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Was bisher geschah:
Jeder Seelensammler hat seinen eigenen Stil.
Eine persönliche Note für einen ganz besonderen Tod.
Muss ich mich auf den Weg machen, weiterziehen oder so?
Du gehst nirgendwo hin, bis ich mein Soll erfüllt habe.
Langsam, Sir. Ich bleibe so höflich wie möglich.
Ich mache Sie fertig.
Elf Jahre alt und seltsam.
Sie macht eine schwere Zeit durch.
Reggie stiehlt Toilettensitze und bringt tote Tiere heim.
Ein paar Fotos können das verhindern?
Ich halte es für besser, wenn ich mit Reggie
bis zum Schluss der Sitzung allein rede.
Hey, du stehst doch auf Damen, oder?
Ach du Scheiße.
- Wie geht es denn so? - Nein, vielen Dank.
J.D.
J.D., komm. J.D., komm her.
Wer kümmert sich jetzt um J. D.?
Wer bist du denn?
Die besten Erinnerungen haben keine Chance.
Man nimmt sie sich immer wieder vor,
und jedes Mal kocht man sie ein bisschen mehr durch.
Dad, willst du einen von meinen Blaubeer-Pfannkuchen?
Hör mal, Georgia.
Ich gebe dir zwei Stück Speck für einen deiner Pfannkuchen.
Abgemacht. Aber ich hätte dir den Pfannkuchen auch so gegeben.
Tor.
Irgendwann ist nur noch ein winziges,
vertrocknetes Fragment übrig.
Es ist nicht einmal mehr eine richtige Erinnerung.
Es ist mehr wie die Vorstellung dessen, was passierte.
Am besten war es immer am Sonntagmorgen.
Der Ketchup.
Georgia.
Der Ketchup, George. Der Ketchup.
Verzeihung.
Ich weiß, es geht mich nichts an,
aber du bist immer so nach innen gewandt.
Du sagst immer, etwas ginge dich nicht an,
- und dann bohrst du nach. - Das bin ich nicht.
Doch. Deswegen bist du immer allein und hast keine Freunde.
Roxy hier ist eine ganz offene Person.
Du kennst mich nicht.
Ich kenne deine Launen.
Grantig, gemein und grantig, müde und grantig.
Wie die sieben Zwerge.
Daisy, du warst eine Schauspielerin. Hast du mit einem Zwerg geschlafen?
- Ihm einen geblasen? - Das sind doch Comicfiguren.
- Mach mal meinen Job. - Ich springe gern ein,
wenn es um ein Musical über deine hässlichen Schuhe geht.
Bekomme ich meinen Auftrag, bitte?
Drüben im College. Parken ist dort ein Albtraum.
- Ich habe keinen Wagen. - Das Parken stinkt trotzdem.
Ich begleite dich.
Ich arbeite lieber allein.
Du willst dir eine süße junge Maus aufreißen.
Hast du mal bedacht,
dass diese jugendliche Energie mich inspirieren könnte?
Und du könntest jede Menge Drogen stehlen.
Immer wieder im Kreis herum Niemand weiß, wo es dann anhält
Kennt ihr das? Man ist seit einer Weile tot
und hat das Gefühl, dass sich in der Familie alles normalisiert?
Gut, eventuell nicht.
Ich glaube, dass genau das in meiner Familie passiert ist.
Komisch ist nur, dass meine Familie früher nie normal war.
Kennst du den Irish Setter, den ich als Kind hatte? Freckles?
Ja, deine Mom hat mir Fotos gezeigt.
Sie verabscheute diesen Hund.
Das erzählte sie mir, als sie mir die Fotos zeigte.
Eines Tages machte er einen Haufen in einen ihrer Schuhe.
Und das war es dann.
Mein Dad erträgt es nicht, ihn einzuschläfern zu lassen.
Er sagt, er bringt Freckles auf den Mount Tam.
Dort will er ihn freilassen.
- Im Wald? - Im Wald.
Das hätte er mit deiner Mutter machen sollen.
Er behielt sie beide.
Hier steht nur: "Sechster Stock. R.L. Guggenheim."
- Was für ein mieses Loch. - Was hast du erwartet?
Keine Ahnung, etwas, was mehr nach College aussieht.
Heiliger Strohsack.
Das war meine Bong, du Arschloch.
Aber ganz nett. Ich hätte aufs College gehen können.
Bis ich meinem Lehrer ein Buch über den Kopf zog.
Eventuell war es auch ein Globus.
Ich weiß nicht mehr, womit ich meinen Lehrer schlug.
Wann war das denn?
Grundschule. Ich war wohl sieben oder acht.
Es war meine Mutter, die wollte, dass ich aufs College ging.
Nach dem Motto: "So bekomme ich meine Tochter
gesellschaftlich akzeptiert aus dem Haus."
Aber du gingst nicht.
Doch. Ich brach nur ab, wofür sie mich hasste.
Ziel erreicht. Dein Vater war bestimmt sauer.
Er sagte eigentlich nicht viel.
Wir standen uns damals nicht sehr nahe.
- Warum? - Keine Ahnung.
Als ich klein war, mochten wir uns sehr.
Er ließ mich Cola zum Frühstück trinken. Das fand ich cool.
Dad, mach den Trick mit dem Strohhalm.
Das wird nie langweilig.
Im College geht es um zweierlei.
Man vergisst besser, was in Latein im Siegel steht.
Es geht nicht um Wahrheit oder Bruderschaft.
Im College dreht sich alles um Stress und Saufen.
Stress.
- Saufen. - Ja.
Hat jemand eine rosa Karteikarte mit Integralgleichungen gesehen?
- Stress. - Scheiße.
Saufen.
Keine Ahnung, was mir Sorgen machte.
Ich musste keine Aufsätze schreiben,
hatte mich nicht von meinem Freund getrennt,
fühlte mich nicht dumm und allein,
aber von Leuten umgeben zu sein, die sich so fühlten,
trieb mich fast zu Schreikrämpfen.
- Drogen? - Nein, danke schön.
Komm schon. Antidepressiva. Amoxicillin. Alle nehmen das.
- Wie gut für sie. - Meine Theorie lautet,
dass hinter diesen Colleges die Bakterien stecken.
Bakterien haben die Colleges erschaffen,
um sich dort vermehren und weiterentwickeln zu können.
Lass uns diesen Kerl finden und dann verschwinden.
"Wie Wellen, die zum Saum der Küste treiben,
verlandet uns're Zeit minutenweise;
und jede wird im selben Sand beschreiben..."
Einem attraktiven Mann Gedichte im meinem Zimmer vorlesen...
Das ist etwas, was ich nie tun werde.
Hey, Señorita.
Mach mal Platz für Boutros Boutros-Stickoxide, por favor.
Das ist auch etwas, was ich nie tun werde.
- Was ist los? - Nichts.
"...sich im Zerfall der Zeitenwende beugen.
Sei`s drum. Kommt's je doch besser hier auf Erden,
sollst du im Vers Unsterblichkeit erwerben."
- Verstanden? - Ja. Sehr anrührend.
- Willst du ein Bier? - Nein.
Ich dachte, wir könnten uns etwas entspannen.
Scheiße.
Nein, lass die Tür offen, ja?
Hat jemand meine rosa Karteikarte gesehen?
Bist du Rich Guggenheim?
Scheiße. Ja, der bin ich. Ganz herzlichen Dank.
- Wichtiger Test, was? - Ja.
Na ja, nein. Wen interessiert es?
Hier seht die Nummer dieses Mädchens drauf. Jenny.
- Glaubst du an das Schicksal? - Irgendwie schon.
Wir trafen uns im Keller der medizinischen Bücherei.
Am Automaten. Ist ja auch egal.
Sie sang diesen alten Frankie Goes to Hollywood-Song:
"Kennst du den Weg nach San Jose."
Das hatte ich am Abend vorher von Kazaa heruntergeladen.
Ich sagte zu ihr: "Wir sollten uns ins Auto setzen
und nach San Jose fahren."
Verstehst du? Auf das alles hier scheißen.
Und sie dreht sich zu mir um und sie ist fast am Weinen.
Sie hat ihr Getränk in der Hand.
Sie sagt: "Ich war noch nie in Kalifornien.
Lass uns nach der Abschlussprüfung hinfahren."
Und sie schrieb ihre Nummer auf. Das ist sie.
Jenny.
Ich glaube, wir fahren wirklich hin.
Das solltest du tun.
Jenny mag in Kalifornien landen, aber nicht mit ihm.
Danke.
Mist!
In der Zwischenzeit trieben die Klassenclowns Unsinn.
Alles in Ordnung.
Pass auf!
- Hast du das gesehen? - Alter?
Alter.
Wir sollten gehen.
Sie wollte, dass sie offenbleibt.
Hör auf. Runter mit dir.
Ich respektiere dein Nein, aber du überlegst es dir doch noch.
Hör auf.
- Damit schlug ich den Lehrer. - Du hast eine Sekunde.
War der Typ im Studentenheim wirklich tot?
- Ja. - Mein Gott.
Ich habe noch nie einen Toten gesehen. Ihr?
- Nein. - Nein.
Die meisten Jungen auf dem Campus sind wie du.
Völlig normal, nett.
Keine Ahnung, warum ich mit dem Kerl gelernt habe.
Es sah schlimm aus.
Das ist es ja. Ich habe Pfefferspray am Schlüsselbund,
aber ich fragte ich nur: "Passiert das jetzt wirklich?"
Dein Gehirn war wie gelähmt.
Das passiert mir ständig.
Manchmal wünsche ich mir, ich wäre
wach, voll dabei, wenn es passiert.
Eine Stopptaste wäre gut, damit man Zeit hat, zu reagieren.
Ja, ganz genau.
Ich bin eine richtige Expertin, nachdem es vorbei ist.
Himmel, das Leben läuft einfach zu schnell an einem vorbei.
Ist es falsch, jemanden ganz toll zu finden,
weil die Person einem selbst so sehr gleicht?
Mist. Meine Wäsche ist im Waschsalon.
Ich könnte dich hinfahren.
Womit?
- Du hast einen Wagen? - Ja.
Gut. Das klingt bestimmt richtig oberflächlich,
aber ich rate gern, was Leute so fahren.
- Ja. - Ja, ich bin auch neugierig.
In Ordnung.
Ich glaube, du läufst lieber,
ehe du etwas fährst, was nicht zu dir passt.
Daher
möchte ich mal sagen...
Ein klassischer Trans Am, rot.
Das ist unglaublich.
- Frappierend. - Himmel, ich habe recht?
- Ja. - Mein Gott.
Ich ziehe los und hole ihn. In Rot? In Rot.
- Ja. - Ja.
Mason, vergiss unsere Sache nicht.
Ja.
Irgendwie ist er niedlich.
- Habt ihr...? - Nein. Nein.
Was ist dein Hauptfach?
Himmel. Das ist so abgedreht. Wie heißt du denn?
Rube sagte immer, komm den Lebenden nicht zu nahe.
Halte dich am Rande auf. Sag ihr nicht, wer du bist.
Nenn ihr deinen Namen, als du noch lebendig warst.
- Millie. - Charlotte.
Ich weiß, Händeschütteln ist so abgedreht.
Wollen wir einen Kaffee trinken?
Das soll man wohl sagen, wenn jemand einen kaputten Tag hat.
Steht das im Frauen und falsche Entscheidungen-Handbuch?
Auf Seite drei.
Und dein Freund?
- Den stört das nicht. - Gut.
Wenn man älter wird, sind die Chancen, gute Freunde zu finden,
ungefähr so gut wie die, vor einen Lkw zu laufen.
Und wenn das mit dem Lkw passiert und man dann tot ist,
dann ist es noch schwieriger, gute Freunde zu finden.
Als mir einfiel, dass ich mit Charlotte verabredet war,
hatte ich ein Gefühl, das seit meinem Tod ganz neu war.
Das Gefühl, ein Glückspilz zu sein.
Mason hatte auch ganz neue Empfindungen.
William Shakespeare DIE SONETTE
In der Zwischenzeit macht Roxy ihre Arbeit.
Dann traf sie auf einen schlimmen Typen.
- Nehmen Sie das da weg. - Geschrieben ist geschrieben.
- Da ändert sich nichts. - Richtig.
Warum stecken Sie sich die Knöllchen nicht in den Arsch?
Machen Sie Platz, Sir. Wie ich gestern bereits sagte,
für Beschwerden gibt es einen vorgeschriebenen Weg.
Da scheiße ich drauf, Miss. Klar?
Diese Knöllchen bezahle ich nie.
Also nehmen Sie die Mistdinger und verschwinden Sie.
- Sie müssen damit aufhören. - Aufhören?
Aufhören?
Gut. In Ordnung.
Aufhören! Scheiße!
- Sir, der gehört der Stadt. - Sie hören nicht, was?
Ich bezahle die Knöllchen nicht! Nehmen Sie sie zurück!
Ihre Scheißregeln sind mir doch scheißegal.
Nehmen Sie die verdammten Knöllchen da weg.
Jetzt ganz langsam.
Sie können fluchen, mich anschreien,
mein Gefährt beschädigen. Aber mich fassen Sie nicht an.
Und das war der Moment, als Roxy beschloss,
dass es egal sei, wenn sie sich nicht an die Regeln hielt.
Ich sage dir mal was.
Ich versuche, tagsüber meinem Beruf nachzugehen.
Führst du dich weiter so auf, kann ich dafür sorgen,
dass dein Leben eine seltsame und schmerzliche Wendung nimmt.
Hast du das verstanden?
Shakespeares Sonette?
Was für ein elegantes, schmales Buch.
Wieso, Mason? Wackelt dein Couchtisch?
Warte.
Geht es um ein Mädchen?
Jemand ganz besonderes, die du umlegen willst?
Ich will sie nicht umlegen, Daisy.
Doch, schon, aber nicht so wie üblich.
Ich... Ich mag sie.
Du meine Güte.
Sie ist ganz anders.
Sie ist nett. Sie ist gebildet.
- Sie ist Studentin. - Eine Studentin?
- Was soll das denn heißen? - Nichts.
Wie seid ihr euch begegnet?
Ich zog einem Kerl eins über, der sie vergewaltigen wollte.
Eine prima Geschichte für die Enkel.
Ja. Vergiss es.
Mason, hör mal, so kenne ich dich nicht.
- Sie ist anders. - Das verstehe ich.
Aber nicht zu sehr.
Nein. Das klappt schon. Du eroberst ihr Herz im Sturm,
zeigst ihr, dass das Leben aus mehr besteht als nur Lernen.
Sie lehrt dich alles über Salatgabeln und Romantiker,
du bringst ihr Autoknacken und Amphetaminmissbrauch bei.
Leck mich, Daisy.
Es tut mir leid.
Ich hoffe, dass es wirklich klappt, Süßer.
Happy Time Zeitarbeitsservice
Wie wäre es mit Mittagessen, Millie?
Ich habe schon etwas vor.
- Wirklich? - Ich bin zum Essen verabredet.
Es ist nicht so eine Verabredung.
Happy Time. Mit wem darf ich Sie verbinden?
Millie...
Hoffentlich ist es dir nicht unangenehm, Nein zu sagen.
Es muss dir nicht peinlich sein. Du musst nicht lügen.
Ich lüge nicht.
Ich bin nicht verärgert.
- Gut. - Es gibt noch viele Pausen.
Also mach dir keine Sorgen wegen einer "Verabredung".
Aber ich bin wirklich zum Mittagessen verabredet.
Gut.
Es ist nur so wichtig, ehrlich zu sein.
Ich glaube, du vergisst manchmal, dass ich das kenne.
Ich war auch einmal jung und allein.
Ich sage es mal so.
Mit dem Alter schämt man sich nicht mehr, allein zu sein.
Man lernt die Einsamkeit zu schätzen.
Hi, Millie. Entschuldige die Verspätung. Bist du fertig?
Ja.
Gut. Tschüss.
- Gehst du gern shoppen? - Es geht so.
Ich fahre nicht unbedingt total darauf ab.
Es klingt zwar sehr mädchenhaft, aber ich mag Klamotten.
Zwei Worte, die ich noch nie gehört habe. "Süßes Oberteil."
Anders als bei dir
hängt mein Selbstbewusstsein von meinem Aussehen ab.
Das sind zwei Worte, die ich ebenfalls noch nie gehört habe.
- Soll ich dir was verraten? - Ich liebe Geheimnisse.
- Ich war noch nie zur Maniküre. - Himmel.
In Ordnung. Nein. Zu viel, zu schnell.
Du meine Güte.
Hast du noch mal von diesem Arsch gehört?
Ich habe ihn nicht gesehen,
aber ich habe ihn der Campus-Polizei gemeldet.
Weißt du, was an der Sache wirklich beschissen war?
Dass er dich vergewaltigen wollte?
Ja, abgesehen davon.
Die Sonette. Ich liebe die Sonette.
Er hat mir die Freude daran verdorben.
Da spürte ich es zum ersten Mal.
Das Universum spannte den Hahn und forderte mich heraus.
Die Zeit des Jahres kannst du an mir sehn,
wenn, kaum mit wenig gelbem Laub behangen,
die Zweige zittern in der Fröste Wehn,
verfallnen Chören gleich, wo einst die Vögel sangen.
Ich besuche dieses unglaubliche Seminar.
Der Professor ist total super. Du solltest mitkommen.
Zack.
Die Zeit des Jahres kannst du an mir sehn,
wenn, kaum mit wenig gelbem Laub behangen,
die Zweige zittern in der Fröste Wehn,
verfallnen Chören gleich, wo einst die Vögel sangen.
Shakespeare versucht, ein Bild des Moments zu zeichnen,
in dem eine Liebe zerbricht.
Ich weiß, es ist ganz alte Schule.
Ein Baum im Winter, zitternde Äste im kalten Wind, bla, bla.
Es ist... Man kennt das doch.
Aber lassen Sie mich mal eine Frage stellen.
Wem hier wurde schon mal das Herz gebrochen?
Ja. In Ordnung.
Jetzt wissen wir, wer hier zum Drama neigt.
Aber ich will darauf hinaus:
wenn man leidet, wenn man wirklich leidet,
dann helfen die Klischees bei der Heilung.
Wenn ich traurig bin, helfen mir George Jones oder Willie Nelson.
Das macht diese Sonette so brillant,
sie erwähnen, was jeder weiß.
Klischees sind Klischees,
weil es um Dinge geht, die jeder kennt.
Wir sind so arrogant und halten uns für etwas Besonderes,
während wir uns in Wirklichkeit fast alle gleichen.
Während ich dem Mann zusah, wie er seine Studenten unterhielt,
nett war, voller Verständnis, sie anrührte,
stellte ich mir immer wieder diese eine Frage.
Wer war der Mann und wo war mein Vater abgeblieben?
- Verzeihung, Professor Lass. - Hi.
- Sandy. - Charlotte.
Warum versuche ich es überhaupt?
Ich wollte Ihnen meine Freundin vorstellen.
- Ich mag Ihr Seminar. - Danke.
- Hi. - Hi.
Die Komödien kommen im nächsten Semester dran.
Der Stoff ist etwas leichter.
Das Gedicht hat mir gut gefallen.
Es half, vor allem der Teil, dass man nicht allein ist.
Und da wusste ich, dass ich Clancy Lass nicht kannte.
Ich weiß nicht mal, ob ihn jemand in der Familie kannte.
Ich brachte mal eine streunende Katze mit nach Hause.
Georgia, du bist kein Baby.
Du bist alt genug, um unsere Haltung zu verstehen.
Wir müssen sie ins Tierheim bringen.
- Die bringen sie um. - Niemand bringt sie um.
Nein, sie finden eine Familie, die sich um sie kümmern wird.
Ich will nicht, dass sie bei einer Familie landet.
- Sie soll hier bleiben. - Wir haben jetzt ein Baby.
Wir diskutieren nicht. Mein Entschluss steht fest.
- Du machst, was du willst. - Georgia.
- Du bist ein fieser Dad. - Geh auf dein Zimmer.
Ich wollte ein Kätzchen.
Stattdessen bekam ich eine kleine Schwester.
Und so einfach war es. Da endete etwas,
was mich und meinen Dad verband.
Ich lag Sonntagsmorgen lange im Bett.
Ich kam nie darauf, dass er sich nicht verändert hatte,
dass es meine Schuld war.
Ich war zum Teenager geworden.
Ich frage mich, ob er ohne mich Cola zum Frühstück trank.
Mist.
Ich wusste, Sie kommen wieder.
- Das gibt ein Knöllchen. - Danke.
Ich habe etwas für Sie aufgeschrieben.
Als Sie taten, was Sie taten, wurde mir klar,
dass es in keiner Sprache, die richtigen Worte dafür gibt.
Also ließ ich mir ein paar Worte einfallen,
die anderen helfen, genau das zu verstehen.
"Hagelblass". Das Argument mit Gott.
Das war es, was zwischen uns geschah.
"Stubblerud".
Wenn es im Hagelblass kein Zurück mehr gibt.
Wenn der Mensch seine Lektion lernen muss. Und das...
- Moment. Langsam, Sir. - Nennen Sie mich nicht Sir.
Ich bin kein Sir. Ich bin nur ein "Whispanaut".
Ich bin es nicht wert, vor Ihnen zu stehen.
Jesus.
- Sind Sie Jesus? - Nein, das bin ich nicht.
Wie heißen Sie denn?
Vor dem Hagelblass... Nennen Sie mich Chuck.
In Ordnung, Chuck.
Ich glaube, was Ihnen da zugestoßen ist,
war etwas, was Sie sich nur eingebildet haben.
Vielleicht hatten Sie einen Schlaganfall.
Als Sie meine Seele von meinem Körper trennten?
Das ist nie passiert.
Sie heilten mich von meiner Wut.
In diesem einen Moment gaben Sie mir alle Antworten.
- Nichts ist passiert. - Alles ist passiert.
Alles.
Verflixt.
Alles.
- Hallo, Georgie. - Ich weiß nicht, wo sie ist.
- Gib mir ihre Nummer. - Du interessierst sie nicht.
Wäre es anders, dann hätte sie dich erwähnt.
Sie hat dich nicht erwähnt.
Frag sie nach mir. Nein, frag sie nicht,
denn dann erzählst du ihr nur etwas über mich.
Nur negative Dinge. Frag sie nach mir, Georgie.
Ich frage sie nach dir.
Mit diesem Gesichtsausdruck? Scheiß drauf.
Leck mich.
Ich zeige es euch, wir werden wie Romeo und Julia sein.
Du weißt, wie die Geschichte endete, ja?
Wenn Romeo nur jede Woche ein paar Mal masturbiert hätte,
dann hätte er den netten Familien viel Ärger erspart.
Hey.
- Charlotte. - Hi.
Wie spät ist es? Wir wollten uns draußen treffen.
Ich weiß, ich bin zu früh.
Daisy Adair. Ich habe so viel von Ihnen gehört,
ich habe das Gefühl, Sie schon zu kennen.
Und Mason kennst du ja.
Natürlich. Mein Held.
Dann sollten wir besser losziehen.
- Hi. - Hallo.
Das ist Charlotte, meine Freundin. Charlotte, das sind
mein Stiefvater und seine Frau.
- Wir müssen wirklich los. - Sehr erfreut, Charlotte.
Liebling, kannst du etwas für mich erledigen?
Nicht weit von hier.
Für deinen Stiefvater?
Klar, kein Problem.
Du solltest dich beeilen.
E. DIENES MARINA PROMENADE ATZ 13:37 UHR
Du meine Güte.
- Hast du das gesehen? - Ja.
Das sieht schon ein bisschen interessanter aus.
Bei seinem nächsten Kunststück
wird der große Etienne mit Messern jonglieren.
Himmel.
- Darum geht es? - Ich glaube schon.
Dein Stiefvater braucht einen Jongleur?
Für die Geburtstagsparty seiner Frau. Zur Unterhaltung.
Das ist ja fantastisch.
Gib mir einen Dollar.
Eddie Dienes, gib dem Mann kein Geld.
Du unterstützt damit Dummheit.
Dumme Menschen müssen auch Geld verdienen.
Entschuldigung.
Weißt du, wie der Mann heißt?
Keine Ahnung. Es ist ein französischer Name oder so.
Gehen wir was essen.
Was ist mit dem Jongleur, der Party deines Stiefvaters?
Zu gefährlich.
Ich will nicht, dass jemand umkommt.
Was stimmt denn nicht?
Jongleure machen mich nervös.
Pass auf.
- Mein Gott. - Was war das denn?
Ich habe keine Ahnung.
Ich wusste nicht, dass du rauchst.
Du musst das in Ordnung bringen.
- Er hat mich angefasst. - Sauer zu sein reicht nicht,
um eine Seele aus einem Körper zu entfernen.
Mach das nie wieder.
Ich wusste nicht, dass er durchdrehen würde.
Wie hättest du denn reagiert?
- Dem Mann erschien Gott. - Nicht mit neuen Worten.
Er kreiert eine Mythologie für die Menschen.
Joseph Smith passierte genau das Gleiche.
Heute haben die Mormonen ein Monopol im Hotelgewerbe.
- Das ist doch nichts. - In 100 Jahren
hängen überall Politessenfiguren am Rückspiegel.
Was soll ich denn tun?
Den Status quo wieder herstellen.
Der Mann sollte nicht erleuchtet werden.
Er sollte ein Knöllchen bekommen.
Mach wieder einen Scheißkerl aus ihm.
Wenn du jemals wieder ohne Klebezettel eine Seele pflückst,
dann breche ich dir den Pfeifenstiel im Hintern ab.
Stimmt, sie sehen aus wie Hühner.
Man sieht das nicht, wenn man richtig steht.
- Wirkt er traurig? - Wer?
Professor Lass.
Ich weiß nicht.
Eher nicht, oder?
Du kennst seine Geschichte, ja?
Welche Geschichte?
Seine Tochter war das Mädchen,
das von einem Toilettensitz erschlagen wurde.
- Echt? Das war seine Tochter? - Ja.
Und ich glaube, die Beziehung zu seiner Frau ist im Eimer.
Woher weißt du das?
Keine Ahnung. In den Vorlesungen macht er Andeutungen.
- Die Leute reden. - Redet er darüber?
- Über seine Frau? - Seine Tochter. Die...
Eigentlich sagt er nichts.
Er denkt wohl nicht darüber nach.
Nein, man spürt es schon.
An der Art, wie er über die Gedichte spricht.
Ich weiß nicht, man merkt, dass es von Herzen kommt.
Er hat gelitten.
Es ist so dumm, aber ich ließ ein Sonett einrahmen.
Ich weiß nicht, ich dachte, es würde ihm helfen.
Aber dann gab ich es ihm nie.
Was war es denn?
Ich lernte es auswendig.
Ich weiß, ich bin eine Streberin.
Wenn ich gestorben, traure länger nicht,
ja, liesest du dies Wort, vergiss die Hand,
die's niederschrieb; denn so sehr lieb' ich dich,
dass ich mich gern aus deinem Sinn verbannt',
empfändest du im Denken Leid um mich.
Du weißt schon, weiterleben. Sie würde es so wollen.
Ich glaube, das ist ein Fehler.
Ich dachte mir nur, dass es ihn vielleicht etwas trösten würde.
Er scheint bereit zu sein, weiterzuleben. Keine Ahnung.
Stimmt, du hast keine Ahnung.
Ich wusste nicht, wie spät es ist. Ich muss los.
Hey...
Charlotte hatte mich verletzt.
Also ließ ich sie so wissen, dass es aus war,
wie ich es konnte.
Ich rufe dich an.
Einer der wenigen Vorteile beim Sterben ist es,
dass man denen, die man liebt,
zusehen kann, wie sie durchdrehen,
weil sie einen so sehr vermissen.
Hier hatte ich etwas Probleme, das zu entdecken.
Ich fragte mich, ob der Grund, warum sich mein Vater
vor zwei Monaten so einfach von mir verabschieden konnte,
der war, dass er mir schon
vor langer Zeit Lebewohl gesagt hatte.
Da ist jemand an der Tür.
Ich lasse nicht zu, dass du mir die Freundschaft kündigst.
Klar? Ich will mich entschuldigen. Das ist für dich.
Du hast doch nichts falsch gemacht, Charlotte.
Ich bin einfach nur so kaputt.
Schau, das ist der Teil unserer Freundschaft,
wo wir zugeben, dass wir nicht perfekt sind.
Was ist das für ein Geräusch?
Niedliches Oberteil.
Möchtest du vielleicht etwas unternehmen?
Klar doch.
- Nein. - Ich kam zufällig vorbei.
Ich bin heute Abend unterwegs und ich dachte...
Ich dachte, ich schaue bei ein paar alten Freunden vorbei.
Mason, du siehst hinreißend aus.
Moment, ich sehe da etwas...
Einen nackten Zeugen Jehovas,
der neben einem Müllcontainer verblutet.
Charlotte. Ja. Was für eine nette Überraschung.
- Hallo, Mason. - Wir gehen aus.
Wirklich? Ich... Ich würde... Ich würde gern mitkommen.
Es ist ein reiner Frauenabend.
Wir besuchen Lesbenbars, um Jack Daniel's zu trinken
und mit dicken Frauen zu knutschen. Du störst nur.
Tschüss.
Gib schon auf.
Ich mag sie.
Diese junge Frau wird ihr Herz an einen netten jungen Mann
mit Lesebrille und Tweedjackett verlieren,
der nie Koks vom Bauch einer toten Hure geschnupft hat.
- Ich mag sie. - Ich weiß.
Sie mag dich nicht.
Nicht zu fassen. Die wollten meinen Ausweis sehen.
Du siehst aus wie zehn.
Klappe. Ich sehe aus wie mindestens 14.
Und das Kichern hat auch nicht geholfen.
Tut mir leid, dass ich heute durchgedreht bin.
Ich habe darüber nachgedacht.
Ich sollte Professor Lass das Gedicht nicht geben.
Ich weiß nicht.
Vielleicht ist es doch nicht so verrückt.
Es bedeutet nichts, wenn ich es ihm gebe.
Ich habe im ganzen Leben noch nichts verloren.
Mein Leben war immer ganz seicht und sicher.
Beschrei es nicht.
Ich bin noch Jungfrau.
Ja, ich gehe aufs College und bin noch Jungfrau.
- Versagerin. - Du auch?
Es kommt auf die Definition an.
Schon mal gebumst?
Ja, dann bin ich Jungfrau. Technisch gesehen.
Danke.
Ich weiß, du hattest es schwer. Das spüre ich einfach.
Irgendwie erinnerst du mich an ihn, wie er über die Liebe redet
und über Verluste.
Seine Augen.
Ich gebe es ihm. Ich gebe ihm das Sonett. Richtig?
Prost.
Ich ließ Ihren Wagen abschleppen.
Wenn Sie ihn zurückhaben wollen, kostet es Sie $375
plus den Preis für die Knöllchen.
Und sie brachen die Tür auf.
Ihr Autoradio ist also auch futsch.
Sie sind ein rachsüchtiger Gott.
Ich weiß es zu schätzen, dass Sie glauben,
Sie hätten eine Erleuchtung gehabt,
aber ich bin nur eine Politesse
und Sie sind nur ein blöder Hinterwäldler.
Das ist es, was wir sind.
Wir können den Blödsinn vergessen und weitermachen.
- Wer ist das? - Das ist Jason.
Ich erzählte Jason vom Hagelblass.
Seine Bekehrung hat begonnen.
Stimmt's, mein Freund?
Lassen Sie uns einen Moment allein, Jason?
- Geh schon. - Verpiss dich, klar?
Ich weiß, Sie tun das nur, um mich zu stärken. Ich weiß es.
Chucky.
Hör mir mal bitte zu, ja?
Gott hat einen Fehler gemacht.
Er will, dass du wieder so wirst wie früher.
Gott will, dass du ein Arschloch bist.
Also vergiss das Hagelblassen, ja?
Er will, dass du ein Idiot bist, ganz so wie früher.
Das ist ein Test. Es lässt sich nicht mehr ändern.
Sie können nichts tun, damit ich wie früher werde.
Nichts. Nichts. Nichts, nichts, nichts.
Nein!
- Scheiße! - Das meine ich.
- Wie heiße ich? - Miststück. Fettarsch.
Ganz richtig. So bist du eben, Baby.
So bist du eben.
Scheiße!
Da saß ich also meinem Vater gegenüber.
Meine Freundin wollte ihm ein Gedicht geben,
das ihn dazu auffordert, mich zu vergessen.
Es war doch schon kompliziert genug, als ich noch lebte.
Die Botschaft sollte nicht fürchterlich dramatisch sein.
Ich stehe auf Drama.
Ich hoffe, wir halten Sie nicht von Ihrer Familie fern.
Schon gut.
Worüber wollten Sie reden?
Charlotte wollte ihm ein Gedicht schenken.
Ich wollte ihn nach seiner ältesten Tochter fragen.
Ich wollte wissen, ob er an mich dachte.
Die Komödien kommen im nächsten Semester.
Das wird lustig, was?
Wir wollten Sie nur zum Mittagessen einladen.
Was Sie in der Vorlesung sagen, regt uns zum Nachdenken an.
Wir wollten uns nur bedanken.
Charlotte verlor den Mut.
Ich hätte auch aufgeben sollen,
aber ich war die einzige Tote, der er antworten würde.
Vermissen Sie Ihre Tochter?
Wissen Sie,
ich glaube, Dichter tun der Welt einen Gefallen,
indem sie ihr Inneres nach außen kehren.
Ich lehre Poesie. Das muss reichen.
- Sie müssen nicht... - Als...
Als sie noch jünger war,
standen wir uns sehr nahe.
Ich dachte, dieses Band würde sich nie lösen.
Dann geschah es doch, und fast ganz mühelos.
Ich wusste, sie musste wachsen, sich von mir entfernen.
Ich glaubte, wenn ich mich nicht einmischte,
wenn ich sie gehen ließ,
dass sie dann irgendwann zu mir zurückkehren würde.
Ich wusste nicht, dass wir nicht mehr Zeit haben würden.
Mein Gott, das tut mir leid.
Gut. Warte mal.
Könnte ich ein Handtuch haben?
Und so ging das Leben für meinen Dad weiter,
mit ein wenig Hilfe von seinen Freunden.
Mein Dad hatte recht,
Menschen sind einfach zu berechnen, Klischees.
Gebrochene Herzen, Verrat,
das hatten wir doch alles schon Milliarden Mal.
Das Problem ist, dass es jedes Mal
so schmerzt wie beim ersten Mal.
Und wenn man Glück hat und sich erholt,
dann kann man sicher sein,
dass sich, wenn man alle Risse im Leben zukittet,
der nächste Riss schon wieder auftut.
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