All language subtitles for Die Feuerzangenbowle 1944

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Und nun, meine Herren, sollen Sie auch den Anlass erfahren.

Heute Nachmittag habe ich unseren lieben alten Pavian begraben.

Bitte nicht zu lächeln.

Er hieß eigentlich Schmitz und war unser Lateinlehrer.

Er hat uns mit Cäsar und Horatz gefüttert. Wir haben ihm dafür

Knallplätzchen unter das Katheder gelegt.

Nun hat er Ruhe vor seinem bösen Buben.

Wir trinken auf sein Andenken.

Ja, unsere alten Lehrer.

der man heute so darüber nachdenkt. Sie erinnern mich da.

Wir hatten einen jungen Turnlehrer.

Wenn wir den ärgern wollten.

Wir waren auch so eine laute Bande.

Wenn ich daran denke, was wir alles mit unserem verehrten alten Otto Bock

angestellt haben.

Eine interessante Zwischenfrage.

Warum tut man das eigentlich? Warum macht man solchen Kult mit seinen

Lehrern? Wahrscheinlich doch, weil sie so saukomisch sind.

Nein, nein, gerade um.

Sie werden erst dadurch komisch, wenn man dauernd Schindluder mit ihnen

bleibt. Das hält doch kein Pferd aus.

Tag aus, Tag ein vor so einer Rasselbande, da wird man leicht ein

bisschen verschoben.

Naja, eine kleine Schwäche haben sie wohl alle.

Unser Direktor zum Beispiel, der hat die Hühner dicht neben dem Schulhof.

Die Hühner haben wir mit Brot gefüttert. Das Brot haben wir vorher in Schnaps

getaucht. Es war wundervoll.

Es hat den Hühnern gut geschmeckt.

Und sie benahmen sich sehr menschlich. Die einen versuchten... zu singen, die

anderen wurden sentimental.

Der Hahn aber, der wurde zudringlich und verkriech sich an einer Konservenbüchse.

Jedenfalls hatten wir Gelegenheit, die erschütternden Wirkungen des Alkohols in

diesem Sinne.

Vorsitz, wir fangen auf. Auf unsere Schule.

Auf unsere Lehre. Sie soll leben. Leben und nicht aussterben.

Guten Abend, Herr Doktor.

Die Herren sind ja heute sehr animiert. Ich glaube, Herr Doktor, sie erzählen

sich Witze.

Unanständig.

Hi,

da ist der Pfeiffer. Na, endlich kommen Sie.

Hat lange gedauert, die Premierin.

Na, wie war denn das Stück?

Ich bin froh, dass ich es nicht geschrieben habe.

Komm, wir sind hier inzwischen.

Was ist denn das für ein Gebräu?

Wir haben schon ein bisschen angefangen.

Feuerzangenbowle. Ein Teufelscheuch, kann ich Ihnen sagen. Geht scheußlich

aufs Gemüt.

Macht bei mir nichts. Und macht einen herrlichen Kater.

Geht Ihnen das auch so, Piper, dass Sie manchmal noch von der Schule träumen?

Schule? Nein.

Wie kommen Sie darauf?

Weißt du, wir doch alle.

Wohl eine Alterserscheinung. Ich habe immer denselben Traum. Ich sitze mit

meinem Jungen zusammen auf der Schulbank.

Stellen Sie sich vor, als alter Knast. Ich habe natürlich keine Ahnung mehr und

der Bengel muss mir alles vorsagen.

Ich träume immer. Ich habe mein Geschichtsbuch vergessen.

Besonders, wenn ich abends zu viel Hunger getestet habe.

Geschichtsbuch? Ich habe niemals Bücher besessen. Das Geld war mir viel zu

schade. Ich habe alles versoffen.

Pfeiffer, lachen Sie doch auch mal.

Worüber?

Ihnen ist nicht zu helfen.

Wir wollen inzwischen die neue Auflage präparieren.

Sie dürfen mich nicht immer unterbrechen.

Wenn man nämlich abgeschabte Kreide in Tinte tut, dann schäumt sie und es

kippt. Das ist auch sehr blöd. Wir hatten mal eine Zertia. Das war so ein

richtiger feiner Pinkel. Wissen Sie, so furchtbar intensiv.

Ein bisschen kurzsichtig war er auch. Und dem haben wir einen

nassen Schwamm. Einen nassen Schwamm haben wir.

auf den Kasten und Stuhl gelegt. Nun stellen Sie sich mal vor, den ganzen

Wois hat er mit seiner scharfen Hose.

Und das lassen sich die Lehrer alle so gefallen?

Oh, mein Lieber, die werden doch nicht gefragt.

Haben Sie denn sowas nicht gemacht?

Nein.

Was war denn das für eine Musteranstalt? Ich war auf keiner Schule.

Ja, aber Sie haben doch mein Abitur, habe ich privat gemacht.

Ich bin von einem Hauslehrer auf dem Gute meines Vaters unterrichtet worden.

Was?

Sie waren in keiner Schule?

Nein. Das ist ja entsetzlich. Was für ein armer, bedauernswerter Mensch.

Da wissen Sie ja gar nicht, wie das ist.

So eine richtige Penne mit richtigen Paukern. Und richtigen Lausich-Jungen.

Ich kann es mir wahrscheinlich vorstellen.

Vorstellen?

Erleben müssen Sie das. Natürlich, Pfeiffer, da haben Sie schrecklich viel.

Versäumt. Er kann einem richtig leid tun.

Das schönste Stück Jugend hat er verpasst. Weiß Gott, das hat er. Und das

kann er auch nicht mehr nachholen.

Prost, Pfeiffer.

Prost, Pfeiffer.

Verzeihen Sie eine Frage.

Warum?

Kann er das nicht mehr nachholen?

Wie soll ich das verstehen?

Sie meinen, er sollte nachträglich nochmal?

Nur aus Spaß natürlich, für ein paar Wochen.

Als erwachsener Mensch?

Das ist ja Unsinn!

Natürlich ist es Unsinn. Obgleich eigentlich, rein theoretisch betrachtet.

Ja, meinen Sie das im Ernst?

Das weiß ich nicht genau. Das müsste man sich mal überlegen.

Es könnte natürlich nur irgendwo sein, wo man ihn nicht kennt.

Ach, das ist das Wenigste.

Bamberg zum Beispiel. Das ist meine Heimat. Liegt wunderbar hinter dem Mond

und ist ein entzückendes Städtchen mit einem entzückenden Gymnasium und mit

ganz entzückenden... Mädchen?

Nee, Lehrern.

Gibt es denn da wenigstens ein anständiges Hotel, wo er wohnen kann?

Hotel? Quatsch. Eine Bude muss er natürlich haben.

Ja, das ist klar.

Sturmfrei.

Ich fürchte nur, seine schöne Marion wird es ihm nicht erlauben. Ich werde

Sie nicht fragen.

Wie, Pfeiffer, wollen Sie etwa wirklich?

Ich habe, weiß Gott, Wichtigeres zu tun, als da wochenlang in so einem Kaff

rumzusitzen. Na, was das anbelangt, ich als Ihr Verleger darf mir ein offenes

Wort erlauben.

Sie haben mir letztendlich ein bisschen viel geschrieben.

Es wäre Zeit, dass Sie mal was erleben.

Jawohl, und was richtig Verrücktes, dass ich Ihnen mal auch noch nicht das Gehirn

durchpustet. Dass Sie wieder lachen lernen, Sie haben es am nötigsten von

uns allen.

Na, wie wäre es, Pfeiffer? Hätten Sie Mut?

Wozu Mut?

Was kann ihm schon passieren?

Wenn es ihm zu dumm wird oder man will ihn rausschmeißen, kann er jederzeit

aufstehen und sagen, meine Herren, Sie können mir gar nicht.

Mein Abitur habe ich hier in der Tasche und meinen Doktor obendrein. Also,

beschlossen und verkündet, wir schicken den Pfeifer nochmal aus dem Nasen. Ja,

ja, ja, nur erlauben Sie mal. Mir wird gar nichts erlaubt. Bis ich mich dazu

geäußert habe. Ach, was, Sie sind bestimmt vier gegen eins. Man fahre

nicht. Ich beleide Sie.

Verdammt, man möchte mit Ihnen fahren. Mensch.

Können Sie ja morden. Wir sind uns klar darüber, dass es natürlich ein Irrsinn

ist, aber... Ich habe mir schon immer gewünscht,

mal etwas Irrsinniges zu tun.

Mal ein richtiger Junge sein.

Albern und ohne Sorgen.

Klassenarbeiten machen, mit Papierkügelchen schießen.

Ach, Leute.

Das glaubt mir ja kein Mensch.

Man sieht doch nicht aus wie ein Peneler.

Kleinigkeit, da müssen Sie sich eben entsprechend zurecht machen.

Wie stellt ihr euch das vor?

Soll ich mir vielleicht das liebe Bärtchen wegnehmen lassen?

Mein wallendes, dichter Haar stutzen?

Vielleicht auch noch eine traurige Nickelbrille ins Gesicht?

Bücher unter dem Arm und die Primanermütze auf dem Kopf?

Und dann stehe ich eines Morgens auf dem Schulhof, bin der Neue, die Sensation

für Babenberg.

Und jetzt kommen sie in dichten Haufen, staunen mich an und fragen mich aus, wer

ich bin, woher ich komme und ob ich.

Setzen Sie sich.

Sie sollen sich setzen.

Sehen Sie eine neue Schölung?

Nehmen Sie die Mütze ab und stehen Sie auf.

Ich heiße Sie im Namen unserer Lehranstalt und der Oberpräma herzlich

willkommen.

Setzen Sie sich da vorne hin, damit ich Sie besser beobachten kann.

Sie werden sich recht wohl bei uns fühlen.

Sie halten?

Johann Pfeiffer.

Mit einem F oder mit zwei?

Mit drei, Herr Professor.

Mit drei F?

Eins vor dem Ei, zwei hinterm Ei.

Bitte.

Sie sind etwas albern.

Sie wären noch auf keiner Anstalt.

Das spürt man.

Sie werden sich an strenge Schuldsucht gewöhnen müssen.

Setzen Sie sich.

Bitte.

Mit der Schule ist es wie mit der Medizin.

Sie muss besser schmecken.

Sonst nützt sie nichts.

In dem von mir verfassten Buch...

Die Gerechtigkeit des Lehrers unter besonderer Berücksichtigung der höheren

Lehranstalten habe ich ausgeführt, dass das

wissenschaftliche Streben um den vorgeschriebenen Lehrstoff getragen

werden muss, einerseits von dem Verständnis und der Fürsorge des Lehrers

für den ihm anvertrauten Schüler und andererseits von der Ehrfurcht und...

und Hochachtung des Schölers vor seinem Lehrer.

Wer ist das gewesen?

Wer ist das gewesen?

Herr Professor, fahren Sie doch mal in den Lug.

Lug? Haben Sie mit der Papierkugel geschossen?

Rosen, haben Sie gesehen, dass der Loch mit der Papierkugel geschossen hat?

Das habe ich auch gar nicht gesagt, Herr Professor.

Ich habe nur gesagt, Sie möchten ihn mal fragen, weil er doch so klug ist und

immer alles weiß.

Setzen Sie sich, Rosen.

Ihnen fehlt die sämtliche Reife.

Da der Öveltäter sich nicht meldet, werde ich ihn feststellen.

Aha, das Stück Papier ist aus einem Schulhefte gerissen.

Treten Sie vor!

Zeigen Sie Ihre sämtlichen Hälften!

Für die nächste Stunde repetieren Sie, was wir heute durchgenommen haben.

Nun, Klemke, was bringen Sie denn?

Pfeiffer soll mal sofort zum Herrn Direktor kommen.

Bitte.

Treten Sie näher, Pfeiffer.

Bitte. Sie kennen die Schulordnung, Pfeiffer?

Sie ist mir ausgehändigt worden.

Dann ist Ihnen auch bekannt, dass Schüler ohne Begleitung Erwachsener

keine Wirtshäuser besuchen dürfen?

Jawohl. Sie sind aber gestern Abend gegen halb zehn Uhr, wie ich eben höre,

im Gasthof Axmacher gesehen worden.

Natürlich, ich wohne ja da.

Sie wohnen da?

Das fängt ja gut mit Ihnen an.

Herr Direktor, ich hatte gedacht... Sie sollen aber nicht denken.

Schön, da bin ich mir abgewöhnt. Ich hatte nur gedacht, weil Axmacher ein so

gediegenes Hotel ist... Er denkt ja schon wieder.

Ja, und dann hatte ich mir eben gedacht, wenn da lauter so feine Herren wie die

Herren Professoren... Er denkt ja immer noch.

Verzeihung, ich... Nun schweigen Sie mal stille.

Ich möchte nichts gegen den Gasthof Axmacher gesagt haben, aber das ist kein

Aufenthalt für Sie.

Erstens mal ist das für Sie viel zu grossspielig. Und zweitens, was macht

das für einen Eindruck? Der Schüler einer höheren Lehranstalt kann doch

nicht in ein Wirtshaus wohnen.

Daran habe ich nicht gedacht. Sie sollen aber denken, dafür sind Sie ein

gebildeter Mensch oder wollen es wenigstens werden.

Dann will ich es mir auch wieder angewöhnen. Und heute Nachmittag gehe

ich auf Budensuche.

Budensuche? Was ist denn das für ein Ausdruck? Eine Bude ist etwas

Ungehöriges. Ich möchte fast sagen, Unmoralisches.

Der Schüler einer höheren Lehranstalt hat keine Bude, sondern, sofern er nicht

zu Hause wohnt, eine ordentliche Kammer bei anständigen, rechtshaftenden Leuten.

Schön. Dann gehe ich gleich heute Nachmittag. Nein, Pfeiffer, heute

Vormittag. Vom Unterricht sind Sie selbst, was Sie nicht dispensieren.

Oh, schade.

Ja, wie gesagt, ich weiß nicht, ob es für Sie nicht ein bisschen teuer ist.

Aber da würde ich unter Umständen auch... Die 65 Mark die Woche mit

Verpflegung, das kann ich mir schon leisten. Die Woche?

Pro Monat, junger Herr.

Pro Monat, um Gottes Willen, was geben Sie da zu essen? Gute Hausmannskost,

selbstverständlich. Alles sehr kräftig und nahrhaft. Und reichlich. Und allem

so viel, wie Sie wollen.

Ich bin kein großer Esser. Das müssen Sie aber.

Kinder in den Entwicklungsjahren haben das nötig.

Der meine wollte auch nicht recht.

Erst später, als er zu fremden Leuten kam... Bestatten Sie, kann ich mal das

Badezimmer sehen?

Badezimmer? So, ja. Ich habe da eine Zinkwanne, die ich dafür benutze. Wenn

Sie mal sehen wollen.

Ich heize Ihnen dann die Küche gut ein.

Jeden Samstag. Sie sollen bei mir alles so haben wie zu Hause.

Wissen Sie, ich wollte ja eigentlich gar nichts vermieten.

Aber da mein Sohn nicht mehr im Hause ist, wenn Sie vielleicht sonst noch

Wünsche haben, ich kann Ihnen auch einen schönen Schaukelstuhl im Zimmer stellen.

Oder vielleicht mein Klavier.

Dankeschön.

Oh, das haben Sie aber gar nicht schön gemacht.

Sehen Sie mal, wie leicht hätte das kaputt gehen können.

Oh, sicher Ihre Frau Mutter?

Nein, nein, nein, nein, das stimmt.

Dann ist es wohl sonst eine Verwandte von Ihnen.

Vielleicht eine Tante? Ja, so etwas ähnlich.

Eine schöne Frau und so elegant.

Kümmert sie sich auch ein bisschen um Sie? Ja, ich muss damit rechnen.

Herr Dr. Pfeiffer, ist er wieder nicht da?

Herr Dr. Pfeiffer ist verreist, wie ich dem ehemaligen Fräulein bereits schon

mehrfach gesagt habe. Alfred, Sie lügen.

Er ist nicht verreist und hat ehrlich mitgenommen.

Vielleicht hat er diesmal besondere Gründe, dass er ohne das gnädige

Fräulein... Gründe? Ach, Alfred, seien Sie doch mal ehrlich.

Sie bekommen noch ein paar Theaterkarten. Wer ist es? Wie heißt

sie? Ist sie hübsch? Wer?

Die er mitgenommen hat.

Der gnähe Herr hat diesmal keine mitgenommen. Dann ist er auch nicht

bereit. Ich rieche doch seine Zigarette.

So? Das kann ich mir kaum vorstellen.

Das Glas, das er frisch benutzt.

Ja, wer hat denn das da hingestellt?

Alfred, was ist Ihnen denn?

Ach, stehen Sie doch mal gerade.

Sie sind ja betroffen.

Irgendetwas stimmt doch hier nicht.

Seine sämtlichen Koffer sind noch hier.

Auch alle seine Anzüge.

Wäsche hat er auch nicht mit, nicht einmal einen Pyjama.

Der arme Mensch, wie will er denn da schlafen?

Wie du, Marlene.

Mein

Vater.

Die Kreatur.

Nein, nicht nur.

Was soll ich Ihnen zum Frühstück machen?

Ich pflege, morgen sehr wenig zu nehmen.

Nur eine Kleinigkeit.

X ist gleich minus B halbe plus minus Wurzel aus B halbe im Quadrat minus Q.

Tangens ein halbes mit Klammer Alpha plus Beta.

Verhält sich zu Tangens ein halbes mal. Wenn Ihnen der Kakao nicht süß genug

sein sollte.

Doch, doch. Alpha minus Beta wie A plus B. Wie fällt es Ihnen denn hier in Baden

-Württemberg? Haben Sie sich schon gut eingelebt?

Warten Sie, waren Sie schon auf dem Schützenfest?

Am Sonntag ist nämlich das Schützenfest.

Was ich Ihnen übrigens noch sagen wollte, geben Sie sich nicht mit Mädchen

ab. Wir leben hier schließlich in der Stadt.

Und da ist längst nicht alles so, wie es sein sollte, schon mancher gute Junge

ist da vor der Zeit verdorben worden.

Lassen Sie sich nicht stören.

Der meine war auch immer so fleißig und konnte nie ein Ende finden. Er ist jetzt

bei der Steuer.

Ach, es wird alles immer schlimmer. Da haben Sie wohl auch sehr strenge Lehrer.

Sehr.

Moin, Jungs.

Ah, du bist der Neue, wa?

Du brauchst nicht aufzustehen, wenn die hier reinkommen. Das tun sie bei mir

alle nicht. Was hab ich davon, wenn ihr aufsteht? Moin, Bemmel.

Moin. Ja, moin, hast du schon gesagt, wa?

Ach, ist das ein Wetterchen heut.

Und die Sonnenscheide so schön.

Ich bin so gut gelaunt. Da wollen wir uns aber auch gar nicht ärgern.

Wo sind wir denn dran?

Aha, heut haben wir die Dampfmaschine.

Was ist eine Dampfmaschine?

Da stellen wir uns mal ganz dumm und sagen, eine Dampfmaschine, das ist ein

großer, runder, schwarzer Raum.

Und der große, runde, schwarze Raum, der hat zwei Löcher.

Das eine Loch, da kommt der Dampfer rein, und das andere Loch,

das kriegen wir später.

Was tut nur der Dampf?

Der Dampf, der drückt auf den Kolben.

Was eine Kolben ist, das kann man nicht explizieren.

Das steht im Buch.

Es steht überhaupt alles im Buch, was ich sage.

Bloß, die sind so schön.

Was machst du denn da unten, Rudi?

Mir sind zehn Flügel runtergefallen.

Ja, siehst du, dass du die auch schon wiederkriegst. Das ist viel Geld für den

Jungen.

Wo waren wir dran?

Ach so, ja, beim Kolben.

Nun ist das ganz rapidiert gemacht.

Da kommt auch Dampf von der anderen Seite rein.

Und der drückt auch auf den Kolben.

Siehst du?

Und darum geht der Kolben hin und her und hin und her. Was gibt's denn hier

für die Mecklenburg? Hast du sie doppelt?

Ist ja egal.

Da ist nämlich so ein komisches Ding dazwischen. Am einen End geht's hin und

her und am anderen End geht's so rund.

Das ist die Pleuelstange.

Manchmal hat so eine Dampfmaschine auch zwei Zylinder. Dann ist es eine

Zwillingsmaschine. Da ist ja nichts zu lachen, das heißt, dann geht der Dampf

erst in der einen Zylinder, der ist klein, und dann in der anderen.

Sind noch Fragen, dann wisst ihr jetzt ganz genau, wie in Dampfmaschinen geht.

Und wer nicht, der ist jetzt selber entschuldigt.

Wo ist denn der andere Schuh?

Der hat doch eben noch hier gestanden, Herr Professor.

Der ist aber weg.

Herr Professor, vielleicht haben Sie ihn schon ein?

Nee.

Hat einer von euch den anderen Schuh gesehen?

Wenn ich den Sau jung krieg, den mich der Schuhwäsche-Tan hat.

Herr Professor, wir müssen uns das verbitten. Wir stehlen keine Schuhe.

Also nur sei doch mal nett und gebt mich die Schuhe raus.

Dann krieg ich auch keine Strafe.

Zur Belohnung gebe ich euch auch nichts auf.

Herr Professor, Sie können unsere Brüste nachsehen.

Wenn ihr euch einbildet, ich hopp's jetzt auf einem Bein durch die Klasse.

Ich hab Zeit.

Herr Professor, es hat zum zweiten Mal gelötet.

Ohne den Schuh kann ich nicht weg.

Herr Professor, wir haben gleich Geschichte bei Herrn Dr. Brett. Da kann

ich nicht nur trinken.

Ist da was Besonderes? Da drüben, das ist die höhere Töchterschule.

Na, sehr praktisch.

Oh, die sind hübsch. Kann man mit denen anbandeln? Die Blonde mit den langen

Zöpfen, oh, das wäre so mein Fall.

Ich kriege links die Schwarze. Mensch, die hat Rasse. Deine kriege ich. Und ich

die Große mit der hellen Bluse. Du, da ist was dran. Und welche willst du? Alle

Ferkel. Man merkt, dass du aus Berlin kommst.

Guten Morgen!

Guten Morgen!

Was

habt ihr denn?

Herr Kollege, das muss wohl ein Irrtum sein. Ich habe hier

Unterricht. Und ich warte auf meinen Schuh.

Was ist hier los?

Moin,

Herr Kollege.

Bitte schön, Herr Professor.

Dankeschön.

Dankeschön.

Dankeschön.

Was habt ihr für einen fiesen Charakter?

Pfeiffer, ich weiß ... Mit drei F.

Ja, das war aber nur, weil er Schnauz so komisch gefragt hat.

Schnauz? Ja, ich bin neu. Ich kann ja nicht wissen, wie Professor Krei richtig

heißt.

Sie sehen, Pfeiffer, bei mir ist das anders.

Und damit Sie von vornherein im Bilde sind, ich pflege meine Klasse vor, die

Wahl zu stellen, Krieg oder Frieden.

Die Klasse hat sich für Frieden entschlossen.

Sie fährt ganz gut dabei.

Außerdem hätte es bei mir auch gar keinen Zweck.

Denn alle Dummereien, die gemacht werden können... sind mir aus meiner Jugend

bekannt.

Bei mir würde nichts glücken.

Auch nicht, wenn es vielleicht was ganz Neues ist?

Dann bitte.

Sie haben für heute die Völkerwanderung repetiert?

Nun, Knebel, erzählen Sie uns mal, welchen Volksstamm können Sie denn am

besten? Die, äh, Goten.

Sie meinen, dann brauche ich Sie nach dem Goten also nicht zu fragen?

Schön.

Dann erzählen Sie uns doch mal etwas von dem Goten.

Die Goten saßen ursprünglich...

Ursprünglich saßen die Goten

in... Ach, nur betonen Sie doch mal aus.

Es saßen die Goten ursprünglich in...

Schweden. Richtig.

Und von dort gingen Sie?

Von dort gingen Sie in die Gegend von Danzig.

Und von da gingen Sie dann nach Russland.

Und von da nach... Ja, und da wussten Sie eigentlich nicht recht, was Sie

machen sollten.

Und... Und zerfielen dann in

die Ost... Und die Westgurten.

Gut, Knebel.

Sie können sich setzen.

Vier. Wieso vier, Herr Doktor? Ich hab doch alles gekonnt. Ich hätte eher eine

Zwei verdient.

Zwei bekommt Pfeiffer.

So.

Nun geben Sie mir mal Ihren Spiegel.

Bitte.

Das nennen Sie neu?

Und was machen Sie bei Regen?

Wissen Sie, dass der so falsch singt?

Ausgeschlossen.

Vom Gesang sind Sie natürlich dispensiert.

Ach, dann darf ich also nicht mehr mitsingen?

Also nochmals.

Bitte weiter zu gehen. Aber es ist ein Erlebnis, ihn zu lesen.

Lesen? Ach so, das könnte man wirklich auch mal tun.

Lesen? Das ist er.

Pfeifer, wie er lebt und lebt. Elegant, schön überlegen und so verführerisch.

Na, können Sie auch alle? Ja.

Ja, und wann fangen wir an?

Das Stichwort heißt Baldrian.

Wie?

Baldrian. Baldrian.

Und wer sagt das?

Ich natürlich.

Wenn ich sage Baldrian, geht's los.

Vorsicht, die VK.

Der Pfeiffer hat sich ganz gut bei uns eingelebt.

Ich fürchte nur zu gut.

Haben Sie heute noch Unterricht in der Prima, Herr Kollege?

Ja, warum?

Ich würde Ihnen raten, auf der Hut zu sein.

Ach, wenn wir den Jungen nichts tun, tun sie uns auch nichts. Gestatten Sie, Herr

Kollege.

Na ja, was sie liebt, das meckt sich.

Die Zuneigung der Schöler gewinnt man durch andere Mittel. Ich habe da gewisse

Wenkelzöge, mit denen man den Lehrstoff angemessen würzt und angenehm gestaltet.

Heute in der Chemie zum Beispiel komme ich an die alkoholische Gärung.

Und da bringe ich jedes Jahr, meine Schöler wissen das, eine Literflasche

Heidelbeerwein, die ich selbst hergestellt habe, mit in den

Chemieunterricht, damit jeder sich von dem Wohlgeschmack des Getränkes

überzeugt.

Vorsicht, jeder noch einen winzigen Schluck, sonst steigt er in den Kopf.

Jeder muss das Glas um einen Winkel von 20 Grad drehen, damit er eine neue

Stelle bekommt.

Wir bestimmen inzwischen den Alkoholgehalt.

Sehen Sie,

das sind fast 13 Prozent.

Die Heidelbeeren habe ich nämlich persönlich gepflückt.

Heidelbeerwein hat nicht nur einen ausgesprochen würzigen Geschmack,

sondern ist auch durchaus gesund und bekömmlich.

Stimmt das, Herr Professor Baldrian?

Baldrian soll doch zum Beispiel auch sehr gesund sein.

Natürlich ist Baldrian gesund, aber das gehört doch nicht hierher.

Doch, doch, doch, Herr Professor, mein Onkel, mein Onkel sagte immer Baldrian.

Wir gehören in jene Familie.

Pfeiffer, Sie sind alt. Setzen Sie sich.

Ackermann, was wissen Sie von der alkoholischen Gärung?

Schon die alten Germanen haben aus Honig ein berauschendes Getränk bereitet,

welches sie Met nannten.

Und mit diesem Met legten sie sich auf die Bärenhaut.

Was ist denn los, Ackermann?

Gar nichts.

Mir ist nur so, so, so komisch im Kopf. Wenn Ihnen komisch im Kopf ist, setzen

Sie sich mal hin.

Pfeiffer, fahren Sie fort.

Die alkoholische Gärung oder die Gärung des Alkohols erzeugt Alkohol. Der

Alkohol erzeugt Gärung, die sogenannte alkoholische Gärung.

Scheiße, Sie phasen.

Setzen Sie sich.

Der gährende Alkohol beginnt dann zu phasen und so entstehen Heidelbeerphasen

oder Heidelbeerfusel.

Look, was wollen Sie denn?

Herr Professor, ich weiß nicht, ob das was zu betreuten hat.

Aber ich kann... Ich kann gar nicht mehr reden.

Was können Sie nicht?

Oh,

Feife, ist Ihnen nicht wohl?

Doch sehr nur.

Machen Sie mal das Fenster auf.

Rosen,

fahren Sie fort.

Lachen Sie doch nicht so lächerlich.

Herr Professor, ich lache doch gar nicht.

Ich muss nur an meine arme Mutter denken.

Den winzigen Schluck!

Nein, nein, ich will verzichten.

Ihr geht jetzt nach Hause, so leise ihr könnt.

Nehmt euch ein bisschen zusammen.

Und dann legt ihr euch möglichst unauffällig ins Bett.

Herr

Kollege,

Sie haben meine Oberprima vergiftet. Ich wollte lediglich die alkoholische

Gärung... Meine schöne Oberprima!

...jeder noch einen wenzigen Schluck... Vergiftet, sage ich!

Herr Kollege, ich erwarte zunächst Ihren schriftlichen Bericht.

Das Weitere wird sich finden.

Ist da jemand?

Nein.

Wie?

Sind Sie der Mann mit dem Heidelbeerwein?

Was wollt ihr denn?

Wir wollen nur mal gucken.

Sie, Sie, Sie, lassen Sie das.

Wie? Sie sollen doch so klug sein.

Dann seien Sie doch mal was Kluges.

Und du wolltest ja die Zigarette.

Wir hoffen ja gar nicht drauf.

Das ist ja verboten.

Ihr seid ja eine feige Gesellschaft.

Den Mut habt ihr nur, weil eine Tür zwischen uns ist.

Sollen wir ein bisschen hereinkommen?

Ich bitte darum.

Sie genieren uns doch. Was denken Sie von uns?

Ihr seid wahrscheinlich hässlich wie die Nacht, was? Und krummbeinig und schief.

Vorne nichts und hinten nichts. Sonst würdet ihr auch reinkommen.

Hübsche Mädchen genieren sich nicht.

Dann einfach.

Gänse.

Frau

Winscheid,

glauben Sie, geht das so?

Das hat man nicht gern.

Wenn die Jungs auf einmal so eitel werden.

Bei den Meinen hat es auch so angefangen. So, also, bis zum Abendessen

bin ich zurück.

Hans!

Tschö, auf Wiedersehen.

Wiedersehen. Wo willst du denn schon wieder hin? Ja, ihr wollt uns doch den

Aufsatz machen. Nein, nein, ich muss... Sollen wir denn mitgehen? Nein, nein,

vielen Dank.

Wiedersehen.

sehr schlimmen Kater?

Ach, im Gegenteil. Das war ein hochinteressantes Erlebnis.

Herr Pfeiffer, warum erzählen Sie eigentlich so wenig von sich selbst?

Ach, was ist da schon viel zu erzählen?

Was möchten Sie denn gerne wissen?

Ach, allerhand.

Waren Sie eigentlich schon einmal verliebt?

Ach, ich habe mich immer sehr zurückgehalten.

Sehen Sie, das finde ich so nett an Ihnen.

Ich mag die Jungs nicht leiden, die gleich immer so frech sind.

Die Unterprimaner sind die Schlimmsten. Wirklich? Bestimmt.

Meine Freundin kannte einen, der wollte sogar einen Kuss von ihr.

Was ist denn?

Schade, dass ich kein Unterprimaner bin.

Warum?

Was haben Sie denn da?

Nichts. Sie haben mir das Schild heruntergenommen.

Nein.

Glauben Sie, ich bin blind?

Legen Sie es sofort wieder auf.

Was? Weiß man nicht.

Sie sollen das Schild wieder aufheben zum Donnerwetter.

Bitte um Ihre Meinung.

Ich bin vielleicht zu frei, mich der Meinung des Herrn Direktors

anzuschließen. Ich habe mich ja noch gar nicht geäußert.

Bitte, Herr Kollege.

Die Freifütter hat verlangt. Oh, nachsichtige Bestrafung. Ich stimme

dafür, dass der schuldige Schüler unverzüglich von der Anstalt entfernt

werde. Sehr richtig.

Und ich stimme dafür, dass wir den schuldigen Schüler erst herausbekommen,

ehe wir ihn entfernen.

Wir werden an sein Ehegefühl appellieren und ihn bitten, sich freiwillig zu

melden. Ich glaube an unsere Jugend.

Aber dass sie sich vor lauter Ehegefühl von der Schule verweisen lässt, meistens

findet sich ja auch ein lieber Freund.

Ich will nicht hoffen, dass dieser liebe Freund sich auf unsere Anstalt findet.

Tja, wenn wir nicht weiterkommen, dann müssen wir nach altem Rezept eben alle

bestrafen. Wir haben 247 Schöner auf unserer Anstalt.

Da bestrafen wir einen zu Recht und 246 zu Unrecht.

In meinem Buch wird die Gerechtigkeit des Lehrers unter besonderer

Berücksichtigung der höheren Lehranstalten, Herr Ploli, gebrannt.

Bitte unterdrücken Sie doch das Lächeln.

Die Angelegenheit ist ernst genug.

Allerdings. Aber das Problem liegt ganz woanders.

Wenn es herauskommt, dass das Schild eine Fälschung war und wir alle, auch

wir, meine Herren, auf diesen dummen jungen Streicher reingefallen sind, es

gibt in der ganzen Stadt ein wierendes Gelächter. Und was das

Provinzialschulkollegium dazu sagen wird?

Da um Gottes Willen, meine Herren, was sollen wir denn machen?

Nichts.

Was heißt nichts?

Wir können doch diese Fälschung... Ob das eine Fälschung ist, Herr Direktor,

das hängt ganz von uns ab.

Da stellen wir uns ganz dumm und sagen so.

Das Schild ist echt.

Das habe mir selber rausgehängt.

Wegen der Bauarbeiten.

Meine Herren!

Meine Herren!

Dieser Vorschlag steht im stärksten Gegensatz zu den Prinzipien meines

Buches und ich lehne ihn. Ach, Frau, ich bedauere, dass in dieser Runde und mir

ein solcher Vorschlag gemacht wird. Wir sind es dem hohen Ansehen und dem

ehrlichen Ruf unser Anstand schuldig. Ja, schuldig, dass wir ihr die Blamage

erspart. Und Ihnen, Herr Direktor, den immerhin recht peinlichen Bericht an das

provinzialische Kollegium.

Sie meinen, lieber Bömmel, da brauchte ich...

Aber lieber Kollege, wie stellen Sie sich das vor?

Wir haben doch gar keine Bauarbeiten.

Das mache ich Ihnen schon zu Recht.

Kinder,

die Konferenz ist aus.

Fein, jetzt geht die Untersuchung los. Na Pfeiffer, mit dem großen Mut, großen

Mund wollte ich sagen.

Schlottern ja nicht ein bisschen die Knie?

Was meinst du, wenn das rauskommt? Wie soll das denn rauskommen?

Weiß ich nicht.

Vielleicht, wenn dich jemand anzeigt.

Wer denn? Du vielleicht?

Mensch, hast ja nicht Mut dazu.

Mut? Sag das nicht noch einmal, sonst tue ich es wirklich.

Wetten, dass du das nicht tust? Wetten, dass ich es doch tue?

Nehmen Sie die Bücher.

Schlagen Sie auf, Seite.

Was wollen Sie denn noch?

Herr Professor, ich habe Ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen.

Wenn Sie wieder nicht präpariert haben.

Ich halte es für meine Pflicht und ich möchte nicht, dass vielleicht der

Unschuldige, der mir nachsagt, ich hätte nicht den Mut dazu.

Machen Sie Ihre Zwestigkeiten auf dem Schulhof ab.

Oder besser noch auf der Straße.

Herr Professor, es ist doch wegen dem Schild.

Setzen Sie sich.

Herr Professor, wegen dem Schild von gestern. Es heißt nicht wegen dem

Schild, es heißt wegen des Schildes. Also schön, Herr Professor, wegen des

Schildes. Ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen sich setzen. Aber es muss Sie

doch interessieren, wer das Schild... Wenn Sie weiter stören, kommen Sie vor

die Tür. Ich meine, wer das mit dem Schild gemacht hat.

Rosen, Sie reden irre.

Das Schild hat der Castellaner gefertigt, wegen der Bauarbeit.

Das ist schwindelnd, das ist schwindelnd.

Jetzt ist es genug.

Setzen Sie sich.

Ackermann schreiben Sie ins Klassenbuch der Hosens durch den Unterricht, durch

all Wunder rein.

So, jetzt schlagen Sie auf Seite 117.

Na, Pfeiffer, Sie machen so ein vergnügeltes Gesicht.

Sie möchten sicher, dass ich Sie wieder mal drannehme.

Ich bitte darum.

Dann will ich mal sehen, ob Sie Ihren Wallenstein auch verstanden haben.

In welchem Akt? Und in welcher Szene spricht wer zu wem die Worte?

Das war kein Heldenstück.

Octavio.

Ja, sehen Sie, Pfeiffer, es ist nichts mit Ihnen. Sie werden immer dümmer.

Sie werden zum Gespett der ganzen Klasse.

Ich verstehe das nicht, Pfeiffer.

In allen Fächern stehen Sie genügend und besser.

Nur in Deutsch sind Sie mangelhaft. Herr Deutsch, Deutsch liegt mir nicht.

Das ist schlimm.

Was wollen Sie denn einmal werden?

Das weiß ich noch nicht.

Suchen Sie sich einen Beruf, bei dem Sie nicht viel zu schreiben haben.

Am besten werden Sie Zahnarzt.

Bitte.

für die Ehre.

Sie wünschen ein Zimmer?

Ich wollte zunächst nur mal fragen, ob Dr. Pfeiffer hier wohnt. Nein, der ist

noch nicht eingetroffen. Aber vielleicht kommt er noch mit einem Abendzug, wenn

Sie eins meinen.

Danke. Was gibt es hier noch im Zahnhotel, wo Dr. Pfeiffer wohnen kann?

Vielleicht, aber ich... Herr Axtmacher, wir hatten noch mal so einen Herrn

Pfeiffer. Wissen Sie noch, dem wir das kolossale Trinkgeld gegeben haben? Ach,

der kommt doch gar nicht in Frage.

Kolossales Trinkgeld, sagen Sie? Dann kommt er vielleicht doch in Frage.

Wo wollen Sie hin, Fräulein?

Ich bin vielleicht an Doktor Pfeiffer. Ich muss ihn dringend sprechen.

Doktor Pfeiffer? Nee.

Wer soll das sein?

Ein Lehrer?

Das weiß ich eben nicht.

Doktor Pfeiffer haben wir hier nicht. Das ist mir aber gesagt worden.

Sie, Fräulein.

Wenn Sie vielleicht den meinen, den haben wir vor ein paar Wochen gekriegt.

Der ist aber kein Doktor.

Könnten wir den nicht mal schnell rausholen?

Nee, der muss jetzt in seine Klasse.

Luftdruck. Herr Professor, können wir nicht lieber über das Thermometer

schreiben? Das können wir besser.

Das ist mir egal.

Schreibt über was ihr wollt.

Unsinn wird uns ja durch.

Herr Professor, es hat geklopft.

Der Witz ist zu alt.

Da falle ich mir drauf rein.

Also meins wie, über das Thermometer.

Herr Professor, es hat wirklich geklopft.

Meins hat er nicht gehört.

Geh mal raus an die Tür und guck, was der will.

Da draußen ist eine Dame.

Was, eine Dame?

Was will die von uns?

Sie will da reinkommen. Nein, nein, nein.

Wie sieht die denn aus?

Schön.

Geh mal her und guck.

Wir nehmen dich mal einen Augenblick anständig.

Ja, was ist denn?

Bitte, ist mir denn ein Herr namens Pfeiffer?

Ein Herr?

Ach, Sie meinen den Jungen da, den Neuen? Dem möchte ich sprechen.

Ja, das geht jetzt nicht. Wir schreiben gerade in Klassenarbeit über den

Thermometer. Herr Professor, nun seien Sie doch nicht so streng. Schicken Sie

ihn mir mal raus, ja?

Ja, wenn es Ihnen allzu lang dauert, Fräulein.

Was soll ich ihm denn sagen, der da ist? Es genügt wohl, wenn er dasselbe sieht.

So.

Ja, und in welcher Angelegenheit bitte?

Das ist ja egal.

Oh Gott, wenn es Ihnen egal ist, mir ist es auch egal.

Herr Professor, der ist nämlich geistig...

Nicht ganz in Ordnung.

Und der heißt sich denn... Ach, der steckt uns alle in den Sack, wie wir da

sind. Woher kennen Sie ihn überhaupt?

Aus Berlin natürlich.

Aus Berlin, ja.

So sehen Sie auch aus.

Was? Wissen Sie was, Frau Lann, lassen Sie mich meine Jungs hier in Ruhe.

Ich danke Ihnen.

Sind Sie da?

Ach, er muss gerade weggegangen sein.

Er ist nachmittags immer unterwegs, wenn ich was bestellen soll.

Ach, jetzt sehe ich erst. Die Frau Tante.

Wie bitte? Ja, ich kenne Sie doch von dem Bild hier, das da hängen, gehangen

hat. Haben Sie ihm nicht geschrieben, dass Sie kommen wollen? Es ist manchmal

besser, wenn man unangemeldet kommt.

Oh, Sie wollen ihn überraschen. Oh, der wird sich aber freuen.

Nein, wie jung ist sie noch aussehend.

Ja, ja, an den Kindern merkt man, dass man älter wird.

Wie geht es denn meinem Neffen? Oh, sehr gut.

Hübscher Junge ist das geworden.

Ach, dann hat er auch sicher schon eine kleine Freundin oder sowas.

Nein, ach, was soll er denn damit?

Da hat er doch gar keine Zeit zu.

Der hat nur Sinn für seine Bücher und seine Arbeit.

Da kommt er ja. Der liebe melancholische Kaffee.

Nun wollen wir es uns bald wohl sein. Ja, du warte, warte, ich packe ihn.

Pfeiffer, wir können Ihnen da sicherlich keine Vorschriften machen, aber finden

Sie es nicht ein bisschen merkwürdig, dass Sie sich da an den Nachbartisch

setzen? Ach so, wenn ich zu Ihnen rüberkommen darf? Recht gern natürlich.

Hatte mir das nur nicht getraut, nicht wahr?

Herr Professor, wenn Sie mich vielleicht den beiden Damen vorstellen würden?

Nein?

Gestatten, Pfeiffer?

Gestatten, Pfeiffer?

Herr Direktor, war so liebenswürdig, mich herüberzubinden.

Ja, soll ich wirklich neben dem Medienfräulein?

Verbindlich, danke.

Ja, ich weiß nicht, gnädige Frau, ob Sie schon von mir gehört haben. Aber bitte

lasst mich doch gar nicht abschrecken, ja? Jedenfalls freue ich mich

außerordentlich, in Ihnen die bezaubernde Gattin unseres hochverehrten

Herrn Direktors kennenzulernen. Oh, bitte.

Übrigens ganz erstaunlich, gnädige Frau, wie sehr Sie Ihrem Fräulein Schwester

ähnlich sehen.

Aber nein, Herr Pfeiffer, das ist doch gar nicht meine Schwester.

Das ist mein Töchterchen.

Nein.

So etwas, was?

Geht doch nicht mit rechten Dingen zu.

Sie haben schon eine so große Tochter.

Ich dachte, das gnädige Fräulein. Was haben Sie gedacht?

Wäre Ihre Tochter, Herr Professor?

Sie überschätzen mich. So alt bin ich noch nicht.

Ach ja, Herr Professor, das habe ich auch nicht richtig überlegt. Sie werden

höchstens doppelt so alt sein wie Frau Eva, nicht?

Aber Herr Professor, machen Sie sich bitte deswegen keine Sorgen. In 20

Jahren, übrigens eine sehr interessante Rechnung, sind Sie nur noch anderthalb

Mal so alt. Und in 100 Jahren, ja, das müsste ich mal ausrechnen. Pfeiffer,

wenn Sie heute noch etwas anderes vorhaben sollten, wahrscheinlich muss er

auch noch seine Schulaufgaben anfertigen.

Nein, Herr Professor, die machen wir ja morgens in der Schule.

Aber wenn Sie das Bedürfnis haben, sich über mich noch etwas zu unterhalten,

will ich nicht länger im Wege sein.

Es war mir ein ganz besonderes Vergnügen.

Er ist natürlich noch nicht da.

Wir können ja schon immer Griechisch anfangen. Ach Quatsch, Griechisch. Sehen

wir mal nach, ob er nicht ein paar Zigaretten da hat.

Was ist das?

Das ist ein Haarschläfer. Das ist ja verrückt.

Überhaupt, Weiber muss man schlecht behandeln, dann fressen sie aus der

Hand. Bei ich, Harald, erst nach dem ersten Schlaganfall. Du hast es nötig.

Weißt du, wie du der Lotte von Halbach nachläufst? Sie möchte ich nicht

geschenkt, wo jeder sieht, dass ich die Haare blond färbe. Das kann man doch gar

nicht. Du rost mit Wasserstoff-Superoxid, H2O2.

Wenn wir übrigens eigentlich noch keine Chemie für morgen haben.

Die Zigaretten hat er natürlich wieder versteckt.

Wenn die Herren vielleicht von mir eine Zigarette möchten.

Sie können doch sicher schon rauchen.

Wer ist denn das?

Weiß ich nicht. Die wartet sich auf, Hans.

Meinst du?

Nicht übel.

Stell mich doch mal vor. Das geht doch nicht. Du musst du mich zuerst

vorstellen. Du sollst mich vorstellen.

Ich sage dir, es geht nicht. Du sollst mich jetzt vorstellen.

Du sollst mich vorstellen.

Meine Herren, streiten Sie sich nicht.

Aber klopfen Sie nächstens lieber an, wenn eine Dame im Zimmer schläft.

Sie hätten mich leicht in eine Situation bringen können.

Jawohl. Bitte.

Entschuldigen Sie bitte.

Sie brauchen nicht rot zu werden, meine Herren. Sie brauchen auch nicht die

Flucht zu ergreifen.

Es genügt, wenn Sie sich mal ein bisschen umbringen.

So.

Und weil er so hübschartig war, dürft ihr mir jetzt auch die Schuhe zumachen.

Dafür habe ich... Marion?

Es ist immerhin erstaunlich, dass du meinen Namen noch weißt.

Ja, sehr erstaunlich. Ja, dass du gekommen bist. Darf ich dir meine

Freunde vorstellen?

Stören? Können wir ja gehen. Nein, ganz im Gegenteil.

Was rauskommt.

Da bist du also.

Ja, da bin ich.

Ne, dass du gekommen bist.

Das sagst du jetzt zum dritten Mal.

Nein, zum zweiten.

Zum dritten.

Ja, also bitte, du kannst anfangen.

Du weißt natürlich ganz genau, dass jetzt dein großer Auftritt kommt in der

Komödie. die wir voreinander spielen.

Du wirst mich fragen, ob ich verrückt bin. Diese Frage würde ich als

ungebührlich und nicht zur Sache gehörig übergehen.

Dann wirst du mir mit deinem glasklaren Verstand beweisen, dass das Ganze hier

eine lächerliche Farce ist, ein widerliches Theater, das ich bei den

Leuten spiele, und dass man nicht wieder zum Kinde wird, indem man sich eine

kindische Schülermütze auf den Kopf setzt.

Dann wirst du mir klar machen, dass meine literarischen Studien in der

Kleinstadt nur eine Ausrede sind, dass es in Wirklichkeit eine Flucht ist vor

der Welt, vor dir, vor mir selbst.

Dass mir in Berlin die Fälle schwimmen gehen, dass meine Premiere in Gefahr ist

und dass mein Verleger und der Herr Minister und die deutsche Literatur und

so weiter und so weiter.

Alles ganz gut und richtig.

Und ich werde dich ausreden lassen, denn ich bin höflich und ich höre deine

Stimme gern.

Aber dann werde ich dir antworten. Meine Rolle ist klein und hat nur einen Satz.

Ich fühle mich hier sauwohl.

Es ist nicht Aufgabe eines Dichters, sich sauwohl zu fühlen.

Du, das hast du aber schön gesagt.

Man muss nur sehen, wie du aussiehst.

Richtig fett. Bist du geworden.

Na ja, und Frau Jüngt habe ich mich auch.

Zu Weihnachten kannst du mir Karl May schenken und wenn das so weitergeht,

glaube ich Ostern wieder an Klapperstorch. Du merkst wohl gar nicht,

wie albern du bist.

Jedenfalls habe ich dir deine große Szene gründlich vermasselt.

Du irrst, lieber Hans.

Theater spiele ich nur auf dem Theater.

Im privaten Leben habe ich andere Mittel.

Das ist kein Dings.

Das ist meine Schule.

Den kleinen Abschiedsblick wirst du mir wohl gönnen.

Na, siehst du das Tor hier?

Da bin ich nun so manchen Morgen hineinspaziert.

Meist mit schlechtem Gewissen und ohne Latein. Und mittags wieder

rausgetrudelt, den Magen voll Hunger und den Kopf voller Unsinn.

Wollen wir nicht weitergehen?

Hörst du da oben an der Ecke?

Das sind wir.

Das ist meine Oberprima.

Wir haben gerade Geschichte bei Dr. Brett.

Feiner Kerl.

Sind übrigens alles feine Kerle im Grunde genommen.

Du,

ist gerade kleine Pause.

Du komm schon endlich.

Wohin? Ach so.

Marion, ich habe einen herrlichen Einfall.

Weißt du was?

Fahr du allein.

Schreiben Sie groß und deutlich. Wir hatten Platz genug.

Wo kommen Sie denn noch so spät? Oh, Pfeiffer.

Fehlt Ihnen etwas?

Danke, Herr Professor. Weiter nichts. Nur ein bisschen starke Zahnschmerzen.

Und hier ist die Entschuldigung.

Wenn Sie sie sehen wollen, ja. Warum bleiben Sie denn nicht zu Hause?

Ach, Herr Professor, hier habe ich mehr Ablenkung.

Das ist schön.

Nun, dann setzen Sie sich mal vorsichtig hin.

An dem Teil, wo können Sie sich ein Weißbier nehmen.

Nun, wie weit sind Sie noch?

Warum schreiben Sie nicht weiter?

Die Tafel ist voll.

Dann drehen Sie sich doch mal rum.

Ja, das geht nicht. Ich glaube, die kennt.

Soll ich das da vielleicht wegwischen?

Holen Sie den Herrn Direktor.

Ich muss sagen, ich bin aufs Tiefste erschüttert, einen solchen Fall

sittlicher Entgleisung in meiner Anstalt zu erleben. Früh über euch!

Bevor ich in die Untersuchung dieses Falles eintrete, will ich dem schuldigen

Schüler Gelegenheit geben, sich freiwillig zu melden.

Nein, nicht hier vor der Klasse.

Die Schande will ich immer sparen.

Er mag heimlich auf mein Zimmer kommen.

Was wollen Sie, Pfeiffer?

Also, Herr Direktor, Sie können mich totschlagen, aber ich finde das Bild

ganz hübsch. Aber Pfeiffer, ein junges Mädchen, vielleicht das beste Familie

und ohne jegliche Begleitung. Ja, aber Herr Direktor, das sehe ich doch nicht

ein. Das ist doch gar kein Mädchen.

Das soll doch ein Junge sein.

Wir sind mit der Zeichnung noch nicht ganz fertig geworden.

Ja, in der Tat, ich habe mir auch schon zu etwas gedacht.

Na, jedenfalls ist es mir außerordentlich lieb, dass dieser

peinliche Vorfall eine so harmlose Aufklärung gefunden hat. Und nun wollen

wir nicht mehr darüber sprechen.

Ackermann, wischen Sie das aus.

Wo sind wir gestern im Don Quernos stehen geblieben? Vierter Akt,

siebzehnter Auftritt.

Wir lesen wieder mit verteiltem Rollen.

Wer will denn in Edelmach die Pose erst brechen?

Gut,

Posemann, dann übernehmen Sie die Prinzessin Ebun.

Um aller Himmel willen, lassen Sie mich diesem Ort.

Was hat er dir gesagt, Unglücklicher?

Nichts, lassen Sie mich, nichts.

Wie viel hast du erfahren?

Hier ist keinen drinnen mehr.

Du wirst aus dieser Welt jetzt niemand mehr erzählen.

Großer Gott, was meinen Sie damit?

Sie wollen mich doch nicht ermorden.

In der Tat, das bin ich.

Sehr gesonnen war es kurz.

Mich, mich, o ewige Barmherzigkeit, was hab ich denn begangen?

Noch ist Zeit, noch Tat.

Gestatten Sie.

Pfeiffer, Sie haben immer noch ferne Pfand im Kopf.

Was ist das für ein Zettel?

Das ist ein Brief von einem Freund von mir.

So? Wollen Sie mal lesen.

Erwarte dich zur gewohnten Stunde an gewohnter Stelle.

Tausend Kösser.

Ausrufungszeichen.

Unterschrift, großes E.

Punkt.

Wer ist das?

Das hat mit der Schule nichts zu tun. Wer ist großes E. Punkt?

Das sage ich nicht.

Schön.

Dann werde ich die Handschrift durch den Herrn Direktor feststellen lassen. Herr

Professor, darf ich einen Moment? Bitte.

Danke. Geben Sie den Brief zurück!

Geben Sie den Brief!

Pfeifen!

Wir sprechen noch darüber.

Ich erwarte Sie heute Nachmittag um 3 Uhr bei mir in der Wohnung.

5. Nun sind Sie schon wieder unpünktlich.

Ich habe Sie doch um 3 Uhr bestellt.

Es ist gerade 3 Uhr, Herr Professor.

Dann geht Ihre Uhr falsch.

2 Minuten nach 4.

Verzeihen, Herr Professor, könnte es nicht sein, dass Ihre Uhr falsch geht?

Oh, das will ich Ihnen mal beweisen. Sehen Sie.

dass ich Sie mal zum Uhrmacher bringe. Tja, lieber Pfeiffer, da hätte ich Ihnen

ja beinahe Unrecht getan.

Setzen Sie sich.

So,

und nun kommen wir zum Zweck Ihres Besuches.

Also, wäre es großes E-Punkt?

Oder wollen Sie das nicht sagen?

Nein. Das ist anständig von Ihnen, aber es nützt Ihnen nichts.

Ich habe es bereits anderweitig festgestellt.

So, oder wenn Sie eine schöne Wut auf mich haben, Und mich jetzt im Abitur

durchfallen lassen? Ich habe niemals Wut dafür, den Schüler.

Das widerspricht den Grundsätzen, die ich in meinem Buch die Gerechtigkeit des

Lehrers unter besonderem berücksichtigen kann. Ja, dann kann ich jetzt wohl

gehen, Herr.

Einen auch.

Pfeiffer, Sie sind zwar ein höchst mittelmäßiger Schüler, aber vielleicht

trotzdem ein anständiger Mensch.

Sie stehen im Begriff, einem unerfahrenen jungen Mädchen den Kopf zu

verdrehen. Sie zerstören ihm dadurch die Gelegenheit zu einem baldigen,

gesicherten und wohl situierten Lebensglück.

Können Sie das verantworten?

Na, ich werde mir was überlegen, ja. Aber entschuldigen Sie mich, Herr

Professor, ich habe noch eine Verabredung.

Wo?

Darf ich?

Vielen Dank.

Wiedersehen.

Arme Eva.

Sag mal schnell, woran denkst du jetzt?

Ich mache mir so einige Gedanken, mit denen ich nicht so ganz fertig werde.

Hast du Angst, dass der Kai dich beim Abitur durchsausen lässt? Ich werde ihm

keine Gelegenheit dazu geben.

Wie meinst du das?

Ich gehe ab.

Vielleicht schon bald.

Hans, das ist dir entsetzlich.

Und ich?

Ich nehme dich natürlich mit.

Hans, du bist nicht ganz gescheit. Das geht doch gar nicht. Wie stellst du dir

das überhaupt vor? Das geht sogar sehr gut. Du hast meine Frau natürlich.

Was hast du denn gedacht?

Hans, du musst mit mir nicht solche Scherze machen.

Ich habe dich ja entsetzlich lieb.

Und du mich wohl auch.

Aber schau mal, Hans.

Wir gehen doch beide noch auf die Schule und dürfen doch gar nicht an so etwas

denken. Du, ich will ja gern auf dich warten, wenn du willst.

Und wenn du mich dann auch magst. Wieso warten? Ich bin Volljährig und du bist

über 16.

Du bist nicht ganz gescheit, Hans. Als Pineda kannst du doch nicht heiraten. Du

musst ja erst einmal einen Beruf haben.

Was hast du dir überhaupt gedacht, dass du werden willst, so ohne Abitur?

Komm,

voll mal überlegen, ja?

Vielleicht Schriftsteller.

Dazu braucht man kein Studium, keine Vorbildung.

Und man kommt bald ans Verdienen.

Das glaubst du ja wohl selber nicht. Doch, Eva. Kennst du übrigens meinen

berühmten Namensvetter, den Schriftsteller Johannes Pfeiffer?

Ach, ist das der mit dem Roman in der Woche? Ja.

Aber Hans, mit dem kannst du dich doch nicht vergleichen. Ist doch ein

richtiger Dichter. Das kann man wohl sagen.

Ach, den bin ich natürlich wundervoll. Nicht wahr? Wir waren in Berlin viel

zusammen, fast täglich.

Und ich weiß manches von ihm, was andere nicht wissen. Aber Hans.

Jetzt schneidest du schon wieder auf.

Hast du den überhaupt schon mal gesehen?

Na, wie sieht er denn aus?

Ach, ganz nett so weit. So mittelgroß, ungefähr meine Figur. Und das Haar,

naja, ist auch so ähnlich, nur ein bisschen länger. Und die Brille musst du

natürlich wegdenken, nicht wahr? Der Affe trägt nur einen Monokel.

Tja, und das Gesicht.

Wie soll ich dir das beschreiben, Eva?

Tja, wenn du es ganz genau wissen willst, sieh mich an.

Jetzt weißt du, wie er aussieht.

Was tut er, wie der einbildet?

Ich sehe nämlich diesem hochbegabten Dichter, wie die Kritik ihn nennt, nicht

nur verteufelt ähnlich, sondern ich bin es selbst.

Wie soll ich denn das verstehen?

Das hörst du ja. Ich bin der Johannes Pfeiffer. Vor drei Wochen habe ich den

großen Literaturpreis bekommen und von mir ist auch die neue Komödie im

königlichen Schauspiel aus.

Ich war kaum ein bisschen überrascht über so ein kleines Mädchen.

Sag mal, was ist eigentlich los mit dir?

Erst kennst du ihn furchtbar gut, dann hast du ihn eh nicht sehen, jetzt bist

du es auf einmal sogar selbst.

Du bist ja heute unerträglich.

Also im Ernst, Eber, ich schwöre es dir. Gib mir sogar mein Ehrenwort. Ach, du

bist geschmacklos.

Wenn du mich veralbern willst, dann tu das gefälligst ohne Schwur und

Ehrenwort. Bitte, ich könnte ja meine Papiere mitbringen und dich mit einer

Dame zusammenbringen, die mich von Berlin her kennt.

Wenn du willst.

Bitte.

Du brauchst doch gar nicht so spöttisch zu sagen.

Aber ich will nicht, verstanden, hörst du? Ich will, dass du mir glaubst, dass

du mir vertraust, dass du mich heiratest. Aber bitte, bitte, wenn du

immer noch nicht kapiert hast, wer ich bin, wenn du immer noch glaubst, dass

ich der kleine, armselige Penela bin, dann, dann, dann, dann, dann...

Kannst du mir bestohlen werden?

Bitte.

Du, danke.

Tschö. Tschö.

Du, Rudi Hermann, hast du die Geometriefirma auch schon gemacht? Nee.

Du? Da kommt ja Hans.

Ach.

Mensch, Hans, was ist los mit dir? Du machst ja ein Gesicht.

Ach, nichts.

War sie denn nicht nett zu dir?

Lass doch die Albenen reden.

Ach so.

Du sag mal, Hans, hast du den Geometrie für morgen gemacht?

Nein. Ach du Donnerwetter, wie hast du denn noch nicht gemacht?

Na, ich fahre morgen.

Wohin denn?

Zurück nach Berlin.

Ja, du kannst doch nicht so einfach von der Schule weg.

Das werde ich schon sehen. Morgen gebe ich meine Abschiedsvorstellung, aber

eine, wo es knallt. Dann mache ich morgen ein Ding, da können sie sich auf

den Kopf stellen.

Dann müssen sie mich rausschmeißen.

Na ja, das wäre dann der Schluss.

Na?

Ja, was ist?

Herr Professor, unter 8 Uhr durch haben Sie heute keine Schule.

Wieso denn? Es ist doch eben noch 7.

7? Na, dann gehen Ihre Uhren falsch.

7, Quatsch. Das war's mal.

Um Gottes Willen!

Da hat doch dieser unverschämte Lömel...

Später. Von mir aus kann er ganz sauber so bleiben.

Kinder, lasst doch den Quatsch sein.

Die Mädchen bilden sich, wer weiß, was ein. Du hast gut reden, du hast ja eine.

Wie wär's?

Soll ich euch die rüberholen?

Was?

Ja.

Hierher.

Der ist ja verrückt.

Hey, komm mal.

Lauf mal rüber in die Mädchenschule, ja? Und sag der Frau Direktor einen schönen

Gruß von unserem Herrn Direktor. Und dann sagst du ihr Folgendes. Zu uns in

die Chemiestunde kommt gleich ein Mann, der uns Radium zeigt.

Wiederhol mal.

Es käme ein Mann, der uns Radium zeigt.

Richtig. Und ob die Frau Direktor nicht ihre Oberklasse rüber schicken wollte,

damit die Mädchen sich das mal ansehen können. Verstanden? Ja.

Los.

Bei uns ist immer richtig.

Was machen wir

jetzt mit denen?

Weiß ich nicht.

Du Knebel, sprich sie doch mal an. Ich weiß gar nicht, was ich da sagen soll.

Bitte, wo ist denn der Mann mit dem Radium?

Was für ein Mann?

Der uns das Radium zeigen soll.

Radium? Ach so, der.

Ja, der kommt sicher gleich.

Ja.

Unser Schnauz kommt heute nicht, hat der Pfeifer gesagt.

Wo ist denn Hans Pfeifer?

Der ist nicht da.

Sie verbreiten mir ja den Mund. Sie können ja früher aufstehen. Dann müssen

Sie mich früher wecken. Dafür haben Sie genug Uhren.

Ich bin noch nie in meinem Leben zu spät gekommen.

Auch als Schöner nicht.

Ausgerechnet heute.

Setzen Sie sich.

Sie sollen sich setzen.

Meine Damen, ich danke Ihnen für den jubelnden Empfang und stelle fest, dass

ich bei Ihnen mehr belebt bin als bei meinen Schülern.

Ich habe mich leider etwas verspätet, aber nach den Grundsätzen meines von mir

fehlbeachteten Bohrs...

Die Gerechtigkeit des Lehrers unter besonderer Berücksichtigung der höheren

Lehrernstalten muss die Gerechtigkeit auch gegen den Lehrer stattfinden.

Ackermann, schreiben Sie daher ins Klassenbuch, Professor Schnauz erhält

eine Stunde Arrest wegen unentschuldigten Suspektbomben.

Wir werden schnell fertig sein. Für Professor Kai ist ein Direktorposten in

Aussicht genommen. Ich möchte mich nur noch einmal von seiner

Unterrichtsmethode überzeugen.

Das trifft sich ausgezeichnet, Herr Oberschulrat. Der Professor Krey hat

gerade Chemie in Oberprima. Wenn, Herr Oberschulrat, Sie sich das anhören

wollen. Bitte doch.

Na, wo bleiben Sie denn? Wollen Sie nicht mitkommen?

Doch, doch, immer mit der Ruhe.

Auch wenn der Herr Oberschulrat da ist.

Wissen Sie, dem Kollegen Krey ist der Direktor Boston wirklich zu jönnen. Wenn

Sie auch manchmal seine Lehrmethode etwas eigenartig finden.

Na, Ihre ist auch ein bisschen eigenartig.

Die finden Sie eigenartig? Das finde ich aber eigenartig. Wollen Sie Ihrem

dreisen Kollegen nicht mal verraten, welche Methode nach Ihrer Ansicht die

richtige ist?

Meine. Aha.

Wann ist denn überhaupt eine Methode richtig?

Wenn der Lehrer der Freund seiner Schüler ist. Das ist bei mir der Fall.

Und die Schüler vor ihm Respekt haben. Das ist bei mir nicht der Fall.

Na, lieber Professor, es wäre ja auch traurig, wenn eine neue Zeit nicht auch

neue Methoden hätte. Ja, ja, ihr Jungen, ihr wollt immer alles besser machen.

Und ihr macht es auch besser. Das weiß ich ganz genau.

Aber ich bin für die neuen Methoden zu alt.

Sehen Sie, lieber Pömmel. Ach, verzeihen Sie, Herr Professor.

Ach, sagen Sie ruhig, Pömmel. Das sagen die Jungen sich auch.

Junge Bäume, die wachsen wollen, muss man anbinden. Dass sie schön gerade

wachsen, nicht nach allen Seiten aufschlagen. Und genauso ist es mit den

jungen Menschen.

Disziplin muss das Band sein, das sie bindet. Zu schönem, geradem Wachstum.

Brett, das mit den Bäumen, das haben Sie schön gesagt.

Haben Sie nun keine Angst, dass Ihnen Ihre Bäume in den Himmel wachsen?

Nein, keine.

Dafür sorgt schon das Leben. Haben Sie das auch schon gemerkt?

Haben wohl gar den kleinen Scherz gemacht.

Muss auch sein. Auch sein.

Wissenschaft mit Humor gewürzt.

Gewürzt. Bitte, teilen Sie im Unterricht fort.

Sie werden nicht bestraft. Ich gebe Ihnen mein Wort darauf.

Wo waren wir stehen geblieben? Wir sprachen von der Chemie des Ackerbodens.

Schon Friedrich der Große hat die Bedeutung dieses Problems klar erkannt.

Von ihm stammt der Ausbruch.

Wer es fertig bringt, zwei Halme wachsen zu lassen, wo bisher nur einer wächst,

der ist größer als der größte Feldherr.

Und wederum war es ein Deutscher, der durch seine wissenschaftlichen

Forschungen die Grundlagen gelegt hat zu unserer heutigen modernen

Agrärkulturchemie. Wir können ihn gewissermaßen den Vater des Konstüngers

nennen. Er studierte in Gießen, erfand das Chloral und Chloroform, schuf neue

Verfahren zur Analyse.

Sein Name ist allerdings mehr bekannt geworden durch den nach ihm benannten

berühmten Fleischextrakt.

Nun, wie heißt wohl dieser große Chemiker?

Liebig!

Wo kommen denn die jungen Mädchen her?

Die Mädchen? Ja, gewiss.

Das ist die Oberklasse der höheren Mädchenschule von nebenan.

Ach, ich verstehe. Sie machen den Versuch eines Gemeinschaftsunterrichts.

Sehr modern, aber nicht schlecht.

Bitte mir Ihre Erfahrungen demnächst zu berichten.

Herr Kollege, sehr, sehr hübsch.

Bitte? Fahren Sie fort.

Fort.

Schön, sehr schön, Ackermann. Eins bis zwei.

Setzen Sie sich.

Pfeiffer!

Fahren Sie fort.

Wo steckt der denn wieder, dieser Borsche? Der fehlt.

Schade, schade, schade, Herr Oberschollrat.

Ich hätte Ihnen so gerne den größten Pflegel unserer Anzahl vorgestellt.

Ich bin der Einzige, der mit ihm fertig wird.

Danke, es genügt schon, Herr Kollege. Sie können sich in Kürze auf eine

erfreuliche Mitteilung, Mitteilung gefasst machen.

Ich finde seinen Unterricht ganz ausgezeichnet. Wirklich frisch und

originell, originell.

Wir können dann gehen.

Schämter Löbel! Sehr, sehr bodenloser Frechling! Machen Sie, dass Sie

hinauskommen! Ich setze Sie vor die Tür!

Ackermann, holen Sie die Polizei!

Lockroben Sie die Feuerwehr!

Herr Direktor, sehen Sie denn nicht!

Verzeihen Sie, meine Herren, eine Frage.

Ja, wer von Ihnen beiden ist denn der Richtige?

Ich,

Herr Oberschulrat, das sehen Sie doch!

Ich, Herr Oberschulrat, denn ich bin früher da gewesen.

Am besten wird es sein, die Herren machen das unter sich aus.

Herr Direktor, gestatten Sie, dass ich mich jetzt zurückziehe.

Mein Zug fährt ab.

Ich erwarte dann Ihren Bericht.

Bericht?

Herr Direktor, wir können uns kurz fassen. Sie werden mir jetzt ein paar

unfreundliche Worte sagen und mich dann hochkantig hinausschmeißen. Ich bin

einverstanden. Damit habe ich gerechnet, das habe ich verdient, das habe ich

bezweckt. Nein, Pfeiffer, das ist ja alles viel schlimmer. Ich kann Sie gar

nicht von der Schule verweisen. Nicht das Geringste kann ich Ihnen tun. Ich

habe Ihnen ja mein Wort gegeben, Sie nicht zu bestrafen. Was?

Ich fliege immer noch nicht?

Was ist das hier für ein Moksbetrieb?

Was muss ich noch alles tun, dass es endlich klappt?

Muss ich erst einen totschlagen?

Oder ihr Fräulein Tochter entführen?

Ja, Hans, kannst du. Ich halte zu dir. Mit und ohne Abitur. Bravo!

Ach, Papa, wir wollen nämlich Schriftsteller werden. Da wollen die

wohl verhungern. Ach, das ist uns ganz egal.

Wir schlagen uns schon durch. Nicht wahr, Hans? Ja, damit hätte ich es also

doch noch geschafft.

Ich gehe ab und bekomme meine Ewa. Ich, der Primana, Hans.

Pfeiffer!

Hier ist mein Abiturientenzeugnis und hier mein

Doktordiplom, hier mein Literaturpreis und das, was Sie besonders

interessieren, lieber Schwiegerpapa, meine letzten Verlegerabrechnungen und

mein Einkommensteuerbescheid.

oder gar einen ungezogenen Film.

Meine Herren, das ist bereits geschehen. Aber Sie brauchen keine Besorgnisse zu

haben. Ich habe alles so stark übertrieben, dass kein Mensch Sie

wiedererkennt. Übrigens, ein solches Gymnasium, wie wir das hier haben, mit

solchen Magistern wie Sie und solchen Lausejungs wie ich, das gibt es ja gar

nicht. Ich will auch gerne öffentlich bekennen, dass ich die ganze Geschichte

von A bis Z erlogen habe.

Die Schule, den Direktor, die Lehrer und die kleine Eva.

Ja, sogar mich selbst habe ich erfunden.

Wahr an der ganzen Sache ist nur der Anfang.

Die Feuerzangenbowle.

Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen.

Die Träume, die wir spinnen.

Und die Sehnsüchte, die uns treiben.

Damit wollen wir uns bescheiden.

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.