All language subtitles for The.Story.of.My.Wife.2021

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Original subtitles

NACH MILÁN FÜST "DIE GESCHICHTE MEINER FRAU"

Hätte ich einen Sohn,

wie würde ich ihn wohl auf dieser Welt willkommen heißen?

Vielleicht würde ich ihm einen Abend beschreiben,

sonst nichts.

Einen Abend auf meinem Schiff,

auf diesem schweren, massiven Frachter,

aus dem wütende See jederzeit

eine brüchige Nussschale machen können.

Ich spräche über diese Männerwelt...

die Monotonie der Arbeit,

das einfache Essen,

die seltenen Momente des Deliriums im Hafen...

darüber, wie schön es ist, unter den Sternen zu schlafen.

Ich spräche über die ständige Wachsamkeit,

das Achten auf die kleinste Veränderung der Wellen.

Das Wasser kann leicht tödlich sein, ohne böse Absicht.

Ich spräche über unser Leben...

über unser Versuchen,

das Unkontrollierbare zu kontrollieren.

Herein.

Danke. - Soll ich? - Nein, schon gut.

Hier kommt er, Sir. - Danke, Tommy.

War das Essen nicht in Ordnung?

Ich habe Magenschmerzen, Habib. Schon wieder.

Wenn ich fragen darf: Fühlt es sich wie Blähungen an oder wie ein Stein?

Wie ein Stein, genau.

Und die Zigarre? - Nicht mal die hilft.

Was ist das?

Die Seemannskrankheit? - Ich fürchte ja.

Tut mir wirklich leid, aber nach all den Jahren kein Wunder.

Na und? Du bist doch kerngesund. - Aber ich bin verheiratet.

Na und? - Das hilft.

DIE GESCHICHTE MEINER FRAU

DIE WIRRUNGEN DES JAKOB STÖRR IN SIEBEN LEKTIONEN

Bist du verrückt, mich an so einen noblen Ort zu bestellen?

Setz dich hin und sei leise.

Kodor, spinnst du?

Hey! Was trinkst du?

Ein Glas Milch. Mit meinem Magen stimmt was nicht.

Bestell trotzdem was anderes.

Was Richtiges. Ich will hier keine Szene machen.

Einen Kaffee für ihn.

Sieh nicht rüber und sprich leise.

Mein Partner betrügt mich gerade. - Ich verstehe.

Nein, nicht hinsehen! Sieh mich an.

Tu so, als würdest du dich unterhalten.

Ja? Bla, bla, bla...

In Ordnung. Ich habe beschlossen zu heiraten.

Und wen willst du heiraten? - Keine Ahnung. Eine Frau.

Sie wird mich ohnehin kaum sehen. - So einfach wird das nicht.

Ich heirate die Erste, die reinkommt. - Das ist leicht gesagt.

Sie geben sich die Hand. Offenbar brechen sie auf.

So ein Schwein.

Dem werd ich's heimzahlen.

Dann wollen wir doch mal sehen.

Was?

Also die Erste, die reinkommt? - Ja.

Das war nur so dahergesagt. - Ich wusste, du drückst dich.

Tante Lisa!

Das war knapp. Um Schamhaaresbreite davongekommen.

Du kannst mich mal. - Aber im Ernst...

Die Sache mit dem Heiraten... Hast du keine Angst?

Wovor?

Dass sie dich betrügt zum Beispiel?

Würde es dir nichts ausmachen? - Das gehört dazu.

Hör mal, kannst du mir was leihen? Ich bin gerade knapp bei Kasse.

Danke.

Mach's gut, Jakob. Und danke für den Drink.

ÜBER DIE PRAKTISCHE LÖSUNG EINES PROBLEMS

Verzeihen Sie mir.

Schon gut, aber machen Sie es kurz.

Bitte werden Sie meine Frau.

Das ist mein voller Ernst.

Es wirkt sicher merkwürdig,

dass jemand an Ihren Tisch tritt und...

Erzählen Sie mir etwas über sich. Rasch...

Na gut, ich bin Kapitän zur See.

Ich bin 1,80 Meter groß. - Das sehe ich selbst.

Wann heiraten wir? - Morgen?

In einer Woche. Das klingt realistischer.

Ich meine es ernst. - Seien Sie kein Spielverderber.

Was für ein Kapitän sagten Sie? - Ich sagte noch gar nichts.

Frachter. Massenfrachtgut. Normalerweise.

Ist das interessant?

Kommt auf die Fracht an. Einmal, da...

Ihren Namen, schnell. - Kapitän Jakob Störr.

Lizzy! Meine Schöne!

Ich bin spät dran, verzeihen Sie.

Meine Herren, darf ich Sie vorstellen?

Mr. Ridolfi... Kapitän Jakob...

Störr. - Störr. Mein Verlobter.

Oh, herzlichen Glückwunsch.

Kommt das nicht ein bisschen plötzlich?

Er ist Kapitän zur See.

Wie romantisch. Ein Beruf, der die Herzen der Frauen bricht.

Und haben Sie keine Angst vor ihm? - Nur ein klein wenig.

Darf ich dann also Ihr Trauzeuge sein?

Als Ihr treuester Freund?

Tut mir leid, Liebes.

Sie müssen sich einen anderen suchen.

Haben Sie etwas gegen meine Wenigkeit?

Nein, aber ich glaube nicht,

dass Sie bis dahin wieder auf den Beinen sind.

Lizzy?

Auf Wiedersehen. Bis dann.

Sie sind ganz schön durchtrieben. - Sie auch.

Ich meine...

Wissen Sie was?

Wir lassen uns Essen bringen,

und ich zeig Ihnen Seemannspoker, ja?

Der Fisch ist gut.

Erstaunlich, so was hier in Paris.

Der würde in jede Hafenkneipe passen.

Sie haben nur einen gesunden Appetit.

Ja.

Habe ich etwas Komisches gesagt? - Nein.

Nein, es ist nur...

Ach, egal.

Also...

Seemannspoker?

Es gibt eine ganz besondere Variante.

Möchten Sie die lernen? - Ja, sicher. Wie geht sie?

So spielen wir, wenn Frauen dabei sind.

Na, sagen Sie schon. - Na ja...

Der Verlierer... muss ein Kleidungsstück ablegen.

Ach, das war eine dumme Idee.

So also vertreibt ihr euch an Land die Zeit?

Gut zu wissen.

Lassen wir das.

Versuchen wir es. Ich hab nichts dagegen.

Gut.

Also, Poker geht so... - Ich weiß, wie man pokert.

Großartig.

Was für eine Hochzeitsnacht, das hätte ich nicht gedacht.

Komm schon. Hör auf zu schmollen.

Es war doch deine Idee, oder?

Also, küssen kannst du.

Wie groß ist deine Vergleichsbasis?

Verdirb es nicht.

In vier Monaten bin ich zurück.

Wäre schön, wenn's wirklich klappt.

Ja, das wäre es.

Keine Sorge, ich warte auf dich.

Schön hier.

Hallo.

Hallo, Kapitän.

Ich hab dir was mitgebracht.

Du hast daran gedacht. - Ja, sicher.

Danke.

ÜBER DAS LABYRINTH DES GESELLIGEN LEBENS

Lizzy, endlich!

Hallo! Darf ich euch jemanden vorstellen?

Lizzys Ehemann ist von seinen Reisen zurück und besucht uns endlich.

Guten Abend. - Willkommen.

Also, das sind Madeleine, Paul... - Sehr erfreut.

Henriette, Maurice, Geneviève... Und das ist Jacques.

Oh, verzeih. Pierre. Ihn vergesse ich immer.

Verzeih mir.

Jacques bereist alle Weltmeere.

Wir sind gespannt, was er erzählen wird.

Nicht wahr? Ferne Welten haben mich schon immer fasziniert.

Ich überlasse ihn dir.

Ich... ich... wollte schon immer wissen...

Warum gehen Schiffe nicht unter?

Es ist doch unglaublich.

Es klingt sicher dumm,

aber so ein Schiff besteht aus Stahl,

und dazu noch die vielen Leute und die Fracht.

Manche Schiffe transportieren sogar Steine. Wie geht das?

Ich... Ich versuche, es zu erklären. Es ist ein Gesetz der Physik.

Ich verstehe nichts von Physik.

Hört mal, ich habe ihn etwas vollkommen Idiotisches gefragt...

Warum gehen Schiffe nicht unter?

Nein, das gilt nicht.

Verzeihung, Sir. Kodor ist hier. - Ich esse. Er soll warten.

Jawohl. - Lass mich durch.

Hallo!

Nur zu, iss ruhig weiter.

Ich wollte dich keinesfalls stören.

Ich habe Ware.

Ein bisschen Haschisch. Der Kerl ist klamm. Es ist billig.

Der Kerl bist nicht zufällig du? - Hast du etwa Geschichten gehört?

Vergiss es, mir geht es gut. Mir geht es sogar ausgezeichnet.

Wir können fifty-fifty machen. Ich bin heute großzügig.

Hast du keinen Hunger? - Greif ruhig zu.

Du hast einen verdammt guten Koch.

Guten Tag. - Bitte sehr.

Danke. - Keine Ursache.

Das kam für dich mit der Post.

Vom Polizeipräfekten? - Lass mal sehen.

Ach, das.

Vor einer Woche kam ich

auf dem Heimweg an der Kirche vorbei.

Plötzlich schnappte sich ein Mann meine Tasche und rannte weg.

Mein Gott... - Ja.

Ein grässlicher Kerl mit Narbengesicht.

Es schaudert mich noch, wenn ich nur darüber rede.

Kann ich mir vorstellen. Weißt du was?

Ich gehe zur Polizei und regle das. - Oh nein, nicht nötig.

Wozu sind Ehemänner sonst da?

Im Ernst, Jacques.

Jacques!

Wie konnten Sie bloß um zwei Uhr früh

gegen diesen Baum fahren?

Meinen Sie, mit Ihrem Cabrio können Sie sich alles erlauben?

Sie hätten Ihre Freundin töten können.

Laut Akte waren Sie sturzbetrunken.

Ich verstehe nicht. Meine Frau...

Dieb...

ihre Handtasche...

Paul, können Sie mal kommen? Hier ist ein Typ, der nicht spricht.

Nein, er ist nicht stumm. Er spricht nur Englisch. Danke.

Guten Tag, Sir. Wie kann ich Ihnen helfen?

Können Sie ihm erklären,

dass die Tasche meiner Frau gestohlen wurde?

Und... hier ist die Vorladung.

Sie hat mir erzählt, dass... - Sind Sie... Mr. Ridolfi?

Nein.

Worum geht es bei dieser Vorladung?

Er ist offenbar der Ehemann der Frau.

Verdammt... Der arme Kerl.

Was machen wir jetzt?

Wir müssen es ihm sagen. Das ist fair.

Warten Sie, ich habe etwas für Sie.

Bitte sehr.

Jacques?

Ich war bei der Polizei.

Ich...

Sie konnten die Akte nicht finden.

Was für ein guter Tänzer du bist.

Du steckst voller Überraschungen.

Alles in Ordnung, Männer? - Jawohl, Sir.

Hat Fritzi heute nicht Dienst?

Doch, wir haben die Schicht getauscht.

Er wollte seinen Sohn besuchen.

Der Ehemann ist nicht zu Hause, Sir.

Immer diese Ehemänner...

Heute Nacht wird es stürmisch. - Aha.

Habib, hast du nicht manchmal Heimweh?

Nun ja... - Nach deiner Frau vielleicht?

Du bist doch verheiratet, stimmt's?

Verheiratet? Ja, ich habe eine Frau.

Eine schöne, junge Frau. Zwei sogar!

Zwei? - Und eine alte.

Wir sind zusammen aufgewachsen. Sie ist die beste, die feurigste.

Und was tun sie jetzt?

Drei Frauen ohne Mann. Beunruhigt dich das nicht? - Nein.

Mir kannst du es doch sagen. - Sie sind eingesperrt.

Meine Mutter behält sie im Auge. Meine Mutter lebt noch, sie ist 92.

Bekommen sie keinen Lagerkoller? - Vielleicht...

Aber das ist ihr Problem, nicht meins.

Dedin!

Ich habe Sie Jacques noch nicht vorgestellt.

Lizzys Gatte Jacques. Und unser Dedin.

Endlich lernen wir den alten Seebären kennen.

Ich bin so wenig ein Seebär wie Sie eine Landratte.

Oder?

Was macht der junge Mann beruflich? - Er ist Autor.

Das heißt... Wen meinst du?

Ein Autor...

Außerdem hat er einen reichen Onkel.

Aha, also: ein Schmarotzer.

Du magst ihn nicht, oder?

Ich habe es dir angesehen.

Wär schön, wenn's anders wäre.

Lizzy...

Ich soll deinen Verehrer mögen? - Er ist nicht mein Verehrer.

Du bist übergeschnappt. - Du kannst mir nichts vormachen.

Du bist wie ein brütendes Huhn. Du fieberst regelrecht.

Vergleichst du mich mit einem Huhn?

Ja, genau. Sei froh, dass es nur das ist.

Wie du dich verändert hast.

Du bist so grob geworden.

ÜBER DEN VERLUST DER KONTROLLE

Hör mal, Lizzy, ich...

Im Grunde ist er ja wohl ein ganz netter, junger Mann.

Wir...

Wir könnten ihn mal einladen, wenn du möchtest.

Ich habe eine Stelle angeboten bekommen.

Ich soll für einen alten Freund einspringen, der krank ist.

Auf einem Luxuspassagierdampfer.

Nach Alexandria und zurück. Sehr vornehm.

Weißt du, ich mag diese zerbrechlichen Dinger nicht.

Irgendwie machen sie mir Angst.

Aber...

Soll ich annehmen?

Du kannst mitkommen, wenn du möchtest.

Buongiorno.

Willkommen an Bord der Marietta! - Danke... Sir.

Darf ich fragen, wann Madame eintrifft?

Wir haben die Kapitänskajüte damenhafter hergerichtet.

Also, eigentlich... kommt sie nicht.

Wie schade. Ist alles in Ordnung? - Es geht ihr gut.

Vielleicht beim nächsten Mal. Kommen Sie, ich führe Sie herum.

Kapitän!

Kommen Sie doch zu uns zurück? - Nein, tut mir leid, Tommy.

Ja, wir haben von Ihrer schickeren Stelle gehört.

Es ist eine einmalige Heuer.

Ich habe sie nur wegen meiner Frau angenommen.

Verstehe, Sie nehmen sie mit.

Komm, ich lade dich auf einen Drink ein.

Prima.

Setzen wir uns rein.

Danke.

Dann erzähl mal. Was gibt's Neues? - Da gibt's nicht viel zu erzählen.

Wir laufen übermorgen aus. Der Kapitän ist irgendein Serbe.

Danke.

Ihre Uniform ist wirklich schick, Sir.

Die Marietta. Die ist ein echter Hingucker.

Ich hab sie mir angesehen. Von außen.

Die hätten mich nicht an Bord gelassen.

Irgendwas Neues von Kodor?

Er ist auf und davon. Er ist jetzt ein großes Tier.

Wie kommt's?

Letzten Monat hat der Zoll

eine große Ladung Kokain beschlagnahmt.

Ein dicker Fang.

Sie haben das Zeug im Zolldepot eingeschlossen.

Am nächsten Morgen haben sie alles verbrannt.

Aber am Abend davor hat sich Kodor reingeschlichen

und alles gegen Mehl ausgetauscht.

Soso.

Er macht jetzt in Hamburg ein großes Geschäft.

Verstehe.

Kapitän! Feuer! Es brennt!

Sir, sollen wir die Maschinen stoppen und SOS funken?

Volle Fahrt voraus. Nach Westen. Dahin, wo es regnet.

Wir verbrennen, Sir! Das Deck schwelt schon!

Wir können hier nicht auf ein Rettungsschiff warten.

Aber... - Der Regen löscht den Schwelbrand.

Volle Kraft, habe ich gesagt.

Verzeihung.

Hilfe! Hilfe! - Hey!

Rein mit ihm!

Du bleibst hier!

Lass niemanden raus!

Sollten wir jetzt nicht SOS funken, Sir?

Wir warten.

Es regnet gleich.

Aber... - Aber was?

Sir, das ist ein empfindliches Schiff

mit einem Deck aus Edelholz.

Das hier ist kein Frachter... Sir...

Die Beiboote!

Giuseppe! Tonino! Schnell!

Haltet den Druck!

Danke.

Gefällt es dir nicht? - Ich nehme jetzt ein anderes.

Was ist mit deiner Hand?

Wir hatten ein Feuer an Bord. - Oh.

Warst du in Gefahr?

Taxi!

Sie zittern ja.

Tut mir leid. Kein Taxi zu kriegen.

Mir geht's nicht gut. - Meine Ärmste.

Ich habe ein Auto. Soll ich Sie nach Hause bringen?

Kommen Sie! Sie sind müde. Sie müssen ins Bett.

Danke, das ist nett. - Keine Ursache.

Danke. Nett von Ihnen. - Gern geschehen.

Trinken Sie einen Brandy mit mir? Ich habe einen guten, aus Armenien.

Oh ja, mit dem größten Vergnügen.

Jacques... bitte.

Fahren Sie, Maurice.

Da lang? - Ja.

Ich schaue kurz nach meiner Frau. - Ja.

Hier, deine Tabletten.

Ich bringe dich ins Bett, ja?

Was ist, mein Schatz?

Bitte nicht.

Nein.

Nicht.

Hör auf! Lass das!

Bitte...

Bitte! Hör auf!

Also...

Sie haben ein schönes Auto. - Danke.

Es gehört mir nicht wirklich.

Mein Onkel leiht es mir gelegentlich.

Was machen Sie beruflich?

Nichts.

Na ja...

Das ist zumindest ehrlich.

Und wovon leben Sie? - Das ist wahrhaftig ein Rätsel.

Also... Ein Rätsel...

Lassen Sie mich Ihnen einen Rat geben,

da wir ja gerade über Finanzielles reden.

Wieso?

Was wissen Sie über mein Leben? Und was geht Sie das eigentlich an?

Reden wir nicht um den heißen Brei herum.

Nur zu.

Ich weiß genau,

wie sehr Sie der Unfall schockiert haben muss.

Auch wenn Sie nicht darüber reden.

Jeder weiß,

welchen Mut es erfordert hat, dieses Schiff zu retten.

Aber...

Woher wissen Sie davon? - Ich habe Beziehungen zur Marine.

Lord Cunningdale hat mir davon erzählt.

Er hält große Stücke auf Sie.

Sie kennen ihn? Wirklich?

Darf ich?

Danke.

Einen Moment. Ich habe Ihnen doch einen Drink versprochen.

Trinken wir einen Schluck? - Ja, sicher.

Dass Sie allein damit fertig wurden, hat Ihr Können bewiesen.

Diese Seenotretter sind Blutsauger.

Zu Recht, wenn man's genau bedenkt.

Sie beschäftigen ja nur die Besten.

Und sie sind da, wo es gefährlich ist.

Danke.

Schon mal daran gedacht, für die zu arbeiten?

Für einen dieser Rettungsdienste? - Warum?

Grandiose Idee.

Sie haben völlig recht.

Wie sind Sie darauf gekommen? - Wieso nicht?

Dafür braucht man Mut, Erfahrung

und die Fähigkeit, schnell zu entscheiden.

Sie sind wie geschaffen dafür.

Schon mal überlegt, nach Hamburg zu ziehen?

Warum gerade Hamburg?

Dort blühen die Geschäfte. Das hört man allenthalben.

Stimmt, das habe ich auch gehört.

Aber dorthin ziehen? - Warum nicht?

Stimmt.

Wissen Sie was? Sie haben ganz recht.

Mich hält hier nichts. Ich danke Ihnen für diese Idee.

So viel Geschäftssinn hätte ich Ihnen nicht zugetraut.

Aber nur, wenn es um andere geht.

Für mich selbst gelingt es mir nicht so gut,

wie Sie richtig bemerkt haben.

Ich... Ich wollte nicht...

Es ist mir eine Freude,

einem wahren Helden dienlich zu sein.

Dem Herrscher der Meere.

Ich hoffe, Sie haben sich gut amüsiert.

Also dann.

Gute Nacht.

Kapitän! Sind Sie es wirklich?

Wie geht es Ihnen? - Unglaublich. Ohne Uniform wirken Sie so fremd.

Sie sind sicher die Frau des Kapitäns.

Das muss aufregend sein.

Grete Winterhalter. - Angenehm.

Ich bin gleich zurück.

Ist sie nicht süß?

Ja, sicher. Das ist sie.

Sie hat mir vom Feuer und dem ganzen Rest erzählt.

Ich bin beeindruckt.

Sagen Sie Bescheid,

wenn Sie abends spät heimkommen wollen.

Dann gebe ich Ihnen

einen Zweitschlüssel für die Haustür.

Das ist der Wohnungsschlüssel.

Willkommen.

Was meinst du? Können wir die Möbel austauschen?

Bist du nicht müde? - Nein.

Möchtest du noch eine Geschichte hören?

Ja, bitte.

Es war einmal ein junger Mann.

Er fuhr zur See, seit er 16 war.

Immer wieder war er monatelang auf seinem Schiff gefangen.

Wie alle jungen Männer sehnte er sich nach Glück.

Er wusste nur nicht, wie er es finden sollte.

Denn sein Leben hielt bisher etwas ganz anderes für ihn bereit.

Pflichten und harte Arbeit.

Eines Tages ankerte sein Schiff vor einer Insel,

der Insel Java.

Am Abend streifte der junge Mann zwischen den kleinen Hütten umher,

in der kalten Nacht, ganz allein unter all den Menschen,

die sangen und lachten...

oder in ihren Hütten einfach nur im Kerzenschein plauderten.

Und er dachte...

er sei auf der Insel der Glückseligen.

Nur zu gern hätte er sich in einer Hütte in die Ecke gehockt.

Er sehnte sich so sehr danach, dazuzugehören...

dass sein Herz beinahe vor Sehnsucht zersprang.

Aber...

er betrat keine der Hütten.

Und am nächsten Tag fuhr er davon.

Warum erzählst du mir keine Geschichte?

Ich bin keine gute Erzählerin.

Na los.

Nur eine, bitte.

Weißt du,

die Seenotrettung ist eine gute Arbeit.

Ich werde oft fort sein, aber...

Sag mir die Wahrheit.

Was gefällt dir daran, mit mir zu leben?

Gott ist mein Zeuge,

ich lebe sehr gern mit dir zusammen.

Dieses Mädchen... Sie ist so hübsch.

Warum heiratest du nicht sie? - Lass den Unsinn.

Von ihr hast du nichts zu befürchten.

Junge Dinger interessieren mich nicht.

Fass mich nicht an.

Lass den Unsinn. Da ist nichts zwischen mir und ihr.

Meine Güte... Merkst du nicht, dass ich nicht eifersüchtig bin?

Was ist in dich gefahren?

Ist es dieser junge Mann? Dieser Dedin?

Glaub mir, er ist ein Schuft.

Er wollte uns loswerden, nach Hamburg.

Nur, damit du Bescheid weißt.

Er liebt dich nicht.

Und...

Ist es nicht besser, mit dem zu leben, der dich liebt?

Du denkst, ich liebe dich nicht.

Trotzdem willst du mich behalten.

Was für ein Mann bist du nur?

Fließt in deinen Adern überhaupt Blut?

Weißt du was?

Du hast recht.

Ich weiß nicht, warum ich bei dir bleibe.

Selbst wenn ich meinen Dickkopf gegen die Wand schlagen würde,

wüsste ich nicht, warum ich diese Demütigung ertrage.

Vielleicht liebt diese Kleine mich.

Das versuche ich, dir zu sagen. - Sei still. Kein Wort.

Ein bisschen spät für einen Abendspaziergang, oder?

Wie? - Ich schließe in sieben Minuten ab.

Ich mag nachts nicht geweckt werden. - In Ordnung.

Schon gut, Mr...

Herr Blume? - Leopold Blume.

Übrigens, Sie können wählen: Vollpension oder nur Mittagstisch.

Das haben Sie bisher noch nicht gesagt.

Mittagstisch reicht.

Sind Sie sicher?

Lassen wir uns scheiden.

Das willst du doch, oder?

Darf ich etwas sagen?

Bitte, nur zu.

Du bist ein Narr. Verstehst du?

Sei nicht böse auf mich.

Du bist so ungeschickt.

Komm her.

Hör auf, mich zum Narren zu halten. - Warum?

So empfängt man doch den Helden am heimischen Kamin.

Am Kamin?

Im Frühling?

Lass das doch... Die Rolle des Liebhabers steht dir nicht.

Oh, und warum nicht?

Jetzt bist du bereit.

Du siehst gut aus.

Schau mal in den Spiegel.

Nein, ich sehe nicht in den Spiegel.

Also, sag schon...

Warum findest du mich ungeeignet für die Rolle des Liebhabers?

Nun ja...

Verhält sich ein Liebhaber so? - Wieso?

Wie verhält er sich denn?

Dreist. - Und wie bin ich?

Du bist aufrichtig. - Sag das nicht.

Soll ich lieber ein Schuft sein?

Ein klein wenig vielleicht...

Du musst nicht immer so männlich sein.

Mit vollem Dampf voraus!

Ich soll also nicht männlich sein. Schön.

Wie soll ich dann sein?

Woher soll ich das wissen?

Als wärst du hinter jedem Rock her.

Verstehst du?

Erwarte nicht, dass dir das Leben entgegenkommt.

Du musst dem Leben entgegenkommen,

sonst bestraft es dich.

Mit diesem guten Rat kannst du jetzt ein bisschen flirten gehen.

Aber nicht zu viel.

ÜBER DIE MACHT DER SINNLICHKEIT

Was tue ich hier nur?

Bin ich vollkommen verrückt geworden?

Ich kenne in der Nähe ein nettes, kleines Hotel.

Was denn?

Sieh mir in die Augen.

Liebst du mich wirklich? - Ich bete dich an.

Du liebst mich nicht.

He! Grete!

Sei nicht albern.

Wo gehst du hin?

Wenigstens lügst du nicht.

Aber mir bedeutet das sehr viel. - Mir doch auch.

Hör zu, du wartest hier.

Ich muss geschäftlich in dieses Hotel.

Es dauert nicht lang.

Ich liebe dich.

Ich mache das nicht. Im Traum nicht! - Danke!

Wo hast du so lange gesteckt? Du solltest dich doch beeilen.

Jetzt ist es zu spät.

Was meinst du damit? - Wie? Was ich damit meine?

Was dachtest du denn?

Meinst du, ganz Hamburg wartet auf dich?

Die Stelle ist vergeben. - Verstehe.

Und was soll überhaupt dieses schicke Jackett?

Wieso siehst du so selbstzufrieden aus?

Wegen der Frauen, mein Alter.

Wegen der Frauen.

Das kennst du doch. - Ja, sicher.

Die Frauen...

Schon gut, so was kommt vor.

Wir lassen uns was einfallen, kein Problem.

Nun aber raus mit dir, ich hab zu tun.

Gib mir die Nummer.

Hallo. Hast du die Dokumente angesehen?

Ich will keine Zeit vergeuden.

Oh Gott!

Es tut mir so leid!

Hast du deine Geschäfte erledigt? - Ja.

Lass uns irgendwo ins Trockene gehen.

Sei nicht dumm, so mein ich das nicht...

Ich muss heim, die Eltern sorgen sich.

Wann sehe ich dich?

Morgen um 10 Uhr? - 10 Uhr? Ich kann es kaum erwarten.

Es tut mir so leid.

Was für eine schreckliche Stadt.

Warum schrecklich?

Ich fürchte, hier finde ich den Tod.

Ich muss in die Stadt.

Um 10 Uhr treffe ich Kodor.

Ja, sicher. Wenn du los musst...

Obwohl ich mich frage:

Warum eigentlich? Er spuckt nur große Töne.

Zum Teufel mit Kodor.

Ich bleib bei dir.

Na schön...

Wenn du meinst.

Hör dir das an.

Zwei Cousinen, alte Jungfern,

lebten zusammen in einer kleinen Stadt.

Die jüngere war der älteren überdrüssig.

Sie war verliebt...

und die ältere Cousine drangsalierte sie.

Also vergiftete sie sie. Mit Nikotin.

Kann man wirklich jemanden so einfach mit Nikotin umbringen?

Ja, ganz einfach.

Die Ärmste.

Hässliche Geschichte. - Überleg mal...

Niemand wäre je dahintergekommen,

aber die dumme Gans hat's ausgeplaudert.

Um wen geht's?

Was meinst du? Hast du nicht zugehört?

Du hast eine interessante Sicht der Dinge, meinst du nicht?

Wieso? Sie hätte ihr Leben genießen können.

In Freiheit.

Lizzy, du redest über...

Nein, du willst einfach nicht verstehen.

Weißt du was?

Ich treffe mich doch mit Kodor.

Was ist passiert? - Mein Fuß.

Ich habe einen schlimmen Krampf.

Zeig her.

Du lebst also!

Ich hatte einen schlimmen Traum von dir.

Ich saß am Fenster und weinte um dich.

Als ich kam, standen die Leute um einen Toten,

und du warst nicht da.

Du meine Güte, es tut mir so leid.

Letzte Nacht...

als ich von dem Traum aufwachte, saß ich nur da

und konnte nicht mehr einschlafen.

Ich habe nachgedacht.

Wenn du immer noch willst, gehe ich mit dir in ein Hotel.

Nicht.

Ich liebe dich so sehr.

Aber du...

Du hast recht.

Mir ist gerade klar geworden, wie herzlos ich geworden bin.

Ich war nicht immer so.

Es ist nur...

Sag...

Willst du meine Frau werden?

Ja.

Ja, ich will.

Meinst du es wirklich ernst? - Glaub mir,

ich würde lieber sterben, als so weiterzuleben.

Nimm mich zur Frau.

Aber richtig. Heirate mich.

Ich werde dir eine gute Ehefrau sein.

Warum bist du verstimmt? - Wieso sollte ich?

Ich bin nicht böse.

Es ist nicht meine Art, auf jemanden böse zu werden.

Ich bin kein französisches Flittchen.

Sieh mal, offensichtlich bist du wegen meiner Frau böse auf mich.

Das ist nicht fair.

Außerdem...

Was kümmert sie uns?

Ich bin bald geschieden. Das habe ich dir doch gesagt.

Eine Scheidung...

ist nie einfach.

Schon gar nicht in so einem Fall. - In welchem?

Du wirst dich nie von ihr trennen. Egal wie sehr ich dich liebe.

Weißt du, warum?

So bist du nicht. Du bist wie ich.

Dein Herz ist treu.

Wir müssen zu einer Party.

Ich schließe ein tolles Geschäft.

Die denken noch, ich täte ihnen einen Gefallen. Ist das zu fassen?

Na, komm. Spuck's aus.

Was ist los mit dir? Du bist kaum wiederzuerkennen.

Wie meinst du das?

Wann?

Na, damals... - Tatsächlich...

Du hast die erste Frau geheiratet... - Ja.

Wieso hast du nie etwas gesagt?

Du hast mehr Mumm, als ich dachte.

Und jetzt zum Geschäft.

Hilf mir, dann mache ich dich reich.

Da, nimm. Du musst heute nach was aussehen.

Sehen Sie ihn sich an!

Mein ältester Freund, ein echter Seekapitän.

Er trinkt so ein Glas in einem Zug.

Sehen Sie nur!

Hat er keinen Adamsapfel? - Keine Seele?

Ich will Sie verführen.

Mr. Kodor...

Könnten Sie uns vielleicht

noch einmal die Konditionen erläutern?

Bitte denken Sie an die Damen.

Reden wir nicht über Geschäfte.

Ich meine doch nur... - Meine Herren!

Verderben wir nicht

den schönen Abend mit Geschäften.

Wir sind uns doch in allem einig, oder?

Es gibt noch einige Punkte... - Bitte.

Meine Herren, ich trinke auf den Erfolg unseres Konsortiums.

Salute!

Also...

unterschreib da und da.

Dann sind wir fertig.

Ich hab ja gesagt, ich mach dich reich.

Kodor & Sons, Erdöl-Konsortium.

Ich wusste nicht, dass du Söhne hast.

Keine, von denen ich wüsste.

Aber es klingt edler, findest du nicht auch?

Worum geht's da eigentlich?

Worum es geht? Was kümmert dich das?

Du bestätigst nur,

dass es keine Einwände gegen das Geschäft gab.

Du weißt doch, ich will diese Leute reinlegen.

Nur ein bisschen.

Aber gehen sie dann nicht bankrott?

Und wenn schon? Was für ein Theater...

Warum zierst du dich wie eine Jungfrau?

Sag, wenn du nicht unterschreiben willst.

Schon gut.

Bravo.

ÜBER DIE JAGD NACH DER WAHRHEIT

Sagen Sie mir,

glauben Sie ernsthaft an eine höhere Intelligenz?

Eine höhere...

Wovon reden Sie? - Aber...

Glauben Sie nicht an die Sterne, an eine kosmische Ordnung?

Warum faseln Typen wie Sie immer von den Sternen?

Warum nicht von einer Karotte? - Einer Karotte?

Sie ist ein ebensolches Naturwunder wie ein Stern.

Bonjour!

Du bist süß, wenn du betrunken bist.

Wie auch immer...

Bei Kodor habe ich zwei Millionenerbinnen getroffen.

Die eine war wie eine Sahneschnitte.

Und die andere hatte eine Taille wie eine Violine.

Du bist so ein Poet.

Und alle beide...

das schwöre ich dir, haben mir einen Antrag gemacht.

Aber wie soll ich beide gleichzeitig heiraten?

Hast du nicht gesagt, dass du schon eine Frau hast? - Natürlich.

Es war ihnen egal.

Wie merkwürdig.

Mir hat gestern auch jemand einen Antrag gemacht.

Würdest du mich gehen lassen?

Sir, wenn ich für Sie Beweise für eine Scheidung beschaffen soll,

wenn ich sie in flagranti ertappen soll,

ist mein Honorar deutlich höher,

als bei der Erstellung einer bloßen Liste,

wo, mit wem und wie oft Madame es treibt.

Also...

wenn Sie auch intime Details brauchen

über Stellungen,

Hilfsmittel beim Verkehr... - Ja, aber...

Ich bin nicht mal sicher, ob es Verkehr gibt.

Wollen Sie es wirklich wissen?

Manchmal ist's besser, nichts zu wissen.

Ich will nur wissen, was sie so macht.

Ich sage Ihnen mal was.

Ich mache das seit 30 Jahren.

Frauen zu verfolgen hat mir Plattfüße und Rheuma eingebracht.

Kaum zu glauben, zu was die fähig sind.

Nach meiner Erfahrung, guter Mann,

gibt es keine unschuldigen Frauen.

Jacques?

Ja? - Machst du mir den Knopf zu?

Sag mir ganz offen: Wer hat dir den Antrag gemacht?

Was bist du nur für ein Esel...

Ich fasse es nicht. Hast du das ernst genommen?

Hey! Hallo, Liebling.

Habe ich dir gesagt,

dass ich heute Abend nach Brügge fahre?

Ja.

Kodor hat es endlich geschafft.

Ich bin für zwei Tage weg...

Bis übermorgen. Tschüss!

Bist du nicht gefahren?

Die Sache wurde abgesagt.

Was ist das?

Nein, geh nicht. - Warum nicht? - Lass mich nicht allein.

Wissen Sie, wer bei uns geklopft hat?

Haben Sie ihn gesehen?

Ja.

Und? - Ich war das.

Und warum, wenn ich fragen darf?

Sie haben noch den Haustürschlüssel.

Ja.

Stimmt.

Warum brauchen Sie den Schlüssel am frühen Morgen?

Es ist Freitag. - Na und?

Ich muss zum Markt.

Ich bin spät dran.

Diese Diebe knöpfen mir sonst für alles das Doppelte ab.

Was ist das hier?

Was hast du in deinen Taschen? - Was meinst du?

Das.

Ach das...

Rate doch mal.

Es ist...

ein bisschen Kokain.

Wofür brauchst du Kokain?

Meine Güte, ich brauch auch was,

um mein Leben erträglicher zu machen.

Es ist Mehl. Ehrlich.

Ich wollte es ausstreuen und sehen,

wer in unser Bett steigt, wenn ich fort bin.

Höchst sonderbar.

Es sieht ganz danach aus, dass Ihre Frau Ihnen treu ist.

Eine charmante Person. Ich kann Sie nur beglückwünschen.

Ich kann noch einen Monat weitermachen,

für den halben Preis.

Manchmal sind Liebhaber länger fort.

Schreiben Sie die Rechnung, das war's.

Die sind aber schön.

Bitte sehr. - Merci.

Du wirst noch ein echter Gentleman.

Es ist das erste Mal, dass du mir Blumen schenkst.

Ich stell sie ins Wasser.

Wie schön.

Geht es dir gut?

Du bist bleich wie der Tod.

Kapitän!

Was für eine Ehre! Ihr Ruf eilt Ihnen voraus.

Eine Zigarre? - Danke, nein.

Genug geplaudert. Wie kann ich Ihnen helfen?

Ich komme gleich zur Sache.

Ich brauche Arbeit.

Wieso denn das?

Aber sicher. Es ist eine Ehre, dass Sie zu uns gekommen sind.

Die Yasmina läuft mit englischem Tuch

in Richtung Kapstadt aus.

Der Kapitän kriegt ein anderes Schiff,

und Sie seins.

Nein, die Sache ist die...

Ich brauche eine Stelle an Land.

Oh, ich verstehe. Das tut mir aufrichtig leid.

Ein Krankheitsfall in der Familie? - Etwas in der Art.

Fred?

Kommen Sie bitte mit, Sir.

Immer noch am Arbeiten?

Du meine Güte, du solltest deine Augen sehen.

Wieso? Wie sehen sie denn aus?

Sie sind so...

leblos.

Bist du böse auf mich?

Ich habe heute wirklich auf den Putz gehauen.

Ich habe Champagner getrunken.

Und Portwein, wenn du's genau wissen willst.

Ich habe einen Schwips.

Weißt du, wie gut Zigarettenrauch und Schokolade zusammen schmecken?

Ich habe das heute Abend von einem jungen Mann gelernt.

Möchtest du kosten?

Ich habe dir eine aufgehoben.

Zusammen.

Ich lasse sie hier.

Ich gehe ins Bett.

Kommst du auch?

Du arbeitest heute aber früh.

Wofür ist das? - Wie wofür?

Richtig, ich habe gefragt, wofür du Geld brauchst.

Ich esse heute in der Stadt zu Mittag.

Ich habe nun einmal Ausgaben.

Warum isst du nicht zu Hause?

Wir zahlen für unser Mittagessen. - Das ist natürlich ein Aspekt.

Das Geld fließt gerade nicht in Strömen,

falls du es noch nicht bemerkt hast.

Tja...

wenn du das sagst.

Huch.

Hast du dich ausgetobt?

Erbärmlich...

Der Speiseplan für nächste Woche.

Wenn Sie etwas nicht mögen, kann ich es vielleicht ändern.

Sehr schön, danke.

Nein, ich lese vor. Ich habe nur den.

Dann komme ich später runter. Im Moment...

Eigentlich komme ich nicht wegen des Speiseplans,

sondern um etwas in Bezug auf die Karotten zu klären.

Was? - Die...

Die unsterbliche Seele einer Karotte.

Oder einer Gurke. Oder einer Pfeife.

Aber das wissen Sie ja besser als ich.

Meine Frau fühlt sich nicht wohl. - Warum haben Sie das nicht gesagt?

Ist da vielleicht was Kleines unterwegs?

Nein, verdammt!

Schon fertig? Sie sind immer überpünktlich.

Was ist mit diesen Akten geschehen? - Tut mir leid.

Keine Sorge, es ist alles lesbar,

und wie ich Sie kenne, ist sicher alles korrekt, wie immer.

Schön, Ihr Gehalt kommt nächste Woche.

Die Sache ist die...

Könnte ich es heute bekommen?

Ich fürchte nein. Kommen Sie in drei Tagen wieder.

Hoffentlich bekommen Sie keine Lungenentzündung.

Danke.

Das, was Sie mir erzählt haben...

Wie denken Sie jetzt darüber?

Es ist erbärmlich.

Wieso? - Wieso?

Nicht mal ertränken kann ich mich.

Der war gut.

Nein, im Ernst, sagen Sie es!

Sagen Sie es mir.

Warum bekomme ich

mein erbärmliches Leben nicht in den Griff?

Nun ja, wem gelingt das schon?

Anscheinend fast allen.

Haben Sie mal ein Ferkel gesehen?

Was? - Ein sanftes, kleines Geschöpf.

Es quiekt, wenn Fremde es packen, die es aufessen wollen.

Mehr oder weniger ist das unser Los auf Erden.

Ob wir quieken oder nicht, spielt keine Rolle.

Glauben Sie mir, diese Welt ist nichts für uns.

Sie ist nicht für unsere Seelen geschaffen.

Sie ist nicht ihr Zuhause.

Seien Sie also nicht überrascht.

Ist Ihnen klar, welches Glück Sie haben?

Sie können einfach aufstehen

und das ganze Elend hinter sich lassen.

Das geht nur nicht. Na und?

Sie haben ja recht, aber... - Wenn ich an Ihrer Stelle wäre,

ich würde es tun.

Ich stelle mir vor...

Ich bin schon tot. Aber bevor ich sterbe,

schöpfe ich noch ein letztes Mal Kraft

und verschwinde.

Ich bekomme eine kurze Galgenfrist.

Irgendwo.

Ein Fremder an unbekannten Gestaden.

Und...

Geht es im Leben nicht genau darum?

Eine Galgenfrist nach der anderen zu bekommen?

ÜBER DAS LOSLASSEN

Jacques!

Hallo, mein großer Kapitän.

Komm mit, ich bin auf dem Weg zu einer Punschparty.

Warum nicht...

Wie wär's mit einem Abend in der Stadt?

Gute Idee!

Ich kann heute Abend nicht kommen.

Bitte entschuldige mich. Sag, ich hätte mich erkältet.

Rat mal, ich habe jemanden getroffen.

Er...

Er sieht gut aus. Er sieht sogar richtig gut aus.

Er hat blaue Augen, blondes Haar, breite Schultern.

Er hat das gewisse Etwas.

Wir sehen uns morgen.

Jacques?

Madam?

Madam, darf ich Sie begleiten?

Ich biete Ihnen nur meine Gesellschaft an.

Kurz und flüchtig.

Die Leute begegnen einander heute in Tanzsälen.

Dann versuchen Sie dort ihr Glück. - Bitte seien Sie nicht so herzlos.

Schon bald bin ich für immer fort, ich fahre ans Ende der Welt.

Ich bin Seemann, der Kapitän eines Schiffs.

Sind Sie wirklich Kapitän?

Sie sehen nicht so aus.

Ich sehe nicht so aus?

Vielleicht war ich zu lange hier.

Wüssten Sie, was ich hinter mir habe.

Was denn?

Erzählen Sie es mir. Das interessiert mich wirklich.

Mein Herz findet keine Ruhe, Madam. Es ist gebrochen.

Sie vergessen eins, mein Herr. - Was denn?

Ich habe einen Ehemann, den ich sehr liebe.

Sie lieben Ihren Mann?

Was ist daran so verwunderlich?

Du meine Güte...

Was für ein Ehemann mag er sein? - Was für ein...

Er ist sehr nett.

Aber was noch wichtiger ist: Er ist ein aufrichtiger Mann.

Verdammt! Ein Ehemann ohne jeden Makel.

Nun, einen Fehler hat er.

Und welchen? - Er macht sich zu viele Sorgen.

Sie zum Beispiel....

Sind Sie ihm treu?

Was für eine alberne Frage.

Auf charmante Weise dumm.

Natürlich bin ich ihm treu.

Wussten Sie das nicht, lieber Kapitän?

Sofern Sie denn wirklich Kapitän sind.

Nun ja...

Dann...

Na komm, du großer Dummkopf.

Du wolltest mit mir irgendwo hingehen.

Meine Finger werden kalt.

Vorsicht.

Du hast mir nie den Hof gemacht.

Dir den Hof gemacht?

Ja.

Den Hof zu machen gehört dazu.

Ich hätte mein Leben für dich gegeben.

Ich habe dich so sehr geliebt.

Und das ist jetzt vorbei?

Ja, das ist jetzt vorbei.

Wie schade.

Ja.

Schade.

Vielleicht aber auch nicht.

Vielleicht war es einfach zu viel.

Tja...

Du hast Fieber.

Deine Stirn glüht.

Werd gesund. Bitte, werd gesund.

Ich werde ganz brav sein.

Was für ein Tag ist heute? - Mittwoch.

Dann war ich nur zwei Tage krank.

Es kam mir länger vor. - Das war es auch.

Es ist schon April, mein Schatz.

Wie blass du bist.

Wovon haben wir gelebt? - Ich habe Schmuck verkauft.

Das war schwer, oder? - Ja, schwer.

Aber auch schön.

Das hier kam vor einer Weile.

Was ist das?

Die verdammten Öl-Aktien von Kodor.

Vielleicht machen sie uns eines Tages reich.

Wonach riecht das?

Nach Melone?

Nein, Leinsamenöl.

Ja, richtig.

Verstehen Sie etwas von Pflanzenölen, mein Herr?

In der Tat. - Aha, wer hätte das gedacht?

Woher stammen Sie?

Aus einem kleinen Dorf bei Arnheim.

Aber das ist lang her.

Sehr lange. - Interessant.

Meine Großmutter stammt von dort! Welches Dorf ist es?

Rijjsen.

Und ich dachte, Sie seien Flame. - Nein, bestimmt nicht.

Ich war auch seit 30 Jahren nicht mehr zu Hause.

Vor meinem Tod werde ich wohl keinen leckeren Hutspot mehr essen.

Und Fleischbällchen. - Fleischbällchen, ja.

Mit einer Prise Zimt aus Ceylon. Oder Curry.

Aber zur Sache.

Ich brauche dauerhaft jemanden auf der Ostindien-Linie,

nicht nur für kurze Zeit.

Genau so etwas suche ich. - Gut.

Es geht um die Yasmina, sie liegt in Cuxhaven.

Sie laufen nächste Woche aus, ist das in Ordnung?

Ich möchte meine Frau mitnehmen.

Ihre Frau?

Sind Sie etwa frisch verheiratet? - Nicht wirklich.

Verbringen Sie so gern Zeit mit Ihrer Frau?

Ja.

Kommt nicht so häufig vor.

Ich schenke glücklichen Menschen mehr Vertrauen.

Also, nächste Woche brechen Sie auf nach Java.

Mit Ihrer Frau.

Lizzy?

Dedin!

Nanu?

Kodor und ich sitzen da drüben. Wollen Sie nicht zu ihm kommen?

Zum Teufel mit ihm. - Kommen Sie.

Sonst wird er böse auf mich. - Warum nicht...

Welche Überraschung.

Giacomo höchstpersönlich.

Warum isst du so allein?

Hast du dich vielleicht scheiden lassen?

Ich bin...

Ja, genau.

Das müssen wir feiern.

Wir fahren für einen Seemannslohn

Über die salzige See

Wir nehmen niemals Frauen mit

Über die so salzige See

Über die salzige See

Und seien wir auch gut oder schlecht gestimmt

Auf der salzigen See

Wir werden getrieben durch den Wind

Über die so salzige See

Über die salzige See

Und gehen zum Saufen wir an Land

Jenseits der salzigen See

Dann zapft man dort Bier so bitter wie Galle

Jenseits der so salzigen See

Jenseits der salzigen See

Und wenn wir dereinst vergangen sind

Jenseits der salzigen See

Sehr schön.

Wirklich sehr männlich.

Schade, dass deine Frau es nicht hören konnte.

Was sie wohl gerade macht?

Bon voyage!

Wer waren diese Leute?

Keine Ahnung. - Saß meine Frau in dem Auto?

Natürlich. Ich... ich...

Wohin? - Hauptbahnhof.

Kapitän.

Guten Morgen.

Gib mir bitte die Aktien.

Welche Aktien? - Die Öl-Aktien, was sonst?

Lass uns deshalb keine Szene machen.

Eine Sache brauche ich noch.

Hier, ich diktiere.

Mit Hilfe meines Liebhabers

habe ich dir diese Aktien gestohlen.

Ich bedaure, zugeben zu müssen,

dass ich unehrenhaft gelebt habe.

Und jetzt unterschreib.

Verzeih mir.

Ich brauche das für die Scheidung.

Denn Unterhalt zahle ich nicht.

7 JAHRE SPÄTER

Hätte ich einen Sohn,

wie würde ich ihn wohl in die Welt ziehen lassen?

Ich würde ihm nur diesen Morgen beschreiben,

sonst nichts.

Das sollte reichen.

Rat kann man sowieso nicht geben.

Ich spräche über die Unbeständigkeit,

dass das Leben ein Spiel voller Veränderungen ist.

Dass es vergeblich ist, eine Bedeutung zu suchen:

einen sinnvollen Plan oder ein höheres Ziel, die gibt es nicht.

Und wie das Licht an uns vorübergleitet,

so entgleitet auch das Leben in uns.

Was sollte ich meinem Sohn also sagen?

Dass er sich mit dem ewigen Ablauf versöhnen

und ihn zu schätzen lernen soll.

Und sich ihm nicht mit aller Kraft widersetzen darf,

wie ich es einst tat.

Dann wird er so, wie Gott ihn erdacht hat.

Wer sein Leben mit Leichtigkeit gelebt hat,

kann auch leicht davon Abschied nehmen.

Hallo? - Guten Morgen, Madam.

Ich bin ein alter Bekannter. - Sie, der Kapitän?

Wie schön, Ihre Stimme zu hören. Ich habe sie gleich erkannt.

Erinnern Sie sich noch an den Abend,

als wir uns kennenlernten?

Ich weiß sogar noch, was wir tranken.

Ich wollte eigentlich... - Und Lizzy...

Die Arme, wie bezaubernd sie war.

So entzückend, so zart!

Denken Sie noch an die arme Kleine?

Warum nennen Sie sie immer "die Arme"?

Schon zweimal, ich verstehe das nicht.

Ihr schien es nicht schlecht zu gehen,

ich habe sie heute in der Stadt gesehen.

Sie wirkt kein bisschen älter. - Aber...

Entschuldigen Sie...

von wem sprechen Sie?

Was meinen Sie, von wem? - Ich verstehe nicht...

Eigenartig, sie in diesem schwarzen Mantel zu sehen.

Diesen geraden Schnitt sieht man heutzutage nicht mehr, aber...

sie sah noch so aus wie immer.

War der Mantel am Hals hochgeschlossen?

Ja, er war zugeknöpft.

Und mit Pelz besetzt?

Ja, genau. Mit hellem Pelz.

Oh Gott, dann war sie es gewiss.

Denn ich habe ihr diesen Mantel aus Paris geschickt,

kurz vor ihrem Tod.

Wie bitte? - Wussten Sie das denn nicht?

Wieso wussten Sie nicht, dass das liebe Kind gestorben ist?

Schon vor sechs Jahren.

Aber das ist doch wunderbar, Sie glücklicher Mann.

Was für einen strahlenden Gast hatten Sie heute!

Und welch wunderbare Gefährtin war damals an Ihrer Seite.

Sie ist Ihnen heute erschienen.

Sie hat Sie doch so sehr geliebt.

DIE GESCHICHTE MEINER FRAU

NACH DEM ROMAN VON MILÁN FÜST

Übersetzung: Ursula Bachhausen

Untertitel: alias film und sprachtransfer

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