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Du bist nicht groß, oder?
-Was? -Du bist nicht Peter der Große.
Nein. Das ist mein Vater. Ich bin Peter der...
Still.
Ich muss mich konzentrieren. Bienen sind schlimm.
Ich wurde mal ins Auge gestochen. Das tat weh. Die nerven.
-Natürlich. -Danke.
Kaiserin.
Kaiser.
Marial! Ein Bad.
-Hussa! -Verpiss dich. Ich bin launisch.
Darf ich raten? Schlechte Laune?
Wie gesagt, verpiss dich.
Reizend.
Ihr seid der Kaiser von Russland.
Herrscher über alle.
Das ist wahr.
Also nicht so deprimiert.
Stimmt. Die zieht mich nicht runter.
Also wie gesagt: Hussa!
Hussa. Danke, mein Freund.
Lauter!
Lauter! Singt lauter, ihr Wichser!
Genau. Genau das meine ich.
die Katze im sack
*enthält gelegentlich historische fakten.
ein falscher bart
Ich habe nachgedacht.
Wir müssen langsam planen. Je früher, desto besser.
Ist es so schlimm?
Eher langweilig als schlimm.
Aber Russland muss gerettet werden, und ich mit Russland.
Die Frage ist nur, wie.
Ich hab noch nie geputscht, weiß also nicht, wie es geht.
Ich würde vorschlagen,
Ihr stoßt ihm ein Messer in die Kehle, wenn er Euch wieder besteigt.
Und ins Gesicht.
-Ganz schön heißblütig. -Danke.
Ihr braucht jemanden, der ihn umbringt.
-Warum sollte derjenige das tun? -Aus Hass.
Bisher war das nicht Grund genug.
-Stimmt. -Sie brauchen einen Grund.
Ich will nicht aus Hass töten, sondern für ein besseres Russland,
für ein progressives und humanes Russland.
Aha. Natürlich.
Gut.
Wir brauchen eine Hintergrundphilosophie, an die das Volk glauben kann.
Ich brauche Hilfe mit dem Plan.
Obwohl ich genial bin, muss er getestet und unerschütterlich sein.
Orlo ist der Richtige.
Seid ihr verrückt?
Ich bin genial, was oft als verrückt missdeutet wird.
Orlo gehört zu Peters innerem Kreis.
Nicht im Herzen.
Wenn er von Descartes spricht, blüht er förmlich auf.
Das ist sein wahres Ich.
Er hat zehn Jahre am Hof überlebt. Das ist nicht einfach.
Von Frauen hat er keine Ahnung, von Politik schon.
Sein Verstand kann uns helfen. Ein Plus für uns.
Finden wir ihn. Mein Gewand.
Kaiserin, das ist ein gefährliches Spiel, wisst Ihr das?
Natürlich.
Wie gefährlich?
Wenn Peter von Eurem Plan erfährt, seid Ihr so gut wie tot.
Das bin ich hier sowieso.
Ich habe also nichts zu verlieren.
Einundvierzig, Graf Smolny.
Ein kleines Anliegen, Kaiser.
Ich hätte gern das Land
meiner verwitweten Schwägerin und meines Neffen.
Wie traurig. Wie ist Orlowsky gestorben?
Man fand ein Schwert in seinem Rücken.
Es ist unklar, wie es dorthin kam.
Ich stimme Graf Smolny zu.
Vielleicht könnte ein Teil des Landes als Zehnt an die Kirche gehen.
Ein kleiner Anteil, sagen wir 15 %, wird demütig Gott dargeboten.
So viel wird der Kirche dargeboten,
dass ich manchmal fürchte, sie sieht die Gemeinde
vor lauter blendender Reichtümer nicht.
Witzig, Orlo. Du gieriger Wichser, Erzi.
Und lassen wir das zu,
könnten überall in Russland Schwerter im Rücken unserer Brüder landen
und so Anspannung bei Familienfeiern und Partys verursachen.
Sehr witzig, Orlo. Verdirb uns nicht die Partys.
Kaiser.
Wie langweilig.
Welementow, führ einen witzigen Tanz auf.
Herr, ich bin der Anführer der Armee. Ich führe keine witzigen...
Arkady, stich Welementow ins Gesicht.
Zweiundvierzig. Graf Rostow.
Rostow?
Ich bringe Euch die Pfirsiche, die Ihr liebt, Kaiser.
Und die Liebe des Volkes meiner Region.
Was soll die Scheiße, Rostow?
Wieso trägst du noch einen Bart?
Deshalb bin ich heute hier.
Ich bitte um Erlaubnis, einen tragen zu dürfen.
Und ich will einen Vogel, der Schokolade kackt.
Meine Herren, ich will einen Vogel, der Schokolade kackt.
Orlo, erklär ihm meinen Erlass, während ich den Pfirsich esse.
Nur Wachen und Priestern ist das Barttragen gestattet.
Scheiße, der Pfirsich ist gut. Duftend, süß.
Leichter Zitronengeschmack.
Rostow, sieh dich an.
Ich bin ein moderner Herrscher mit Europa als Vorbild. Keine Bärte.
Mein Herr...
ich flehe euch an.
Du bist aber nicht auf den Knien.
Steh auf, verpiss dich und komm rasiert zurück.
Wir sollten Rostow anhören.
Es ist der Brauch, dass Adlige ihren Kaiser um etwas bitten dürfen.
Natürlich. Ich würde liebend gern wissen, warum ein Mann vor Euch tritt
mit einem Bart, der "Fick dich" sagt.
Sagt das dein Bart, Rostow?
Grigor, das meint er nicht.
Metaphorisch. Was denn sonst?
Nein. Meine Gemahlin hat noch nie mein Gesicht gesehen.
Es ist beklagenswert.
Wieso beklagenswert?
Ein Gemisch aus Beulen und Pusteln.
Narben.
Ich fürchte, sie wird mich nicht mehr wollen.
Nicht mehr mit mir glücklich sein.
Deine Gemahlin ist nicht glücklich, ich bin es aber. Nur das zählt.
Das Glück einer Gemahlin sollte nicht so wichtig sein.
Rasier dich und komm morgen wieder.
Es könnte diesen Monat mit den Steuern aus meiner Region dauern.
Und jeder Pfirsich wird gequetscht sein.
Unsere Familie hält die Region zusammen.
Ich dachte, er hätte Mitgefühl.
Wahnhafter Optimismus, Rostow.
Aber wir behalten die Oberhand.
Wie?
Peter gibt oft nach, wenn eine Gruppe gegen etwas ist.
Ich trommle eine zusammen und morgen gehen wir zu ihm.
Ich sehe ihn nicht.
Kaiserin, Ihr seht blendend aus.
Leistet uns Gesellschaft. Wir haben Törtchen in Form von Waldtieren,
und es ist ein Vergnügen, ihre Gesichter in Wodka zu tauchen und sie zu essen.
Das klingt sehr monoton, Madame Swenska. Nein, danke.
Aus dem Weg, bitte...
Ich sage als Erste, was alle denken.
Sie ist ein Miststück, die sich mit Leibeigenen abgibt.
-Hochnäsig und unhöflich. -Eine Enttäuschung.
Sie ist neu. Wir müssen uns mehr anstrengen.
Wir müssen sie glücklich machen, damit der Kaiser glücklich ist.
Ich dachte, Ihr kümmert Euch um den Kaiser, Madame Dymow.
-Grigor, einen Moment. -Ich gehe, Orlo.
Aber Graf Rostow muss seinen Bart behalten.
Es geht um den freien Willen. Ihr könnt mir helfen, Peter zu überzeugen.
Ich kann Euch nicht helfen, Orlo. Wir leben nach Belieben des Kaisers.
Die Leute sollten das akzeptieren, die Klappe halten und was trinken.
Ich dachte, Ihr würdet die Idee des freien Willens schätzen.
Und Madame Dymow.
Ich werde Euch in den nächsten 12 Sekunden nicht schlagen.
Also geht lieber.
Wisst Ihr...
Wunderbare Party, nicht wahr?
Ein zufriedener Hof, wie es scheint.
Die reine Wonne am Hofe Peters.
Höre ich da einen Hauch von Ironie in Eurer Stimme?
Ich habe Radieschen gegessen.
Nicht gut für die Stimmbänder.
Kaiserin.
Mein Lieber. Bist du schon betrunken?
Noch nicht, trotz großer Anstrengung.
Ich wollte mich in unsere Gemächer zurückziehen.
Dann gehe ich mit dir.
Ich habe eine Schrift von Voltaire, die ich Euch gern geben würde.
Danke.
Ich lerne viel über das Königreich, lieber Orlo.
Ich habe gehört, der Kaiser ist nicht Peter der Große.
Das war sein Vater. Ein großartiger Mensch.
Was ist der Beiname dieses Peters?
Er hat keinen.
Peter der nicht so Adäquate?
Das habt Ihr insgeheim bestimmt gedacht.
Ich weiß nicht, was Ihr meint.
Ich bin sicher. Arrangier ein Treffen.
Oh Gott.
Oh Gott, mein verdammter Kopf.
Alles klar? Ihr seht noch nervöser als sonst aus.
Alles gut. Wir müssen über Rostow reden.
Peter muss ihm seinen Bart gewähren.
Was geht mich sein Bart an?
Auf den Schlachtfeldern sterben Männer.
Ein Bart ist nicht mein Problem.
Der Tag ist unbeständig.
Jetzt erinnere ich mich.
Ich bin betrunken.
Keine Bärte war eine blöde Idee.
Und darf ich Euch daran erinnern, es war Eure Idee.
Es ist eine blöde Idee,
aber von den modernen Höfen Europas, und Peter erlaubt es.
So können wir noch mehr moderne Ideen vorschlagen,
und vielleicht eines Tages bedeutende.
Den Blick immer auf die Zukunft gerichtet.
Ich habe allerdings kurzfristige Schulden, die der Fiskus tilgen könnte.
Ihr habt zuvor schon Nein gesagt,
aber vielleicht ist Euch Euer Bart wichtig.
Arschloch.
Das heißt dann wohl Ja.
Oh nein! Nein, meine Lieben.
Problem?
Ich dressiere sie.
Die Schmetterlinge?
Was, wenn ich sie dazu bringen könnte, in Formation zu fliegen?
Wäre das nicht wunderbar?
Und wie läuft das so?
Ich bewundere ihren Eigensinn.
Gut.
Und du, mein lieber Neffe.
Mir ist das unglückliche Gemüt deiner Gemahlin aufgefallen.
Dunkle Wolken bedecken die Sonne.
Scheiß auf sie. Sie hat alles.
Sie ist unglücklich. Am Hof spricht man darüber.
Das kann am Hof ansteckend sein.
Du musst die Wolken wegpusten.
Soll sie sie doch wegpusten. Ich bin der Kaiser.
Wie du weißt, bin ich wild und frei, was die Liebe angeht.
Aber ich kann ein Herz nicht beglücken, nur weil ich zur Kaiser-Familie gehöre.
Dadurch wird ein Mann nicht steif und eine Frau nicht nass.
Man muss ihr Herz berühren.
Es ist ihre Aufgabe, mich glücklich zu machen.
Sie liebt mich nicht.
Alle sonst lieben mich. Es ist also ihre Schuld.
Deine Mutter vertraute mir einst an, dass sie in dir etwas sah,
das ihr Grauen verursachte.
Was?
Sie meinte, an dir sei etwas Verdorbenes.
Was soll diese Unterhaltung?
Ich frage mich, ob Katharina dasselbe in dir sieht
und es sie davon abhält, dich zu lieben.
Ich habe sie geschlagen.
Manche mögen das.
Aber sie vielleicht nicht.
Jedenfalls musst du etwas tun.
Was ist das?
Notizen über die Grundprinzipien der neuen Regierung.
Ideale,
die Frage der Bürgerrechte, über die wir reden müssen.
Ich muss ihn für die Möglichkeit begeistern,
etwas gemeinsam aufzubauen.
Und dann fickt Ihr ihn, ja?
Was?
Er muss geil auf Euch sein.
Ihr müsst ihn ficken,
dann kommt Begeisterung für Eure Ideen auf.
-Verführt ihn. -Ihn verführen?
So was hab ich noch nie getan.
Das ist leicht. Lehnt Euch zurück, entblößt etwas Haut.
Deutet etwas an, aber nicht zu direkt.
Red weiter.
Berührt ihn beiläufig.
Und seid locker.
Vielleicht rutscht ein Busen aus der Bluse.
Und dann ist er auf Euch.
Auf mir.
Und wenn er fertig ist,
redet von Liebe, Innigkeit, der Ausrichtung der Sterne,
Schicksal, Philosophie, weint Tränen des Unglücks,
und dann redet von Messern und Kehlen.
Und esst eine Auster. Das bringt Euch in Stimmung.
Herein.
Lieber Orlo.
Danke, dass Ihr gekommen seid.
Ist mir ein Vergnügen.
Ich hab die Schrift Voltaires dabei.
Ihr gebt mir Geschenke, allein in einem abgelegenen Haus.
Wie unanständig.
Scheiße, entschuldigt.
Gehen wir in die Bibliothek oder den Garten?
Ist doch aufregend, die Regeln zu brechen, oder?
Wartet nur, bis ich es Erzi erzähle. Sein Gesicht.
Er hat seine Finger in mich gesteckt.
Das ist nicht gut, oder?
Vergesst es.
Deshalb sind wir nicht hier.
Ihr seid mir aufgefallen.
Danke. Ich fühle mich geschmeichelt.
Lesen wir?
Wollt ihr das? Lesen?
Geht es Euch gut? Ihr scheint... irgendwas.
Ach ja?
Erregt Euch das?
-Champagner? -Ich trinke nicht.
Ich brauche nichts.
Aber gibt es etwas, das Ihr möchtet?
Nein, danke.
Kommt und holt es Euch.
Oh Gott. Ihr wollt mich verführen.
Ihr habt Austern gegessen.
Ich bin immer skeptisch. Die kommen von weither.
-Ich bin eine Versagerin. -Nein, seid Ihr nicht.
Natürlich möchte ich Sex.
Sollten wir zuerst lesen?
Für gewöhnlich...
Mir stockt der Atem. Ich muss mich setzen.
Ich fühle mich sehr unwohl.
Kaiserin, ich kenne mich mit Frauen nicht aus.
Ich habe alles ruiniert. Entschuldigt.
Orlo! Geht nicht!
Ich sage es direkt heraus.
Ich hoffte, Ihr würdet verrückt vor Verlangen nach mir,
und würdet mir helfen, Peter zu töten.
Was?
Würdet Ihr das tun? Ihn mit mir töten? Ein Putsch?
Kein Wort mehr.
Ich habe versagt.
Ich konnte ihn nicht verführen,
und er hat nicht kapiert, dass er verführt wird,
und als ich ihn dann fragte, ob er Peter tötet,
fluchte er und lief weg.
Als Ihr was?
Ich möchte niemanden beschuldigen,
aber dein Plan ihn zu verführen, war unklug.
-Ihr habt ihm vom Putsch erzählt? -Ja.
Das war vielleicht auch unklug.
Scheiße. Das ist übel.
Er wird es ihm nicht erzählen. Er ist ein guter Mensch.
Er hat zehn Jahre am Hof überlebt.
Dazu muss man abgebrüht sein.
Hier wird Treue belohnt. Er könnte es Peter sagen.
Dann muss ich ihn überzeugen, bevor er das tut.
Ich gehe zu ihm und versuche es nochmal.
Der Kaiser möchte die Kaiserin sehen.
Was für Laune hat der Kaiser heute?
Da bist du ja.
Koste mal den Speck. Die werden nur mit Eicheln und Honig gefüttert.
Der Wahnsinn.
Ja. Köstlich.
Wir sind uns einig.
Wir beide lieben Speck. Hussa.
Setz dich.
Wie verlangt.
Vor einer Woche oder so erschoss ich
deinen Bären und schlug dich.
Das überschattet unsere Beziehung vielleicht.
Der Bär und die Schläge?
Ich war wütend, weil mich sonst alle mögen.
Oder zumindest tun sie so.
-Tusch. -Was?
Tusch.
-Meint Ihr "Touché"? -Heißt es nicht "Tusch"?
Nein. "Touché."
Großartig. Wie klug du bist.
Schwamm drüber, Zeit, die Dinge hinter uns zu lassen.
Startschwierigkeiten.
-Ist das eine Entschuldigung? -Ich blicke nach vorn.
Nachfragen ist nachtragen.
Den Spruch hab ich eben erfunden.
Du möchtest also alles vergessen?
Stattdessen alles vergessen? Auch ein Spruch.
Ich glaube Folgendes.
Du hattest eine sehr romantische Vorstellung von mir,
der Ehe und deinem Leben.
Ein wenig naiv. Das ist keine Kritik, Eigentlich eine nette Eigenschaft.
Du hast mich kennengelernt und... Ich bin kein Romantiker.
Ich bin praktisch veranlagt. Ich amüsiere mich gern.
Spaß, Streiche und bizarren Sex.
Aber wir sind verheiratet und lieben uns nicht.
-Endlich sind wir uns einig. -Hussa!
Diese Tatsache zu akzeptieren, könnte befreiend sein.
Du bist ein Miesepeter. Ich will, dass du glücklich bist.
Deshalb die Erdbeeren.
Und ein neuer Bär, um den toten zu ersetzen.
Lebe als Kaiserin und genieße es.
Und du brauchst einen Liebhaber.
Einen Liebhaber?
Wir sollten uns einigen. Denn was geschieht sonst?
Du bleibst unglücklich,
ich werde immer zorniger und töte dich.
Und ich will dich nicht töten. Du bist ein guter Mensch.
Ich könnte dich töten. Du bist ein schlechter Mensch.
Siehst du? Ich mag dich.
Du bist witzig, auf drollige, jämmerliche Art.
Gelegentlich ist das erfrischend.
Wäre das so schlimm? Wir haben genug gemeinsam.
Wirklich? Was denn?
Wir sind beide... hübsch.
Ich sah mich nie als Mann, der seine Frau schlägt.
Und trotzdem bist du es.
Ist das die Kette deiner Mutter?
Ich trage sie manchmal, um ihre Nähe zu spüren.
Hat dein Vater sie geschlagen?
Ich habe mich entschuldigt.
Also sei locker und freu dich auf die Zukunft.
Ich freue mich sehr auf die Zukunft.
Großartig.
Weil du mich nicht mehr schlagen wirst.
Richtig.
Sind wir uns einig?
Die ist verdorben,
genau wie deine Idee.
Du bist immer noch stark.
Das sind wir alle, wenn wir wissen, wo die Stärke liegt.
Dein Herz klopft.
Ich habe gekämpft.
Deine Freude an Schmerz ist beunruhigend.
Wir müssen unsere dunkle Seite kennen,
um zu wissen, wo das Licht hinscheinen soll.
Wie tiefgründig, Cousin.
Berufsrisiko. Das ist wie ein Reflex.
Magst du Frühstück?
Oh Gott, ja.
Unten bekomme ich nur Müll.
Ich habe ein Anliegen, bei dem ich deine Hilfe brauche.
Was du willst.
Die Kaiserin.
Sie hat etwas zu Orlo gesagt, das falsch verstanden werden könnte.
Was hat sie gesagt?
Sie hat Unzufriedenheit gegenüber dem Kaiser ausgedrückt.
Orlo könnte übertreiben, um sich am Hofe hervorzuheben.
Das wäre zu deinem Nachteil, weil sie wegen dir hier ist.
Ich hatte eine Vision von Gott. Ich nehme nichts zurück.
Orlo hat vielleicht versucht, Katharina zu vergewaltigen.
Vergewaltigen?
Es ist allgemein bekannt, dass seine Bedürfnisse unbefriedigt sind.
Das macht einen Mann verrückt, was?
Das könnte deine Ausrede sein, falls du eine brauchst.
-Ich kümmere mich darum. -Danke.
Mein Geschenk.
Bitte redet nicht mit mir. Ich flehe Euch an!
-Helft mir mit dem Putsch. -Oh Gott! Kein Wort mehr.
Warum? Es ist doch nur ein Wort.
Aber es regt den Geist an, nicht?
Ich habe folgenden Plan.
Wir beide stellen eine Philosophie auf, einen Plan für mein Regime.
Einen, der andere zum Handeln inspiriert
und ein Entwurf für meine Herrschaft ist.
-Eure... -Meine Herrschaft.
Wenn wir ein starkes, lebendiges Russland erschaffen,
erfüllt mit Ideen,
humanen und progressiven,
wo die Menschen mit Würde und einem Zweck leben.
-In Russland? -In der Tat.
Hussa!
-Wollt Ihr sterben? -Es ist mir egal.
Jedenfalls möchte ich so nicht leben.
Man gewöhnt sich dran.
Ich weiß, es sieht schlimm aus, aber wir machen Fortschritte.
Momentan debattieren wir über den freien Willen beim Barttragen.
-Wenn wir... -Bärte?
Ich kann keine Zeit verschwenden und das Volk auch nicht.
Seid Ihr dabei?
Nein, aus dem einfachen Grund, dass Ihr schon bewiesen habt,
dass Ihr nicht fähig seid, es umzusetzen.
-Wie denn? -Ihr habt mich gewählt.
-Ihr seid... -Ein Staatsdiener, ein Feigling...
Das glaube ich nicht.
Ihr seid kein Feigling.
Ich kenne Euch anders.
Wenn wir von Ideen und Humanität reden,
sehe ich ein Lodern in Euch.
Ihr kennt mich nicht.
Es tut mir leid, dass Eure Ehe ein Fehler war.
Haltet mich und Russland da raus.
Russland und ich sind mit demselben Mann verheiratet.
Ihr seid wütend und wahnsinnig, also vergebt mir, wenn ich ablehne.
Versprecht mir, niemals mit jemandem darüber zu reden.
Ich flehe Euch an. Um euretwillen.
Und sprecht Ihr davon?
Werdet Ihr Peter davon erzählen?
Ich vergesse es bereits jetzt schon. Guten Tag.
Lasst uns darüber reden, ob wir nicht die Kaiserin ermorden.
Was? Nein. Sie erhellt alles.
Sie ist eine leuchtende, von Gott geschickte...
Sie bläst Trübsal am Hof, hat die Perücken der Damen belächelt
und ich habe das seltsame Gefühl, dass sie mich manchmal auslacht.
Vielleicht ein kleiner Kutsch-Unfall, eine Trauerphase
und dann wähle ich eine neue.
Erzi, du machst nicht mit, weil du dich geirrt hast,
sag das Gott.
Kaiser, sie passt sich noch an.
Wir sollten ihr mitfühlend beistehen.
Halt deine verdammte Klappe! Orlo, Ideen?
Nein, mein Herr. In Europa und am Hof würde das schlecht aussehen.
Niemand am Hof mag sie, außer offenbar ihr untreuen Wichser!
Geht, ihr alle. George und Grigor bleiben.
Mutter leuchtete auf, wenn Vater den Raum betrat.
Ich könnte sie töten und neu anfangen. Wieso findet die Idee niemand toll?
Orlo hat recht.
Am Hofe und in Europa würde man es als Versagen ansehen.
Dass Ihr Eure Frau nicht beglücken könnt.
Er ist der Kaiser.
Natürlich dürft Ihr sie töten. Sie wird schnell vergessen sein.
Endlich jemand, der treu ist.
Ich dachte, mit uns könnte es wie mit euch sein.
Ein perfekter Bund.
Es ist möglich. Warum jetzt aufgeben?
Sie ist vielleicht alles, was Ihr braucht, so wie George für mich.
Nein, ich werde immer mehr brauchen, weil ich einfach so ein Mensch bin.
Ihr wollt von ihr doch nur mehr Heiterkeit am Hof
und einen Erbfolger.
Das ist alles, was man von einer Gemahlin will.
Ja, aber ihr mangelt es an beidem.
Grigor, du hast mir nie gesagt, wie schwierig die Ehe ist.
Das merkt man erst, wenn man mittendrin ist.
Da unsere politischen Ansichten so verschieden sind,
bekommt Ihr womöglich nicht genug seelischen Rat von mir.
Das ist meine Schuld.
Ich brauche keinen Rat.
Und wenn wir von Schuld reden, hätte ich eine ganze Liste für Euch,
falls Euch das helfen würde.
Wie liebenswert.
Ich sehe Euch gelegentlich mit der Kaiserin.
Wollt Ihr sie in den Arsch ficken?
So aufgeregt wie ein frisch vergewaltigter Neuling.
Nein. Bin ich nicht.
Sie ist meine Freundin. Wir mögen die Literatur.
Fragen wir doch den Kaiser, wie er darüber denkt.
Er scheint heute nachsichtig gestimmt.
Dann erinnern wir ihn auch daran, dass Eure Vision sie herbrachte.
Gott irrt sich nie.
Aber sie verstimmt ihn,
obwohl ich hoffte, dass die Ehe ihn beruhigen würde.
Wir beide sind Männer der Macht und das soll auch so bleiben.
Das haben wir zumindest gemein.
Nutzt ihre Unzufriedenheit nicht aus.
Das tue ich nicht.
Ihr müsst ihr mit Rat zur Seite stehen,
sie auf einen sicheren Pfad führen.
Für uns alle.
Ihr bittet mich also um einen Gefallen?
Ich hielt Euch schon immer für das klügste Köpfchen am Hof.
Sie ist klüger als ich hoffte, aber wir beide bekommen das hin.
Ihr wollt immer alle kontrollieren, was?
Ich muss Gottes Willen ausüben. Er will oft, dass wir nicht wir selbst sind.
Als Gegenleistung helft Ihr mir mit Rostows Bart.
Ich dachte, du willst wirklich, dass sie stirbt.
Er wird aggressiv, wenn er sich einsam fühlt.
Welch Verständnis. Du kennst ihn so gut.
Rüge mich nicht.
Ich ermorde sie. Ein Kutsch-Unfall diese Woche.
Du entscheidest, wie du das Europa und dem Hof unterbreitest.
Scheiße.
Komm her!
Sieh nur, was die Arschlöcher mit meinem Gemach gemacht haben.
Unerlaubtes Betreten. Das gehört nicht mehr dir.
Wachen.
-Im Ernst? -Damit du dich an deinen Stand gewöhnst.
Sieh es als eine freundschaftliche Geste.
Dann mach ich es noch schlimmer.
Ich wusste, Ihr würdet zur Vernunft kommen.
Bin ich nicht.
Ich möchte Euch zur Vernunft bringen.
Eure Unzufriedenheit bringt Euch in Gefahr.
-Wie denn? -Er wird Euch ermorden.
Ihr wolltet etwas, Kaiserin?
Wo ist Marial?
Sie ist... nicht hier.
Sie kommt irgendwann wieder.
Du lügst, was nicht zu dir passt und nervt.
Bring mich zu ihr.
Vlad, du wirst schlimmer als ich aussehen.
Sie rührt dich nicht an, Vlad.
Das will er doch. Oder, Vlad?
-Was ist passiert? -Ich hab meinen Stand vergessen.
-Wer war es? -Das ist egal.
Mein Wesen und meine Stellung sind aufeinandergeprallt.
-Niemand hat das Recht dazu. -Eigentlich schon.
Ich bin ein Besitztum, keine Person.
Gebt mir ein paar Minuten, dann kleide ich Euch fürs Abendessen.
Was ist passiert? Geht es dir gut?
Hätte ich all den Besuch geahnt, hätte ich Tee bringen lassen.
Wer war das?
Sie will es nicht sagen. Vielleicht Madame Swenska.
Sie war es nicht.
Auf mich wartet Arbeit.
Ich bin fertig.
Gehen wir, Kaiserin.
Kaiserin, ich hatte heute eine Vision von Gott.
Typisch für ihn.
Marial sollte Euch davon erzählen.
Es regnete Messer aus den Wolken, in Richtung Eurer sanften Haut.
Und Ihr habt gelächelt und plötzlich verwandelten sich alle
in Blütenblätter, die sanft herniederregneten.
Alle wollen, dass ich glücklich bin, jetzt sogar Gott.
Gottes Liebe bedeutet alles.
Ich dressiere sie.
Nicht alle von ihnen fliegen in ein neues Land.
Meine Liebe, setzt Euch.
Sagt mir, wie es Euch geht.
Mir geht es gut. Seht nur mein Lächeln.
Ich sehe es.
Hat Kaiser Peter etwas damit zu tun?
Er war nett zu mir.
Das ist er im Herzen auch.
Als kleiner Junge rannte Peter immer zu seiner Mutter,
mit einem Bild, das er gemalt hatte oder einem aus Blättern gebauten Boot.
Seine Augen und Worte flehten um Zustimmung, um Liebe.
Sie blickte ihn dann eine Weile an,
und er wurde ganz still.
Dann rannten Tränen seine Wangen runter
und sein Körper begann hemmungslos zu zittern.
Und Urin sammelte sich zu seinen Füßen.
Ein seltsames Phänomen.
Warum sollte sie so was tun?
Jeder hat seinen Tick.
Ihrer war Grausamkeit.
Ich bitte also um Vergebung und Geduld,
von jemandem, der mit beidem angefüllt ist.
Das ist erstaunlich.
In der Tat.
Guten Abend, Gemahl.
Kaiserin.
Du siehst wunderbar aus.
Und dein Rock... Sehr hübsch.
Danke.
Dadurch kann mein Schwanz frei in der Luft baumeln.
Herrlich. Die alte Madame Bolzoi hat ihn entworfen.
Genial.
Tut mir leid, dass ich in letzter Zeit immer sauer war.
Ich hatte meine kritischen Tage. Du weißt ja, wie das ist.
Aha. Ich verstehe.
Das erklärt alles.
Aber ich fühle mich viel besser.
Was ist der Grund für dieses Festmahl?
Wir ehren einige der Verwundeten,
die endlich eine Schlacht gegen Schweden gewannen.
Die armen Mistkerle.
Der hat keine Augen mehr.
Er wird nie wieder eine nackte Frau oder ein Reh auf der Flucht sehen.
Aber er kann ja hässliche Frauen ficken.
Hussa!
Tanzen wir.
Ein hervorragender Tänzer.
Ich stelle mir vor, dass deine Füße Flügel haben.
Orlo, du Jungfrau! Tu so, als fickst du deine Hand!
Genial!
George, mach die Sache.
Pass auf. Das ist genial.
Hussa!
Kuchen!
Danke.
Herrlich. Er wird als glücklicher Mann ersticken.
Auf die Männer, die in der Schlacht gefallen sind.
Und auf die, die ohne Gliedmaßen heimgekehrt sind!
Hussa!
Das war köstlich.
Ganz deiner Meinung. Ich wusste, wir haben etwas gemeinsam.
Guten Geschmack.
Und wir sind beide hübsch.
Bringt die schwedischen Köpfe.
Wir essen den Nachtisch unter ihrem scharfen Blick.
Die Zitrone ist super zitronig. Wunderbar.
Willst du meinen? Er passt zu deinem Haar.
In der Tat.
Schön, zusammen glücklich zu sein, nicht?
Wunderbar.
Du bist wunderbar.
Du hast mir einen Bär geschenkt und schlägst mich nicht mehr.
Was könnte eine Frau glücklicher machen?
-Hussa. -Hussa.
Man starrt uns an.
Du hast recht.
Ungehobelter Wichser.
Leute, stecht ihnen die Augen aus.
Hussa!
Um meinem Herzen treu zu sein, muss ich mein Gesicht hintergehen.
So ist es für uns alle.
Es ist kein Verbrechen, andere zu belügen,
nur sich selbst.
Wie tiefgründig. Aber verdammt unangenehm für mich.
Dachtet Ihr, ein Kaiserreich einzunehmen sei leicht?
-Mir gefällt dein Ton nicht. -Warum?
Weil er die schmerzliche Wahrheit enthält?
Ja, genau deshalb.
Hast du Schmerzen?
Der Kaiser möchte eintreten.
Danke und eine angenehme Nacht, Gemahl.
Ja. Dir auch.
Gut, was?
In der Tat.
In der Tat.
Gut.
In der Tat.
Kaiserin.
Was für ein Leben, Orlo.
Euer Schwanz wird nicht nass, Euer Messer nicht blutig
und Euer Herz pumpt nicht mal.
Aber ihr spielt den Schwanz pumpenden Clown für ihn.
Die Bücher und Ideen
sind so tot auf den Regalen wie Ihr im Innern.
Das ist Poesie, nicht die Realität.
Wollt Ihr kein starkes, lebendiges Russland,
erfüllt mit Ideen, humanen und progressiven,
wo die Menschen mit Würde und einem Zweck leben?
Das will ich.
So wie auch redende Schweine und einen Hund, der Omeletts macht.
Aber ich fürchte, ich sterbe voller Enttäuschung.
Was für ein Ziel. Voller Enttäuschung zu sterben.
Viel Glück damit. Ihr schafft es bestimmt.
Ich habe überlegt, was ich auf vernünftige Weise erreichen kann.
Was bringt es, an etwas zu glauben, wenn man nicht handelt?
Ich glaube auch an die Vernunft und an eine Nation, die damit regiert wird.
Aber nur Taten und Leidenschaft erreichen das.
Ich lebe nicht als tatenloser Zuschauer, als halbherziger Feigling.
Ich versprach mir eine große Liebe.
Das hat nicht geklappt.
Dann wurde mir klar...
dass ich ein großartiges Leben will.
Das will jeder.
Dann wird man erwachsen und merkt, dass es Grenzen gibt.
Wir reden hier von Hochverrat.
Dafür wird man aufgeschlitzt, mit Ratten gefüllt
und wieder zugenäht.
-Ich hasse Ratten. -Ich auch.
Was hasst Ihr noch?
Ich hasse den Krieg.
Ich hasse den Zustand meines Landes.
Aber wir sind in Russland.
Die Dinge verändern sich nur langsam.
Wie gesagt, man gewöhnt sich dran.
Wenn ich mich daran gewöhnt habe, bin ich nicht mehr dieselbe.
Ich bewirke etwas, Kaiserin.
Ich verkünde Ideen. Ich mache Fortschritte.
Ich verstehe.
Wenn Ihr mitmacht, werdet Ihr ein anderer Mann.
Ein Mann, in dem es die ganze Zeit lodert,
und der eines Tages endlich
den Deckel abnimmt,
damit das Feuer seine Angst verbrennen
und er roh und bereitwillig das tun kann, was nötig ist,
um sich mir anzuschließen.
Wir könnten dieses Land verwandeln...
und dabei sterben, falls nötig.
Aber wir würden glücklich sterben,
weil wir so gelebt haben, wie es sein sollte.
So ein Mann wärt Ihr.
Ich kann nicht.
Ich sah einen kleinen Mann und stellte mir einen größeren vor.
Ich entschuldige mich.
Was machst du mit ihnen?
Sie verbrennen.
Die brauchen eine christliche Beerdigung.
Das geht nur mit ganzen Leichen.
Ich könnte sie segnen.
Schenke ihnen himmlischen Frieden, oh Herr,
deinen Dienern, die eingeschlafen sind,
und lass sie auf ewig weiterleben.
Ich werde sie doch nicht ermorden. Sie war richtig gut gelaunt.
Sie hat mir erklärte, sie hatte wochenlang ihre Periode.
Vielleicht normal in Österreich.
Verzeihen wir ihr und geben ihr noch eine Chance.
Kaiser, Graf Rostow.
Du hast immer noch einen Biber im Gesicht.
Was soll die Scheiße?
Kaiser, vielleicht könnte man jeden frei entscheiden lassen,
ob er einen Bart haben will.
Wir haben darüber diskutiert.
-Wer ist "wir"? -Wir alle.
Welementow, Ihr habt es gut erklärt.
Ich...
Wenn Ihr den Leuten die Wahl lasst,
drückt Ihr dadurch Eure Liebe aus
und demonstriert Eure Stärke als Anführer
und Euer Streben nach Moderne.
Man wird Eure Weisheit schätzen und sie ehren.
Lasst Ihr mehr Freiheit zu,
wird man Euch mehr lieben.
Und was, wenn alle als öffentliches "Fick dich" Bärte tragen?
Das werden sie nicht.
Natürlich nicht. Sie lieben den Kaiser.
Aber ich stimme Grigor zu.
Es fördert Unzufriedenheit, wenn Leute durch visuelle Symbole rebellieren.
Es ist doch nur ein Bart.
Ich brauche nur die Erlaubnis. Meine Frau...
Halt die Klappe.
Was für Unzufriedenheit? Erzi?
Es gibt keine Unzufriedenheit.
-Ganz und gar nicht. -Reine Hypothese.
Die sollten alle verdammt nochmal tun, was der Kaiser sagt.
Wir müssen uns alle seinem Willen unterwerfen.
Seine Weisheit. Wieso sollte es Ausnahmen geben?
Hört, hört. Wenn ich es mir jetzt überlege,
war es blöd, es auch nur zu erwägen.
Der Erlass steht. Rostow, rasier dir den Scheißbart ab.
Ihr könnt nicht alle zwingen, sich unterzuordnen.
Nach außen hin werden sie das, aber innerlich wird sich Wut stauen
und irgendwann ausbrechen!
Schreist du mich an, Orlo?
Wir müssen ihren Verstand gewinnen.
Mein Herr.
Wir können das Volk für uns gewinnen, indem wir ihm
die Wahl lassen.
-Freier Wille ist wichtig... -Kaiser...
Halt deine Klappe, du Fettsack.
Rasier ihn.
-Was? -Rasier ihn, verdammt nochmal.
Eine Bewegung und du verlierst mehr als nur deinen Bart.
Du kannst frei entscheiden und dich widersetzen.
Du hast die Wahl.
Und dann entscheide ich frei, was ich tun will.
-Wasser und Seife. -Tu es einfach.
Orlo, du Wichser!
Es ist Orlo.
Untertitel von: Anja Graefe
"Peter der Große"
*eine manchmal wahre Geschichte.
Das Geschenk
Es gibt kostenlos Brot und Medikamente für alle.
Bildung und Kunst für alle.
Die Herzen aller Russen werden voller Freude sein.
Ihre Bäuche voller Essen.
Und ihre Köpfe voller Ideen.
Das hier ist Russland.
Was bedeutet das?
Es muss glaubwürdig sein.
Wir müssen hohe Ziele setzen.
Nein, er hat Recht.
"Keine Vergewaltigung oder Kindsmord
und mitunter gibt es etwas Brot" würde reichen.
Bisher habe ich eine 74-seitige Abhandlung geschrieben.
Ich dachte an Montaigne.
Ich blieb bei Machiavelli hängen.
In der französischen Fassung heißt es: "Der Zweck heiligt die Mittel."
Aber im italienischen Original fragt er nur...
Oh, tut mir leid.
Ich hielt das Tablett und schlief ein, während ich Euch beiden zuhörte.
Ist das ein Putsch oder ein verdammter Buchclub?
Die Blini müssen leichter sein, mit einem Hauch Rosmarin,
nicht einen Sack davon.
Ich finde sie gut so.
Kräftig ist gut.
Vielleicht hast du Recht. Ich probiere noch mal.
Auf keinen Fall.
Wie wäre es damit für Eure Rede?
Etwas in dieser Art:
"Mein Vater, Peter der Große, war ein Führer wie kein anderer zuvor,
der Russland zu einer Größe brachte, die es zuvor noch nie gekannt hatte.
Ohne Gleichen, ein Mann, der das Land wie ein Koloss regierte..."
Halt's Maul, Arkady.
Mögt Ihr es nicht?
Muss ich etwa begründen, warum du dein Maul halten sollst?
-Ich hasse diese Wichser. -Wen?
Die Generäle. Die Kumpel Eures Vaters als wir klein waren.
Was für Arschlöcher.
Nein, tolle Männer. Sie müssen einen großen Tag bekommen.
Es wird ein großer Tag zu Ehren Eures Vaters und rühmlich für Euch.
Wenn die scheiß Blini schmecken, dann ja.
Leo Woronski.
Den hatte ich ganz vergessen.
Kaiser, es ist mir eine Ehre.
Natürlich ist es das.
Zeig uns deinen Schwanz.
Natürlich.
Er ist herrlich.
-George? -In der Tat.
Jungs?
Klasse. Komm mit.
Wieso töten wir ihn nicht einfach?
Wenn er wieder auf Euch liegt, stecht Ihr ihm ins Gesicht,
ich in den Rücken, Orlo in die Kehle.
Dann seid Ihr Kaiserin und ich bin Madame Marial.
Ende.
So einfach ist es aber nicht.
Die Kirche muss sie auch anerkennen,
also braucht sie deren Unterstützung.
Und falls Iwan noch lebt, brauchen wir ein wohlgesonnenes Militär.
Töten wir ihn, bevor das erreicht ist, könnten das Militär und andere
sich hinter Iwan stellen und Katharina übergehen.
Keiner weiß, wo Iwan ist.
Wer ist Iwan?
Iwan ist Peters Halbbruder.
Unehelicher Sohn von Peter dem Großen.
Seine Anhänger wollten Peter den Thron entreißen.
Ich finde heraus, wo er ist.
Wie?
Durch Klugheit.
Ich fürchte, wir brauchen ein Jahr für unsere Flugblätter.
Kein Wunder, dass Ihr nie eine fickt.
So kannst du nicht mit mir reden.
Weil ich Leibeigene bin?
Weil es unverschämt ist.
Ihr wagt es, einfach so mein Gemach zu betreten?
Ich wäre geritten, aber mein Pferd hat Mühe mit Treppen.
Kaiserin?
Orlo, was machst du hier?
-Ich... -Er hat mir ein Buch gebracht.
Ich dachte, die Kaiserin hätte Interesse...
-Oh Gott, bist du öde. Raus! -Herr.
Ich habe ein Geschenk für dich.
Ich versprach dir einen Liebhaber.
Ein Liebhaber?
Sehr aufmerksam von mir, stimmt.
Das ist Leo. Sein Vater, Sergei, war ein berühmter Frauenheld.
Leo ist klug, liest Bücher, rezitiert Sonette, ist begnadeter Jäger,
mag edle Weine und Innereien und hat einen großen Schwanz.
Zudem hatte er als Kind Mumps und ist steril. Hussa.
Ich hoffe, er gefällt dir.
Mach sie glücklich, sonst...
Muss los. Großer Tag.
Ihr dürft gehen.
-Lieber nicht. -Ist mir egal. Ich sagte, Ihr dürft gehen.
Ich bleibe lieber etwas, damit er denkt, es sei gut gelaufen.
Wenn es Euch nicht stört. Falls doch,
lade ich Euch herzlichst zu meiner Hinrichtung ein.
Na gut.
Gut... Setzt Euch da hin.
Ich danke Euch.
Wir haben zugehört. Ist das der Liebhaber?
Anscheinend.
Er sieht sehr gut aus.
Ist mir nicht aufgefallen.
Ekelhaft, dass er mir einfach einen Liebhaber gibt,
als müsste man es mir besorgen.
Er würde es Euch gut besorgen.
Er ist ein Woronski. Die sind bekannte Liebhaber.
Wirklich?
Sein Vater war legendär.
Scheiße.
Ausgerechnet diese Woche schenkt Euch Peter diesen Mann.
Er ist bekannt dafür, Spione einzuschleusen.
Ich habe es schon einmal gesehen.
Mist, vielleicht weiß er was. Ich war da, überall Flugblätter.
Oh Gott.
Orlo, entspann dich. Peter weiß nichts.
Könnte er gar nicht
-Ich gebe ihn zurück. -Wie? Er ist Peters Geschenk.
Durch Klugheit.
Kaiserin, die Kleider für den Damentee sind da.
Das ist sehr schön.
Kaiserin, gefällt es Euch?
Es ist wunderbar. Ihr werdet auffallen.
Wie ich es immer tue.
Kommt.
Die ist sehr groß. Muss sie so groß sein?
Natürlich. Dein Vater war ein außergewöhnlicher Mann.
Ich weiß noch, wie er mich mit 17 beim Abendessen ansah.
Die Luft schien dünner zu werden und ich konnte nicht mehr atmen.
Eines Tages kam er in den Raum,
sah mir in die Augen, und ich wusste es.
Ich hob mein Kleid, beugte mich über den Tisch
und er kam und nahm mich.
Mein allererstes Mal.
Gott, ich werde feucht beim Gedanken daran.
Das hätte ich besser nicht erzählt.
Ich wusste es. Ich war dabei.
Wie bitte?
In dem Raum. Ich spielte in der Ecke mit Soldaten.
Wirklich?
Wie seltsam.
Der scheiß Anzug ist zu eng.
Du wirst auch mal ein großer Führer.
Das dachte er nicht.
Es war eine Herausforderung. Mehr nicht.
Erfülle sie.
Sie ist zu groß.
Verdammtes Ding.
Wisst Ihr etwas über den Liebhaber, den der Kaiser Katharina geschenkt hat?
Was? Liebhaber?
Das ist unmoralisch und ekelhaft. Armes Kind.
Ihr wusstet es also nicht?
Es ist also nicht eine Art Schachzug?
Ein Spion bei ihr?
Der Kaiser, Kaiserin.
Danke für das Geschenk.
Hast du ihn schon ausprobiert?
Das ist nett, aber ich brauche keinen Liebhaber. Ich habe dich.
Unser Sex ist so öde wie ein Biber, der Holz nagt.
Du brauchst ihn. Das muntert dich auf.
Grigor, wie froh macht mich deine Frau?
Sie bringt Euch ständig Freude.
Genau das will ich auch für dich.
Da sind sie. Seid still!
-Gib mir einige deiner Orden. -Was?
Gib mir deine scheiß Medaillen.
Willkommen zu Hause.
Russische Soldaten sind die besten der Welt.
Ich habe ein Rosmarin-Blini kreiert, gefüllt mit Hühnerherzen,
das die blonden schwedischen Wichser repräsentiert.
Mampfen wir ihre leckeren Herzen.
Hussa!
Dann spülen wir nach mit Pfefferwodka, den mein Vater so liebte
wie er euch alle liebte.
Hussa, auf Peter den Großen.
Auf mich, Peter den...
Mich!
Hussa!
Meine Herren, während die Schweden ihre Verwundeten pflegen,
bevor wir sie ganz vernichten,
essen und trinken wir und feiern unsere Größe.
-Hussa! -Hussa!
-Es lief gut, nicht? -Es war ein Triumph.
Dürfte ich Euch die militärische Lage erläutern?
Ich bin Militärgenie wie schon mein Vater.
Ich brauche keine Erläuterung.
Ja, natürlich.
Ich hörte, dass Ihr der Kaiserin einen Liebhaber geschenkt habt.
Ich möchte diesbezüglich gerne meine Dienste anbieten,
falls dieser nicht funktioniert und Ersatz erforderlich ist.
-Grigor, hast du... -Habe ich.
Köstlich, Welementow.
Bravo, der Herr.
-Ich denke... -Könnt ihr euch vorstellen,
wie dieser kleinschwänzige Bock lediglich Wodka auf die Kaiserin spritzt?
Du hast mich ungemein erheitert. Bravo!
In der Tat. Ein beachtlicher Witz meinerseits.
Tante Elisabeth.
Katharina, mein Schatz.
Dieses Lächeln.
Ein Lebensretter, nicht?
Genau.
Seht Euch diese Fische an.
Ich hielt sie immer für recht zufrieden.
Jetzt weiß ich, dass sie völlig irre geworden sind.
Wer ist Iwan?
Wer hat den guten Iwan erwähnt?
Ich hörte den Namen, weiß aber nicht, von wem.
Ich bin noch neu und merke mir Namen nur sehr langsam.
Aber es scheint mir ein aufregendes Geheimnis zu sein.
Weitermachen!
Ich habe den einzigen Schlüssel.
Iwan.
Lieschen!
Kuchen!
-Das ist Katharina. -Die Kaiserin?
Freut mich, dich kennenzulernen.
Magst du meine Bilder
Wunderschön.
Du bist so groß geworden.
-Wir müssen jetzt gehen. -Kommt Peter bald zu mir?
Er hat viel zu tun.
Ich ersteche ihn nicht. Ich habe nicht mal ein verstecktes Messer.
Natürlich nicht. Dafür bist du viel zu süß.
-Meine Mutter? -Noch im Ausland.
-Katherina, komm mich wieder besuchen. -Das werde ich.
Versprich es, verdammt!
Schätzchen!
Unhöflich.
Tut mir leid.
Ich möchte nur jemanden zum Spielen.
Natürlich tust du das, Schätzchen. Ich komme bald wieder.
Er ist eine Gefahr für uns.
Wir sollten ihn töten, aber er gehört irgendwie zur Familie.
Doch jetzt seid Ihr da und bald ein Erbe.
Danke, dass ich ihn sehen durfte.
Ihr gehört zur Familie. Ich zeige Euch alles,
auch wie man hier glücklich wird.
Ihr werdet unser Geschlecht mit einem Erben stärken.
Aber Ihr müsst wissen, wo die Gefahren lauern.
Ihr müsst mir denjenigen zeigen, der über ihn spricht.
Natürlich.
Hussa!
Meine Herren, lasst uns beginnen.
Der Schwede – zuerst ein Hoch
auf unseren Freund und Anführer, Kaiservater Peter den Großen.
Hussa!
Ich habe eine neue, ihm zu Ehren.
Hurra!
Ich habe auch die Nase des Schweden, der mich gekratzt hat, in einem Sack.
Hurra!
An die tapferen Soldaten meines Bataillons,
die eine Schlacht gewonnen haben, die uns eine Siegchance eröffnet.
-Hör mal, wenn wir... -Hussa!
Mein Bataillon hat diese Arschlöcher in Unterzahl in eine Schlucht gejagt.
Wir warteten tagelang über ihnen,
bis sie irre wurden und aufeinander schossen.
Können wir anfangen?
Natürlich.
Aufgepasst.
Die Schweden sind hier, hier und hier.
-Nun, ich schlage vor... -Nein, gib mir das.
Ich begann diesen Krieg gegen Schweden, weil...
Nun, Vater besiegte sie, und ich...
Und die Schweden sind bekanntlich verdorbene Tiere.
Blonde, elchfickende, preiselbeerfressende, humorlose Ärsche
mit einem Seehafen, den wir brauchen könnten.
Aber dann, anstatt zu gewinnen, lasst ihr euch zurückdrängen,
und steht jetzt in Russland selbst.
Es ist ein scheiß Schlamassel, gelinde gesagt.
Also habe ich einen Plan.
Ich sage, wir...
...kommen von hier, da durch,
teilen uns schnell in vier Teile auf,
nachts, damit sie uns nicht sehen.
Vielleicht auf Pferden.
Aber die sind laut, also doch eher zu Fuß.
Dann, am Morgen, wenn sie frühstücken,
mit Brioche und Schwanz in der Hand,
greifen wir an und gewinnen den Krieg an nur einem Morgen. Hussa!
-Interessante Idee. -Sie ist genial.
Zerpflück sie, wenn du kannst, Fettsack.
Hurra!
Nun...
Herr, das ist ein Fluss, drei Meter tief,
den unsere Männer da überqueren sollen.
Boote.
Boote tragen?
Ja.
Das könnte uns etwas bremsen, Herr, was uns anfällig macht.
Zudem ist dies eine offene Ebene.
Man kann sich da nicht heimlich annähern.
Bei Nacht, schwarz gekleidet,
oder grün, falls das Gras hoch ist.
Der Kaiser hat uns viele Denkanstöße gegeben.
Ich werde den Plan ausarbeiten und die guten Ideen des Kaisers einfließen lassen.
-Hussa! -Hussa!
Lies es laut vor.
"Ti... ger."
-"Tiger." -Ja.
"Fressen gerne Menschen."
Ja!
Ich danke Euch.
Ihr könntet ihn zumindest auspacken, bevor Ihr ihn zurückschickt.
Ich habe weitaus wichtigere Dinge zu tun.
Verschwendung, dass Ihr Kaiserin seid.
Ich habe Iwan getroffen.
Scheiße!
-Wo? -Im Palast.
Eingeschlossen und streng bewacht.
Also brauchen wir das Militär.
Warum nicht sogar Welementow selbst,
den Anführer des Militärs?
Er steht auf mich, glaube ich.
Das Sabbern verrät es wohl.
Wir müssen es Orlo sagen. Er muss auch an ihm arbeiten.
Hallo.
Was hat Euch mein Mann gesagt?
Er sagte, ich solle Euch glücklich machen,
das sei ihm sehr wichtig.
-Sonst nichts? -Das war noch etwas.
Er sagte, wenn Ihr beim Sex nur eine Regung zeigt,
ein Laut, eine Bewegung, einen Schnaufer,
würde er mir tausend Rubel geben,
mein Gemächt in Bronze gießen und in ein Museum stellen.
Und wie habt Ihr reagiert?
Ich sagte, es wäre toll, wenn Russland ein Museum bekäme.
Verstehe.
Und warum hat er Euch gewählt? Ihr seid befreundet?
Ich traf ihn zweimal, durch meinen Vater.
-Der berühmte Liebhaber. -Das wertet ihn ab.
Er war ein faszinierender Mann. der Frauen, Musik und Wein liebte,
und auf einem Feld im Abendrot mit seinem Sohn Stare zu beobachten.
Aber der Frauenheld scheint hängen geblieben zu sein.
Ihr seid also auch professioneller Liebhaber?
Lacht mich nicht aus.
Ich teile den Witz und dann lachen wir zusammen.
Ich sehe, Ihr wünscht keinen Liebhaber. Ich verrate Euch mein Geheimnis.
Ich hatte nur einmal Sex,
mit meiner betrunkenen, sehr süßen,
sehr molligen Cousine, die sich mir aufdrängte.
Es war nicht unangenehm, aber ich hatte keine Ahnung, was ich tat.
Euer Vater hat Euch nichts gelehrt?
Nicht wirklich. Er war ein großer Freund von Entdeckung und Abenteuer,
und wollte mir beides nicht vorenthalten.
Versucht Ihr, mich zu bezirzen?
Ich möchte natürlich nicht sterben, aber ich wüsste nicht, wie,
da ich nicht erahne, was mich retten würde.
Man kann nur leben und hoffen, dass es gutgeht und Spaß macht.
Es sei denn, ich sollte versuchen, Euch zu bezirzen.
Ich werde es versuchen.
Es wird Spaß machen, aber tödlich sein, falls es misslingt.
Ich weiß, ein Liebhaber sollte ein Geschenk haben.
Aber Ihr habt keins.
Doch, das habe ich.
Ihr irrt euch.
Das ist kein Geschenk. Es ist ein Pfirsich.
Wenn Ihr ihn esst, nehmt ihn in den Mund,
beißt hinein, neigt den Kopf nach hinten und lasst den Saft in Eure Kehle laufen.
Ich weiß, wie man einen Pfirsich isst.
Ich werde Euch nie wieder unterschätzen.
Sagenhaft.
Der Saft sammelt sich in der Kehle,
und strömt dann wie ein süßer Wasserfall herab.
Ihr dürft über Nacht bleiben.
Schlaft auf der Liege.
Morgen gehe ich zu Peter und danke ihm für Euch.
Ich sage ihm, Ihr wart nett. Dann seid Ihr sicher.
Klasse.
Ist er weg, der Spion?
Ja, sagte ich doch.
Unabhängig davon müsst Ihr mit dem Militär vorankommen.
Verratet nicht den Plan, sondern leistet Vorarbeit.
Endlich passiert etwas.
Ist das der beste Zeitpunkt?
In vino veritas, Orlo. Geht.
Wichser.
Wer malt schon einen Fluss grün?
Wer tut so etwas?
Traditionell sind die blau, verdammt.
Warum spielen wir nicht etwas Musik?
Ich brauche auch einen Namen.
Peter der...
Was könnte ich sein?
Peter der Lustige.
Peter der Meisterhafte.
Peter der Schreckliche.
Ich will etwas Inspirierendes.
Das ist inspirierend. Es macht Angst.
Und hat eine große Geschichte. Jeder liebt die Schrecklichen.
Verpisst euch, ihr alle.
Ich habe morgen eine Rede.
Oh, Welementow?
Ich dachte, dies sei die Bibliothek. Ich bin verloren in diesem Palast.
Kaiserin, es ist mir eine Ehre.
Vielleicht ist es Schicksal.
-Ich wollte mit Euch reden. -Und ich mit Euch. Großer Gott.
Ihr strahlt.
Ihr strotzt vor Leuchtkraft.
Vielen Dank.
Ihr erinnert mich an meinen Vater.
Ich bin sicher jünger
und in der männlichen Blüte.
Ein Drink?
Er war ein ernster Mann des Militärs...
...oft frustriert von den Führern des Landes.
In der Tat.
Dann sind wir uns ähnlich.
Genau.
Ein guter General vergießt gerne Blut von Männern, vergeudet es aber nicht.
Sehe ich das falsch?
Ihr seid eine Vision.
Eure Haut ist...
Weint Ihr?
Ja, ein wenig.
Eure Schönheit tut weh.
-Ach so. -Ich...
-Hätten wir eine Philosophie... -Was?
...ein Handlungskriterium,
frage ich mich, was das verändern würde.
Ich fühle mich mit Euch verwandt.
Das tue ich auch.
Lasst das!
Kaiserin, ich werde mein Glied entblößen.
Oh Gott.
Runter von mir!
Was ist das?
-Nass. -Ich habe mich vollgepisst.
Lasst mich hier liegen und meine Energien sammeln,
bevor ich einen Sturm der Leidenschaft entfessele.
Wichser!
Holt sie runter!
Anton, wie läuft es?
Desaströs.
Wie war die Besprechung? Interessant, habe ich gehört.
Der Kerl ist ein Idiot.
Ihr seid betrunken.
Habt Ihr schon die neue Kaiserin getroffen?
-Ich hörte, sie sei ein Miststück. -Überhaupt nicht.
Sie ist einzigartig.
Ich stelle sie Euch vor.
Soll ich Euch bettfein machen oder einfach nur einölen?
Wie war dein Abend?
Habe eine Vergewaltigung abgewehrt. Und Eurer?
Ebenso.
Erfindet man je etwas Einfacheres als Knöpfe, sind wir alle in Schwierigkeiten.
Du kannst gehen.
Aber wenn wir den Pavillon am Fluss errichten,
können wir einfach faulenzen und beobachten,
und uns dann nackt ins kühle Nass fallen lassen.
Poesie.
Ich wollte ihn bitten, uns einige Wochen hinfahren zu lassen.
Wird er nicht.
Wir können fragen.
Natürlich.
Hey, ihr seid wach. Gut.
-Geht es Euch gut? -Natürlich.
Wollt Ihr reden?
Nur schlafen.
Wichser.
Mein liebster Grigor, da bist du ja.
Wir wollten dich nicht wecken.
Wie nett.
Ihr habt ein loses Haar.
Brutal.
Tut mir leid, aber es ist ein großer Tag.
Ich weiß. Ich fühle mich gut. Ihr seid meine besten Freunde.
Umarmt mich.
Grigor und ich wollten zu unserem Anwesen aufs Land fahren,
für einen Monat.
-Ach ja? -Wir müssen ein Gebäude inspizieren.
Wir möchten Euch auch die ersten Quitten der Saison mitbringen.
In Ordnung, klar.
Was schreibt Ihr da?
Nichts. Nur einen Brief.
Ihr müsst Eure Heimat vermissen.
Ja, das tue ich.
Tee, mein Herr?
Danke, Wlad.
Steht Wlad für Wladimir oder für Wla?
-Verzeiht. -Die Schwerkraft ist nicht deine Schuld.
Sicher. Was ist...
Das ist die Schwerkraft, Wlad.
Alles fällt runter, Wlad. Unsichtbare Kräfte sind am Werk.
Wie wäre es mit einem Teller?
-Schwerkraft. -Genau.
-Und eine Feder? -Nun, sie kämpft tapfer.
Aber dennoch...
-Wlad? -Schwerkraft.
Ich gehe nun zum Frühstück und spreche mit Peter.
Danach dürft Ihr gehen.
Dürfte ich vorschlagen, zur Untermauerung ein kleines Schauspiel aufzuführen.
Ein Schauspiel?
Damit er glaubt, es lief gut.
Ich hasse diese Heuchelei am Hof.
Seht es als törichtes Spiel. Der Zuschauer ist Euer Opfer.
Ist er überzeugt, habt Ihr ihn genarrt.
Ein Sieg für Euch.
Könnte hilfreich sein.
-Ein Kichern ist gut. -Ein Kichern?
Wirkt locker und lustig.
Ich bin kein Kind. Ich kichere nicht.
Dann tue ich es.
Das ist ein absurder Laut.
Leo, setz dich in den Flur. Wir reden gleich.
Er hat dich also beglückt?
Das hat er.
Und?
Vielen Dank.
Du hast die Kaiserin glücklich gemacht.
Gute gemacht.
Dafür, dass du meine Frau gevögelt hast.
Aber gut gemacht. Bravo.
Es ist vollbracht, also kann er gehen.
Was?
Wir hatten eine schöne Nacht, und ich danke dir sehr für das Geschenk.
Er kann also gehen.
Wenn er gehen soll, kann er dich nicht sehr glücklich gemacht haben.
Eine schöne Nacht?
Was zum Teufel ist eine schöne Nacht? Und jetzt soll er gehen?
Er hat versagt, verdammt.
Leo, ich bin sehr enttäuscht von dir, genau wie dein Vater es wäre.
Es tut mir so leid, Herr.
Ich dachte, ich könnte ihn nicht behalten.
Was?
Ich dachte, es sei ein Geschenk für eine Nacht.
Ich wusste nicht, dass es dauerhaft sein sollte.
Es ist wunderbar, ihn zu behalten. Hussa.
Oh, ich danke dir, Gemahl.
Schon gut. Okay.
Mach es gut, oder ich schneide dir deinen perfekten Schwanz ab,
da er nutzlos ist, wenn du damit keine Freude bescherst.
Zeus, komm!
-Geht es Euch gut? -Ja.
Eier.
Gott, ist das köstlich.
Wie sieht der Rest des Tages aus?
Wie könnt Ihr nur so heiter sein?
Wollt Ihr ihm nicht den Kopf einschlagen?
Ich will nur mein Frühstück genießen.
Bekomme ich bitte einen Kaffee?
Er hat Euch gerade verprügelt.
Das ist schon Minuten her.
Ihr seid rätselhaft.
Danke übrigens für die Rettung. Das müsst Ihr nicht tun.
Er macht eh mit mir, was er will.
Mich aufhängen, mich häuten oder mich zur Jagd und zum Essen einladen.
Man darf nicht in Angst davor leben.
Er mag mich verprügeln, aber ich lasse ihn mir nicht die Freude an diesem Ei,
diesem Kaffee oder diesem Tag nehmen.
Ich lasse mir nicht von der Angst das Leben nehmen.
Ich verstehe vollkommen.
Der Damentag beginnt gleich.
Ihr wolltet plötzlich hingehen?
Ja, in der Tat.
-Und du wirst mitkommen. -Oh, lieber nicht.
Doch, es wäre mir lieber.
Leo, Ihr solltet auch mitkommen.
Bleibt in der Nähe, falls er sich fragt, wo Ihr seid.
Madame Swenska.
-Ich... -Wie wunderbar Ihr ausseht.
Ich...
Ihr werdet sehen, dass sie Russland liebt. Und ihr frischer Geist inspiriert.
Na gut.
Antonia, Liebling, was ist passiert?
Dieses Miststück von Kaiserin.
Tollkühn, meine Liebe.
Außergewöhnlich, aber tollkühn.
Ich habe noch nie einen Damentee mehr genossen.
Vielen Dank.
Wir können nicht reden.
Doch, können wir.
Kein Problem.
Ich dachte, Ihr würdet ihn loswerden.
Wir können ihm nicht trauen.
Ich habe es versucht. Peter würde ihn töten.
Wenn er ein Spion ist, tötet Peter uns.
Hätte ich ihn sterben lassen sollen?
Wir wollen doch sinnloses Blutvergießen in Russland beenden.
Heißt es, er oder wir, dann nicht.
Solche Entscheidungen müsst Ihr treffen,
wenn wir das tun wollen. Machiavelli.
Ich sagte doch, mir missfällt diese Übersetzung.
Der ist kein Spion. Er sieht zu gut aus.
Den politischen Instinkt deiner Familie
beneide ich nicht.
Fick dich, du jungfräulicher Feigling.
Schluss, Marial.
Oberst Swenska hätte ein Mitstreiter sein können,
aber nun haben wir ihn und die Hälfte der Damen verloren.
-Das war es wert. -Stimmt.
Zwei Schritte vorauszudenken statt nur einen, wäre von Vorteil.
Das habe ich. Ich wählte einen Stoff für die Party aus
und ließ den ganzen Raum damit dekorieren, Orlo.
Das sind zwei Schritte.
Ich verstehe Eure Leichtsinnigkeit nicht.
Das nennt man Mut, Orlo.
Ihr bekommt ihn mit der Zeit.
Wie ist es...
...Kaiserin zu sein?
Das hat mich nie jemand gefragt.
Es ist...
...komplex.
Darf ich offen sprechen?
Warum auch nicht?
Ich nenne es "Meine Eindrücke von der Kaiserin".
Ihr mögt Peter nicht.
Ihr mögt es hier nicht.
Ihr wirkt betrübt, und das Schlimmste ist...
Ihr scheint nicht zu wissen, wie man Spaß hat.
Spaß steht nicht zur Debatte.
Er erwähnte wieder das Land.
Peter könnte eine Weile mitkommen.
Die ganze Zeit?
Habt Ihr gesehen, was die Kaiserin mit Antonia gemacht hat?
Eine Zickigkeit, wie man sie nur selten sieht. Irgendwie brillant.
-Ich fand es lustig. -Nun, ich nicht.
Lutsch den Rest des Monats selbst deinen Schwanz, Arkady.
Ihr muss eine Lektion erteilt werden.
Vielleicht braucht Antonia eine Lektion. Sie ist nicht die Kaiserin.
Wir hatten offene Herzen. Die sind nun verschlossen. Das wird sie noch merken.
Vortäuschen, vortäuschen.
Das hättest du Leo nicht antun müssen.
Ja, das stimmt wohl. Spuckt er Blut?
-Nein. -Dann ist alles gut.
Blut ist meist das Anzeichen eines Problems.
Geht es dir gut?
Bist du nervös wegen der Rede?
Nein.
Ja. Scheiße!
War er all das?
Oder vielleicht nicht, und darum bist du nervös?
Er war all das. Er war außergewöhnlich.
Was ist dann das Problem?
Wenn ich von ihm rede, was ich nicht tue,
denn wenn ich das tue, weine ich.
Es ist unmännlich und armselig vor diesem Pöbel.
Er fehlt dir.
Kaiser.
-Das ist keine Schande. -Nein, es sieht nicht...
Es gibt ein Sprichwort: "Was vom Herzen kommt, geht ans Herz."
Er wurde geliebt, und wenn du das zeigst, ist das nobel.
-Ich darf nicht weinen. -In der Tat.
Denn ich bin ein Kerl mit eisernem Willen und Kontrolle.
Er war ein Mann der Tat.
Ein Mann des Volkes.
Geliebt, verehrt.
Siegreich in der Schlacht.
Er half mir einmal, einen Löwen aus Rubel zu basteln.
-Aber unerschütterlich... -Heulsuse.
Das habe ich gehört.
Wer es auch war, tritt hervor.
Mann gegen Mann. Lass uns kämpfen.
Keine Vorwürfe, keine Repressalien.
Bei der Ehre meines Vaters, zwei Männer und ihre Fäuste, wie er es getan hätte.
Es wäre mir eine Ehre.
Strategie, ihr dummen Wichser.
Eure hirnlose Tollkühnheit wird uns den Sieg nicht bringen.
Ich bin der Sohn von Peter dem Großen. Ich weiß, wie man siegt.
Wir halten uns an meinen Plan, überqueren den Fluss,
und schneiden ihnen die Herzen raus. Ja?
Ja?
Hussa!
Also, wo war ich?
Mein Vater. Ich gedenke ihm mit dieser Statue. Hussa!
Machen wir Russland groß und siegen über diese üblen blonden schwedischen Wichser!
Hussa!
Ich glaube, es gibt eine Party. Viel Spaß.
Wie herrlich es war, als du auf diesen Mann einstachst.
Du hattest Recht mit deinem Rat.
Alle lieben und fürchten mich jetzt.
Ich war heute etwas grob zu Leo.
-Als du ihn getreten hast? -Ja, das meine ich.
Es zeigt nur, wie viel dir mein Glück bedeutet.
Stimmt.
Wenn du ihn nicht willst, such dir einen Liebhaber aus.
-Welementow hat sich angeboten. -Gar nicht lustig.
-Stell dir das vor. -Lieber nicht.
Im Ernst, tu es mal.
Wie er ihn dir über einen Tisch gebeugt in den Arsch steckt.
Dann bricht der Tisch zusammen und er zerdrückt dich.
Jetzt du.
Wie er sich vollpisst, während er mich besteigt.
Sehr einfallsreich, wenngleich meine besser war.
Wenn du Leo nicht willst, wähle jemanden
und ich stimme zu oder auch nicht.
Und Leo?
Er darf zurück nach Hause.
Also darf er gehen?
-Ja, natürlich. -Gut.
Er soll sich verpissen oder bleiben. Ist mir egal,
solange du glücklich bist und keine elende, mürrische Fotze.
Was du nicht bist. Beschreibt nur, was ich nicht will.
-Natürlich. -Ich sage es ihm.
Nein, ich mache das.
Und du bist dankbar für meine Bemühungen um dein Glück?
Alles ist Bestens am Hofe von Peter.
-Ist es in der Tat. Hussa! -Hussa!
Ich muss spielen. Ich bin ein genialer Violinist.
Gib her. Verpiss dich!
Ja!
Gut gemacht.
Bravo.
Peter lässt Euch nicht gehen.
Ihr habt sicher alles versucht.
Habe ich. Also müssen wir die Scharade fortsetzen.
Ihr seid seltsamerweise nicht enttäuscht.
Natürlich steht es uns frei, daraus zu machen, was wir wollen.
Zum Beispiel steht es Euch frei, meine Küsse zu erwidern.
Aber auch, es nicht zu tun.
Dafür müsstet Ihr...
Wir brauchen Hilfe.
Ab hier solltet Ihr es schaffen.
Danke, Marial.
Was macht Ihr...
Es ist wirklich gut.
Der Teil über ein Leben ohne Heuchelei wird großen Anklang finden.
Leo bleibt hier.
Er ist mein Liebhaber.
Er wird jedoch nie von unserem Plan erfahren.
Das schwöre ich.
Was macht Ihr da?
Mein Blutschwur.
Oh, Ihr mögt es, gefährlich zu leben.
Ich will einfach nur leben.
Und ich will, dass jeder diese Chance hat.
Gefahr ist ein Teil davon.
Das müsst Ihr begreifen.
Ich habe sie mein Leben lang beharrlich vermieden.
Das können wir nicht.
Schlug Euer Herz nicht heftig, als Ihr dachtet, Oberst Swenska gewonnen zu haben?
Jetzt müsst Ihr Euch in die Hand schneiden.
-Ich will das nicht wirklich tun. -Ich weiß.
Heute Morgen brauchen wir keine Kleider.
-Marial? -Knöpfe?
Knöpfe
Untertitel von: Christian Eisenach
Und dann starb mein Vater...
Sieht wie ein Bär aus, oder?
In der Tat. Wunderbar.
Es schmeckt nach dir.
Was ist denn?
Entschuldigt, Kaiser, dringende Neuigkeiten.
Über Nacht ist Patriarch Bischof Iwan Iljitsch,
Anführer unserer großen russischen orthodoxen Kirche, plötzlich verstorben.
Aha. Scheiße.
Weint Ihr?
Nein, Madame Dymow.
Sieht aber so aus.
Ich sagte, Nein.
Ich hatte nur den Eindruck.
Und ich halte mich zurück, meinen Eindruck zu beschreiben.
Ihr scheint meine Beichten doch zu genießen.
Er wird heute zur Segnung in der Kapelle aufgebahrt.
Gleich danach wird das Ritual für den neuen Patriarch eingeleitet.
Alles klar. Geh.
Ein netter alter Kerl, der Patriarch.
Er stand meiner Mutter sehr nah.
Soll ich Euch einen blasen?
Was?
Das mögt Ihr, wenn Ihr von Eurer Mutter redet.
Nicht jetzt. Sehr nett. Danke.
Meine Mutter bat ihn immer, mir in die Augen zu starren.
Warum?
Um zu sehen, ob ich eine Seele hätte.
Und?
Er sagte ihr, ich hätte eine, zwinkerte mir dabei aber immer zu.
Mutter sagte immer: "Gott sieht alles. Was hält er wohl von dir?"
Wenn Gott alles sieht, müssen wir ihm imponieren.
Du bist schlimm.
Genau wie du, mein Lieber.
*enthält gelegentlich historische Fakten.
Das Maultier von Moskau
Ich hab Angst.
Vertrau mir.
Was ist es?
Meine eigene geniale Erfindung.
Ingwerbier, Wodka, getrennt.
Zwei Dinge vereinen sich in deinem Mund zu einem Crescendo.
Dazu eine Limettenscheibe für etwas Pep und voilà.
Los.
Es ist köstlich.
Unser eigenes Getränk, heute erfunden.
Es ist 10 Uhr. Wir sollten wieder ins Bett.
10 Uhr? Scheiße.
Ich muss los. Ich habe Pflichten und so.
Ich befehle dir, nackt in meinem Bett zu warten.
Du! Ich brauche dein Maultier.
Das war unsere Loge.
Mein Vater und ich kamen hierher.
Wie geht es deinem Vater?
Weiterhin der Idiot, der mein Leben ruinierte.
Aber er ist gesund
und schaufelt gern Scheiße im Stall und fickt die Mägde mit Syphilis.
Ich bin außer Atem.
Diese Korsetts sind einfach unmenschlich.
Entschuldigt, ich war...
Wir haben Zeit für die Beschreibung sexueller Akte,
wenn Ihr möchtet.
Nein. Das muss ich nicht hören.
Schnappt Luft und dann reden wir über das Wichtige.
Tut mir leid.
Zwei Dinge sind passiert.
Der Patriarch ist tot und ein neuer muss ernannt werden.
Peter wird ihn ernennen, aber wir müssen unbedingt mitmischen.
Bischof Tarcinkus ist unser Mann.
Für die Machtergreifung braucht Ihr die volle Unterstützung der Kirche.
Ihr müsst ihn treffen.
Die zweite Sache hat mit den Frauen zu tun. Sie...
Sie haben ein Gerücht in die Welt gesetzt, Swenska und ihre Bande.
Ein Gerücht?
Dass Ihr bei Eurer Ankunft keine Jungfrau mehr wart.
Dass Ihr...
Ich frage ganz direkt. Habt Ihr je ein Pferd gefickt?
Ein was? Nein!
Dachte ich mir, aber man sollte sicher sein.
Oh Gott. Sie haben mir eben nachgewiehert.
Ich dachte, weil ich auf einem Maultier saß.
Ihr müsst sie schnell zurückgewinnen. Gerüchte werden sonst Tatsachen.
Das glaubt doch keiner.
Das Gerücht ist ein Symptom.
Ihr seid Ausländerin mit schlechtem Ruf.
Die Frauen werden die Männer mit Gerüchten vergiften
und Euer Ruf wird sich nie erholen.
Und wir brauchen die Männer am Hof.
Wie fickt man eigentlich ein Pferd?
Ich könnte es Euch aufzeichnen.
Ich habt Euch für mich eingesetzt und müsst dafür bezahlen.
Schlagt mich vor ihnen zu Boden.
Dich auf deinen Platz verweisen?
Ich meine, zu Boden schlagen.
Das werde ich nicht tun.
Aber ich versöhne mich mit ihr.
Schluss mit dem Geplänkel.
Ich gewinne sie zurück. Alle mögen mich. Schon immer.
Eure Zuversicht ist wie immer eine Inspiration.
Wlad mag mich. Richtig, Wlad?
Ich... nun, ja, Kaiserin.
-Was liest du da, Wlad? -Über Dreiecke.
Dreiecke. Witzig. Gleichschenklige sind besonders schön.
Ja. Der Kaiser wartet.
-Wo zum Henker warst du? -Entschuldige.
Wir müssen den Truppen zum Abschied winken.
Macht sie fertig!
Hussa.
Meine Spione berichten, du hast Leo als Liebhaber behalten.
Ja.
Also...
Also...
Danke, lieber Gemahl. Du hattest doch recht
mit deinem Urteilsvermögen, gutem Aussehen und Riesenschwanz.
Danke, lieber Gemahl. Du hattest doch recht
mit deinem Furzvermögen, gutem Schmausen und Riesenkranz.
Sagtest du das?
Nein, es... geht schon so.
Verliebe dich nicht in ihn oder ich zerstückle ihn.
Er ist eine amüsante Ablenkung, mehr nicht.
Wir machen ein Baby. Ich hab nur grad in Madame Dymow abgespritzt.
Mein Gott.
Den Ausdruck kannte ich nicht.
Die Bischöfe versammeln sich, Herr.
Warum?
Um einen neuen Patriarchen zu wählen.
Traditionsgemäß geschieht das am Tag danach.
Um zu verhindern, dass die Regionen
ihre Vertreter an den Hof schicken, um auf ihre Männer Einfluss zu nehmen.
Vor 20 Jahren führte das zu großem Blutvergießen.
Ich erinnere mich. Oder es wurde mir erzählt oder...
Die Eier brauchen Salz oder Lachs oder irgendwas.
Verpiss dich. Ich komme gleich.
Existieren wir wirklich schon vor der Geburt?
Wie bitte?
Ich bin Kaiser, von Gott bestimmt.
Er muss mich also vor meiner Geburt gekannt haben.
Ich verstehe.
Und er sieht alles.
Dennoch bin ich Kaiser durch Gottes Gnade... So ist es einfach.
Ich könnte dir helfen, Kaiser.
Eine Frau wählt den Patriarchen?
Hussa.
Sehr amüsant. Du bist so süß.
Madame Swenska.
Weint Ihr?
Mit dem Frühling kommen meine Allergien.
Euer Gemahl zieht los.
In der Tat. Hussa.
Wir haben uns auf dem falschen Fuß erwischt.
Wirklich? Inwiefern?
Die Sache mit dem Kleid, die Verachtung meinerseits,
Ihr habt meine Dienerin geschlagen.
Ich habe keine Ahnung, worauf Ihr anspielt.
Ihr seid die Kaiserin und ein Segen für uns alle.
Richtig.
Selbst, wenn wir Euch für eine arrogante, fiese Fotze hielten,
die vor ihrer Ankunft ein Pferd fickte,
würden wir Euch trotzdem als Kaiserin respektieren.
Ich habe kein Pferd gefickt.
Keine Sorge. Kein guter Christ würde das glauben.
Ihr habt unseren Respekt, Kaiserin.
Und?
Sie springt nicht auf meinen Charme an.
Wieso hat sie die Damen so in der Hand?
Sie ist sehr reich. Eine der reichsten Familien Russlands.
Einige schulden ihr Geld.
Sie überschüttet sie mit Geschenken, Aufmerksamkeit und Amüsements.
Ich bin auch reich und all die anderen Dinge. Und mehr.
Wenn nicht Swenska, vielleicht können wir die anderen Damen für mich gewinnen.
Kaiserin, es warten dringende Geschäfte.
In der Tat, jetzt erinnere ich mich.
Graf Woronski.
Graf Orlo. Guten Tag, mein Herr.
Kaiserin, Bischof Tarcinkus ist da.
Ihr solltet ihn treffen.
Orlo, leider hat sie heute sehr viel zu tun.
Ich entscheide, wie viel ich zu tun habe.
Natürlich. Ich bin Euer ergebener Diener.
Ich gehe dann mal.
-Hat er Euch gebissen? -Ja.
Ich hab es auch ein wenig gespürt.
Der Putsch braucht unsere ganze Aufmerksamkeit.
Ich bin aufmerksam, Orlo.
Aber zuerst muss ich die Unverschämtheit des Grafen bestrafen.
Ich verstehe diese wirre Herangehensweise nicht.
Versteht Ihr sie wirklich nicht?
Ich muss sehen, ob Ihr einen Schwanz habt.
Weicht Ihr zurück?
Wow...
Was heißt "wow"?
Ich weiß nicht.
Einfach ein Wort, das mir einfiel.
Ich finde es passend.
Alles in Ordnung?
Es war schön mit dir.
Du kannst gehen.
Und wann soll ich wiederkommen?
Nach meinem Belieben.
Kein Wort mehr. Geh sofort.
Kaiserin...
Widersprich...
mir nicht.
Geht es dir gut?
Natürlich.
Ein trauriger Tag für unser Land.
Er war wie ein Vater für dich. So wie du für mich.
Es ist, als würde mich ein Loch in der Erde verschlucken.
So fühlte ich mich, als Mutter starb.
Aber du nahmst meine Hand und zogst mich aus dem Loch.
Du warst acht.
Verlust ist Verlust.
Ich muss meinen Pflichten nachgehen.
Danke.
Niemand hat ihn seit dem Frühstück gesehen.
Geht. Ich finde ihn.
Man sucht Euch.
Natürlich.
Der Patriarch.
Der alte Wichser, der Euch in die Augen starrte.
Ich habe ihn jahrelang gemieden.
Und ich gab ihm alles.
Wieso können die nicht selbst jemanden wählen?
Das wäre nicht in Eurem Interesse.
Die Kirche muss kontrolliert werden.
Kommt. Das wird witzig.
Ich komme mit.
Wie damals, als wir mit Eurem Vater unter den französischen Kurtisanen
Eure erste Frau raussuchten.
Es war schön, elf Jahre zu sein.
Die guten, alten Zeiten.
Kommt.
Er freut sich.
Die können komisch sein, was Frauen angeht.
Er wird nicht mit Euch reden oder Euch ansehen.
Ihr dürft Euch hinknien und er wird Euch segnen.
Er redet nicht mit mir? Und er soll eine gute Wahl sein?
Er teilt einige unserer Ansichten.
Für mich sind Frauen Menschen. Der Ansicht scheint er aber nicht.
Doch. Aber die sind einfach alt.
Wir müssen das durchziehen.
Hallo. Wie geht es Euch?
Gesegnet sei die Jungfrau.
Hat mich sehr gefreut.
Vertraut mir.
Das tue ich offensichtlich.
Hier ist eine Liste mit Kandidaten.
Bleibst du nicht?
Ich kann nicht, mein Herr. Ich bin ihnen untergeordnet.
Schade, dass nur Kandidaten anwesend sind.
Aber ich werde bei Euch sein, um Euch das Ritual zu erleichtern.
Gott wird dem Kaiser ein Zeichen geben. Er wird es spüren. Er braucht keine...
Vernünftigen Gedanken?
Der Kaiser darf sie befragen, um sich ihrer Heiligkeit,
Liebe und Treue gewiss zu sein.
Das ist gut. Ich beurteile sie.
-Natürlich. -Genau.
Grigor, wir sind mitten bei...
Klappe. Der Kaiser hat mich um Hilfe gebeten.
Wie unterscheiden wir sie zum Beispiel?
Als Nächsten den alten Mann, der nach faulen Eiern und Weihrauch stinkt.
Genial.
Grigor hilft mir bei dem Spaß.
Das ist kein... Spaß.
Das ist sehr ernst zu nehmen.
Es geht um Gottes Vertreter auf Erden.
Ich weiß ganz genau, worum es geht, Erzi.
Wo beginnen wir?
Ich schlage vor, nach Länge des Bartes.
Herrlich.
Er ist ein guter und heiliger Mann.
Aha. Wollen wir das?
Wir wollen jemanden, der Euch liebt.
Kaiser Peter, ich bin Pawel Lopow Tarcinkus von Mogiljow.
Eure Treue gegenüber dem Kaiser ist so stark, wie jene zu Gott, richtig?
Gute Frage.
Sie ist unzerstörbar.
Ihr seid Gott. Gott ist in Euch. Gott ist Liebe.
Den Kerl mag ich.
Kaiser, ich bin Herman Alexej Leontius von Wilna.
Ihr seid der größte Anführer, den Russland je hatte.
Der kommt auch infrage.
Es wäre mir eine Ehre, unter Euch und zu Füßen Gottes zu dienen.
Ich mag den Kerl.
Ich behaupte nicht, der Richtige für das Amt zu sein. Aber eines weiß ich.
Dieser Kaiser ist ein Mann, der Zerstörung bringt.
Ohne Moral, ein Teufelsanbeter und Unzüchtiger.
Dir Kirche muss sich gegen ihn stellen.
Jede Kanzel im Lande sollte ihn als seelenlosen Ketzer bloßstellen.
Du beschissener...
Ich übergebe mich den Flammen von Gottes Liebe
und verlasse diesen Ort der Ungerechtigkeit.
Meine Güte.
Wie wagt er es, so mit mir zu reden?
Schnupft was. Was für ein Gestank.
Wir müssen sicher sein, dass Ihr unterstützt und geliebt seid.
So gefährlich kann es sein, wenn die Kirche Euch verurteilt.
Es wäre nicht rechtens. Und verdammt gefährlich.
Was sollte die Scheiße? Wieso stand er auf der Liste?
Die Synode entscheidet das.
Er ist notleidend. Aber ich wusste nicht, wie schlimm...
Und wenn alle so denken?
Das ist die Gefahr der falschen Entscheidung.
Deshalb wäre Bischof Tarcinkus eine gute Wahl.
Welcher war das noch?
Der Alte, grauer Bart, hat nicht gebrannt.
Das ist nicht hilfreich, Grigor.
Es steht mir ja nicht zu, Euch zu beraten,
aber Ihr habt sicher Kerlow als starken Kandidaten erkannt.
Er predigt Hass und Furcht.
Ja, Furcht. Ohne Furcht kann man Russland nicht regieren.
Ein Druckmittel, das die Kirche gern fördert.
Ich habe entschieden.
Erst ein Bier, dann ein Wodka und dann eine Muschi als Nachtisch.
Grigor, komm.
Du hast nicht das Recht, deine Meinung abzugeben.
Wieso ist dir das so wichtig?
Ich möchte nur Gutes für Russland.
Ich will niemanden, der uns ins Mittelalter zurückführt.
Du bist ein guter Lügner, Orlo.
Von einem, der Meister darin ist, ist das ein großes Kompliment.
Welche brennende Liebe für Gott.
Man kann auch zu sehr lieben.
Das sind hübsche Dinge.
Wie du, Wlad.
Die Kaiserin.
Oh, Kaiserin.
Ich sah es und dachte an Euch.
Es ist reizend.
Entschuldigt meine Kinder.
Boris ist krank, und die anderen sind verrückt.
Sie sind entzückend.
Wie elegant. Eine hübsche Farbe.
Ich sah es und dachte an Euch und wie elegant Ihr seid.
Danke.
Sie sind aus georgischem Gold,
und ich wollte, dass Ihr eins besitzt.
Ihr solltet nicht so betteln.
Was?
Ihr seid die Kaiserin. Ansehen ist alles.
Ich möchte ihre Freundin sein.
Wie süß. Aber sie mögen nichts Süßes.
Danke für das Ei.
Ihr werdet doch nicht echte Freundinnen, oder?
Ich könnte es nicht ertragen.
Du warst meine erste Freundin hier. Meine wahre Freundin. Nichts ändert das.
Entschuldigung.
Guten Tag.
Komm um Mitternacht in mein Gemach.
Ich folge weder deinem noch dem Wunsch eines anderen.
Natürlich, Kaiserin.
Allerdings gehe ich oft nachts spazieren,
komme also vielleicht zufällig vorbei. Oder auch nicht.
Ich genieße die Länge dieser Korridore.
Ich war nicht hier, seit dein Vater eine Orgie feierte
und mir jemand eine Möhre in den Arsch steckte.
Kaiser. Ja, das alte Gemach meiner Familie.
Ich bleibe eine Weile hier.
Was machst du da?
Ich mag Bäume. Zu Hause sehe ich sie vom Bett aus.
Hier ist das nicht möglich, also pflanze ich einen.
Schräg, aber na ja. Du bist offiziell der Liebhaber der Kaiserin.
Ich entließ dich, aber sie behielt dich.
Ihr habt mich entlassen?
Hat sie es dir nicht gesagt?
Sie ist eine Hexe. Zwei Dinge. Willkommen am Hof.
Du bist jetzt einer von uns.
Hussa.
Grigor. Er pflanzt Bäume an.
Ein seltsamer Vogel.
Ihm scheint unwohl.
Ich hab ihn getreten. Gib ihm was zu trinken.
Setzen wir uns in den Wald und trinken was.
Ein Mann sollte mit dem Liebhaber seiner Frau befreundet sein, sagte Vater.
Damit es nicht im Blutbad endet.
Grigor, hab ich recht?
In der Tat.
Grigor und ich sind Freunde.
Obwohl ich heute früh eine Feige aus der Muschi seiner Frau aß.
Was?
Ein unzerstörbarer Bund.
Leo, wir werden Freunde.
Ist mir eine Ehre, Herr.
Was ist das?
Eine Pflaume. P-F-L-A-U-M-E.
Fortschritte beim Lesen.
Graf Woronski bittet um Einlass.
Ich weiß, du hast zu tun. Ich halte es kurz.
Nur zu.
Das war's.
Was?
Ich lag im Bett und dachte an dich. Und wie wunderschön du bist.
Doch dann dachte ich, meine Fantasie geht mit mir durch.
Und war es so?
Ein wenig, ja, aber nicht viel.
Ich kam letzte Nacht zu dir und sah dich mit Peter feiern.
Er will, dass wir befreundet sind. Ich muss sein Freund sein.
Du bist gut im Vortäuschen.
Ich nehme an, das stimmt.
Wie kann ich dir also glauben. Dass...
Ich ehrlich zu dir bin?
Du musst wohl deinem Instinkt folgen.
Ich bin Romantikerin.
Ich fürchte, dass...
Ich dir das Herz breche.
Würde ich mich in dich verlieben.
Was nicht so ist.
Ganz und gar nicht.
Ich entschied mich für dich, um meine Neugier zu stillen.
Du hast eine gnadenlose Seite.
Sie bringt mein Blut in Wallung.
-Du verwirrst mich. -Und du mich.
Dich mit Peter zu sehen...
Bin ich ein Narr? Möglich ist es.
Das können wir alle sein.
Durch dich bin ich Teil seiner Welt.
So launisch, wie er ist, so entzückend, doch fremd, wie du bist,
weiß ich, dass mein einfaches Leben viel komplizierter wird.
Normalerweise lade ich gern Gäste zum Trinken ein
oder gehe im Wald spazieren.
Schmeichle mir nicht so unerbittlich.
Ich hab mich in dich verliebt.
Also...
bin ich am Arsch.
Aber das akzeptiere ich.
Wenn du mich wegwerfen willst, zerbrichst du einen Teil von mir,
aber ich könnte auf mein Anwesen fliehen
und würde vielleicht mit der Zeit heilen.
Du würdest mir einen Gefallen tun, wenn du es tätest.
Wähle.
Wähle.
Ich...
Du kannst gehen.
Für den Augenblick.
Ich...
Ich denke drüber nach.
Papa liebte das Glücksspiel.
Einmal schnitt er mir im Schlaf die Zöpfe ab.
Er hatte sie an den Diener verspielt.
Am schlimmsten war der Verlust der Weinberge,
und jetzt müssen wir für den leckeren Wein zahlen.
Sehr lecker.
Die Bischöfe, Herr.
Wir müssen es heute entscheiden.
Wir essen Austern, Herrgott noch mal.
Müsst ihr stören? Raus hier.
Wie unhöflich.
Wie läuft es?
Schlecht. Gott sollte mir ein Zeichen geben.
Fauler Wichser.
-Ich? -Gott.
Na ja, ihr beide.
Warum töten sie nicht alle und setzen mich ein?
Schwarz steht mir und ich bin unter 100. Erfrischend für alle.
-Geniale Idee. Sehr schön. -Danke.
Nein, was ich gesagt habe. Ein Zeichen.
Wieso muss ich die Arbeit machen?
Für Euch.
Das ist von Swenska. Einladung zum Tanztee.
Offenbar will jemand Frieden schließen.
Danke für das schöne Geschenk.
Bedräng die Kaiserin nicht so.
Setzt Euch, meine Liebe.
Danke, auch für die Einladung.
Euer Geschenk war wunderschön. Ihr habt einen vorzüglichen Geschmack.
Das denke ich immer von Euch.
Ich strenge mich an. Sonst gibt es ja hier nichts zu tun.
Wie geht es Eurem Liebhaber?
Ja, erzählt.
Sein Vater war unglaublich.
Er war mein Erster.
Erzählt uns doch von Leo, Kaiserin.
Wir möchten Euch kennenlernen.
Das ist privat.
Natürlich.
Tanzen wir?
Katharina, geht es Euch gut?
Wir waren in die Musik vertieft.
Und Ihr seid neu beim Tanz. Da muss man ganz genau sein.
Ist man nicht zur rechten Zeit am rechten Fleck
und im Einklang mit dem Partner, kann das gefährlich sein.
Nein, mir geht es gut.
Meine Nase blutet.
Einen Applaus für den Mut der Kaiserin.
Gebührt ihr Respekt.
Die Kaiserin.
Ich könnte meinem Gemahl davon erzählen.
Euer Gemahl mag Essen lieber als Euch.
Man toleriert Euch hier.
Wir werden Euch vor ihm immer Respekt erweisen,
aber Ihr solltet wissen, wo Ihr bei mir und den Damen steht.
Versucht nie wieder, sie mir wegzunehmen, Pferdefickerin.
Was ist passiert?
Ein Tanztee.
Alles in Ordnung?
Dieser Ort ist unerträglich. Fuck!
Weine. Ich fühle es in dir.
Ich vermisse zu Hause.
Was noch?
Ich hasse alle.
Was noch?
Ich mag keine Elchlippen, auch wenn alle sie köstlich finden.
Widerliches Zeug.
Wie ein Sturm, der deinen Körper verlässt.
Zu weinen ist sehr russisch.
Salzige Tränen, meist voller Wodka.
Und Politik? Du sprichst nie darüber.
Was bringt es, gegen eine Mauer zu rennen
und sich alle Knochen zu brechen, wenn die Mauer danach noch steht?
Veränderung ist möglich.
Als ich zwölf war, erreichte uns der Krieg.
Plötzlich tauchten Männer in unseren Weizenfeldern auf.
Im ganzen Land hing blauer Rauch
mit Gestalten, die aussahen wie Geister.
Dann war die Schlacht vorüber. Der Regen kam und spülte das Blut weg.
Wir pflanzten alles neu.
Der Weizen wuchs erneut und mein Vater fragte mich:
"Wer hat gewonnen?"
Es ist also alles egal.
Wir werden alle zu Staub.
Ich werde zu glücklichem Staub.
Dein Glück ist also deine politische Meinung?
In der Tat, und das soll auch so bleiben.
Trinken wir noch einen?
Ich weiß nicht, ob ich das bewundere oder verabscheue.
Ich auch nicht, also lass lieber beides.
Genieß mich einfach.
Oder leck mich etwas, wenn dir danach ist.
Tut mir leid, aber ich kann dich nicht gehen lassen.
Ich hätte nie gedacht, dass die Verdammung so schön ist.
Erzi, hast du noch Visionen und einen Austausch mit Gott?
Unter bestimmten Bedingungen.
Behauptet er zumindest.
Ich bin damit gesegnet.
Ich kann Eure Zweifel verstehen,
da Euer Glaube und Eure Fantasie so gewöhnlich sind.
Er sagt damit "Fick dich", Orlo.
-Weiß ich, Herr. -Gut.
Also, meine Idee. Hab eine Vision.
Frag Gott, wen ich wählen soll.
Was? Nein.
Nein? Wieso redest du eigentlich?
Ich reiß dir die Zunge raus und esse sie, wenn sie sich noch mal bewegt.
So funktioniert das nicht.
-Gott... -Sag ihm, ich bitte darum.
Ich bin von Gott bestimmt, also muss er mir helfen, wenn nicht alles
durch eine falsche Wahl verkackt werden soll.
Mal sehen, ob ich die Bedingungen für eine Vision schaffen kann.
Ach du Scheiße.
Hast du was gesagt?
C, D, E, F...
Er hat Erzi geschickt, um mit Gott zu reden.
Gott wird Erzi ein Zeichen senden
und er wird den Patriarchen wählen und es Peter vorsagen.
Er nimmt, wen er will.
Dieser verlogene, hinterhältige Arsch.
Er ist ein guter Mensch, und ein Heiliger im Herzen.
Er ist dein Freund und Cousin. Du bist auf seiner Seite.
Er ist ein gerissener Politiker, der die Interessen der Kirche beschützt.
Er ist Bischof. Das ist ja wohl seine Aufgabe.
Und deine ist es, ein nerviges, ungeficktes Insekt zu sein.
Marial, tief durchatmen.
Wenn er ein gerissener Politiker ist, kann man mit ihm reden.
Wenigstens spricht er mit Frauen, was besser als unser Kandidat ist.
Ihr habt euch früher schon geeinigt?
Dann weise ihn in Richtung unseres Kandidaten.
Ich kann mit ihm reden.
Er wird sich fragen, warum eine Frau sich interessiert und uns verraten.
Das ist meine Aufgabe.
Der Patriarch betrifft auch die Frauen.
Frag doch meine Amme, die außerehelich schwanger wurde.
Man brachte sie in ihrem Dorf auf Geheiß des Priesters um!
Orlo irrt sich. Erzi ist ein guter Mensch.
Das Befingern konnte ich nie vergessen.
Das musste er tun.
Es ist seine Aufgabe und Pflicht.
Als meine Mutter starb
und mein Vater eine Flasche und eine Hure umarmte,
anstatt seiner kleinen Kinder,
kümmerte er sich jeden Tag um mich und meine Schwester.
Er ist stur, was die Politik angeht, aber er ist ein guter Mensch.
Vergessen wir mal die knochigen Finger.
Erzi.
Können wir darüber reden, wer Partiarch wird?
Immer nur Politik, Orlo. In was für einer kleinen Welt du lebst.
Alles ist Politik, Erzi. Das heißt, dass dein Preis hoch ist.
Du hast eine Vision und siehe da, es wird Kerlow sein.
Es tut mir leid, dass du das denkst.
Das ist das Problem mit deiner Philosophie.
Du glaubst nicht, dass wir Teil von etwas Größerem sind.
Du drängst uns in Richtung einer kahlen Öde der Einsamkeit.
Gott umhüllt uns. Seine Liebe umhüllt uns.
Und momentan umhüllt mich dein Schwachsinn.
Ich helfe gern, mein Freund.
Lass uns zusammen sehen, wer uns am meisten nützt. Weiter nichts.
Ich bin Gottes Diener. Nicht deiner.
Nicht der Politik. Er führt mich.
Ich wollte nur sagen, dass Tarcinkus ein guter Mann ist.
Mit dem wir beide was anfangen könnten.
Er hat keine eigene Meinung.
Scheiße.
"Jetzt hier, jetzt dort, fliegt die Fantasie umher,
bis ein geliebtes Objekt das wandernde Auge einfängt,
dessen seidene Fesseln alle Sinne binden
und den Verstand verzücken."
Die Frauen.
Ja. Ich hörte, der Tanztee geriet außer Kontrolle.
Sie hassen mich.
Ihr habt Swenska wirklich gedemütigt.
Ihr Aussehen ist ihr wichtig, und Ihr habt es sehr verletzt.
Ich möchte, dass sie mich mögen.
Warum? Die sind doch langweilig.
Ihr müsst nur von ihnen respektiert werden und Verantwortung für sie übernehmen.
Verantwortung übernehmen?
Ihr seid die einzige Stimme, die die Frauen haben.
Aber ich habe keine Stimme.
Ihr müsst sie erwachsen lassen, so wie ein Thronfolger in Eurem Leibe.
Moment.
Was sind das für Bilder?
Inspiration und Bildung.
Ist das überhaupt möglich?
Das dachte ich auch, aber wenn man jemanden hat, der einen stützt,
ist die da sehr gut.
Man hat danach ein paar Tage Schmerzen.
Ihr seid fasziniert.
Sie entfachen etwas in mir.
Was mich zur Geschichte mit dem Pferd bringt.
Ich wollte, aber das Pferd wieherte Nein, und Nein heißt Nein.
Ihr seid entzückend.
Wir sind alle Tiere. Ich würde Euch nicht verurteilen.
Einst sah ich ein Reh so schön, dass ich mein Kleid anhob und hoffte,
es würde mich bespringen.
Jedenfalls... die Damen.
Ihr müsst vielleicht Marial schlagen.
Ja, das hat sie auch gesagt.
Kluges Ding.
Ihr dürft eine Dienerin nicht den Damen vorziehen.
Das tue ich nicht.
So einfach. Seht Ihr?
Kaiserin zu sein ist nicht leicht, aber Ihr schafft das.
Ich habe hier diese Stäbe aus Asien.
Sie machen einen fruchtbarer,
aber ich weiß nicht, ob man sie über den Unterleib schwenkt oder reinsteckt.
Ich bin sicher, man schwenkt sie drüber.
Geht es Euch gut?
Du strahlst.
Bist du ein Engel?
Manch einer glaubt das.
Rat.
Danke, dass du gekommen bist.
Offenbar hast du ein gutes Herz unter dieser dunklen Kleidung.
Ja.
Du könntest Russland helfen. Es ist in Not.
Nichts wünsche ich mehr.
Wer soll es sein? Der Patriarch?
Ich bitte um Rat.
Vielleicht bist du es.
Ich?
Aber ich bin nicht...
würdig.
Du berücksichtigst Frauen. Du bist klug.
Du kannst Russland wieder aufrichten,
durch dein Herz und deinen Glauben und Veränderung.
Kaiser, ich flehe Euch an.
Wählt Bischof Pawel Lopow Tarcinkus.
Er ist klug und weise und würdet Ihr einen Wodka mit ihm trinken,
würdet Ihr erkennen, dass er der perfekte Mann ist.
Könnte ich machen. Mag er mich?
Natürlich. Er betet Euch an.
Kaiser, ein Zeichen!
Gott schickte mir einen Engel!
Der sieht aber komisch aus.
Seine Augen. Und er zittert.
Gott schickte dir eine Vision?
Was hat er gesagt? Wen will er?
Kaiser, darf ich vorstellen...
Mich!
Dich?
Als Patriarch. So will er es.
Dass ich auferstehe und Euch helfe, Russland wieder ruhmreich zu machen.
Hat er über mich geredet?
Nicht direkt.
Natürlich nicht. Es ist gegen die Regeln.
Er ist nicht alt genug, kein Oberer der Synode.
Klappe. Das ginge schon irgendwie.
Erzi...
Sieh mir in die Augen. Was siehst du?
Die Seele eines Königs!
Erzählt mir über Euer Leben hier.
Alles ist wunderbar am Hofe Peters.
Natürlich ist das Leben eine Wonne,
aber wenn ich etwas verbessern
und Euch als Kaiserin helfen könnte,
würde mich das als Eure Freundin glücklich machen.
Wieso beendet Ihr nicht den Krieg?
Ich schreibe es auf, aber wahrscheinlich ist es zu spät dafür.
Vielleicht unmittelbarere Dinge.
Die Kutschen sind in schlechtem Zustand.
Sie werden nicht schnell genug repariert.
Ich verstehe. Ich kümmere mich.
Wie geht es Eurem Sohn, Tatjana? Boris.
Er war unpässlich.
Tschechow behandelt ihn, aber...
Wir brauchen bessere Ärzte als die Tschechows.
Boris spuckt Blut und er setzt ihm Blutegel an den Hals.
Ich bin zwar kein Arzt, aber das scheint mit lächerlich,
und meinem Boris geht es immer schlechter.
-Er hat praktisch Raisa getötet. -Genau.
In der Tat.
Wir brauchen die modernste Medizin.
Wir lassen einen neuen Arzt kommen, aus Frankreich.
Was für eine Freundin Ihr seid.
Wie geht es Leo?
Bei ihm bekomme ich Gänsehaut und mein Herz springt vor Freude.
Ein paar mehr Details bitte.
Wenn Ihr unsere Freundin seid, müsst Ihr Euch uns anvertrauen,
damit wir Eure Liebe spüren.
Halt die Klappe, du Hure.
-Sie darf nicht... -Entschuldige dich.
Ich kümmere mich später um sie.
Geh in dein Gemach, Marial.
Mach das nie wieder.
Das gilt für alle hier. Ist das klar?
Ich habe mit meinem Gatten geredet und er nimmt das persönlich.
Wird es je wieder gehört, egal von welcher Familie, von welchem Stand,
werden sie zu Dienern gemacht und verlieren alles,
und wir werden sie täglich windelweich prügeln.
Ist das klar?
Marial, wisch dir das Blut von der Nase.
Schenk mir Wein ein.
Brauchen die Damen noch etwas von mir?
Madame Swenska, kann ich irgendwas für Euch tun?
Nein, Kaiserin, ich bin zufrieden.
Wunderbar.
Guten Tag.
Kaiserin. Ihr seid ein Naturtalent. Gut gemacht.
Danke. Wunderbare Party.
Ihr scheint nach eigenen Regeln zu leben.
Es hilft, dass sie mich für verrückt halten.
Ein neuer Patriarch.
-Hussa! -Hussa!
Das ist ein schrecklicher Fehler.
Keine Sorge.
Alles ist wunderbar am Hofe Katharinas, der Großen.
Auf die Kaiserin. Sie fasst Fuß hier.
Und ihre Fäuste.
Hussa!
Offenbar fickte sie vor ihrer Ankunft ein Pferd.
Hussa!
Aber ich bin ja fürs Ficken
und wenn Erzi uns gesegnet hat, fangen wir damit an.
An was könnte man noch glauben, außer an die Liebe?
Ich hielt es für eine Antwort.
Nun ist mir klar, dass es eine Frage ist.
Such dir eine aus.
Untertitel von: Anja Graefe
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