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Tage gibt es mit vergessenen Gesichtern
hinter Mauern, hinter Städten und von Tränen
blieb, ja von Tränen blieb die Spur aus Salz.
Tage gibt es, die wie Geigen klingen oder wie Lieder
zwischen Menschenaugen.
Städte rasch bepöckert werden.
Heu duft Tage, nackte Körper, zartes Braun.
Tage gibt es, heimlich betend, zu der alten
Arche Gott.
Tage, die nicht atmen können und an diesem Tag beim Tod vom
Himmel kocken und lauten.
Tage gibt es, die mein Herz verspalten, wo ich sag, Freunde,
Freunde, steht hier bei.
Tage des Erschreckens vor dem Bild im Spiegel, Tage ohne Strahlen,
ohne Strahlen, ab nicht ein Lichter.
Tage gibt es, die mich treffen, die mich suchen,
die mich lieben.
Denen nicht die Hand geben, bloß sie beten. Tage, die mich lieben, die ich
bitte, bleib.
Tage gibt es, die mein Herz zerspalten, wo ich sag, Freunde,
Freunde. Das steht mir bei Tage des Erschmeckens vor dem Bild im
Spiegel. Tage ohne Strahlen, ohne Strahlen, wie stein die Stadt.
Aufstehen. Hey, aufstehen.
Frühstück.
Was ist denn los?
Weißt du was?
Wir werden heiraten.
Böhle hat jetzt auch geheiratet. Soll ganz prima gewesen sein.
Wir haben gesammelt und ihm so einen Fresskorb geschenkt. Er war ziemlich
gerührt.
Hey, freust du dich gar nicht?
Ach, natürlich.
Natürlich freue ich mich. Jede Frau freut sich doch, wenn man sie heiraten
will. Na prima, dann ist ja alles in Ordnung.
Warum willst du heiraten?
Mich heiraten?
Warum, warum?
Na, weil man eben heiratet.
Das machen doch alle irgendwann mal.
Ist doch normal, oder?
Ja, sicher.
Na, und steuerlich liegen wir dann auch günstiger. Ja, ja. Und wenn ein Kind
kommt, na?
Und aus der Bude hier kommen wir dann vielleicht auch endlich mal raus als
Verheiratete. Jedenfalls eher als so.
Ich hab dich was gefragt.
Du hast mich nichts gefragt.
Du hast gesagt, weißt du was, wir werden heiraten. Na und, mach doch keine
Wortklauberei, dann habe ich eben gesagt, weißt du was, wir werden
heiraten, als ob es darum geht, so ein Quatsch.
Also, was ist nun los?
Willst du oder willst du nicht?
Nein, ich will nicht.
Ich glaube, ich will nicht.
Na, da hätten wir ja wieder mal unser schönes erweitertes Wochenende mit den
üblichen zwischenmenschlichen Schwierigkeiten.
Johannes, lass uns doch nicht schon wieder streiten.
Vielleicht will ich aber streiten.
Also du willst nicht heiraten, willst nicht, wie? Johannes, weißt du... Aber
warum du nicht willst, weißt du sicher auch nicht so richtig, oder?
Doch. So.
Also warum nicht?
Das ist nicht so einfach zu sagen. Ja sicher, sicher.
Aber vielleicht versuchst du es trotzdem, alles interessiert mich
nämlich.
Es hat mit dir zu tun.
Na, was du nicht sagst.
Da bin ich aber sehr froh, ich dachte schon, du hast einen anderen.
Also, was stört dich?
Rieche ich vielleicht plötzlich nicht mehr gut, oder was?
Als wir uns kennenlernen, warst du anders.
Du warst so wunderbar verrückt. Immer war was los mit dir, immer warst du in
Bewegung. Immer fiel dir was ein.
Sogar dein Autofimmel war irgendwie herrlich.
Aber das ist alles lange her.
Damals wäre ich glücklich gewesen, wenn du gesagt hättest, komm, wir wollen
heiraten. Das wollen wir noch lange probieren oder nachdenken. Auf der
Stelle wäre ich mit dir losgerannt.
Jetzt sitzt du bloß noch zu Hause und glotzt in die Röhre.
Möglichst schwarz-weiß und Farbe gleichzeitig.
Und dazwischen, da zählst du die Tage, wann du endlich deinen Fiat geliefert
bekommst. Manchmal habe ich richtig Angst, du verwechselst mich und sagst
Schigoli oder Moskitsch zu mir.
Weißt du eigentlich, wann wir das letzte Mal irgendwo einen Kaffee trinken waren?
Oder tanzen? Oder im Kino? Oder ich... Ich mag's ja gar nicht auszusprechen. Im
Theater?
Fertig?
Ach.
Ich bin berufstätig. Ich hab nicht so viel Zeit wie du.
Heiraten. Muss man da nicht wissen, ob's fürs ganze Leben reicht? Du bist
hysterisch, weißt du das? Du spinnst ganz einfach ein bisschen. So ist das.
Für das ganze Leben.
Na, was denn sonst?
Du bist die blödeste Ficke, die mir jemals über den Weg gelaufen ist. Wenn
ich bedenke, dass ich... Ach Mann!
Zwei volle Jahre!
Nee.
Guten Tag, den Anker der Nacht,
hol es ein und zu neuen Fahrten.
Sonne fragt nicht, was wir gemacht,
so im Hoffen auf dich zu ihm warten.
Kanalle!
Guten Tag, es strömen vorbei.
Tausend Watter, die möchten uns tragen.
Komm, mein Freund,
nun sind wir frei.
Von der Nacht, die am Strudel wir...
In den Stegen der Einsamkeit.
die kleinen Füßchen nicht mehr?
Hau ab, Mann!
Na, auch nach oben?
Ja.
Oh, danke schön.
Henriette? Helai?
Darf ich?
Sehr liebenswürdig. Vielen Dank.
Also, Jette.
Gerd, angenehm.
Angenehm. Auf Wiedersehen.
Genosse Matrose, ich verstehe Sie ja zutiefst.
Das Meer ist bestimmt sehr einsam und sehr weit. Und wenn Sie dann an Land
sind, dann bleibt nicht so wahnsinnig viel Zeit, nicht?
Mhm.
Eben.
Conny!
Conny, bist du da?
Tach du!
Tachchen, das ist ja ein seltener Besuch. Was willst du mit dem Zeug?
Was ist denn los? Was passiert?
Ja, und ich zieh wieder hier ein. Nein!
Oh, bring dich bloß nicht um vor Begeisterung.
Das ist ja schließlich auch mein Zimmer, nicht?
Hör mal, du lässt dich seit zwei Jahren hier kommen noch sehen. Kommst du mal
eben vorbei?
Also diesen Niesfisch könnte ich die Treppe runterschmeißen. Der muss doch
spinnen.
Dein Matrose?
Mein Matrose.
Jahresurlaub. Seit gestern Nacht.
Na ja, werde ich mich mal wieder Landfein machen.
Musst du mal rein? Machst du mal auf?
Ja.
Nur darf ich.
Du darfst.
Na ja, dann ziehen Conny und ich irgendwo hin, damit du hier allein
bleiben kannst.
Oder wir richten uns vorerst zu dritt ein. Das ist das Einfachste.
Klar, was denn sonst?
Oder du fährst irgendwo hin und Jette und ich bleiben hier.
Allein. Quatsch. Das ist euer erster gemeinsamer Urlaub. Jedenfalls seiner.
Ich meine, es ist das erste Mal, dass er so lange da ist. Dann mach mal selber
einen Vorschlag. Mir fällt jedenfalls nichts mehr ein.
Warum bist du denn nun wirklich weggegangen? Für sowas hat man noch
Gründe.
Für weggehen braucht man keine Gründe, außer dass man nicht mehr bleiben
möchte. Er nimmt immer alles, so tragisch dazu neigt er.
Hab ich vielleicht nicht recht?
Alter Giftzahn, natürlich hast du nicht recht.
Konntest du dich auf ihn verlassen?
Wozu muss man sich denn immer auf einen verlassen können? Das klingt doch schon
wieder so geschwollen. Was heißt denn das überhaupt?
Er ist pünktlich, ich nicht, trotzdem bin ich zum Verlieben. Ja, sparsam, du
liebe Güte, jetzt schon, wozu denn?
Und sehr zuverlässig, aber das hatten wir schon. Bla, bla, bla, sowas fetzt
natürlich.
Ihr beide seid ziemlich verschieden.
Ja, das kann man sagen.
Das finde ich auch.
Und deshalb gehe ich jetzt.
Kommt überhaupt nicht in Frage. Erstmal bleibst du hier.
Wer kommt denn jetzt schon wieder?
Wieder?
Wieso denn wieder?
War doch den ganzen Tag keiner hier.
Und warum gerade jetzt, wo ich endlich meine Minute Schlaf gefunden habe? Da
möchte ich bloß wissen, wieso du schon seit zwei Stunden schnarchst.
Du weißt genau, dass meine Galle nicht in Ordnung ist? Du schnarchende Galle,
du machst mir vielleicht Spaß.
Ist da jemand?
Ich bin's, Jette.
Manu, Jette?
Willst du hochkommen?
Hört doch auf, in der Nacht so herumzuschreien. Andere Leute sind nicht
so gesund wie ihr. Die brauchen ihren Schlaf. Ich drück gleich mal auf den
Öffner. Wenn's nicht klappt, komm ich runter.
Geht nicht!
Ich komme.
Was denn? Du bist weggelaufen, nur weil er dich heiraten will?
Das versteh mal einer. Da will er sie nun heiraten und sie rennt weg. Rennt
weg, wenn ein Mann nach zwei Jahren endlich ernst macht.
Sie wird schon wissen, warum.
Na, laube mal, so wie sie es darstellt, wollte er sie nicht direkt umbringen,
sondern nur heiraten.
Und so jung ist sie ja auch nicht mehr, nicht? So, ist sie nicht.
Na, du musst es ja wissen.
Du bist ja wohl die Allerjüngste, was?
Oder war da doch noch was anderes?
Was anderes? Eine Menge anderes.
Na, heiraten ist ja nur noch nicht die Welt.
Denkst du, ich würde noch mal heiraten?
Was, Alte?
Na, Jette, noch ein Likörchen?
Ja. Ich habe es jedenfalls nie bereut, dass ich mich für dich entschieden habe.
Da habe ich aber Glück gehabt.
Nee, wirklich.
Wenn einem jemand einen Heiratsantrag macht, kann man nicht einfach nee sagen,
sich streiten und wegrennen. Das geht nicht. So was macht man nicht.
Weißt du, das war plötzlich alles nur noch wie Gewohnheit. Ich hatte das
Gefühl, er liebt mich überhaupt nicht mehr.
Christa!
Gefühl ist Quatsch. Ist sowieso Quatsch.
Ich sage immer, solange es im Bett stimmt, ist alles in Ordnung.
Und das ist so, glaub mir mal.
Glaub mir, alles andere ist Quatsch sowieso.
Kannst dich doch irren, irrst dich vielleicht.
Er hat doch immer gemacht und getan, was er... Ja, das hat er gemacht und getan,
hat er, du irrst dich bestimmt.
Raffgierig und geizig ist er geworden, eine richtige Krämerseele. Wieso denn
raffgierig und geizig? Hat er Schulden? Kommt er nicht aus? Schulden, Johannes,
und Schulden.
Sein Zauberwort heißt Ersatzteile. Na, du bist doch auch nicht von gestern, du
weißt doch auch Bescheid.
Und wann und wo auch immer ein Kunde jammert mit einem 50-Mark-Schein, winkt
sofort, ist Johannes mit Rat und Tat zur Stelle. Und ganz zufällig privat
natürlich, lässt sich immer noch was auftreiben. Der spinnt doch. Der redet
ja schon nachts im Schlaf von Ersatzteilen. Die klauen Teile?
Nein, nein, die organisieren sich alte Teile und dann neuern sie. Und dann
holen sie sich noch welche aus Prag. Was denn? Während der Arbeitszeit?
Nein. Ach, was weiß ich denn? Na, und dann hilft er und dann kostet es eine
Kleinigkeit. Na, in jedem Fall hilft er doch.
Ich gebe meiner Friseuse ja auch Trinkgeld oder einem Kellner, wenn er
mich nett und höflich bedient hat.
Also du und deine Beispiele.
Tja, leicht ist es eben. Nies hat jeder so seins. Aber mit ein bisschen gutem
Willen rengt sich schon alles wieder ein.
Letzten Endes kannst du wechseln, so viel du willst. Du wechselst nur die
Fehler. Du denkst wohl den ganzen Tag so vor dich hin, was?
Ich lese auch viel. Was? Ich lese auch viel. Ja, das wollten wir unbedingt
jetzt mitten in der Nacht von dir erfahren.
Überschließ noch mal.
Na, ich hab keine Schelle.
Wie soll es denn nun weitergehen? Na, sie schläft erst mal auf der Couch, ist
doch klar.
Na, dann werden wir langsam fertig mit deiner Radfahrt.
Findest du nicht auch?
Ah,
wahrscheinlich Jette.
Also ist der Bruder nicht da. Und irgendwo muss ich ja hin.
Ich dachte, Jette ist hier.
Der will nicht reinkommen.
Na los, setz dich.
Er sagt, sie ist wahrscheinlich bei Robert.
Ja, wahrscheinlich.
Na ja, macht's gut.
Ciao.
Wie findest du mir das denn eigentlich?
Wie meinst du das?
Fällt sie dir?
Sie ist ganz hübsch.
Sonst?
Na ja, sie ist eben ganz hübsch. Und so.
Aha, und so.
Komisch, aber ich finde, sie geistert immer noch ziemlich sehr herum.
Ach, Mensch, aua!
Was ist denn?
Conny?
Was ist denn hier los?
Wo ist mein Zeug hin? Also, du mach hier keinen Pass auf. Ich brauch die
Werkstatt. Mitten in der Wohnung? Ja, wohn. Mitten in der Wohnung. Du hast
hoffentlich nichts dagegen.
Warum kannst du das nicht auf den Boden aufstellen?
Weil es hier besser ist. Und weil ich mir im Winter entschuldige, schon nicht
den Hintern erfrieren will.
Na Jette, schlafen?
Ach, ich weiß nicht. Na siehste, wird schon werden.
Na Matze, kommt dir alles auf? Markus!
Die Seife ist auch schon wieder nicht da.
Will jemand einen Kaffee? Ja, ich.
Hast du aber wieder mal fein gemacht. Alles klar gegangen?
Ich schlafe im Wohnzimmer auf der Couch. Ich meine, mit Johannes hätte ich doch
gesucht. Wann? Heute Nacht.
Und, hast du ihm gesagt, wo ich bin? Klar, sollte ich nicht?
Morgen. Ah, die neue Warnzeitung. Schön, schön. Denkst du, diese Kuh wirft mir
einen Blick auf andere Leute Arbeit?
Ach, du kennst sie. Das ist meine persönliche Zeit, die ich damit
zubringe. Schluss aus.
Das ist die letzte Warnzeitung meines verehrten Lebens.
Na, da wollen wir mal wieder.
Ich möchte heute ein bisschen früher gehen. Oder zwischendurch für eine
Stunde. Natürlich, wenn du dich einrichten willst.
Was Wichtiges?
Ich will zum Friseur.
Das ist natürlich sehr wichtig.
Für Sie vielleicht nicht, mehr für mich allerdings.
Du musst dir mal überlegen, was du sagst.
Ich tut mir leid.
Irgendwann fällst du mit deinem Benehmen mal mächtig auf die Fresse. Hoffentlich.
Na schön, danke für deine guten Wünsche.
Sag mal, redest du mit Gerd auch so? Mit dem rede ich, wie es mir passt.
Ach, na dann.
So weit wie du mit deinem Johannes komme ich damit noch allemal.
Sicher. Aber dazu gehört ja auch nicht viel.
Ein Tun ist besser, ist besser.
Ein Tun ohne Liebe ist besser.
Halt an, halt an.
Dafür hat man Kraft, braucht man Kraft. Und die Kraft dafür schöpft man aus der
Leidenschaft.
Leidenschaft ergibt sich, wenn man liebt, von aber nicht, es nur unser
Leiden gibt.
Halt an, halt an!
Immer wieder mal ist man selber kalt, fühlt man sich wie auf der Stange da im
Hühnerstall.
Schöner Beruf, wo du dauernd aussehen musst, als ob du noch zu haben bist.
Pinselchen, Stiftelchen, Cremchen, Puderchen.
Da weiß man überhaupt nicht mehr, wie eine wirklich aussieht.
Und sowas nennt sich nur Arbeit.
Kosmetik, Kosmetik.
Weißt du eigentlich überhaupt noch, wie du ohne sowas riechst?
Und französisch muss es sein. Ist ja klar, das Russische ist zwar billiger
und da haben wir auch genug, aber nee, ist ja nicht gut genug. Es muss
französisch sein.
Und dieses Briefe schreiben. Der halben Welt Briefe schreiben.
Korrespondieren. Jeder Tourist ein hilfesuchender Freund fürs Leben. Was
soll denn das einbringen, hm? Was soll denn das einbringen?
Ja? Du, hätte der Kabel was von dir?
Ja, gut, ich komme. Ne, lass mal, der kommt schon.
Wir haben dich einstimmig vorgeschlagen.
Muss dir einleuchten. Und Frauenausschuss ist sehr wichtig. Sehr
wichtig. Du kommst mit den Kollegen wegen deiner anderen Funktion sowieso am
häufigsten zusammen. Und du bist alleinstehend. Das ist doch nicht wahr.
Ich lebe seit zwei Jahren mit einem Mann zusammen. Da bin ich nicht
alleinstehend. Na ja, aber das ist doch nicht wie Ehe. Und du hast kein Kind.
Was redest du denn da? Zusammenleben ist wie Ehe.
Immerhin kannst du doch über deine Zeit mehr verfügen als ein Mensch mit
Familie. Also wenn du noch einmal Familie sagst, dann schreie ich. Aber
gesellschaftliche Arbeit ist auch notwendig, nicht wahr?
Und wer soll die machen, wenn nicht diejenigen, die die am meisten Zeit
dafür übrig haben? So, soll ich dir mal sagen, wie viele Funktionen ich schon
habe, was ich alles mache hier im Betrieb? Natürlich bist du tüchtig. Aber
dafür kriegst du doch auch die meisten Auszeichnungen und Prämien. Das musst du
doch auch mal sehen. Ich werde darüber nachdenken, ob es mich glücklich macht.
Grüß dich.
Warte doch noch einen Moment. Wollen wir zusammen essen gehen?
Was denn, wir beiden?
Nein, ich meine zu dritt. Was ist?
Ach nichts, macht's gut. Du!
Ja, was ist denn?
Sollen sein.
Was machst du heute Abend?
Ich hab noch was vor. Du doch auch, hm?
Na dann, tschüss.
Ich geb's auch noch.
Ich habe noch meinen SV-Ausweis hier und mein Geschirr und so.
Bitte sehr, hätte ich dir auch gebracht.
Dir geht es doch gar nicht um den Kran.
War doch nur ein Vorwand, oder?
Du hast mir nicht ein einziges Mal gesagt, dass du mich liebst.
Ich liebe dich, hast du nie gesagt. Zwei Jahre nicht.
Weil ich das nicht kann, das ist kitsch.
Merken muss die Frau, das Sagen ist King Top.
Wenn man liebt, dann muss man es auch sagen.
Da sind wir.
Guten Tag.
Guten Tag.
Guten Tag.
Also, Kutta hat mir von Ihrem Problem berichtet und da wir in der Nähe waren,
dachte ich, gehst mal gleich vorbei.
Das ist er, mein Schwara.
Das ist das Zimmer, die kleine Küche auf dem Flur, Werkstatt, Toilette zwei
Treppen tiefer.
Also, pass auf, die Sache ist die. Mein Schwara, der hat sich ein Haus gekauft
in Oranienburg. Nun hat er aber hier in Berlin noch seine Wohnung.
Tot schick, Altneubau, zwei Zimmer, Küche, Bad, Zentralheizung und
Westtapeten. Ansonsten sowieso eine Menge aus dem Westen.
Du stehst auf sowas, wa?
Alleine die ganzen Armaturen. Da findest du ja kein Stück aus Plaster. Alles
Messing. Aber da ist nun dieses Haus, verstehst du? Und da nun die Wohnung
nicht mehr braucht. Na, da haben wir an euch gedacht.
Ja, du hast mir doch gesagt, dass du hier raus willst. Du suchst doch eine
neue Wohnung, oder? Ihr wollt doch heiraten, hm?
Na, ist doch die Gelegenheit.
Hm? Ich meine, eine Kleinigkeit würde das allerdings kosten, wa?
So acht bis zehn Mille müssten schon drin sein.
Also wissen Sie, ich möchte meinen Berliner Wohnsitz natürlich nicht
aufgeben.
Aber seit ich mein Haus in Oranienburg habe und sowieso nicht in der Stadt bin,
ist es mir doch egal, wie die Wohnung aussieht.
Außerdem sagte mir Kurt, das sei in der Perspektive Abrissgebiet.
Na ja, wenn man natürlich helfen kann.
Und acht bis zehn Mille ist doch geschenkt für sowas.
Na, außerdem, du hast es doch, ja?
Na, ihr...
Ihr scheint ja die Sprache verloren zu haben bei dieser freudigen Nachricht.
Finden Sie das in Ordnung, ja?
Das ist doch beschiss.
Westtapeten und eine Menge von drüben für 10.000 Ost. Und das wollen Sie hier
so nebenbei einstreichen? So was sollte man anzeigen.
Warum denn gleich anzeigen?
Wir machen doch einen regelrechten Tausch.
Na, da wird doch niemand geschädigt. Und das Wohnungsamt, nur dem kann es doch
egal sein, warum wir das machen.
Und meine Wohnung, meine Liebe, die war nun mal nicht billig.
Es ist nur, ich suche keine andere Wohnung.
Ich fühle mich in meiner sehr wohl.
Also auf Wiedersehen, junge Frau.
Das war noch ein Freundschaftspreis.
Du hast noch Schallplatten hier, die kannst du gleich mitnehmen. Ich brauche
den Platz.
Bitte sehr.
Die meisten haben wir zusammen gekauft.
Der eine teilt, der andere wählt. Es sind Geschenke dabei.
Die nimmt sich jeder zuerst weg.
Bitte, mach.
Da häng ich dran.
Aha.
Und du?
Du hast mir doch nie welche geschenkt, also kann ich mir auch keine nehmen.
Dann nimm die anderen und hau ab!
Mit seinem schlechten Gedächtnis, den kann man reinlegen, so viel man will. Du
hast mir doch den ganzen Heinrich Schütz geschenkt. Und sowas vergisst er, sowas
Blödes. Und so eine zickige Person wollte ich mir aufladen. Mit ihren drei
Fremdsprachen, das kann doch heute fast jeder. Ganz recht, fast, fast.
Und nicht mal Knöpfe nächst du richtig an. Von deinen Kochkünsten ganz zu
schweigen. Dich hab ich doch erstmal hochgekocht, du Hungerspeiche.
Ja, gerade du.
Mit deinem Medaillonchen, mit Käse drauf und Pfirsich drunter und in der Mitte
Knoblauch mit Marmelade. Ja, hochgekocht.
Von den Rouletten in der Betriebskantine bin ich wieder zu Kräften gekommen.
Das ist mein Geschirr, von meinem Geld gekauft.
Dein Geschirr, dein Auto, dieser motorisierte Pferdapfel, deine Arbeit,
deine Wohnung, dein scheiß Fußball, deine Hochzeit. Ach du, heirate doch,
wen du willst. Das mache ich auch, das mache ich auch.
Du, du Schmiergeld-Heini.
Deinen Heinrich-Dingsbums, den schicke ich dir mit der Post nach.
Brauchst ihn nicht mehr herzubemühen, kannst du dir verkneifen.
Du bliederliche Ziege!
Vorige Woche war unser achter Hochzeitstag. Den feiern wir heute
gleich mit.
Tja, einfach ist es nicht.
Du musst auch nicht denken, dass er mir immer treu gewesen ist. Das ist dein
Bruder nun auch wieder nicht.
Aber letzten Endes haben wir immer Freude und Leid geteilt.
Wie hast du denn das rausgekriegt, Gott behüte? Aus seinem Jackett. Alles aus
seinem Jackett. Männer sind doch wie die Kinder.
Zettelchen, Briefe, Fahrkarten. Ich wusste immer über alles Bescheid.
Hast du ihm irgendwann mal gestanden, dass du seine Textilien durchhüllst?
Nie. Der wundert sich sein Leben lang, woher ich alles weiß.
Liebst du ihn?
Natürlich liebe ich ihn. Ich habe ihn ja aus Liebe geheiratet.
Aber in der Ehe ist natürlich alles ganz anders.
Wieso? Wieso ist denn da alles ganz anders? Wenn ich einen nicht mehr liebe,
dann gehe ich eben. Ob ich nun mit ihm verheiratet bin oder nicht.
Weil du es dir leisten kannst. Du hast dir nur für dich zu sorgen. Ja, da kann
man ja sogar gehen, wenn es doch gar nicht richtig aus ist.
Und Kinder hast du auch nicht.
Und das ist mein Geschenk für ihn zum Hochzeitstag.
Er bringt mir sicher wieder eine Flasche Eierlikör mit. Die kriege ich jedes
Jahr.
Peter! Peter, Mensch, dich gibt's noch!
Es gibt ihn, es gibt ihn.
Peter, du weißt, Mensch, ich täte meinen Abstand, Mona.
Und ich weiß Bescheid. Für dich, mein Bumsi. Aha, kleine Überraschung. Oh,
Eierlikör, dass du daran gedacht hast.
Eierlikör.
Hast du dir damals eigentlich ernsthaft was aus mir gemacht?
Ich habe dich geliebt. Ich liebe jede Frau, aus der ich was mache.
Gib nicht so an.
Du warst damals ganz schön fett, aber sehr niedlich. Ja, du warst ein
treuloser, verlogener und leichtsinniger Hund. Ach, das siehst du falsch.
Ja, natürlich.
Und ich habe dich nicht glücklich gemacht.
Wie denn?
Da wäre ja noch was Wichtiges nachzuholen.
Erste Liebe kann man nicht nachholen.
Für Sonnabend habe ich schon vier Karten.
Friedrichstadtpalast. Ach, nö.
Kesselbuntes. Ach, nee, Robert, nicht.
Kesselbuntes ist nicht meine Sorte. Gut, gut, gut. Dann werde ich reißend wieder
los. Reißend.
Aber dann gehen wir jetzt sofort noch in eine Bar. Oh, ja.
Jetzt noch? Na klar, man muss nehmen, was kommt und die Feste feiern, wie sie
fallen.
Nicht mehr Apfelsaft wie früher?
Nee, nicht mehr Apfelsaft. Sie behauptet, der Kellner habe mich
gekannt.
Ich weiß was ich weiß, aber gut, lassen wir das. Ich rufe den Kellner und frage
ihn vor allen Leuten.
Dann werden wir sehen.
Nicht wahr?
Das kriegst du fertig. Geh doch ans Mikrofon, da bist du noch deutlicher zu
hören. Das mache ich.
Wetten? Na hör mal.
Bleib hier.
Ich frage dich jetzt zum allerletzten Mal, hat mich der Ober gekannt oder
nicht?
Nein, ich habe mich geirrt.
Na also.
In diesem Moment wird mir so einiges klar.
Du bist ein solches Schwein.
Entschuldige, Christa.
Entschuldige.
Und diesen Bruder habe ich geliebt und wie.
Hör mal, das ist doch kein schlechter Kerl.
Ich arbeite mit ihm, ich kann das beurteilen.
Ein erstklassiger Kumpel, ehrlich.
So einen herrlichen Bruder gab es auf der ganzen Welt nicht noch mal.
Und so eine miese Type als Mann, ich habe das nicht gewusst.
Ich habe immer gedacht, Christa ist eine langweilige Pute und mein herrlicher
Bruder ist unter Wert verkauft. Wie jemand ist, das hängt immer von beiden
ab. Ich habe Frauen gekannt, die haben mir von ihrer Ehe erzählt.
Na ja, das Übliche.
Und bei mir wie neu geboren.
Ich meine damit nicht im Bett und so.
Denk mal an, das glaub ich dir sogar.
Und was ist dein Geheimnis? Find's raus.
Willst du noch einen? Ach, ich hab ja schon 29.
Vier. Na, sag ich ja.
Aber außer Omas, Jungfrauen, verheirateten Frauen, unverworfenen
Weibern, da hast du wohl sonst keine verführt, was? Kann mich nicht erinnern.
Ich kenne allerdings auch verheiratete Freunde, sind halb Jungfrau, halb Oma.
Wem sagst du das?
Ich bin sentimental, weil wir uns schon viel zu lange kennen.
Und viel zu offen.
Du bist viel zu offen und Johannes wollte mich heiraten. So ist das Leben
furchtbar, furchtbar.
Lässt sich da nicht irgendwas machen?
Wissen Sie, wir haben hier Notdienst.
Notdienst. Und alle Hände voll zu tun.
Und Ihrer springt doch noch an, ganz gut sogar. Man könnte sich doch irgendwie
einigen. Ich meine, wenn Sie zusätzliche Mühen haben. Ich brauche den Wagen
wirklich täglich.
Na ja, wir werden uns schon irgendwie einigen.
Sie können höchstens morgen nochmal anrufen.
Aber wie gesagt, völlig unverbindlich.
Gestatten Sie.
Ich warte drin.
Du bist also wieder mal abgehauen.
Ausgebüxt, das ist ernst.
Raust gern ab, was?
Vielleicht nicht gern.
Aber häufig.
Auffallend häufig.
Ich möchte schlafen.
Bitte.
Ich hab dir immer beigestanden.
Stimmt.
In der Ehe soll man nicht reinreden.
Doch, soll man.
Du verstehst mich nicht.
Du verstehst bloß sie.
Ich verschwinde hier so schnell wie möglich.
Zusammen alt werden, so ein Quatsch. Jung bleiben muss man zusammen, kämpfen.
Alt werden ist eine Sache von Minuten, mit 20 oder mit 80.
Und sterben dauert bloß einen Moment. Mit der da werde ich 100 und lach mich
zum Schluss tot.
Prost Leute, auf das Leben!
Pfeifen wir uns noch in Ruhe ein?
Als Mutter will man sein Kind gut versorgt wissen.
Ein Glück, dass du deinen Bruder hast.
Der hat mit sich selbst zu tun, Mama. Familie bleibt Familie.
Lass dir das gesagt sein.
Auch Verehrer kann man sein Leben nicht bauen.
Oh mein Gott, mich verehrt im Moment überhaupt niemand.
Lass dir den Hof machen.
Aber vergib dir nichts.
Traust dich wohl nicht ins Schlafzimmer, was?
Bist du überhaupt ein bisschen müde geworden, alter Krieger?
Schläfst viel neuerdings.
Was sagst du?
Pfeift dich in Ruhe ein und dann pennt er in der Küche.
Und nicht bei seiner schönen Frau in seinem schönen Schleiflack-Schlafzimmer.
Ich weiß nicht, warum du plötzlich ein Zimmer willst.
Conny und du, ihr seid doch prima dran.
Sogar die neuen Gardinen haben wir euch aus unserer KGH verauslagt und ein
Balkon habt.
Pardon, mademoiselle.
Le centre d'information, s'il vous plaît. Je vous en prie, suivez-moi, c
'est par ici.
Diese Teil von Berlin wurde während der Zweiten Weltkrieg bis zu 80% und mehr
zerstört. Das war vor der Krieg die Mitte der Stadt.
Nach der Krieg begannen wir mit der Sozialismus-Krise.
Warum siehst du mich so an?
Warum stehst du da und siehst mich so an? Du gefällst mir.
Es gefällt mir, wie du arbeitest.
Und?
Es ist alles sehr schwer.
Ja, das glaube ich dir. Es geht dir wohl mehr die Conny an, ne?
Bist du sauer?
Ach, wenn ich so ein wäre.
Das vereinfacht im Leben vieles.
Ich bin im Moment von Tag zu Tag mehr allein.
Nur du bist keine Lösung für mich, verstehst du?
Du darfst keine Zeit haben für mich. Das geht nicht.
Mensch, hau ab, Mann.
Und sieh mich nicht so beeindruckend an.
Umwerfend ist es nicht, aber na ja.
Und was wolltest du nun?
Na das?
Na was?
Das ist eine Provokation.
Wieso? Wieso? Weil dir die Wandzeitung hingehört. Aha, die Wandzeitung,
verstehst du.
Ach, und das war Conny? Ja. Wirklich?
Ja, sie hat die Unverschämtheit besessen, mir zu sagen.
Jedenfalls hat sie mich hierher geschickt.
Das ist ein Ding. Ich verlange eine Aussprache. Es gibt in letzter Zeit eine
Menge Schwierigkeiten mit der Kollegin Bach.
Und auch darüber muss gesprochen werden, dass ihr schnippischer Ton, den sie
nicht nur mir gegenüber, sondern auch bei...
Zugegeben schwierigen Besuchern. Das ist nicht wahr.
Das kann ich auch nicht akzeptieren. Ich arbeite mit Conny zusammen und kann das
einschätzen.
Wissen Sie, Freundschaft ehrt jeden Menschen.
Aber Sie sollten Conny nicht an der falschen Stelle in Schutz nehmen.
Nicht wahr?
Das mache ich schon nicht.
Wir wollen hier keine große Sache daraus machen.
Darum geht es nicht.
Aber sowas musste nicht unbedingt wieder an die Wandzeitung hängen, nicht? Und
warum nicht?
Also wenn du so reagierst, dann muss ich dir mal was ganz Grundsätzliches sagen,
und zwar zur Wandzeitung. Was ist denn eine Wandzeitung? Eine Wandzeitung ist
ein Stück Politik.
Eine Wandzeitung ist eine politische Waffe in der richtigen Hand für in der
falschen Hand gegen uns.
Soweit musst du in deinen Gedanken schon mal vordringen, denn darum geht es.
Dann ist diese scharfe Waffe also dazu da, dass ich sie alle 14 Tage auf den
Klassenfeind richte und hier im Betrieb kein Ass hinguckt.
Das Wort Ars dürfte für ein sozialistisches Kollektiv nicht gerade
passend sein. Ich meine, wenn überhaupt eine Wandzeitung, dann sollte sie
vielleicht raus aus unserem Raum, raus ins Foyer, wo es auch die Besucher lesen
könnten. Genau, im Foyer wäre es sicher besser. Das steht doch überhaupt nicht
zur Debatte. Wieso denn?
Weil es hier darum geht, dass Connys Verhalten ein Disziplinarverfahren
geradezu herausschaut. Doch, ich finde schon.
Ich finde, das gehört zur Debatte.
Heute gehören doch der Arbeiterklasse alle Massenmedien, wie Film, Funk,
Fernsehen, Zeitung. Da ist so eine Wandzeitung wirklich ein bisschen wie
von gestern. Ja, das stimmt.
Ich bin auch der Meinung. Vielleicht ist es überhaupt falsch, einmal bloß Fotos
oder ausgeschnittene Zeitungsartikel ranzuhängen. Ja, genau.
Unsere betrieblichen Probleme, unsere eigenen Probleme, das gehörte dorthin.
Sag mal, Conny, was wolltest du denn damit eigentlich erreichen?
Nun, sie hat erreicht, dass das Kollektiv beunruhigt und die Atmosphäre
gestört ist.
Ah ja, das wollte ich wirklich.
Und das habe ich auch erreicht.
Jetzt reden wir nämlich endlich mal über die Wandzeitung.
Und wenn wir jetzt herausfinden, dass die Wandzeitung hinter dem
Garderobenständer überflüssig ist, dann lassen wir sie doch weg.
Na, also ehrlich bist du ja wenigstens. Aber wie hast du denn zum Beispiel darum
gekämpft, dass dein Kollektiv die Weinzeitung sieht und darüber nachdenkt?
Indem ich einen schönen Arsch angepinnt habe.
Das meiste von dem, was hier gesagt wurde, akzeptiere ich nicht. Das ist
verdammt kleinkariert.
Nächstes bin ich die Höflichkeit in Person und alles andere ist Quatsch.
Wiedersehen, Spießer.
Also die Sache ist doch ernster.
So viel Unverschämtheit kann man nicht durchgehen lassen.
Mit der Wandzeitung hat Conny da nicht ein bisschen recht, hm?
Mal ehrlich, wer von euch hat sich eigentlich in den letzten Wochen die
Wandzeitung so mal richtig angesehen, hm?
Na bitte, ich will euch mal einen Witz erzählen, so als Beispiel. Es war einmal
ein Disziplinarverfahren, das wurde schon zum Hundert... Das ist nicht in
Ordnung, dass du hier solche Dinge erzählst.
Außerdem passt es nicht. Tschüss. Ganz und gar nicht.
Wir sollten dieses Ding da wirklich nicht zu ernst nehmen. Wir machen uns
überhaupt immer Heiligtümer, wo gar keine sind.
Wandzeitung, na gut, aber das ist doch das eine Problem und Conny das andere,
oder? Also das mit der Wandzeitung, das habe ich auch nicht so gesehen.
Vielleicht sollten wir mal darüber sprechen und auch über Connys Verhalten.
Aber bloß nicht mehr heute, Leute. Bloß nicht mehr heute.
Ach Karl, wenn ich so überlege, wie ich... Na sag mal, dir gefällt es wohl
hier?
Na tschüsschen.
Frohe Weihnachten!
Was ist denn los?
Ist was?
Schläfst du schon, Heinrich?
Nee, ich lese.
Hey, bist du noch da?
Ja.
Ist gut, ich komm auf.
Ach, hei.
Nielare. Um die Zeit.
Import. Naja, trifft ja kein Arm.
Probleme?
Willst du drüber reden?
Ich könnte ohne das Leben.
Ich brauche das nicht, glaub mal.
Ich muss immer an alles Mögliche denken dabei.
Und manchmal muss ich mir richtig das Lachen verbeißen.
Also, weißt du...
Du hast ja keinen Spaß gehabt, also sei nicht traurig.
Es ist bloß weil...
Es ist ein bisschen kalt.
Vielleicht lag es an mir.
Sicher lag es an mir.
Lass mal, ich werde mich schon noch dran gewöhnen.
Mensch, gut, dass du kommst. Conny ist zu spät gekommen. Stell dir mal vor,
drei Stunden. Ich weiß nicht. Ich habe keine Ahnung. Sie sagt ja nichts.
Nein, bitte einen Moment. Bitte einen Moment. Warten Sie, bis die anderen
Fahrgäste ausgestiegen sind.
Danke.
Was ist denn los?
Was war denn?
So, danke. Sie warten wieder.
Müsste man nicht mehr Geduld haben?
Sich mehr um Menschen bemühen, wenn man ihn liebt?
Jedenfalls kannst du ja nicht aufkreuzen, dich mit so einem Mädchen
zusammentun und dann passt dir irgendwas nicht und dann haust du einfach wieder
ab. Damit wird sie nicht fertig.
Ich weiß das alles, aber es reicht nicht aus zwischen uns und da gehe ich besser.
Liebst du sie nicht? Nein, nicht genug.
So, sag ja das nicht. Denk dir irgendwas aus, aber sag ja nicht, dass du sie
nicht geliebt hast. Das ist furchtbar. Ehrlich muss man schon sein. Ach Mann,
deine Ehrlichkeit ist unmenschlich.
Ich sage dir, dass du sie anlügen sollst. Warum hilfst du ihr nicht? Warum
machst du es ihr denn nicht leichter? Sie verlangt doch Ehrlichkeit von mir,
also muss ich sie auch geben. Es ist uns doppelte Moral und die haben wir
abgeschafft. Ach du lieber Gott, na dann ist es eben mal doppelte Moral. Mann,
spiel doch hier nicht den sozialistischen Gralshüter.
Lieber mal doppelte Moral als den Menschen kaputt machen. Mit Lügen wird
sowieso nichts, mit Ehrlichkeit fängt alles an. Was weißt du denn schon von
ihr? Du kommst hierher, gehst mit ihr ins Bett oder in den Bürgerpark und
machst den Urteil an. Das ist dein Fach.
Urlaub soll am Sonntag. Und wenn der Schimmer eines Alters auftaucht, dann ab
und die nächste. Von wem redest du eigentlich?
Von dir oder von mir?
Einmal Leute Probleme löst man immer noch zuerst.
Na gut, rede ich eben auch von mir.
Der Unterschied ist, ihr habt euch geliebt.
Beide.
Hallo. Danke, Senne.
Komm doch nur einen Moment rein.
Tag.
Das ist Milena.
Sorbisch, ich kann aber gar nicht Sorbisch. Das ist Henriette.
Hast du Kaffee im Vorbeigehen? Nein, nein, ich habe schon.
Ist was los? Gibt es was Besonderes?
Unsere schönen Schmetterlinge.
Aua!
Weißt du, mir gefällt's hier.
Und ich?
Na, du gehörst doch dazu.
Vorhin war das deiner Verflossene? Ach, Quatsch, nicht so viel.
Na, hör mal.
Ich weiß eben ganz gern, woran ich bin.
Du, was ist denn los?
Ich zeig dir mal meine Autorennenbahn.
Deine Autorennenbahn?
Oh, abgestürzt.
Hab ich was falsch gemacht?
Prima, Prima.
Als Google.
Komm, setz dich. Wir spielen Momau. Das ist vielleicht aufregend.
Ein Bier?
Zwei Groschen.
Ich kann gleich mitspielen.
Eins, zwei, drei.
Oh, danke.
Drei, gut. Sehr gut.
Sechs.
Wer kommt raus?
Selber.
Und die.
Gewonnen, gewonnen, gewonnen.
Oh komm, lass das, lass das. Ja, nö, nö, komm, hör auf, hör auf.
Mach dir doch Licht, siehst ja nichts.
Träumst ein bisschen, was?
Naja, ist ja auch langweilig, wenn man nichts vom Kartenspiel versteht.
Übrigens, wir haben uns ausgesprochen.
Christa und ich.
Wahrscheinlich geht sie wieder arbeiten.
Ich meine jetzt, wo Markus aus dem Gröbsten raus ist.
Erna! Nimm meinen Waschklappen!
Morgen. Guten Morgen.
Plus Sahne, wie immer, ich weiß.
Geht's denn?
Weißt du doch.
Du kannst wieder einziehen.
Wir werden uns schreiben, erst mal schreiben. Mal sehen, wie es dann
weitergeht. Vielleicht wird es Freundschaft.
Morgen. Morgen.
Morgen. Hör mal, wie findest du das?
Sie mochte tun, was sie wollte, ihr Verstand hinzuzusehen. Das Auf und Ab
seiner Hüften, dieses Rauf und Runter des Hintern kam ihr lächerlich vor.
Schließlich hatten die modernen Menschen wohl doch recht, wenn sie diese
Verrichtung verachteten. Und es war ganz richtig, wie manche Dichter sagten, dass
der Gott, der den Menschen geschaffen hat, einen finsteren Sinn für Humor
gehabt haben muss. Ihn als vernunftbegabtes Wesen zu schaffen und
ihn doch zu zwingen, diese lächerliche Haltung einzunehmen.
Und ihn mit blinder Gier nach dieser Verrichtung krachten zu lassen.
Ich weiß nicht, was ich dir raten soll.
Schon gut, muss der nicht. Aber ich denke, ich weiß, was du eigentlich
meinst. So? Ja.
Mal auf einer Bank sitzen?
Oder bloß irgendwo spazieren gehen? Oder zusammen träumen? Den anderen nur
fühlen? Oder einfach reden? Ja, nur reden.
Ja! Und wenn du ihnen das sagst, dann gucken sie plötzlich, als ob du
Chinesisch mit ihnen redest.
Und wenn du nicht sofort mit ihnen schläfst, dann bist du zickig und sie
spielen die Beleidigten.
Also schläf mal mit ihnen.
Ach, hör bis auf.
Hör mal, dieses Buch da. Ist Weltliteratur. Ja, ich weiß. Und das hat
der Marianne geliehen, nicht? Ja.
Und die Heldin heißt Conny. Na und? Ein Zufall.
Aber ich habe den Eindruck, du hast dir nur das rausgesucht, was dein Problem
bedient. So? Meinst du? Ja.
In dem Roman geht es doch um was ganz anderes.
Deine Situation. Meine Situation. Meine Situation.
Meine Situation ist die, dass ich dauernd vorn, immer vorbildlich, immer
irgendwo aktiv sein soll. Das ist meine Situation.
Und das geht mir ja nicht mächtig auf den Geist.
Sag. Guck mal, hast du noch mehr solcher Dinge am Ärmel? Das ist doch ein ganz
anderes Problem.
Wieso ist denn das ein ganz anderes Problem?
Na gut, ist kein anderes Problem. Ich wollte ja nur helfen.
Sitze aber bis zum Alstunner bei mir helfen wollen. Lass meine Probleme mal
ruhig mir.
Sag mal, wie viel hältst du eigentlich von Freundschaft? Damit schmeißt man
nicht so rum.
Warum nicht? Freundschaft kann ich jeden Tag haben, mehr als genug.
Übrigens bin ich dir nicht böse.
Mir geht es zum ersten Mal verdammt schlecht, also lass mich.
Doch nicht mitten im Planjahr alle deine Funktionen niederlegen.
So ist es doch noch nie irgendwo vorgekommen. Ich muss erst mal
klarkommen mit mir persönlich.
Und bis dahin gibt es ja genug andere, die noch nie was getan haben, außer für
sich selber. Das wirst du aber begründen. Ja, das werde ich auch.
Ist denn irgendwas nicht in Ordnung? Ja, das will ich ja gerade rausfinden.
Irgendwas stimmt nicht mit mir. Ich habe einen Menschen verloren.
Herzliches Beileid.
Das passt zwar nicht, aber so verkehrt ist es wiederum auch nicht.
Jetzt hör mal zu, du wirst mal ausspannen. Wenigstens drei, vier Tage.
Das wird schwer sein, aber ich mach das schon.
Wie ich dich kenne, das hilft. Wirst schon sehen. Und danach, verstehst du,
danach können wir über alles noch mal reden. Ja, aber den Aufenthaltsraum muss
ich mit fertig machen. Das hab ich den anderen versprochen. Ja, ja,
einverstanden, einverstanden. Aber danach... Ja, danach, danach ist gut.
Ich weiß, wo es einen traumhaften Kaffee gibt.
Und einen prima Schnaps. Komm.
Wir gehen uns einen genehmigen.
Hast du hoffentlich nicht allzu lange gewartet.
Tag.
Also, einen Kaffee und dieses Zauberwasser. Ja.
Und du noch einen Kaffee? Nein, nein, noch einen Schluck und mir läuft es in
den Ohren wieder aus. Ich bestelle mal einen Eisbecher. Alles gut.
Eine Schachtel Saalheim, Herr Ober.
Bitte sehr.
Kennen Sie sich schon lange?
Wir sind jetzt seit 16 Jahren verheiratet, wenn Sie das meinen.
Und was machen Sie?
Rikis Technologin bei Nava.
Aber sie nimmt alles ein bisschen zu ernst.
Das sagst du?
Na, ich habe noch nie im Betrieb übernachtet, aber sie... Danke.
Einmal, vor zwei Jahren. Danke.
Da lief eine neue Taktstraße an.
Prost. Prost.
Was ist denn das?
Säure? Na warte mal, gleich ist dir wohler.
Sie hat nämlich ein Problem mit dem blauen Magen.
So? Ich habe ihn gefragt, ob ich vielleicht spinne und er hat gesagt, ja,
ein bisschen.
Ist von zu Hause abgehauen. Sie sind ausgerissen? Von zu Hause?
Ihr Freund will sie heiraten. Na wunderbar. Ja, daraufhin streiten sie
sich und sie läuft weg. Zieht aus.
Denn plötzlich, plötzlich in der Konfrontation mit diesem Sammelschluss
werden die Dimensionen menschlichen Zusammenlebens deutlich.
Doppelpunkt. Und der, der sie da heiraten will, ist plötzlich suspekt.
Taugt nichts mehr. Auf einmal.
Kleiner Neureich. Ich glaube, so schlecht ist er gar nicht, dein
Johannes. Du sagst selbst, dass ihr zwei Jahre ganz gut zusammen... Habe ich
nicht gesagt, dass er schlecht ist. Habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, er
ist ein Egoist. Meine Liebe, je näher die Eigenschaften bei einem selbst
liegen, umso differenzierter schätzt man sie ein.
Ich will sagen, wie dich sein Egoismus an einem Tag freute, wenn er nämlich was
Neues anschleppte, was dir gefiel, so missfiel er dir am nächsten Tag.
War es nicht so?
Was verstehen Sie unter Liebe?
Liebe, das ist zu nebulös. Ich bin gefragt worden.
Ich finde, die Liebe, also ich meine die Liebe zwischen Mann und Frau. Liebe, das
ist ein Sachverhalt, der muss aufgelöst werden.
Liebe, das ist ein Bündel von Motiven, Bedürfnissen, Trieben.
Da gibt es die emotionale Komponente, schönen Dank. Die Affektkomponente, die
Aktivitätskomponente, bitte greif doch zu. Die Antipathiekomponente, die
Stimmigkeitskomponente, die Dresdner Komponente. Liebe, Nau-Liebe, rechter
Nebenfluss, der Weichsel.
Liebe, platonische, nach Plato, geschlechtlich nicht deutlich, wirksam,
ideal, begeistert, Liebesröhre.
Siehe Funkröhre. Lieben Werder, lieber Mann, lieb Frauenmilch.
Liebe steht nicht drin.
Die Ehe haben wir Sozialisten nicht erfunden. Sie ist eine geschichtliche
Einrichtung, die einen langen Prozess ständiger Veränderung durchlief und sich
auch weiterhin wandeln wird. Und der Wunsch deines Johannes, dich zu
heiraten, ist zunächst einmal ganz normal.
Auch wenn es die Enttäuschungen natürlich zeigen.
Ich kenne den Müll von jedem.
Und du, du seufzt in den letzten Tagen zu Fälle. Ja.
Und mir würdet ihr ja ganz schön auf den Tropfen setzen.
Kommen Sie mal angelaufen, Herr Grenadier.
Grenadier, sage ich. Aus dem Französischen.
Aber wer ist da in den letzten Tagen noch so gebildet?
Lernen Sie eher immer was über die Russen, aber von Französische, von den
Hurenotten. Keine Ahnung. Ja.
Keine Ahnung. Ja, ja, ja.
Stimmt. Sagen wir mal, die Jette, die kommt wohl nicht mehr, was? Nee.
Schade. Das war sie gewesen.
Ein besseres kriegst du nicht mehr.
Ging.
Ging? Ja, das Ging, wenn dir was nicht passt, das kann ich mir genau
vorstellen.
Ich hab ja sehr geschätzt, schade.
Vorne mit, die Welt zugrunde.
Du sag mal, Heinrich, hast du schon mal Trinkgeld gekriegt?
Trinkgeld? Na ja, einen Mark oder einen Zehner.
Oder einen Pfund oder was weiß ich.
Was denn, meinst du für das Müllsortieren?
Ach, das mache ich doch so.
Wie würde das sonst hier aussehen?
Aber für Sie bin ich ein Schmiergeld, Heini.
Schmiergeld, Heini.
Und nur, weil sie einen Tick hat.
Jemand hat ihr mal 20 Pfennige in die Hand gedrückt im Fahrstuhl. Und seitdem
hat sie... Mensch.
Schmiergeld, Heini, hat sie gesagt.
Na ja, das war ja schon längst mal fällig.
Ach, du redest, wie du es verstehst. Na, wie soll ich denn sonst reden?
Sag mal, Johannes, was verdienst du eigentlich so im Monat?
712 Mark brutto.
Aha. Und was legen sie dir sonst noch so jeden Tag in die Kralle?
Steuerfrei? Bloß weil du deine Arbeit ordentlich gemacht hast?
Sei mal ehrlich.
Siehste, wahrscheinlich mein Diätedett.
Verstehst du?
Hast du vielleicht mal drüber nachgedacht, wie das wohl kommt?
Autos sind doch zum Fahren da, nicht? Und damit sie fahren, braucht man eine
Menge kleiner Teile, Ersatzteile. Denn manchmal geht an so einem Auto nämlich
was kaputt.
Und hast du dir vielleicht eine Vorstellung, was passiert, wenn eine
Woche, zwei Wochen, ein Monat, zwei Monate, wenn ein Jahr lang keine
bestimmten Ersatzteile kommen? Kannst du dir vorstellen, wie da so ein Kunde
guckt, wenn er das erfährt?
Und kannst du dir vielleicht auch vorstellen, dass ihm das was wert ist,
wenn sich unser einer trotzdem und immer noch was einfallen lässt?
Die sollen uns genug Ersatzteile schicken, dann wird das schon was.
Das ist doch die Scheiße.
Solange das nicht besser wird.
Ich will dir was sagen.
Manchmal ist es mir richtig zum Kotzen, wenn die so mit ihren Scheinchen
ankommen.
Und dann fragen sie dich noch, ob man nicht für ihre Karre bei einem anderen
was ausbauen kann.
Insequido a questo mito, la dea della Terra G, per vendicarsi sulle idee
olympici, partoriva i terribili giganti enormi e dispettiva nella battaglia
contro di loro.
Ma riusciva alle idee di vincere e di liquidare i giganti in una strenua
battaglia. Grazie.
Hallo, schönes Mädchen, müsst ihr noch zu haben?
Mein Herr, ich arbeite, aber sonst, da könnten Sie mal nachfragen.
Ja, mal, du gefällst mir. Wem nicht? Ich habe Uferten noch und noch. Na, das
passt mir nicht.
Ich bin eifersüchtig und ich werde dich verführen. Wo?
Oh, in den Müggelbergen. In den Müggelbergen? Das ist aber eine
gefährliche Gegend. Da gibt es den bösen Teufelssee und Hasen und auch noch große
Hirsche und Wildschweine.
Ich habe das mal erlebt, wirklich, in Dresden im großen Garten, da kam
plötzlich ein Elefant. Du und deine Geschichten.
Ach, ich saß da mit einem gewissen Herrn, den kannst du fragen, ich weiß
nicht mehr, und da kam der Elefant.
Ja.
Ich bin's, Johannes.
Ist Jette da?
Hol ihn doch auf.
Nee, nee, du.
Jette ist noch nicht da, muss aber jeden Moment kommen.
Willst du nicht hochkommen und warten?
Sie kommt bestimmt bald.
Nee, nee, lass mal. Schönen Dank, aber... ist nicht so wichtig.
Soll ich was bestellen?
In dich bin ich star.
Er ging so wahr und nahm mich mit, spendierte mir nen kleinen Sprit.
Und nach dem einen...
Da war ich wieder da.
Die Mutter informiert die Polizei, dass ich soeben eingetroffen
sei. Und ich sag, Mutti, es muss ja mal sein, mal was
anderes als der ganze Kleinkram. Hier zu Hause, da wo ich bin wohl.
Ich könnte im Moment mein Leben für dich lassen.
Bloß weil du Mann bist und weil ich dir gefalle.
Komm schnell, sonst kriegen wir noch Ärger.
Das mit dir macht aus mir wie die süße 17.
Und bis gestern war ich noch nicht kurz vorm Ende.
Hey.
Warst du denn immer noch so ohne Bett und ohne Couch und so?
Das hast du dir gemerkt?
Immer noch?
Meiner Wirtin habe ich gesagt, dass die Japaner nur auf der Erde wohnen.
Seitdem hält sie mich für einen Studierten.
Warum ist denn das mit uns eigentlich damals tatsächlich nichts geworden?
Wie siehst denn du das?
Du hast eben nicht um mich gekämpft.
Na ja, ich mach uns mal einen Kaffee.
immer wenn ich nachts noch in der Küche bin.
Ich
mache
uns Kaffee.
Was willst du denn hier?
Hast du eine feuchte Wohnung, was?
Na, einen Schluck und einen Appen? Nee, danke.
Mit dem Hemd kannst du nicht mehr ausziehen irgendwo.
Werden wir schon nicht mehr ausziehen, heute noch.
Hat dich die Alte rausgeschmissen?
Gestattest du einen neuen?
Nee.
Na, ist auch nicht so einfach.
Allein frühstücken ist das allerelendste, was es gibt.
Du kannst nichts tun, ohne nicht gleichzeitig darüber zu reden.
Seit wann bist du denn so durch und durch verkrampft? Seit ein paar Wochen,
sag ich, muss aber nicht stimmen.
Es war richtig, dass ich hier war, aber wir müssen es nicht in die Länge ziehen.
Wieso, war ich nicht gut?
Du könntest ruhig mal sagen, dass du mich verliebt bist.
Bist du denn nicht?
Nein, ich bin nicht ganz unverliebt, sagen wir mal so.
Ich komme bald um vor Sehnsucht.
Dagegen mach was.
Da denkt man und redet man und macht und tut und läuft rum und rennt und grübelt,
ob's auch fürs ganze Leben reicht.
Und dann ist einem ganz schlecht, dass man ganz krank vor Sehnsucht.
So einfach ist das.
Guck dich doch mal an. Deine Generation ist furchtbar ungerecht zu den Männern.
Deshalb fühlen sich mit uns auch wohler. Wir sind nämlich die besseren Kumpel.
Entschuldige, was heißt denn meine Generation? Das heißt, was das heißt.
Ihr geht auf den Mann los und wartet, was er bringt. Und wenn er was falsch
macht, kriegt er einen Strich. Und wenn es so viele sind, wird er gekantet.
Jede will den mit den wenigsten Fehlern.
Wieso eigentlich?
Für dich?
Danke.
Ich hatte Johannes gesagt, wo er ist oder wann er wiederkommt.
Hey, warum?
Ach, bloß so, ich wollte es eben wissen.
Was hast du denn vorhin so gekloppt?
Ich habe ein bisschen umgeräumt. Also, wenn du was auszuräumt hast, dann bring
es mal gleich runter.
Ist gut, ich komme runter. Was hast du?
Ich habe gesagt, ich komme runter.
Ja, ist gut.
Guten Tag, den Anker der Nacht.
Sonne fragt nicht, was wir gemacht,
so im Hoffen auf dich zu ihm warten.
An den Stegen, den Stegen der Einsamkeit.
Guten Tag.
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