannte ich die Frau meines Lebens."
"Ich stellte mich meiner zukünftigen Gemahlin..
...als Prof. Dr. Fritz Knobel vor und verließ mit ihr die Großstadt."
"Biggi machte sich mit einem kleinen Reinigungs-Betrieb selbständig."
"Und ich widmete mich meinen künstlerischen Neigungen."
Biggi, du hast doch eine so tolle Figur...
Nichts da! Wie sah ich denn auf dem letzten Bild aus? Wie eine Nutte.
Aber ich kann doch nichts dafür, dass Toulouse-Lautrec so malte!
Bei Hitler ist das anders, der war ein ganz anderer Maler.
Bei dem sahen die Leute viel besser aus als in Wirklichkeit.
Zieh dich aus, und ich male dich als Eva Braun so schön wie nie zuvor!
Ich bin kein Nacktmodell für eine, die mit Hitler bumste.
Aber das tat er gar nicht - er konnte es ja gar nicht.
Such dir eine andere! - Ich muss das doch morgen abliefern!
Und es geht um Tausende von Mark.
"Meine Ehe steckte in der Krise."
"Schuld waren vor allem meine geschäftlichen Misserfolge..
...mit dem französischen Impressio- nismus, Surrealismus und Dadaismus."
"Diesmal war mein Kunde ein Sammler von Werken des Nazi-Realismus."
"Er wollte ein echtes, von Hitler gemaltes Aktbild von Eva Braun."
"Kein Problem: Das Gesicht Eva Brauns kannte ich,..
...jetzt brauchte ich nur noch den passenden Körper."
Ich bin Professor Fritz Knobel, offizieller Kunstmaler beim Staat..
...und porträtiere für Baden-Württem- berg die schönsten Frauen der Heimat
Ich bin nicht aus Schwaben, sondern aus dem Bergischen Land.
Sie sind aber wunderschön - und ich stelle Sie schweigend dar.
"Ach, hätte ich das doch sein lassen und mir viel Ärger erspart!"
"Zur gleichen Zeit wurde nämlich in Hamburg ein alter Kahn..
...von einem Journalisten aus dem Nachlass von Göring teuer gekauft."
"Die Vermarktung durch diesen Skandal-Reporter..
...hatte für mein Kunsttalent verheerende Folgen."
Das wird teuer - im Wasser lag es doch auch gut.
Nein, wir sanken ja damit.
Verkauf den Kahn, bevor du dich ruinierst!
Du, äh... gib mir bitte 100 DM für die Jungs!
Sehr verehrte gnädige Frau, ich bin finanziell völlig am Ende.
Nein, nein...
Ich bin der stolze Besitzer der Yacht Ihres Onkels..
...und bin glücklich, Sie, die Nichte des Reichsmarschalls, zu treffen.
Sie sind wohl... - ..pleite, äh...
Äh, ich bin platt vor Staunen, wie jung und schön Sie sind.
Verzeihung, ich bin so ergriffen, die Nichte des Reichsmarschalls...
on Hepp. - Äh... Willié, Hermann.
Ich erlaube mir, diesen Blumenstrauß als Zeichen...
Ich mag Frühlingsblumen.
Ja. Aber auch der Herbst hat noch schöne, warme Tage. - Was?
Wissen Sie, ich bin ein Gefühlsmensch. - Das merkt man.
Zudem sind Sie von so einem neo-demokratischen Blatt.
Aber die Gesinnung der Zeitung ist nicht die meine.
Sonst hätte ich ja nichts mit der Yacht Ihres Onkels zu tun.
Wenn Sie so ein Neudemokrat wären, wäre ich gar nicht gekommen.
Und wie Sie auf dem Foto der Yacht so nackt und kräftig dastanden...
Ich hatte aber noch eine Hose an. - Ja, aber nur eine kurze.
Nun wollte ich Sie mir einmal ansehen.
Da habe ich gar nichts dagegen.
Was fällt Ihnen ein!
Vieles, Frau Reichsmarschall.
Sollten wir das Ding nicht besser wieder in Ihren Schoß zurückführen?
Welches Ding?
Das Schiff sollte wieder zur Original-Familie zurück.
350.000 DM, schwarz auf die Hand, sind ein günstiges Angebot.
Oder auf Rechnung, dann aber zuzüglich Mehrwert-Steuer.
Sie sind ja ein richtig schmieriger Typ...
(Kichern und Lachen)
(Kichern und Lachen)
Aber, aber, Herr Professor! Äh... so?
Wollen Sie den Bademantel meines Onkels anprobieren?
Der Bademantel des Reichsmarschalls? Ja, gerne.
Soll ich ihn darüber oder darunter anziehen?
Wie Sie wollen.
Ja... dann bin ich mal so frei.
Wie mächtig und männlich du aussiehst!
Ich liebe dich, Freya.
Die Yacht von Hermann Göring mit seiner Nichte!
Diese ultra-deutsche Yacht muss unbedingt auf die Titelseite!
Sag doch bitte, wer der Eigentümer des Schiffs ist!
Was soll das, Pit, das ist doch völlig unwichtig!
Wichtig ist nur, dass sie Hermann Göring gehörte.
Und wir können darauf fotografieren, was wir wollen.
Hier habe ich weitere Kleinigkeiten aus Familienbesitz:
Das ist der Bademantel des Reichsmarschalls.
Und hier sind 12 silberne Kaffeelöffel mit Monogramm..
...und Hakenkreuz. Dieses Besteck wurde sehr häufig benutzt.
Das alles ist in den 50.000 DM inbegriffen.
40.000 DM? - Ist ja toll - das riecht noch nach 40 Jahren nach Schweiß.
- Sind Sie selbst etwa der Besitzer der Yacht?
Eigentlich nicht, höchstens aus juristischer Sicht,..
...denn faktisch gehört sie der Bank.
- Sie sind unverschämt, Herr Willié!
So, finden Sie?
Sie begreifen einfach nicht, was das hier für ein Knüller ist.
Solange ich hier sitze... - W i r, Uwe!
Ja, natürlich! Solange wir hier sitzen,..
...kommt mir kein solches Zeug auf die Titelseite!
Dann haben wir bald keine Leser mehr.
Diesen Nazi-Scheiß will gar keiner!
- Eva Braun, nackt in Öl!
Vom Führer selbst geschaffen? - Ja. Mit seinem eigenen Pinsel... - Ja, ja.
Herr Doktor... ich kann dich nun nicht mehr siezen!
Lass uns Bruderschaft trinken - auf treue Kameradschaft!
Ich bin Karl. - Prost, Karl! - Prost, Fritz!
- Treten Sie ein, bitte!
- Ah, die alten Maschinen!
- Dieser Professor ist ein Experte des Dritten Reiches.
- Freut mich, dort ist Dr. Knobel, ein bekannter Kunsthistoriker.
Früher war er Präsident der Kunstakademie Leipzig. - Nein, Dresden.
- Ich wusste nicht, dass wir zu zweit sein würden. - Ich auch nicht.
Nun, mir soll es recht sein.
- Versteh das nicht falsch, bitte.
Aber meine Frau und ich fanden 10.000 DM nicht gerade billig.
- Zeigen Sie es ruhig, wenn Sie nichts zu verbergen haben!
Klar, aber bedenken Sie, dass sich auch Experten irren können.
Das überlasse ich Ihnen, Herr Kollege.
Das kann doch nicht sein, das ist ja Eva!
Ich behauptete gar nie etwas anderes.
Sie können Ihre Ansicht später äußern, Herr Kollege.
Das ist zweifellos ein unbekanntes Bild.
Ich sagte immer, es sei ein unbekanntes Bild des Führers.
Mir ist das Bild allerdings schon bekannt,..
...denn ich war dabei, als es gemalt wurde.
Sie waren also dabei?
Ja, ich war Sommergast auf Hitlers Berghof.
Am 7. Juli 1939, etwa um 17 Uhr,..
...streifte ich über die Fluren hinter dem Berghof.
Plötzlich erblickte ich ihn, wie er da stand und sie malte,..
...so wie Gott sie schuf.
Und er malte sie genau vor diesem Bergpanorama.
- Also, ist es nun ein Hitler oder nicht?
- Ich sage Ihnen ganz verbindlich: Das ist ein echter Hitler!
"Wir waren alle sehr beeindruckt von diesem fachmännischen Urteil."
"Fasziniert lauschte ich seinen weiteren Ausführungen."
"Dann kam mir die große, schicksalhafte Idee meines Lebens."
"Sie sollte in einem Gesamtwerk von welthistorischem Ausmaß gipfeln."
"Der Professor wusste nämlich, wieso das Bild so lange verschollen war."
"In einem bekannten Buch enthüllte er, dass im April 1945..
...das private Archiv des Führers aus Berlin ausgeflogen wurde."
"Doch das Flugzeug wurde nahe der tschechischen Grenze abgeschossen."
"Seither sind 10 Kisten voller geheimer Dokumente..
...und privaten Aufzeichnungen des Führers verschollen."
"Der Führer weinte, als er diese Nachricht erhielt."
So, komm jetzt!
Ich kündige dir unsere Freundschaft.
Das versprichst du mir dauernd.
Ich will 10.000 DM Vorschuss. - Kommt nicht in Frage!
Gib mir wenigstens 100 DM!
Hermann, wir werfen diesen Mist weg, und du bringst mal etwas Echtes!
Was denn?
Bring einen richtigen Knüller, etwas, das den Leser packt!
Paff, paff, paff, verstehst Du?
Ein Knüller...
(Heftiges Donnern)
Du bist ja ganz nass! - Es regnet, Herr Professor.
Ja, ja, aber ich kann jetzt nicht. Ich muss dringend etwas schreiben.
Schreiben? Sie sind also auch noch Schriftsteller?
Ja, auch - ich bin eben eher ein Universalkünstler,..
...ein kleines Allround-Genie.
Ich liebe kleine Genies. - Ah, ja...
Bedeck dich bitte wieder, ich muss jetzt wirklich arbeiten.
- Freifrau Freya von Hepp, muss die wieder dabei sein?
- Sei endlich ruhig!
"Karl Lenz und Gemahlin haben die Ehre, Frau Freya von Hepp..
...zur Feier des 90. Geburtstages des Führers einzuladen."
"Dabei werde ich ein bisher unbekanntes Geheimdokument Hitlers..
...persönlich vortragen."
Ein unbekanntes Geheimdokument aus der Feder des Führers, Freya!
Blödsinn, der bringt jedes Jahr nur billigen Krams!
Da gehen wir hin. - Nein.
Das ist Bitterorangen-Marmelade...
Ich sagte doch, dass ich die nicht mag!
Nein. - Doch, das sagte ich sogar mehrmals.
Hermann, was tust du da?
Hermann, was machst du?
Ich kleide mich an, und dann verlasse ich dich.
Wegen der Bitterorangen?
Nein, weil du mir nicht gehorchst - so kann ich nicht leben.
(Schlager von Zarah Leander)
(Husten und Röcheln)
♪ ... Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen ...
♪ ... und dann werden alle Märchen wahr.
♪ Ich weiß, so schnell kann keine Liebe vergehen ...
♪ ...die so groß und so wunderbar
♪ Und darum wird einmal ein Wunder geschehen...
Nein, das mache ich nicht!
Doch, schneid 60 cm Kordel ab und bring sie mir herunter!
Wo ist bloß dieses blöde A?
Dann eben F. H. - Führer Hitler.
Scheiße!
- Hier ist das geheime Tagebuch unseres Führers Adolf Hitler..
...aus dem Jahre 1945.
- Der Führer hatte ein Tagebuch? - Ja, klar.
Es ist streng geheimes Eigentum des Führers.
Öffnen Sie es, Kamerad Lenz!
Jawohl, Herr Ober-Gruppenführer!
Entschuldigung...
- Schlagen Sie den 20. April auf und lesen Sie! - Jawohl!
"20. April 1945: Gott sei Stunk... - Wie? - ... äh, Gott sei Dank,..
...dass ich endlich aus diesem schrecklichen Traum erwachte."
"Es war ein Albtraum von apokalyptischen Ausmaßen."
"Ich träumte, dass ich morgen auf dem Flug zu meiner Alpenfestung..
...mitsamt meinem geheimen Privat- Archiv abgeschossen würde."
"Und Gundelfinger, mein treuer Pilot, wäre tot."
- Genauso war es.
"Wir zerschellten auf einem Acker."
"Im Traum hörte ich erstmals von einem mir bisher unbekannten Ort."
Äh... "Birnsen... Bremsen... Birnenschorf..."
- Börnersdorf.
- Börnersdorf! Das ist ja völlig... völlig...
- Völlig unfassbar!
- Lesen Sie weiter!
"Alle meine Gemälde, privaten Schriften und mein Tagebuch..
...wurden ein Raub der Flammen."
"Ich weinte beim Röhm-Putsch nicht, am 20. Juli nicht..
...und vergoss bei Stalingrad keine einzige Träne."
"Aber heute Nacht weinte ich bitterlich."
- Unser Führer weinte... - Ja, das weiß man.
Das ist ein Knüller. - Ja, das ist wirklich sensationell.
Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle:
Ich bin Prof. Dr. Fritz Knobel, Historiker und Antiquar.
('Heil!'-Rufe)
Sie könnten mir wirklich ein Tagebuch von Hitler...?
Ich kann Ihnen alles, was in den 10 Kisten ist, besorgen. - Wirklich?
Tagebuch schreibt man ja nicht nur eines, sondern mehrere. - Natürlich.
Dazu habe ich unter Umständen Zugang - über Leningrad, Lemberg,..
...Leipzig und Lindau. - Lind... - Pst!
Es fragt sich nur, ob Sie sich das finanziell leisten können, Herr...
Willié, Hermann Willié.
Geld spielt für mich überhaupt keine Rolle.
Richtig. Ah, 'Presse-Magazin'!
Sie sind von der Presse? - Interessant...
Nein, überhaupt nicht. Mein Mann will keine Presse - nie.
Überdies ist mein Mann ein Lügner, also vergessen Sie es!
Aber, Herr Professor...
ermann, schau... - Lass das, Freya!
Herr Professor...
Dem Geschäft täte die Presse gut. - Du spinnst, du Pfuscher!
Herr Professor, warten Sie!
Bitte, halten Sie!
Hitler schrieb keine Tagebücher. - Doch, doch.
Mein Onkel, Hermann Göring, sagte,..
...dass Hitler es gar nicht richtig konnte, jedenfalls nicht von Hand.
Das ist historisch bewiesen.
Börnersdorf...
Wie viel Geld hast du dabei? - Etwa 2000 - 3000 DM, wieso?
Wollen Sie rasch 2000 DM verdienen? - Äh... ja.
Sie können 500 Mark für Ihre Familie sicher gebrauchen, oder?
Doch nicht vor meinen Kollegen - fahren Sie dort hinüber!
Börnersdorf... Freya!
(Niesen und Donnergrollen)
Hermann, ich warne dich:
Ist das wieder so ein Quatsch, wie jener mit dem Chinesen,..
...der ein schwuler Schwimmlehrer sein sollte?
Dabei war er Koreaner und konnte gar nicht schwimmen. - Aber er war schwul.
Der neue Knüller: die geheimen Tagebücher Hitlers! - Da drinnen?
Nein, aber ich weiß, wo sie sind. Und ich werde sie kriegen.
Das wird ein weltweiter Knüller.
Wenn du das nicht begreifst, bist du ein großes Arschloch.
Das brennende Flugzeug flog dort drüben knapp über die Bäume. - Bäume?
Ja, früher gab es hier noch Bäume.
Ich dachte, der Flieger würde in die Scheune knallen,..
...doch dann kam er genau hier herunter.
Einer schrie noch "Ich will raus!", aber da war nichts mehr zu machen.
Es war alles kaputt, verbrannt und voller Blut.
Und dann wurde es auf einmal totenstill.
Schrecklich! - Ist ja toll, äh... schrecklich!
Furchtbar! Aber was war noch im Flugzeug drin, außer dem Toten?
Nichts. - Was, nichts?
Gar nichts? - Bloß so eiserne... Kisten? - Ja, eiserne Kisten.
Hast du gehört, Hermann?
Menschenskind, Hermann - ich liebe dich!
Nun, das ist eine ziemlich braune Brühe.
Natürlich ist es eine heikle Sache.
Aber andererseits ist die Konkurrenz eben hart, Herr Doktor.
Zudem könnten wir das sogar weltweit verkaufen.
Die Amerikaner verdienten damals mit den Tagebüchern Einsteins Millionen.
Und Hitlers Name ist noch bedeutender.
So einen Autor hatten wir noch nie in unserem Blatt.
Aber dieser Willié ist mir zu schmierig.
Können wir nicht jemand anderen auf ein so heikles Thema ansetzen?
Ja, richtig, er ist schmierig.
Aber er ist auch ein Spürhund, ein richtiger Bluthund..
...und hat einen tollen Riecher.
Wenn der sich richtig in diese Hitler-Sache hineinarbeitet,..
...dann wird das ein Knüller.
Das bleibt aber vertrauliche Chef-Sache.
Klar, deshalb ging ich ja nicht zur Chef-Redaktion.
Mein lieber Herr Willié, wie lange sahen wir uns nicht mehr?
Wir trafen uns überhaupt noch nie.
Was haben Sie denn Schönes hier?
Das ist das Cockpit-Fenster der abgestürzten Junkers Ju 3-52.
Aus 100 m mit der alten Tante Ju..
...stürzte ein Fallschirm-Springer mit geschlossenem Schirm zur letzten Ruh.
Bitte? - Das sangen wir noch 1964 bei der Bundeswehr.
Ich war Fähnrich bei einer Panzerjäger-Kompanie.
Darf ich bitte...
Es ist sehr ästhetisch.
(Sie zählen:) 50 ... 100 ... 150 ... 200.000 DM.
50 ... 100 ... 150 ... 200.000 DM.
Aber diese feuchte Stelle riecht nach männlichem Samen!
Niemand war hier, ich war allein... Hast du onaniert? - Ja, genau.
Lügner, ich gehe in den 'Ochsen' und packe die Schlampe!
Wenn du das tust... - Ich drücke ihre Nase auf den Fleck,..
...und sie muss sagen, ob du sie ficktest - du verlogener Hurenbock!
Nein, bleib da, ich gebe alles zu!
Du hast recht: Sie war da, und ich war auch da.
Und ich bin ein verlogener Hurenbock - wie du sagtest.
Aber nimm doch bitte nicht immer alles so persönlich!
Du kennst mich ja: Ich kann allem widerstehen, außer der Versuchung.
Ich habe gedacht: Bargeld lacht!
Siehst du, schon wieder!
Zwei Bier und eine Schlachtplatte.
(Flüsternd:) Merkte sie etwas? - Nein, aber ich gab alles zu.
Du solltest doch nichts zugeben! - Ich kann eben nicht lügen, Martha.
Na ja, die Welt will betrogen sein. - Ja, ja. - Aber ich kann nicht lügen,...
...weder privat noch beruflich. - Ich auch nicht.
Es beruhigt mich, dass sie auch so ehrlich sind.
Nur wenn wir beide ehrlich sind, kommt die Sache überhaupt zustande.
Und das Ganze muss höchster Geheimhaltung unterliegen.
Ja, allerhöchste Geheimhaltung.
Also: Ich kenne Sie nicht, und Sie kennen mich nicht. - Klar.
- Die Tagebücher kommen aus Moskau über die DDR... - Aus Moskau?
Ja, über Kiew, Warschau, Potsdam, Pankow. - Bangkok? - Pankow (Berlin)!
Na, sie kommen einfach von irgendwoher.
Und sie dürfen auf keinen Fall veröffentlicht werden.
Nicht... veröffentlicht? Natürlich nicht!
Aber für eine Zeitung ist das ziemlich hart.
Wie soll ich das den Leuten in Hamburg erklären?
Hamburg ist ja DIE deutsche Pressestadt,..
...die kriegen Schreikrämpfe, wenn ich sage: "Nicht veröffentlichen!"
Ich meine nicht, dass man das nie veröffentlichen dürfe,..
...sondern erst nach meiner Einwilligung.
Also wenn ich und meine Verbindungs- leute im Osten in Sicherheit wären.
Denn wenn Hitlers geheime Tagebücher veröffentlicht werden,..
...schaut doch die ganze Welt hin!
Und wir beide sollten dann weit weg sein.
Stellen Sie sich vor: CIA, KGB und AEG! - Was, AEG?
Äh... ARD - der Argentinische Recherchen-Dienst! - Ach so!
Alle werden hinter uns her sein.
Und ich bin nicht lebensmüde.
Was lade ich mir da nicht alles auf, mit diesen 25 bis 30 Bänden!
Was, 30 Bände?
Ja, ungefähr - je nach Bezahlung.
Äh... wie wäre es mit 40.000 Mark?
40.000 DM? - Pro Stück!
Nun, ja... da lässt sich wohl schon etwas machen.
Ich denke so an ein oder zwei Bände.
Also, drei Bände für 120.000 DM.
Ich gebe Ihnen gleich 10 % Anzahlung, also 12.000 DM,..
...und den Rest bei der Lieferung.
(Er zählt laut.)
70 - 80 - 90 - 100.
10 - 20 - 30 - 40 ...
Hoffentlich läuft der Motor.
(Krachen und Scheppern)
Hm, Spiegeleier, Schinken und Kaffee sind nicht gut für meinen Magen.
Möchtest du Kamillentee und Zwieback?
Ja, gerne - und zudem eine leichte Haferschleim-Suppe.
Das wäre sehr lieb von dir. - Du, Fritzchen...
Für dich tue ich alles ... igitt! - Ist etwas?
Nein, du riechst nur so wahnsinnig. - Aus dem Mund?
Ja.
"24. Februar 1940:"
"Die übermenschlichen Anstrengungen der letzten Zeit..
...verursachen mir Blähungen im Darmbereich."
"Und Eva sagt, ich habe Mundgeruch."
Wir halten nun hier in unseren Händen,..
...was auch seine Hände berührten.
Und ich berühre das, was er damals in den Händen hielt.
Da weht schon ein besonderer Wind,..
...gewissermaßen ein Eishauch der Geschichte.
Das muss ich zugeben.
Nun, was wollte ich jetzt sagen?
Ach ja, was steht eigentlich drin?
Ich wagte nicht, das Siegel aufzubrechen, mein Führer...
...äh... Herr Doktor. Kein Unbefugter soll es öffnen.
Ja: "Streng geheim/ Eigentum des Führers. - Bormann."
Nun, das ist inzwischen irgendwie verjährt..
...und gilt für uns wohl nicht mehr.
Bitte, geben Sie mir die Schere!
Ah, das ist natürlich deutsch geschrieben! - Ja, so schrieb Hitler.
Es ist erstaunlich gut erhalten,..
...in schöner, alter, deutscher Schrift.
Schade, dass ich das jetzt nicht lesen kann!
Ich war damals in der Hitler-Jugend. Ich kann es versuchen.
Hier steht zuerst: "24. 2. 1940" - also der 24. Februar. - 1940? - Ja.
Und dann: Aha! "Die Über..." äh, nein, "Die Untermenschen", nein!
Nein... aber jetzt: "Die übermenschlichen Aaa"...
Das ist doch wohl ein A?
Also: "Die übermenschlichen Anstrengungen der letzten Zeit..
...verur... verhuren"... -Verhuren? - Hm..."verursachen...".
Äh "...verursachen mir Blöh..." nein, "Blähungen im Damen..."
Ah! "Blähungen im ... Darmbereich."
Das ist ja toll, ganz persönlich und intim!
Lesen Sie weiter!
"Und Eva-Sack"... - Eva-Sack? Wer ist Eva-Sack?
"Eva-Sack ist aber mondgerecht."
Was soll das heißen?
"Mondgerecht", das könnte ein jüdischer Name sein.
Und der "Eva-Sack" ist vielleicht der Habersack.
Schau doch noch einmal nach!
"Mundgeruch" heißt das wohl. - Mundgeruch?
Klar, Eva-Sack war ein Jude mit Mundgeruch,..
...und Hitler entdeckte das!
Nein - Augenblick, ich habe es gleich.
Jetzt weiß ich, was es heißt.
Es ist ungeheuerlich und von so riesiger menschlicher Größe..
...und schonungsloser Wahrhaftigkeit.
Sagen Sie es endlich!
"Die übermenschlichen Anstrengungen der letzten Zeit,..
...verursachen mir Blähungen im Darmbereich."
"Und Eva sagt, ich habe Mundgeruch."
Das ist ja... - ..sensationell!
Adolf Hitler privat! - Ein Mensch wie du und ich.
Das ist eine Weltsensation!
Hermann...!
- 600.000 - 700.000 - 800.000 ... nun muss ich nochmals zur Bank.
- Beeilen Sie sich! - Die Banken sind noch geschlossen.
- Dann öffnen Sie eben eine! - Jawohl, Herr Doktor.
Ich bin froh, dass Ihnen der Schreibstil des Führers so gefällt.
Du kannst mich ab jetzt Hermann nennen.
Weil ich nicht weiß, was drinsteht,..
...befürchtete ich, dass es euch nicht gefallen würde.
Es ist historisch höchst interessant - für die ganze Welt.
Tatsächlich? - Ja, jedes Wort ist bedeutend.
Na schön, aber es hätte sein können,..
...dass Hitler viel Scheiße hineinschrieb.
Nicht?
Fritz, sprich in meiner Gegenwart nicht so über den Führer!
Verzeihung, ich meinte es nicht so...
Gut...! Wann lieferst du die anderen 25 Bände?
25? - Ja, so schnell wie möglich - also beeil dich damit!
Hier hast du nochmals 100.000 DM Anzahlung.
Danke, Hermann!
Hier ist Freya von Hepp, die Nichte des Reichsmarschalls.
Göring... - Ah, Frau Göring!
Von Hepp! Pardon!
Aber ich schäme mich meines Onkels nicht.
Ich auch nicht: Mein Onkel war Widerstands-Kämpfer.
Für unsere Verwandtschaften sind wir beide nicht verantwortlich.
Richtig! Vielleicht kannten sich die beiden sogar.
Nun ... äh ... Prost!
Champagner!
Ich meinte, Ihr Onkel und mein Onkel ... äh ...
Du bist nicht nur schwach, sondern auch ein Schwein.
Komm, komm, noch einmal!
Nein, jetzt ist Schluss.
"30. Januar 1933:"
"Ich muss ernst mit Eva reden:"
"Ein Mann an Deutschlands Spitze hat nicht soviel Zeit für Privates!"
"Dieses junge Ding weiß nicht,..
...was für ein Kampf es ist, deutscher Kanzler zu sein."
"1. August 1936: Heute eröffnete ich die Olympischen Sommerspiele."
"19. November 1942: An der Watzmann- Ostwand sind 3 Bergsteiger in Not."
"Ich schickte 50 Gebirgsjäger zur Rettung der Männer."
So eine Frechheit!
- Wie ... was?
- Wieso zeigt uns das niemand?
Wir zeigen es Ihnen ja gerade.
Wieso überging man die Chef-Redaktion?
- Sie haben doch alles offen auf dem Tisch!
Wollen Sie die Tagebücher nun veröffentlichen?
Darum geht es nicht - Hitlers Tagebücher wären ein Knüller.
Na, meinen Sie?
- Diese Entdeckung ist derart erstaunlich,..
...dass sich nur eine Frage stellt, wenn man Herrn Willié kennt:
Sind sie wirklich echt? - Gute Frage...!
- Wie meinen Sie das?
Das verstehe ich auch nicht.
Der erste Buchstabe hier ist kein A, sondern ein F.
Und Adolf hieß ja nicht Fritz. - Was, das ist ein F?
Das ist doch kein A, sondern eindeutig ein F.
F. H. wie 'Führer Hitler'.
Genau: Führer Hitler!
Quatsch!
- Vielleicht 'Fahne Hoch!'?
F ... - F ...
'Führer Heil!' oder ... 'Führers Hund'?
- Quatsch!
'Führers Hand' ... nein ... 'Führers Haupt...'
Klar: 'Führers Hauptquartier'!
'Führers Hauptquartier' ...
"6. Februar 1943":
"Meine Gesundheit leidet unter der Anspannung der letzten Tage."
"Durch das Fahren im offenen Auto erkältete ich mich stark..
...und habe nun 39,5 Grad Fieber."
"Meine Arbeit muss ich immer wieder unterbrechen,..
...und ich habe Mühe mit den einfachsten Handgriffen."
"Ich verbrauche Unmengen dieser neuen, praktischen Taschentücher."
"Ich schlucke viele Medikamente, fühle mich sehr schlapp..
...und habe starke Kopfschmerzen."
"Diese Schmerzen sind teils so heftig,..
...dass ich ein ständiges Klingeln höre."
(Es klingelt.)
"Es klingelt ununterbrochen."
Wie siehst du denn aus?
Wie? Na wohl schlecht. Ich bin krank wegen der jüngsten Anstrengungen.
Ich erkältete mich offenbar durch das Fahren in einem offenen Wagen.
Hier: Ich habe 39,5 Grad Fieber.
Fritz, die Chefredaktion verlangt unabhängige Schrift-Gutachten,..
...die beweisen, dass der Tagebuch- Schreiber wirklich Hitler war.
Das... äh... ist eine sehr gute Idee, Hermann.
Das ist überhaupt kein Problem - wir machen einen Schriftvergleich.
Einen Schriftvergleich?
Ja, man vergleicht ein Tagebuch mit der Original-Schrift des Führers..
...und ein anderes Tagebuch mit der Original-Schrift des Führers.
Und woher kriege ich so ein Original-Schriftstück des Führers?
Vom Führer... äh... von mir, aus den Kisten seines Privat-Archivs.
Wenn du einen kleinen Cognac willst, bediene dich ruhig.
"Im Namen des deutschen Volkes befehle ich Prof. Ing. F. Porsche..
...einen neuen, 4-zylindrigen Kraftwagen zu erfinden."
"...luftgekühlt und pflegeleicht, zum Preis eines Motorrades."
"Der Wagen soll wenig Treibstoff verbrauchen und robust sein,..
...also ein wahrhafter Volkswagen. - Adolf Hitler."
Oha, er erfand also nun auch den 'Käfer'!
Ja, und der läuft immer noch.
(Er hechelt.)
(Er hechelt.)
40,5 Grad Fieber!
Hoffentlich stirbt er nicht.
Bei mir hatte er nie so hoch Fieber. - Bei mir auch nicht.
Der Arzt sagt, es fehle ihm nichts.
Sein Herz pocht ja wie wahnsinnig.
Sag doch endlich etwas, Fritz!
Sag, was du hast, Fritzchen!
A... A... Angst!
Keine Angst, Martha und ich sprachen miteinander! - Von Frau zu Frau.
Wir verstehen uns jetzt sehr gut.
Das auch noch...!
Können Sie dichthalten? - Wie bitte?
- Kennen Sie die Korinther-Briefe, Herr Pfarrer? - Ja: "Ich, Paulus..."
Ja, ja... Wenn Sie aber befürchten würden,..
...diese Korinther-Briefe seien eine moderne Fälschung, was dann?
Aber warum? - Weil der Fälscher dafür viel Geld bekommen hätte.
Von wem? - Vielleicht von einer großen Zeitung - aus Jerusalem.
Du redest im Fieberwahn, mein Sohn.
Nein, aber wenn Sie befürchten würden, dass man Sie hereinlegte,..
...müssten Sie das nicht Ihrem Chef, dem Heiligen Vater, mitteilen?
Damit man sie nicht veröffentliche.
Prof. Dr. Jäggi, Alt-Kriminalrat aus Zürich, stellte eindeutig fest,..
...dass die ihm vorgelegten Dokumente von Adolf Hitler stammen.
- Bitte etwas langsamer und deutlicher!
- New York: "Nach sorgfältiger Prüfung der Handschrift..."
Also: "Nach dem Vergleichen mit anderen Handschriften Hitlers..
...bin ich überzeugt, dass die Dokumente von Hitler stammen."
Prof. Kessel, London:
"In den vorgelegten Dokumenten erkenne ich die Handschrift..
...unseres Führers Adolf Hitler."
- Die Gutachter waren ein Neutraler, ein Jude und ein Nazi.
Also dürfte das reichen.
Was ist denn, Hermann, freust du dich nicht?
Ich zweifelte nie an der Echtheit.
Genau, ja!
Hermann!
(Er pfeift fröhlich zu einem Schlager von Zarah Leander:)
♪ Mein Ideal auf dieser Welt das ist für mich der kühne Held ..
♪ ... der große blonde Mann.
♪ Er kommt aus einem Märchenland und reicht mir seine starke Hand ...
♪ ... die nicht zerbrechen kann.
♪ So sieht der Mann meiner Träume aus ...
♪ ... die Wirklichkeit sieht aber anders aus...
(Er pfeift fröhlich.)
Fritz! - Fritzchen!
Na, so etwas!
Sind Sie auch im Ost-West-Handel tätig?
- Ost-West-Handel? - Nein, äh... doch!
Fräulein Martha ist eine enge Vertraute meines Mannes. - Sekretärin?
Ja, seine private Sekretärin - das Ganze wächst rasch an. - Ah ja?
Ja, er expandiert und sprüht vor Ideen.
Siehst du diese kleinen, weißen Stäubchen? Das ist Eva.
Und die dickeren, graubraunen, das ist er. - Adolf?
Ja, Adolf Hitler und Eva Braun im Tode vereint.
Für Laien sind sie nicht mehr zu unterscheiden.
Was willst du dafür? - Das ist eigentlich unbezahlbar.
Ich würde es ohnehin nur im Paket verkaufen. - Was für ein Paket?
Weißt du, was sich nun herausgestellt hat? - Was denn?
Der Führer schrieb nicht 30, sondern mindestens 60 Tagebücher.
Was, 60 Tagebücher? Das wäre ja... - ...teuer, Hermann, teuer wäre das!
Da werden 40.000 DM pro Band nicht mehr reichen.
Und es gibt noch viel mehr geheime Schriften und Gemälde.
Fritz, gib mir bitte einen Löffel davon - nur einen einzigen.
Nein, ich kann die beiden nicht auseinander reißen.
Dann gib mir zwei Löffel, bitte!
(Knallen und Jubelgeschrei)
(Jubelrufe)
Wie nett, dass ihr doch noch kommt, liebe Kollegen!
- Wir kommen doch gerne, Hermann! - Ja, wirklich.
Das sind SS-Ober-Gruppenführer von Klantz..
...und Herr Strasser, der persönliche Kunst-Experte des Führers.
Und dies hier sind unsere Chef-Redakteure.
Es ist eine große Ehre, meine Herren.
- Jawohl, Herr Ober-Sturmbannführer! - Du meinst Gruppenführer...
- Alle sollen wissen, dass auch der Führer ein Herz hatte.
- Ja, und was für eines!
Meine Damen und Herren,..
...heute Abend feiern wir zusammen das 30-Jahre-Berufsjubiläum von Hermann.
Wie er seine Arbeit mit Bravour und durchschlagendem Erfolg leistete,..
...das zeige ich Ihnen nun mit meinem kleinen Lied.
Damit finanzierte ich mir mein Studium.
Hermann, du bist ein Mann und gehst deinen Weg allein.
Hermann, du blickst immer nach vorne, sagt auch das Schicksal "nein".
Hermann, du hast Herz - und den Schmerz kennst du nur zu gut.
Selbst ein kleiner Scherz gibt dir wieder Mut.
Nichts hält dich auf, und du greifst kühn nach den Sternen.
Du jagst dem Glück bis in weite Ferne nach.
Und du hast die Nase für einen Knüller:
Mao-Tsetung, Lumumba und Kongo-Müller.
Herman Willié, du bist die größte Supernase, die ich hier an Bord sehe.
Hermann Willié, du bist die größte Supernase, die ich hier an Bord sehe.
(Alle singen mit.)
(Alle singen.)
(Bravo-Rufe und Beifall.)
(Sie summt laut.)
Du siehst irgendwie mitgenommen aus.
Das kommt von deiner Leidenschaft.
Du könntest dich wenigstens schminken, bevor du dich hier setzt.
In deinem Alter!
Du siehst ja richtig zerknittert aus.
Das ist schon wieder Bitterorangen-Marmelade.
Du, du Miststück, du!
(Sie kreischt.)
Ich gehe jetzt, Hermann, für immer.
Nun, äh... - Sag nichts, Hermann!
Was du auch immer sagen möchtest, es wäre doch nur Lüge.
Du meinst, du seiest nun auf dem Weg nach oben.
Und du willst deinen Triumph natürlich allein genießen.
Hoffentlich wird es ein großer Triumph, Hermann - adieu!
Adieu.
Was, ihr schmeißt meine Papiere in den Müll!
Ihr werft also mein wunderbares DDR-Papier weg wie nichts.
Dabei arbeite ich seit über einem Jahr Nacht für Nacht daran!
57 handgeschriebene Bände von Adolf, weißt du, was das heißt, Biggi?
Ich weiß gar nicht mehr, wer ich bin! - Das glaube ich.
Ich schreibe seine Handschrift besser als meine eigene,..
...in übermenschlicher Anstrengung.
Bald habe ich das größte Fälscherwerk der Welt fertig.
Und was macht ihr...? - Wir putzen.
Ihr vernichtet meine Produktionsmittel hier!
Dabei habe ich teure Aufträge:
Hitlers Buch über die Frauen, über 'Blondie', über Schäferhunde..
...sowie meine Oper. - Du komponierst? - Quatsch, du dumme Nuss!
Ich will meine Oper schreiben. - Vergiss das!
Aber das wäre ein Knüller, Biggi!
Eine Oper von mir, äh... von Adolf Hitler,..
...dirigiert von Herbert von Karajan, mit Uraufführung in Bayreuth.
Das wäre ein musikalischer Welt-Hit.
Ich und du, Biggi... - Ja, und ich? - Ja, du auch.
Wir alle drei säßen in der ersten Reihe.
Sitzen wirst du bestimmt, aber anderswo.
"Wenn Hitlers geheime Tagebücher veröffentlicht werden,..
...dann rollen Köpfe - denn die ganze Welt schaut da sehr genau hin."
"Für uns wird es besser sein, wenn wir dann weit weg sind."
(Stimmengewirr)
(Pfeifen und Klatschen)
Ja...!
Danke, meine Damen und Herren.
(Jubel und Pfiffe.)
Danke, danke.
Meine Damen und Herren, liebe Kollegen und Kolleginnen!
Ich freue mich, dass Sie so zahlreich hier sind.
An unserer internationalen Pressekonferenz..
...nehmen Journalisten aus 87 Ländern sowie 24 TV-Teams teil.
Von heute an wird ein großer Teil deutscher Geschichte neu geschrieben.
Danke.
Hier steht doch klar 'F. H.', Herr Kamerad. - Ja, sicher.
- Aber was heißt dieses 'F. H.'?
- 'Falscher Hase', eine Fälschung, Herr Ober-Gruppenführer!
(Stimmengewirr und Jubel)
(Jubelschreie)
(Jubelschreie)
Hermann, Hermann!
Es gibt ein neues Gutachten vom Bundes-Kriminalamt. - Na prima!
Hol dir eine Flasche Champagner! - Hermann!
"Diese Hitler-Tagebücher entstanden zweifellos erst nach dem Krieg."
"Das verwendete Material gab es im Dritten Reich teils noch nicht."
"Und es ist auch inhaltlich eine sehr schlechte Fälschung."
Ihre Pässe bitte!
Herr Graf ... Frau Gräfin...
Kaiserliche Hoheit... ich wünsche Ihnen eine gute Fahrt.
Wenn du noch einmal 'Knüller' sagst, haue ich dir eine rein!
Weißt du denn nicht, was das für ein Knaller ist?
Für die Schrift haben wir drei positive Gutachten.
Wenn nun aber das Papier aus der Nachkriegszeit stammt,..
...dann heißt das doch, dass...
Sie haben uns mit solch wider- lichem Zeug um 9 Mio. DM betrogen.
- Geschmacklos! - Ekelhaft!
Nein, nein, nein!
Das heißt doch,..
...dass der Führer diese Tagebücher nach seinem Tod schrieb.
Und da Tote nicht schreiben, heißt das eben, dass er lebt.
Wer lebt?
Adolf Hitler - er lebt!
Das ist doch der Knüller des Jahrtausends! - Ja, ja.
Ja, er lebt.
Ja, ja.
Er lebt.
Ich gehe ihn suchen und werde es beweisen.
Wenn ich ihn habe, bringe ich ihn hierher,..
...hierher nach Hamburg.
Denn Hamburg ist schließlich DIE deutsche Pressestadt.
Wir stecken ganz schön in der Scheiße!
(Er spricht spanisch:)
Guten Tag, ich bin Hermano Willié,..
...der berühmteste Journalist von ganz Deutschland.
Äh... ich suche einen alten Mann mit einem schwarzen Schnurrbart.
Bitte... vielen Dank.
(Er sagt dasselbe auf Englisch.)
SCHWEIZERISCHE TELETEXT AG REDAKTION UNTERTITELUNG DS Oscar Zbinden
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