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ist für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet.
Untertitelung des ZDF, 2020
... Musik ...
Nein, verschwende. Ich gehorche.
Jetzt sind wir unbefleckt am ganzen Körper und glücklich wie zwei
Jungfrauen. Aber nein, was redet ihr da, Signora?
Jungfrauen sind wie Märtyrerinnen, die schwer tragen.
Mir kommt ein Wunder, ein Einfalt in den Sinn, das Blanche Floh hieß und voller
Keuschheit war.
Sie wurde einem Senechal vermählt, der unter seinen Jahren ächzte.
Die Stürme der Leidenschaft waren verweht und kein Lüftchen regte sich
mehr.
Bitte spannt mich nicht auf die Folter.
Berichtet mir von der Hochzeitsnacht.
Gut, sie hatte mit dem Wunsch geheiratet, viele Kinder zu haben, aber
leider wusste sie nicht, wie man das anstellt. Sie meinte gar, was die Geburt
betrifft, die Kinder kämen auf einmal aus einem Kohlkopf vorgekrochen.
Sie war keines Besseren belehrt.
Dafür wird Ihr Mann wohl seine Lektion gelernt haben.
Gewiss doch, er wusste schon, was zu tun sei. Denn in seiner Jugend war er kein
Kostverächter gewesen.
Doch was nutzt es? Wenn zwar der Geist willig ist, das Fleisch aber welk. Er
zehrte vom einstigen Ruhm. Und wenn er früher geritten war, so schlich er jetzt
nur zu Fuß. Was sich in seiner Fantasie noch regte, hätte selbst ein Kohlkopf
nicht geschwängert.
Endlich mal einen Augenblick stehen.
Und was geschieht jetzt?
Jetzt haben wir uns ein wenig Schlaf verdient. Und glaube nicht, dass wir
etwas unterlassen hätten. Wir haben unserer Pflicht voll aufgenickt. Nein,
keineswegs.
Wieso nicht?
Hätte ich gar eine Kleinigkeit vergessen?
Nein. Eine Kleinigkeit wohl kaum.
Rasch, werft euer Nachtgewand von euch, dann wird sich euer Gedächtnis gewiss
beleben.
Aber warum, meine Liebe? Ich glaube nicht, dass mich mein Gedächtnis im
Stich lässt. Doch, so scheint es. Ich glaube, dass euch das Wichtigste
entfallen ist. Ich hatte so darauf gehofft, dass ihr mir ein Kind pflanzen
würdet. Es ist nicht mein Verschulden, Blanche Flore, dass ich euer Feld nicht
gehörig umfüllen konnte.
Aber ihr hättet... Nun ja, das ist es.
Ihr hättet dabei mit festgeschlossenen Augen verweilen müssen.
Die ganze Zeit, versteht sich.
Auch bei der heiligen Jungfrau.
Darin hat mich niemand unterwiesen, mein treurer Gatte.
Begreift ihr nun, wie viel es zu wissen gilt?
Und wenn ich sie jetzt schließe?
Jetzt seid ihr viel zu erregt. Ein Augenaufschlag könnte genügen, die
verhängnisvollsten Geschehnisse heraufzubeschwören. Ich will nicht daran
denken, das würde ich nicht überleben.
Aber was für schlimme Folgen hätte ein verstohlener Blick, sagt es doch. Ihr
würdet zugleich ein Seel dahinsinken und euren Geist aufgeben, wenn ihr das
Pflanzholz erblicktet. Darum versagt es euch.
Wollt ihr denn, dass unsere Kinder weisen werden, bevor wir sie noch
gezeugt haben?
Oh mein Gatte, welches Glück wird uns zuteil.
Ich spüre schon, wie meine Augenlider unwiderstehlich zufallen.
Es fehlt gar nicht mehr viel.
Haltet euch nur bereit. Oh, gewiss. Mein Falke ist zum Angriff entschlossen. Und
sobald das Träubchen von seinem Flug zurückgekehrt ist, wird er es ergreifen.
Aber das Träubchen fliegt nicht, sondern liegt im Bett. Ich wünsche gute Jagd,
mein kühner Falke.
Aber einige Zeit später wurde Blanche Zeugin eines Vorfalls, der ihr die Augen
öffnete, die sie so viele Nächte lang verschlossen gehalten hatte. Wenn auch
vergebens.
Hauptmann, eilt schnell zu Hilfe.
Wartet doch nicht ab wie ein Töpel.
Greift ein, sonst wird er Sie umbringen.
Haltet ihn zurück, Hauptmann. Zückt euer Schwert. Ich komme zu spät. Er hat
bereits das eine gezogen.
Mein Geliebter.
Willst du mir etwa ein Kind machen?
Vier werde ich dir geben.
Wenigstens vier.
Aber öffne dich.
Öffne dich mir.
Hauptmann, habt ihr gehört?
Was ist das für ein Schuft?
Er verlangt von ihr, dass sie die Augen wieder öffnet. Nein, nein, seid
unbesorgt. Er ist ein braver Junge. Er will nur, dass sie ihre Schenkel gehörig
spreizt. Sie hat wahrhaftig die Augen geöffnet, die Ärmste. Was wird ihr jetzt
geschehen? Da weilen wir ein wenig, um es uns anzusehen. Um welch grässliches
Ende, wie sie leidet und stöhnt. Um die Wahrheit zu gestehen, ich glaube nicht,
dass sie leidet.
Ich sterbe in deinen Armen.
Da hört ihr, sie liegt schon im Sterben.
Wie schön, geliebter.
Nur weiter so.
Ist es also gar nicht wahr, dass man die Augen schließen muss? Ich verstehe euch
nicht recht. Ihr wollt mit Blicken erhaschen, was hier geschieht. Das geht
nicht mit gesenkten Lidern. Darum öffnet die Augen.
Öffnet eure Augen.
Hey, mein Gatte, warte auf.
Ihr habt mich gröblichst belogen. Jetzt endlich habe ich meine Augen geöffnet.
Nun denn, ich will es euch gestehen.
Seit ich euch geheiratet habe, liebe ich euch mehr als mein Leben. Aber alle
meine Kräfte sind dahingeschwunden.
Und so vertraue ich mich eurer Tugend und eurer Barmherzigkeit an, dass ihr
die Ehre meines Geschlechts nicht verratet. Wartet wenigstens meinen Tod
ab.
Ich werde nicht auf eure Auferstehung warten.
Ich glaube fest an Wunder.
In Erwartung dieses Wunders müssen wir uns reumütig zeigen und Buße tun für
alle Verfehlungen.
Darin übe ich mich bereits.
Die Qualen, die ich erleide, mein Gatte, sind umso ärgerweiger.
Ich fürchte, dass ihr gar nicht ermessen könnt, was mich verzehrt.
Mir ist, als ob ein mächtiges Feuer in mir lodert, das von innen her mich
stetig gart. Das Wunder kündigt sich mir an, damit ich zu guter Letzt nicht allzu
sehr verwundert bin.
Oder habt ihr eine andere Erklärung dafür? Ich bin außer mir teure. In euch
verschanzt sich jene wilde Begierde, die mir zukäme nach der Ordnung der Natur.
In dieses Spiel hat der Teufel seinen Schwanz gehängt.
Geht daher zum Abt, der eine heilige Person ist und unser Nachbar. Er wird es
wohl verstehen, euch zu raten und den rechten Weg zu weisen.
Schenkt mir Gehör, mein Vater.
Gott schütze euch, junge Frau.
Weshalb sucht ihr einen Ort auf, der dem Tode so benachbart ist, da er doch in
der Blüte eurer Jugend steht?
Bedrückt euch ein Leiden?
Ach, Vater, ich wünsche mir so sehnlich ein Kind und mir wurde versichert, ihr
könntet diesen Wunsch erfüllen.
Deshalb bin ich zu euch gekommen, versteht ihr?
Nein.
Ich warte schon länger als einen Monat auf den Eintritt des Wunders, dass mein
Gatte seine Kräfte wieder erlangt.
Ich wage es nicht länger, meiner Tugend zu vertrauen.
Weil ich unsagbare Qualen erdulde und die Heimsuchungen mich förmlich
belagern. Und mir scheint, als ob mir niemand dabei helfen kann.
Weder tut es Gott, noch erlöst mich der Teufel. Und schon gar nicht mein Gemahl.
Ich frage, ehrwürdiger Vater, wo ist Gott?
Dieser Gott, der das Feuer in mir entfacht und die Glut immer neu geschürt
hat. Warum lässt er nicht wieder Frieden in meine Seele ziehen?
Er wartet dergleichen nicht von ihm. Er hat zu viele Brände zu löschen. Aber
folgt dem Vorbild der heiligen Rosalina, die morgens und abends ihre Füße in
kaltes Wasser hielt.
Oder haltet es wie unsere Schutzheilige Veneranda, die sich mit Eis im Gewande
niederlegte. Ihr sollt mir nur verraten, Vater, wie ich ein Kind empfangen kann
und dabei nicht sündige.
Ohne den Ehemann ist das unmöglich, außer wenn es euch ergeht wie Weiland
der heiligen Liduria.
Eines Tages war diese Heilige in tiefen Schlaf gefallen, wobei sie einen Arm
nach da streckte, den anderen nach dort.
Sie war nicht sonderlich verhüllt, weil ihr die Hitze sehr zu schaffen machte.
Da sprang auf einmal aus einem Gebüsch ein junger Mann mit verworfenem Sinn,
der sich sogleich über sie warf und dabei auch schwängerte.
Ihren anschwellenden Leib führte sie auf ungezügelte Esslust zurück, wofür sie
Buße tat.
Die Untat selbst hatte sie gar nicht bemerkt, wie der Frevler auf dem
Schafott bestätigte. Keinerlei Lust dabei empfunden und sich nicht bewegt.
Daher hatte sie keine Todsünde begangen.
O mein Vater, wollet mir glauben, dass auch ich mich nicht bewegen werde?
Womit ich nicht mehr als eine lässliche Sünde begehe.
O heilige Einfalt, die sich selbst überlistet.
Dieser Page ist für mein Vorhaben trefflich geeignet. Er ist fromm und
ergeben und ich bin dessen sicher, dass auch ich ihm gefalle.
Nun, was hat euch der Vater Abt erzählt, meine Teuerste?
Die wunderbaren Geschichten der Heiligen.
Und wenn es euch recht ist, mein Gatte, werde ich künftig immer ihrem
erbaulichen Beispiel nacheifern. Urzüglich. Ihr eifert den Heiligen nach
und ich folge euch mit meinen Gebeten auf den Vatertugend.
Ich bin bereit, die heilige Handlung nachzuvollziehen.
Ich fühle mich ruhig und mein Geist ist vollkommen unbeweglich.
Binnen Kurzem wird es auch mein Körper sein.
Heilige, heilige, ich will mich ebenso verhalten, wie du es getan hast.
Das leichteste Gewand habe ich angelegt.
Auch du würdest die Hitze verspüren, die mich jetzt beherrscht.
Aber wie stille ich nur meine Beine?
Davon hat mir der gute Abt nichts berichtet. So?
Oder so?
Oder noch ganz anders?
Jetzt erinnere ich mich, die Haltung der Arme ist das, worauf es ankommt, wenn
man ein Kind empfangen will.
Nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass mein Diener wie gewöhnlich lauert, um
mich durch das Schlüsselloch zu erspähen.
Pasche! Ich eile, Herrin.
Was wünscht dir meine Gebieterin?
Ich wünsche Erbauung.
Lies mir die Litanei der heiligsten Jungfrau vor.
Ich bin bereit, meine Gebieterin.
Lies und höre nur auf, wenn ich ganz tief schlafe. Und was soll ich dann tun?
Alles, was du nur möchtest.
Aha.
Ehrwürdige Jungfrau.
Mächtige Jungfrau.
Gütige Jungfrau.
Getreue Jungfrau.
Goldenes Haus.
Elfenbein an der Turm.
Geheimnisvolle Rose.
Herrin, seid ihr schon eingeschlafen?
Sie hat mir befohlen, alles zu tun, was ich nur möchte, sobald sie in Schlaf
gesunken ist.
Aber wie deute ich den Sinn ihrer Worte?
Ich nehme es so, wie es gesagt ist. Ich nehme sie beim Wort.
Wie schön du bist.
Wie rein.
Du Heilige, du Edle.
Wage ich es?
Wenn ich nur wüsste, ob ich es wagen soll.
Wie schön.
Wie zart, wie erregend du bist.
Ich kann nicht anders, ich tue es.
Gott möge mir verzeihen. Ja, gewiss, aber warum hast du aufgehört? Fahr nur
fort und zögere nicht. Ja, rosiges Geheimnis, geheimnisvolle Rose.
Erstarktes Tor, mächtige Jungfrau.
Schlaf dir wieder.
Ja.
Erinnert euch, meine Tochter, die Heilige hat sich nicht bewegt, als es
geschah. Nein, ich bewege mich nicht. Ich bewege mich um keinen Preis.
Dann halte ich mich nicht länger zurück.
Ihr gesegneten Schenkel.
Ihr verheißungsvollen Pfad in das Tal paradiesischer Wollen.
Ich bin ganz von Sinn berauscht von eurem Liebrei zu meinen Gebieterinnen.
Hoffen wir nur, dass der Senneschall nicht plötzlich kommt.
Aber öffnet mir doch ein wenig das Tor.
Nein, ich kann mich nicht bewegen. Was seid ihr denn gelähmt?
Nein, das nicht.
Gefällt es euch so?
Gefällt es euch?
Vergiss nicht, die Heilige hat keinerlei Lust.
Ich fange alles zu genießen. Ich genieße es. Ich darf es nicht verschwinden.
Sie genießt es, ohne es zu genießen.
Heilige Doria, wie schwer ist es, ein Kind zu machen?
Aber wie leicht stellt es sich ein, wenn es nicht gerufen wird.
Wahrhaftig, wem sagt ihr das?
Bleib doch stehen, Mädchen. Lass mich jetzt reden. Ich weiß schon, was ihr von
mir...
Du wirst schon keinen Schaden nehmen, wenn du mir einen Blick schwenkst. Nein,
nein, ich will nicht. Lass mich los auf der Stelle. Doch, den Teufel werde ich
loslassen, aber nicht dich.
Ich bin froh, dass ich dich gefangen habe.
Lass dich umarmen, damit ich weiß, ob du hältst, was du versprichst. Nimm deine
Hände weg, ich verabschiede mich. Ein Kätzchen, das die Krallen zeigt, ein
Instrument, das sich umgeigt.
Wer ist der Kerl?
Der Papier des Großherzogs fängt ein Vögelchen für seinen Herrn, doch zuvor
ergötzt er sich selbst daran.
Meine Geduld erschöpft sich, wenn du nicht einsichtig bist. Muss ich dich
derbe packen? Schämt euch, ein wehrloses Mädchen. Ich nehme mir jetzt auch was
ich will. Dafür wird der Himmel euch strafen.
Was ist das? Wird ein Stoßgebet so schnell erhört?
Welches Hurenball kann die Fontäne? Du willst mir den Bart scheren?
Heute Abend schere ich dir den deinen.
Bleib stehen, verdammte Hexe. Ich befehle es dir. Ich bin verloren.
Was sage ich nun dem Großfürsten?
Rosa Mystica.
Alles in Ordnung.
Hola!
Alles in Ordnung. Keine nennenswerten Verluste.
Weiter einsatzbereit.
Wie sehr ich mich auch darum bemühe, gelingt es mir doch nicht zu erraten,
welchen Scherz ihr heute Abend unseren Gästen spielen wollt.
Aber lasst sie mir in Ruhe speisen.
Dann lasst euch darauf.
Ich will sogar, dass die Kuppler möglichst viel schlucken.
Denn ich habe ein starkes Abführmittel bereitgestellt. Ein Abführmittel, den
ich habe.
Wartet nur.
Das zweite Schwein, das diese gefräßigen Adligen schon in sich hineinstopfen. Und
wie werden sie sich erst ausmisten?
Heiterkeit, meine Freunde, Heiterkeit.
Gib das Apfelmittel bis zur Neige hinein, wie es die Herren befohlen hat.
Ein Gewürz, das seine Wirkung erst nach dich entfaltet.
Nur nicht maulfall, Herrschaften. Labt euch an all den Leckereien und lehrt
fleißig eure Becher.
Trinkt ungehemmt, als wäre ich gar nicht anwesend. Und was ist mit den Hasen?
Verlocken sie euch denn nicht?
Es ist von eurem Fürsten erlegtes Wildbrett und ihr erfahrt die Ehre, es
verzehren zu dürfen.
Wer sich dem Genuss widersetzt, tut mir Schmach an.
Trinkt nur, trinkt. Ich zähle nicht die Becher.
Stopf dich voll, Bartschneider. Du verdienst es als Lohn für die
unschätzbaren Dienste, die du mir erweist.
Ah, ihr wollt nicht trinken, meine Liebe. Ich verstehe.
Nicht so zaghaft, Minister.
Esst nach Herzenslust. Aber auch ihr, mein lieber Kardinal, dürft euren Zähnen
erst dann Ruhe gönnen, wenn ihr uns auf andere Weise entschädigt. Nein, ich
danke.
Erfreut uns mit einer wahren Geschichte menschlicher Leidenschaft, wie euch so
manche zu Ohren kommt.
Ich bin gestern von einem Vorfall unterrichtet worden, der sich in einer
meiner Diözesen zutrug.
Ein reicher Färber, der vom Markt kam, erblickte eine schöne Wäscherin und
wurde von so irrsinnigem Begehren erfasst, dass er die Glocken läuten
hörte.
Du holdes Wesen, werde die meine und läute mir alle Nächte ein.
Der Färber hatte zum Gevatter einen Mechaniker, der ihm das Werkzeug für die
Bearbeitung der Seide fertigte. Er war bucklig, verwachsen und voller Bosheit.
Auf
die
Gesundheit des Brautpaars.
Entschuldige schon, das ist meine Frau.
Wo bist du, Gevater? Warum sagst du nichts?
Gevater? Ja, wo steckst du denn jetzt? Hier.
Na endlich.
Hast gut daran getan, dich zu vermehlen. So haben wir eine schöne Frau.
Machen wir keine Aufhebens davon.
Esst und trinkt, meine Freunde, und seid guter Dinge, denn heute ist ein großer
Tag.
Du meines Heeres schönste Zier, lass die Becher kreisen, teure Gäste, dass euch
Münde und Kehe nicht trocken werden. Und jetzt wollen wir ein fröhliches
Fenstchen wagen, dass sich die Welt nicht nur vom Beine dreht.
Und also gleich begann der Bucklige, der schönen Färberin, den Hof zu machen.
Wäre ich der Urheber eurer Mutterschaft, dann dürftet ihr jetzt ein herrliches
Geschöpfe erwarten.
Geht lieber zum Pfarrer, um eure Gedanken abzukühlen.
Ergebt euch nicht zügellosen Fantasien, sonst ist eure Seele verloren.
Die Zeit verstrich, aber der Gevatter wurde immer aufdringlicher und
widerwärtiger. Deshalb entschloss sich die Färberin, ihm die eine und die
andere Lektion zu erteilen.
Eines Tages, nachdem er lange geschmachtet hatte, eröffnete ihm die
Färberin, er solle sich um Mitternacht unter der Haustür einstellen, er werde
sie geöffnet vorfinden, doch nur spaltbreit.
Wie mich fröstelt.
Seid ihr erschienen?
Versteht sich.
Hustet ein wenig, dass ich euch erkenne.
Ihr seid es ja gar nicht.
Wie meint ihr das?
Wer soll es sonst sein?
Erkennt ihr mich denn nicht?
Ich bin es und kein anderer.
Öffnet rasch die Tür.
Wer ist da?
Ihr habt meinen Gemahl geweckt, der heute Abend überraschend zurückgekehrt
ist.
Dann steht da ein Dieb. Er greift den Spitzbogen, werft ihn ins Verlies. Er
darf nicht entkommen der Heilung.
Ein tödliches Fieber sollte ich gleich packen und ihn wegraffen. Läuft die
Glocken, dass alles aufwacht. Räuber, Mörder, Heudelschneider.
Mögen euch die Leichenwürmer fressen. Seiche Schlange.
Der Mechanikus, der das tückische Spiel der schönen Färberin sehr wohl
durchschaut hatte, schwor ihr ewige Rache.
Aber sie führte ihn so geschickt an die Nase herum, schmierte ihm Honig ums Maul
und betörte ihn mit vielen Versprechungen, dass sein Argwohn
allmählich schwach war damit.
Er erbat sich ein zweites Stelldichein und das durchtriebene Frauenzimmer sagte
ihm mit einem Gesicht, als würde ihr die Sache zu Herzen gehen, er solle am Abend
des folgenden Tages zu ihr kommen.
Ihr Ehemann müsse zur Marke reisen und bleibe drei Tage außer Haus.
Da seid ihr endlich.
Wie ihr doch ungeduldig seid.
Aber wir wollen zu voll Speisen.
Oh, mein Schatz. Wie weich ist deine Haut. Wie voll sind deine Brüste.
Ich verzehre mich nach dir.
Wie habe ich diesen Augenblick herbeigesehen?
Was ich erträumte, wird endlich in Erfüllung gehen.
Was mag geschehen sein? Er ist zurück. Wenn mein Mann euch hier erblickt, ist
er imstande, euch zu töten.
Wenn ihr um die Wut ergreift, wird der Blut rund sich wie eine Bestie.
Kommt schnell mit, ich muss euch verbergen.
Kommt, steigt schnell in diese Truhe. Ich warte, warte, warte. Ich gehe in
diese Truhe, mir wird bekloppt.
Geduldet euch, ich eile schon herbei, um alle Pforten euch zu öffnen.
Untertitelung des ZDF, 2020
Ich muss ersticken.
Luft.
Ich muss ersticken.
Geliebter.
Oh, mein Geliebter.
Lösch aus das Licht.
Ich bereile dich.
Ich erwarte dich voller Ungeduld.
Ich bekehre dich leidenschaftlich.
Wo bleibst du so lange?
Ich bin schon fast vom Sinn.
Ich brauche Zeit, mich zu entkleiden.
Wer da?
Was hast du? Ich habe es rumsen gehört.
Es wird wohl morgen regnen. Das war die Katze.
Schläfst du etwa?
Ich rüchte ja.
Es geht zu Ende, Welt. Ade.
Das sollst du mir büßen, du verworfenes Geschöpf. Ich zahle es dir heim mit Zins
und Zinseszins.
Ich bring dich ins Grab, dann wirst du ewig an mich denken.
Versteh es nur nicht falsch und zweifle nicht an mir. An mir, dem Wächter deines
häuslichen Herdes. Ich liebe meinen Weib, Gevatter.
Und ich will der Einzige sein, der sich in ihrem Weihwasserkessel ergeht.
Aber du bist gehörnt und es steht dir gut.
Kannst du beweisen, dass ich bin, was du behauptest? Lauf doch hinauf und sieh
selbst, wer sich da am Weihwasser tummelt.
Ach,
ich bin vom Unglück verfolgt.
Man hat mich überfallen.
Räuber haben mich geflattert.
Haben alles abgenommen, was ich bei mir trug.
Mit Mühe habe ich noch die nackte Haut gerettet.
Und jetzt geilen sie mir gar mein Weib noch weg.
Ich habe, als ich in Flandern weilte, ein giftgetränktes Schwert gekauft. Es
streckt jeden auf der Stelle dahin, der nur den kleinsten Kratzer hält.
Wir werden damit diese Dirne, deine Frau, sanft liebkosen. Dann schlitzen
wir den Eindringling auf und beide sind gestraft. Wir brauchen dieses Schwert.
Und dieses reizende Kindchen, mein Kind, ist es mir nicht wie aus dem Gesicht
geschnitten? Ja, wir gleichen uns.
So wie das Ei und die Hirne sich gleichen.
Ja, es ist kein Zweifel.
Oder vielleicht doch.
Oh, diese Ungewissheit ist unerträglich. Komm, schalten wir zur Tat.
Es zerreißt dein Innerstes.
Du bist mein Blut, das schönste, was ich besitze, meine Heilige, die größte
Freude, die mir vergönnt. Du bist der Sinn meines Lebens und wenn du dich
nass, dann erweckst du in mir all meine Glut.
Was erweckt deine Irrwahr? Ist es Glut oder Wut?
Du ahnst ja nicht, was ich fühle.
Ich möchte dich am liebsten ganz verschlingen. Nein, im Gegenteil, ich
möchte dich ganz sogar in meiner Haut haben, damit du mich niemals mehr
verlassen kannst.
Auch mir wird es gefallen, Liebste, aber ich passe nicht ganz hinein.
Begnüge dich damit, nur einen Teil von mir zu besitzen. Den allerkleinsten. Den
kleinsten, den fleißigsten zugleich.
Damit du es nur weißt, es ist der Priester, der dich vermilgt hat. Und
jetzt ist er dabei, deine Ehe zu vollziehen, Gepfadran.
Gib mir das Schwert, es ist zu viel. Gib mir das Schwert, du hast dich
vorsichtig, sonst brichst du dich am Ende selbst ins Grab.
Willst du den Vater deines Sohnes töten?
Er?
Er ist der Vater.
Dann war ich's also nicht.
Ich hatte dich gebeten, Vorsicht walten zu lassen.
Mein lieber Kardinal, mehr als nachzuweisen, dass es gefährlich ist,
giftigen Groll zu bewahren, habt ihr uns offenbart, dass unter allen Arten des
Hörneraufsetzens die wirksamste und zugleich verschwiegenste dem kirchlichen
Gewande ist.
Ja, ja, ihr Klärer wisst den Frauenangelegenheiten immer viel besser
Bescheid als der Teufel. Ich will euch von einem Fall berichten, der sich beim
Konzil in Konstanz ereignete und der uns Einsicht in das Liebesprämier der
Pfaffen eröffnete.
Mein lieber Schatzmeister, ihr Ungläubigen in puncto Weiber.
Ich erkenne, was die galanten Abenteuer mit Frauen betrifft, keinerlei Grenzen.
Und die gesamte Menschheitsgeschichte, seit Eva und der Schlange, kann als
Beweis dafür dienen. Verzeiht liebst, aber ich habe schon meinem Schatzmeister
das Wort erteilt. Aber den Damen gebührt stets der Vortritt.
Man soll nicht sagen dürfen, dass hier die Höflichkeit zu kurz gekommen wäre.
Darum bitte ich euch herzlich, uns zu ergötzen. Der König von Spanien, wie ihr
wohl wissen werdet, hat in dem Turm von Madrid Franz I. von Frankreich gefangen
halten lassen, der unbändig liebestoll war. Aber nicht die Haft, die
Enthaltsamkeit warf ihn nieder.
Lass es mich hören.
Ich bitte dich, sag es mir deutlich.
Auch wenn ich ein Gefangener bin, so bin ich doch noch immer Franz I., König von
Frankreich. Gewiss.
Ihr seid Franz I., König von Frankreich.
Ihr seid es so wie alle Zeit.
Ihr seid es mehr denn je zuvor.
Ja, glaubt mir.
Ihr seid es noch niemals so sehr gewesen wie gerade heute.
Und dass, obwohl ich wider Recht und Gesetz gar grausam von deinem Herrscher,
der kein so übler Brosche ist, eingekracht worden bin.
Zwischen düstern Mauern, ohne Luft und ohne Freiheit.
Ich wage nicht, an meinem Herrscher Kritik zu üben.
Aber ich bekunde und wiederhole euch. Ihr seid der wahre König von Frankreich
und kehrt auf den Thron zurück.
Daran besteht für mich kein Zweifel. Man erwartet euch. Es erwartet und verehrt
euch, euer Volk.
Nein!
Ich bin längst nicht mehr Franz der Erste.
Ich bin Franz der Letzte. Jawohl.
Das war euch erst recht, Schnur. Das ist es.
Das ist mein ganzes Reich.
Wir durchqueren es gemeinsam.
Das ist ein Befehl.
Ich langweile mich.
Ich langweile mich.
Ich langweile mich.
Es ist schlimm. Ja, ich verstehe euch voll und ganz.
Aber was kann ich daran ändern? Früher hätte ich stolz zu Pferde.
Jeden Morgen bin ich ausgeritten.
Rings um ein Schloss über Stock und Stein.
Ich habe Stunden im Sattel gesessen.
Und niemals bin ich ermüdet.
Ich bezwang jedes Hindernis, flink wie der Teufel. Ich ritt und ritt. Wie viele
Meilen legte ich täglich zurück?
Und niemanden gab es, der mir gleichkam.
Oh, wenn es darum geht, Sire.
Wenn ihr Sehnsucht nach einem Pferd verspürt, so hat der König befohlen,
euch zufriedenzustellen.
Bis zu einem gewissen Grad.
Geht's mir auf?
Wer sagt's denn?
Ach, mein Freund.
Fühlt ihr euch jetzt ein wenig besser?
Nein. Wie könnte ich mich besser fühlen?
Das setzt voraus, frei zu sein.
Frei über alle Felder meines Reiches zu jagen.
Dann erst wäre ich wieder glücklich.
Welch eine Vorstellung.
Als freier König über meinen Untertanen.
Königlich. Zu Pferde, die Turän durchstreifen mit ihren Wiesen und
Feldern. Das wäre mir höchste Erfüllung.
Hier bin ich nur ein Nichts.
Nein, ihr seid immer unser verehrter, wenn auch gefangener König. Nicht in der
grünen Turin, sondern im Herzen von Madrid.
Nur 100 Meter weit entfernt von der herrlichen Kathedrale.
Nein, nein, das ist nicht wahr, was ihr da sprecht. Das ist nicht wahr.
Vorwärts zum Angriff, vorwärts!
Hört ihr denn nicht die Glocken?
Man läutet das Angelus.
Angelus, Angelus.
Sir, ich bitte euch vom Pferd zu steigen. Wir wollen uns dem Gebet
hingeben, wie es Christenmenschen geziemt.
Und mir steht der Sinn nach Schabernack. Was wollt ihr damit sagen?
Possen reißen.
Streiche spielen.
Und jeden hin das Licht führen, der sich als dumm genug erweist.
Ach, als ich noch auf dem Thron saß und frei war, da tat ich den ganzen
Tag nichts anderes.
Verzeiht's hier.
Ich versteh euch nicht.
Wie man sieht, seid ihr niemals als Student in Frankreich gewesen, Freund.
Und habt folglich auch nicht die wunderbaren Bordelle in Paris
kennengelernt. Wo sich unsere besten Untertanen zu fröhlichem Treiben
versammeln.
Ach,
die
göttlichen Lenden der französischen Frauen.
Die erregenden Krümmungen der Flanken.
Wie die Rücken von Violinen, wie Harfenseiten schwingt die Flut der
Haare, wenn man sie gefühlvoll in die Hände nimmt.
Und diese Münder, die sich öffnen wie die Blumenkelche am Morgen, wenn der
Frühling da ist, berauschend und schön.
Wie diese Brüste verlocken, fest und zum Anbeißen
saftig wie die Trauben im Herbst.
Die gröstlichen französischen Weintrauben.
Wie sie in meinem Königreich alljährlich gepresst werden.
Unzählige sind es.
Und daraus wird der beste Wein, den es gibt auf der Welt.
Denkt vorerst nicht daran, Sire. Lass die Brüste dort, wo sie versteckt sind.
Denn derzeit seid ihr noch unser verehrter, wenn auch gefangener König.
Übrigens ist um der geschichtlichen Genauigkeit willen der beste Wein der
Welt immer noch unser spanischer Jerez Alicante.
Das weiß jeder Mann.
Es ist nicht wahr.
Die Frauen Frankreichs waren allesamt mein.
Habt ihr das nicht gewusst?
An einem einzigen Tag pflückte ich von ihnen vier oder fünf.
Eines schönen Morgens zum Beispiel, das war in der Touraine, da nahm ich mir von
der Jagd zurückkehrend die süße Vicomtesse de Broglie mit allen ihren
vier bewundernswerten Töchtern.
Der jüngste, wie verwunderlich, immerhin schon zwölf Jahre zählte.
Ich würde ein ganzes Lehen von meinem geliebten Boden in der Touraine
verschenken, mit Weinbergen und Zitrusgärten dazu, mit tausend Hektar
Wald- und Wiesenflächen, mit völliger Befreiung von jeglichen Abgaben und
Steuern, sowie dem Privileg der niederen und mittleren Justiz, weil die höhere
Gerichtsbarkeit seit eh und je nur mir zusteht.
Und mehr noch würde ich demjenigen geben, der mir dazu verhilfe, eine Frau
aus Frankreich,
Und welches nur für eine Stunde in den Armen zu halten.
Das ist es wert.
Die Flanken Frankreichs wieder an mich pressen. Die wogenden Brüste Frankreichs
auf meiner nackten Haut verspüren.
Le repas du roi.
schon wieder Fisch.
Ich leide, weil ich mich einer Kreuschheit unterwerfen muss, die mir
zutiefst widerstrebt.
Das überfordert selbst die Herzen von Löwen und von Heiligen.
Ich bitte euch sehr.
Fisch ist eine vorzügliche Nahrung und trefflich geeignet zur Pflege des
Geistes.
Ich will Weiber besprechen, dass ihnen und mir Hörner zehn vergehen. Das will
ich, verdammt!
Sagt das dem Kaiser, dem Papst in Rom und wem ihr wollt. Aber sofort.
Es verlangt mich nach einem Weiber.
Wenn mir dieser Wunsch versagt wird, dann werde ich sterben.
Euer geliebter Kaiser Karl, der Fünfte dieses Namens, hat mich zu Gefängnis
verurteilt. Aber nicht zum Tode.
Zum Teufel damit.
Teufel mit eurem Fisch! Ich kann ihn nicht mehr ohne Ekel sehen. Ich esse
nichts mehr, ich trinke nichts mehr. Lasst mich sterben, wenn ihr mir nicht
etwas anderes verschafft.
Wendet euch um Abhilfe an meine süße Cousine, die Königin von Navarra.
Keine Frau außer ihr ist so befähigt, mir zu jenen Tröstungen zu verhelfen.
Sagt ihr, sie möge sofort die Reise antreten? und nach ihr dann all die
anderen schönen Damen meines Hofes.
Man möge miteinander in Wettstreit tilgen.
Oder ich verweigere mich dem Essen und dem Trinken.
Mag ich vor Hunger und Verdust sterben, zu eurem Schimpf und zu eurer Schande
vor der gesamten Christenheit?
Hinaus, tragt die Reste der königlichen Mahlzeit fort.
Und niemand öffnet heute mehr die Tür.
Es gäbe eine Möglichkeit, euren berechtigten Wünschen entgegenzukommen
und dieses Gefängnis in ein Paradies zu verwandeln. Ja.
Meine verehrte, meine verehrte Cousine, Margarita von Navarra.
Ihr müsst sie veranlassen, mich aufzusuchen.
Die unübertroffene Herzenskönigin, die alle Welt uns neidet.
Nein.
Nein? Nein, Siehe.
Ich habe eine spanische Schöne für euch ausersehen, um deren Gunst sich die
mutigsten Männer zerfleischten.
Auch der König des Oriens würde für sie sterben. Für Roselita Esteban de Fierro.
Sie ist die Geliebte des Kardinals von Sevilla und des Kardinals von Toledo und
bekannt in der höchsten und heiligen Gesellschaft unseres Kleros als Madonna
der tausend Sünden. Ein wahres Tigerweibchen.
Wer ihre leidenschaftlichen Krallen spürt, der vergisst die französischen
Frauen, ob Prinzessinnen oder Bäuerinnen zieren.
Keine Frau versteht es, so zu lieben wie sie.
Ihr müsst nur einwilligen, sie zu empfangen.
Aber nur des Nachts und in aller Heimlichkeit.
Das versteht sie.
Offenbar habt ihr nicht die geringste Neigung, mir zuzuhören, verehrter
Freund. Oh doch, ich habe eure Antwort wohl verstanden. Aber ich bitte euch,
Gräfin, übt Nachsicht mit einem Unglücklichen.
Ich muss mich wiederholen. Es ist absolut und ganz und gar unmöglich, was
ihr von mir verlangt. Ich verstehe eure Weigerung.
Aber wenn ihr in Betracht zieht, dass es sich immerhin um den König von
Frankreich handelt, könnt ihr sie dann aufrechterhalten.
Ihr versäumt nur Zeit, wenn ihr darauf beharrt.
Falls mein geschätzter Freund, dem ich ergeben bin, der verehrungswürdige
Kardinal von Toledo...
Mir nicht vorher den Erlass und die Bulle für die Absolution der Sünden, die
ich zu begehen gedenke, erteilt?
So gibt es keinen königlichen Bart, der mich dazu bewegt.
Aber es handelt sich doch um ein Werk christlicher Barmherzigkeit.
Ein schmachtender König, seiner Freiheit beraubt, der nach Jugend und Schönheit
hungert und dürstet.
Nein, euer Mühen ist zwecklos.
Ich muss darauf bedacht sein, meine Stellung zu wahren.
Ich verlange die Absolution im Voraus und ich will dazu, dass sie von einer
päpstlichen Bulle unterstützt sei.
Rossi. Du, meine teuerste Zirze.
Wie du weißt, habe ich mich dir seit sechs Tagen nicht mehr genähert. Aber
zum Glück ist mein angegriffenes Rückgrat fast geheilt. Und wenn ich zwei
weitere Tage jeglicher Versuchung widerstehe, darf ich deinen Reizen
erneut erliegen.
Hochwürden eurer Worte sind sehr schmeichelhaft.
Also, meine Liebe, du verlangst, dass dir im Voraus Absolution gewährt wird
für die Sünden, die du im Sinne hast, zu begehen. Ja.
Absolution nicht nur durch mich, sondern vor allem durch den Heiligen Vater.
Ich habe in Rom nachgefragt und die Autorisation ist eingetroffen.
Schlagt ihr Augen auf, Majestät?
Oder seid ihr zu sehr geschwächt?
Seit wenigstens 24 Stunden sind wir nun schon zusammen und treiben kurz, weil...
Ihr wollt doch, hoffe ich, nicht erneut beginnen.
Mein Strumpfband braucht ihr wohl nicht mehr.
Wir haben uns über alles ausgetauscht und nichts ausgelassen, oder? Nichts
ausgelassen. Wir haben das Thema erschöpft gewiss.
Wir haben Stellung bezogen und alle Varianten durchgespielt, Käfin.
Dann gib mir jetzt mein anderes Strumpfband zur Zeit. Nicht so
störrisch, aber tief aus und so drückt ihr es nicht.
Wohin zum Teufel habt ihr meine Halskrause aus gestärktem Atlas
geworfen?
Seid ihr immer so unordentlich, wenn ihr eine Frau entkleidet und so gedankenlos,
dass euch nicht kümmert, wie sie sich später wieder anziehen soll?
Und jetzt, Majestät, begebe ich mich fort.
Ihr werdet warten, bevor ihr aufsteht.
Und ruft keinen herein, bis ich den Fuß der Treppe erreicht habe.
Adieu, Lilie von Frankreich.
Und setzt eure Gefangenschaft in Frieden fort.
Ich hoffe, dass ihr mich in guter Erinnerung behalten werdet.
Was mich angeht, so werde ich für alle Sünden Vergebung für euch erflehen, die
ihr in dieser Zeit begangen habt.
Und ich greife in die Ferne.
Ich will für eure Sünden beten, die mir tiefe Spuren hinterlassen haben.
Bemüht euch nicht darum, Majestät.
Ich habe noch vor meiner heutigen Verfehlung Absolution für mich erhalten.
Wäre sie verweigert worden, hätte ich nicht die Andeutung eines Handkusses
gewährt.
Niemand ist eine so glaubensfeste Christin und eine so treue und
zuverlässige Dienerin der Kirche, wie ich es bin.
Lieber Freund, ihr habt eure Wette verloren.
Denn ich kann euch nicht verhehlen, für mich sind die Frauen Frankreichs nach
wie vor unvergleichlich.
Bei ihnen ist die Liebe Frieden.
Süßer Frieden.
Und nicht wilder, erbitterter Kampf.
Wollt ihr damit sagen, dass die Gräfin de Fierro, die bei uns in Spanien als
die Königin der Sünder betrachtet wird, es nicht vermocht hätte, euch die Frauen
eures Landes vergessen zu lassen?
Nein, sie hat mich dazu gebracht, mich noch intensiver zu erinnern und ihren
Verlust noch mehr zu beklagen. Das ist die Wahrheit.
Ich werde sterben.
Spüre ich nicht mit jedem Nerv und jeder Faser die zärtlichen Finger, die darin
geübt sind, der Harfe und der Violine die feinsten Töne zu entlocken,
Virtuosenen und jene Münder, die bei ihrem
Kuss mit leiser Stimme Worte der Liebe auszusprechen scheinen.
Die Flut ihrer Haare, die sich berauschend über mein Gesicht ergießt,
milde duftend, viele Länze in sich enthalten.
Das ist unmöglich, Majestät.
Bin ich demzufolge nicht mehr oder noch nicht der neuernannte Vicomte de
Touraine? Nein!
Wenn ihr mir nicht eine Frau herbeischafft, von edlem Sinn.
In der Liebe voller Zartgefühl, so ursprünglich und hingebungsvoll.
Wie die besten Frauen aus meinem geliebten Frankreich.
Ich habe die Frau, nach der ihr euch sehnt, Sire.
Seid ihr... Seid ihr das sicher, was ihr da versprecht?
Dafür verbürge ich mich.
Jetzt werdet ihr die Wette verlieren, Sire.
Bereitet euch vor, morgen zur selben Stunde eine Schöne zu empfangen, über
der ihr sämtliche Frauen eures Landes vergessen werdet.
Sagt nicht, ich bitte euch, schweigt.
Vor allem stille, tiefes Schweigen.
Der Duft meines Haares gefällt dir nicht?
Es ist meine Schuld. Ich bin zu dicht an die Rosen und Maiglöckchen
herangegangen. Sie haben einen zu scharfen Geruch.
Wenn es dir zu wider ist, schneide ich meine Haare ab.
Nein, nein, tu das nicht. Ich bitte dich, dein Haar dürfte bedürfen. Wie
männlich deine Hand ist. Zart und kräftig zugleich. Es ist die Hand eines
Königs, die es gewohnt ist, ein mächtiges Reich zu halten und sich nicht
nehmen lässt, was sie besitzt.
Ja, so ist es.
Mir ist zu kalt. Du sollst mich erwärmen.
Spürst du, wie mein Herz schlägt?
Seitdem ich diesen Raum betreten habe, wird es jeden Augenblick stärker.
Verrätst du mir, wie du heißt?
Deinen Namen, damit ich weiß, wer du bist?
Mein Name soll der sein, den du wünschst.
Oder gar keine. Es ist nicht nötig, dass du mich rufst.
Ich bin hier bei dir.
Bevor du deinen Mund öffnest, habe ich es schon gehört.
Ich will dein Königreich sein für diese Nacht.
Du bist nicht mehr in der Fremde.
Jetzt bist du kein gefangener König mehr. Ich beschwöre dich, ich flehe dich
an. Es ist wahr.
Sag mir, dass es wahr ist.
Ob dir meine Haut gefallen wird?
Wenn du sie zu heftig küsst, bildet sich sofort ein blauer Fleck.
Und wenn du sie zu derp berührst oder liebkost, dann blutet sie.
Komm zu mir. Ich will deine Nähe spüren.
Sei über mir.
Ich will in dieser Nacht das Instrument sein, auf dem du spielst. Ein
Musikinstrument, mit dem du schon lange vertraut bist.
Und wenn du mich gut spielst, beginne ich zu singen.
Wer spielt denn da?
Niemand. Du träumst.
Das ist unser gemeinsamer Traum.
Meine und deine Vereinigung.
Amour, si veux mon coeur et mon désir, si tu soupires, alors ma vie qui passe,
c'est toi que l'ombre qui se lasse.
Wie steht es um euch, Sire?
Weint ihr immer noch den französischen Frauen nach? Oder hat euch eine
spanische Dame überzeugt?
Ich bin von Herzen glücklich.
Es war von allen meinen Nächten die wunderbarste, bewegteste und süßeste
Nacht, die mir das Leben geschenkt hat.
Damit habt ihr die Wette verloren, Sire?
Ja, das gebe ich gern zu.
Und ich bin sehr zufrieden, dass ich sie verloren habe.
Und damit, neu ernannte Vécon von Touraine,
Ist es an der Zeit, einem Souverän zu huldigen?
Ist sie nicht das kostbarste Juwel?
Zerbrechlich wie ein Holderengel.
Ist ihre Liebe zugleich so leidenschaftlich, wie sie mir noch keine
Frau geschenkt hat?
Nie zuvor.
Unnötig, dass ich sie mir preisziehe.
Ich weiß es wohl.
Sie ist meine Frau.
Was drüttelt ihr herum? So beeilt euch doch.
Bereitet rasch den Aufguss.
Und vergesst auch die Limonaden nicht.
Dann haben sie ein Geschoss im Leibe, das selbst das dickste Kanonenrohr
sprengen würde.
Wir haben euch für ein vorzügliches Mal zu danken, Sir. Ja, das ist uns ein
inneres Bedürfnis.
Freilich nicht das einzige.
Denn obwohl Essen und Trinken den Leib und die Seele zusammenhält, bewirkt es
doch, wenn man so viel des Guten getan hat, auch das Gegenteil.
Die wahrgesprochenen... Sprecht ebenfalls wahr. Eure Geschichte.
Als sich der Erzbischof von Bordeaux zum Konzil in Konstanz begab, hatte er als
Reisebegleiter einen jungen römischen Vater namens Philippo. Aber von ihm, dem
Helden unserer Geschichte, wird später ausführender zu sprechen sein.
Auf jenem Konzil führten die Prelaten ein Leben, das voll der wildesten
Ausschweifungen war. Dabei schröpften sie nach Kräften den Schoß unserer
heiligen Mutterkirche. Dieses Miraculum beweist uns aufs Eindringlichste das
ewige Leben der Kirche.
Indem er dem Beispiel seines schon recht verkalkten und senilen Bischofs folgte,
ach dort, seines alten Bischofs, der wegen seines hinfälligen Zustands gegen
jede Sünde gefeit war, lebte unser Mönchlein in vollkommener Keuschheit
dahin. So musste er sich gegen seinen Willen die verwegenen Attacken und die
Annäherungsversuche käuflicher Weiber und mancher Bischöfe vom Leibe halten.
Aus dem Wege, ihr Bauern! Verschwindet! Macht Platz für den großen Kurfürsten
von Bayern! Hier gibt's nichts zu raffen, ihr Leute! Packt euch! Geht's!
Auseinander! Der Pöbel hat hier nichts zu tun! Lasst die hohen Herren passieren
und belästigt sie nicht mit eurem Angriff!
Ich, der römische Mönch Filippo, will dich erretten, du verworfenes Geschöpf.
Ich will dich reuig sehen für all die Sünden, du Unglückliche, die du bei Tag
und Nacht bei diesen Priestern und Kardinälen begehst. Denn sie laufen dir
in Scharen zu, um die Sakramente deiner Sinnlichkeit zu empfangen.
Niemand da?
Vielleicht wälzt sie sich gerade auf dem Lager der Lust.
Aber
was
für ein Hintern, um nicht zu sagen, was für ein anmutiges Bild.
Mein Gott, wie prüfst du mich?
Ich müsste meine Augen niederschlagen, um nicht in den Fuhl der Sünde zu
blicken. Doch ich kann es nicht.
Was wollt ihr, hübsches Mönchlein? Sagt es.
Ich komme euch zu retten.
Würde es euch missfallen, mich morgen zu retten?
Besser, man schiebt es nicht auf.
Mitten in der Nacht und ohne Verabredung steht mir der Sinn nicht nach Bekehrung,
Engelchen.
Erlaubt mir die Frage, Herrin, warum habt ihr ihn Engelchen genannt? Weil er
so ein seraphisches Aussehen hat, mit großen unschuldvollen Augen, die mir
ausnehmend gut gefallen.
Sie scheint nicht abgeneigt, mich zu bekehren.
Oh Gott, die hat es auf mich abgesehen.
Und ihre Argumente werden die besseren sein.
Verbleiben wir bis morgen Abend.
Warum nicht gleich zu Werke gehen?
Wenn ihr erwartet, dass er das Eintrittsgeld entrichten kann, bleibt
euer Beutel morgen leerer als der Opferstock.
Verfluchte Wallust!
Was ist dir zugestoßen, Filippo?
Ach, ehrwürdiger Vater.
Es ist so, wie meine Mutter sagte.
Willst du dein Ziel erreichen, warte nicht, bis Gott dir hilft. Pfui!
Ohne seine Hilfe wirst du nichts verleben.
Dabei wird er mir nicht zur Seite stehen. Ich muss es allein versuchen.
Leider ist sie kein billiges Frauenzimmer, sondern ein teurer Salon,
in dem nur eingelassen wird, wer mit vollem Beutel kommt. Aber dafür ist sie
berauschend schön. Sie würde sogar euch neu beleben.
Mich auch? Ach, was denn, kann dein Ziel heilen? Das tue ich unentwegt. Darum
frage ich euch. Könnt ihr mir 30 Taler leihen?
Du willst, dass ich dir helfe, die Sünde der Ausschweifung zu begehen? Glaubst
du, du wärst ein Kardinal?
Bereue meinen Sohn und bitte zu Pfarrer Cassio von Regalati, der die Tollsütigen
beruhigt.
Ist es gestattet?
Was denn? Ich bin verabredet.
Wenn's höflich nicht geht, dann such!
Page, lass den Mönch ins Haus. Die Herren erwartet ihn schon.
Nur zu, mein Kleiner. Setzt euch an meine Seite.
Warum macht ihr so ein zorniges Gesicht?
Ich bete.
Verrate, zu wem?
Zu Fra Cassio von Recanati. Er soll die Verliebten beruhigen, aber ich bin zu
erregt.
Wie herrlich naiv du doch bist.
Du darfst nicht versuchen, dich zu beruhigen.
Vielmehr ist es die Glut der Jugend, die der Liebe die prickelnde Würze verleiht.
Das ist ein Grund, die Gebete einzustellen.
Komm.
Für Zeit die Störung.
Da ist noch ein Gast, der stürmisch Einlass fordert. Wer ist es? Der Bischof
von Chur wünscht, eine Sitzung abzuhalten.
Dann sag ihm, er soll sich zum Teufel scheren.
Und zwar sofort.
Es missfällt mir, dass du mich dem Teufel empfiehlst. Nicht die Hölle suche
ich bei dir, sondern das Paradies, mein Täubchen.
Ich habe euch tausendmal gesagt, dass ich ohne Verabredung niemanden empfange.
Das mag für andere gelten, nicht für mich.
Und was hat dieser kümmerliche Mönch hier zu suchen, an diesem Ort der
fleischlichen Sünde?
Ich will eine verirrte Seele auf den Steg der Tugend schenken. Heuchlerisches
Geschwätz. Du wirst mich nicht zum Narren halten.
Um das Seelenheil dieser Frauen in den Nachtstunden der Versuchung zu ringen,
steht nur einem Bischof zu.
Und du, mein Sohn, erhebe dein Gesäß vom Stuhl und geh.
Treib dich nur mit Huren, Söhnen deinesgleichen herum. Bleib sitzen.
Du bist mein Gast und mir in meinem Hause willkommen.
Steht es nicht im Evangelium und in eurem Brevier geschrieben, dass am Tage
des jüngsten Gerichts alle Menschen vor dem Allmächtigen gleich sind?
Ach, das ist eine Erfindung des Teufels, der die Bibel gefälscht hat. Glaubt
nicht ein Wort davon. Genug, nehmt Platz und speist.
Ergeben Sie ihn dann.
Er stellt sie ab.
Ich nehme nur einen kleinen Imbiss, denn füllst du dir vor der Liebesnacht den
Bauch, so ist dein Sündenstab ein schlapper Schlauch.
Na und du, kleines Mönchlein, rührst gar nichts an.
Lass dich nicht verdrießen.
Muss dich nicht im Bette plagen, kannst dir drum den Wanst vollschlagen.
Trinkt nur so viel ihr könnt, das stimmt mich froh.
Nein, ich erlege mir Zurückhaltung auf. Das fordert der Anstand.
Schon wieder ein Gast. Der Kardinal von Ragusa.
Du wimmelst ihn ab.
Völlig unmöglich.
Diesen Fuchs hinters Licht zu führen, heißt den Teufel zu beuteln. Einer nach
dem anderen kommt und keiner möchte wieder gehen. Das bedrückt mich auch.
Komm mal zu mir, Schäfchen.
Sprecht ihr zu mir?
Der rechte Frage, das Schäfchen in dieser Runde kann ich ja nur sein.
Gehen wir hinaus.
Warum betest du nicht Susanne Ciccia von Lambrate, der die kleinen Hopser
beschützt, statt hier ein Nickerchen zu halten?
Du musst dich jetzt entscheiden.
Willst du Abt werden und dein Wohlleben im Schoße der Kirche führen?
Oder nach einer flüchtigen Nacht in jenem Schoß ausgestoßen und von allen
verachtet werden?
Ich dachte, dass ihr mehr Verständnis aufbringen würdet. Willst du mir
wegestehen? Ich lasse euch den Vortritt. Du musst wählen. Nimmst du dieses Weib
oder die Abtei ein für allemal?
Schwer. Eine Abtei, die mir gehören würde?
Du bist schon mit deiner Abtei zufrieden. Der Bischof von Chur wird
nicht so rasch zum Rückzug blasen. Ihr Männchen, ich lege noch 100 Thaler
drauf. Sie werden dir für deine Reise zur Abtei von Sopramonte dienen, die ich
meinen 22 Söhnen überlassen wollte. Nun aber dir an Vertrauen.
Eine Schande ist es denn.
Und nun muss Gott mir eine List eingeben.
Amtsbruder gelobt, so der Herr. Werte Herren, erinnert ihr euch nicht, der vom
Kreuze?
Ich bin glücklich, in eurer Gesellschaft zu sein, nachdem es mir gelungen ist,
das Mönchlein zu verscheuchen.
Auch du wirst mir dafür dankbar sein.
Du warst sehr leichtfertig und flüchtiger Umgang mit ihm hätte dir den
Tod gebracht.
Ich weiß nicht, was ihr damit meint. Jener Mönch ist Sekretär des Erzbischofs
von Bordeaux, den Lepra und Cholera dahinraften.
Woher habt ihr diese Kunde?
Vor einer Stunde habe ich ihm die letzte Ölung erteilt und jetzt ist der heilige
Mann auf dem Weg ins Paradies.
Doppelschlag des Schicksals. Warum zittert ihr und seht so gelb aus?
Nein, nein, beruhigt mich nicht. Ist euch übel?
Lepra und Kronella.
Wer das eine übersteht, der liegt dem anderen.
Und mancher stirbt an beidem.
Und nach diesem Erfolg werde ich für drei aufkommen. Ich habe sie vertrieben,
aber ich ersetze sie auch.
Was hast du?
Willst du dich verweigern?
Glaubt ihr, dass ich den Tod auf mich nehme?
Aber das berührt euch nicht, denn eure Wollus kennt ja keine Schranken. Was
redest du da? Mag es nicht, mich zu berühren?
Du hast die Lepra und die Cholera und willst mich lieben. Bleib mir fern, das
rate ich dir.
Denn wenn du mir zu nahe kommst, schlitze ich dir mit dem Dolch den Leib
auf. Aber du Freude des Paradieses, begreifst du denn nicht, dass alles nur
eine List war?
Das behauptest du jetzt, aber es ist nicht die Wahrheit.
Der Bischof von Chur und ich haben mit eigenen Ohren gehört, wie du gebeichtet
hast, dass du an Lepra und Cholera erkrankt bist. Ein Wort nur und du
kommst ins Hospital.
Und dann werden dich diese Seuchen wirklich befallen. Du wirst dich langsam
auflösen und vermodern, bei lebendigem Leibe von den Würmern gefressen werden.
Nein, keine Würmer. Ich flehe dich an. Erspare mir das Hospital-Täubchen.
Aber du klopfst mir ja nur das Gesäß, um mich zu züchtigen. Du wirst mich nicht
anzeigen, nicht wahr?
Nein, du kannst beruhigt verschwinden. Ich liefere dich nicht aus.
Verfluchte Tochter einer Hure, dann hast du mich um nichts erschreckt. Grund zum
Erschrecken hast du schon, denn du wirst an Libra und Cholera sterben. Wie das?
Weil ich mich angesteckt habe.
Von Gott, verdammte Dirne, das lügst du nur. Sag mir, du lügst. Gib es zu.
Du bist gesund, wie?
Mitnichten angesteckt. Doch, die Krankheit frisst in mir, seit ich vor
fünf Nächten mit dem Erzbischof von Saragossa zusammen war. Der gestern an
Libra und Cholera verschiet? Und an der Pest dazu.
Dann halte dich fern, mein totes Engel. Nein. Aber erwarm, mein Seelchen. Ich
muss es wohl.
Du bist eifrig auf den Leim gekrochen und hast für pure Wahrheit genommen, was
du hörtest. Hast nicht bemerkt, dass es nur eine List war?
Ich beschuldige dich, mit dem Teufel im Wunde zu sein, du Hexe.
Ich bringe dich auf den Scheiterhaufen. Aber mit Vergünstigung. Wenn du mich
beruhigst, werde ich dir nach der Verbrennung einen Platz im Paradies in
der ersten Reihe sehen.
Unbesorglich bin ich krank. Dann wollen wir mein Urteil vollstrecken. Du hast
als Hexe verbrannt.
Die Bischöfe und Kardinäle werden dir erst dann glauben, dass ich eine Hexe
bin, wenn du an der Pest gestorben bist.
Nein, ich sterbe lieber vor Lust in deinem Bett.
Verschwinde aus meinem Haus!
Ich gehe, aber das wirst du mir büßen. Wenn ich auch noch nicht weiß, wie, so
weiß ich doch, dass du dafür teuer bezahlen wirst.
In gewisser Hinsicht war dieser Abend ein Triumph für mich.
Ich habe einen Bischof und einen Kardinal an der Nase herumgeführt.
Und für wen für ein Mönchlein ohne Dankbarkeit?
Das läuft davon.
Lässt mich schnöde hier sitzen. Und nicht einmal um einer anderen Frau den
Vorzug zu geben. Nein, verführt durch eine Abtei.
Höre.
Höre.
Ich habe es mir überlegt.
Eine Abtei kann mich nicht glücklich machen.
Welche Überraschung. Du bist hier?
Du bist voller Wunder. Du bist der Ungewöhnlichste, der Verrückteste und
Erregendste aller Liebhaber.
Komm, mein geliebtes Mönchlein, mein sinnverwirrender Verführer. Liss dich,
wie nur die Unschuld ist.
Ich liebe dich unvorstellbar.
Ich liebe dich mit einer Innigkeit, die ich seit langem schon verloren glaubte.
Du machst wieder lebendig, was verschüttet in mir war.
Mann.
Verzaubere mich, dass ich nie mehr erwache.
Lass diesen Traum ein ganzes Leben dauern.
Ich gehöre ganz allein dir.
Das sind längst vergangene Zeiten und mit Recht begraben. Ihr wollt nur sehen,
was euch ins Bild passt. Auch wenn es in der Kirche unwürdige Menschen gegeben
hat, sollte man darüber ihre Heiligen und Märtyrer nicht vergessen. Ja,
meinetwegen. Aber unter den Bischöfen und Kardinälen waren sie recht ungesät.
Verzeiht, aber ich fühle mich gar nicht wohl.
Meine Herren, ich möchte um Haltung bitten.
Das soll mir das Stichwort sein für die Geschichte eines Wucheras aus Genua.
des Advokaten Ferron, der seine Haltung noch mehr verlor, als er, schon in den
Jahren stehend, sich eine junge Braut suchte.
Deren Vater war vom Reichtum des Bewerbers um die Hand seiner Tochter so
geblendet, dass ihm schließlich die Prallenbeutel des Freiers das Ja-Wort
entlockten.
Nicht so die schöne Rosalia, die den Handel, der damit ihr getrieben werden
sollte, aus tiefster Seele missbilligte.
Die verlockendsten Versprechungen des Bräutigams stießen bei ihr auf kaube
Ohren.
Mein Vater hat mich bedenkenlos verkauft.
Und wenn ich mich auch seinem Willen unterwerfe, so glaubt nicht, dass ihr
den Nutzen davon habt.
Ich werde eure Gemahlin, ohne jemals die eure zu sein. Will aber andere erhören,
weil ich heißes Blut habe, dass ihr es gleich wisst.
Kurzum, ich verspreche euch, Hörner aufzusetzen, so viel ich nur kann und
will euch ein Leben lang durch Untreue verbunden sein.
Schon gut, schon gut. Und wann wird Hochzeit sein?
Am besten morgen.
Je schneller es geschieht, desto früher komme ich dazu, euch zu drangsalieren.
Ich werde euch zum Präsidenten der Vereinigung der Gehörnten befördern.
Befördern?
Mein geliebtes Weib, die
Nacht liegt vor uns wie ein aufgeschlagenes Buch.
Lass uns gemeinsam darin lesen.
Wie zart sind deine Lippen.
Was ist dir nur eingefallen, mein Kindchen?
Willst du Diamanten?
Wir werden schon zueinander finden. Das hoffe ich sehr.
Was hast du für wohlgewachsene Beine?
Und diese schönen Knie.
Oh, was sehe ich?
Einen Oberschenkel, der mich verwirrt.
Ich will mich an deine Beine hinaufküssen.
Ich kann mich nicht satt sehen an dir. Ich will mehr sehen. Ich muss mehr
sehen. Du beraubst mich und wenn du dich stolpst, dann wird meine Leidenschaft
nur noch wilder.
Ich will dich ohne jede Hülle sehen, nackt, wie Gott dich erschaffen hat. Ich
zittere vor Begierde nach diesem Anblick, wirf deine Kleider ab, oder ich
reiße sie dir von einem... Wozu ihr seid?
Was wollt ihr von mir? Ich will alles, denn dies ist unsere Hochzeitsnacht.
Oh Gott.
Ich käme mir wie eine entehrte Frau vor, wenn ich, statt mich in Liebe zu
verschenken, einen wie euch ertragen sollte.
Einen stinkenden Bock, der vom Zipperlein geplagt wird und sich für
einen Stier hält. Jetzt übertreibt ihr aber das verliebte Spiel. Schon gut,
schon gut. Ich will euch nicht im Ungewissen lassen.
Ich habe nicht vor, das gemeine Volk zu begünstigen und mich mit den Barbieren
hinzulegen. Auch nicht mit den Hurenböcken dieser Gegend oder
verlotterten Soldaten. Ich werde mich nur dem König hingeben.
Drum achtet gut darauf.
Dies ist die Grenze zum Eigentum des Königs. Es sei mit der Republik!
Und falls ihr diese Linie überschreitet... Nieder mit dem König!
...so würdet ihr euch in große Gefahr begeben und ich warne euch... Ich blase
zum Angriff!
Und wenn es nötig ist, will ich auch sterben.
Oh, dann stopp, wenn du es so willst. Halt mich zu den Verrückten.
Aber so gefährlich du auch bist, das reizt mich nur noch mehr. Ja, ich muss
dich haben.
Leg doch diesen verdammten Dolch weg. Du verletzt mich.
Du machst mich wahnsinnig vor Leidenschaft. Öffne die Tore der noch
fest und ergib dich.
Wenn ihr nicht hört, durchsteche ich euch den Wand und schneide euch in
tausend kleine Stücke. Und danach töte ich mich selbst. Um Gottes Willen, das
wollen wir uns beide lieber ersparen. Nur kein Blut. Oh Herr, warum hast du
mich verheiratet, damit ich Junggeselle bleibe?
Rosalia, sprich zu mir. Wo läufst du hin?
Heiliger Elpio von Castelfranco, ruf sie zur Vernunft. Ich bin zu schwach, ein
Weib zu nehmen. Ich bin zu schwach. Ich bin zu schwach. Ich bin zu schwach. Ich
hasse mich.
25.000 zuzüglich Zinsen, zuzüglich Zinsen für die Zinsen.
Ah nein, es tut mir leid. Eure Schuld hat bei weitem die Sicherheit
überstiegen, die in der Hypothek besteht. Und daher kann ich euch nicht
gefällig sein, das werdet ihr gewiss verstehen.
Denn, lieber Graf, 400 Thaler sind kein kleines Sümmchen.
Was habt ihr eigentlich im Sinn damit, wenn ihr mir die Frage erlaubt?
Ich stelle sie, als wäre ich euer Vater.
Ihr seid mir Vater und Mutter zugleich und dazu noch der heilige Nikolaus.
Darum will ich mich euch anvertrauen und das Herz auf der Zunge tragen. Ihr
werdet mich nicht verraten, so hoffe ich jedenfalls.
Es geht um eine Liebesnacht, heiliger Nikolaus.
Mit der schönsten Frau von ganz Florenz.
Vollbringt dieses Wunder für mich.
Ja, aber mein lieber Graf, 400 Taler, das ist ein schöner Batzen Geld.
So viel ist allenfalls die Geliebte des Königs wert.
Ihr habt vollkommen recht.
Und mein Bemühen gilt ja auch.
Aber heiliger Nikolaus, missfällt es euch?
Ihr seid auf einmal so verändert.
Was ist?
Ihr werdet so bleich.
Es ist nichts weiter, nur ein fahles Fieber.
Aber sagt, diese 400 Thaler, bekommt diese Frau sie dafür oder wer?
Ja, gewiss, als Tribut für ihre Liebesdienste.
Aber, heiliger Nikolaus, was kratzt euch das?
Nur so.
Und wie werden die Verhandlungen geführt?
Immer mit ihr? Nein, darüber muss man sich unter strengster Diskretion mit
einer Dienerin verständigen.
Einer Magd des Königs.
Einer habgierigen, schlauen und äußerst durchtriebenen Person.
Ich vermute, dass die Hörner, die sie dem König aufsetzen, sehr gewinnbringend
sind. Was haltet ihr davon?
Ich meine, dass sie eine Kupplerin ist, die keine Skrupel kennt.
Aber mir nimmt das schon Wunder.
Mir ist es recht. Ich gebe euch das Darlehen und die Dienerin möge sich bei
mir einfinden.
Ich werde sie für die Vermittlung bezahlen. In eurem Namen, versteht sich.
Natürlich.
Schaut her.
Auf dem Tisch liegen 400 Thaler in diesem Beutel. Die sollen euch gehören.
Das ist nicht gerade wenig für eine einzige Liebesnacht.
Mir geben sie nicht einmal die Hälfte, wenn ich mich gefährlich zeige.
Und dennoch gehören sie euch, ohne dass ihr euch bemühen müsst, zu mir ins Bett
zu steigen. Das ist eine erfreuliche Nachricht. Hat euch der Graf denn nicht
meinen Namen genannt? Nein, keineswegs.
Nun denn, wie ist, dass ich der legitime Ehemann der Dame bin, der ihr dient?
Beklagenswerte. Und die unser König von ihren ehelichen Pflichten entbunden hat.
Ihr habt davon erfahren? Mit dem Geld, das ihr jetzt von mir erhaltet, könntet
ihr euch endlich gründlich kurieren lassen.
Ich spreche von der französischen Krankheit, dieser hässlichen Lustseuche,
die in Florenz derart kassiert.
Mir ist auch bekannt, dass sich jeder, der bei euch gelegen hat, unfehlbar
ansteckt und binnen einem Monat, so hat man es mir erzählt, die Manneskraft
einbüßt. Im Grunde verlange ich nur, dass sie zu dem Grafen geht und ihm
erklärt, dass meine Frau ihn leider nicht empfangen kann.
Sag, dass der König beschlossen hat, mit dir zu Abend zu essen. Er möge sich für
diesmal etwas anderes suchen, um sich nach Herzenslust auszutoben.
Auf diese Art will ich ihn ganz unauffällig gegen mich austauschen.
Aber das wäre Verrat.
Und willst du dich nicht von der französischen Krankheit befreien? Im
Übrigen denke daran, dass du keine Sünde begehst. Ist es nicht vielmehr ein
verdienstvolles Werk, an der Vereinigung zweier Eheleute mitzuwirken und Glück zu
stiften?
Kommt um die neunte Stunde.
Schlag neun.
Um diese Zeit lässt der Trubel nach. Die Lichter werden gelöscht sein und ihr
könnt euch unerkannt eurer Frau verbinden. Aber im Bett mit ihr dürft
ihr nicht ein Wort sprechen.
Aber zum Glück ist es so, dass eure Frau in Augenblicken der Lust nichts sagt,
sondern nur spitze Schreie ausstößt und Wünsche äußert sie nur durch Gesten.
Überaus schamhaft ist sie.
Und sie mag es nicht, wenn Schweinereien geäußert werden.
Mach sie an.
Aber sie macht sie gern.
Tretet ihr ein, entkleidet euch inzwischen schon. Aber in völliger Ruhe,
sonst verratet ihr euch. Ich habe solche Angst, dass der Schwindel herauskommt.
Darum bitte ich euch inständig, kein Wort und kein Geräusch. Wartet, bis ich
euch rufe.
Seid gewiss, dass ich nicht spreche. Ich bin viel zu aufgeregt.
Was wollte ich auch sagen? Zu wem?
Wer redet schon mit sich selbst?
Na, ich jedenfalls nicht.
Ja.
Bin ich ihm deiner Meinung nach die 400 Dollar gar nicht wert?
Wie solltet ihr es nicht sein, Herrin? Eure Schönheit öffnet jeden Beutel. Aber
was nützt mir meine Schönheit?
Vom Palast hält er mich fern.
Das sieht man zum ersten Mal.
Es ist mein Unglück, dass ihr so liebenswert seid. Deshalb bringe ich es
nicht übers Herz, euch zu hintergehen.
Ich muss euch etwas eingestehen.
Die Summe ist zwar die selbe, aber der Klient ist ein anderer. Wer ist es?
Der euch angetraute Mann?
Dieser Gehirn, der dreist jetzt hier noch. Kommt beiseite.
Wie konnte ich mir sie nur so lange entgehen? Lass mich nach.
Ja, das ist sehr gut.
Beherrscht eure Glut noch ein wenig. Sie ist gerade dabei, ihre Nacktheit in
erregender Wohlgerüche zu hüllen. Ihr werdet auf eure Kosten kommen, dass ihr
es niemals vergessen sollt. Aber spricht kein Wort, sonst sind wir beide übel
dran.
Verkehrt die Steife an allen Gliedern. Ich hätte es als andere Ursache
gewünscht. Zu den Hörnern bekommt er nun die Narrenkappe.
Ich will dich ergreifen, was mir längst schon gebührt.
Und nicht nur die Gelegenheit, auch das Entgang.
Diese Nacht ist mir schon vorher teuer geworden. Sie möge es mir auch bleiben.
Sie hartes Ding ist, das da kommen soll.
Und es kommt so gewiss wie der neue Tag.
Ich habe mir den Ischiasnerv gereizt. Das ist kein guter Anfang.
Aber das Ende wird den Ausschlag geben.
Acht auf, schnell, kommt zu euch. Die Nacht ist vorüber und ihr müsst
verschwinden.
Greift eure Kleider, aber legt sie draußen an, denn wenn meine Herren den
Betrug bemerkt, bin ich verloren.
Es ist heller Morgen, der Hahn hat schon das zweite Mal gekräht. Was ist los?
Was für ein vorlauter Hahn. Ich möchte ihm den Hals umdrehen. Ihr habt einen
tiefen Schlaf und ein schweres Erwachen. Wie bringe ich euch noch hoch? Wie kommt
ihr auf die Beine?
Welch kostbares Andenken.
Wie ist das möglich? Sie sind blond.
Und meine Gemahlin ist dunkelhaarig.
Wo habt ihr das Haarpischl her? Meine Herren, wird's sehr wütend sein. Ich bin
wütend, denn diese Haare sind blau. Gib das her, es gehört euch nicht und es
gehört sich nicht.
Das heißt, ich habe mich mit dir gewälzt, du Hure, und du bist krank. Ich
werde meine Manneskraft verlieren. Zeit lebst.
Aber wisst ihr, der ihr alles wisst, der nicht, dass etwas, das man pflückt,
abstirbt und sich hell färbt?
Es geht nicht länger.
Wartet, Herr Kardinal.
Fühlt ihr euch nicht wohl?
Das fragt ihr noch? Ich glaube, die Umstände sprechen eine deutliche
Sprache.
Oh, pardon.
Oh, ich bitte um Vergebung.
Was denn? Ihr seid hier?
Unerhört! Was erlaubt ihr euch?
Ich verstehe etwas von den Fragen der Seelenwanderung sehr.
Aber ich muss euch sagen, ich verspüre in diesem Haus den Gestank teuflischer
Hexerei.
Es stinkt für wahr.
Aber das scheint mir nicht von Hexerei herzurühren.
Holla, Tristan!
Führe diese Herrschaften hinunter in den Park.
Mögen wenigstens meine Hortensien einen Nutzen daraus ziehen.
Untertitelung. BR 2018
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