All language subtitles for Maximilian - 1x03 - Part 3.WebRip.2017.HI.de1

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Original subtitles

Die Politik ist immer ein Geschäft, Hoheit.

Ihr braucht einen Herrscher, der auf eurer Seite steht.

Der Kaiser will Geld von euch.

Für das zweifelhafte Vergnügen seinen Sohn zu heiraten?

Dann ist Maria von Burgund wirklich so schön?

Den Wechsel, den Herr Fugger ausgestellt hat...

Dieses Geld ist für euren Sohn bestimmt.

Wir wissen, dass seine Durchlaucht mit Frankreich paktiert.

Halt! Ich heirate den Dauphin.

Du wirst sie in der Kathedrale Saint-Gatien ehelichen.

Maximilian von Österreich hat verfügt,

dass der Bund der Ehe zwischen Euch und ihm noch heute geschlossen wird.

Es ist sein erklärter Wille, dass ich ihn vertrete.

Man sagt, dass die Seele es fühlt,

wenn sie der für sie bestimmten begegnet.

(düstere Musik)

(langsame mittelalterliche Flötenmusik)

Ihr müsst wählen, was Ihr essen wollt.

Das Übrige ist für die anderen.

Ich nehm das... und das.

Und Ihr?

Ich habe schon gegessen.

Vor allen zu essen wäre... unmäßig. Und wenig schicklich.

Wie ist bei Euch Sitte? Essen die Frauen unmäßig?

An der Tafel sind sie bei Hof nicht erwünscht.

(weiterhin langsame Flöten- und Schellenmusik)

(geräuschvolles Kauen)

(leises Klappern von Geschirr und Besteck, keine Gespräche)

Wir benutzen Gabeln.

Wir auch.

Zum Heuwenden.

Um die Hochzeitsnacht beneid ich dich nicht.

Du wirst voller Fettflecken sein.

(Musik endet.)

Edle Herren.

Schöne Frauen von Burgund.

Man sagt, ich sei gekommen, um Euer Land zu plündern.

Weil ich arm bin.

Es ist wahr - Geld hab ich keines.

Und ich esse mit den Fingern.

Weil ich zum Kampf erzogen bin.

Zum Krieg, der mein Land seit Jahren heimsucht.

Ich bin bereit, für Euch mein Blut zu vergießen.

Ich werde Frankreich entgegentreten. Tapfer, stark und entschlossen.

So wie Euer verstorbener Herzog.

Ich hebe mein Glas... auf einen großen Mann.

Auf Karl den Kühnen.

Und auf meine neue Heimat, Burgund.

Sein altes Land, das ich mit aller Kraft verteidige.

Komme, was wolle.

Auf unseren neuen Herzog. Auf unsere Herzogin.

Auf Burgund!

(alle) Auf unseren neuen Herzog!

Auf unsere Herzogin! Auf Burgund!

(Musik beginnt wieder.)

Danke, dass Sie meinem Vater Respekt zollen.

Seid stolz auf ihn.

Und glücklich, dass Ihr so einen Vater hattet.

(Sie flüstert etwas.)

(Polheim) Wohin gehst du?

Das Gemach vorbereiten, für die Hochzeitsnacht.

Liebst du ihn?

(leise) Was?! - Deinen Mann.

Ich war 14, als meine Eltern mich ihm zur Frau gaben.

Ja oder nein?

Er ist grob.

Und alt.

Aber so sind die Dinge nun einmal.

Könnt ich wählen,

dann würd ich dich nehmen!

Herr von Polheim.

Darf ich Euch Herrn von Hallewyn vorstellen?

Meinen lieben Gatten.

Er ist der, mit dem du gereist bist?

Ja.

Dann danke ich, dass Ihr meine Frau beschützt habt.

(melancholische Musik, entfernte Vogelrufe)

Ich kenne Euch nicht.

Und Ihr mich nicht.

Denkt Ihr, ich hab keine Angst?

Doch.

Ich hoffe, Ihr seid der Aufgabe gewachsen.

Ich werde die Welt verändern.

Sogar die Bürger von Köln hielten Euch fest.

Ihr wart machtlos.

Ich weiß.

Es wird nicht leicht.

Und ich brauche Eure Hilfe.

Und Euer Geld.

Für nichts als heiße Luft?

Charmant.

Maximilian von Österreich, hört gut zu.

Herzogin von Burgund bin ich.

Ihr seid mein Mann.

Und aus dem Recht der Ehefrau: Herzog von Burgund.

Der Iure Uxoris.

Hinter mir.

Tut, was nötig ist.

Nicht mehr.

(Er seufzt schwer.)

Ich kann das nicht.

(flüstert) Sei still.

(sanftes Kussgeräusch)

Das wird so nicht gehen.

Es muss gehen.

Nur unser Wille kann uns retten, dich und mich.

Ja, aber nicht so.

Wenn ihr genug gesehen habt, geht.

(laut) Raus!

Auch Ihr.

(Holz knarrt.)

(Er schluckt.)

Ich hab keine Ahnung.

Ja, das merke ich.

Wie man regiert.

(sanfte Musik)

Das andere kann ich.

Ach, wirklich?

Sehr gut sogar.

Dass du ein Großmaul bist, hab ich längst bemerkt.

(geräuschvolles Atmen, Kussgeräusche)

(Knistern des Feuers)

(düstere Musik)

(schmerzerfülltes Gurgeln)

(ängstlicher Laut)

(langsames Knirschen)

(schmerzerfüllte, unbehagliche Laute)

(Ludwig) Albertus Magnus schrieb,

dass der spiritus animalis von einem Ventrikel in den nächsten fließe.

Erst nehmen wir wahr, dann werden daraus Gedanken.

Es gibt sieben Nerven im Hirn,

sagt Razes der Heide.

Und 31 im Rückenmark.

Wo sagt er das?

Im Kitab al-Hawi Fi Al Tibb.

Das hab ich schon. - Dann noch mal.

Und merk es dir.

Vielleicht gibt es überhaupt nichts.

Wenn ich wegen eines kleinen Schlagflusses

meinen Arm nicht mehr fühle, was wird sein,

wenn Würmer mein Hirn fressen?

Deine Seele wird auferstehen, Vater.

In voller Pracht.

Nein, lieber nicht.

Er ist zum Tode verurteilt.

Aber Vater hat ihm die Wahl gelassen.

Wir sehen nach, was drin ist, in seinem Kopf.

Vielleicht ist das Wundernetz gerissen.

Und man kann es nähen. - Haltet ein!

Maximilian hat uns den Krieg erklärt.

Ich hasse Kriege. Kriege sind dumm und teuer.

Und ihr Ausgang ist ungewiss.

Le Daim hat den Auftrag, ihn zu töten.

Diesmal muss er es selbst tun. Du reist mit ihm.

Sehr wohl, Majestät.

Fahrt fort. Macht schon weiter!

(Knirschen)

Ich lebe nicht ewig.

Bald wirst du König sein.

Du musst alles wissen, sonst vernichten sie dich.

Du musst lernen. So viel wie möglich.

Ja, Vater.

Wir zwei also.

Eure letzte Chance. - Wir haben beide versagt.

Ein weiterer Fehlschlag brächte uns an den Galgen.

Da bin ich längst weg.

Ihr könntet auch wieder Barbier sein, falls ihr dem König entrinnt.

Bärte scheren, Zähne ziehen, Darmspülungen.

Für drei Sous. Ein schöner Gedanke.

Ich sterbe, bevor ich in den Dreck zurückgehe.

Seht ihr - mir geht es ebenso.

Und Maximilian auch.

Wir wollen alle nicht in den Sumpf, aus dem wir uns ans Licht kämpften.

Leider ist das das Schwerste.

Sich oben zu halten.

(bedrohliche Musik)

(Vogelrufe)

(nachdenkliche Musik)

Da bist du.

Hat sie dich rausgeworfen?

(schmunzelnd) Nein.

Ich war pinkeln.

Und?

(Er seufzt.)

Sie ist zarter gebaut als Rosina.

Sie ist auch...

Nicht so leicht zufriedenzustellen.

Wie? - Du weißt, was ich meine.

Nein.

(Er schmunzelt.)

(entfernter Vogelruf)

Bei Rosina reichen drei Stöße, und sie glüht.

Bei ihr... muss ich mich abarbeiten.

Sie scheint's zu mögen, aber... - Rosina will dir gefallen.

Sie nicht. Das ist gut.

Drei Stöße und sie glüht? - Es ist so!

Du musst noch viel lernen. - Von wem? Von dir?

Nein.

Die Frau, die ich liebe, ist oben in ihrer Kammer.

Mit ihrem Gatten, der sie die ganze Nacht besteigt.

Das ist sein gutes Recht.

Ja... Leider.

Wohin gehst du?

Zurück ins Bett.

Üben. - Ja.

Das wird dir guttun.

(entfernter Vogelruf)

Ihr weniger.

(Tür wird geöffnet.)

(Schritte nähern sich.)

(düstere Musik)

Die sind überall.

Das sind nur die neuen Diener. - Ich kenne keinen von denen.

Ich weiß nicht einmal, wie viele das sind.

Hab Vertrauen.

Heute Nacht bin ich sicher. Das spür ich.

Morgen sehen wir weiter.

(Holz knarrt.)

(Er atmet schwer aus.)

(Er atmet schwer aus.)

Ich hab nie gelernt, wie man eine gute Ehe führt.

Du hast gesehen, wie man eine schlechte führt.

Mach das Gegenteil.

Waren deine Eltern glücklich?

Mit mir nicht, nein.

Vater war dreimal verheiratet.

Aber keine Frau schenkte ihm einen Sohn.

Er hoffte stets auf ein Kind, das mehr wert ist.

Aber da war nur ich.

Und jetzt bist du da.

Der neue Herzog.

Hinter dir.

Ja.

Eines Tages bist du Kaiserin.

Neben mir.

Wie großzügig!

Wenn du dafür Zeit findest.

Wir werden viele Kinder haben.

Ja, Österreicher.

Die wir statt Krieg zu führen verheiraten.

Ist die Liebe nicht besser als der Krieg?

(sanfte Musik)

(treibende Musik)

(Möwenschreie)

(Hufklappern)

(Ein Pferd wiehert.)

(Pferd schnaubt.)

(entferntes Wiehern)

(ruhige Musik)

(leises Klimpern und Klappern)

(geheimnisvolle Musik)

(Plätschern)

(ruhige Musik)

(Polheim) Maximilian?

Maximilian!

Der Kaufmann aus Augsburg ist da. Dieser Fugger.

Er sagt, dein Vater schickt ihn.

Johanna?

Johanna!

Er reist ab.

Zurück nach Lille.

Ich wollte das Bett nicht mit ihm teilen.

Es ist das Recht eines Mannes, seine Frau zu züchtigen.

Nicht! Bleib hier!

(ruhige spannungsvolle Musik)

(schweres Atmen)

(schmerzvoller Aufschrei)

(düstere Musik)

(Kampfschreie)

Ich wusste, dass du sie vögelst.

Obwohl sie's nicht und nicht zugegeben hat.

(Aufschrei)

(Er ringt nach Luft.)

(Polheim hustet.)

Wollt Ihr wirklich gegen Euren Herzog kämpfen?

Erhebt nicht noch einmal die Hand gegen mich.

Ihr Österreich nehmt euch wohl mit Vorliebe das,

was euch nicht zusteht.

(unheilvolle Musik)

Gut gemacht. Wir haben ja so wenige Feinde.

(düstere Musik)

(entferntes Wiehern)

Er muss sich vorsehen.

Dein Mann hat schon viele getötet.

(entferntes Wiehern, Klappern von Eisen)

Das muss aufhören zwischen euch.

(entferntes Hufklappern)

(unheilvolle Musik)

(Hufklappern)

Die Franzosen haben die burgundischen Kernlande eingenommen.

Auch die Picardie, das Artois und den Hennegau.

Akzisen und Zölle sind stark rückläufig.

Ihr solltet Eure Bevölkerung zu mehr Disziplin aufrufen, Hoheit.

Was will er? - Geld. Wie immer.

Der Kaiser schuldet mir viel.

Ich bin ermächtigt, meine Außenstände hier einzutreiben, bei Euch.

Ich soll seine Schulden zahlen? - Er hofft es. Und ich auch.

Und dann? Macht er dann neue Schulden?

Die Ungarn haben Österreich angegriffen.

Wir müssen den Krieg finanzieren. - Wir?

Sein Sohn.

Ihr und ich.

Es ist ernst.

Euer Vater ist unersättlich. - Ich weiß!

(entferntes Wiehern)

Was kosten 10.000 Söldner?

Drei Regimenter,

35.000 pro Regiment,

105.000 Gulden im Monat.

Mit der gesamten Ausrüstung.

Und wenn ICH für die Ausrüstung sorge?

Die Hälfte.

Streckt es mir vor.

Das und viel mehr. Alles, was ihr mir geben könnt.

Für den Krieg gegen Frankreich, nicht Ungarn.

Euer Vater schuldet mir Geld.

Nun wollt Ihr auch Schulden machen? Nicht ohne Sicherheiten.

Haben wir Sicherheiten?

Mehr als genug. - Ja? Welche?

Unsere Ländereien.

Und die Einnahmen aus dem Tuchhandel.

Und wenn Ihr verliert?

Dann gehören meine Sicherheiten Frankreich. Zu unsicher.

Ich verpfände Euch ganz Österreich.

Die Silberminen...

...und, wenn es sein muss, die Ernte.

Der Kaiser wird das nicht zulassen.

Ja...

Der Vertrag gilt erst, wenn ich Kaiser bin.

Aber ich brauche das Geld jetzt.

Ein Vorschuss auf die Zukunft - Eure und meine.

Entscheidet euch rasch.

Sonst such ich einen anderen.

10.000 Mann ohne Ausrüstung. Zwei Monate.

Für Obligationen an Euren Bergwerken.

(entferntes Vogelgezwitscher)

Gratuliere. Ganz Österreich gehört bald Euch.

Die pünktliche Tilgung der Raten reicht mir vollauf.

Also:

Setzen wir einen Vertrag auf?

Und dein Vater?

Muss sehen, wie er zurechtkommt.

Das wird er aber nicht!

Er stirbt oder verliert die Krone.

Und du dein Recht, sie je zu tragen.

Vielleicht hast du es vergessen.

Ich habe den künftigen Kaiser geheiratet.

Ich werde sehen, was ich tun kann.

Wohin gehst du?

Geld eintreiben.

Und eine Rechnung begleichen.

(düster pulsierende Musik)

Ich brauch dich.

Nimm ein paar Männer mit.

Hey. Ihr beide. Kommt!

(metallisches Klappern, düstere Musik)

Und?

Wie ist er?

Erstaunlich zielstrebig.

Politisch und finanziell.

Im meine im Bett.

Alle platzen vor Neugier.

Wieso interessiert sich der Hofstaat nicht für Wichtigeres?

Das ist wichtig.

Sonst kommen Gerüchte auf.

Dass er seine Pflicht nicht ordentlich erfüllt.

Mir fehlt der Vergleich.

Ich hab nur Erzählungen.

Danach hätt ich es schlechter treffen können.

Aber auch besser?

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Und der Krieg gegen König Ludwig? Ist er dem gewachsen?

Dein Vater war ein großer Ritter. Viel besser als er.

Zwei Witwen würden den Hof überfordern.

Er wird siegen.

Er wird leben.

Du liebst ihn bereits.

(unheilvolle Musik)

(Kirchenglocken)

(entferntes Bellen)

Wer will...

Seid Ihr Jan Coppenhole? - Und wer seid Ihr?

Ich bin Maximilian. Dein Herzog.

Das glaub ich kaum.

Die Generalstaaten bestimmen, wen Maria von Burgund zum Mann nimmt.

Das ist das Große Privileg, das sie unterzeichnet hat.

Unter Zwang entstandene Verträge sind nicht gültig.

Wie Eure Ehe?

Bist du wirklich so mutig?

Oder nur dumm?

(unwilliger Laut)

Ich muss mit euch wohl in eurer Sprache sprechen.

Damit ihr mich versteht.

Ich werde euch Geld geben.

Ich verfüge, dass 15.000 Männer mit Kleidung,

guten Schuhen und Mänteln ausgestattet werden.

Alles für den Krieg Nötige soll hier gefertigt werden.

10.000 Mann bezahle ich,

5.000 ihr.

Aus eigener Tasche.

Zu euren eigenen Gunsten.

Weil ich euch sonst zur Rechenschaft ziehen werde.

Für die feigen Morde an Monsieur Hugonet und Guy de Brimeu.

Ihr Bürger werdet Arbeit haben, und Brot.

Durch mich, euren guten Herren.

Es weht ein neuer Wind in Burgund.

Ihr könnt wählen, ob er warm ist...

.. oder schneidend kalt.

(Boden knarrt.)

(ruhige Musik)

Will er jetzt auch noch die Gerichtsbarkeit ausüben?

Das darf er nicht.

Das Große Privileg untersagt es. - Das schert ihn offenbar wenig.

Wir werden sehen.

(Kirchenglocken, Wiehern)

Ihr habt gut daran getan, zu mir zu kommen.

(Türe quietscht.)

Fällt dir ein, wer dabei war, gehst du vielleicht in einem Stück drauf.

Wenigstens weiß ich, wofür.

Geld? - Geld?!

Geld hab ich genug, aber keine Luft zum Atmen.

Weißt du, was Freiheit ist, du Kettenhund?

Ich kann deinen Maulkorb sehen.

Wenigstens stecke ich nicht im Zwinger.

(Schritte entfernen sich.)

(düstere Musik)

(Wiehern)

(dramatische Musik)

(Wiehern, Schnauben)

(Pferd schnaubt.)

(entfernter Adlerruf)

(ruhige Musik)

Wo ist euer Hauptmann?

(Klappern von Eisen)

Wie viele Männer könnt Ihr anbieten?

Ich hab 3000. Der 1000 und der 50.

Wie hoch ist der Preis?

Hauptleute, Quartiermeister und Feldscher 60.

Ein Fähnrich 30.

Weibel, Trommler und Pfeifer sieben.

Die Hälfte ist zu viel.

Angebot und Nachfrage. Der Markt ist leer. Die Franzosen kaufen alles.

Ich werd sie mit meinen Bauern bekämpfen.

Bauern können nicht kämpfen.

Du rekrutierst und bildest sie aus.

Einige Tausend. Von der Pike auf. - Das dauert.

So schwer ist das nicht.

Regnet es Pfeile und Kugeln,

ist es schon schwer, sich nicht anzuscheißen.

Ich nehme 100 deiner Kämpfer. Sofort.

Reicht das?

Fürs Erste.

Du reitest mit ihnen. Heute noch.

Wohin? - Heim. Der Kaiser braucht dich.

Matthias Corvinus ist in Österreich eingefallen.

Mit 100 guten Männern kannst du die Burg halten.

Und die Dreckskerle sollen blutige Köpfe kriegen.

Was die anderen angeht:

Ich denke über den Preis nach und mache ein Angebot.

Beeilt Euch. Jeden Tag wird's teurer.

Sorge dich nicht um mich.

Geh und such dir die Besten aus.

(metallische Schläge)

Söldner und Bauern also gegen Frankreichs Ritter?

Ich muss nehmen, was da ist. Burgund schützen.

Und meine Familie.

(metallische Schläge im Hintergrund)

Ich werde Vater.

Du weißt es.

Du auch? - Johanna hat... Frau von Hallewyn.

Woher weißt du es?

Ich kann rechnen.

Sie hatte keine Menses.

Ich hab Angst.

Sie auch.

Deswegen sagte sie nichts. Um dich nicht zu beunruhigen.

Gott wird dir beistehen in den Gefahren der Niederkunft.

(Pferd brummt und wiehert leise.)

(Pferd wiehert.)

Ich liebe sie.

Sehr.

(Kirchenglocken)

(Vogelruf)

(treibende Musik)

(entferntes Wiehern)

Olivier le Daim - Franchois Coppenhole.

Wo ist Euer Bruder?

Der neue Herzog hat ihn ins Verlies geworfen.

Und rüstet sich für den Krieg gegen Frankreich.

Mit welchem Geld?

Seinem. Unserem. Er zwingt uns dazu.

Dann tut was dagegen! - Wie denn?!

Hetzt die Bürger gegen ihn auf.

Die Handwerker haben durch ihn Arbeit.

Einige Ratsherren machen gute Geschäfte mit ihm.

Er versucht, euch zu spalten.

Ohne Jan Coppenhole seid ihr offenbar schwach.

Wir brauchen ihn also wieder.

Vielleicht gibt es eine Gelegenheit.

Die Waagschale der Justitia kippt rasch.

Je nachdem, was man hineinlegt.

Ich erklär es Euch bei einem Glas Wein. Kommt.

(düstere Musik)

Wann wirst du es ihm sagen?

Deine Kammerfrau sagt, du leidest unter Übelkeit.

Ich will mir erst ganz sicher sein.

Freust du dich nicht?

Erst, wenn das Kind auf der Welt ist.

Und wenn es atmet.

Und wenn es ein Knabe ist.

Wenn es ein Mädchen ist? - Burgund braucht einen Thronfolger,

in dessen Adern das Blut unseres Hauses fließt.

Ein Mädchen ist da ohne jeden Wert.

Glaubst du, mir gefällt das?

Hoheit.

Johanna von Hallewyn:

Ihr wurdet angeklagt und kommt in Gewahrsam.

Was soll das? - Es tut mir leid.

Ihr Mann hat das Gericht der Generalstaaten angerufen.

Auch der Bischof befürwortet einen Prozess.

Wache, bringt sie weg!

(unheilvolle Musik)

(entfernter Knall)

(Krachen)

(entferntes Krachen)

(düstere Musik)

(dumpfer Knall)

(dumpfer Knall)

(Schritte nähern sich.)

Hoheit...

Irre ich mich, oder schießen immer nur die anderen?

Es ist Nacht.

Na und?

Eine Burg trifft man im Finsteren leichter als einzelne Leute.

Und wir haben zu wenig Kugeln für die Doppelhaken.

Dann warten wir einfach ab.

Solange die Mauern halten?

Mein Sohn überlässt mich also meinem Schicksal

und meinem treuen Fechtmeister.

Schön.

Mein Grabmal wird im Stephansdom sein.

Die Seiten werden klagende Mönche bilden.

Und Bildnisse meiner guten Werke.

(dumpfer Knall)

Hol Kunigunde.

(melancholische Musik)

(entfernter Knall)

(Krachen, Steine bröckeln.)

(Schritte nähern sich.)

Hoheit? Der Kaiser verlangt nach Euch.

(entfernter Knall)

(entfernter Knall)

(Türe schließt.)

(melancholische Musik)

(entfernter Knall)

Dein Bruder will auf eigenen Beinen stehen.

Er bezahlt meine Schulden nicht.

Bring ihn zur Vernunft.

Lass ihm eine Botschaft zukommen, dass...

...du Todesängste leidest und er dich vor den Ungarn retten soll.

Dich liebt er.

Wieso sollte ich das tun?

Ihr wollt mich doch wieder verheiraten.

Du willst auch auf eigenen Beinen stehen.

Sie sind ziemlich schwach.

Ja. Wie Eure. Ich schreib ihm sicher nicht.

(melancholische Musik)

Wir sitzen hier zu Gericht

über die Verfehlung der Johanna von Hallewyn.

Der geschädigte Ehemann möge sprechen.

Gott ist Zeuge, dass ich stets ein guter Gatte war.

Auch wenn ihr Verhalten in mir die gelbe Galle hochsteigen ließ,

habe ich sie nie über das eheliche Maß hinaus gezüchtigt.

Voller Vertrauen gab ich sie in Eure Dienste, Hoheit.

Und wie dankt sie es?

Indem sie diesem Herren willfährig ist.

Der ganze Hof weiß, dass sie mir Hörner aufsetzt.

Und mich und mein Haus entehrt.

Ihr wollt eine Entschädigung?

Glaubt Ihr, man kann das durch Geld aufwiegen?

Diese Frau schwor mir vor Gott ewige Treue.

Er hat recht.

Die Ehe ist heilig.

Was wollt Ihr dann? - Gerechtigkeit.

Sie soll nach dem Gesetz bestraft werden.

Und was sieht das vor?

Das Abschneiden der Nase.

Als Zeichen ewiger Schande. Und als Mahnung an andere.

(leise) Was?

Was für ein Gesetz ist das?

Unseres.

Die peinliche Gerichtsbarkeit ist nicht für den Ehebruch gedacht.

Das Gesetz ist alt.

Es wurde seit vielen Jahren nicht angewendet.

(de Clugny) Zucht und Ordnung sind wichtig.

Der Wollust des Weibes muss Einhalt geboten werden.

Ich muss Recht sprechen.

Aber das kannst du nicht! Das ist völlig unmöglich!

Sie trifft keine Schuld.

Ich habe sie verführt. - Verführt?

Zur Verführung gehören zwei.

Einer, der verführt,

und Eine, die sich verführen lässt.

Ich habe sie gezwungen.

(von Hallewyn) Dann war es Notzucht!

(de Clugny) Seid Ihr sicher?

Ja.

Ihr kennt die Strafe dafür?

Den Tod!

Ich bin kein Bürger dieses Landes. Dieses Gericht ist nicht zuständig.

Und wer ist dann zuständig?

Ich. Sein Herr.

Als mein persönlicher Gefolgsmann

unterliegt er meiner Blutgerichtsbarkeit.

Ein Urteil wird allen zur Kenntnis gebracht werden.

Morgen.

Komm.

(düstere Musik)

(leise) Bist du völlig wahnsinnig?

(bedrückende Musik)

(von Hallewyn) Ist sie frei?

(melancholische Musik)

Notzucht...

Dieser Idiot von Polheim!

Ich stech ihn ab. - Wen?

Von Hallewyn. Soll er ersaufen in seinem Blut.

Und was dann?

Das war's. Wo kein Kläger, da kein Richter.

Was redest du da?

Was soll ich denn tun?

Triff eine kluge Entscheidung. - Es gibt nur eine.

Polheim kann widerrufen.

Das wird er nicht - nicht bei dem, was ihr droht!

(Schritte nähern sich.)

Ein Franzose möchte Euch sprechen.

Hoheiten.

Monsieur de Commynes.

Er war früher Berater meines Vaters. Er hat die Seiten gewechselt.

Was wollt Ihr? - Verhandeln.

Herr von Hallewyn würde seine Klage fallen lassen.

Wie bitte? - Unter gewissen Voraussetzungen.

Wenn Ihr Jan Coppenhole freilasst.

Warum?

Frankreich ist ihm verbunden.

Der König vergisst seine Freunde nicht.

Ist das ein Geständnis?

Frankreich wollte den Herzog ermorden?

Nein. Habt ihr die Gefangenen nicht peinlich befragt?

Doch. Peinlicherweise fiel Euer Name.

Das ist ein Lüge.

Vielleicht sollten wir das aufklären.

Ich gehe davon aus, dass ich Immunität genieße.

Frankreich möchte nur Jan Coppenhole.

Das könnte ein erster Schritt zum Frieden sein.

Es ist ein Angebot.

Immerhin. - Es ist eine Falle!

Coppenhole ist der Kopf der Bürger.

Er bringt sie dazu, sich gegen uns zu stellen.

Er würde einen Bürgerkrieg anzetteln.

Frankreich würde genüsslich zusehen.

(nachdenkliche Musik)

Ich darf Polheim nicht verschonen.

Es ist eine Prüfung Gottes.

Nein.

Es ist meine Prüfung.

Ob ich herrschen kann.

Und will.

(melancholische Musik)

(Sie seufzt.)

Es wird ein Knabe.

(erfreut) Woher willst du das wissen?

(Bett knarrt leise.)

Man sagt, dass Mädchen...

...der Mutter die Schönheit stehlen.

Und Buben ihr Schönheit geben.

Dein Bauch ist rund.

Nicht hoch und spitz.

Das sind untrügliche Vorzeichen.

Dein rechter Busen ist praller als der linke.

Du isst nur Salziges.

Und dein Urin ist leuchtend gelb.

Was?

Er ist wie Honig.

Ich sehe in deinen Nachttopf, jeden Morgen.

Du lügst doch.

So viele Kinder sterben,

bevor die Seele dem Körper eingegossen wurde.

Mütter hauchen ihre Leben im Kindbett aus.

Deswegen wagt es keiner, der Vater wird,

zu hoffen, dass doch alles gut wird.

Ich liebe euch.

(sanfte Musik)

Beide.

(bedrohliche Musik)

Maximilian, Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund.

(unheilvolle, treibende Musik)

Wolf von Polheim.

Ich, Maximilian, dein Herr...

...verurteile dich zum Tode.

Aber: Wir befinden uns im Krieg.

Deswegen verfüge ich, dass du dem Verlorenen Haufen angehörst.

Du sollst vor allen anderen die Franzosen angreifen.

Mit nichts als dem Schwert in der Hand

und dem Mut der Verzweiflung.

Mögest du viele erschlagen, bevor du dein sicheres Ende findest.

Ein weises Urteil.

Johanna von Hallewyn.

Ich verstoße dich von meinem Hof

und gebe dich in die Obhut deines Mannes.

Nein! Das kannst du nicht tun! - Doch!

Schafft ihn raus.

(bedrückende Musik)

Als Euer Herzog stehe ich für die Strenge, die es braucht,

und für das richtige Maß.

Weitere Urteile...

...werden heute noch folgen.

(spannungsvolle Musik)

(dramatische Musik)

(treibende Musik)

(Klingen des Schwerts, Musik wird ruhig.)

(gefühlvolle Musik)

Sie haben sein Vermögen eingezogen. Er wird verbannt.

Viele denken, er war mit meinem Bruder gnädig.

Gnädiger als mit seinem Kämmerer.

Er rekrutiert Bauern, die wir ausrüsten müssen.

Wer bestellt die Felder?

Sie haben keine mehr.

Euretwegen.

(de Commynes) Das werde ich ändern.

Sagt ihnen, sie können zurückkehren.

König Ludwig heißt sie willkommen und verspricht Schutz.

Er wird in diesem Jahr keine Abgaben verlangen.

In allen eroberten Gebieten.

Wir machen auch seinen Söldnern ein Angebot.

Bald steht er wieder allein da. - Ja.

So gerecht kann er gar nicht sein. Der Krieg wird ihn noch viel kosten.

(Tropfen)

(Er seufzt, Schritte nähern sich.)

(bedrückende Musik)

(Pferd schnaubt.)

(sanfte Musik)

(Jeanne) Vater.

Ich fahre nun zu meinem Gemahl.

(Stuhl knarrt.)

Mein Großvater war verrückt.

Er dachte, er sei zerbrechlich wie Glas.

Mein Vater hingegen war normal, leider.

Er hat gefressen, gesoffen und gehurt.

Während ein Bauernmädchen für ihn den Krieg gewann.

Jeanne d'Arc.

Der Herzog von Burgund verkaufte sie später.

An die Engländer.

Ich habe dich Jeanne genannt, nach ihr.

(Stuhl knarrt.)

Wenn dein Bruder zu schwach ist und deine Schwester zu ehrgeizig,

dann wirst du Königin.

Irgendwann.

(Stuhl knarrt.)

Als ich deinen Vater heiraten musste, war ich zehn.

Später begriff ich, dass uns nur die Ehe Macht verleiht.

Danke deinem Vater, dass er dich einem Mächtigen zur Frau gibt.

Selbst, wenn dein Cousin ein Scheusal ist.

(Stuhl knarrt.)

(Sie atmet tief aus.)

Schade, dass du kein Mann bist.

Ich weiß, was in deinem Kopf vorgeht.

Bei deinem Bruder bin ich nicht sicher.

Wenn ich nicht mehr bin, wirst du regieren.

Bis er alt genug ist.

(bedrückende Musik)

Wenn wir ihre Bauern mit Kanonen und Pfeilen angreifen

und dann erst mit den Rittern, ist die Schlacht zu Mittag entschieden.

De Commynes ließ uns eine Botschaft zukommen.

Wir sollen unser Heer noch nicht in Marsch setzen.

Wieso?

Damit Maximilian das Geld ausgeht.

Mit jeder Woche ohne Krieg steigen seine Ausgaben.

Und irgendwann - pf! -...

.. sind seine Söldner wieder weg - Staubwolken am Horizont.

Dann marschieren wir los.

Direkt nach Gent.

Aber wir müssen kämpfen!

Ich will mich mit ihm messen, in offener Schlacht.

Krieg ist was für Idioten. - Dann bin ich ein Idiot?

Maria von Burgund soll merken, dass er der Falsche ist.

Aber ja... Ja, das wird sie so oder so.

(spannungsvolle Musik, Möwen)

Die Bürger richten sich nach dem Wind.

Sie denken, dass Frankreich bald einmarschiert

und zahlen keine Steuern mehr. - Zieht sie zur Rechenschaft.

Ein Prozess gegen jeden dauert zu lange.

Noch dazu vor ihren eigenen Gerichten.

Ihr müsst mit König Ludwig verhandeln.

Über den Frieden. Selbst, wenn Ihr ihm den Lehenseid schwören müsst.

Mein Vater hat auch nie aufgegeben.

Aber er wusste, wie man Krieg führt.

Ach, wirklich?

Wie denn? - Hohe Steuern verlangen.

Und jeden töten, der sich weigert. - Wer nichts hat, kann nicht zahlen.

Dann lässt man sie in Blut zahlen, auf dem Schlachtfeld!

Je höher die Steuern, desto größer das Heer.

Hast du etwa Angst?

Nur Maximilian steht zwischen dir und den Franzosen.

Denkst du, sie vergeben der Schwester des englischen Königs?

Nach 100 Jahren Krieg?

Der Witwe ihres Todfeindes, Karls des Kühnen?

Ich weiß, dass du Vater vermisst.

Aber lass es nicht an meinem Mann aus.

Unsere Situation ist schwierig genug.

(Klimpern der Schlüssel)

(Wind pfeift leise.)

Das ist mein Testament.

Es war mein Wille, nicht von ihr zu lassen.

Obwohl die Liebe einem wenig eigenen Willen lässt.

(Wind pfeift leise.)

Sie greifen uns an.

Tag und Nacht.

Aus dem Hinterhalt, mit wenigen.

Verbrennen die Felder, plündern die Dörfer.

Die Franzosen weichen dir aus?

Seit Wochen.

Dann musst du selbst eingreifen. - Womit?

Die Söldner und meine Bauern sind weg.

Gegangen, um zu ernten, was die Franzosen übrigließen.

Ich kann nichts tun. Nur warten, bis mein Kind kommt.

(Wind pfeift leise.)

Ich sorge dafür, dass deine Familie es bekommt.

(nachdenkliche Musik)

(Schritte nähern sich.)

(Wind pfeift leise.)

Vielleicht verändere ich die Welt doch nicht.

Meine hast du schon verändert.

Wer sich sehr hoch hinaus wagt, läuft Gefahr, tief zu fallen.

Glaubst du, das was mir nicht klar?

Deshalb ist Epikur für das bescheidene Leben.

(nachdenkliche Musik)

(Hufklappern)

(Pferd wiehert und schnaubt.)

Die Ungarn haben die Belagerung der Wiener Burg aufgegeben.

Hoheit.

Herr von Werdenberg.

Ich habe 1000 Mann mitgebracht.

Tiroler, die sich uns anschließen. Sie warten vor der Stadt.

(ruhige spannungsvolle Musik)

Das Kind liegt richtig, Majestät.

(Musik wird düster.)

Sie erhält jetzt die Eucharistie. Die Beichte hat sie schon abgelegt.

(Sie seufzt.)

Ich habe nie Kinder geboren.

Ich bin völlig unnütz.

Wenn du willst, geh ich in ein Kloster.

Glaubst du, man ist nur etwas wert,

wenn man denselben Weg wie alle geht?

(Sie schnieft leise.)

Warst du nicht bereit für Kinder?

Es war mein allergrößter Wunsch.

(Sie schluchzt leise.)

Meine Frau braucht dich.

Und ich auch.

Die Erstgeborenen kommen immer langsam.

(ruhige Musik)

(sanfter Gesang einer Frau)

(entfernte Schritte)

(Musik wird bedrohlich.)

(sanfter Gesang einer Frau)

(gefühlvolle Musik)

(Baby quengelt leise.)

(Kirchenglocken)

(Kirchenglocken werden lauter.)

Es muss aussehen, als hätte einer seiner Untertanen es getan.

Wir haben lange genug gewartet.

Sorgt für den passenden Rahmen.

Überlasst mir den Rest.

Für den Rahmen sorgt der große Rat.

Aber der Maler seid Ihr.

Nehmt die Farbe Rot.

Wie immer.

Wir werden anders sein...

...als unsere Eltern.

Und wie?

Voller Liebe.

Für unseren Philipp.

Was? - Wir taufen ihn Philipp.

Das hast beschlossen, einfach so?

Ich hatte zwischen den Wehen einen Traum.

Von meinem Großvater.

Philipp dem Guten.

Wir nennen ihn nach meinem Großvater.

Ernst?!

Ernst der Eiserne?

(Baby gluckst und quengelt leise.)

Er soll stark werden wie meine Großmutter.

Cimburgis von Masowien.

Sie zog Nägel aus der Wand, mit der bloßen Hand.

(Schritte nähern sich.)

Hoheit.

Eine Abordnung der Ratsherren möchte Euch sprechen.

Sie behaupten, es sei wichtig. - Was?

Das sagen sie nicht einmal der Herzoginwitwe.

Der Große Rat möchte seine Glückwünsche überbringen.

Zur Geburt.

Aber es gibt Gerüchte im Volk.

Was für Gerüchte?

Dass die Herzogin ein Mädchen gebar und es keinen Thronfolger gibt.

Gott hat mir einen Sohn geschenkt.

Burgund hat einen Thronfolger.

Glaubst du deinem Herzog etwa nicht?

Natürlich.

Aber das Volk braucht Gewissheit.

Es möchte gerne feiern.

Aber danach ist keinem zumute. Leider.

Sie sind enttäuscht und wütend.

Und davor warnst ausgerechnet du mich?

Gerüchte breiten sich rasch aus und haben Folgen.

Einige wollen zu den Waffen greifen, gegen Euch.

Wen würdet Ihr dann wohl zur Verantwortung ziehen?

Diese Idioten. Sie malen stets den Teufel an die Wand.

(leise) Ja.

Ich lade das Volk ein.

Was?

Wir feiern die Geburt mit einer Messe.

Sobald die Herzogin das Bett verlassen hat.

Jeder, der kommen will, kann es tun und sehen... mit eigenen Augen.

(Schritte entfernen sich.)

(bedrohliche Musik)

(hoher Chorgesang)

(Musik klingt aus.)

Philipp...

Ich taufe dich im Namen des Vaters,...

...des Sohnes...

(Baby quengelt leise.)

...und des Heiligen Geistes.

Gott gebe dir ein langes und erfülltes Leben.

Du wirst die Hilfe erfahren, auf die du wartest.

Amen.

(alle) Amen.

Wer hat euch erzählt, ich hätte einer Tochter das Leben geschenkt?

Ist das ein Mädchen?!

Oder ist das ein Thronfolger?

Euer Thronfolger...

Mein Sohn.

Herzog Philipp!

Lang lebe Philipp!

(Baby gluckst.)

(Frau) Lang lebe Philipp!

(Menge) Lang lebe Philipp!

Lang lebe Philipp!

Lang lebe Philipp!

Lang lebe Philipp!

Lang lebe Philipp!

(hoher Chorgesang)

(Klirren, erschrockener Laut)

(dramatische Musik)

(Herzschlag)

(entferntes Quengeln)

(dramatische Musik)

(Herzschlag)

(Musik klingt aus.)

(ruhige Musik)

(melancholische Musik)

(düstere Musik)

(Musik wird heller.)

Ich bin fast gestorben vor Angst um dich.

Deine Rippen haben das Messer abgehalten.

Das hat dich gerettet.

Und der Mann?

Rudolfer hat ihn gesucht, aber...

Denk nicht mehr daran.

(ruhige Musik)

Ruh dich aus.

Du musst deine Kräfte schonen.

(Wiehern)

(düstere Musik)

Es wäre besser gewesen, wieder Barbier zu werden.

Und Därme auszuspülen!

Wahrscheinlich schon.

Das ist die Zukunft. Der Buchdruck.

Und?

Maximilian?

Hm?

Er lebt, Majestät.

Eure Majestät, ich...

...fürchte, dass wir um eine Schlacht nicht herumkommen.

Man sagte mir, dass viele in Burgund über eure Tat empört sind.

Leute sind gekommen, um gegen uns zu kämpfen.

Auch seine Bauern sind zurück.

Weil die Erntezeit vorbei ist... - Nein.

...und... und sie Geld brauchen. - Nein.

Weil sie ihn lieben.

Die Leute lieben die Opfer...

...und hassen die Täter.

Ihr Idioten...

Wir...

(Knall)

(Er brabbelt Unverständliches.)

Ein Schlagfluss.

Nein!

Kein Untertan darf den König berühren!

Holt die Königin.

(leise gequälte Laute)

(Er schnappt nach Luft und ächzt.)

Gerade waren wir es, die einen Atemzug vom Galgen entfernt waren.

Zwischen den Toten und Lebenden...

...liegt ein schmaler Grat.

(düstere Musik)

Wie geht es Vater? - Schlecht.

(nachdenkliche Musik)

(treibende Musik)

(düstere Musik)

Frankreich hat sein Heer in Marsch gesetzt.

Sie ziehen auf die Picardie zu, mit 10.000 Männern.

Es sind Ritter. Und kampferprobte Männer.

Sind wir bereit?

Wir sind zu wenige.

Wir haben nur ein paar Tausend.

Viele ohne jede Erfahrung.

Kaum Pferde.

(ruhige Musik)

Das war nicht meine Frage.

Ja, Herr.

Wir sind bereit.

(treibende Musik)

(leises Wiehern)

Es heißt, Ihr wurdet verletzt.

Wir bedauern das.

Das war nicht unser Wille.

(Wiehern)

Ihr wollt also mit Bauern kämpfen?

Gegen französische Ritter?

Eure Ritter sterben so gut wie meine Männer.

Wir bieten Euch an, die Waffen zu strecken.

Wir bieten EUCH an, die Waffen zu strecken.

Das habe ich erwartet.

A outrance.

(treibende Musik)

(leises Wiehern)

(Ein Pferd schnaubt.)

Ich geh zu meinem verlorenen Haufen. - Bleib!

Wir sind alle ein verlorener Haufen.

Ich kämpfe neben dir.

Ihr solltet Euch zurückziehen. Ihr seid noch zu geschwächt.

Zurückziehen?

Wohin?

Es gibt kein Zurück mehr.

(entferntes Wiehern)

Burgunder!

Ihr Deutschen und ihr Tiroler!

Seht mich an.

Ich bin einer von euch. Ein Mann, der zu Fuß kämpft.

Gegen Frankreich, die mein Land haben wollen - euer Land!

Aber wir drehen den Spieß um und hauen sie in Stücke.

Wir werden all diese Ritter vom hohen Ross runterholen!

(Jubel, Kampfschreie)

Ich, Maximilian,

zahle jedem, der mehr Männer tötet als ich, fünf Goldstücke!

(Jubel, Kampfschreie)

Macht euch bereit.

Versucht euer Glück,

denn ich werde viele in Stücke hauen.

(Jubel, Kampfschreie)

(dramatische Paukenschläge)

(Wind pfeift leise.)

Riechst du das?

Herbstluft.

Besser als alles, was ich je gerochen habe.

Besser als der Scheißeimer im Kerker.

(Er lacht kurz auf.)

(dramatische Paukenschläge)

(Wind pfeift leise.)

(Musik wird schneller und eindringlicher.)

Piken!

(treibende Musik)

Ich war schon einmal hier.

Im Traum.

(Wind pfeift.)

(treibende Musik)

Jetzt!

(ruhige Musik)

(stumm)

(ruhige Musik)

(nachdenkliche Musik)

(düstere, melancholische Musik)

(ruhige Musik)

(ruhige Musik)

(Pferd schnaubt.)

(gefühlvolle Musik)

(Vogelgezwitscher)

Burgund hat gesiegt.

Die Franzosen hatten sehr große Verluste.

Der Dauphin ist geflohen.

(Stöhnen, schweres Atmen)

(flüstert) Ich bin wieder schwanger.

(flüstert) Ich weiß.

Du zählst die Tage?

So schwer ist das nicht.

(geräuschvolles Atmen)

Was denkst du?

Dass ich glücklich bin.

Das bin ich auch.

Solange ich atme.

(sanftes Kussgeräusch)

(ruhige, heitere Musik)

(Glöckchen klingt.)

(ruhige, hoffnungsvolle Musik)

Komm.

(Pferd wiehert.)

(idyllische Musik)

(Pferd wiehert leise.)

(Pferd wiehert leise.)

(rhythmisches Schnauben)

(idyllische Musik)

Ah!

(Musik klingt abrupt ab.)

(unheilvolle Musik)

(bedrückende Musik)

(melancholische Musik)

(Sie atmet geräuschvoll.)

Das Leben ist nicht unser eigen.

Wir bekommen es bloß geliehen.

(ruhige Musik)

Was soll ich nur tun ohne dich?

Lebe noch ein wenig.

Und dann kommst du mir nach.

(angestrengtes Atmen)

(melancholische Musik)

(Er schnieft leise.)

(leises Schluchzen)

(geistlicher Chorgesang)

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