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Original subtitles

Untertitelung des ZDF, 2020

Guten Morgen, Dr. Hausner.

Hatten Sie schon einen schönen Morgen?

Darf ich Ihnen vielleicht schon etwas bringen?

Was ist denn das?

Für Sie. Ist unten abgegeben worden.

Würden Sie Sakinis?

Vorsicht. Hier, können Sie aufteilen.

Handgezüchtet von der Gattin unseres Bundespräsidenten, Adi.

Ich hab seine Steuer ein bisschen reduziert, also...

Bisschen sehr reduziert.

Morgen.

Und schmeißen Sie die Blüten auf keinen Fall weg. Die müssen Sie in Bierteig

tunken und frittieren.

Das schmeckt einmalig.

Also, Dr. Hausner, was haben wir denn hier?

Ihr neuster Zaubertrick?

Leerverkäufe, Steuererstattung, Dividendenstichtag.

Die Altsprachler unter uns, die wissen natürlich sofort, dass es hier um

Geschäfte mit Aktien, Cum mit Dividende und Ex ohne Dividende geht. Deswegen der

Name Cum-Ex.

Ich erkläre es Ihnen mal anhand eines Beispiels aus dem Alltag.

Stellen wir uns vor, Herr Bruck will eine Pfandflasche im Supermarkt

zurückgeben und Frau Angerbauer begleitet ihn dabei.

Die beiden gehen zum Automaten, aber in dem Moment, wo Herr Bruck die Flasche in

den Automaten steckt, hat plötzlich auch Frau Angerbauer eine Flasche in der

Hand.

Und zwar dieselbe Flasche wie Herr Bruck.

Die Flasche hat sich für einen Moment lang magisch verdoppelt.

Der Automat nimmt die beiden Flaschen an und spuckt zwei Pfandbons aus. Einen an

Herrn Bruck und einen an Frau Angerbauer.

Aber nur Herr Bruck hat den Pfand vorher auch bezahlt.

Dann teilen die beiden den zusätzlichen Pfand untereinander auf.

Und alle sind glücklich.

Bis auf den Supermarkt.

Der Supermarkt ist in Wirklichkeit der Staat. Und wir wollen Ihre jetzt wohl

nicht behaupten, dass wir Mitleid mit dem Staat haben. Ja, ja, ja.

Und die magische Verdopplung der Flasche ist ein Leerverkauf, also ein

Leihgeschäft mit einer Aktie.

Ist das legal?

Absolut.

Zu 100 Prozent.

Und das stellen Sie dann in der City vor?

Dafür ist Frankfurt zu klein. So was muss man in London einfädeln. Ja, ja,

klar, klar, klar, klar.

Es gibt da wohl eine Sache, die Sie übersehen haben.

Wie wollen Sie denn die Gewinne abschöpfen?

Ähm... Sie können sich bei Herrn Lebert bedanken. Der hat es bemerkt.

Lebert? Wer zur Hölle ist Lebert?

Wissen Sie Englisch so?

Gut.

Danke, dass Sie bereit sind, in dieser Untersuchung auszusagen.

Wir versuchen herauszufinden, was zu dem größten Finanzskandal in der Geschichte

unseres Landes geführt hat.

Wir sprechen hier von einem Zeitraum, der sich über mehrere Jahre erstreckt

hat.

Dabei hatten Sie unterschiedliche Rollen inne. Können Sie den Verlauf

beschreiben? Ich möchte als erstes sagen, dass ich es großartig finde, dass

dieser Untersuchungsausschuss einberufen wurde.

Können Sie Ihre Beziehung zu Inga Brögger beschreiben?

Die war gut. Richtig gut.

Sie kamen 2005 aus Bhutan zurück.

wo sie mehrere Jahre dem Finanzministerium dort bei der

Einführung der Einkommenssteuer geholfen hatte.

Ich kannte Inge aus unserer gemeinsamen Zeit als Steuerprüfer.

Wir hatten zusammen studiert.

Ich würde sagen, wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis.

Nachdem ihr Mann verstorben war, bad sie damals darum, ins Ausland gehen zu

dürfen.

Wer von uns zahlt gerne Steuern?

Wäre es nicht schön, in einem Land zu leben, in dem die Einkommenssteuer gar

nicht existiert?

Inga hatte schon immer eine klare Meinung, wie ein faires Steuersystem bei

uns auszusehen hat.

Ich möchte euch so ein Land vorstellen.

Das Königreich Bhutan.

Das Land eurer Träume.

Null Prozent Einkommenssteuer.

Keine öffentlichen Krankenhäuser, isolate Straßen, katastrophales

Bildungssystem.

Nun, bis 1994, als ich als Beraterin für das Botanische Finanzministerium

eingestellt wurde.

Hey, Ihre Rede war toll. Ich danke Ihnen sehr. Danke.

Hi, Inga.

Hi, Per.

Willkommen zurück. Danke.

Wie geht es dir?

Gut. Ja? Ich freue mich, zurück zu sein. Ja.

Und ich bin dankbar, hier wieder zu arbeiten. Die Steuerbehörde braucht dich

viel dringender als du sie. Glaub mir.

Wo sind denn alle?

Freitags ist hier immer ein gemeinsames Frühstück.

Komm, hier entlang. Wir sind gleich da.

Alle mal herhören. Guten Morgen. Ich möchte euch eure neue Chefin vorstellen,

Inga Breger.

Hi. Danke für die Begrüßung. Ich freue mich sehr, hier zu sein und euch alle

kennenzulernen. Setz dich zu uns, Inga.

Vielen Dank, aber ich möchte nicht weiter stören. Ich richte erst mal mein

Büro ein. Aber wir sehen uns später noch.

Ja, gut.

Wir schmecken es. Bis zum Appetit.

Dürfen wir euch kurz stören? Ja, bitte.

Hallo allerseits. Ich möchte euch eure neue Chefin vorstellen, Inga Bröger.

Hi. Nils Jensen. Er hat das EDV-Meldesystem mitentwickelt.

Hallo. Hi, willkommen.

Danke. Tja, ich führe gerade diese vier wissbegierigen Schüler in die betörende

Welt der...

digitalen Datenerfassung ein. Dann will ich den ungestümen Wissensdrang nicht

weiter unterbrechen.

Viel Vergnügen. Bis später.

Was ist unsere eigentliche Rolle, unsere Bestimmung im Finanzmarkt?

Unsere? Also wir jetzt im Sinne von... Wir im Sinne von wir Anwälte natürlich.

Ich denke, dass wir als Anwälte... Macht sich ja niemand klar. Alle denken ja, da

gibt es Banker und Investoren und das war's dann.

Ja.

Wasser fließt den Fluss herunter.

Jahrelang.

Jahrzehnte, Jahrhunderte.

Man kann das Wasser trinken, man kann darin baden, das Wasser ist da, ist für

alle da.

Aber man kann es nicht zu einem Produkt machen.

Es rinnt einem buchstäblich durch die Finger.

Aber wenn Sie ein Gefäß haben, eine Flasche, dann füllen Sie das Wasser ab.

Ihnen gehört jetzt ein Stück Fluss.

Und Sie können das Stück Fluss verkaufen oder es...

Irgendwohin mitnehmen ist jetzt Ihr Eigentum.

Und im Finanzmarkt, da sind wir die Erfinder der Flasche.

Wir sind die Erfinder der Tankwagen.

Wir schaffen den rechtlichen Rahmen, damit Kapital akkumuliert und gesichert

werden kann.

Das ist gut.

Das merke ich mir.

Wie lange sind Sie schon bei Taurin?

Ein halbes Jahr etwa.

Cool.

Krass, dass die alle kommen.

Ja klar kommen die.

Gentlemen, we're talking about a profit that is absolutely guaranteed.

We expect an interest rate of 25% in six months.

Und die können wir Ihnen absolut garantieren, denn das Geld kommt von der

deutschen Steuerbehörde, vom Finanzamt. So, no worries.

Yes, from the state. We get big loan and we use it as a liberal, what is liberal

in English? Lever. Ja.

Lever.

Thank you so much for the interesting presentation.

We'll look the material through and get back to you.

Ja, wir können es kaum erwarten.

die Unterlagen mal genauer zu studieren.

Aber Sie verstehen mich.

Das sind 25 Prozent in sechs Monaten. Schön.

Gentlemen, thank you.

Alia, alles Gute.

We'll let you know. Thanks.

Sie haben

es nicht verstanden.

Sie haben einfach nicht kapiert, worum es geht. Wie kann man zu so einem

Angebot Nein sagen?

Seit 2009 sind Sie Direktorin der Steuerbehörde.

Davor waren Sie externe Beraterin.

Ist das richtig?

Inwiefern haben Sie die Politik in Bezug auf die Buchhaltung der Steuerbehörde

beeinflusst? Also hier ist unser Archiv.

Endlose Containerreihen mit Steuerdaten.

Die gesamte Steuerverwaltung ist wie ein teigiger, unbeweglicher Fettklocks.

Wir machen sie zu einem durchtrainierten, flexiblen Körper ohne

ein einziges Gramm Fett. Man könnte sagen, Brown Linnet Consulting ist unser

neues Fitnessstudio. Und Caroline unsere Fitnesstrainerin. Ja, ich liebe diese

Art von Metaphern.

Für meine Abteilung kann ich sagen, dass das Hauptproblem ist, dass tausende von

Anträgen liegen bleiben. Um sie zu bearbeiten, reicht unsere Kapazität

einfach nicht aus.

Danke, Inga.

Wofür? Weil genau das mein Punkt ist.

Es wird zu viel geprüft.

Dafür sind wir aber doch da.

Wusstet ihr eigentlich, dass in den 80er Jahren einige sowjetische Kommissare

nach London reisten, um das dortige Wirtschaftssystem zu studieren?

Und ihnen fiel dabei auf, dass vor den Bäckereien keine Schlangen standen. Was

in der Sowjetunion ganz anders war, um an Brot zu kommen, standen die Menschen

um den Block herum.

Also wandten sie sich an die Regierung und baten darum, mit dem

Verantwortlichen für die Brotverteilung zu sprechen.

Und der Regierungsvertreter in London schüttelte den Kopf und sagte, so

jemanden gibt es nicht.

Ich meine, ich liebe sie.

Verstehst du, was sie meint? Der Markt reguliert sich selbst. Die unsichtbare

Hand des Marktes, davon spricht sie.

Sag mal, warum wurde das alles noch nicht digitalisiert?

Weil uns das Personal dafür fehlt.

Ich meine, was zahlt ihr denn an Miete für dieses Lager? Das muss ja wahnsinnig

viel sein. Ja, stimmt, du hast recht. Wir setzen sofort eine Kommission ein,

um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Aber Per, das ist doch gar nicht

nötig. Wir müssen Leute einstellen, die die Daten übertragen.

So erfassen wir die alten Steuerfälle und bekommen Zugang zu den... Nein,

nein, nein, nein.

Ich glaube, du verstehst nicht, was unser gemeinsames Ziel ist.

Die Abteilung muss verkleinert werden.

Wir wollen Personal abbauen und nicht den Staatsapparat noch weiter aufblähen.

Richtig? Siehst du?

Ja, klingt ganz einfach.

Das ist es auch.

So, put that at the top of my reading pile, please.

If you fancy, come and have a beer and gingers later.

It's a pub just around the corner.

Und jetzt geben wir einfach auf.

Fahren Sie zurück nach Frankfurt oder wie? Wir?

Ich habe Sie als Übersetzer mitgenommen, Sie haben übersetzt, das war es auch

schon. Aber Herr Dr. Hausner, ich war 25 Jahre beim Finanzamt, jüngster

Steuerdirektor Deutschlands. Ich habe alle großen Banken geprüft, mit 44.

Hat vor mir noch niemand geschafft.

Jetzt flehen nicht Vorstandsvorsitzende, Politiker und Multimillionäre an, Sie

als Klienten aufzunehmen. Ich weiß, wenn was nicht geht.

Ohne Bank kein Fonds, ohne Fonds keine Investoren, ohne Investoren kein

Beratungshonorar.

Arbeiten wir diesen mal durch. Da siehst du den Namen des Antragstellers, hier in

diesem Feld.

Das ist in der Regel eine Bank oder eine Investmentgesellschaft.

Äh, ja.

Dann lies mal den Betrag vor.

Evidor Trade.

Gut, trag das ins linke Feld ein.

Wie hoch ist der Erstattungsbetrag?

Der beläuft sich auf 5000, nein, 500...

574.323.106 Kronen und 57 Euro.

Du liebe Güte.

Lass mal sehen.

Das gibt's doch nicht.

Oh Gott.

Es ist in allen Abteilungen dasselbe. Die Mitarbeiter sind rührend, aber es

dauert alles eh. Ich hab das in Bhutan auch erlebt.

Beamte dazu zu bringen, ihre Routine zu verändern. Ein störrischer Esel ist

kooperativer.

Hi. Komm rein.

Tut mir leid, dass ich dich stören muss.

Das macht nichts.

Okay.

574 Millionen.

Evidor Trade.

Kennt man die? Nein, nie davon gehört. Ich habe dazu recherchiert.

Das sind alles TDC-Aktien. Um diesen Erstattungsbetrag zu erreichen, müssten

die Klienten von Evidor Trade zum Zeitpunkt der Dividendenausschüttung 48

Prozent von allen freien TDC-Aktien besessen haben. Und TDC ist eine

ziemlich große Firma.

Es ist die drittgrößte Firma Dänemarks.

Am besten du nimmst Kontakt auf mit Evida Trade.

Frag, was es damit auf sich hat.

Ja, vielleicht ist eine Sekretärin mit den Nullen durcheinander gekommen.

Hoffen wir es mal. Ja. Ja. Ja.

Okay.

Hey, would you be good enough to bring us two bottles of champagne?

Anyone in particular?

The best you have.

Okay.

Sit back there.

Alright, sir.

Hello.

Two of the finest, sir.

Do you mind if I have a seat?

Yeah, a few other people come in. I'll just be a few seconds.

Anything to celebrate?

There's always something to celebrate, isn't there?

So tell me, who took the bait?

I don't know what you mean.

Come on.

You march in here, order two bottles of champagne, 2700 a pop.

You take me for a fool.

I just like to drink champagne.

See, there's only one way you could have managed that.

Oh, is there?

You found a very rich investor.

Then, of course, you offer a cut to the banks. That tickles their greed.

Otherwise, no one would take the risk.

Look, everybody's been doing Comex since the 90s. But only as internal business

between banks.

Yeah, I have some German friends over at Avedor who just did a huge... Comex

Trade in Danish Shares.

TDC. They don't have to give the authorities the names of their clients.

It's that easy.

They just have to confirm the numbers.

That's it.

But if you've got an external investor, you better be careful as hell the tax

authorities don't find out.

Look, if your investor is as heavy as I suspect,

Maybe we can talk again.

I'm sure my boss wouldn't be averse to it.

Well, Woody.

It's great work.

Think about it.

I'll be around.

Welcome to Frankfurt Main Airport.

Please remain seated with your seatbelts fastened until the aircraft leaves final

position.

Geht ganz schnell, geht wirklich ganz schnell. Es ist sehr wichtig, tut mal

nach. Jetzt wirklich nicht! Ich ruf zurück.

Die Banken machen das schon.

Seit Jahren.

Comics. Aber nur intern, als Interbankengeschäft. Das läuft schon

seit Mitte der 90er. Die Banken wollen keine privaten Investoren beteiligen,

damit die Steuerbehörden nicht misstrauisch werden.

Woher wissen Sie das? Wir brauchen einen privaten Investor, der so reich ist,

dass die Gier der Banken, ihn als Kunden zu haben, größer ist als ihre Angst vor

den Steuerbehörden.

Aha. Ja.

Evidor Trade hat die Zahlen bestätigt.

Na wunderbar. Dann ist ja wohl alles in Ordnung. Ja.

Abgesehen davon, dass wir keine Möglichkeit haben zu prüfen, ob diese

Zahlen noch stimmen und sie wirklich Anspruch auf die 574 Millionen haben.

Wissen wir irgendetwas über diese Firma? Ja, Evita Trade ist eine

hundertprozentige Tochter einer deutschen Großbank.

Dann sollten wir diese Bank bitten, die Angaben zu bestätigen. Das habe ich

schon. Na und?

Die Bank bestätigt die Zahlen von Evita Trade.

Und wo ist denn das Problem?

Wir haben keine Werkzeuge, um ihre Angaben zu überprüfen.

Wir kennen ja die Namen dieser ausländischen Aktionäre nicht.

Hinzu kommt, dass wir uns in der Sache nicht ewig Zeit lassen können, sonst

wird's unangenehm.

Ab 30 Tagen nach Eingang des Antrags werden Zinsen fällig. Hm, Zinsen. Wie

hoch wären die denn?

Circa 100.000.

Ah, im Monat?

Nein, am Tag.

Am Tag?

Ja, am Tag.

Das ist gar nicht gut.

Aber wahrscheinlich ist es erheblich schlimmer, wenn wir fälschlicherweise

574 Millionen an jemanden auszahlen, dem Sie nicht zustimmen. Bitte, Inga. 100

.000 am Tag.

Das macht sich wirklich nicht gut, Peer. Ich weiß.

Um auf 574 Millionen zu kommen, müssten wir über 15 Jahre lang pro Tag 100.000

Kronen an Erstattung auszahlen.

Ja. Ich meine, kannst du das nicht mit dem Minister besprechen? Wir brauchen

eine Lösung. Ja, ja, selbstverständlich. Dann würde ich das wohl tun.

574 Millionen?

574 Millionen Kronen an eine deutsche Bank. Im Prinzip kann jede ausländische

Bank einen Antrag ausfüllen und behaupten, sie hätte in Dänemark mit

Aktien gehandelt. Und um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden,

erstatten wir den Betrag, den sie für die Aktiengewinne eingezahlt hat, wieder

an die Bank zurück.

Aber das würde dann ja heißen, wenn jemand einem eine ausländische Bank hat,

dann können die euch einfach einen Antrag schicken und angeben, wohin ihr

das Geld schicken sollt?

Genau so läuft das. So lautet das Gesetz. Okay, aber wenn ich nun so einen

Antrag stelle... Stopp, stopp, du hast aber keine solche. ...kann ich mir

schnell besorgen. Ich kann sofort ein ausländisches Konto bekommen.

Und dann stelle ich einen Antrag und schicke ihn an dich.

Und dann? Ja, und dann müssten wir auszahlen.

574 Millionen gehen an dich, an Nickel Sandy. Na also.

Skolf und Skoll.

Mikkel, mach das bitte nicht, nicht schon wieder.

Unterstehe dich, das ist so peinlich.

Nein, das geht nicht.

Okay, okay.

Oh Gott, du bist unglaublich.

Hello, hi.

Lies. Hi.

Hallo. Nils. Olga. Hallo, Olga. Hi, Anastasia.

Englisch? Ja, Englisch, ja. Sie sind aus Serbien. Ah, Serbien.

Ich habe gehört, Sie planen den perfekten Krieg zusammen, sagt Ihr

Freund? Ja, ja.

Sie könnten unsere Angehörige sein, Sie wissen. Wir sind Herren, Gangster. Wir

nehmen nur von den Reichen. Welchen Krieg planen wir?

Wir müssen das dänische Staat töten. Oh, die Banken-Affäre, Sie meinen.

Trinken?

Moskau-Mühl wäre großartig. Moskau-Mühl?

Ja.

Wartest du? Ja. Okay. Möchtest du mir die Trinken helfen? Ja, sicher.

Du

siehst

nicht so aus wie Lopovi, muss ich sagen. Ja, ich weiß.

Was ist das, Lopovi? Ah, Lopovi.

Äh, Flüchtlinge.

Weißt du?

This is just hiding.

Hiding? Ja, yes, to look normal.

Ah, Camouflage.

Camouflage, yes. Okay, yes.

You write so fast, text

messages.

Yes. Yeah, I have to use, you know, put on my glasses and press like this. Fast

fingers. Du magst das, ja?

Ja, ich bin es gewohnt. Ich schreibe viel mit meiner Mutter.

Und die Haare sind der gleiche Farbe wie dein Shirt?

Ja, viel, viel.

Dein Shirt ist nicht so viel wie dein Shirt.

Ah, Herr Köhler. Schön.

Toll, dass das jetzt so spontan geklappt hat.

Sie haben eine Fahrt zum Konzert.

Garantierter Profit nach sechs Monaten?

Zwölf Prozent.

Kennen Sie Jaruski?

Den Kastraten?

Count of Tenor.

Kastraten gibt's nicht mehr.

Und sie werden keine Hunden mehr abgeschnitten.

Früher, bis ins 19.

Jahrhundert, hat man die Jungen ausgesucht, die besonders schöne Stimmen

hatten.

Man hat sie gebeten, dieses Opfer auf sich zu nehmen.

Ein Opfer nicht für Reichtum, nicht für Macht, sondern allein.

Für die Reinheit des Schönen.

Stellen Sie sich das einmal vor, als wäre niemals präteres Testosteron in

Ihren Körper eingeschossen.

Sie wären nie zum Mann geworden, sondern immer Kind geblieben.

Kein Bartwuchs, kein Stimmbruch, kein Haarausfall.

Ich hatte auch schon als Kind eine Stimme wie ein Rabe.

Wie viel?

Muss ich ja lohnen.

Heißt?

100 wären gut.

Das Geld kommt also vom Staat.

Direkt aus der Staatskasse.

Ich gebe Ihnen 50.

Mit 50 kann man auch schon was machen.

Machen Sie mal lauter.

Also 56 ist ein bisschen zu weit draußen.

Gibt es keinen zum London City Airport?

Die Dokumente sind alle fertig?

Ich würde es gerne selber nochmal anschauen. Ja.

Okay. Gut, tschüss.

Scheiß Dichtungsregen!

Völlig zack grün ist es.

Was willst denn du hier?

Mollans Geburtstag?

Ach, ist das Jahr schon wieder rum?

Wo ist sie denn?

Oben, hat sich hingelegt.

Was passiert?

Nur dein Geburtstag.

Nein.

So eine große Vase haben wir doch gar nicht.

Hast du schon gegessen?

Komm, ich mach dir was.

Ach, lass mal, Mutter.

Ich hab schon gegessen.

Also in den nächsten Wochen werden wir verschiedene deutsche Aktien kaufen und

wieder verkaufen.

Ich habe das ganz genau ausgerechnet. Das ist sekundengenau.

Schon die kleinste Verzögerung kann uns Millionen kosten.

Hier, Siemens, Mannesmann, Telekom.

Aber das machen wir nicht aus Frankfurt.

Die großen Deals, die laufen heute alle in London.

Oh, London.

Ja, muss da jetzt ständig hin. Geht nicht anders.

Und woher kommt das Geld, um die ganzen Aktien zu kaufen?

Naja, wir haben da einen Investor, der gibt uns 50 Millionen.

Ja, und damit holen wir uns dann einen Kredit von der Bank.

Rate mal, wie hoch der ist.

Keine Ahnung.

Eine Milliarde.

Aber das ist völlig ohne Risiko.

Das sind Leerverkäufe und die werden mit Futures abgesichert.

Ach so.

Und wie verdient man damit Geld?

Naja, stell dir vor, sowohl der Vater als auch die Mutter eines Kindes kriegen

Kindergeld für dasselbe Kind.

Und unser doppeltes Kindergeld kommt dann im November als Steuererstattung

vom Finanzamt.

Der Staat zahlt die also doppelt so viel, wie die eigentlich zusteht.

Also in meiner Welt ist das simpler Betrug. Ach Rolf. Was Rolf?

Tja, im Finanzmarkt ist das eben alles anders.

Da gehen Dinge, die im echten Leben nicht gehen.

Vorsicht, heiß.

Wo ist Said?

Ich weiß es nicht.

Okay.

Was ist los?

Es scheint, wenn ich das richtig sehe, dass jemand vergessen hat, das KOM

-Gesetz mit dem Zukunftsgesetz zu verabschieden.

Das sollte 3 Stunden hervorgehoben werden.

Du Arschloch, ich werde ihn töten.

Said?

Said?

Oh.

Oh?

Was machst du?

Oh?

Oh. Oh.

Was bedeutet das?

Oh. Der Verlust hat uns 3,2 Millionen Euro verdient. Das ist ein schöner

Blick.

Glück?

What have you lost your bleeding mind? It's not a matter of luck. It's not a

casino. We could just as easily have lost three million.

You know what? You're a dickhead.

Pack your things.

Now. I never want to see you here again.

See you.

Der ist ganz schön voll heute.

Langes Wochenende. Normal.

Meine Enkelin ist gerade zu Besuch bei den Großeltern. Und sie liebt die großen

Bürsten. Stimmt's, Lea?

Können wir unsere Wartezeit vielleicht ein bisschen verkürzen?

Alter, pack da keine 50 Euro wieder ein. Bei mir gibt's gar nichts zurück. Lass

uns systemen.

Ihr wischt zuerst, wer zuerst kommt.

Der Mann will uns unseren Wagen nicht waschen lassen, aber der Opa kriegt das

schon hin, ne?

Stimmt's so?

Wenn du mir noch einen Schein hinhältst, fängst du dir einen.

Haben wir's verstanden?

Tschüss.

Hallo, ich habe ein Kind dabei.

Das sind alles Kommunisten hier.

Opa, was sind Kommunisten?

Ach nee.

Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, da warst du so.

Der arme Frank, der war früher mein Kollege beim Finanzamt. Und jetzt

arbeitet er da immer noch. Für ganz wenig Geld in einem winzigen Büro.

Genauso wie ich früher.

Dein Opa hat früher böse Banken gejagt. Und heute ist er ihr bester Freund.

Hast du einen neuen Steuertrick auf Lager?

Diesmal ist es kein Trick.

Diesmal ist es reine Magie. Bist du Altsprachler?

Dividende Cum, Dividende Ex, Hex, Hex.

Ist vollkommen unlogisch.

Aber vollkommen legal.

Mach's gut, Frank.

Viel Spaß beim Bausparen.

So.

Der Minister ist voll und ganz auf unserer Seite.

Gut. Und was sagt er? Er sagt 100.000 Kronen pro Tag, nicht mit uns.

Und jetzt? Er machte mir ebenfalls sehr deutlich, keine zusätzliche Bürokratie

für die Banken. Ähm, ich verstehe nicht.

Banken überweisen die Dividende auf dänische Aktien an die Aktienbesitzer

binnen Tagen.

Dann kann es keine unzumutbare bürokratische Belastung sein, auch deren

Namen zu erfahren. Wir dürfen keine neuen administrative Belastungen

erzeugen. Fertig. Nein.

Peer, die jetzige Rechtslage lädt zum Steuerbetrug geradezu ein. Wir müssen

etwas tun.

Wie gesagt, der Minister steht zu 100% hinter uns. Das hat alles seine

Richtigkeit. Nein, Peer, wie dumm kann man denn sein?

Entschuldige bitte, aber vor uns steht eine der führenden Experten in Dänemarks

auf diesem Gebiet. Und die sagt uns klipp und klar, dass wir ein scheiß

Problem haben.

Hörst du schwer, das ist ein Riesenproblem.

Ein verdammtes, gigantisches scheiß Problem. Hier wird die Staatskasse

ausgeraubt.

Ja. Ich glaube, es ist alles gesagt.

Ich würde sagen, dass ich damals wirklich absolut alles in meiner Macht

Stehende getan habe, um dieses so gefährliche Geschäftsmodell zu stoppen.

Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Ich war so wütend. Diese

Kraftausdrücke, das ist wirklich nicht meine Art. Das war unprofessionell und

inakzeptabel. Ja.

Das war's.

Aber es hat sich so gut angefühlt.

Wenn ich's mir recht überlege, habe ich ihn während der gesamten Studienzeit nie

besonders gemocht.

Aber eine Sache hat er gut gemacht.

Er hat mich meinem Mann Christian vorgestellt.

Wann ist Christian gestorben?

Das ist vier Jahre her.

Aha.

Und was ist mit dir?

Hast du eine Freundin?

Nein, zurzeit nicht.

Es ist alles irgendwie... Aber ich habe jemanden kennengelernt.

Ich hatte eine Freundin.

Ist schon viele Jahre her. Wir waren drei Jahre und neun Monate zusammen.

Eines Tages fand ich heraus, dass ich nur einer von mehreren Männern

gleichzeitig war. Oh.

Das ist gar nicht gut. Ja.

Danke, Susanne.

Danke, hi.

Hi, Scott.

Wie kann es sein, dass ausländische Aktionäre sich entscheiden können, für

die Steuerbehörde anonym und damit unsichtbar zu sein?

Ich meine, wenn Angestellte monatlich Lohn erhalten, werden sofort ihre Namen

und Steueridentifikationsnummern automatisch an die Steuerbehörde

weitergeleitet. Das gilt nicht für die, die Gewinne durch Aktien machen.

Ah, da sind Sie ja.

Ich habe gerade mit Köhler gesprochen.

Die Erstattung ist auf seinem Konto eingetroffen.

Direkt aus der Staatskasse mit freundlichen Grüßen vom Finanzamt.

Das hat funktioniert?

Natürlich hat es funktioniert, wir haben es ja vorher berechnet. Das ist ja

unglaublich.

Wie krass.

Und jetzt?

Was jetzt?

Naja, auf den Moment haben wir ein halbes Jahr gewartet.

Denken Sie, wir bestellen jetzt Koks, Nutten und Shampoos oder was? Wo leben

Sie? Wir haben keine Zeit für sowas.

Etwas hat funktioniert und jetzt müssen wir es ausweiten.

Haben Sie ein Konto in der Schweiz?

Nee. Dann eröffnen Sie eins bei der Kilchberger Bank. Die sind diskret.

Schönen Gruß von mir.

273.000 Euro.

Nicht schlecht für einen Anwalt im ersten Jahr auf einen Schlag.

Stimmt. Ich habe noch was für Sie.

Aber Vorsicht.

Ist zerbrechlich.

Die ist römisch.

Erstes Jahrhundert nach Christus.

Diese Flasche existiert bereits 2000 Jahre.

Damit Sie immer daran denken, was unsere Rolle ist.

Wir sind die Erfinder der Flasche.

Ich weiß jetzt nicht so richtig, was ich sagen soll.

Darf ich Sie was zu Ihrem Anzug fragen?

Sind Sie zu einem Herrenausstatter gegangen und haben gesagt, dass Sie

einen Anzug suchen, der was hermacht, aber trotzdem zu Ihrem Budget passt?

Nein, nein, ich... Da kaufen Sie sich mal was Ordentliches, ja?

Als Anwalt, da repräsentieren Sie mehr als sich selbst.

Ja, klar.

Hi Inga.

Ich wollte dir nur kurz etwas zeigen, hat Carolina entwickelt.

Das neue Motto für unser Ministerium.

Mehr Service, weniger Kontrolle.

Unter dem Motto mehr Service, weniger Kontrolle haben sie einen umfassenden

Digitalisierungsprozess durchgeführt. Ja, stimmt, genau.

Was macht ihr denn da?

Das Archiv wird aufgelöst. Es wird alles vernichtet. Das Archiv? Nein, nein,

nein. Das da sind Beweismittel. Ich verlange, dass die Arbeit umgehend

eingestellt wird. Ich mache nur meine Arbeit. Ja, aber hör auf! Vorsicht!

Und wo stehen Sie jetzt?

Ich denke, wir sind an einem guten Punkt angelangt. Wir haben inzwischen die

volle Kontrolle durch die Digitalisierung und...

Ich fühle mich sehr sicher.

Es lag sicher nicht an unserem System, sondern vielmehr an den inkompetenten

Mitarbeitern der Behörde.

Wir waren ja die Hände gebunden. Wir hatten gewisse Anweisungen von oben.

Also...

Verzeihen

Sie mir die Offenheit, Herr Staatssekretär, aber das hat nichts mehr

mit Steuervermeidung zu tun. Das ist schlicht und einfach Diebstahl und

nichts anderes.

Die Banken machen das untereinander scheinbar schon seit Jahren.

Wir müssen diese Leute zur Rechenschaft ziehen. Wir müssen sie als das

behandeln, was sie sind.

Verbrecher.

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