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(gleichmäßiges Piepen)
(angespannte Klänge)
(Keuchen)
(Piepen wird schneller.)
(schweres Atmen)
Hey, beruhig dich.
Hey, du hast geträumt.
(angespannte Klänge)
Scheiße! Scheiße!
Scheiße!
Hey, was hast du?
Hey, hey, hey!
(Husten, Würgen)
Ich hab's.
Was? Ich hab den scheiß Dovebug.
Nein! Nein! Das weißt du nicht!
Du bist einfach schwanger. Meine Augen sind rot.
Meine Augen sind auch rot. Wir sollten nachts mehr schlafen.
Es ist normal, Angst zu haben.
Das ist 'ne schreckliche Sache.
Wir sollten Ruhe bewahren und abwarten.
Du kriegst heute die Testergebnisse und dann sehen wir weiter.
Wenn ich krank bin, hab ich dich angesteckt.
Wenn du krank bist, will ich's eh auch sein.
Du laberst Scheiße.
Das ist eine meiner besten Eigenschaften.
Scheiße, ich muss los!
(bedrohliche Klänge)
Evelin Kern Richard Kern
Nikolai Wagner
Mikkel Schwarting
(unruhige Musik)
(Er murmelt vor sich hin.)
Oles Beerdigung ...
Wir gehen hin, oder? - Ja, natürlich.
Die Beerdigung darf auf keinen Fall stattfinden.
Was?
Lassen Sie ein Versammlungsverbot aussprechen. Sprechen Sie es aus.
Die Leute wollen trauern!
Sie werden noch viel mehr trauern, wenn Sie nicht handeln.
Sprechen Sie es aus. Sie haben alle Befugnisse.
Wenn es so gefährlich sein soll, dann sagen Sie es den Leuten!
Sagen Sie nicht, das hat mit Ihrer Wiederwahl zu tun.
Vor zwei Tagen sollte ich die Leute noch beruhigen!
Das hab ich getan. Und jetzt dürfen dieselben Leute nicht zum Friedhof?
Die Lage hat sich verändert. Das ist der Ernstfall.
Und wo sind die Kompetenten, die statt Ihnen hier sein müssten?
Die sind im Rest des Landes eingesetzt!
Wir haben Herde in Frankfurt, in Lübeck, Paderborn, am Bodensee.
Die Kanzlerin hat einen Krisenstab eingerichtet.
Der Bund übernimmt. Ab jetzt wird alles von Berlin aus koordiniert.
Das heißt, Sie haben gar keine Befugnisse mehr?
(unruhige Musik)
So nicht. Ich will einen Sarg.
(Bachmann) Sagen Sie die Beerdigung ab!
Alle sollen daheim bleiben, bis die Lage kontrolliert ist.
Ich berede das mit Mikkel.
(Handy vibriert.)
(Haustür öffnet und schließt.)
Ich ... Ich hab's nicht.
Die haben mich untersucht. Ich hab's nicht.
Ich auch nicht.
Papa, es tut mir leid. Still!
(angespannte Klänge)
Lüg mich nie wieder an. Natürlich.
Du hast mich zum Deppen gemacht!
Du hättest tot sein können!
Du hättest alle anstecken können! (Herm wimmert.)
Du hättest mich anstecken können!
Du hättest tot sein können!
Mach dich fertig.
In zwei Stunden ist die Beerdigung deines Klassenkameraden.
Ich will nicht. Wir gehen dahin.
Damit du siehst, wie so was aussieht.
(Radio) Hier auf der Insel fragen sich nach dem Tod eines Schülers
viele besorgte Eltern, warum die Schulen noch geöffnet sind.
Lucia Bachmann vom Seuchenschutz des Gesundheitsamts entgegnete,
dass die Schulen ohne Konferenzbeschluss
vorerst nur eine Empfehlung aussprechen können.
Die Furcht vor einer Rezession infolge des Virus ...
(Helena) Nein, bisher ist noch niemand abgesprungen.
Bleiben wir aber weiter in den Nachrichten,
gehen die Leute bald von Bord.
(Manfred) Wenigstens sind es nicht mehr nur wir.
Beim Kastell steht alles still.
Die Grambergs zögern plötzlich mit dem Häuschen
und die Pensionsgäste reisen ab - mitten in der Saison.
(Manfred) Brauchst du Geld?
Nein. Danke, Papa.
Hallo, Maus! Ja, fein!
Guten Morgen, Madame. Morgen.
Ist irgendwas? Check mal dein Handy.
Oh. Du kennst die Schulnächte-Regeln.
Ich soll ja erst mal nicht gehen. Genau. Und zu Hause bleiben.
Waren eh nur Leute, die ich eh schon angesteckt hätte.
Oder andersrum. Dein Befund ist da.
Und? Der Virus wurde im Blut gefunden.
Aber die Zahl ist sehr gering.
Dein Immunsystem scheint gut damit klarzukommen.
Also bin ich gesund?
Fast. Bald.
Bin ich ansteckend? Nein.
Weiß Papa es schon?
Ich hab ihm gar nichts gesagt.
Wieso? Er kommt eh morgen.
Da kannst du ihm alles erzählen.
Er weiß nicht mal, dass ich ... Ich wollte ihn nicht beunruhigen.
Ich gehe mal die Jungs holen.
Ich wollte sie eigentlich auch nicht zur Schule lassen.
Und Oles Beerdigung? Wir sollten fernbleiben.
Ich hab kein gutes Gefühl.
Wie fühlen sich erst seine Eltern? Sicher haben sie Verständnis.
Ich gehe auf jeden Fall. Du hast gesagt, ich bin nicht ansteckend.
(Lena) Drei Tage Ruhe und Abgeschiedenheit
mit Laptop im Hotel am Meer - nur unterbrochen von der Lesung?
Ja? Die Lesung gab's nicht,
drei Tage sind inzwischen sechs und auf der Insel grassiert ein Virus!
Baby, was machst du noch da?
Arthur. Meine Hauptfigur.
Ich weiß nicht.
Die Insel, diese Leute hier -
es könnte genau das sein, was ihm fehlt.
Oh, Gott! Bitte keine Provinzromantisierung!
Nein, nein, nein. Keine Romantisierung.
Die Rettung. Für ihn.
Du willst jetzt noch das Ende umschreiben?
Nicht umschreiben.
Wie weit bist du? Fünf Wochen hab ich noch.
Inmitten der Apokalypse.
Die Apokalypse ist inspirierend!
Lass dich von den Insulanern nicht assimilieren.
Tschau. Und werde bloß nicht glücklich.
Keine Sorge. Herein!
Haben Sie, was Sie brauchen?
Absolut. Hören Sie: Ich will Ihnen nicht weiter zur Last fallen.
Es werden immer mehr Zimmer frei. Papperlapapp! Sie bleiben hier.
Wir gehen jetzt auf 'ne Beerdigung.
Deshalb gibt's kein gemeinsames Frühstück.
Aber Sie wissen ja, wo alles ist.
Wer wird denn beerdigt?
(Handy)
Hey, Helena. Na endlich. Wie geht's euch?
(Kampfgeräusche aus dem TV)
Interessiert dich das wirklich?
Was soll das? Natürlich.
Evelin hat das Virus.
Was? Aber der Count ist rückläufig.
Sie wird wieder gesund.
(dumpfe, bedrohliche Klänge)
Warum hast du mir denn nichts davon gesagt?
Ich hab voll oft angerufen! Was hättest du machen sollen?
Alle Biofirmen sind da dran. Wir haben auch einen Auftrag bekommen -
und ich bin dabei. Gratuliere.
Es gibt interessante Fallbeispiele.
Vielleicht kann ich hier mehr tun als von zu Hause.
Dann kommst du morgen nicht? Doch, doch.
Ich hab's den Kindern versprochen. Immer Superdaddy, was?
Verhalten wir uns wie Erwachsene. Immer erwachsen, immer vernünftig.
Nur, dass hier die Scheißwelt untergeht.
Ich fahr morgen direkt nach der Arbeit los.
(Helena legt auf.)
(rastlose Klänge)
Hier, zieh das an.
Ich darf zur Beerdigung?
Wir gehen alle hin.
(Yvonne) Hey, ich hab deine SMS bekommen.
Sorry, dass ich mich nicht gleich gemeldet hab.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was ich dazu sagen soll.
Jedenfalls ... Krass, das mit Ole.
Das kam dann auch irgendwie dazwischen.
Sehen wir uns bei der Beerdigung?
Würde mich freuen.
Ich kann doch Olaf und Ute nicht verbieten, Ole zu beerdigen.
(Bachmann) Aber sollen wir wirklich ein Ausbreitungsrisiko eingehen?
Wieso diskutieren wir dann? Ist das 'n Befehl?
Nein. Warum nicht?
Weil die Leute vom Krisenstab auf dem Weg hierher sind.
Sie kann uns nur beraten - verantwortlich sind wir.
Aber die werden genau das Gleiche anordnen.
Sie haben doch alle prüfen lassen. Natürlich.
Und? Wie viele Infizierte gibt's? Außer dem Toten?
Einen: Fiete Mansur.
Aber das Problem ist: Das Virus ist nahezu unerforscht.
Die ersten Fälle in Südamerika sind noch nicht alt
und man weiß fast nichts über Latenzzeit,
welche Stämme es gibt, wie schnell es mutiert ...
Rolf ... entscheide du.
Die Leute entscheiden selbst. - Die sind doch nicht kompetent!
Jeder weiß, es ist ernst - es ist 'ne Beerdigung!
Sie haben doch diese Gesichtsmasken ausgeben lassen. Nützen die was?
(Bachmann) Sie reduzieren das Risiko.
(Rolf) Dann sollen die Leute sie tragen - und wir klären sie auf.
Fahren wir? Du bleibst hier. Ich fahr alleine.
Was? Nein, ich komme mit. Keine Diskussion!
(angespannte Klänge)
Scheiß Wichser!
(bedrückende Musik)
(Hämmern, Bohren)
Der ist wohl durch. Wird nicht halten.
Ist 'n tragender Balken. Den ersetzen wir.
Was denkst du?
Sicher.
Wir fahren nach dem Mittag in den Ort
und holen zusätzliche Stützbalken. - Ja.
Was hast du?
Was meinen Sie?
Was ist passiert? - Ich hab mich gestoßen.
Bullshit. Du hast dich geprügelt.
Guck mal da oben. Ich reiß diese Scheißbalken ab.
Ich hab mich voll gestoßen.
Devid.
Hier.
Dieses Projekt hier, die "Neue Chance" -
es geht nicht nur um Arbeit und Reizarmut,
sondern auch, nicht in alte Muster zurückzufallen,
sich an Regeln zu halten,
Probleme gewaltfrei zu lösen, Offenheit, Ehrlichkeit.
Waren das Anton und seine Truppe? - Ich hab mich gestoßen.
Oder glaubst du, ich sähe so aus, hätte ich mich geprügelt?
Freja! Trommel alle zusammen!
Du wirst es nie schaffen, wenn du niemandem vertraust.
Kapierst du das?
Etwas Abstand, bitte. Danke.
Etwas Abstand halten, bitte.
(Kirchenglocken)
(Bachmann) Nicht so eng zusammenstehen.
(getragene Musik)
Ich hab welche umgebracht.
Zwei Kumpels und ich waren abgefuckt.
Mein Vater war saufen und meine Mutter ... keine Ahnung.
Wir haben was gezogen und sind zur Autobahnbrücke.
Erst haben wir nur geredet, wo wir hinfahren würden.
Es hat sich hochgeschaukelt.
Zwei hingen von der Brücke, ich wollte einen draufsetzen,
hab 'nen Stein auf 'n Auto fallen lassen.
Devid, du bist 'n kleiner ... - Zum letzten Mal, Anton!
Ich wollte Action. Eine Explosion, oder 'n Crash.
Der Stein ist direkt durch die Windschutzscheibe
und hat 'ne zweifache Mutter erwischt.
Sie war sofort tot.
Die Kids sind dann im Crash gestorben.
Keine Explosion, gar nichts - einfach nur tot.
Ich hab 'ne Familie umgebracht. Das kann ich nicht wiedergutmachen.
Auch nicht, indem ich 'ne Scheune wiederaufbaue.
Das bleibt für immer.
Das bleibt mein ganzes Leben lang.
(Magnus) Eine alte Freundin hat zu mir gesagt:
Wir sind alle Erben unseres früheren Ichs.
Und das stimmt.
Ihr müsst euer Erbe annehmen, das Beste daraus machen,
eurem Leben einen Sinn geben.
Und das könnt nur ihr selbst.
Devid hat drei Leben ausgelöscht.
Vielleicht heißt das, er muss sein Leben jetzt für vier leben.
Hier wird heute ein Kind in eurem Alter beerdigt,
das von so was Sinnlosem wie der Taubengrippe geholt wurde.
Niemand weiß, warum gerade wir weitermachen dürfen.
Aber wir dürfen -
und das ist kostbar.
Und wenn Gott gerecht ist ... - Auf die Lebenden.
... und der Herr ein guter Hirte für den Menschen,
dann muss er wissen, wie verzweifelt wir sind,
wie voll von Schmerz, von Trauer und Enttäuschung.
Pussy.
Und, ja: auch Wut, auch Wut ist dabei.
Dir, Ute, und dir, Olaf, ist das Wichtigste genommen worden:
euer einziger Sohn.
Und weil es uns oft so schwerfällt, an den gerechten Gott zu glauben,
fragen wir: Warum?
Aber wir wollen heute nicht nur den Verlust sehen,
sondern auch das Geschenk -
das Geschenk eines viel zu kurzen,
aber doch ereignisreichen, behüteten Lebens,
das Ole hier im Kreise der ihn liebenden Menschen
auf unserer schönen Insel leben durfte.
Er war ... am Himmel seiner Eltern ihr leuchtender Stern.
Und sehe ich heute in eure Gesichter,
dann weiß ich: Er war für euch ein treuer Freund,
ein aufmerksamer Mitschüler,
ein abenteuerlustiger Gefährte, ein Kumpel.
Und so wollen wir Ole auch in Erinnerung behalten:
als einen jungen Menschen
mit Herzlichkeit, Lebenskraft, Offenheit und Liebe.
Ole Bager - Ruhe in Frieden.
(alle) Ruhe in Frieden.
(getragene Musik)
(Ute) Du hast Ole sehr viel bedeutet.
Danke. Er mir auch.
(Husten)
Alles in Ordnung?
Alles gut.
(Rolf) ... auf dem Laufenden halten, welche Anweisungen eingegangen sind.
Hören Sie mal zu!
Der Fernverkehr wird stark eingeschränkt werden.
Das sind die Anweisungen. Herm?
Herm!
Besucher und Touristen werden die Insel nicht mehr besuchen dürfen.
Alle öffentlichen Einrichtungen werden großflächig desinfiziert.
Das besteht ab sofort. Mama, komm jetzt.
Es besteht Mundschutz- und Handschuhpflicht.
Die gibt's kostenlos im Gemeindeamt oder im Krisenzentrum.
Bitte geht nicht mehr aus dem Haus - nur wenn es absolut nötig ist.
(bedrückende Musik)
Ich gehe kurz auf Toilette, ja?
Ich muss mal kurz. Hältst du den Platz frei?
Hey.
Hey, Yvonne! Hier bist du. - Besetzt.
Was ist denn mit der los?
Also, du bist verliebt in mich?
Ich werde dich damit nicht aufziehen.
Weißt du ... Ich war immer 'n bisschen in Ole verliebt.
Ich kann nicht glauben, dass es ihn nicht mehr geben soll.
Ich hab's Ole nie gesagt.
Ich bin wohl nicht so mutig wie du.
Wie kann man was erreichen, wenn man keinen Mut hat?
Setz deinen Mundschutz auf! Und du solltest nicht hier sein!
Yvonne, komm jetzt.
(bedrohliche Klänge)
Shit!
Ich hatte so Angst, es zu haben. Ich hab noch kein Ergebnis.
Aber dann kann ich entspannt sein.
Wenn ich dich angesteckt hätte ...
Es ist alles so unwirklich.
Ole, du, meine Eltern, schwanger.
Morgen kommt Papa, da gehe ich zu dem Termin.
(Schritte)
(Rolf) Wenigstens ist es für Luis gutgegangen. Freue mich für euch.
Dank dem Herrn, ja. Ich dachte wirklich, das kann nicht sein.
Rolf, wie schlimm ist es wirklich?
Apokalypse. Da bist du doch Experte.
Altes Testament.
Keiner weiß es bislang, aber die Sache läuft weltweit aus dem Ruder.
Und von oben kommt bisher nur Kompetenzgerangel und großes Chaos.
Versteh das nicht. Nicht alle reißen sich zusammen wie wir.
Du musst jetzt deine Schäfchen und ich meine Bürger ruhig halten.
Sonst bricht hier Sodom und Gomorrha aus.
Das ist wohl nicht der passende Vergleich.
Mein Onkel hat Angst.
Er weiß am meisten und er hat Angst.
Wir waren über Wochen ausgebucht.
Unser Hotel kann das nicht so einfach wegstecken ohne Gäste.
Kannst du uns versprechen, dass es bald wieder Fährverkehr geben wird?
Ich hab selber keinen Überblick.
Rolf wartet auf den Katastrophenschutz.
Katastrophenschutz? - Seuchenschutz, Gesundheitsamt ...
Leute, ich bin im Tourismusverein!
Was ist mit der Versorgung? Dürfen Helis Lebensmittel bringen?
Der Laden ist in zwei Tagen leer, wenn's so weitergeht.
Dann gibt's nur noch Fisch, wenn wir was fangen.
Ich weiß da nicht mehr als ihr.
(verträumte Klänge)
Ich, äh ...
Ich rede mit dem Bürgermeister und schalte die Politik ein.
Tolle Tourismusbeauftragte!
(Frau) Von nix 'ne Ahnung.
Was soll das? Was machst du hier?
Das steht dir gut.
Ich war auf der Beerdigung.
Warum? Ich wohne hier.
Ich bin Hausgast bei Ponz.
Ich hab einiges mitbekommen von der Krise.
Du bist Merits Autor.
Ich finde den Genitiv hier nicht angebracht,
aber ja, ich bin Schriftsteller.
Dann hast du wohl das hier vergessen.
Oh, ja! Danke!
Schon gesucht, das. Du dachtest, ich wäre 'ne Nutte.
Ich hege Respekt für das Gewerbe.
Hör zu: Ich ... Ich weiß schon.
Das mit uns war 'ne einmalige Sache.
Das war nur Sex. Das war der reine Trieb.
Eine Entladung. Eine Nacht der Leidenschaft.
Für den Moment hat das auch alles gepasst,
aber jetzt sind deine Kinder hier, die Inselleute, dein Leben.
Und ich bin eher so was wie ein peinliches Foto auf Instagram
nach einer durchzechten Nacht.
So ungefähr. Aber für diesen einen Moment ...
hat es gepasst.
Ja, das hat es. - (Alex) Mama, wann gehen wir?
Alex hat voll viel Süßes gegessen. - Und du an James' Handy gespielt.
Entschuldigung, da muss ich wohl ... Ja.
Wo ist eigentlich Lukas? - Da hinten, mit Evelin.
(angespannte Musik)
(Freja) Alle aussteigen.
Oh, Schwimmreifen!
Haste gesehen? Nix Schwimmreifen.
(Durcheinandergerede der Jugendlichen)
(Türglocke)
(Junge) Hallo!
(Gekicher)
Hey! Nichts anfassen!
Wer was braucht, kommt zu mir!
Hallo, Erik! Wie geht's?
Mann, Mann, Mann, Magnus.
Bist wohl immer noch resistent gegen gute Ratschläge.
Ich brauche 40 Holzbalken,
15 mal 15er, Holzträger, 20 mal 20, und ein paar starke Akkuschrauber.
Ich warne euch! Wer was klaut, fliegt!
Und das geht alles auf einen deiner Hänger.
(ausgelassenes Getuschel der Jugendlichen)
Freja.
(Gekicher, Getuschel)
(spannungsvolle Musik)
Freja, kann ich 'ne Axt kaufen?
Quatsch!
Na?
Du machst hier alles kaputt mit deiner Scheiße.
Die haben da ein paar fantastische Steine.
Willst du nicht mal wieder 'ne Familie mit Kindern plattmachen?
(Erik) Weißt du, was ich gehört hab?
Nee.
Auf der Jacht, mit der das Virus kam, wurden Wertsachen gestohlen.
Wie viele Diebe hast du bei dir?
Meine Kids waren das nicht. Ich glaube, die haben die alle.
Ich war am Freitag mit Mikkel einen heben.
Und die suchen noch ein paar Ratten wie deine.
Weißt du, bei uns auf dem Hof,
da lernt man, dass Gewalt bei der Sprache anfängt.
Vielleicht solltest du den Kurs auch mal belegen.
Wieso? Wegen den Ratten? Du weißt warum.
Weil Ratten Krankheiten übertragen.
2347 Euro.
Geht ganz schön ins Geld, dein Projekt.
Ist es wert. - Zahlt alles der Staat, ne?
Nein, nicht alles.
Ich verkaufe das Haus.
Ah.
Und was sagt Jan dazu?
Nicht so schnell! Hey! - Ja, ja.
Wartet mal.
(Pfeifen)
Ey, Baby! Was machst du hier? - Ich rede nicht mit Touristen.
Wir sind doch keine Touristen! Wir sind Schwerverbrecher!
Wie heißt du? - Seid ihr gefährlich?
Komm runter, ich zeig's dir.
Hey! Was macht ihr? Los, steigt ein.
Wir sehen uns, schöne Frau.
Ey, guck mal die Frau an!
Romy! Geh rein!
Was sagt ihr? Alle zusammen 'n Film? - Ja!
Ich wollte mit Knuspa raus und dann ins Bett.
Schatz, alles in Ordnung?
Ja. Ich ...
Ich meine, ich ... Wegen Ole.
(melancholische Klänge)
Was wollt ihr denn gucken? (Sie reden durcheinander.)
(träumerische Musik)
(Radio) Die Taubengrippe hat Deutschland erreicht
und versetzt das Land in helle Aufregung.
Nach den ersten Fällen auf der Nordseeinsel Sloborn
wurden inzwischen auch mehrere Patienten aus weiteren Regionen
in die Seuchenzentren eingeliefert.
Bereits bekannt sind Fälle aus Frankfurt, Paderborn,
der Bodenseeregion und Lübeck.
Berlin hat den nationalen Notstand ausgerufen.
(dynamische Musik)
(Handy)
Hey. Alles klar? - (Yvonne) Hey.
Ich wollt mich bei dir entschuldigen.
Ich war heute blöd zu dir. - Gar nicht. Was meinst du?
Und dann noch mein Stiefvater.
Ist doch halb so schlimm.
Ich ... fand deine SMS voll niedlich.
Echt? - Bist du allein zu Hause?
Ähm ... Mein Papa kramt da unten in seinem Office rum.
Die machen alle voll auf Panikmodus wegen der Grippe.
Hast du keine Angst? - Doch, klar. Aber ...
So schlimm wie Papa kann die Apokalypse nicht sein.
Mein Stiefvater betet für den Weltuntergang.
Echt? Krass.
Mein ...
Mein Papa fickt mit der Tietze.
Ich weiß.
Alle wissen es.
(Nachrichtensignal)
(Herm, verschämt) Oh, Gott.
Voll peinlich.
Wollen wir uns mal, ähm, treffen und länger quatschen so?
Klar.
Heute noch?
Klar. Äh, gerne. - Haltestelle Nonnensteig um neun.
Okay.
Tschau. - Tschau.
(euphorische Musik)
Okay, Leute. Los!
(Anton) Steht auf, ey!
Los geht's, kommt! Packt eure Sachen!
Was wird das? - Wir hauen ab.
Warum?
Ich hab doch gesagt, wir sprengen das Programm hier.
Was glaubst du, wie die gucken, wenn die Hälfte weg ist?
Der ist voll gefickt, Mann, der Wichser! Zerfickung completed!
Ey, Mikko, check mal, wie weit die Mädels sind, ja?
Du auch, Keith?
(imitierend) Du auch, Keith?
Halt einfach das Maul, ja? Keith hat eben Eier.
Kommt.
(Keith) Ich weiß nicht, Anton.
(Keith) Vielleicht bleib ich doch.
Was soll's? Wir sind auch so genug.
Die haben in der Marina das Boot von Magnus' Bruder geklaut.
Lobo hat's kurzgeschlossen. Es liegt unten in der Bucht.
Und damit wollen die übers Meer?
Nur bis zum Festland.
(spannungsvolle Musik)
(Räuspern)
Hast du mein Rasierwasser dran? Nein, hab ich nicht.
Ich wollte noch mal los.
Weißt du, Hermann, ich würde dich gerne losziehen lassen.
Die Yvonne, die ist schon was. Papa, lass mich.
Aber du hast mich schon wieder angelogen.
Du warst auf der Beerdigung.
Meinst du, ich bin bescheuert?
Das darfst ... Meinst du, ich krieg das nicht mit?
Das darfst du nicht.
Was? Du darfst mich nicht schlagen.
Dann hast du Hausarrest!
Eine Woche! Nein!
Und Telefonsperre! Gib mir mein Handy wieder!
Bitte!
(Schluchzen)
Gib her, du Arsch! Bitte!
Du entschuldigst dich sofort bei mir!
Sonst behalt ich das Handy auch eine Woche!
(leise) Entschuldigung.
Wie, bitte? (schreit) Entschuldigung!
(Bellen)
(Rollen eines Skateboards)
Komm her, Knuspa!
Hier lang.
Knuspa, hier lang.
Wie geht's dir?
Hab Kopfschmerzen. Ich mach dir 'ne Wärmflasche.
Scheiße, Herm! Wo bist du?
(Nachrichtensignal)
(Meeresrauschen)
(angespannte Klänge)
Hey! - (Cora) Was soll das?
Ihr verkackt alles!
Das ist der Plan.
Oder glaubt ihr etwa die Scheiße? Dass die euer Wohl im Sinne haben?
Die wollen euch nur brechen!
Damit wir irgendwann genauso angepasste Scheißspießer werden,
wie sie unser feiger Psychopath gern von der Autobahn ballert.
Kommt.
Ich kann euch nicht gehen lassen.
Dann halt mich doch auf.
Oder kannst du das nur bei Frauen und Kindern?
(Kusslaut)
Los.
(spannungsvolle Musik)
(entschlossenes Gebrüll)
(Ächzen, Stöhnen)
(unverständliches Flehen)
Okay! Okay! (Knacken, schmerzerfüllter Schrei)
Das war Freja. Ein einfacher Bruch.
Dr. Lange hat Anton operiert und geschient.
Er kann schon morgen zurück.
Immerhin geht mit ihm keine Arbeitskraft verloren, hm?
Aber leider musst du uns morgen verlassen, Devid.
Zurück in die JVA.
Morgen wirst du abgeholt.
Weißt du, gerade bei dir hatte ich echt Hoffnung.
Wer hat das entschieden?
Na ja, du.
Als du Anton den Arm gebrochen hast.
War es das wirklich wert?
(angespannte Klänge)
(Erik) Es ist Zeit.
Wir, das Volk muss jetzt zur Tat schreiten.
(zustimmende Bemerkungen)
Wir sind von der Außenwelt abgeschnitten.
Die Saison können wir vergessen.
Wisst ihr, wer das Virus auf der Insel verbreitet? Das Kanakenpack!
Dem der Staat auf unsere Kosten
im Ostergaard-Hof Vollversorgung spendiert.
Die waren heute bei mir und haben mich gleich beklaut.
Auf dem Viren-Boot wurde auch geklaut!
Mikkel hat es mir erzählt!
Dieses Pack muss runter von Sloborn! - (alle) Ja! Genau!
Und wir werden dafür sorgen!
(bedrohliche Musik)
(düstere Musik)
(Die Musik überlagert ihre Worte.)
(Bedrohliche Musik schwillt an.)
(Musik wird ruhiger.)
(leises Schnarchen)
(düstere Abspannmusik)
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020
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