All language subtitles for DAU.Nora.Mother.2020.de.retail

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Original subtitles

Da fahren Autos.

Halt sie fest.

Marfa, komm her.

Geh dort lieber nicht rauf, Mama.

- Ist doch nicht schlimm. - Mama.

Warum bist du so nervös?

- Nimm sie an die Leine. - Da reißt sie sich los.

Willst du hier die ganze Zeit stehenbleiben, solange Autos fahren?

- Das machen sie immer. - Gehen wir.

Ich werde es ihnen verbieten.

Bleib.

Marfa, warum bist du so nervös?

Oh Gott, mein Herz bleibt gleich stehen.

Marfa, ich flehe dich an. Pass auf die Autos auf.

- Nora, gib mir den Koffer. - Ich nehme ihn schon, lass uns gehen.

Gib mir deine Hand.

Und du dachtest, du kannst es alleine.

So ein furchtbares Wetter.

Aus, Marfa, ruhig.

Sie will wieder raus.

Nein, sie weiß einfach nicht wo sie ist.

Kümmer’ dich lieber um deine Mama.

Verzeih, Mama, ich ziehe nur schnell meine Schuhe aus.

Gib her.

So heiß, aber du frierst bestimmt.

- Mama, alles gut. - Sind die Schühchen von meinem Enkel?

Ja, und sein Mäntelchen.

Schläft er schon oder seh ich ihn noch?

- Hast du ihr Baldrian gegeben? - Hab ich.

- Und abends? - Nein.

Besser wär’s. Siehst du, wie die Reise sie strapaziert hat.

Pfui, aus. Bei Fuß.

Komm her, sei still.

Marfa, hör auf.

- Hast du sie nicht gefunden?

Nein.

Warte, ich gebe dir die Guten, die Dau raucht.

Erst gebe ich ihr zu trinken, dann dir zu rauchen.

Ja, gut.

Hast du mich von dem Apparat aus angerufen?

Vom linken. Das linke ist das Stadtnetz.

Verstehe.

Wo stellen wir’s ihr hin?

Ich stell's erstmal hierhin.

Mein Mädchen, du bist ganz erschöpft.

Sie ist einfach aufgedreht.

Meine Sonne.

Was bist du für ein Hausfrauchen.

Und wo schläft unser Kind?

- Oben. - Im ersten Stock?

Ja, ich will aber noch nicht hoch. Marfa soll sich erst hier eingewöhnen.

Eine sehr schöne Wohnung.

- Erwachsener bist du geworden. - Dicker?

Erwachsener.

Du meinst dicker, ich kenn dich doch.

Kann ich mir denken, bei der Verpflegung.

Da nimmt jeder zu.

Probier mal die gezuckerte Kondensmilch.

Warum ist sie nicht im Kühlschrank? Die verdirbt doch sonst.

- Das schafft sie gar nicht. - Wirklich?

Du isst gezuckerte Kondensmilch?

- Tonnenweise. - Du bist ja verrückt.

- Fraglich, also was aus dem Schwiegersohn wird... - Warum?

Mag er denn Pummelchen?

Mama.

Das klären wir gleich, er kommt doch jeden Moment.

Lass das, ich bitte dich.

Ich werde rausfinden, welche Frauen er mag.

Schlanke oder Mollige.

Wenn er Mollige mag, dann isst du die gezuckerte Kondensmilch.

Und wenn er Schlanke mag?

Dann ess ich sie.

So, das Brot.

Was wollte ich? Ich krieg gar nichts mehr auf die Reihe.

- Warum? - Ich weiß nicht.

- Hast du schlecht geschlafen? - Gar nicht.

Deswegen kriegst du auch nichts auf die Reihe.

Wir erkunden die Umgebung.

In den ersten Stock haben wir es noch nicht geschafft.

Dort sind ganz neue Gerüche.

Bin gespannt, wie mein Enkel auf den Hund reagiert.

Aus. Komm her.

Marfa. Hör auf.

Hör auf zu bellen, hör auf damit.

Ich dachte, du kommst später.

Ich hab noch gar nicht mit dir gerechnet.

- Später dachtest Du? - Ja, irgendwie dachte ich das.

Du kommst immer so spät.

Was für ein Leben. Der Kaviar ist schwarz.

Der Käse ist schimmlig. Der Wein ist alt.

Was ist das für ein Leben?

Habt ihr denn kein heißes Wasser?

Marfa, pfui.

Willst du dir auch die Händchen waschen?

Was für ein Leben... Wie man so sagt.

Der Wein ist alt, der Kaviar ist schwarz, der Käse schimmlig.

Was für ein schreckliches Leben, oder?

Liebst du Roquefort auch so sehr?

- Hmm? - Magst du diesen Käse?

Ja.

Ich liebe ihn.

Das nennt man ein Fest für die Seele.

- Hier bitte, Mama. - Danke.

Guter Käse.

Lecker.

- Ich dachte, Denis wäre krank. - Wirklich?

Aber anscheinend doch nicht.

Er kann bloß nicht schlafen. Ihm ist zu warm.

- Ist er? - Es ist sehr warm.

Dort ist es schrecklich warm.

Ich hab einfach die Decke über den Heizkörper geworfen.

So ist besser.

- Ich mag das Kindermädchen nicht. - Nicht?

Sie ist so dröge.

Dann lass uns eine andere einstellen.

Wir müssen uns was überlegen.

Da klopft jemand an die Tür.

Machst du bitte mal auf? Das ist bestimmt das Bier.

- Welches Bier? - Die Bierlieferung.

- Für wen? - Für Dau. Das Zhiguljówskoe.

- Hast du die Pelmeni selbst gemacht? - Wo denkst du hin?

Wo sind die Zigaretten? Ich hab’s schon wieder vergessen.

Frag Dau.

Schaffst du so eine Portion?

Ich mach mich mal auf die Suche.

Vielleicht find ich sie ja.

Mit Essig schmecken sie auch gut.

- Pelmeni? - Ja. Schon mal probiert?

Ich vertrage keinen Essig.

- Ich hab einen übersäuerten Magen. - Ja, dann geht das nicht.

Dafür mag ich Mayonnaise sehr.

- Da ist aber auch Essig drin. - Ich weiß.

- Danke. - Eure Kerzen sind dahingeschmolzen.

Prost! Auf deinen Besuch.

Danke.

Mama hat entschieden, den Tisch zu retten. Denis hat das gemalt.

- Ja? - Ja, da sind wir beide drauf.

Rate mal, in welcher Farbe du bist.

Das bin ich.

Nein, das bin ich.

Er malt mich immer in rot und dich in blau.

Sind die Kartoffeln für was Bestimmtes gedacht?

- Nora. - Ja?

Wofür sind diese Kartoffeln?

Ich dachte, vielleicht will ja jemand noch Bratkartoffeln.

Du faules Ding.

Du Faulpelz.

Es war heute alles zu viel für sie.

Wo soll ich es hintun?

Warum?

Weil es für sie ungewohnt ist. Sie war so lange unterwegs.

Tiere mögen keine Veränderung.

- Wer leckt den Löffel ab? - Niemand, Mama.

- Bei uns ist das nicht üblich. - Natürlich nicht.

- Ich will nicht, danke. - Mama.

Irgendwie muss die Mayonnaise doch weg.

Mama, bei uns muss man nicht sparen.

Ich bin es gewohnt zu sparen.

Danke.

Und jetzt leck das ab.

- Ich kann nicht. - Ist doch lecker.

Mama, bitte, hör auf.

Er ist zu fettig, um ihn abzuwaschen.

- Nora. - Du magst doch Mayonnaise.

- Bitte, Dau, iss das auf. - Ich kann nicht.

Ich bitte dich.

- Ich esse sie ohne Mayonnaise. - Guck mal, was für ein leckerer Löffel.

- Mama. - Schmier's hier drauf.

Ich kann ihn sonst nicht abwaschen. Er ist zu fettig.

Soll ich ihn abwaschen?

Geben Sie ihn her.

- Ich mach nur Spaß. - Herrlich, Mama.

Ihr versteht einfach keinen Spaß.

Fühlst du dich jetzt wohl zu Hause?

- Was? - Fühlst du dich jetzt wohl zu Hause?

Hier und jetzt.

Ja.

- Und du? - Ja.

Soll ich dich morgen irgendwann wecken?

Oder möchtest du ausschlafen?

Und mit Denis spazieren gehen?

Du hast schon gegessen, jetzt müssen Mama und Papa auch was essen.

Bist du müde?

Willst du schlafen?

Hast du schon geschlafen?

Du bist ein guter Junge.

Du bist der beste kleine Junge der Welt.

Tante.

Nicht Tante, ich bin deine Oma.

Was für ein tolles Hündchen.

Dann muss ich keinen mehr malen. Hurra.

- Hat Papa den gemalt? - Ja.

Papa hat Dir das Hündchen gemalt?

- Da. - Ja? Das ist Marfa, stimmt's?

- Ja. - Ist das Marfa?

- Lass uns mal aufschreiben "Marfa". - Hund

Ein Hund namens Marfa.

Schreiben wir's mal: Mar-fa.

Komm, wir gehen.

Fang.

Ich fang ihn.

Na komm.

Papa ist ein Spaßvogel. Du musst ihn tragen.

- Schafft er doch alleine. - Nein.

Die Filzstiefel sind ihm zu groß, er fällt doch hin.

Und weg ist der Papa.

Komm rein, mach den Schnee weg.

Geh rein, Marfa.

Wann haben Sie frei?

- Schwer zu sagen. - Seit wann arbeiten Sie hier?

Seit einer Woche.

Ist heute Montag? Dann genau eine Woche.

Lydia hat am 7. und 8. frei, Mama.

Nein, am 8. und 9..

- Ach, du hörst alles mit? - Natürlich, ich bin doch nicht taub.

Schmeckt’s dir?

Na gottseidank.

Teddy wünscht dir gute Nacht.

Gute Nacht.

Wer hat Kaffee gemacht und nicht ausgetrunken?

Nora.

- Ich nicht. - Hast du ihn für dich gemacht?

Nein.

Hast du dir einen gemacht? Soll ich dir Kaffee machen?

So interessant, wie er malt, er zerbricht immer alle Stifte.

Er malt und alle Stifte brechen.

Kinder sind so stark.

Ich würde mir gern eine schöne Oper anhören.

Heute gibt es keine Musik.

Ohne Musik ist es schwer.

War das deine Idee sie einzuladen?

Dass Mama hier her kommt?

Ja, so in der Art.

- Ich wollte es. - Na gut.

Sie hat die Einladung lange ausgeschlagen.

Ich habe es ihr fast einen Monat lang angeboten, herzukommen

Um die Wohnung anzuschauen.

Ich bin einsam, wenn du weg bist. Ich vermisse dich.

Ich will das bloß niemandem hier erzählen.

Wenn du einfach um 5 Uhr morgens gehst.

Ich verstehe das.

Ich versuche es zu verstehen.

Wenn du mich gefragt hättest...

Wegen ihres Besuches?

Ich hatte es vor, aber...

ich verstehe.

Aber man hätte es anders machen können.

Tut mir leid.

Er sieht dich einfach nicht. Er hört dich nicht.

Er ist einfach nur anwesend.

Was ändert das? Ging’s dir denn gut alleine?

Besser alleine, als mit einem Menschen,

der dich nicht braucht.

Niemand ist perfekt.

Für ihn bist du ein Dienstmädchen.

Du bist nicht mal eine Ehefrau für ihn.

Du bemutterst ihn von vorne bis hinten.

Und er nimmt es für selbstverständlich, wie ein König.

Jeder liebt wie er kann, Mama.

Denk darüber nach. Du musst die Situation zu ändern oder...

Ändere du doch die Situation, du bist doch jetzt hier.

Wie denn? Mit dir kann ich darüber sprechen, aber mit ihm nicht.

Wirfst du mir vor, dass ich mich falsch verhalte?

- Ja. - Und wie soll ich mich verhalten?

Du liebst dich einfach selbst nicht. Aber er liebt sich selbst schon.

Wenn er müde ist, geht er schlafen.

Na und? Ich habe doch auch geschlafen.

Aber darum geht es ja nicht.

Es passiert einfach nichts. Ich bin seit zwei Tagen hier.

Er ist einfach nur eine stumpfe Wand.

Ich weiß nicht. Er ist einfach da und das war’s.

Er nimmt einfach nur an.

"Pelmeni sind gut, Klöße auch."

Du aber bist ihm völlig schnuppe.

Es ist ihm egal, ob du da bist, oder nicht.

So ein langweiliges Leben, während die Jahre vergehen.

Da ist es besser alleine zu sein.

Er wird ständig unterwegs sein.

Er wird immer auf Geschäftsreise sein.

Und du wirst am Fenster sitzen und warten. Bei Kerzenschein.

Komm, mach weiter.

Diene ihm, wisch seinen Hintern ab.

Und dann findet er eine Jüngere.

Und weg ist er.

Er ist schließlich ein Genie.

- Aber er hat mich ja nicht verlassen. - Noch nicht.

Es ist deine Entscheidung. Dein Schicksal.

Ich hab mich entschieden und schau mich an.

Wie einsam ich bin.

Ist es das, was du willst? Du bist groß geworden und ausgezogen.

Denk drüber nach.

Setz ihn hin und frag:

"Dau, liebst du mich?"

Und er wird anfangen, sich zu winden.

Mama, geh mit dieser dreckigen Serviette weg.

Sie ist sauber, ich habe sie nur gefaltet.

Und du, liebst du ihn?

- Liebst du ihn denn? - Das ist meine Sache.

- Ist ja auch deine Sache. - Wieso musst du das wissen?

- Ich frag nur so. - Liebst du mich denn?

- Dich ja. Wen soll ich denn sonst lieben? - Liebst du denn deinen Enkel?

- Natürlich liebe ich ihn. - Das ist nicht wahr.

Ich kann ihn nicht an mich binden, ich bin ja gleich wieder weg.

In ein paar Jahren könntest du ihn zu dir nehmen.

Würde ich auch jetzt schon.

Warum hast du dann Angst, dass er sich an dich gewöhnt?

Du gibst ihn mir ja nicht, ich würde ihn sofort mitnehmen.

Die Heizkörper sind heiß, aber es ist kalt hier drinnen.

Es gibt keine Wärme in diesen Wänden.

Gab es sie denn in unserer kleinen Wohnung?

Wie man's sieht. Als du klein warst...

Wie siehst du es?

Ich bereue nichts, Nora.

Statt mit einem Mann zu leben, der mich nicht liebt, der mich betrügt,

war ich alleine besser dran.

War es denn auch besser für mich, Mama?

Du kanntest deinen Vater ja. Ich sag ja nicht, dass Dau seinen Sohn nicht sehen darf.

- Er soll seinen Vater kennen. - Aber mir ging es schlecht damals.

Du hast doch gesehen, dass es mir schlecht ging.

Was hätte ich denn tun sollen? Ihn fesseln und sagen:

- "Geh bitte nicht, das ist nicht gut für sie." - Du konntest also nichts tun.

Konnte ich nicht.

Du hast nichts unternommen, damit es uns besser geht.

Was hätte ich denn ändern können? Einen anderen Mann finden?

Was verlangst du jetzt von mir? Was soll ich denn tun?

Er denkt eben an andere Dinge.

Männer sind nun mal so, Mama. Er denkt an die Arbeit.

Und an andere Frauen.

- Hat dein Mann etwa keine anderen gehabt? - Deswegen habe ich ihn ja verlassen.

Da kommt er. Unser Ehemann.

Er ist aufgewacht.

Ich will dieses Gespräch nicht in seiner Anwesenheit führen.

Warum? Fühlst du dich nicht wohl?

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

- Guten Abend. - Abend.

- Ich hatte schreckliche Träume. - Was für ein Jammer.

Wenn man tagsüber schläft, hat man immer solche Träume.

Weiß jemand wie spät es ist?

Etwa halb acht.

Warum bist du traurig?

Sie ist nicht traurig, sie weint.

- Nora, warum weinst du? - Weil ich ihr auf die Nerven gehe.

Ich sage, dass ihr kein Familienleben habt.

Dass du sie nicht brauchst. Und sie weint.

- Warum denken Sie das? - Ich sehe es.

Ich bin seit zwei Tagen da und sehe, dass du komplett abwesend bist.

Du bist hier und doch auch nicht. Du liebst meine Tochter nicht.

Du duldest sie.

Aber sie ist nicht hässlich.

Oder missgebildet.

Sie ist eine schöne, junge Frau.

Und sie bedient dich nur.

- Mama. - Sie dient dir.

Wenn du sie nicht brauchst, sag es.

Dann trennt ihr euch eben in Gottes Namen.

Du brauchst diesen Palast nicht.

Nichts bringt dir hier Freude.

Weder Geld, noch Ruhm. Weil du mit der falschen Frau lebst.

Du brauchst sie nicht.

Du amüsierst dich. Und ich hätte mir fast die Kugel gegeben nach zwei Tagen.

Du warst auf deiner Geschäftsreise, da hast du noch eine Frau und noch eine.

Du kannst ihr keine Wärme schenken.

Und du willst keine mehr von ihr empfangen.

Wie furchtbar dröge.

Du siehst nicht alles, Mama. Das ist nicht wahr.

Ich hab alles gesehen.

Es gibt keine ander Frau, das denkst du dir aus.

- Ich weiß, dass er andere Frauen hat. - Was geht es dich an, was er hat?

- Ich fühle mich deswegen schlecht. - Ich mich nicht.

Ich will das nicht.

Ich will nicht, dass er dich mit Füßen tritt.

- Woher willst du das wissen? - In Gottes Namen.

Ich war da, hab mich eingemischt und fahre wieder.

In Gottes Namen, dann eben nicht.

In Gottes Namen sagt man so etwas nicht, Mama.

Gerade sowas sagt man in Gottes Namen.

Liebe ist geduldig, Mama.

- Welche Liebe? - Liebe kennt keine Eifersucht.

Wo siehst du denn diese Liebe? Guck dir diesen Menschen mal an.

- Was hat er denn damit zu tun? - Du liebst ihn doch.

- Das ist mein Leben. - Deine Sache.

Wenn man liebt, musst man unbedingt das Gleiche vom anderen verlangen?

Wenn dir das Leben so gefällt, dann mach so weiter.

Ich komme dich nie wieder besuchen.

Macht, was ihr wollt. Ich will so ein Leben nicht.

Mach dir keine Gedanken.

Wieso auch? Deine Mutter ist ein Dummkopf.

Sehen wir uns die Tatsachen an.

- Tatsachen? - Angreifen ist immer einfach.

- Welche Tatsachen? - Es besteht doch die Möglichkeit,

dass Sie im Unrecht sind.

Vielleicht ist in Ihrem Leben was schiefgegangen

und danach beurteilen Sie jetzt das Leben anderer Menschen.

Durch mein eigenes Prisma, ja.

Wenn Ihnen unser Leben nicht passt,

dann respektiere und akzeptiere ich das.

Aber es ist nicht Ihr Leben, sondern Noras'.

Sie haben ein Recht auf Ihr eigenes Urteil.

Aber Sie beurteilen das nach Ihrem Leben und Ihren Schwächen.

- Ja, das tue ich. - Aber das ist nicht richtig.

Mein Leben ist nichts geworden und jetzt wiederholt es sich bei ihr.

- Verstehst du? - Es ist nicht richtig.

Ist doch das Gleiche.

Wäre ich an Ihrer Stelle, würde ich mich nicht so benehmen.

Hör mal, wer da spricht.

Mama, hör auf zu weinen.

- Jetzt bin ich der Volldepp hier. - Das ist nicht wahr.

Du hast gesagt, was du für richtig gehalten hast. Gesagt ist gesagt.

Ja, das habe ich.

Du bist einfach müde.

Ja, ich bin müde von diesem Leben.

Ich hatte kein schönes Leben und jetzt hast du auch keins.

Und das will ich nicht.

Dau hat doch Recht, du beurteilst das aus deiner Sicht.

Ich sehe die Dinge klarer als du, verstehst du?

Um das zu verstehen, muss man erstmal auf die Fresse fallen.

Ich hab mir die Fresse blutig geschlagen, ich will nicht, dass dir dasselbe passiert.

Ich will das nicht.

Ich habe dich nicht im Müll gefunden.

Ich wollte, dass du glücklich bist.

Zumindest glücklicher als ich.

Ich will jetzt nicht mehr reden.

Tut mir leid, dass es dir bei uns nicht gefallen hat.

Mir tut es leid, dass ich mich in euer Leben einmische.

Niemand ist mir teurer als du.

Niemand.

Ich will nicht, dass mein Kind die gleiche Kindheit hat wie ich.

Hatte ich es etwa gut damals?

Mir ging es auch schlecht.

Aber du liebtest deinen Papi über alles.

Ich tue es noch immer.

Natürlich liebst du ihn.

Er hat dir keine Predigten gehalten, er hat dich nicht geschlagen.

- Er hat mich geliebt. - Dich geliebt?

- Ja. - So wie Dau dich liebt.

Ganz genau.

Wenn ich ihn anrief und sagte, dass seine Tochter ihn vermisst,

und ihn bat, wenigstens für eine Stunde zu kommen,

war er immer zu beschäftigt. Gott hab ihn selig.

Ja, er hat dich wahnsinnig geliebt

Stimmt nicht. Wenn ich angerufen habe, ist er immer gekommen.

Ist das so? Erinnere dich.

Du hast gesagt, "Papi hat mich vergessen".

Schon vergessen?

- Er hat mich manchmal vergessen. - Manchmal.

Und du liebst ihn noch immer.

Aber ich bin ein Niemand für dich gewesen.

Keine Autorität.

Ich hatte nur ein einziges Kleid

und zwei Paar Unterwäsche.

Ich musste dich versorgen und zur Schule schicken.

Damit du keine Außenseiterin wirst in diesem Staat.

In diesem Land.

Und dann triffst du deine große Liebe.

Du denkst, er ist dein Gegenstück.

Du glaubst blind an ihn.

Wie soll man denn leben, ganz ohne Glaube?

Und wenn dein Gegestück nicht so für dich empfindet?

Das ist doch unwichtig, man kann den anderen doch damit anstecken.

Na dann mach doch. Klappt es?

Er kann sich nicht mal richtig kämmen.

Das sind doch nur Kleinigkeiten, Mama.

Der Mensch besteht aus Kleinigkeiten.

Sag so etwas nicht.

Du empfindest es doch so, du weinst doch schließlich.

Du weinst, weil es dir weh tut.

Du weißt, dass es wahr ist, sonst würdest du nicht weinen.

Mama, welche Wahrheit denn?

Du würdest mich eher hassen, als zu weinen,

weil ich diese schreckliche Dinge sage.

Solche Dinge sagt man einander nicht.

Ich würde das keinem Bekannten sagen.

Nicht mal den besten Freunden.

Aber dir sage ich sie.

Erinnerst du dich noch an die Geschichte mit Vitya?

Warum hast du das gemacht?

Weil ich betrunken war.

Ich war nicht nüchtern.

Und getrunken habe ich, weil ich deinen Vater verloren habe.

Es war mir egal, mit wem ich ficke.

Aber du wusstest doch, dass ich mit ihm zusammen war.

Da warst du nicht mehr mit ihm zusammen.

- Ihr hattet euch getrennt. - Das ist nicht wahr.

- Doch ist es. - Weshalb hätte ich sonst nach ihm suchen sollen?

Er hat nach dir gesucht.

Ich habe ihn auch gesucht, aber ich konnte ihn nicht finden.

Am Ende dann hat er mich beklaut.

Gib mir die Streichhölzer.

Alles endete damit, dass er mich beklaut hat.

- Wen hast du da gesucht? - Und mit wem hast du geschlafen?

- Er war ein Niemand. - Warum dann?

Sage ich doch, weil ich betrunken war.

Es war egal, mit wem ich schlafe, ich wollte nicht alleine sein.

Ich wollte lieben, verstehst du?

Ich wollte geliebt werden.

Guck, die Männer räumen alles weg.

Die machen alles sauber.

Bald kommt der Frühling.

Alles wird grün. Überall. Nur hier nicht.

Das ist für Sie.

Es ist ein Kleid.

Denke ich zumindest.

Und das ist für Sie.

- Danke. - Es ist ein Sommerkleid.

Du bist neugierig, ich kenne dich doch.

Ich falle gleich in Ohnmacht.

Es kann kein Kleid sein, es ist zu groß.

- Unglaublich. - Und wie ist es?

- Sieh dir das an. - Na?

Sieh einer an.

Ein Fuchs für meine Füchsin.

Und hier ist Geld für die nächste Woche.

Damit meine Mädels ins Kino gehen können.

- Ins Theater. - Ins Restaurant.

Thank you.

Elegant.

Vorsicht.

Tu dir nicht weh.

Nach solchen Geschenken, kann man dir alles verzeihen.

Setz dich auf's Pferd, ich möchte es so festhalten.

- Deine Mama hat recht. - Ja.

Setz dich drauf.

Mama, hör auf zu sticheln.

Ich stichel doch gar nicht.

Zeig her das Beinchen.

Zieh das runter.

Dieses Tier.

Nimm die Hand da runter. Gut.

- Zeig das Beinchen. - Darf ich einen Vorschlag machen?

Wir machen uns gleich schön

und überraschen unsere Nachbarn.

- Alle drei. - Mama.

- Ich auch? - Ja, zu dritt.

- Wofür braucht ihr mich? - Ich gehe nicht ohne meine zwei Damen.

Sie haben noch gar nicht gesehen, wie unsere Nachbarn wohnen.

Ich trage meinen neuen Pelz.

Meinen neuen Pelzmantel.

Zieh das so ein bisschen nach unten.

Mach das nicht, Nora.

Was soll ich nicht machen?

Sag ich dir später.

Gefällt euch die Idee?

Natürlich.

Ich hätte gerne so eine Mütze.

- Gefällt mir sehr. - Mama, du bist unersättlich.

Man darf mich nicht in Versuchung führen.

Ich kann nicht aufhören.

Ich glaub, ich bin erkältet.

Hör auf.

Du kannst morgen schlafen.

In dem Kleid gehe ich sicher nicht.

Stimmt, das ist eher für den Tag.

Der Gürtel ist zu eng.

Warum hast ihn denn so eng geschnallt? Willst du dir eine Taille wie meine schnüren?

- Natürlich, ich will wie meine Tochter aussehen. - Immer willst du dich mit mir messen.

- So sind Frauen eben. - Würde ich nicht sagen.

Tagsüber könnte man das anziehen.

Aber zu deinem Charakter passt es nicht. Die Farbe schon.

Ich komme nicht mit. Ich hab nichts zum Anziehen.

Mama, das dunkle ist sehr schön und präsentabel.

- Nein. - Doch.

Es ist zu kurz.

Marfa, möchten Sie etwas Wein?

Gut.

Das ist zwar kein Bier, schmeckt aber auch gut.

Marfa. Weißt du, wer Bier trinkt?

Die Nachbarn da drüben. Trink.

Das ist doch Wein.

Sei nicht so zurückhaltend. Du sabberst doch schon.

Trink etwas Wein mit mir.

Irgendwer muss heute Abend mit mir trinken.

Sage ich doch.

Auf dich, Marfa.

Weißt du, wo die Streichhölzer hin sind?

Ich bring sie dir gleich.

Warum hast du die Blumen vom Tisch genommen?

Ich war das nicht.

Hier hat doch jeder außer mir das Sagen.

Vielleicht sollte es auch so sein.

Wie vom Arzt verschrieben.

Aber so sieht man sie doch gar nicht.

Mag ja sein,

dass nicht jeder sie sieht.

Warum bist du so quengelig?

Was ist in deinem Leben passiert, womit du dich nicht abfinden kannst?

Setz dich, bitte.

Ich liebe ihn nicht.

Vögeln kann man auch ohne sich zu lieben.

Du hast doch gesagt, dass du ihn liebst und um ihn kämpfen willst.

Und heute sagst du, dass du ihn nicht liebst

und nicht mit ihm schlafen willst.

Nicht im selben Bett.

Du widersprichst dir selbst.

Solange du dich nicht entscheidest, wird er es auch nicht tun.

Er weiß nicht, was er machen soll. Mal liebst du ihn, dann wieder nicht.

Er ist doch kein Spielzeug. Er ist ein Mann.

- Mama, denkst du, dass ich dich liebe? - Ich denke nicht.

Du liebst mich nicht.

Aber wenn ich sterbe, wirst du an meinem Grab weinen.

Du wirst heulen und rufen „Mami, Mami“.

Du wirst alles verstehen, sobald ich nicht mehr da bin.

Dass ich der einzige Mensch war, der dich geliebt hat. Wie verrückt.

So wie man nur seine Tochter lieben kann.

Und was denkst du, warum liebe ich dich nicht?

Weil ich dir die Wahrheit sage.

Weil ich dich die ganze Zeit ausbremse.

Deine ganzen Launen und übertriebenen Emotionen.

Es tut weh und nervt dich, weil du schon erwachsen bist.

Ich belehre dich ständig.

Ich bestrafe dich immerzu. Ich kann dich nicht mehr schlagen.

Also bestrafe ich dich mit Worten und es trifft dich.

Aber nach einiger Zeit siehst du ein, dass ich Recht hatte.

Das war doch schon immer so.

Ich weiß, dass du mich nicht liebst.

Und das tut weh.

Sehr.

- Und was denkst du? - Ich hab das nicht verdient.

Ich verlange nicht, dass du dankbar

bis an dein Lebensende bist.

Das will ich nicht. Du kannst dein Leben leben, wie du willst.

Aber dass ich deine Liebe nicht verdiene, tut weh.

Wenn dein eigenes Kind erwachsen ist

und dir sagt "Mama, ich liebe dich nicht".

Wie ein Dolchstoß ins Herz.

Aber da du schon so oft zugestochen hast habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt.

Es tut mir nicht mehr weh, weil ich nicht mehr lebendig bin.

Ich lebe jetzt nur noch zuende. Ohne Liebe.

Ich fühle nichts mehr.

Umso schlimmer für dich.

Du musst in dich hineinhorchen,

was du brauchst in diesem Leben.

Liebe.

Liebe? Und was, wenn es sie nicht gibt?

- Es gibt sie nicht. - Es gibt sie nicht?

Nein.

Dann habe ich ein geschädigtes Kind zur Welt gebracht.

Oder es zu einem kaputten Menschen erzogen.

- Verzeih mir. Ich wollte immer das Beste für dich. - Ich kann dir aber nicht verzeihen.

- Kannst du nicht? - Kann ich nicht.

Soll ich mich jetzt also umbringen?

Stehe ich dir so im Weg in deinem Leben?

Ich werde gehen.

- Und wir werden uns nie wieder sehen. - Ich habe auf dich gewartet.

Aber ich liebe dich nicht.

- Wirklich? - Ja.

Und was soll ich jetzt tun?

Warum fragst du mich das?

Soll ich vielleicht jetzt gleich abreisen?

Was bereitet dir mehr Sorgen?

Dass ich dich nicht liebe oder dass du nichts mehr fühlst?

Du hast mir so oft gesagt, dass du mich nicht liebst,

So oft, dass ich zu Stein geworden bin.

- Ich habe mir die Augen ausgeheult. - Mama, das ist doch alles gespielt.

Ich spiele immer. So bin ich halt.

Es ist einfacher so.

Hat es dir besser gefallen, als ich geweint habe?

Als ich dich heulend um deine Liebe angefleht habe?

- Um meine Liebe hast du nie gebettelt. - Um wessen dann?

Immer wenn du geheult hast, hast du zu mir gesagt:

Scheißestück, Schlampe, Schlange, Mistvieh.

- Die drei "S". - Und Mistvieh.

Nein.

Mistvieh war eine Zugabe.

Du hast mich zur Weißglut getrieben.

Du konntest mit einem Wildfremden in den Zug steigen und wegfahren.

- Nichtmal ein Anruf. - Das war viel später.

Und was war davor?

Davor hörte ich jeden Tag: "Scheißstück, Schlampe, Schlange, Mistvieh"

Warum hast du dann bei mir gelebt? Du hattest doch die Wahl.

Ich hatte keine Wahl.

Du hättest zu deinem geliebten Papi gehen können.

Deine Oma war noch am Leben.

Sie hatten drei, und nicht nur ein Zimmer wie wir.

Weil Oma es geliebt hat, Kakerlaken zu züchten.

Welche Kakerlaken?

Ich hab dich sogar über die Ferien bei meiner Mutter gelassen.

Du bist dem Auto nachgerannt: "Mami, lass mich nicht allein."

Du solltest dich bei der Oma erholen.

Und ich bin nachgekommen, um den Urlaub mit dir zu verbringen.

Daran kannst du dich nicht erinnern? An Gutes kannst du dich nie erinnern.

Ich kann mich erinnern, dass du nicht mit nach Hause wolltest.

Ja, und weißt du warum?

Weil dein Papi dort mit seiner Geliebten flanierte.

Ich hatte Geburtstag und die Netze voller Einkäufe.

So schwer, dass mir fast der Kopf explodierte.

Und dein Papi flanierte da mit seiner Geliebten im Arm.

Und ich bin hysterisch geworden.

Und wollte nicht mehr leben.

Wie kann man eifersüchtig sein, wenn man gar nicht liebt?

Ich habe geliebt.

Du behauptest, ich hätte deinen Vater nie geliebt.

- Hast du nicht. - Natürlich habe ich.

Woher willst du das wissen?

Bist du in meine Seele gekrochen? In mein Herz?

Woher nimmst du das Recht, mir solche Dinge zu sagen?

Weil du immer sagst "Ich, ich, ich".

Wir reden miteinander, führen einen Dialog.

Du und ich, verstehst du?

Soll ich etwa sagen "sie und wir“? Wozu?

Ich rede ja über dich und mich, verstehst du?

- Du hast gerade über Papa geredet. - Was denn über Papa?

- Dass du ihn angeblich geliebt hast. - Ich habe ihn geliebt.

Ich liebe ihn immer noch. Da sind ja keine anderen Männer an meiner Seite.

- Nicht deswegen. - Warum dann?

Du brauchst sie nicht.

Jetzt nicht mehr, aber damals habe ich sie gebraucht.

Ja, aber es fiel dir immer schwer Wäsche waschen zum Beispiel.

Wenn ich jemanden geliebt hätte, hätte ich das alles gemacht.

So wie ich es für deinen Vater gemacht habe.

Dein Vater hat weiße Hemden getragen, Krawatten und Anzüge.

Mit seiner Ljuda, lief er herum wie ein Penner.

Sie war weise.

Na, meine Weisheit bin ich ja noch in der Wiege losgeworden.

Und jetzt?

Deine Mutter ist doof, einfach bekloppt.

Ist dir nicht warm in deinem Pelz?

Bist du sauer, dass ich deinen Kragen hab? Nimm ihn.

Er gehört dir.

„Ich liebe nicht, ich liebe nicht“

Millionen Menschen leben ohne Liebe.

Sie sind unglücklich.

Aber sie kommen zurecht.

Sie fühlen nichts.

Sie fühlen keinen Schmerz, keinen Selbsthass, weil es ihnen egal ist.

Aber du heulst. Also liebst du.

- Nein. - Warum heulst du dann?

Weil ich es will.

Was willst du denn? Wenn du irgendeine gefühlslose Tussi wärst...

Du hörst mich einfach nicht.

Verpiss dich, du blöde Kuh.

Idiotische Schnepfe. Ich hab die Schnauze voll, du hysterisches Weib.

Dauernd am Heulen, an allem hat sie was auszusetzen.

"Das passt mir nicht, jenes passt mir nicht."

Nie ist sie zufrieden.

Die Jahre vergehen, ihre besten Jahre,

und sie ist immer noch ohne Liebe.

Sich liebt sie nicht, die Mutter liebt sie nicht, die Männer liebt sie nicht.

Warum, verfickt nochmal machst du so nen Aufstand?

Schon wieder die gleiche Show.

"Du hörst mich nicht, du hörst mich nicht."

Ich weiß nicht, was ich da noch hören soll.

Wann endet endlich diese Exekution?

Ständig machst du mir Vorwürfe, dauernd sage ich was Falsches.

"Du stehst falsch, du sitzt falsch, du spielst."

Ja, ich spiele. Ich spiele mein ganzes Leben lang.

Das Leben ist eine Bühne, weiß du das nicht?

Und dass alle Menschen Schauspieler sind, wusstest du wohl auch nicht?

Anscheinend hast du von nichts 'ne Ahnung.

Ein Engel in menschlicher Gestalt.

Einfach ein Engel.

Mama, du bist nicht echt.

Ich war nie echt.

Dein Vater hat mir seinen Stempel aufgedrückt. Nummer 1 und Nummer 2.

Ich bin eine Puppe, eine lebendige Puppe.

Ihr habt aus mir alles rausgeprügelt an Liebe.

Alles.

Mich gibt's nicht mehr. Ich bin da und du musst mich nehmen wie ich bin.

Ich halte dich ja auch irgendwie aus, mein kleines Geschenk.

- Ja, du duldest mich. - Ich habe dich 9 Monate lang behütet.

Das kenne ich schon.

Ich bin eine künstliche Frau, nur eine Puppe.

Du hältst die Pause aber lang. Vielleicht schlägst du lieber zu?

- Nein. - Wieso? Du kannst doch.

- Ja. - Komm, schlag mich.

- Ich will nicht. - Und ich schlag dich

bis wir grün und blau sind.

Ist doch keine große Sache für dich.

Was für ein Töchterchen.

Und dafür bin ich hergekommen.

Ich dachte, du wärst schon zur Vernunft gekommen.

Du aber trägst diesen Mist immer noch mit dir, in deinem Köpfchen.

Armes Ding.

So siehst du das?

Ich höre es auch.

Ich höre es.

Was willst du von mir?

Dass ich abreise? Dann bin ich morgen früh weg.

Nein.

Was willst du dann? So weitermachen?

Du hast also Angst, mit Dau zu sprechen?

Dabei hat sich so viel Mist angestaut.

- Ich habe keine Angst vor ihm. - Doch, hast du.

Du bist sein Dienstmädchen.

Mein Vater hat immer gesagt: "Du bist zu nichts zu gebrauchen.“

Also war ich es auch nicht, mein Leben lang.

Ich habe meine Tochter Scheißsstück, Schlampe und Schlange genannt.

Ich bin einfach zu nichts zu gebrauchen.

Nur unnütz.

Ich hab einfach zu nichts getaugt.

Pass auf die Kerze auf.

Dein Pelz.

Entscheide, ob du mich sehen willst oder nicht,

bevor du mich nächstes Mal einlädst.

Überleg dir gut, ob du das wirklich willst.

Wenn du nur deinen Dreck loswerden,

ihn bei mir abladen willst...

Darauf kann ich gerne verzichten.

Mama, verzeih mir.

Um Gottes Willen, natürlich verzeihe ich dir.

Und wenn du mich durch den Dreck ziehst, werde ich dir trotzdem verzeihen.

- Ich weiß nicht wie. - Das haben wir doch schon geklärt.

Solange du mir Vorwürfe wegen den drei "S“ machst,

wirst du darunter leiden. Lass es hinter dir.

Gib dieses Problem ab.

Ich bin einfach so einsam.

Kein Mann wird dich ertragen. Du bist unmöglich.

Du bist eine Nervensäge.

Eine Heulsuse.

Du bist ein Krematorium, verstehst du?

Du begräbst alles unter dir, was noch lebendig ist.

Es ist zum Verrecken öde mit dir.

Ein schönes, gesundes Weib. Aber wir haben ja Depressionen.

Depressionen haben wir.

Reiß dich zusammen und schau dich im Spiegel an.

Wenn du so alt bist wie ich, gibt's da nichts mehr zu sehen.

Wie depressiv ich manchmal bin, so eine Tochter zu haben.

Da ein Kindermädchen, dort einen Pelzmantel.

Alles wird ihr gebracht, aufgeräumt, geputzt. Du rührst keinen Finger.

Deswegen drehst du auch durch.

Oh Gott.

Wozu sage ich dir das? Du hörst mir eh nicht zu.

Du weckst das Kind.

Ich bin nur gekommen, weil du mir so alarmierende Briefe geschrieben hast.

Dass er dir fremdgeht und Geliebte hat.

Warst du denn in seinem Labor? Hast du dort viele Geliebte gesehen?

Hör auf herumzutigern, setz dich normal hin.

Worunter leidest du denn jetzt gerade?

Sag's mir.

- Ich kann nicht. - Warum nicht?

Deswegen hast du mich doch eingeladen.

Ich habe dich eingeladen, weil ich dachte,

dass es vielleicht interessant sein könnte für dich.

Und womit wolltest du mich beeindrucken?

Ich dachte auch, dass ich geliebt habe.

- Wen? - Sowohl dich, als auch ihn.

Du hast wohl nur so eine Laune, du wirst schon wieder lieben.

Sowohl ihn, als auch mich.

Ich dachte, wenn du nicht willst, dass ich komme,

und er hier nicht bleiben will...

- Ich kann es einfach nicht. - Wo will er nicht bleiben?

Er will nicht hier bleiben.

Ich weiß nicht. Er will nicht.

Er langweilt sich mit dir.

So öde.

Mama, bitte nicht.

So wie du jetzt bist, gefällst du mir auch nicht, um ehrlich zu sein.

Und wenn du es mit eigenen Augen siehst?

Was werde ich sehen?

- Ist das denn wirklich so schwer auszusprechen? - Nein.

Dann sag es. Was soll dieses Schweigen?

Rede mit mir.

Ich werde dir doch alles verzeihen.

Ich weiß nicht,

was ich sagen soll, was du von mir willst.

Wie kann ich dir helfen?

Was für eine Hilfe brauchst du, Kind?

Sag's deiner Mama.

Welche Hilfe brauchst du? Ich fang dich auf, bitte.

Du brauchst mich doch gar nicht.

Du würdest mich lieber durch die Scheiße ziehen, als nach Hilfe fragen.

Ich bin keine Autorität für dich.

Ich bin ein Niemand für dich.

Ich bin ein Stück Scheiße für dich.

Deswegen quälst du dich so.

Um Gottes Willen, setz dich hin.

Und hör mit dieser Hysterie auf.

Mama, du kannst mich so nicht verlassen.

Gott, was soll ich denn nur machen?

Den Boden wischen in deinem Palast.

Das wird dich rasch heilen.

"Was soll ich denn machen?"

Alles vergebens.

Setz dich hin, Nora, bitte.

Ich bitte dich, setz dich hin.

Mama, ich schäme mich so.

Ich will das nicht.

Was hast du denn angestellt, wofür du dich jetzt schämst?

Setz dich, bitte. Beruhige dich.

Komm zu mir, mein Glück.

- Mama, ich schäme mich so sehr. - Wofür mein Kätzchen?

Bitte nicht, sonst fange ich auch an zu heulen.

Mama, verzeih mir.

Ich werde dir immer verzeihen, Dummerchen.

- Ich liebe dich doch. - Verzeih mir.

Ich werde dir immer verzeihen. Beruhig dich. Ich liebe dich doch.

Mami, meine liebe Mami.

- Ich bitte dich, verzeih mir. - Beruhig dich doch.

Bitte, werd' nicht hysterisch.

- Verzeih mir. - Beruhige dich, Dummerchen.

Verzeih mir, ich weiß nicht wie.

Was hast du denn?

Beruhige dich, hab ich gesagt.

Oder du fängst dir eine.

Du Mistvieh.

Fahr doch zur Hölle.

Erst beleidigst du mich, und dann "Verzeih, verzeih".

- Bin ich ein Putzlappen für dich? - Nein.

Wenn du deine Mutter nicht respektierst, hast du auch keine Selbstachtung.

Ich respektiere dich, Mama.

Du respektierst mich nicht.

Ich bin Hundescheiße für dich.

Gott, was mache ich hier?

Wozu brauchst du mich? Warum quälst du mich?

Mit deiner Hysterie, landest du irgendwann noch im Irrenhaus.

- Nein. - Was heißt "Nein"?

Zuerst beleidigst du mich, beschimpfst mich...

Ich verzeihe dir alles.

Aber du kannst mich nicht die ganze Zeit so auf die Probe stellen.

Denkst du, ich bin aus Stein?

Ich kann doch nicht immer nur Scheiße sein.

Ich war ein Stück Scheiße für meinen Vater, ein Stück Scheiße für meinen Mann.

Ein Stück Scheiße für mein Kind.

Jetzt wächst die vierte Generation heran, und für sie werde ich auch ein Stück Scheiße sein.

Weil du deinem Sohn erzählen wirst, dass deine Mutter ein Stück Scheiße ist.

Nein.

Die du nicht liebst und der du nichts verzeihen kannst.

Wegen der drei "S" und "M".

Scheißstück, Schlampe, Schlange und Mistvieh.

Nora, diese Sitzungen werden mich umbringen.

Du willst mich einfach nur umbringen.

Willst du, dass ich noch vor meiner Zeit sterbe?

Er liebt mich trotzdem nicht.

- Wer liebt dich nicht? - Er.

Liebst Du ihn nicht oder liebt er dich nicht? Was denn jetzt?

Ich liebe ihn.

Jetzt liebst du ihn also doch. Du musst dich schon entscheiden

- Du liebst mich nicht. - Es tut einfach nur weh, Mama.

- Ja, es tut weh, mein Kind. - Ich bin kein Dienstmädchen.

Aber du benimmst dich, wie eins. Ändere das.

Such dir eine Beschäftigung. Kümmere dich um dein Kind.

- Ich bin kein Dienstmädchen. - Natürlich nicht, aber du willst eins sein.

Will ich nicht.

Um Gottes Willen.

Hör mal, ich kann nicht mehr.

Du kannst in diesem Zustand nicht lange gesund bleiben.

Ich bin kein Dienstmädchen, Mama.

Dann bediene ihn nicht. Ihr habt doch Personal.

- Du hast ein Kindermädchen, eine Haushälterin. - Aber ich liebe ihn, ich bin seine Frau.

Wen liebst du denn?

Was soll er lieben? Das hier?

Das Geheule und den Rotz?

Mama, ich heule nicht die ganze Zeit. Sonst muss ich doch Strafe zahlen.

Strafe? Er bestraft dich?

- Er bestraft mich für schlechte Laune. - Mach deine Augen trocken.

Gib mir bitte eine Serviette.

Gleich. Meine Brille.

Gib mir bitte auch eine, die Brille ist ganz vollgeheult.

Hier, nimm deinen Pelz.

Ist dir kalt?

- Nein, dir ist kalt. - Nein, mir ist schon warm.

Nach dem Gespräch brauch ich gar nichts mehr, auch keinen Pelz.

Ich stehe kurz auf, wenn du erlaubst?

Entschuldige mich kurz.

Ist dir kalt? Soll ich dir einen Schal holen?

Setz dich zu mir.

Schlummerst du weg?

- Hast du deine Tablette genommen? - Ja.

- Schon? - Ich hatte mir schon alles hingestellt.

Ein Glas Wasser.

Meine Tochter, dir ist kalt. Komm, ich hole dir einen Schal.

Willst du dich vielleicht hinlegen, Mama?

Nein.

Wir gehen gleich schlafen.

Du musst dich ausruhen. Schläfst du nicht gut?

- Hast du Schlaflosigkeit? - Nein, Schläfrigkeit.

Somnia?

Dann wirst du es überstehen.

Alles wird gut.

Du bist mein Liebling.

Du bist mein einziges und bestes Mädchen auf der ganzen Welt.

Das schönste Mädchen der Welt.

Egal was die anderen sagen.

Wenn jemand etwas Schlechtes sagt, dann ist das nicht wahr.

- Das gefällt mir. - Ja.

Sag einfach: "Meine Mama sagt, das ist nicht wahr."

"Ich bin die Beste.“

Du weißt, das habe ich dir immer gesagt.

Mein Töchterchen.

Mama, wann ziehen wir los, um das Geld zu verbraten?

- Das Geld verbraten? - Ja

Wenn wir auf die Krim fahren, da machen wir das.

- Wieso, hast du denn viel Geld? - Hast du etwa unser Geschenk vergessen?

Einhundert.

- Ist das alles? - 175 Rubel.

Wieviel hast du noch in der Tasche?

Und wir können noch ganz viel mitnehmen.

- Und du sagst, du bist sauer auf ihn. - Nein, jetzt nicht mehr.

Wie wenig man braucht, um glücklich zu sein.

Hör auf damit, er ist ein guter, anständiger Mann.

Nimm ihn so wie er ist.

Dann wird auch er lernen, dich so zu nehmen, wie du bist.

- Mal sehen. - Alles wird gut.

Weißt du, wo er ist?

Mama.

Mama, willst du mit mir essen?

Ich mag nicht alleine essen.

Mit Schmand?

Ja.

- Und Knoblauch? - Nein.

Ich will nicht.

Hast du Angst, dass Dau kommt?

Ja.

Ihn kriegen wir auch satt.

Mit Knoblauch.

Damit er nicht denkt, das Leben wär ein reines Zuckerschlecken.

Damit er nicht denkt, das Leben wär ein reines Zuckerschlecken.

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