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Oje, die Unterhosen von meinem Mann.
Was jetzt?
Da können Sie sich ja ein paar heiße Höschen draus machen.
So, das hätten wir.
Der Ausguss ist wieder sauber.
Die Überstunde muss ich aber mitberechnen.
Die Überstunde? Wirklich?
Hoffentlich waren Sie mit unserem Service zufrieden.
Ja, ja.
Der Herr Meister schickt Ihnen dann die Rechnung zu.
Sie können die ja auch selber bringen, dann spart er die Briefmarke.
In Deutschland wurden im Jahre 1960 47.000 Ehen geschieden.
1970 waren es bereits 75.000.
Wie ist dieser rapide Anstieg zu erklären?
Was meinen Sie, weswegen sich heutzutage so viele Leute scheiden lassen?
Ja, meine, die werden schon ihre Gründe haben.
Ja, da sind bloß die Gastarbeiter schuld. Ja, die Spaghetti-Fresser.
Lauter Geschwirl. Sogar Amseln so ins Fressen. Ja, die verstehen eben was von
Fegeln.
Was halten Sie von der heutigen Scheidungswelle?
Gar nichts, weil ich nichts verstehe davon.
Verzeihen Sie eine Frage. Was meinen Sie, warum sich heutzutage so viele
Leute scheiden lassen?
Warum? Na ja, ich meine die wirtschaftliche Lage. Ja, das liegt an
der Hass der Zeit und an dem, dass so viele Menschen immer nur mehr Geld haben
wollen. Ach, du lieber Gott.
So viel Gründe, da müsste ich mir eine halbe Stunde lang aufhalten, um Ihnen
das alles zu erzählen. Also Sie nicht mehr verstehen.
Bitte, Jung.
Und viel zu dumm. Weil sie zu früh heiraten wahrscheinlich.
Die Zeit, wo sie sich kennengelernt haben, die war vielleicht nicht lang
genug. Weil sie mit Überlegtheit heiraten, nicht verheiraten, meine Liebe
dauert ewig, man muss eben zusammenpassen.
Wenn man schlecht verheiratet ist, dann ist es besser, man lässt sich scheiden.
Ich bin auch geschieden, war neun Jahre verheiratet. Ein gebrochener Krug kann
man nicht mehr geben.
Ich bin schon geschieden, ich habe zu der Frage nichts zu sagen.
Vertrauen sie halt wahrscheinlich nicht.
Wenn man nicht zusammenpasst, ist es besser, wenn man auseinander geht, als
wie ewig diese Streiterei.
Jeder muss an einem seinen Fehler einsehen.
Wenn man feststellt, dass man nach einer Zeit nicht mehr zusammenpasst, dann ist
es besser, wenn man auseinander geht.
Vor allen Dingen, wenn keine Kinder da sind.
Verzeihen Sie bitte eine Frage.
Nein, wir haben keine Zeit.
Warum? Vielleicht liegt es am neuen Sexualstrafrecht, dass sich jetzt die
Ehepartner nicht vorstellen, wenn sie sich ins...
In der Abenteuerstätzung oder irgendwas, dass das besser ist, durch Gruppensex
oder irgendwas.
Durch die Emanzipation der Frau.
Die Frau lässt sich nicht mehr so viel gefallen.
Dass den Frauen doch zu viel recht gegeben worden ist. Das weiß ich
wirklich nicht.
Das ist mir also vollkommen wurscht.
Was meinen Sie, weswegen sich heutzutage so viele Leute scheiden lassen?
Ja, mein Gott, die jungen Leute, gell.
Schämen Sie sich denn gar nicht, so was zu fragen.
Wer sind Sie denn überhaupt?
Wir arbeiten für ein Meinungsforschungsinstitut, ganz seriöse
Leute, die nicht zu ihrem Vergnügen fragen.
Wir versuchen die Hauptgründe für die derzeitige Scheidungswelle
festzustellen.
Tja, meine Damen und Herren, nach Meinung der Fachleute kommen
hauptsächlich drei Scheidungsursachen in Frage.
Erstens das Nachlassen der männlichen Potenz durch die Anforderungen unserer
modernen Leistungsgesellschaft.
Zweitens die planmäßige Konsumanheizung und Massenerotisierung, die mit der
realen Wirklichkeit in Kollision gerät. Und drittens der erotische Nachholbedarf
der älteren Generation, die glaubte, in der Jugend zu kurz gekommen zu sein. Die
Details hierüber wird Ihnen unser Sachbearbeiter mitteilen. Die Auswertung
der von uns abgedruckten Fragebogen.
hat eine ziemlich hohe Dunkelziffer ergeben. Bitte wollen Sie das verteilen.
Welche Rolle zum Beispiel der Ehebruch bei den Scheidungen spielt.
Deshalb haben wir uns entschlossen, das Resultat durch persönliche Befragungen
zu ergänzen.
So, bitte schön, hier für Sie, Blatt 1.
Zugleich mit dem Sonderausweis des Instituts erhalten Sie einen
Musterfragebogen, auf dem die uns interessierenden Fragen angekreuzt sind.
Hat jemand noch eine Frage? Danke.
Ja, ich möchte noch etwas fragen, bitte. Sie haben sich bei Ihrer Umfrage
hauptsächlich an Verheiratete gewandt. Wieso eigentlich?
Die Ursachen, die zu einer Scheidung führen, zeigen sich schon deutlich in
den ersten drei Jahren. Die Eindrücke sind bei Verheirateten noch frisch,
während sie bei Geschiedenen oft durch Ressentiments überlagert werden.
Nun, meine Damen und Herren, ein Wort möchte ich Ihnen allen noch mit auf den
Weg geben. Merken Sie sich bitte, Sie sind keine Staubsaugervertreter.
Stellen Sie also nicht Ihren Fuß zwischen die Tür, sondern versuchen Sie
lieber, sich auf Ihren Gesprächspartner einzustellen.
65% der deutschen Hausfrauen haben die Frage nach einem außerehelichen
Geschlechtsverkehr mit Nein beantwortet. 20% gaben ihn nur mit Einschränkungen
zu. Ich muss es daher Ihrem Fingerspitzengefühl überlassen, wie Sie
bei diesen heiklen Fragen die Wahrheit herausfinden.
Und jetzt wünsche ich Ihnen und uns...
Viel Glück.
Klara, machen Sie mir ein Kaffee.
Bitte schön.
Danke.
Na du?
18-Mark-Probe-Fragung.
Zwei schafft jeder von uns pro Tag. Dann muss ich mein Seminar ausfallen lassen.
Das macht 360, ohne Samstag und Sonntag.
Vielleicht reicht es für einen neuen VW.
Das sind Ihre Adressen. Sie haben hier schon den Fragebogen. Die Fragen, die
verifiziert werden sollen, sind angekreuzt.
Du, das lässt sich alles ganz gut verbinden.
Schade, ich habe einen ganz anderen Stadtteil. Frau Brigitte Mittler, Sie
studieren Soziologie? Ja, im vierten Semester. Dann wird es Ihnen ja nicht
schwerfallen, die sozialen Aspekte bei Ehezurückung festzustellen. Komm.
Herr Bernd Mittler, Student der politischen Wissenschaft?
Ja. Mit der Dame verwandt?
Nur verheiratet. Ach so.
Ich fürchte, wir werden gleich unseren ersten größeren Ehekrach haben. Wer
nimmt den Wagen, ich oder du?
Ich, ja.
Gib mir den Schlüssel.
Kann ich dich ein Stück mitnehmen? Nein, lass nur, ich gehe zu Fuß.
Wenn du jetzt erst nach Hause kommst, wäsch ab, okay? Okay, tschüss.
Die erste Befragung führt uns in eine moderne Trabantenstadt.
Hier leben hauptsächlich junge Ehepaare mit Kindern, in meist noch nicht
schulpflichtigem Alter.
Nur 20 Prozent sind kinderlos.
Die Ehen sind glücklich, wirtschaftlich fundiert und die Partner sind sich treu.
Als Hausfrau und Mutter ist in den meisten dieser Familien der Tag reich
ausgefüllt.
Bei den wenigen kinderlosen, isoliert lebenden Paaren sind die Frauen oft
zwölf Stunden am Tag in ihren vier Wänden allein.
Eine von diesen sogenannten grünen Witwen ist Frau Bechthold.
Der Mann ist Angestellter einer Versicherungsgesellschaft und verdient 1
.880 Mark im Monat.
Der Fall ist, wie alle in diesem Film gezeigten Beispiele, nicht exemplarisch.
Unter Tausenden ein Einzelfall.
Aber ihre Handlung entsteht aus der Frustration, bedingt durch die
Lebensführung unserer Zeit.
Wenn ich morgens aufräume, bin ich in ein, zwei Stunden fertig.
Und was mache ich denn den ganzen Tag?
Haben Sie nicht irgendein Hobby?
Lesen oder sich hübsche Kleider nähen?
Ich wäre ja so gern wieder ins Büro gegangen, aber mein Mann möchte das
nicht.
Andererseits, so interessant ist das ja nun auch wieder nicht.
Trinken Sie einen Kaffee mit Milch und Zucker? Schwarz, bitte.
Verzeihen Sie, wenn ich so direkt frage, haben Sie einen Freund?
Was denken Sie? Ich verstehe mich mit meinem Mann sehr gut.
Aber das besagt natürlich nicht viel. Ich sehe nämlich meinen Mann praktisch
nur zum Abendbrot.
Drüben in dem Block wohnt auch seine Frau, die den ganzen Tag allein ist.
Möchten Sie Kuchen? Ja, bitte.
Vor ein paar Tagen hat sie das Überfallkommando angerufen.
Als die Funkstreife dann kam, stand sie da, nackt, und hat sich den Beamten
angeboten. Sie hatte einfach durchgedreht. Einfach durchgedreht.
Und Sie?
Haben Sie manchmal auch das Gefühl, wenn Sie so allein sind?
Zu Anfang, da bin ich noch in die Stadt gefahren, aber das wird einem dann mit
der Zeit auch über.
Ja, hin und wieder mal ein Schaufenster bummelt.
Das ist ganz interessant.
Macht Spaß.
Es lenkt auch ein bisschen ab.
Aber wissen Sie, alles, was einem dann, na ja, alles, was einem richtig gefallen
würde, Das kann man sich dann wieder nicht leisten.
Na ja, und immer nur allein ins Kino gehen.
Manche von diesen Sexfilmen sind ja ganz interessant.
Man lernt ganz neue Sachen kennen.
Aber wenn Sie dann merken, was rechts und links von Ihnen vorgeht...
Wenn man wieder draußen auf der Straße ist, dann merkt man erst richtig, wie
allein man ist.
Na ja, und in dieser Stimmung ging ich in ein Café.
Eigentlich wollte ich nur ein Stückchen Torte essen.
Ich merkte gleich, dass dies ein ganz besonderer Laden war.
Gut gekleidete Damen und Herren, die mehr oder minder unauffällig einander
musterten.
Geschäftsleute und sicher auch einige Leute aus der Film- und Werbebranche.
Fotografen, die das Angebot taxieren, Vergleiche anstellen.
Also ehrlich gesagt, anfangs hatte ich direkt Komplexe.
Aber dann spürte ich, dass ich mit der Konkurrenz doch ganz gut mithalten
konnte.
Verzeihung, gnädige Frau, hätten Sie was dagegen, mit einem sympathischen
Endzwanziger einen Martini zu trinken?
Und wen wollen Sie mir vorschlagen?
Ich würde sagen, nehmen Sie einen Wein mit mir vor, lieb.
Fräulein, zwei Martinis und Chips, bitte.
Ja, sofort. Zwei Martinis.
Ihre Figur ist mir gleich aufgefallen. Gleich als Sie zur Tür hereinkamen,
haben Sie schon mal daran gedacht, Filmaufnahmen zu machen?
Wollen Sie mir eine Hauptrolle anbieten?
Vielleicht in einem Pornofilm?
So was Ähnliches, nur in kleinerer Besetzung.
Ich drehe gerade einen Werbespot für eine Zigarettenmarke.
Hoffentlich nicht für dieselbe, die mein Mann braucht.
Heutzutage muss man sich eben ausziehen, selbst wenn man für Babykost wirbt.
Für Babys möchte ich nun nicht gerade Reklame machen.
Die Martinis.
Bitte.
Bitte schön.
Danke.
Also dann, Prost.
Prost.
Ich mache Ihnen einen Vorschlag.
Reden wir doch in meinem Büro weiter.
Vielen Dank.
Sehen wir uns morgen?
Übermorgen?
Mein Gott, ich muss ja das Abendbrot machen.
Mein Mann hat sich Lachs gewünscht.
Gibt es hier irgendwo in der Nähe ein Delikatessengeschäft?
Ich habe dich was gefragt.
Vielleicht komme ich mal wieder in das Café.
Bist du auch einer von denen, die denkt, einmal ist keinmal?
Ich hoffe nicht.
Ich würde dir gern was Nettes schenken.
Schätzchen, bist du schon da?
Ich war in der Stadt, ich hab dir den Lachs besorgt und die Meerrettichsal.
Und was ist in der großen Tüte?
Ach, rate mal, wen ich in der Stadt getroffen hab. Eine alte Schulfreundin.
Die ist gerade mit einer Modenschau auf der Durchreise hier, da bin ich
hingegangen.
Wie findest du die? Sind die nicht schick?
Sind sie nicht ein bisschen klein für dich? Ach was, das trägt man jetzt. Ich
hab mir gleich zwei gekauft.
Schau mal.
Ich möchte wissen, was die wieder gekostet haben. So gut wie nichts,
Liebling. Es waren Vorführmodelle, weißt du.
Die werden quasi verschenkt.
So, ich mach uns jetzt das Abendbrot.
Eine Frage, was halten Sie von der Porno-Welle?
Gar nichts.
Prägt es Sie an oder auf? Nein, regt mich nicht an.
Was halten Sie von der Porno-Welle?
Ja, ich finde es nicht schlecht.
Prägt Sie das an oder auf?
Nein, es gefällt mir.
Wie finden Sie Sex-Boutiquen?
Auch nicht schlecht.
Sind Sie verheiratet? Ja. Haben Sie Spaß am Sex?
Ja, warum nicht?
Haben Sie Spaß am Sex?
Mittel. Haben Sie Spaß am Sex?
Nein. Wie finden Sie Sex-Boutiquen?
Sex-Boutiquen verderben die Menschen.
Haben Sie Spaß am Sex?
Kommt drauf an. Haben Sie Spaß am Sex?
Selbstverständlich.
Ja. Was halten Sie von der Porno-Welle?
Großartig. Was Sie von der Porno-Welle halten?
Nein, wirklich, großartig. Regt Sie das an oder auf?
Das regt mich weder auf noch an.
Höchstens an, auf keinen Fall.
Regt Sie es an oder auf?
Ja, beides. Das regt mich höchstens ab.
Ja, es stimmt mich etwas lächerlich, würde ich sagen.
Wie finden Sie Sex-Boutiquen?
Sex-Boutiquen. Wer es notwendig hat, noch Geschmackshilfe.
Lustig. Sind Sie verheiratet?
Ja. Haben Sie Spaß am Sex?
Ja. Haben Sie Spaß am Sex?
Natürlich. Haben Sie Spaß am Sex? Was heißt am Sex? Ja. Man muss eine
bestimmte Ethik wahren. Ich habe auch einen Sohn. Das ist uninteressant.
Ich habe also kein Interesse, meinen Sex öffentlich zur Frau zu tragen.
Dankeschön. Haben Sie etwas dagegen, wenn wir das in einem Film zeigen?
Unser zweites Beispiel ist keinesfalls allgemeingültig für die deutschen
Hausfrauen. Obwohl die angespannten wirtschaftlichen Verhältnisse mancher
Ehepaare zur Zerrüttung der Ehe führen können.
Durch allzu leicht gemachte Ratenkäufe und leichtfertig aufgenommene Kredite.
Die Schuldenlast wächst und die Frau muss mitverdienen.
Um es zu wiederholen, auch die hier gezeigte Befragung von Frau Kossmann ist
ein Sonderfall und eigentlich kaum entschuldbar.
Sie arbeitet als Relaislöterin in einem großen Werk der Elektroindustrie. Ihr
Mann ist Maschinensetzer bei der Zeitung. Wie haben Sie sich denn mit
Ihrem Mann geeinigt?
Können Sie über Ihr Geld selbst verfügen?
Früher war es so, dass mein Mann alles bekommen hat.
Er hat bestimmt, was damit gemacht würde.
Ich habe nicht mehr als 20 Mark pro Woche behalten.
Das reichte gerade fürs Fahrgeld und für den Friseur.
Und jetzt hat sich das geändert?
Wird auch bestimmt mein Name nicht genannt? Aber das ist doch nur für rein
wissenschaftliche Zwecke, Frau Kossmann.
Erst mal habe ich die Stellung gewechselt.
Seitdem kriegt er höchstens noch 10% von meinen Einnahmen.
Aber das ist immer noch mehr, als ich vorher verdient habe.
Und ich kann nebenbei noch das eine oder andere für die Wohnung anschaffen.
Zum Beispiel das.
Spanisch. Wirklich hübsch. Und wie ist es zu dem Wechsel gekommen?
Ja, das war so.
Eines Tages bekam ein Mann Magengeschwüre.
Bei der Zeitung...
Da muss ja immer alles hopp hopp gehen.
Und dann, und dann noch die vielen Überstunden.
Vorher ist ja auch nicht gerade viel mit ihm los gewesen.
Und wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, dann war ich meistens genauso
fertig wie er.
Ich lass dir ein Bad ein.
Was ist denn?
Geht es dir heute wieder nicht gut?
Der Arzt hat mich krankgeschrieben.
Er sagt, ich muss vielleicht operiert werden.
Mein Gott, wenn du auf Krankengeld gesetzt wirst und keine Überstunden mehr
machen kannst, was soll dann mit den Raten werden?
Das weiß ich auch nicht. Was soll ich denn machen?
Ich wusste es erst recht nicht.
Natürlich kamen wir mit allem in Rückstand.
Wie sollen wir da was machen?
Moment. Ja, doch, ich komme ja schon.
Ja, bitte?
Guten Tag, ich bin der Gerichtsvollzieher. Darf ich eintreten?
Guten Tag, bitte.
Diese verfluchten Abzahlungsgeschäfte, auf die sich mein Mann da eingelassen
hatte.
Jeden Tag Mahnungen, Zahlungsbefehle.
Es wird einem ja so leicht gemacht.
Und dann kommt das dicke Ende nach.
Können Sie zahlen?
Dann muss ich eine Pfändung vornehmen.
Die Nähmaschine brauchen Sie zur Arbeit.
Eine Musiktruhe?
Die ist auch noch nicht bezahlt.
Die Sessel?
Die sind nicht mehr ganz einwandfrei.
Ach hier, den Teppich.
Der ist noch so gut wie neu.
Ja, da wollen wir mal anfangen.
Das Zelt und das Schlauchboot hatten Sie schon abgeholt.
Wir sind nicht ein einziges Mal dazu gekommen, damit in Urlaub zu fahren.
Als dann der Gerichtsvollzieher wiederkam, da war ich so verzweifelt,
dass ich am liebsten aus dem Fenster gesprungen wäre.
Aber dann traf ich eines Tages Hannelore, eine frühere Kollegin.
Hannelore!
Ja, grüß dich.
Ah, schick. Wie machst du das bloß? Hab dein Mann eine Bank ausgeraubt oder habt
ihr im Lotto gewonnen? Weder noch, ich hab nur meinen Arbeitsplatz gewechselt.
Ach so, dann musst du aber eine ganze Menge verdienen.
Wenn ich dich so ansehe, bei dir ist doch genauso noch alles drin. Wie meinst
du das?
Als was arbeitest du jetzt?
Vielleicht als Vorführdame?
So was ähnliches. In einem Salon.
Geh mal hin und sprich mit der Dame.
Ich melde dich an.
Aber zieh dir was Hübsches an. Und geh vorher zum Friseur.
So kannst du da nicht hingehen. Tschüss.
Auf Wiedersehen, beehren Sie uns bald wieder. Auf Wiedersehen. Am liebsten
schon morgen.
Bitte, ich möchte zu Frau Lidova. Bitte schön, Frau Lidova, erwartet Sie.
Augenblick, da muss ich mal in meinem Terminkalender nachsehen.
Es würde mir Dienstag 14.30 Uhr passen. Geht das?
Vielen Dank.
Guten Tag, Frau Lidova.
Ah, Frau Kossmann.
Ihre Freundin hat mir schon viel von Ihnen erzählt. Bitte nehmen Sie Platz.
Also, Sie wollen bei uns arbeiten? Ja, vielleicht.
Ich muss Sie natürlich erst einmal anschauen.
Ach, Sie tragen einen Bürstenhalter?
Ja, bitteschön.
Hallo?
Ja, ich habe im Moment wirklich keine Zeit.
Ja, bitte ziehen Sie sich doch aus. Doch, doch.
Einen Termin können Sie schon mit mir vereinbaren.
Sagen wir, kommenden Mittwoch, 17 Uhr.
Geht das in Ordnung?
Ja.
Die Nummer kann ich Ihnen noch durchgeben.
448286.
Okay. Danke.
Na also.
Sie sehen ja ganz reizend aus.
Wozu denn diesen dummen Büstenhalter?
Den haben Sie doch gar nicht nötig.
Na gut, jetzt werden wir erst einmal alles aufnehmen.
Mir ist die Telefon bitte. Ich habe kein Telefon. Sie haben kein Telefon?
Ich könnte auch nur nachmittags zwischen zwei und fünf.
Spätestens halb sechs.
Das ist kein Hinderungsgrund.
Die meisten Kunden bevorzugen diese Zeit.
Ich brauche noch ein Foto von Ihnen.
Ein Foto haben Sie doch hoffentlich.
Ich habe nur ein Urlaubsfoto von mir im Bikini.
Reizend. Das veranlasse ich schon.
Viele von unseren Kunden haben Spezialwünsche.
Verstehen Sie?
Kann ich mich da...
Haben Sie verlassen?
Das kommt ganz darauf an.
Wir verständigen uns dann eben von Fall zu Fall.
Ich möchte in meinem Salon keine Schwierigkeiten bekommen.
Die bringen die meisten Kunden schon von selbst mit.
Wie wäre es damit?
Ja.
Ja.
Also, bitteschön.
Charmant.
Also, wie finden Sie unsere Neuerwerbung?
Ist die Dame nicht perfekt?
Könnte ich vielleicht den Herrn haben, gnädige Frau?
Nein, nein, das ist im Augenblick unmöglich. So, fertig. Ich bin in einer
wichtigen Besprechung, also dann bis morgen. Hier, Schatzi, zwei blaue für
die Spezialmassage.
Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Doppel eben ziemlich anstrengend für Sie
ist. Haben Sie noch nie an Scheidung gedacht?
Scheidung?
Ehrlich gesagt, nein. Ich kann nicht mehr allein blieben.
Ich brauche meine Familie.
Mein Mann und ich gehören zusammen.
Wollen Sie damit sagen, dass Ihr Mann Bescheid weiß?
Na, Sie sind gut.
Das darf er doch nie erfahren.
Er denkt ja, ich arbeite als Vorführdame. Und das belastet Sie nicht?
Am Anfang schon, jetzt weniger.
Es gehört eben zu meinem Beruf.
Schließlich gehöre ich ja nicht zu denen, die sich an jeden ranschmeißen.
Man schätzt, dass mit gewerblicher oder gelegentlicher Prostitution in
Deutschland jährlich mehrere Millionen Mark umgesetzt werden.
Was meinen Sie, wie viel davon in die Taschen von Amateurinnen fließt? Was
weiß ich?
Jedenfalls machen die uns in der letzten Zeit ganz schön kaputt.
Die zwei gehören auch nicht zu uns.
Gut, dass denen aus Vögeln Spaß macht.
Also ich möchte bloß wissen, ob die einen Remandsbilder sich herschicken
oder ob sie überhaupt gar nichts wissen davon.
Da warst du mit uns zwei.
Mit Anfang 30 sind die meisten schon aus dem Geschäft.
Viele holen ihre minderjährigen Töchter aus den Pensionaten und vermitteln sie
an reiche Kunden.
So schwierig es manchmal sein mag, Kontakte zum anderen Geschlecht
herzustellen, hier, bei Sport und Spiel, in Luft und Sonne, ergibt sich alles auf
natürliche Weise fast von selbst.
Und auch wer schnell ein kleines kurzes Abenteuer sucht, Hier kann er in Ruhe
das Angebot sondieren und seine Wahl treffen.
Die freie Konkurrenz lässt das älteste Gewerbe der Welt um seine Existenz
bangen. Auch die im Weiteren noch gezeigten Befragungen sind ebenfalls
Sonderfälle, deren gezielte Auswahl als warnende Beispiele dienen sollen.
Herr Fehrenbach, der hier befragt wird, ist auch angetan von den Möglichkeiten,
die sich ihm hier bieten.
Sie sind geschieden. Haben Sie die Absicht, sich wieder zu verheiraten?
Nein, so schnell nicht wieder.
Ich bin von Beruf Reisemonteur, deshalb bin ich oft wochenlang nicht zu Hause.
Außerdem, es geht besser.
Und dann brauche ich mir keine Flöhe ins Gehirn zu setzen, was meine Frau so
alles allein zu Hause treibt. Ist Ihre Ehe deswegen kaputt gegangen, weil Sie
Ihre Frau betrogen hat?
Oder wollte Sie nur mehr von Ihnen haben?
Nein, sie wollte es von allen haben. Das war der Grund.
Dankeschön.
Und zufällig wurde auch seine geschiedene Frau befragt.
Inge Fehrenbach, 26 Jahre alt.
arbeitet freiberuflich, vorwiegend als Hostess auf internationalen
Messeveranstaltungen. Vielleicht rührt ihre Einstellung daher, dass sie in
ihrer Ehe nie eine tiefe, festere Bindung zu ihrem Mann entwickeln konnte.
Ja, ja, das wäre schon sehr interessant für mich. Für Sie als Freiberufliche
ganz bestimmt. Wir haben da auch noch verschiedene Sondertarife und
Zusatzversicherungen. Ich müsste mir das alles mal in Ruhe nehmen. Ja, ja, bitte
sehr.
Sie müssen schon entschuldigen, aber Sie sehen ja selbst.
Warum ich geschieden wurde, möchten Sie wissen? Wenn Sie jetzt keine Zeit haben,
kann ich heute Abend zu Ihnen kommen. Nein, nein, da habe ich was vor. Aber
wir können uns ja gleich an der Kaffeebar da trinken. Ja, dann warte ich
da.
Auf Wiedersehen.
Prost. Wohlbekommen.
Schmeckt's?
Zu viel versprochen?
Noch ein Schälchen?
Nein, sonst bin ich heute Nachmittag geschwipst und das wäre doch schade.
Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen. Bis heute Nachmittag.
Da bin ich wieder.
Ja, also das war so.
Mein Mann, das war ein richtiger Supermann.
Der schlug auch mal zu, wenn ihm was nicht passte. Das war so seine Art von
Liebe. Dafür war die Versöhnung hinterher umso schöner?
Na, ich weiß nicht. Sie vergessen hoffentlich nicht unsere Verabredung.
Also was ich sagen wollte, das Furchtbare war, er behandelte mich wie
eine Sexpuppe, die man in den Schrank sperrt, wenn man sie nicht mehr braucht.
Und wehe, wenn ich nur irgendjemand mal angesehen habe. Dann war es aus, aber
gleich restlos.
Und da haben Sie ihn eben betrogen. Was sollte ich denn machen? Zu Hause die
Wände anstarren? Wir haben eben nicht zueinander gepasst.
Jetzt habe ich einen interessanten Job, eine Menge Leute um mich rum. Man ist
nur einmal jung.
Wenn Sie mich fragen. Ich finde es einfach andermal, wenn jemand verlangt,
man soll bis an sein Lebensende mit dem gleichen Partner schlafen.
Haben Sie einen festen Freund? Einen festen?
Wozu? Ich habe eine Freundin, mit der ich mich sehr gut verstehe. Das ist sie.
Sie heißt Elisabeth Ehrlich und ist seit vier Jahren mit einem Handelsvertreter,
der viel auf Reisen ist, verheiratet.
Was die beiden Freundinnen verbindet, ist die Entschlossenheit, ihr Leben zu
genießen und ein Campingbus.
Herr Ehrlich ist leidenschaftlicher Campingfreund. Er hat keine Ahnung, wozu
seine Frau den Wagen benutzt, wenn er geschäftlich unterwegs ist.
Ja, pumpsen ist schön.
Ach, bis Pumpen.
Ja, man kann's im Sitzen und im Stehen.
Sogar im Regen soll es gehen.
Pommi mit Pflaume? Pommi mit Pflaume? Ohne? Nein, nein, ohne Pflaume. Na
bitte, dann ohne Pflaume. Na bitte.
Willst du einen Schluck? Nein, beim Fahren nie.
Ja, bumsen ist schön, man kann's im Liegen und im Stehen.
Ja, bumsen ist schön, man kann's im Sitzen und im Stehen. Sogar beim Faden
soll es gehen.
Die Zeit ist ziemlich lange und wir müssen die ganze Zeit über hier im
Trocknern sitzen.
Dem wollen wir mal ein Ende machen.
Platzwechsel, Kilometerstand 106.
40 schaffe ich noch.
Jetzt wollen wir beide es auch mal wissen.
Also räum die Matratze, jetzt sind wir dran.
Wir sind noch nicht gekommen.
Wenigstens gibt es bei den beiden Damen keinen Futterneid.
Auf der Rückfahrt übernimmt Frau Fehrenbach das Lenkrad.
Die Autobahn München-Augsburg wurde gewählt, weil sie die wenigsten
Bodenwellen hat.
So werden nicht programmierte Stoß- und Schaukelbewegungen weitgehend vermieden.
Ah!
Ich glaube, ich habe ihn mir... Was sage ich bei einer Frau bloß zu Hause?
Ich glaube, Sie sind die Erste, die ehrlich gewesen
ist. Haben Sie keine Angst vor eventuellen Folgen? Wenn man regelmäßig
die Pille nimmt, was soll schon sein?
Ich glaube, die meisten Männer wissen nicht, was ihre Frauen so treiben.
Das ist auch gut so. Wenn sie es wüssten, würden sie in ihrem Leben
heiraten.
Tu nicht so überlegen. Du hältst dich wohl für die Krone der Schöpfung.
Gibt das vielleicht nicht?
So was Eingebildetes. Du kommst wohl niemals auf den Gedanken, dass ich auch
Lust haben könnte, dich zu betrügen.
Du hast also Lust dazu?
Hast du etwa schon?
Schließlich muss man doch Vergleichsmöglichkeiten haben.
Das habe ich gern.
Mit Gewalt ist ja keine Kunst.
Der Verkauf der Pille ist im letzten Jahr um 200% gestiegen.
Vielleicht können Sie diesen Punkt bei Ihren Befragungen berücksichtigen.
Natürlich, bloß hat das noch mit unserem Thema zu tun?
Die Pille macht sorglos. Sie verleiht den Frauen eine gewisse Sicherheit.
Das ist doch kein Fehler, oder?
Damit übersehen die meisten eine andere Gefahr.
Die Ansteckung mit venerischen Krankheiten.
Dieser Liebestreffpunkt an der Autobahn ist nicht nur den Prostituierten
bekannt. Auch verheiratete Frauen kommen hierher, um sich ein bisschen Sex...
ein bisschen Abenteuer von den Kapitänen der Landstraße zu holen.
Im letzten Jahr wurden in der Bundesrepublik über 100.000 neue Fälle
registriert. Dabei erfolgte die Ansteckung nur zum geringsten Teil durch
Prostituierte. Denn sie unterliegen der Gesundheitskontrolle und wissen sich zu
schützen. Schon ihr Verdienstausfall durch Krankheit wäre erheblich.
Hauptursache für die Zunahme sind die gelockerte Sexualmoral, Unerfahrenheit
und Leichtsinn.
Was willst du denn sonst hier?
Das ist Frau Gassner, 28 Jahre alt, vor einem Jahr geschieden.
Seit der Enttäuschung, die sie in ihrer Ehe erlebt hat, hält sie nichts mehr von
einer festen Bindung.
Hallo, schöne Frau.
Ich heiße Georges.
Ich komme aus Zagreb.
Aus Zagreb? Ich war letztes Jahr in Split.
Du waren in Split?
Ich dort geboren.
Ja, ich habe Fotos. Du musst ansehen.
Kommen, verstehen?
Bilder.
Du, du sehr, sehr schöne Frau.
Seine wunderschöne Frau.
Kann ich bitte mal Ihre Papiere sehen? Wieso?
Sehe ich aus wie eine Nutte?
Ist da jemand drin?
Aufmachen!
Aufmachen!
Kann ich mal Ihre Papiere sehen?
Lassen Sie doch die armen Mädchen in Ruhe, das ist ausfriedenswürdig. Was für
eine Behinderung ist das?
Nicht mal für die armen Mädchen, aber Einkommenssteuer, die verlassen Sie von
ihnen. Das ist so eine Schweinerei, nicht mal die Mädchen in Ruhe lassen.
Aufmachen, bitte.
Haben Sie eine gelbe Karte?
Dame ist Freund von mir.
Freundin, verstehen?
Verlobt. Also was ist nun? Sind Sie registriert oder nicht?
Die Landpolizei erstattete Anzeige gegen Frau Gassner, gemäß Paragraf 361.
Wenige Tage später traf sich unsere Mitarbeiterin mit Frau Gassner.
Frau Gassner, als Sie vor einem Jahr geschieden wurden, was für Gründe haben
Sie bzw.
Ihr Mann geltend gemacht? Zerrüttung. Und der wirkliche Grund?
Nehmen Sie das Wirtschaftswunder oder den gesteigerten Wettbewerb. Was weiß
ich. Als wir heirateten, damals ging es uns dreckig. Ich musste in die Fabrik,
damit wir die Raten für den Wagen zahlen konnten.
Mein Mann war Vertreter.
Da brauchte er einen Wagen. Aber später ging es Ihnen doch wieder besser. Das
war es ja gerade.
Er arbeitete sich zum Bezirksvertreter rauf. Und als er ein neues
Verkaufssystem entwickelt hatte, holten sie ihn ins Werk.
Als Vertriebsleiter. Da hat er sich ja ganz schön gemacht.
Ja, plötzlich war ich ihm nicht mehr gut genug. Er fing an, an mir rumzumäkeln.
Die Art, wie ich redete, meine Frisur, nichts passte ihm mehr.
Bis zu dem Abend, an dem er einen Kollegen mit nach Haus gebracht hatte.
Danach wusste ich Bescheid.
Möchten Sie noch eins in den Boot?
Dankeschön.
Na danke.
Na dann Prost.
Prost.
Versuch mal den hier.
Nein, danke.
Na komm, so jung kommen wir nicht mehr zusammen.
Na gut, Prost.
Prost.
Nein, lass nur.
Ja?
Die habe ich im Stahlschrank.
Wie, heute Abend noch?
Wenn Sie die Unterlagen unbedingt sofort noch brauchen?
Also gut, in einer halben Stunde.
Was ist?
Musst du noch mal weg?
Tut mir leid, der Chef hat noch einen wichtigen Kunden zu Hause. Ich muss noch
mal weg, aber es wird nicht lange dauern.
Ich glaube, es wird auch Zeit für mich.
Nein, nein, bleib doch. Du unterhältst meine Frau in der Zwischenzeit.
In einer knappen Stunde bin ich wieder zurück. Wenn du gestattest.
Na, hör mal.
Also, bis gleich. Bis gleich.
Ich wusste ja nicht, dass alles arrangiert war.
Der Besuch, der angebliche Anruf des Chefs, alles.
Darf ich?
Ja, bitte.
So ist es bequemer.
Vielleicht noch ein bisschen von der Jagdwurst? Nein, danke.
Plötzlich spielte der Kollege meines Mannes verrückt.
Ich war wie gelähmt. Sind Sie verrückt? Lassen Sie mich los!
Na, na, Mädchen. Ein bisschen wehren ist ja ganz schön.
Aber jetzt reicht es.
Na, komm schon.
Paul!
Ich weiß nicht. Hatte mein Mann ihm erzählt, ich wäre so leicht zu haben?
Oder in den Plan eingeweiht?
Jedenfalls stand er plötzlich in der Tür.
Ach, so ist das.
Paul!
Als ob ich es geahnt hätte.
Ich brauche bloß den Rücken zuzukehren, schon magst du die Beine breiten. Das in
meiner eigenen Wohnung.
Ich war wie erstarrt.
Dann kapierte ich auf einmal, er wollte mich los sein.
Seit er den neuen Posten hatte, war ich ihm nicht mehr gut genug.
Du Schwein!
Lass mich los!
Lass mich los!
Los, lass!
Haben Sie das vor Gericht beweisen können, dass er Ihnen eine Falle
gestellt hatte?
Wozu? Der Skandal hätte meinem Mann die Stellung gekostet und mich meine
Abfindung. Von dem Geld habe ich mir doch das Geschäft hier aufgebaut.
So war das.
Sie sind verheiratet? Ja.
Entschuldigen Sie die intime Frage.
Wie oft haben Sie wirklich Verkehr miteinander?
Wie oft?
Ganz verschieden. Ganz verschieden? Ganz verschieden. Und Sie sind dabei
glücklich? Meistens.
Wie oft haben Sie Verkehr in der Woche?
Ja, das ist verschieden. Zwei, drei Mal vielleicht in der Woche.
Gestatten Sie eine Frage.
Sie sind verheiratet? Ja.
Wie oft verkehren Sie in der Woche miteinander?
Jetzt im Alter geht es nicht mehr so gut, junger Herr.
Sind Sie verheiratet? Nein.
Wie oft haben Sie Verkehr in der Woche?
Das haben wir noch nicht ausprobiert.
Wie oft verkehren Sie
in der Woche?
Das ist verschieden.
Manchmal einmal.
Manchmal überhaupt nicht.
Je nachdem, wie wir gelaunt sind.
Manchmal auch öfter.
Mei, das ist eine Frage. Das ist eine Frage, die man nicht fragt.
Mei, das kann ich nicht sagen.
Mit zunehmendem Alter sinkt die Kurve steil ab.
Nach etwa zwölf Ehejahren hört bei 40 Prozent der Männer der
Geschlechtsverkehr mit der eigenen Frau allmählich auf.
Frau Demmler ist eine attraktive Frau von 31 Jahren. Ihr Mann ist
Rechtsanwalt. Seit einigen Jahren sehr erfolgreich als Anlageberater tätig.
Sein überdurchschnittlich hohes Einkommen ermöglicht es ihr, ihr Heim
geschmackvoll und kultiviert einzurichten und besonders
gesellschaftliche Kontakte zu pflegen.
Sie hat eine reizende kleine Tochter.
Eigentlich wären alle Voraussetzungen für eine glückliche Ehe gegeben.
Frau Demmler, Sie haben in Ihrem Fragebogen angegeben, Untreue wäre nicht
unbedingt verwerflich. Können Sie das näher begründen?
Ich finde, eine Ehe basiert auf wichtigeren Dingen.
Das ist die Familie, dann die finanzielle Geborgenheit und das.
Verstehen Sie sich mit Ihrem Mann? Das ist natürlich Voraussetzung. Auch im
Bett?
Eine Frau kann ihren Mann auch lieben, wenn es in dieser Beziehung nicht so
hundertprozentig stimmt. Das Bett ist ja nicht die Hauptsache, finde ich.
Wann haben Sie diese Erfahrung gemacht?
Mami, Mami, die Papi hat sich den Arm verdreht. Machst du ihn wieder heil?
Warte, bis der Papi nach Hause kommt.
Und nun geh schon spielen.
Sie haben angegeben, sexuell wären Sie voll befriedigt. In der Rubrik besondere
Wünsche haben Sie einen Strich gemacht.
Soll das heißen, Sie haben keine Wünsche?
Natürlich hat man vor der Heirat viele Illusionen.
Aber in Wirklichkeit ist das anders. Man kann einen Menschen ja nicht ändern.
Jetzt ist er schon über eine Stunde im Bad und putzt sich zum dritten Mal die
Zähne.
Sicher will er mich heute Abend wieder beglücken.
Ich finde hier eine Rechnung von deinem Modesalon.
2500 Mark. Übertreibst du nicht ein bisschen?
Typisch für seine Art. Will mit mir schlafen und redet davon. Als ob es kein
anderes Gesprächsthema gäbe.
So, das ist stimmungsvoller.
Müde?
Ein bisschen.
Zu müde?
Natürlich nicht.
Warum hat er es nur immer wieder versucht?
Er weiß doch ganz genau, dass es mit uns nicht klappt.
Warum sucht er sich nicht irgendeine kleine Freundin, um sich abzulenken?
Ich muss mir große Mühe geben, die Nerven zu behalten.
Manchmal kann ich schreien.
Manchmal habe ich den Eindruck, als wäre es für ihn eine rein mechanische
Verrichtung. Zum Glück dauert es nie lange.
Du siehst nicht gerade so aus, als hättest dir Vergnügen gemacht.
Doch, doch. Warum gibst du es nicht zu, verdammt nochmal?
Aber natürlich, keine Frau gesteht gern ein, dass sie frigide ist.
Du bist überhaupt nicht fähig, etwas zu empfinden.
Aber du hast doch deinen Spaß gehabt, Herbert. Genügt dir das nicht?
Aber wenn du willst, kann ich ja beim nächsten Mal etwas stöhnen.
Wenn er mich wenigstens zuerst ins Bad gelassen hätte.
Haben Sie denn nie mit Ihrem Mann darüber gesprochen? Jedes Mal, wenn ich
das Gespräch darauf brachte, war er gleich tödlich beleidigt. Vielleicht
sind Sie zu dominierend, zu wenig weiblich.
Vielleicht versagt er deshalb.
Aber ich sagte Ihnen doch schon, man kann nicht mit ihm reden.
Er ist einfach zu selbstherrlich.
Alles, was er tut, ist richtig.
Ich finde aber, Sie machen einen so ausgeglichenen Eindruck, so glücklich
und gelöst. Man muss sich eben einen Ausgleich schaffen.
Seit ein paar Monaten bin ich in einem Schwimmclub.
Sie betrügt ihn nach Strich und Faden, aber wenigstens nicht im eigenen Haus.
Hol dir mal das Handtuch, du kannst abtrocknen.
Wetten, dass ihr Mann nie gesagt hat, was er falsch macht?
Man arrangiert sich eben in einer Ehe. Genieße froh, was dir beschieden,
vermisse gern, was du nicht hast.
So in der Art. Wo ist denn wieder die verdammte Schere?
Hör mal, da tun sich Abgründe von mir auf, von deren Existenz ich keine Ahnung
hatte. Du merkst doch alles.
Da vermisst du womöglich bei mir auch das eine oder das andere?
Ich sag's dir schon, wenn ich's brauche.
Zum Beispiel jetzt.
Einem besonderen Leistungszwang sind in der heutigen Industriegesellschaft die
sogenannten Manager ausgesetzt.
Sie finden kaum Zeit, sich ihrer Familie zu widmen. Und oft gibt es für sie noch
andere Probleme.
Herr Heimann, Werbeleiter eines großen Industriekonzerns, ist erst vor zwei
Jahren aus einer Stadtwohnung, aus Prestigegründen, in dieses Penthouse
gezogen. Seine Frau, 14 Jahre jünger als er, ist ebenso hübsch wie gebildet.
Gegen Sex scheint sie allergisch.
Ist denn das so wichtig?
Aber natürlich alle Zeitungen sind voll mit Sex. Die Romane, die Kinos.
Allmählich kann man das schon nicht mehr sehen.
Verzeihung, aber Sex gehört nun mal zum Leben. Vor allem, wenn man sich über den
Bedeutungswandel der Ehe klar macht. Sie haben sicher recht.
Darf ich Ihnen was zu trinken anbieten?
Nein, danke.
Ich weiß nicht, ob man allen heutigen Problemen durch Meinungsumfragen näher
kommt.
Nehmen wir zum Beispiel unser Haus hier.
Vielleicht bezeichnen Sie es als luxuriös.
Aber ich weiß nicht, ob Sie sich im Klaren sind, welche Opfer man für diesen
Luxus bringen muss.
Geld macht nicht glücklich. Wollen Sie darauf hinaus?
Sagen wir mal, wenn man genug davon hat.
Wissen Sie, wie hoch dieses Haus belastet ist?
Wenn mein Mann seinen Job verliert, sitzen wir morgen auf der Straße.
Aber Sie rechnen doch nicht im Ernst mit dieser Möglichkeit.
Sehen Sie die Arbeiter da drüben? Sie bauen einen Swimmingpool.
Für 80.000 Mark oder mehr, ich weiß das nicht so genau.
Fest steht nur, unser Nachbar kann ihn sich nicht leisten.
Genauso wenig wie wir.
Trotzdem werden wir einen haben.
Wir müssen einfach einen haben, verstehen Sie? Um ihn zu sein? Um ihn zu
sein. Statussymbol.
Es ist kühl, gehen wir rein?
Ein Swimmingpool, damit betrunkene Gäste hineinfallen können.
Den neuesten Wagen, weil das neue Modell zwei Chromleisten mehr hat. Und den
obligaten Saphirnerz.
Hauptsache, die Leute kommen nicht auf die Idee, wir könnten es uns nicht
leisten. Wir hätten keinen Erfolg.
Kann es Ihnen nicht egal sein, was die Leute denken?
Mein Mann hatte einen Herzinfarkt im vergangenen Jahr. Wir mussten allen
erzählen, es wäre ein Grippeanfall gewesen.
140.000 Mark?
Das halte ich nicht für möglich.
Mein Mann kommt gerade nach Hause. Wir sehen uns morgen bei Verena. Ciao.
Du siehst so abgespannt aus. Soll ich dir dein Mittel bringen?
Ich nehme lieber einen Gin Tonic, wenn du so lieb sein würdest. Du weißt genau,
dass das nicht gut für dich ist.
Gerade jetzt in deinem Zustand.
Es wird nicht bei einem Gin Tonic bleiben.
Heimann hatte heute eine harte Auseinandersetzung mit dem Leiter der
Vertriebsabteilung. Es ging um den neuen Waschautomaten, der zu einem großen
Verlustgeschäft zu werden droht.
Heimann weiß, warum der Absatz stockt. Er ist sowohl zu teuer, als auch
technisch überholt.
Iss wenigstens vorher etwas, sonst bekommt er dir nicht.
Der Verkaufsdirektor hat alle Schuld an dem Misserfolg der Werbeabteilung
angelastet. Aber dagegen kannst du dich doch wehren. Du brauchst doch nur
nachzuweisen. Was brauche ich nur nachzuweisen?
dass die Planungsabteilung Mist gebaut hat.
Wo der Chefingenieur der Schwiegersohn vom Generaldirektor ist.
Ach so.
Daran hatte ich gar nicht gedacht.
Und wenn du mal mit Direktor Nickel sprichst, der ist doch am Samstag bei
uns.
Das wird gerade viel nützen.
Ja, wenn ich 20 Jahre jünger wäre und nicht Karl hieße, sondern Caroline und
solche Titten hätte.
Ach, was rede ich, du kennst ihn ja.
Leider. Er hat es mehr als ein halbes Dutzend Mal probiert, mit mir ins Bett
zu gehen.
Und du hast ihn mehr als ein halbes Dutzend Mal leerlaufen lassen.
Damit steht es Remi.
Wenn ich hinterher seine schlechte Laune auszubaden habe, bist du ja nicht dabei.
Wäre es dir vielleicht lieber gewesen, wenn ich mit ihm geschlafen hätte?
Wie kommst du denn darauf?
Bist du verrückt?
Entschuldige.
Aber ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht.
Wenn Nickel sich auf die Seite der Verkaufsabteilung stellt.
Bin ich geliefert?
Und deshalb brauchst du eine Karoline.
Ich verstehe.
Natürlich hatte Frau Heimann verstanden, was ihr Mann anzudeuten versuchte.
Sie sollte mit Direktor Nickel, falls er den Wunsch äußerte, ins Bett gehen.
Falls er den Wunsch nicht äußern sollte, übrigens auch.
Der Kaffee? Jetzt übertreiben Sie aber der Kaffee.
Ich mache Ihnen noch einen Drink zurück.
Ein Bacardi oder Wodka?
Wodka, wenn ich bitten darf.
Wissen Sie...
Dass ich in den letzten Tagen besonders intensiv an Sie denken musste.
Vielleicht, weil Sie wussten, dass Sie mich heute wiedersehen würden.
Davon habe ich mir nicht allzu viel versprochen, wo Sie mich die letzten
Male so auf Distanz gehalten haben.
Sonst lassen Sie sich doch nicht so leicht entmutigen.
Dann sind also meine Chancen in letzter Zeit gestiegen.
Man muss eben nur verstehen, den richtigen Augenblick abzuwarten.
Ich weiß nicht, was ich mehr bewundern soll.
Ihren Charme oder Ihre Klugheit.
Direktor Nickel ist mit Frau Heimann in einem Hotel an einer der großen
Ausfallstraßen der Stadt abgestiegen, um sie für das Verlustgeschäft mit den
Waschautomaten zahlen zu lassen.
Ihm ist nicht ganz wohl dabei.
Weniger aus Gewissensgründen als, aber sehen Sie selbst.
Bei mir passiert nur nichts, weil Sie so eiskalt sind.
Glauben Sie, ich weiß nicht, warum Sie mit mir ins Bett gehen wollten?
Nur damit Ihr Mann seinen Job behält.
Da wäre ich wohl kaum die Erste.
Sie meinen, ich hätte es nötig, meine Stellung auszunutzen, wenn ich mit einer
Frau schlafen will?
Dummkopf, du weißt doch ganz genau, dass ich verrückt nach dir bin.
So wurde es doch noch ein Erfolg, auch was die innerbetrieblichen Belange
betrifft. Am besten, man schweigt darüber.
Herr Heimann ist dazu felsenfest entschlossen.
Ah, da bist du ja endlich.
Ja, da bin ich.
Übrigens, es besteht Aussicht, dass wir die Waschautomaten an ein Versandhaus
loswerden. Zwar mit einem erheblichen Skonto, aber wenigstens bleiben wir
nicht drauf sitzen.
Fragst du mich gar nicht, wo ich gewesen bin?
Na ja, bei irgendeiner Freundin nehme ich an.
Nein, bei Direktor Nickel.
Aha, du hast ihn zufällig getroffen.
Nein, wir waren in einem Motel und haben miteinander geschlafen.
Edith, ich verbiete dir solche Scherze zu machen. Was verbietest du mir?
Du hast es doch ausdrücklich gewünscht.
Du brauchtest doch eine Karoline, die im Bett repariert, was Karl am Schreibtisch
verbockt hat.
Ich habe nie ein Wort davon gesagt, dass du... Stimmt.
Dazu warst du zu feige. Und deshalb habe ich es dir jetzt gesagt.
Nun sieh zu, wie du damit fertig wirst.
Nur bei 40% aller Ehescheidungen wird Untreue bzw.
ehewidriges Verhalten als Grund angegeben.
obwohl Ehebruch auch bei den übrigen Fällen zweifellos eine gewisse Rolle
gespielt haben dürfte.
Was meinen Sie, gibt es eine Entschuldigung, wenn eine Frau ihren
Mann betrügt?
Gibt es keine Entschuldigung nach Aussage meiner Frau.
Es gibt eine Entschuldigung, man sollte da nicht unbedingt gleich von vornherein
die Frau verurteilen zum Beispiel.
Man müsste die näheren Beweggründe kennen, vielleicht hängt es auch vom
Mann ab. Na ja, kommt drauf an, was er für eine Entschuldigung bringt.
Da muss irgendwie ein Grund vorliegen, wenn eine Frau oder ein Mann zu diesem
Schritt greift. Nein, da gibt es keine Entschuldigung.
Überhaupt keine.
Wenn ein Mann seine Frau bedrückt? Auch keine.
Warum?
Weil die Treue das Wichtigste in einer Ehe ist. Und die wichtigste Beziehung
zwischen zwei Menschen ist immer die Treue. Aber wenn er es mit ihr vorher
genauso gemacht hat, dann auch schon.
Das sind eigentlich beide Schuld. Da ist der Mann auch schuld. Weil er sie
vernachlässigt? Ja. Also wenn ich es ganz ehrlich sagen darf, wenn eine Frau
nicht genug Liebe bekommt und...
Verstehen Sie? Sie verstehen mich schon richtig, nicht?
Wenn eine Frau von einem Mann, also alles vernachlässigt und so. Und wenn
ein Mann seine Frau betrügt?
Ja, meistens sind da beide Teile schuld.
Und wenn ein Mann seine Frau betrügt? Dafür gibt es auch keine.
Warum? Wenn Sie das mal getan haben, immer irgendetwas zwischen Ihnen steht.
Ich bin Ausländer. Und wenn ein Mann seine Frau betrügt? Wieso soll denn das
tun? Also ich finde es nicht richtig, wenn er es macht. Was meinen Sie?
Naja, es kommt immer auf jeden drauf an. Also wie die Frau dazu eingestellt ist
und wie der Mann dazu eingestellt ist. Und wenn Ihr Mann Sie vernachlässigt?
Ich würde sagen, was der Mensch braucht, das muss er haben.
Dankeschön. Greifen wir uns den Fall von Frau Ilse Eichinger heraus.
Sie ist 23 Jahre alt, ihr Mann 14 Jahre älter als sie.
Bisher ist die Ehe kinderlos geblieben. Herr Eichinger bringt als Dreher
wöchentlich 398 DM nach Hause.
Ilse Eichinger hat im Fragebogen angegeben, in ihrer Ehe blieben auf
sexuellem Gebiet kaum Wünsche offen.
Das Wörtchen kaum hat die Auswärter stutzig gemacht.
Frau Eichinger, ich komme wegen der Umfrage. Ah ja, ja, kommen Sie bitte.
Danke.
Ich bin ein bisschen spät. Ach, wo? Schön haben Sie es hier. Ja, das Haus
hat mein Mann selber gebaut.
Er werkelt auch gern im Garten.
Wie schön, dass alles blüht hier draußen und die Ruhe.
Wenn ich an den Verkehr in der Stadt denke.
Das bisschen Auspuffgas würde mich nicht stören.
Schauen Sie, hier draußen gibt es kein Lokal. Nicht einmal ein Kino, nicht
einmal ein Café. Warum fahren Sie nicht hin und wieder in die Stadt?
Was glauben Sie wohl, würde mein Mann dazu sagen, wenn ich auf einmal ohne ihn
allein ausgehen würde?
Das dürfte ich mir bei ihm bestimmt nicht erlauben, so was.
Aber da ist doch nichts dabei. Deshalb braucht man doch kein schlechtes
Gewissen zu haben.
Ich habe in dem Fragebogen geschrieben, dass bei uns alles stimmen wird. Im Bett
auch. Wollen wir reingehen? Ja.
Hier sagt Frau Eichinger nicht die Wahrheit.
Überprüfungen von Meinungsumfragen über Sexualität haben ergeben, dass
Erlebnisse, die der Befragte als besonders intim empfunden hat, meist
verschwiegen werden.
Frau Eichingers großes Erlebnis begann so.
Grüß Gott, ist die Gärtnerzeitung für meinen Mann schon da?
Ja, es ist fast gekommen, aber ich habe es noch nicht ausgepackt.
Moment mal, Frau Eichinger.
Du, das ist das Ding.
Aber 19,80 Mark.
Aber ich hab dir doch gesagt, ich hab 15 Mark. Die 3,80 wirst du doch wohl
aufbringen.
So, Frau Eichinger, ich hab was für Sie.
Etwas Französisches. L'amour.
Liebe.
Dürfte nicht.
Lassen Sie mich mal. Erlauben Sie bitte, darf ich mal?
Auf Seite 66 nehme ich eine ganz irre Stellung. Noch weiter.
Ja, die, genau.
Das leihe ich Ihnen.
Danke.
Als Herr Eichinger nach achtstündigem Arbeitstag und je eineinhalb Stunden
reiner Fahrzeit zum Arbeitsplatz und wieder zurück, abends nach Hause kommt,
erwartet ihn eine Überraschung.
Ja,
wer denn sonst?
Was ist denn mit dir los?
Was soll's schon sein?
Gebadet hab ich halt. Was, mitten unter der Woche?
Ah, wieder ein Wammel.
Aber das magst doch gern.
Schon. Aber nicht zweimal in der Woche.
Was soll ich denn kochen mit dem Wirt?
Die Milch ist auch schon wieder teurer geworden.
Wer trinkt denn schon eine Mille?
Schau mal, was die Traudl mir geliehen hat.
Die Traudl?
Das soll besonders schön sein. Das nennt man den Prellbock.
Mich legst du am Arsch.
Ich hab gar nicht gewusst, dass die Traudl eine solche Sau ist.
Aber Paul, das wär doch mal was Neues. Hier haben sie's geschrieben.
Bei dieser Position bringt der Penis besonders tief ein.
Und wenn er mir dabei abbricht?
Lass uns das doch mal probieren.
Nein, lass mich doch.
Komm, die Hand weg.
Halt auf, das Weiberl, das hat doch gar keinen Sinn.
Lass mich doch stehen.
Lass uns doch mal was anderes machen.
Wir machen doch immer das Gleiche, Paul.
Da hin, wo sind wir denn hier? Wir sind doch hier nicht in einem Puff.
Einfälle haben diese Weiber.
Nur Unzucht.
Was hast du denn? Hast du schlecht geträumt?
Nein, nein, es ist gut.
Na, alles klar.
Grüß Gott.
Ich habe hier eine Nachnahme, 28 Mark 45.
Ja gut, danke. Wenn Sie näher treten wollen. Ja, gern.
Ja, was haben wir denn da Schönes?
Also ich habe sowas gern.
Die haben es gut, die beiden.
Das würde ich schon gern mal probieren.
Bei dieser Position soll der Penis ganz besonders tief einbringen.
Hab ich zu viel versprochen? Mei, ist das gut.
Enorm. Wo haben Sie denn das Bier her?
Das ist voll wirklich gut.
Das ist voll pfandig.
Interessant. Haben Sie schon alle Stellungen ausprobiert? Da ist Ihr Mann
wohl sehr aufmerksam.
Ja, das kann man wohl sagen.
Dann können wir das Wörtchen kaum wohl streichen.
Ja.
Frau muss fit gemacht werden für die wirtschaftliche Selbstständigkeit.
Falls die Frau sich für die Hausfrauentätigkeit entscheidet... Was
redest du da?
Die Frau muss fit gemacht werden für die wirtschaftliche Selbstständigkeit. Wo
hast du denn die Weisheit her? Von Minister Jahn. Hast du was Gutes
mitgebracht? War irgendwas Interessantes?
Dass du dich gleich hinsetzt und die Arbeit machst?
Nur die übliche Kleinbürgermoral. Wenn man bei diesen Leuten in eine
Gedankenblase sticht, kommt gleich das Wort Unzucht zum Vorschein.
Unzucht zwischen Eheleuten. Wie aufregend. Was muss man denn da machen?
Tja, man nehme einige zwiespältige Moralbegriffe, einige vage Erinnerungen
aus dem Religionsunterricht und mische das ganze wohl zusammen.
Die deutsche Ehefrau ist ein Besitz, deren Reinheit dem Manne ebenso heilig
ist wie das neue Auto. Ach, das ist doch ein alter Hut. Die Herren kommen sich
sehr fortschrittlich vor. Sie sind für den oralen und analen Verkehr nur nicht
mit der eigenen Frau.
Und wenn sie nun auch mal Lust auf irgendeine Nascherei hat?
Du, da fällt mir ein, ich habe eine neue Stellung gesehen.
Bist du im Kino gewesen?
Quatsch. Das war in einem Liebesbuch, das ich bei einem Interview gesehen
habe. Komm mal her.
Setz dich mal auf den Boden, ich zeig's dir.
Die Knie müssen runter.
So.
Sind Sie für Treue in der Ehe?
Ja.
Dankeschön. Ja, da kommt drauf an, was man als Zeitensprung betrachtet.
Und was halten Sie von Treue in der Ehe?
Treue in der Ehe?
Also ich meine, ich bin jetzt ein Vierteljahr verheiratet und mir tut es
recht gut, die Treue.
Sind Sie für Treue in der Ehe? Ja, auf alle Fälle. Für sich würde ich schon
sagen, auf jeden Fall.
Dankeschön. Von der Treue in der Ehe?
Auf jeden Fall.
Glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel einer Ehe schaden kann?
Ja. Da mag ich nicht antworten.
Was sagen Sie von der Treue? Von der Treue?
Das weiß ich. Kommt auf jeden... Sind Sie für Treue in der Ehe? Ja.
Glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel einer Ehe schaden kann?
Ja.
Und Sie?
Oh, mei, es kommt drauf an.
Es kommt auf die Ehefrau drauf an. Von der Treue.
Halte ich an und für sich sehr viel von.
Sind Sie für Treue in der Ehe?
Ja, sicher.
Glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel...
einer Ehe schaden kann?
Ganz bestimmt.
Sind Sie? Ja, ist richtig.
Dankeschön. Vielleicht ein bisschen altmodig, aber das ist unser Auffassung.
Danke. Von der Treue. Wir beide sind fest davon überzeugt. Werden Sie für
Treue in der Ehe?
Ja, ich bin dafür.
Glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel einer Ehe schaden kann?
Ja, ich bin da recht konservativ. Ich finde schon, dass es schadet. Und Sie?
Sehr viel.
Sehr viel, ja. Ehrlich.
Sind Sie für Treue in der Ehe?
Unbedingt.
Glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel einer Ehe schadet?
Schon. Sind Sie für Treue in der Ehe?
Aber natürlich.
Und glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel einer Ehe schaden kann?
Das kommt jetzt darauf an, wie Sie das sehen.
Wenn Sie den Partnerwechsel bloß sehen darin, dass der Partner mal mit jemand
anders fortgeht.
Dann schläft.
Nein, das nicht. Das halte ich nicht für richtig.
Wenn es so weit ist, dann ist ja praktisch keine Treue mehr vorhanden in
dem Sinne. Na, was soll die für eine Treue schon haben?
Also ich halte schon sehr viel. Ich finde, dass das...
Ich halt schon was auf die Treue, oder? Sind Sie für Treue in der Ehe?
Ja, auf jeden Fall.
Glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel einer Ehe schadet?
Ja, auf jeden Fall. Also ich war schräg dagegen.
Sind Sie für Treue in der Ehe?
Ja. Auf alle Fälle.
Und glauben Sie, dass ein gelegentlicher Partnerwechsel einer Ehe schaden kann?
Nein, nicht unbedingt.
Ja, ich finde schon, es kann schon schaden.
Klammert man die reinen Versorgungsehen aus, lässt sich ein deutlicher Trend
erkennen. In der heutigen Ehe und auch in der freien Liebesbeziehung ist man
sich treu, solange nicht eine neue starke Bindung auftritt.
Und glücklichen Ehen kann auch eine längere Trennung der Partner nichts
anhaben. Eine solche glückliche Ehe führt das Ehepaar Stanner seit zehn
Jahren. Ihre Tochter Josefine ist sechseinhalb.
Das ist ihr Bruder Manfred, fünf Jahre alt.
Der Vater ist Ingenieur, Spezialist für Elektronik. Und sein Beruf führt ihn oft
für längere Zeit ins Ausland.
Vielen Dank nochmal für die schönen Perlen.
Schon gut.
Waren sie teuer?
Das reicht auch noch für ein Armband.
Gefallen sie dir?
Sie sind wundervoll.
Soll ich sie dir mal umlegen?
Nicht jetzt.
Es ist aber schön, wie du die Mami liebst.
Das ist doch nichts Neues, Josephine. Das kennst du doch.
So, und jetzt geh wieder in den Garten.
Das hast du lieb gesagt.
Aber Josephine, du weißt doch, warum der Papi dich gerade gebeten hat.
Aber ich will auch lieb gehabt werden vom Papi. Weißt du, Josephine, dazu bist
du noch ein bisschen zu klein.
Warum? Kleine Mädchen bekommen nur einen guten Morgenkuss.
Später, wenn du einmal groß bist, wird dich jemand genauso lieb haben, wie ich
jetzt die Mutti. Das verspreche ich dir. Ganz bestimmt?
Ganz bestimmt.
Na gut, wenn du es mir versprichst.
Und jetzt gehst du wieder in den Garten.
So, Täti, jetzt gehen wir spielen.
Wenn wir groß sind, tat uns auch jemand so lieb wie der Papi die Mami.
Ach, ich hab dich lieb.
Hier bitte.
Vielen Dank.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass in der heutigen Zeit Die sogenannte Untreue
bei weitem nicht mehr so tragisch genommen wird wie vor ein oder zwei
Generationen. Während sich der voreheliche Verkehr eher stabilisierend
auswirkt. Das wird die Kirche wenig freuen.
Die fortschreitende Emanzipation der deutschen Hausfrau, vor allem auf
sexuellem Gebiet, führt langsam aber sicher zu einem... Was soll das hier
heißen? Strukturwandel. Aha, zu einem Strukturwandel. Die Ehe als
Versorgungsinstitut wird abgelöst durch ein freiwilliges Zusammenleben auf Zeit.
Müssen wir das so deutlich sagen?
Denken Sie an das Sakrament der Ehe.
Als Statistiker stelle ich Fakten fest.
Und das hat den Vorteil, Sie haben größeren Bezug auf die Wirklichkeit.
100, 200, 300, 400, 500, genau 520 Mark.
Da ist noch was.
So viel?
Das gibt's doch nicht. Wovon hast du denn die ganze Zeit eingekauft? Ich
glaube, ich habe dir zu viel von den kleinen Nebeneinkünften erzählt, die die
Frauen gern geheim halten.
Verstehen Sie sich mit Ihrer Frau? Das ist natürlich Voraussetzung. Auch im
Bett? Das Bett ist doch nicht die Hauptsache, finde ich.
Also doch Bett.
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