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Frau wird in allen wohl bekannt, ward schließlich Gräfin
Süderland.
Und als er starb, ihr Gatte, da war sie eine reiche
Frau, die Millionen hatte.
Wissen Sie, mein lieber Vincent,
Ich habe eigentlich keinem meiner Männer Glück gebracht.
Glück gebracht vielleicht nicht, aber ganz sicher Glück geschenkt.
Wo nur der Leichenbestatter steckt.
Sie sind nun eine reiche Frau, Susanne. Oh, pardon, Gräfin Susanne.
Gräfin Susanne.
Ein weiter Weg von der Wirtin an der Lahn bis zur Gräfin von Süderland.
Der Leichenbestatter könnte ja nun wirklich... Verdammt nochmal, wo steckt
der Kerl bloß?
Paulette!
Mit dem Dienstpersonal heutzutage ist es schon arg.
Also, es ist meine Pflicht als Testamentsvollstrecker ihres Garten...
Vincent, ich gedenke auch, mein Testament zu machen.
Susanne, ihrem Alter.
Man kann nie wissen, wann der Leichenbestatter bei einem eintritt.
Allerdings, apropos, wo steckt der Kerl nur?
Ihr sollt für alle Fälle wissen, wer die Erben sind.
Nun, leibliche Erben haben sie ja nicht und... Sie glauben wahrscheinlich, mein
lieber Vincent, dass ich nie Kinder gehabt hätte.
Leider habe ich mich wegen meiner Art zu leben nie so recht um sie kümmern
können. Aber das wird sich ändern.
Schon acht.
Mein Gott, wo steckt denn dieser Leichenbestatter?
Ich habe eine Tochter, die lebt im Schwarzwald, im Kloster, in St.
Simplicia, mit Namen... Was ist denn da los?
Schauen Sie mal.
Oh, der verflickste Leichenbestatter steckt in meiner Zofe polett.
Frau Gräfin haben sich kaputt gelacht.
Handmann, wo geht's denn hier nach Sankt Simplicia? Nach Sankt Simplicia in das
Sündekloster.
Halt dein ungewaschenes Maul!
Antonius, lass den Mann ausreden. Also weiter, was ist mit dem Kloster? Haltet
sie Gnade, euer Gnade. Das weiß doch jeder. In Simplicia, äh, in Sankt
Simplicia, im Kloster, dort ladet die hohe Herrschaft die uneheliche Kinder
ab. Die Bankerte, äh, Vergabung, euer Gnade.
Wenn's Mädle sind, die werde heimlich still und leise aufbezogen in St.
Simplicia. Das Pensum bis zur nächsten Stunde ist die Historie von Alexander
dem Großen. Und nun zur Kurstunde in die Kapelle, bitte.
Ach, den Kopfen von diesem alten Alexander.
Tja, du musst große Männer kennenlernen. Große Männer schon, aber nicht tote.
Ein Lebender müsste nicht einmal groß sein. Hauptsache, er ist in einer
bestimmten Stelle groß. Wo?
Da!
Silenzio, Ruhe!
Schwester Perpetua, die Clara hat da an Selma, an das Pfeuteufelchen gefasst.
Bitte keine unanständigen Bemerkungen. In die Kapelle!
Wen interessiert die Geschichte von Alexander dem Großen? Meine
Lebensgeschichte würde mich interessieren.
Weil du nicht weißt, wer dein Vater und deine Mutter ist. Und was weißt du von
dir? Mein Papa ist der Graf von... Bla, bla, bla, bla, bla. Und welche
Küchenschnelle ist deine Mama? Ich habe sie hinter den Herd gemacht, beim
Schweineschlacht. Zwischen Blutwurst und Schweintaxen.
Und was ist dann mit der da? Die hat wohl der Storch als Wickelkind ans
Klostertor gelegt. Hey, lass die Kleine zufrieden.
Storchenbanker, Storchenbanker.
Die Schwester Oberin.
Pater Thaddeus, dürfen wir Sie um Rat fragen?
Immer, liebe Kinder, immer.
Was ist es denn, das ihr wissen wollt?
Eine Stelle aus dem Alten Testament ist uns nicht klar. Das werde ich dir
erklären. Da steht etwas von einem Mann namens Onan. Der hat eine Sünde
begangen, die Onan-Sünde. Was hat er eigentlich gemacht?
Das, mein Kind, darüber kann man nicht sprechen.
Dann zeigen Sie es uns doch. Zeigen Sie uns doch die Sünde der Onani.
Man muss nicht alle Sünden kennen.
Oh doch, sonst begeht man sie und weiß gar nicht, dass man, dass man, dass man
onaniert. Dummkopf, das machen doch nur die Männer. Nicht wahr, Pater?
Nein, nein, das ist überhaupt kein Thema für junge Damen.
Eher für alte Damen, nicht wahr?
Tja, wir werden die Schwester Oberin fragen.
Nein, nein, Schluss, Schluss, finis, finis.
Wir wollen jetzt zur allgemeinen Abkühlung ein geistliches Lied
anstimmen.
Das ist mein Neffe Florian, Studiosus der Kirchenmusiker.
Die gütige Schwester Oberin hat gestattet, dass er euch musikalisch
unterweist.
Ja, ein ganz ausgezeichneter Onanist.
Organist. Ihr macht mich ja ganz konfus.
Silenzium.
Anselma, Piroschka, Clarissa, Frenze zur Schwester Oberin.
Liebet o liebet euch.
Ja? Ja, den Choral.
Liebet o liebet euch.
Natürlich wieder das Hexenquartett. Zur Strafe macht ihr das Gästehaus sauber.
Aber sofort.
Wir bekommen Besuch. Marsch.
Besuch? Was wird das schon sein? Entweder ein dicker Pfaffe, der uns
ermahnt, liebe, brave, gottgefällige Kinder zu sein. Oder liefert man mal
wieder ein neues Ehebruchprodukt zur Aufbewahrung ein.
Oder es kommt eines von unseren Fragezeichen und holt eine von uns raus.
So ein Glück haben wir nicht.
Schaut her, ein geheimer Ausgang.
Das ist kein Ausgang, das ist ein Eingang. Wo es kommt.
Rasch kommt das Heptamerone. Das Dekamerone. Die verbotenen Schwenke des
Hans Sachs.
Die Justine. Das Marquis de Sade.
Und hier noch französische Liebesarten.
Das Geheimnis der Liebe in tausend Stellungen.
Ich mach mich nass, die ganze schweinische Weltliteratur.
Da, das Lied der berühmten Wirtin an der Lahn. Tausend Strophen.
Seht euch das an.
Das darf nicht wahr sein.
Da schauert er ein Riesending.
So was geht es doch gar nicht. Hast du eine Ahnung?
Das sieht mir ja gar nichts. Na, weil es versteckt ist. Wo? Na, da drin.
Kommt ein Vöglein geflogen. Weg ist es.
Im Gegenteil, drin ist es.
Der will das aber ganz genau wissen. Wenn Sie eine Kerze haben, brauchen Sie
doch den alten nicht. Und das ist der Friseur. Ja, man trägt jetzt die Haare
kürzer.
Na endlich, ein Junge. Der braucht keine Schere und keine Kerze. Moment mal, mach
langsamer. Nein, mach schneller. Wieso? Auch von hinten. Die Schweine machen es
ja auch wie die Hunde. Das sind vielleicht Dinge.
Bitte, Herr Wanderstraten. Bitte.
Dr. Wanderstraten?
Sie haben eine Nachricht erhalten, wie ich sehe.
Gewiss. Die ehrwürdige Schwester Oberind lässt bitten.
Sie wird so gleich hier sein.
Darf ich Sie in das Gästehaus bitten?
Danke.
Otto, da kann er nicht aufpassen.
Immer muss ich alles tragen.
Man kann es auch zu dritt. Und im Sitzen. Und im Stehen.
Hör zu.
Frau Wirtin hat einen Baron, der starb in jungen Jahren schon.
Er tat zum Gehen, Stehen und Liegen, jetzt ist er bei den Engelein und bummst
auch noch im Fliegen.
Die Truhe dort hin, Antonius.
Willkommen, Herr van der Straten.
Willkommen in St.
Siblitia. Danke, ehrwürdige Schwester.
Ihr andeutungsvoller Brief hat mich sehr neugierig gemacht.
Ich komme hierher im Auftrag der Gräfin von Süderland.
Unter ihrem Mädchennamen war sie bekannter als Susanne Dellberg, die
Wirtin von der Lahn.
Die Wirtin von der Lahn?
Nicht doch. Sie war ganz anders, als das Lied von ihr singt. Sie war eine
wunderbare Frau mit einem großen Herzen.
Zu groß.
Wissen Sie, kurz bevor ein alter Freund von ihr gestorben ist, der Graf von
Süderland, hat er sie geheiratet. Und auf diese Weise erbte sie die reiche
Grafschaft Süderland mit Bornholm und Quegge.
Es ist eine große Gnade, lachend hinübergehen zu dürfen.
Sie hat sie verdient.
Nun aber deswegen sind Sie doch wohl nicht hierher gekommen, Herr Van der
Straaten. Als wir über das Testament des Grafen sprachen und wir durch den
besagten Zwischenfall unterbrochen wurden, hatte sie mir angedeutet, dass
sie eine Tochter hätte.
Aus ihren letzten Worten ließ ich entnehmen, dass eine ihrer Zöglinge
jetzt die Erben von Süderland und Quegge und dem ganzen Familienschatz ist.
Welches Mädchen?
Das weiß ich eben nicht.
Sie sagte nur...
Im Schwarzwald, im Kloster St. Simplicia, lebt eine Tochter von mir mit
Namen, er vielmehr nicht.
Das wird schwierig sein.
Wir wollen morgen die Akten meiner Schützlinge prüfen.
Vielleicht finden wir einen Hinweis.
Ein Wunder ist geschehen. Was für ein Wunder? Ein Engel ist am Fenster
vorbeigeflogen. Ein splitterfasernackiger Engel. Hast du
seine Flügel gesehen? Nein, ich habe woanders hingeschaut.
Wohin? Es war ein Fräuleinengel.
Das wird wohl eher der Teufel gewesen sein, der dich zur Sünde verführen
wollte. Nein, nein, nein, bei mir nicht. Mein Schutzpatron ist der heilige
Antonius. Den haben sie auch nicht rumgekriegt. So ist recht, mein Sohn.
Es war bestimmt der Teufel. Zwischen seinen Beinen war ein Stück von seinem
Fell zu sehen. Ja, ja.
Vielleicht kommt Frenze nie aus dem Geheimkabinett.
Und man findet in zehn Jahren ihr Skelett.
Dann hat sie wenigstens was Aufregendes zum Lesen, ehe sie abkratzt. Die
Erlebnisse eines geilen Priesters.
Clara, nicht wie ein Kind.
Wie heißt er?
Der geile Pfarrer für Susanne?
Nein, der neue Musiklehrer.
Florian.
Florian. Schön.
Das Kind wird sich doch nicht verliebt haben.
Mädels, wie bist du rausgekommen?
Wisst ihr, warum der Fremde hier ist? Er sucht die Tochter der berühmten Wirtin
von der Lahn. Wieso sucht? Weiß man denn nicht wer? Eben nicht. Nicht mal, wie
sie heißt.
Jedes Mädchen im Kloster könnte es sein. Und er hat ein Schweinegeld. Und eine
Grafschaft. Und zwei Städte.
Quatsch mit Vogelpipi. Doch nicht jede. Nur die, von denen man nicht weiß, von
wem sie sind.
Ach, von uns fünf weiß doch keiner, wer unsere Eltern waren.
Jede von uns kann die Tochter der Wirtin von der Lahn sein.
Frau Wirtin hat...
Ergo, es gibt also unter ihren Schützlingen nur fünf Mädchen, deren
Herkunft völlig unbekannt ist.
Diese hier.
Und eines von diesen Mädchen ist bestimmt die Tochter von Susanne
Dellberg. Françoise?
Susanne, Hanselma, Clarissa, Piroschka.
Ihr seid heute zum Dienst in die Waschküche eingeteilt.
Und es gibt tatsächlich gar keinen Hinweis auf die Herkunft bei diesen fünf
Mädchen? Nicht den geringsten.
Und wer bezahlt das Pensionsgeld für sie?
Sehr geheimnisvoll. Mal hängt ein Geldbeutel des Morgens an der
Klostertür, Mal kommt ein versiegeltes Geldkästchen mit der Extrapost. Für
jede? Für jede auf eine andere Weise.
Das bringt uns auch nicht weiter.
Wir müssen aber herausfinden, wer die Tochter von der Wirtin von der Lahn ist.
Wir müssen herauskriegen, wer die Tochter der Wirtin von der Lahn ist.
Herr Bako, weißt du auch wie?
Ich weiß es nicht.
Aber ich?
Wie?
An ihrem Hintern. Ach.
Wieso?
Aufgepasst. Frau Wirtin war ein tolles Weib mit einem sündhaft schönen Leib. Um
einen Mann zu locken, hielt sie ihm bloß den Hintern hin, schon war er von den
Socken.
Na und?
Wer diesen Hintern geerbt hat, der ist es. Dann bin ich es.
Du mit deinem Hühnerwackelärschchen?
Hühner? Du siehst wohl nicht recht.
Da.
Das bringt keinen Mann von den Socken. Da muss schon sowas her.
Das soll ein sündhaft schöner Leib sein?
Was ist denn das? Ihr habt euch wohl noch nie von hinten gesehen. Das ist ein
Wirten in Coucou.
Gott zum Gruße, liebe Kinder.
Hier.
Das alles habe ich zusammengetragen über das Leben der Wirten von Dallan.
Briefe, Erinnerungsstücke, Urkunden.
Was wollen Sie damit?
Mein Gott, vielleicht findet sich irgendwo in der Vergangenheit dieser
Frau... Ein Hinweis auf eine Tochter.
Tagesbefehl. Allen Offizieren und Soldaten seiner Majestät des glorreichen
Königs Jerome, einem Bruder Napoleons, ist bei Straf an Leib und Leben das
Betreten des Etablissements das Wirtshaus an der Lahn verboten.
Gezeichnet du la Gouverneur von Gießen, Anno 1810.
Das war also das berüchtigte Wirtshaus an der Lahn, über das die wildesten
Geschichten erzählt wurden.
Ein nacktes Mädchen war sozusagen in der Tagesordnung und die Bürger von Gießen
waren moralisch entrüstet.
Wo wollt ihr hin?
Dahin, wo ihr uns hinhaben wollt.
Und wer führt die Reihe an?
Wer seine Hosen am ehesten runter hat, darf als erster raus.
Dieses vermaledeite Wirtshaus an der Lahn.
Es muss dem Erdboden gleich gemacht werden.
Es steht ein Wirtshaus an der Lahn. Das ist ein Ding, mein lieber
Schwan.
Dort gelten andere Regeln. Frau Wirtin lebt ganz wunderbar von
Schweinen und von Vögeln.
Wollt ihr mich jetzt immer noch lächerlich machen? Gebt es auf!
Was Schöne wird.
Das Fechten und das Ferse machen, Herr Studiosus. Und wenn ich es nicht tue?
Das werdet ihr schon sehen.
Der Gouverneur von Gießen, Monsieur Dulac, war gar nicht so moralisch, wie
er tat.
Tatsächlich tat er es genauso gern und vielleicht noch lieber als andere.
Allerdings in seinem eigenen Bett.
Hoppla. Du kannst dir nicht vorstellen, mit welcher Sehnsucht ich mich nach dir
versehre.
Ich bin so müde.
Besonders nach der letzten Nacht. Na gut, sag ich, dann ist das Bett genau
das Richtige für dich.
Übernimm dich nicht, Joshua.
Ich? Oh, oh.
Ist das geklopft? Irrst du nicht? Egal.
Entschuldigen Sie, Exzellenz. Wir haben Ihre Band verfolgt und eingefangen.
Verdammt, mir ist schon wieder einer entkommen.
Au!
Au!
Verhaftet ihn!
Wie konnte das passieren?
Hast du einen Kerl gesehen? Der muss hier im Haus verschwunden sein.
Was für ein Kerl?
Unverschämter Bursche.
Glaubt ihr, dass ich seine Ferse auf die Weise bewahrheiten könnte?
Die Soldaten sind hinter mir her.
Da ist ein verdächtiges Subjekt.
Ins Bett.
Und bei der Gelegenheit könnte die Tochter
entstanden sein.
Ihr Liebhaber hieß Anselm.
Anselm.
Anselma.
Den Jahren nach käme es hin, ja.
Ja, das war... vor 21 Jahren.
Ananselma ist so um die 20.
Ich muss mit den Mädchen reden.
Weg vom Fenster!
Anselma hat recht. Die verführerischste von uns wird die Erbin sein.
Womit du natürlich dich meinst. Was sie meint, spielt überhaupt keine Rolle. Was
der Testamentsvollstrecker meint, ist entscheidend.
Ach ja?
Den muss man überzeugen, dass man das Sündhafte von der Mama geerbt hat.
Was soll das bedeuten? Die Piri zwickt an Flo und den Zuhause.
Was liest du denn da?
Ein, ein Erbauungsbuch So, dann lass mal sehen
Perbaco, das ist doch das Buch von Hans Sachs Wie ein fahrender Schüler
einem dummen Bauernpaar weismachte, er könne ihre Tochter in eine Kuh
verwandeln und diese dabei von hinten Anselma, soll ich ins Sprechzimmer?
Anselma, kannst du dich an die Zeit erinnern, als du noch nicht im Kloster
warst? Warum?
Nun, es könnte vielleicht wichtig für dich sein.
Du bist von Bauern aufgezogen worden, bevor man dich hierher brachte.
Sag, weißt du, warum man dich ins Kloster steckte?
Nein.
Ja.
Nun, was war der Grund?
Ich hab's halt so toll getrieben.
Ach so.
Ich scheine ein bisschen wie meine Mutter zu sein.
Wer war deine Mutter? Sie war eine ganz tolle Frau.
Leider weiß ich nicht mehr von ihr.
Und was ist damals passiert?
Ja, das war so.
Ich war als Pflegetochter bei einem Bauern.
Und der Bauer war so richtig scharf auf mich.
Aber ich mochte den geilen Bock nicht leiden.
Da war der junge Mann ein ganz anderes Kalibre.
Ein fahrender Schüler, der ums Haus springt.
Ich werde dich lehren, das geile Luder anzuglotzen.
Los, marsch, in den Stall mit dir.
Miststück, schamloses Luder. Komm, fort ins Haus.
Ich werde dich lehren, dein Teufelszeug zu zeigen.
Das sag ich dir. Ich steck dich doch ins Kloster.
Steck doch deinen Alten ins Kloster.
ist er doch nicht mehr wert. Du Unflat, du schamlose Dirndlgrub.
Untersteh dich noch, auf deinen Pflegevater loszugehen.
Bin grad so frei hereinzutreten, muss von den Frauen verzeihen erwähnen. Oh,
ein junger Herr, was verschafft mir die Ehre?
Es stand mir plötzlich... Plötzlich stand mir der Sinn nach einem Schluck
Milch aus einem wohlgeformten Becher.
Unsere einzige Kuh ist an St. Martin krepiert.
Schade. Ich hätte mich dafür gern gefällig gezeigt.
Vielleicht ein Stückchen Schinken, hm?
Wenn er nicht so fett ist.
Ich schätze den Schinken, wenn er zart und fest ist.
Du machst mich verrückt. Wie wär's?
Wie wär's ja, aber leider, der Bauer bewacht mich wie ein Fliehsohn. Lass
mich nur machen, Süße, aber bleib so.
Ein Stücklein, junger Herr.
Ein leerer Sack steht nicht.
Warum sollte er stehen?
Damit ihr euch nachher erkenntlich zeigen könnt.
Potzelement, die Pest an deinen Hals. Was will der Kerl von dir? Sich
erkenntlich zeigen. Ich scheiß auf sein erkenntlich zeigen.
Ich bring den Kerl um. Hilfe, Hilfe. Nicht doch, nicht doch. Nicht, wenn euch
euer Leben nicht passt.
Ich bin nämlich ein großer Zauberer.
Das möchte ich aber sehen.
Ja, ja, das könnt ihr sehen.
Ich zeige euch.
in diesem Spiegel eure geheimsten Wünsche.
Tatsächlich.
Hol mich der Teufel. Das habe ich mir immer schon gewünscht.
Glaubt ihr mir nun?
Oder muss ich euch erst in einen Ziegenbock verwandeln?
Was? Das könnt ihr?
Eine Kleinigkeit.
Eure Kuh ist euch verrückt. Stimmt. An St. Martin.
Ich könnte also gleich aus eurer Tochter... Pflegetochter. Umso besser.
Aus eurer Pflegetochter eine Kuh machen.
Schock, Schwerelut.
Und was für mich das kosten?
Ein Essen, das sich der Tisch hier durchbiegt. Und euren besten Wein aus
eurem besten Fass im Keller.
Ein leerer Sack steht nicht.
Und ich sage euch, heute um Mitternacht soll er stehen. Wenn ich aus dieser
Jungfrau eine Kuh mache.
Mitternacht, Geisterstunde.
Jetzt vollbring ich's.
Verlasst uns nun.
Lasst mich da bleiben. Das sieht man nicht alle Tage. Nein, nein, das geht
nicht. Hinaus. Oh, wer weiß, was er mit dir anstellt. Dann lassen wir es lieber
bleiben. Ja.
Nun mach's schon.
Also meinetwegen, dann müsst ihr hinter die Wand.
Warum denn?
Und nicht den leisesten Laut.
Wer ein Wort sagt, verdirbt alles.
Gut, gut, fangt mal an.
Menschenkind, wirf ab dein Gewand, damit ich dich in das Fell einer Kuh kleide.
So.
Und jetzt schau mich mit deinen wunderbaren Augen an.
Denke ganz fest daran, dass ich imstande bin, dich zu verwandeln.
Na, das sieht ja alles ganz prachtvoll aus.
Ich werde jetzt die Sache mal richtig in die Hand nehmen.
Na komm.
Ich und du, Müllers Kuh, leg dich hin und hör mir... Ach, das wird ein schönes
Fell, man spürte schon, weich und seidig.
Und nun zu dem, was eine Kuh erst kostbar macht.
Das reizende Organ, das Milch verschenkt.
Das ist ja vielversprechend.
Lass sehen, wie es mit der Milch steht.
Jetzt kommt das Schwerste. Stell dich auf deine vier Beine.
Halt still, damit das Werk gelinge.
Jetzt setze ich der Kuh den Schwanz ein.
Liebes.
Und deshalb wurde ich
keine Kuh.
Zur Strafe wurde ich ins Kloster gesteckt.
Eine bezaubernde Geschichte.
Bloß schade, dass ich sie schon kannte.
Es ist eine der verbotenen Schwenke von Hans Sachs.
weil innen abgeschlossen ist. Ich glaube, wir geben es lieber auf. Ich
nicht. Ich will wissen, was in der geheimnisvollen Truhe versteckt ist.
Aber wie willst du da hinauf? Mit deinem Seil. Und woher willst du das nehmen?
Schon da.
Denn ihrer Fantasie und dem Temperament nach könnte Anselma tatsächlich die
Tochter der Wirtin sein.
Damit wäre der Fall eigentlich geklärt.
Nein, noch nicht.
Erst müssen noch die anderen vier geprüft werden.
Da wäre also... Clara.
Eigentlich Clarissa.
Als sie zu uns kam, sprach sie Italienisch.
Lediger Herr, mir ist schon, mir ist schon wieder ein Teufel erschienen.
Wieder als Engel, wie das vorige Mal? Mit Flügel am Hintern.
Donnerwetter, da hattest du aber einen harten Stand.
Einen ganz harten, aber mir ist gleich wieder alles heruntergefallen. Dank dem
Antonius, dem Heiligen, bin ich der Versuchung entgangen.
Und außerdem hast du ja keine Flügel am Arsch. Ich weiß nicht, aber wozu auch?
Um dem Teufelsengel nachzufliegen und hoch droben in der Luft dann.
Was meint er?
Das ist von Napoleon.
Hier ist ein Bild drin. Das ist der Conte Santa Croce.
Und darunter steht, meiner über alles geliebten Susanne.
Ich werde verrückt. Sie war in Italien.
Und das ist ihr Tagebuch. Gib her.
Sie wollten uns nicht nach Lucca einreisen lassen.
Aber mir ist es natürlich doch gelungen.
Sie werden euch nicht drüber lassen. Fahrt zurück zur Scheune, wo wir
übernachtet haben. Ich fahre nach Luca. In der Kutsche einer vornehmen Pariserin
fuhr ich an den Hof der Herzogin von Luca.
Oh, meine liebe Coralie, endlich bist du wieder da.
Was bringst du mir aus Paris mit? Briefe von Ihrem kaiserlichen Bruder. Ach, was
interessieren mich die Briefe, auch wenn sie von Napoleon sind.
Ich meine was anderes.
Kleider. Was ist die neueste Mode? Ihr werdet entzückt sein, so herrlich es
ist. Ich zeige sie euch. Schnell, Coralie, ich bin so neugierig. Du warst
so lange fort.
Sie gestatten Hoheit, es ist der letzte Schrei in Paris, dass die neuen
Kreationen den Damen vorgeführt werden.
Ich zeige euch zuerst ein kleines Nachmittagskleid, das unter Umständen
auch nachts getragen werden kann.
ist so durchsichtig wie die Absichten der Kavaliere, die euch darin beglücken.
Die Weite des Rockes gibt euch die erforderliche Bewegungsfreiheit bei
allen Gelegenheiten, bei Tag und bei Nacht.
Ich kann mich nicht erinnern, bei meinem Leveillé fremde Reiter empfangen zu
haben. Ich möchte mit euch reden.
Ich will euch nur darüber informieren, dass ein Santa Croce weder sein
angestammtes Land noch seinen guten Ruf von irgendjemandem antasten lässt.
Und schon gar nicht von diesem korsischen Banditen.
Das ist eine ungeheure Beleidigung.
Ich fordere... Revanche.
Könnte man nicht erst mal herausfinden, wer es war, der auf euch geschossen hat?
Nein, da will ich euch nicht mit reinziehen. Müssen eure Feinde nicht
denken, dass ihr tot seid?
Man muss sie in dem glauben lassen.
Natürlich.
Dann werden sie sich eines Tages sicher selbst verraten. Ich hatte eine Idee.
Der Graf Santa Croce sollte als tot gelten. Ich verkleidete mich als sein
jüngerer Bruder.
Die List gelang. Nicht einmal der alte Diener der Santa Croces erkannte mich.
Der junge Herr Andrea.
Willkommen zu Hause.
Wie sieht's denn hier aus?
Der Marquis Hippolyt soll euren Bruder getötet haben. Im Duell.
Seid ihr tot?
Fini!
Alles für euch.
Für die Königin meiner unstillbaren Sehnsucht.
Ich kann nicht mehr, Herr.
Erbarmt euch meiner.
Ich muss euch meine Liebe beweisen.
Nein, ihr, der Gouverneur von Gießen.
Sie sahen die Wirtin von der Namen.
Aber schließlich ist doch alles viel besser ausgegangen, als es
zunächst aussah.
Ach, ich liebe dich.
Das höre ich gern.
Ja, ich möchte einmal wissen, wie das ist, wenn man von einem Casanova
verführt wird.
Hör auf, bist du verrückt geworden?
Nein, Enrico.
Aber der Gedanke ist unmöglich.
Wieso? Naja, das alles macht ein Mann nicht, wenn er eine Frau wirklich liebt.
Das wollte ich nur hören, Enrico.
Es ist ganz klar, die Tochter bin ich.
Die Wirtin ist meine Mutter und der Conte Santa Croce mein Vater.
Und wie willst du das dem Maître van der Straten beweisen?
Oh, ich werde ihm irgendwas ganz Tolles erzählen, eine ganz tolle Geschichte.
Komisch, du tust, als ob dich die ganze Sache überhaupt nichts anginge. Ich
dachte, du möchtest auch gerne die Tochter von der Wirtin sein. Vielleicht,
vielleicht auch nicht.
Aber das ist doch die einzige Chance, rauszukommen aus diesem langweiligen
Kloster. Was meinst du? Ich könnte mir auch noch eine andere Möglichkeit
vorstellen. Und was für eine wäre das?
Sag mal...
Ist dir schon aufgefallen, was für wunderschöne, zärtliche Augen der Maitre
van der Straten hat? Ich habe jetzt andere Sorgen, Franzi.
Wenn ich bloß wüsste, welche Geschichte ich ihm erzählen soll.
Wenn es weiter nichts ist, da drin findet sich bestimmt was.
In Wirklichkeit bin ich eine Contessa di Santa Croce.
Oh, und woher weißt du das so genau, mein Kind?
Ich bin aufgewachsen in Italien, Pabacco.
Und deine Mutter?
Vielleicht haben sie schon gehört von der Wirtin von der Lahn.
Donnerwetter. Du müsstest ja ein wahrer Ausbund an Sinnlichkeit sein.
Das bin ich auch.
Sieh einer an.
Hier im Kloster?
Schon bevor sie mich hier reingesteckt haben.
In Italien?
Ja.
In dieser Stadt an dem, an dem Fluss, da wo die große Brücke drüber geht, wissen
Sie? Aha, ja, ja. Ja, diese Stadt mit den Häusern und dem großen Platz und dem
Denkmal auf dem Platz und den vielen Tauben und dem großen Turm. Pozzana.
Ja, ja, genau.
Unser aller gnädigster Gouverneur des Herr Leone geruht Kraft seines Amtes,
folgendes Urteil zu verfügen. Der Wüstling Thomas Silippi, der bei der
Ausübung schmutziger Unzucht ertappt wurde, wird schuldig gesprochen, auf
Lebenszeit zur Zwangsarbeit verurteilt und in die Steinbrüche auf der
Satansinsel verbannt.
Unglückseliger! Den da oben sollte man in den Steinbruch schicken!
Der braucht ja nichts zum Bumsen. Das muss doch anders werden. Vom Hafen.
Um zwölf Uhr Mittag sticht das Gefangenenschiff in See.
Das muss ein Ende
haben mit der verdammten Sittlichkeit von Sir Leone. Unglaublich. Jawohl.
Nur bei der arme Junge ertappt wurde, wie er mit dem Küchenmädchen gebumst
hat. Er ist eben selbst so ein ausgepichter Tugendbold, unser
Gouverneur Sir Leone. Ja, insgeheim macht er bestimmt auch seine Stößchen.
Dabei müssten wir ihn erwischen.
Aber wie? Wir müssen beweisen, dass der sich's auch nicht durch die Rippen
schwitzt. Leichter gesagt als getan.
Wir müssen ihn in flagranti erwischen.
Genau in dem Augenblick, wo es ihm kommt. Dann muss er das Urteil gegen
Tommaso wieder rufen. Na ja, aber erst mal eine haben, die es mit ihm treibt.
Wir rufen alle Mädchen der Stadt zusammen. Eine muss sich opfern und den
verdammten Tugendbold verführen. Dann aber gleich, ehe das Schiff zur
Satansinsel abgeht.
Den Zerleone verführen? Ja.
Also weißt du, nein.
Lieber gehe ich mit dem leibhaftigen Teufel ins Bett.
Du Hundesohn, Ferkel, Schmutzfink, dir werde ich beibringen, meine Schokolade
zu verschütten. Aus meinen Augen, du!
Hey, Magdalena, du führst das Bordell von Pozzano. Du musst uns retten, meine
Tochter. Nicht ums Verrecken hochwürden, nicht um einen Seelenheil. Du bist eine
Angestellte der Stadt. Du bist verpflichtet dazu. Ich muss nur die
Beine breit machen für einen, der das will.
Und nicht für einen, der gar nicht mag wie Sir Leone.
Ich bitte euch, im Namen der Kirche, verführt den Gouvernateur, macht ihn
scharf, gebt euch dem Tugendbold hin, bringt ihm bei, dass es nichts Schöneres
gibt als Bumsen.
Na, das fehlt ja gerade noch, dem das Bumsen beizubringen.
Unglaublich. Ach, lasst, Padre, es ist zwecklos. So viel Opfersinn hat keiner,
es wird sich keine finden. Oh doch, ich will es versuchen.
Du? Du unerfahrenes Mädchen, du weißt doch gar nicht, was Bumsen ist.
Ein bisschen weiß ich schon von Tommaso. Ich liebe Tommaso und er liebt mich.
Wir sind zwar gestört worden, aber so viel habe ich schon gespürt. Ich habe
die Tollheit im Blut, auch wenn ich noch Jungfrau bin.
Aber Kind, du hast doch überhaupt noch keine Erfahrung.
Was ist schon zu verlieren?
Die Jungfernschaft? Na, wenn schon.
Wenn es so weit ist, werfe ich dieses Tuch aus dem Fenster. Und ihr wisst,
dass ihr kommen sollt. Aber Mädel, wie gelangst du überhaupt so sehr, Leon?
Er hat den Jungen aus dem Haus gejagt.
Ich ziehe mir seine Sachen an.
Hilf mir, Magdalena.
Herein, Bastard einer läufigen Hündin!
Weg da!
Ich lasse dich hängen!
Komm zu!
Was heißt das?
Verzeih mir, aber ich verehre euch.
Was? Ihr verehrt mich?
Seit Monaten.
Aber nie ist es mir gelungen, mich euch zu nähern.
Immer noch nichts.
Geduld, mein Lieber. Bei dir geht das auch nicht so schnell.
Die Auferstehung des Fleisches. Nein, schändliche Schwäche.
Unverzeihliche Schwäche. Nein. Was für eine Schwäche?
Stärke. Eine halbe Elle Stärke.
Entartung, verdarte hinweg.
Fleischeslust.
Halb zwölf vorbei.
Ich hab's ja gewusst, er ist ein harter Brocken.
Weiß der Teufel, ich wäre bei der Kleinen schon längst mitten.
Der Podester ist scharf auf meine Pflegetochter. Herr, lass Ihren Mund die
rechten Worte finden.
Viertel vor zwölf.
Ja, sie hat es nicht geschafft.
Das Tuch! Nein!
Ich komme so gleich, Augenblick.
So, so, sofort.
Diese verdammte, verdammte Hose. Moment, ich komme gleich.
Ich begehre dich.
Ich will dich.
Ich, ich, ich komme, ich komme.
Aber eure Herrlichkeit, Selyone, was sehe ich? Das ist ein Hintergrund.
Was passiert?
Wenn er besser gezielt hätte und ihr später gekommen wärtet, dann
allerdings... Wir bestrafen euch wegen Ausübung der Unzucht und das mit einer
Jungfrau.
Was? Unzucht? Dazu bin ich ja gar nicht fähig. Ich bin nicht im Mindesten
erregt. Von wegen nicht erregt. Da kann man ja seinen Hut dran aufhängen.
Koordinatores Hutstände.
Aber jetzt, jetzt Spaß beiseite. Es ist gleich zwölf.
Eure Herrlichkeit dürfen das Schiff zur Satansinsel nicht verschäumen. Was?
Ich soll zur... Ja, lebenslänglich auf die Satansinsel. So lautet euer eigenes
Urteil für begangene Unzucht.
Verfluchtes Pack!
Erpresser! Tommaso Lippi ist hiermit begnadigt!
Aber eine solche Begabung kann nur kuriert werden im Kloster.
Bravo!
Bravissimo!
Und deshalb kam ich ins Kloster. Oh, was für eine hübsche Geschichte.
Aber leider kenne auch ich diese Komödie von Meister Shakespeare.
Maß für Maß.
Trotzdem sehr aufschlussreich.
Hilfe! Hilfe!
Teufel!
Bitte nicht schlagen, Fräulein Teufel, bitte nicht schlagen!
Bitte tausendmal um Vergebung.
Ich bitte auch, zehntausendmal, hunderttausendmal um Vergebung, Fräulein
Teufel. Fräulein Teufel? Oder soll ich vielleicht niedrige Frau sagen?
So seht mich doch an!
Na sowas, aus dem Fräulein ist ein Mann geworden.
Ist Ihnen was gewachsen? Eine teuflische Geschlechtsumwandlung. Guter Mann, so
lasst euch doch... Ich lasse mich nicht!
Ich habe noch nie gelassen!
Hinweg, Satan!
So lasst euch doch davon überzeugen, dass ich gar kein Teufel bin.
Wirklich? Habt ihr rückwärts keinen Schwanz? Dann ist sie vielleicht noch
irgendwo, die Teufelinie. Wo?
Dort am Fenster ist sie mir erschienen. Es könnte vielleicht eine
Klosterschülerin gewesen sein.
Eine Klosterschülerin? Es war eine Erscheinung. Ich habe heute unter den
Klosterschülerinnen auch eine Erscheinung gesehen.
Eine himmlische Erscheinung.
Meine war eine höllische Erscheinung.
Splitternack. Nein!
Ja, ich habe sie doch ganz genau gesehen. Die schwarze Hölle.
Denn Ihrer Fantasie und dem Temperament nach könnte auch Clara eine Tochter der
Wirtin sein.
Das wird ja immer komplizierter.
Vielleicht kommen auch die anderen drei in Frage.
Franzi, Piri und... Nein, Susanne nicht.
Sie hat in ihrem Wesen so gar nichts, was auf eine so sündige Herkunft
schließen ließe.
Nein, Susanne nicht.
Wunderschönes Stück.
Ja, wunderschön.
Es ist eine Toccata, der Sünderin Maria Magdalena gewidmet.
Was war an ihr sündig?
Sie, sie soll zu viel geliebt haben.
Ach, Lieben, das kann doch keine Sünde sein.
Und wenn, dann ist es eine sehr schöne Sünde.
Aber zu jeder Sünde gehört zunächst die Versuchung.
Versuchung entledigt man sich am besten, wenn man ihr unterliegt.
Bitte geh.
Florian! Was ist denn das für eine schreckliche Musik?
So schrecklich finde ich sie gar nicht, Onkel.
Eine neue Komposition von mir. Wie willst du sie denn nennen?
Die Himmelfahrt der heiligen Susanna mit Sankt Florian.
Die sind ja gar nicht in den Himmel aufgefahren.
Was nicht ist, kann auch werden.
Vielleicht schon sehr bald.
Rascher, rascher.
Zu wenig.
Wer? Mir?
Na, ihr beide habt wohl keinen Erfolg bei Metrobandastraten. Das geht dir
überhaupt nichts an. Sie weiß was Besseres, wie sie ihre Abstammung
beweisen kann. Aber das verrate ich nicht.
Steckst du an den Hintern?
Versuch's ruhig. Überzeug ihn, dass du das tollste Weib von uns bist.
Also mir wär's schon recht.
Unsere lieben Mitschwestern machen sich schon lustig über uns. Die haben doch
überhaupt keine Ahnung.
Was
macht
denn der Herr mit all dem Wasser?
Euer Gnaden, badet.
Badet? Ist er verrückt?
Verrückt ist er. Also ganz normal ist er nicht. Er zieht sich ganz nackt aus und
steigt dann nackend in das Wasser.
Ist er doch verrückt. Oder habt ihr schon mal ein Bad genommen?
Warum? Fehlt eines?
Er badet.
Nackt.
Jetzt werde ich euch mal zeigen, wie schnell sich was im Kloster
herumspricht. Was tust du?
Du brauchst bloß einem Mädchen zu sagen, dass hier ein nackter Mann zu sehen ist.
Dann werden wir ja merken, wie viele das erfahren haben.
Wieso? Schau mal rein. Lass uns schon sehen.
Ich lege den Köder aus.
Ich schmiere Ruß um alle Astlöcher.
Nein, da kannst du jetzt nicht hin.
Und warum nicht?
Im Stall da.
Entsetzlich. Nein, das kann ich dir gar nicht sagen. Was ist im Stall? Sag doch.
Ein nackter Mann.
Nackt?
Hey, Antonius, lassen dich die Teufel jetzt in Ruhe? Jawohl, Herr Gladen, sie
fliegen noch immer an meinem Fenster vorbei und zeigen mir alle Sünden dieser
Welt. Alle? Ja, ja, einmal die Sünden von vorne und dann wieder von hinten.
Donnerwetter, du machst einen ja direkt neugierig mit deinen fliegenden
Sündennestern. Komm her jetzt und zieh mir die Stiefel aus.
Die Hose muss doch auch runter.
Bitte, Herr Gnaben, bitte.
Bitte, Herr Gnaben.
Was soll ich denn mit diesen nackten Teufeln machen?
Also, wenn ich du wäre, würde ich da einfach was reinstecken. Was soll ich
denn hineinstecken?
Dein Weihleben. Nein, nein, dort ist die Hölle.
Dann bespritzt du sie eben mit deinem Weihwasser. Das macht die Hölle zahm.
Aha, drum flüstern die bösen Teufelsmädeln immer, bitte nicht
spritzen, bitte nicht.
Passt auf jetzt, jetzt sehen wir gleich, wer geguckt hat.
Ich täte an Ihrer Stelle nicht gerade im Stall baden.
Woher wissen Sie das?
In einem Kloster spricht es sich sehr schnell herum, wo ein nackter Mann zu
sehen ist.
Und wie ist das Urteil Ihrer Zöglinge ausgefallen?
Der allgemeinen Aufregung nachzuschließen?
Recht schmeichelhaft.
Oh, danke, ehrwürdige Schwester.
Das nächste Mal bade ich im Weiher. Nein!
Warum nicht?
Den Weiher kann ich von meinem Fenster aus sehen.
Und ich möchte in Ruhe schlafen.
Danke, das macht einen alten Mann zehn Jahre jünger.
Sie kokettieren ganz schön mit Ihrem Alter.
Und vergesse meine Pflichten als Testamentsvollstrecker.
Wir müssen versuchen herauszufinden, ob und wann die Wirtin in Frankreich war.
Frenze?
Françoise? Oder zu fraglicher Zeit in Ungarn.
Piri?
Piroschka?
Da, hier.
Aha, Paris 1813.
Das Volk ist in Aufruhr.
Ein Attentat auf Napoleon ist geplant, aber Susanne weiß es zu verhindern.
So wird in Warne kluge Frau.
Und darum wusste sie genau.
Um einen Mann zu zwingen, da muss die nackte Wahrheit ihm gleich in die Augen
springen. Da, seht euch das Bild an. Sagt euch das was. Das war der Mann, der
hinter dem Attentat auf Napoleon steckte. Und er war in höchster Gefahr.
Wir müssen sie schnappen.
Fallen Sie schnell! Was ist denn los?
Weiter nicht stehen bleiben, nur weg!
Ich frage mich, warum Sie
mir helfen. Sie wissen nicht mal meinen Namen.
Fragt man einen, der dringend Hilfe braucht, wie er heißt, bevor man ihn
rettet? Sie haben recht. Sie wissen gar nicht, wie recht Sie haben. Wenn es also
der Name nicht ist, warum tun Sie es?
Vielleicht, weil Sie verfolgt werden.
Ich muss dich allein lassen.
Ich werde mit diesem Kerl schon fertig.
Mann, Mann!
Mann, Mann! Stehen, Mann!
Wo ist der Hund?
Willkommen in Paris, Herr von... Fürst, wenn Sie Ihre gestatten. Fürst de la
Kiev. Ich vergesse nie ein Gesicht.
Und dieses da gehört einem davongejagten Gouverneur von Gießen.
Einen verdächtigen Minister von Lucca. Oder irre ich mich?
Nein, Cyril. Aber jetzt bin ich der neue Botschafter von Russland.
Ist es wirklich wahr, dass Napoleon nur weil er... Eine Dynastie gründet man
nicht mit einem Versager im Bett. Schlachten kann man verlieren.
Aber Kinder muss man kriegen.
Zunächst mal der Skandal. Den übernehme ich, denn ich weiß sogar, dass...
Russischer Geheimdienst weiß alles.
Dass diese Komödiantin ein übles Lokal besaß, das berüchtigte Wirtshaus an der
Laden.
Ich bitte Sie, meine Liebe.
Ich bitte um Verzeihung, Sir.
Sie sehen mich heute hier als Bittstellerin.
Wir werden die Angelegenheit diskret.
Und mit Berücksichtigung ihrer hohen Gefühle erledigen. Und damit meinte er
im Bett.
Tausendmal Dank.
Ich bitte Sie.
Keine Bewegung!
Wo ist mein...
Herr von Ambras?
Ja, der bin ich. Darf ich Sie bitten, mir meinen Sohn zurückzugeben?
Vielleicht er will trinken.
Nein, im Gegenteil. Er läuft ja bereits über.
Herr King, Sie sind Ambras, das Schloss ist umstellt.
Ins Bett.
Oh, Gottes, nein.
Ich ins Bett mit Ihnen, bevor Sie die Geheimtür finden. Na schön, bitte.
Hier.
Seine Majestät!
Ach, wer wagt es, seine Majestät in einer Situation zu stören, die... Ich
bitte um Verzeihung.
Aber wir suchen einen Verbrecher.
Dann würde ich ihn dort suchen, wo er zu finden ist.
Verzeihung.
Wir werden ihn verfolgen.
Ich weiß nicht einmal, wie du heißt.
Susanne.
Das wäre eine Möglichkeit für Françoise oder für Piroschka.
Jetzt bin ich aber neugierig, was für eine Geschichte Piroschka mir auftischt.
Das war in Ungarn, ganz weit hinten im Osten, wo sich die Schweine Gute Nacht
sagen und wo die Menschen nur Gulasch essen.
Und wo es so regnen kann, wie sonst nirgends auf der Welt.
Hey, was machst du da?
Verstecken. Die Türken sind hinter mir her.
Was haben die Heiden schon wieder bei uns zu suchen?
Hübsche Mädchen.
Wie dich.
Für den Harem des Großsultans. Was wollen die dann von dir? Oh, ich
versalze ihnen die Suppe, wo ich nur kann.
Ich bin nämlich... Partisan.
Ach, weg da.
Na hör mal, du bist mir eine schöne ungarische Patriotin. Warum?
Warum? Weil es jetzt deine vaterländische Pflicht wäre, mit mir
jetzt zu bummen.
Du hast ja eine merkwürdige Auffassung vom Patriotismus. Nein, nein, nein, gar
nicht. Aber erstens habe ich es dringend nötig und zweitens... Schau, einem
Notleidenden muss man helfen.
Ich weiß nicht Bescheid mit erster Hilfe.
Zweitens muss ich das Ding da loswerden.
Es stört mich beim Reiten.
Oh, na wenn das so ist... Das ist so.
Und es wird von Sekunde zu Sekunde ärger. Und das ist alles echt?
Wenn du es dir noch lange überlegst, dann reißt es mir die Hosenknöpfe ab.
Angeber. Sonst schieße ich mit einem Hosenknopf dem Herrn Grafen ein... Na,
was denn?
Ein Auge aus.
Gut. Wenn du das fertig bringst, dann will ich dir helfen.
Abgemacht. Heb den Rock.
Höher.
Höher.
Höher. Höher.
Höher.
Noch höher.
Höher!
Siehst du, du Hauptlust.
Den Ungläubigen hängen wir draußen an der Geige drauf.
Und die Ungläubige nehmen wir mit in unseren Harem.
Das ist ja inzwischen.
An der Geige mit ihm.
Schleier! Der stirbt schon noch früh genug.
Mach türkischen Honig aus ihm!
Lieben gern, meine Süße, aber wie?
Schieß ihm sein Auge aus!
Wenn ich nur wüsste, womit.
Na, mit dem. Ach, du weißt schon.
In solchen Augenblicken steht es einem leider nicht zur Verfügung.
Wie lange dauert es noch, sohn einer kurzsichtigen Schleierheule?
Beeil dich!
Yusuf, mach schon!
Ich will den Baum entziehen.
Yusuf!
Ja, ja, ja, ich mach ja schon.
Ich seh nichts!
Joschof! Los!
Schwing!
Joschof! Joschof, hilf mir! Ich seh nichts!
So
war
das damals.
In Ungarn.
Hübsche Geschichte.
Das dumm ist nur, dass das nicht wahr sein kann.
Sie sagen, dass ich lüge?
Beileibe nicht.
Ich rechne nur nach, mein Kind.
Als du Ungarn verlassen hast, warst du acht.
Und für ein achtjähriges Mädchen war das ein ganz beachtliches Erlebnis,
Piroschka.
Und doch, es ist dieselbe Fantasie und Leidenschaft, wie sie Susanne hatte.
So du aber die Teufel der Fleischeslust austreiben willst, so gebrauchest du
dazu erstlich eine reine Jungfrau.
Die setzt du dann nackend auf einen Ziegenbock, lasse sie dreimal im Kreise
herumreiten und sage dazu, Satanas weiche, dann wird der Teufel
entfleuchen.
Ja, den Ziegenbock hätte ich ja, aber wo nehme ich eine Jungfrau her?
Verzeihen Sie bitte, sind Sie vielleicht eine Jungfrau? Ich möchte nämlich
trinken. Nein, sind Sie!
Na, aber wer wird doch noch fragen dürfen? Was?
Wo nehme ich eine Jungfrau her?
Verzeihen Sie bitte, sind Sie vielleicht eine Jungfrau?
Ja, freilich. Nein, das ist nicht möglich, das ist nicht. Sie irren sich.
Vielleicht früher einmal, wie Sie noch jung waren, haben Sie da nie... Nein,
nie. Nie, das kann ich verstehen.
Ja, da lasse ich mich ja lieber vom Teufel zwicken, bevor ich die nackend
anschaue.
Der ist nicht ganz richtig im Kopf. Ein Verrückter ist das.
Verzeihen Sie, Herr Wirt.
Haben Sie eine nicht beschädigte Jungfrau? Mich zwickt nämlich der Teufel
und ich würde gerne eine Jungfrau gebrauchen. Ah, ich verstehe.
Einen Augenblick.
Anna! Aha, der hat Sie am Lager. Anna, eine Jungfrau wird gebraucht.
Ich verstehe nicht.
Eine Jungfrau wird gebraucht. Ich komme gleich.
Vor Mitternacht im Gästehaus vom Kloster Simplicia.
Schon wieder ein Teufel.
So, da bin ich.
Ähnlich. Bist du wirklich die von mir so dringend gebrauchte Jungfrau?
Eine ganz eine gebrauchte. Ich meine, bist du wirklich ganz rein?
Freilich und mit eigens gewaschen.
Soll ich mich ausziehen? Ja, natürlich.
Da steht es ja ganz deutlich.
Gebrauchst du eine nackerte Jungfrau?
Was ist denn das?
Eine Gebrauchsanweisung? Ja, ja, ja, vom Kolle, vom Kollegium der
Teufelsaustreiber und Geisterbanner. Seit ich das Buch habe, bin ich schon
ganz geistlos.
Nicht hinlegen, vielleicht will er das nicht, der Bock.
Wie willst du das denn du haben?
Sag einmal, bist du schon einmal auf einen Bock geritten?
Freilich, meistens reiten die Böcke auf mir.
Falsch, ganz falsch.
Du musst dich draufsetzen, ihn fest zwischen die Beine nehmen, sonst rutscht
er dir vielleicht unten durch.
Ah, ist das so klein?
Klein? Hast du eine Ahnung? Der ist ja so, so lang und dick.
Aufschneider, den möchte ich sehen.
Warte nur, ich zeige ihn dir.
Ich hole ihn raus.
Was? Da schaust du?
Das ist er, der Bock.
Ja, was soll ich denn mit dem?
Na, reiten, reiten.
Reiten? Das kostet aber das Doppelte. Das ist ja egal.
Hauptsache ist, dass mein Seelenheil gerettet ist.
Was stinkt denn da so teuflisch?
Ja, ja, vielleicht ist mir schon einer entfleucht.
Ein Teufel. Komm, setze dich da rauf und reite, reite. Damit die anderen auch
entfleuchten. Was soll ich?
Und komm, komm, komm, komm, reite, reite, komm rauf, nasse Psyche, und
jetzt reite, reite, Satanus weiche, reite, reite, Satanus
weiche.
Was soll der ganze Blödsinn?
Lästere nicht.
So treibe ich den Teufel der Wohllust aus, der mich seit Tagen quält. Also den
treibe ich doch ganz anders aus. Wie denn? Was?
Das ist eine alte Methode. Die meine ist älter. Die stammt schon von Adam und
Eva. Das ist noch besser. Was brauchen wir dazu?
Erstens ein Mädchen.
Zweitens ein Bett. Ein Bett?
Und drittens komm mit.
Aber was ist denn?
Nein, nein, nein.
Bitte, bitte.
Spürst du schon jetzt, wo der Teufel der Fleischeslust sitzt?
Jetzt schicken wir ihn dorthin, wo er hingehört. In die Hölle.
Der Teufel, das ist schon... Hölle ist gut.
Wen haben wir denn da?
Hoffentlich habe ich Sie nicht erschreckt.
Frenze? Françoise?
Dich habe ich noch nicht examiniert.
Ich fühle mich zurückgesetzt.
Oh, das tut mir leid, es war nicht Absicht. Aber nun bin ich hier.
Und welche Geschichte wirst du mir erzählen? Gar keine Geschichte.
Und wie willst du mir dann beweisen, dass du die Tollheit der Wirtin von der
Lahn geerbt hast? Einfach gar nicht. Was?
Du könntest womöglich die Tochter des Freiherrn von Ambras sein.
Daran liegt mir nichts.
Frenze, was willst du dann?
Dich? Wo ist Frenze?
Was wissen wir? Vielleicht musste sie mal.
Lüge! Von dort komme ich gerade.
Das Lachen wird euch schon noch vergehen.
Das melde ich der ehrwürdigen Schwester Oberin.
Na wenn schon, die weiß auch nicht, wo Frenze ist. Vielleicht wird mir Susanne
sagen können, was hier vorgeht.
Susanne?
Weg! Verschwunden!
Auch sie!
Verschwunden! Die Staudenglocke! Zwei Kloster-Schülerinnen sind verschwunden!
Es gibt gar keine Zweifel.
Du musst die Tochter von Susanne sein. Hast du sie sehr geliebt?
Nicht so sehr wie dich.
Fatale Geschichte.
Was? Wenn du die Erbin bist, ist es aussichtslos für uns. Warum?
Es würde heißen...
dass es mir nur um dein Erbe geht.
Ach, ich pfeife auf ganz Süderland.
Gemeinheit, diese Störung. Ich war gerade mittendrin in der
Teufelshaustreibung. Oh, Herrwürdige.
Wecke sofort deinen Herrn.
Das kann ich nicht.
Warum? Weil ich nicht weiß, wo schläft.
Vielleicht weiß er, wo die beiden Mädchen sind. Fehlt eine.
Eine?
Zwei! Zwei?
Bei mir war doch eine ganz andere.
Tätiger Herr, Besuch!
Messe von der Straten.
Franzi ist verschwunden.
Sie ist nicht verschwunden.
Doch.
Denn was ich hier sehe, ist nicht die Klosterschülerin, die wir suchen.
Das ist die zukünftige Madame van der Straaten.
Nein, unmöglich. Sie ist die Tochter von... Wessen Tochter sie auch immer
ist. Sie werden sie heiraten.
Siehst du, Vincent, dir bleibt gar nichts anderes übrig.
Das ist mein Schicksal.
Vielen Dank, ehrwürdige Mutter.
Oh, das hat Zeit.
Unsere Sorge muss dir zu Sanne gelten. Die scheint tatsächlich verschwunden zu
sein.
Voilà. Pardon, meine Herren.
Ich bin im Augenblick retour, der starke Schnapflü machen Pipi.
Der welche Hund spielt falsch? Jetzt pass einmal auf und wenn ich ihn
erwisch, dann gnad ihm der Herr.
Komm, wach auf.
Wir müssen von hier fort.
Ja, Liebster.
Nicht weit von hier ist eine Posthalterei.
Wir müssen einen Wagen anhalten, der uns von hier fortbringt.
Voilà, Monsieur.
Ich gebe Ihnen Revanche. Noch eine Runde.
Abheben. Voilà.
La fortune, der Glück, ist eine Frau.
Manchmal, sie macht die Beine breit.
Manchmal, sie zeigt nur den Popo.
Meine, die war doch besser als die mit dem Ziegenbock.
Und der.
Nur bitte Wein, bitte.
Schenk einen.
Und der.
Und der.
Der und der.
Ich weiß schon und von dich werde ich lernen.
Uns betrügst du aber nicht, lieber Freund. Ich doch nicht Betrug, ein
kleiner Missverstand, Madame Fortun. Sie wird in den Arsch zeigen.
Jetzt geht's da an der Krage.
So, jetzt haben wir dich, du Kerl. Ruhe, jetzt muss ich meine
Botschaft loswerden. Es geht um tausend Dukaten.
Tausend Dukaten bekommt derjenige, der die bloßte Schülerin Susanne findet.
Sie ist ausgerissen.
Tausend Dukater, wie sieht das aus? Das weiß ich nicht. Ich habe noch nie
tausend Dukaten gesehen.
Hat es Mädel, meine?
Mädel, Mädel. Am besten erkennt man sie an den Anhängsel, das sie bei sich hat.
Ein junger Mann.
Sie hat rotblondes Haar, trägt die Tracht der Klosterschülerinnen. Ihr
Begleiter heißt Florian, ein schlanker, schüchterner Jüngling.
Tausend Dukater. Wie könnten wir brauchen?
Wer etwas weiß, soll das auch ein Gast im Bios der Simplicia melden. Jetzt
brauche ich einen Schnaps.
Mir auch.
Den hätten wir weiter vergessen.
So, und jetzt raus mit dir.
Uns wirst du nicht mehr betrügen.
Deinen Hut, den kannst du haben.
Postillon, wann fahren Sie ab?
Wieso? Wir fahren mit bis... So weit wie nur möglich.
Wir sind nämlich auf der Flucht.
Wenn es beliebt, einzusteigen.
Geld? Oh, nein, kein Geld erst am Ziel.
Tausend Dukaten.
Na,
hat sie dir den Teufel austrieben?
Die Steinen.
Viermal?
Vier Teufel habe ich im Leib gehabt. Die haben wir dann in die Hölle geschickt.
Das war schön, das war schön.
Nach einer alten Methode von Asam und Eva.
Was ist, was ist denn, was?
Madame, ich habe Anspruch auf den Finderlohn.
Tausend Ducaten.
Moment, mein Monsieur.
Erst wollen wir mal sehen, ob Sie auch die richtigen gefunden haben.
Sehe ich vielleicht aus wie ein Schwindler?
Ja.
Ja? Ja.
Was erlaubt er sich?
Ich war Gouverneur von Gissen.
Ich war Botschafter seiner Majestät des Zaren in Paris.
Und wo sind die beiden jungen Leute jetzt?
Voilà.
Bitte sehr.
So, so, das sieht nicht aus, als ob das zwei wären. Die scheinen inzwischen eins
geworden zu sein.
Für Moralität bin ich nicht verantwortlich.
Darf ich Sie bitten, jetzt zu zahlen?
Monsieur Dillac hat recht.
Sie kennen meinen Namen?
Von wem?
Die Wirtin von der Lahn ist grüßend.
Schon wieder kommt mir diese Person in die Quere und meine ganze Leben.
Sie haben sie gut gekannt. Zu gut?
Den besten Freund kennt man nicht so gut wie schlimmster Feind. Dann können Sie
uns sicher sagen, wie Ihre Tochter heißt.
Welche? Sie hatte mehrere?
Oh, bei dem Leben, das sie führte, kein Wunder.
Oh, pardon.
Wie viel?
Ich glaube, drei, vier, fünf.
Fünf uneheliche Töchter?
Fünf.
Fünf. Als ich sie das letzte Mal verhaftet habe, schrieb sie die Namen
ihrer Kinder in die Bibel. Die Bibel?
In diesem turbulenten Leben haben wir alles gefunden, nur keine Bibel.
Wo ist sie?
Anselma, Clarissa, Françoise,
Piroschka und Susanne. Alle?
Alle fünf?
Das alte Wirtshaus an der Lahn hat seine Schuldigkeit getan.
Bleibt nur die Frage offen, ob es euch auch viel Spaß gemacht,
was wir von Herzen hoffen.
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