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Leon? Hey!
Leon!
Stopp! Hey!
Lass ihn los!
Hey, was tun Sie da?
Du, verdammt, ich hab's geahnt.
Lass Leon frei.
Untertitelung.
BR 2018
Morgen. Was war das jetzt?
Ja, das ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, oder? Aber wenn es
dir gefällt, dann trage ich das gern.
Nein, ich meine das Fahrrad.
Das habe ich mir im Urlaub gekauft. Ein Gravelbike.
Ultraleicht.
Das Problem ist... Die eigentliche Frage, lieber Xaver.
Ist doch.
Ob irgendwas Spannendes passiert ist, als ich weg war?
Ich... Ja,
Chef?
Okay, Chef.
So, komm, das Meeting fängt an.
Sag mal, hast du die Vermisstenanzeige gesehen?
Welche?
Vom Kinderheim Edelshof.
Leon Atanasoff ist gestern verschwunden. Ach, der Junge aus dem Heim.
Das ist ja noch keine 24 Stunden her.
So. Komm, Herr Chef wartet nicht gerne. Komm gleich.
Becker, Kriminalwache Bad Wolfengrub. Es geht um die Vermissten-Entzeige von
Leonid Tanasov.
Ich würde fragen, ob der Junge wieder zurückgekehrt ist.
Wir machen uns wirklich große Sorgen.
Gestern Abend war Leo noch in seinem Zimmer, aber heute Morgen konnte ihn
hier niemand mehr finden.
Wie viele andere Kinder sind mit auf seinem Zimmer? Drei.
Die haben aber nichts gesehen oder gehört.
Sie hatten gestern Abend Dienst?
Ah nein, ich hatte gestern Abend frei.
Anna hatte Dienst.
Anna Wiegand. Dann möchte ich bitte mit ihr sprechen.
Das ist es ja. Die haben wir auch noch nicht erreicht.
Okay, das muss ich genau wissen. Auf jeden Fall brauche ich ihre
Kontaktdaten. Und ich möchte mit der Heimleitung sprechen.
Wer ist es zurzeit?
Herr Bischof.
Kai Bischof?
Wirklich? Sie kennen ihn?
Aha.
Herr Bischof ist aber leider gerade bei einem Außentermin.
Gut, dann rufen Sie ihn bitte an, dass er herkommt.
Und zeigen Sie mir Leons Zimmer?
Gerne.
Wie alt war Leon, als er hierher gekommen ist?
Fünf.
Und was war mit seinen Eltern?
Die Mutter war schwer krank, der Vater unbekannt.
Niemand sonst, der sich kümmern konnte oder wollte.
Und in den letzten sechs Jahren?
Verschiedene Pflegeeltern, aber... Niemand, der ihn behalten wollte.
Hi.
Ist er tot?
Marvin, so was sagt man nicht.
Abmarsch. Warum fragst du das?
Du bist doch bestimmt ein Bulle, oder?
Scharfer Kant. Aber warum glaubst du, dass hier was passiert ist?
Das glauben alle hier.
So was höre ich zum ersten Mal.
Und warum glauben das alle hier?
Wurde er bedroht oder hat er Stress mit irgendjemandem?
Du, ich habe...
Ich habe einen Bärenhunger. Was ist mit dir? Kommst du mit?
Dafür braucht man Wertmarken.
Weißt du, die Größeren, die haben ja früher die Wertmarken oft weggenommen.
Und da musst du nicht erfinderisch werden.
Echt jetzt?
Du warst früher auch hier?
Und bist jetzt Bulle?
Logo. Kann ja auch passieren, wenn du Bock drauf hast.
Und du und Leon, ihr seid also Freunde, ja?
Ja, wir sind sowas wie die Ladenhüter hier.
Ich war auch viele Jahre hier früher.
Und am Anfang haben sie noch gesagt, dass ich zurück zu meiner Mutter kann.
Aber dann hieß es Adoption.
Dann habe ich viele Jahre auf Adoptiveltern gewartet, auf die
Richtigen halt, welche, die es ernst machen und dann nicht nur übers
Wochenende mitnehmen.
Und die kamen dann aber.
Weißt du?
Also, ja, glaub dran.
Zuversicht und keine Angst.
Ich habe keine Angst.
Nicht mal vor... Egal.
Nicht mal vor?
Egal. Wie egal? Sag, wovor du keine Angst hast.
Der Kapuzenmann.
Nachts kommt er manchmal und schnappt sich welche von uns.
Sperrt sie in seinen Wagen und dann... Hast du den Kapuzenmann gesehen?
Hat der was mit Leons Verschwinden zu tun?
Jonas!
Der Bischof! Das gibt's doch nicht!
Es ist ja schön, dich zu sehen.
Die Zweifel muss ich Sie sagen. Um Gottes Willen. Hey, und was Sie aus dem
Heim gemacht haben, das ist... Ist es wunderschön geworden.
Nee, wirklich.
Was zieht dich in die Heimat? Marvin, warte mal bitte noch. Nee, ich muss
gehen.
Erzählt er wieder seine Fantasiegeschichten?
Ich habe mehrfach versucht, Frau Wiegand zu erreichen.
Auf dem Handy meldet sich nur die Mobilbox.
Ich war bei ihr zu Hause, dann macht niemand die Tür auf und die Nachbarn
wissen nicht, wo sie ist.
Wie lange arbeitet Anna Wiegand eigentlich schon hier? Noch nicht so
lange, vier Monate.
Sie ist sehr engagiert und die Kinder mögen sie sehr.
Und ihr?
Eher besonders.
Gegenüber den anderen Betreuern war er eher zurückhaltend, aber mit Frau
Wiegand versteht er sich sehr gut.
Könnte es sein, dass...
Einer, wie ganz sich mit Leon abgesetzt hat.
Ich kann es nicht ausschließen.
Bei einem Respekt, Herr Bischof, das hätten Sie der Polizei sofort mitteilen
müssen.
Bei allem Respekt.
Wärst du heute nicht gekommen, dann hätte ich immer noch keine Reaktion von
der Polizei.
Und jetzt Jiren ist auch weg. Das ist schon komisch, Chef, oder nicht?
Aus dem Kinderheim Edelshof?
Ja, so klein ist die Welt.
Jedenfalls ist diese Anna Wiegand seit Leons Verschwinden nicht mehr in ihrer
Wohnung aufgetaucht. Ich weiß, es muss noch nichts heißen, aber wenn wir noch
mehr Zeit verlieren... Nee, geh der Sache auf jeden Fall nach.
Ich übertrag dir den Fall.
Okay.
Ich dachte, du gibst mir jetzt einen Einlauf, weil ich nicht beim Meeting
war, dass ich auf eigene Faust losgezogen bin, mal wieder gegen die
Regeln gehandelt habe, unkollegial und stark köpfig. Schön, dass dir das
wenigstens klar ist. Aber in dem Fall gibt es was, das du unbedingt wissen
solltest. Okay.
Vor fünf Jahren ist schon mal ein Kind aus diesem Kinderheim verschwunden.
Die Mutter war völlig überfordert.
Vater hatte kein Interesse.
Als dann die Oma auch noch starb und auch sonst sich niemand kümmern konnte,
kam Jennifer ins Heim.
Aber dann war Jennifer eines Morgens verschwunden.
Es gab keine Indizien, keine weiterführenden Spuren, nichts. Weder im
Heim selber noch hier in der näheren Umgebung bis hin zur Grenze. Sogar die
österreichischen Kollegen in Salzburg waren damals involviert.
Auch auf deren Seite nichts.
Glaub mir, wir haben... Wirklich alles Menschenmögliche getan.
Aber irgendwann kam der Punkt, da mussten wir die Ermittlungen einfach
einstellen.
Aber das heißt doch, es kann sein, dass Jennifer Petri noch lebt.
Ja, vielleicht.
Aber... Warte mal, was ist, wenn die beiden Fälle zusammenhängen?
Fuck, wenn da der gleiche Täter dahinter steckt.
Ich meine, komm schon, zwei Kinder aus dem gleichen Heim.
Wir ziehen das auf jeden Fall in Betracht.
Aber verrenne ich nicht.
Ich habe schon mal eine gute Kommissarin an den Fall verloren.
Also... Und Jonas?
Solange wir keinen eindeutigen Zusammenhang beweisen können, muss das
Ganze auf jeden Fall diskret und sensibel behandelt werden.
Diskret und sensibel?
Kennst mich doch.
Ja, eben.
Hi. Ich bin Jonas Becker von der Kriminalwache Bad Wolfengrub.
Das Archiv macht gleich zu, aber da vorne ist ein Schild mit unseren
Öffnungszeiten. Ja, ich bin Ihretwegen hier.
Das wirkt unwahrscheinlich.
Höge Tränke, oder?
Ja, Sie sehen doch genauso aus wie auf Ihrem Personalfoto.
So ein bisschen älter vielleicht.
Nicht besonders charmant.
Aber wahr, was wollen Sie?
Mit Ihnen reden.
Mit Jennifer Petry.
Das Mädchen, das vor fünf Jahren aus dem Kinderheim Edelsruhe verschwunden ist.
Sie waren damals die leitende Ermittlerin, deswegen habe ich noch ein
paar Fragen an Sie. Lesen Sie doch die Ermittlungsakte.
Ja, aber mich interessiert das, was nicht in der Akte steht.
Gestern ist wieder ein Kind spurlos aus demselben Heim verschwunden.
Es tut mir leid.
Aber ich kann Ihnen nicht helfen.
Sorry, ich check's ehrlich gesagt nicht ganz. Warum bügeln Sie mich jetzt hier
so ab?
Ich arbeite nicht mehr für die Kripo.
Ja, das ist recht offensichtlich.
Der Grund dafür stand zwar nicht in Ihrer Akte, aber ich schätze mal... Wir
schließen gleich.
Hey,
dass Leon Spolos aus dem gleichen Kinderheim verschwindet wie Jennifer
Petri vor fünf Jahren, das kann kein fucking Zufall sein.
Und wenn der gleiche Täter dahinter steckt, dann ist jetzt die Chance, ihn
zu finden.
Sie sind offenbar einer dieser jungen Kollegen, die meinen, Sie müssen sich
wie in einem Hollywoodfilm benehmen.
Von mir aus pumpen Sie sich mal so richtig auf und stehen 24 Stunden unter
fucking Strom.
Aber mich lassen Sie bitte ab sofort in Ruhe, ja?
Jonas Becker?
Naja, also wenn ich Ihnen wirklich helfen soll, Herr Becker, dann braucht
das ganz klar... Gut.
Finde ich gut.
Also Regel Nummer 1.
Sie wollen meine Hilfe.
Dann nur ganz oder gar nicht.
Das heißt, keine Widerrede, wenn Ihnen irgendwas nicht passt.
Ähm, ja, also ich dachte eher, dass Sie so als externe Beraterin tätig sind. Ich
meine, Sie sitzen hier im Archiv, also... Ich habe noch jede Menge
Urlaubstage. Regel Nummer 2.
Ich ermittle die ganze Zeit aktiv mit... Auch das wird allein aus
versicherungstechnischen Gründen schwierig. Und ich kann mir nicht
vorstellen, dass mein Chef das mit der Bezahlung... Ist mir beides egal. Aber
wenn Sie Ihre Zeit weiter mit diesen sinnlosen Details verschwenden wollen,
dann... Nee.
Ich krieg das schon irgendwie hin.
Glaube ich.
Aber ich hätte auch noch eine dritte Regel.
Und die wäre?
Keine Alleingänge.
Sie werden nichts hinter meinem Rücken machen.
Klar?
Okay?
Untertitelung.
BR 2018
Indem wir Schicht um Schicht ganz vorsichtig abtragen, legen wir
Geheimnisse frei, die auf den ersten Blick völlig unscheinbar sind.
Das gilt nicht nur für menschliche Überreste, sondern auch für alle anderen
Spuren, die selbst der vorsichtigste Verbrecher hat. In der Theorie
vielleicht, aber was ist besser als zum Beispiel die Kriminaltechnik der
Polizei?
Das ist eine sehr gute Frage, vielen Dank.
Wissen Sie, was unsere Geheimwaffe ist?
Zeit. Ein Kriminaltechniker muss unter enormem Druck Indizien finden an einem
ganz klangrenzten Tatort. Wir hingegen als forensische Archäologen, wir
betrachten einen Tatort und die weitere Umgebung. Wir fragen uns, warum lässt
sich eine Leiche genau hier in diesem speziellen Ort finden?
Kann man Spuren trotz Wind und trotz Regen immer noch verfolgen?
Ja, genau.
Und all das kann dazu beitragen, einen Täter auch noch Jahre nach der Tat zu
finden.
Okay, ja.
Ja, dann lass uns später telefonieren.
Ich liebe dich auch.
Frau Dr.
Sonnleitner?
Mein Name ist Birgit Reienke. Ich bin... Die Frau aus Deutschland, die in meinen
Vorlesungen so viele Fragen stellt.
Ja.
Wie kann ich Ihnen helfen?
Ich habe da ein berufliches, sehr dringendes Anliegen.
Es geht um ein verschwundenes Kind.
Okay.
Wir können gerne einen Kaffee trinken gehen, dann können Sie mir davon
erzählen.
Morgen. Morgen.
Da sind Sie ja.
War das so schwer zu finden?
Nee. Und... Was genau machen wir jetzt?
Hier wurde die Suche im Fall Jennifer damals eingestellt. Ich dachte, wir
machen hier weiter.
Wir haben schon mal angefangen.
Wir?
Ja, die KTU hatte damals nicht genug Personal, um dieses Weitstück hier
genauer zu untersuchen. Und deshalb habe ich diesmal kompetente Verstärkung
angefordert. Aus Österreich.
Sie können doch nicht einfach so eine Verstärkung anfordern. Warum denn nicht?
Und schon gar nicht aus Österreich.
Also wollen Sie jetzt Leon finden oder nicht?
Ja, genau.
Wollt ihr einen Apfel? Ja, sehr gerne.
Hier.
Lässt du wieder Kinder für dich arbeiten?
Du könntest eigentlich mal was für mich kochen von deinem Gemüse.
Ja, was hättest du denn gerne? Ich kann alles kochen. Kürbis, hast du Kürbis?
Hallo, Elma.
Hallo Kai.
Irgendwas Neues von Anna oder von Leon?
Leider nein.
Eine
der
Theorien von damals war natürlich, dass Jennifer...
entführt und umgebracht wurde. Und weil dieses Waldstück hier so nah beim
Kinderheim liegt. Hätte der Täter sie schnell herbringen und die Leiche hier
verstecken können, ich weiß. Ich glaube trotzdem, dass unsere beste Spur die
Heimangestellte ist, die am gleichen Abend wie Leon verschwunden ist. Anna
Wiegand.
Wer sind jetzt hier diese Menschen?
War denn die KTU inzwischen schon in Anna Wiegands Wohnung?
Noch nicht.
Lassen Sie mich raten. Fehlende Manpower oder andere dringende Fälle, die erstmal
Priorität haben?
Ich war dort.
Oh, wow. Und?
Also wenn Anna Wiegandt sich wirklich mit Lehren abgesetzt haben sollte, dann
scheint sie es nicht geplant zu haben. Also keine Anzeichen für eine
überstürzte Abreise oder?
Nee.
Wer sind die Menschen jetzt hier?
Dr. Marie Sonnleitner, Uni Salzburg.
Hallo.
Und das sind ein paar meiner Studenten. Ja, Frau Dr. Sonnleitner arbeitet für
den Fachbereich Gerichtsmedizin und forensische Archäologie.
Archäologie.
Was ist daran so komisch?
Nee, nichts.
Also tatsächlich war ich früher ein riesen Indiana Jones Fan. Aber dass Sie
Studis über die Grenze herbestellen, die irgendwo rumbuddeln... Also erstens, wir
buddeln nicht. Wir tragen Schicht um Schicht ab, um Erkenntnisse zu gewinnen.
Und zweitens, nicht irgendwo, sondern genau hier, weil dieses Gebiet für einen
Täter, der vom Waldparkplatz kommt, am besten reichbar ist. Es gibt einige
frische Spuren.
Die direkt vom Parkplatz zu dieser Stelle hier führen. Wenn wir hier sonst
nie irgendjemand vorbeikommt. Also wer genau hier war, das wollen wir doch
gerade miteinander herausfinden.
Sehen Sie, dieses Miteinander, das vermisse ich ehrlich gesagt gerade noch
so ein bisschen.
Ich bin mir sicher, das ergibt sich.
Und so ein dynamischer, lebhafter Austausch ist doch der perfekte erste
Schritt.
Ja. So, Sie und ich fahren jetzt noch mal ins Heim und suchen nach
irgendwelchen Anhaltspunkten für den Aufenthaltsort von Anna Wegand. Und Sie
und Ihre Studis, Sie können total gerne... Bitte sagen Sie jetzt nicht
wieder buddeln.
Ich wollte damals schon jemanden wie Dr.
Sonnleitner als Verstärkung hinzuziehen. Ja, das ist auch schön und gut, Frau
Reinke, aber sowas muss über mich laufen, ist das klar?
Das ist jetzt aber nicht wirklich ein Problem, Herr Becker, oder? Regel Nummer
eins. Frau Reinke? Ja?
Kommen Sie.
Die Betreuerin ist tot.
Keine Spur von dem Jungen.
Das heißt, Leon lebt vielleicht noch. Genau.
Aber sag mal, was macht denn die Reinke hier?
Äh, ihr kennt euch.
Ja, wir hatten früher schon mal das sogenannte Vergnügen.
Ich dachte, die stapelt jetzt nur noch Akten.
Ja. Ähm, was kannst du mir jetzt der Toten sagen?
Anna Wiegand, zwei Schüsse, Herz und Lunge.
Ich schätze, vor ungefähr 36 Stunden.
Tief vergraben wurde sie nicht. Eher notdürftig.
Wahrscheinlich ein großer Hast. Äh, Entschuldigung.
Wofür?
Also, eine vernünftige Fußspurenanalyse kannst du hier leider vergessen.
Wir waren schon sehr vernünftig dabei, bevor sie dazu kamen. Und dank unserer
Sorgfalt konnten wir die Leiche ja auch finden.
Die hätte ja jeder finden können.
Jedes Kind. Ja, Fakt ist aber, bisher hat sie niemand hier gefunden. Guten
Tag, Herr Ebersbach.
Wir haben in der Nähe auch diesen Gameboy entdeckt.
Der könnte von Leon sein.
Moment.
Wir untersuchen das jetzt alles erstmal.
Dann werden wir sehen, ob der von Leon oder was auch immer.
Und als Wissenschaftlerin wird die Dame von der Uni ja sicher auch nicht
spekulieren wollen, nicht wahr? Dr. Marie Sonnleitner.
Und Sie sind?
Ja, fertig.
Danke dir, Korbinian.
Okay, also die Frage bleibt, wo ist Leon jetzt?
Und wer hat ihn entführt?
Kann ich Ihnen helfen?
Hey!
Hey!
Hey!
Bleiben Sie stehen!
Ja, was denn?
Ja. Also Sie meinen, wie viele Stunden? Um 12 bis 14. Okay.
Also dann, bis später.
Moment, wo wollen Sie denn hin?
Ins Kinderheim.
Die Heimleitung über Anna wie ganz tot im Tunnel.
Ja, ja, wir sollten dort auch unbedingt wegen dieses Gameboys nachfragen, ob der
aus dem Spenderfundus stammt. Oder ob jemand weiß, von wem Leon dieses Ding
hat. Ob der überhaupt Leon gehört.
Nicht so ungut, Frau Reinke, aber ich übernehme das lieber alleine.
Wie meinen Sie das, allein?
Ich habe einen persönlichen Draht zum Heim oder so.
Ich weiß, ich habe Ihre Akte gelesen.
Ich melde mich.
Wie lange arbeiten Sie schon zusammen?
Seit heute.
Ich muss da mal kurz ran gehen.
Jonas? Felix, es geht um Anna Wiegand.
Wir haben ihre Leiche gefunden. Ja, Kabinian hat mich bereits informiert.
Auch, dass du Birgit Reinke hinzugezogen hast.
Ähm... Ja, natürlich, weil sie hat damals den Fall Jennifer Petry geleitet,
also... Trotzdem hast du keinerlei Beweis dafür, dass es sich im Fall Leon
Artanassoff um denselben Täter handelt, ne? Noch nicht, aber du sagst selber
immer, wenn ein Täter ungestraft davonkommt, dann wird es früher oder
später wieder versagt. Du, Jonas, ich hab dir diesen Fall übertragen, damit du
beweisst, dass du verantwortungsbewusst und zielführend arbeiten kannst.
Laut ihrer Personalakte war auch Birgit Reinge immer verantwortungsbewusst und
zielführend. Ja, bis zum Fall Jennifer Petry, hab ich dir doch gesagt.
Da hat sie nach und nach die Kunst... Weil sie nicht akzeptieren wollte, dass
niemand schuld war, als das Mädchen nicht gefunden werden konnte. Ja, ich
verstehe das schon, aber... Dieser Fall erfordert saubere Polizeiarbeit und
keine unnötige Eskalation. Und wenn du aufgrund deiner eigenen Geschichte nicht
unbefangen bleiben kannst... Felix, ich verstehe dich.
Abbruch. Jonas? Sorry, ich verstehe dich.
Jonas? Ach, Mann, ey.
Ist das Ihr Ernst?
Regel Nummer 1 und Regel Nummer 2, schon vergessen?
Ich habe Ihnen gesagt, dass ich das hier alleine mache. Ja, ja, ich weiß.
Sie haben einen persönlichen Draht.
Aber wir wollen doch beide das Gleiche.
Leon finden.
Jetzt beruhigen Sie sich erst mal und fangen noch mal von vorne an. Also was?
Also da stand dieser Typ und... Herr Bischof.
Ähm, sorry, dass wir jetzt hier einfach so reinplatzen.
Guten Tag, Herr Bischof.
Entschuldigung, aber wir haben gerade ein Problem.
Da war so ein Typ, der war hier schon öfter.
Ähm, was für ein Typ? Was genau hat der gemacht?
Nichts, er hat einfach nur zu den Kindern rübergestarrt. Aber ich glaube,
Marvin hat ihn erkannt. Nur leider hat er jetzt Angst, was zu sagen.
Wir sollten es vielleicht lieber im Büro besprechen.
Ähm, es gibt da noch etwas, was wir Ihnen leider mitteilen müssen.
Wer will der andere sowas antun?
Das probieren wir alles gerade herauszufinden.
Und ja,
vielleicht hatte der Typ am Baum ja irgendwas damit zu tun.
Wie oft war der schon hier?
Ich hab den in den letzten Wochen bestimmt drei, vier Mal gesehen.
Und Anna war auch schon aufgefallen. Ich weiß, wer er ist.
Sein Name ist Oliver Briggs.
Er war einige Jahre hier bei uns.
Und vorher in verschiedenen anderen Heimen, die auch alle ihre
Schwierigkeiten mit ihm hatten, so wie wir.
Ausgeprägter Hang zur Gewalt.
Wann genau war das?
Vor fünf Jahren.
Bevor Jennifer Petri verschwand oder danach?
Kurz danach.
Warum haben Sie das damals mit keinem Wort erwähnt? Wenn es nach Ihnen
gegangen wäre, hätte ich den natürlich sofort verdächtigen müssen.
Nur weil er ein 17-jähriger Jugendlicher war mit vielen Problemen, die wir hier
alle nicht lösen können. Aber solche Kinder, solche Jugendlichen habe ich
hier jede Menge, jede Menge!
Und die soll ich alle unter Generalverdacht stellen?
Wir sind keine Strafanstalt! Wir sind hier, um zu helfen.
Okay, niemand wird unter Generalverdacht gestellt.
Die Frage ist aber, hat Oliver Briggs irgendwas mit Jennifer zu tun gehabt?
Nein. Okay.
Okay. Und was ist mit Leon?
Also es gab mal eine Zeit, da hat Leon erzählt, dass er öfter mit seinem großen
Bruder ins Kino geht oder was essen oder einfach nur abhängt.
Ich habe das immer für eine Fantasiegeschichte gehalten.
So was erzählen viele Kinder hier, ohne dass es stimmt.
Als Oliver hier gelebt hat, da waren Sie noch nicht da.
war er tatsächlich so etwas wie der große Bruder von Leon.
Und was war mit später, also danach?
Naja, das kennst du ja, du weißt doch.
Manche Kinder sind am Nachmittag einfach ausgebüxt, ohne dass es die Betreuer
bemerkt haben.
Das ist durchaus möglich, dass Oliver diese Nachmittage mit Leon verbracht
hat.
Gespendete Spielzeuge hier im Heim? Ja, natürlich.
Diesen Gameboy haben wir im Wald gefunden.
Der gehört Leon.
Sicher?
Okay, weil es war nicht gekennzeichnet.
Dann ist die Frage, woher hat er diesen Gameboy?
Von Oliver?
So.
Kopfschmerzen?
Schön. Ah.
Dann hilft Bewegung. Fahrradfahren zum Beispiel.
Oder Wechselduschen in Kombination.
Super. Also solche Tipps habe ich ja noch nie gehört.
Ja, Xaver, ich brauche einmal einen Namenscheck aus der Datenbank.
Oliver Briggs, geboren am 3.5.2003 mit Foto auf meinem Handy.
Danke.
Sie waren also schon als Kind ein großer Fan von Herrn Bischof?
Ne, zu meiner Zeit war er noch Betreuer.
Aber trotzdem, der eigentliche Heimpapa, der war immer für uns da.
Beständnisvoll.
Liebevoll. Aha.
Ja, was?
Wenn wir Sie damals nicht mit ihm konnten, soll ich ihn jetzt auch scheiße
finden, oder wie? Nein.
Aber ich fand ihn damals unerträglich.
Weil ihm der gute Ruf des Kinderheims wichtiger war als Sternefers Schicksal.
Inwiefern? Haben Sie nicht die Fotos in seinem Büro gesehen?
Das war alles nur Außenwirkung. Shake Hands mit Großindustriellen wie den
Hönings. Mit wem?
Erik Höning.
Der Großmarktkönig. Noch nie gehört?
Nein. Aber ganz ehrlich, Sie haben keine Ahnung, wie das früher aussah. Was der
Bischof aus dem Heim gemacht hat, das ist unglaublich. Und meinetwegen mit
Geld aus der heißen Seite.
Das Einzige, worum es hier geht, ist, dass es den Kindern ein kleines Stück
oder auch ein großes Stück besser geht. Und das ist völlig egal, wo das Geld
herkommt. Sorry.
Ja, aber wegen all dieser Spender wollte er damals die Ermittlungen unbedingt
geheim halten. Und ich wette, der hat nie alles gesagt, was er wusste.
So, Oliver Briggs, einige Vorstrafen.
Diebstahl, Körperverletzungen, Drogenschnitten, Kleindealer zu sein.
Also wenn er Leon entführt und Anna Wiegand umgebracht hat, weil sie
dazwischen kam, warum war er dann heute wieder hier?
Das fragen wir ihn. Wir?
Sie müssen doch nicht mitkommen, das ist schon okay.
Doch, aber ich befürchte für einen Gepäckträger bin ich zu schwer.
Frau Reinke, Sie wissen, dass Sie immer einen Platz auf meiner Lenkradstange
haben, oder?
Danke, aber Sie sind mir zu langsam.
Kann ich Ihnen helfen?
Sie sind?
Und Sie?
Dr. Marie Sonnleitner, Uni Salzburg, Forensische Archäologie.
Ich hätte den Abschlussbericht auch per E-Mail schicken können, aber ich wollte
Herrn Becker lieber persönlich sagen, dass ich den Fall sehr gern weiter
begleiten möchte.
Weiter begleiten? Ja, auch weil Sie hier nicht über eine Spurensicherung verfügen
und der Kollege aus München sehr ausgelastet schien. Das heißt, Kommissar
Becker hat Sie hinzugezogen? Nein, das war Hauptkommissarin Reinke.
Also, wenn Sie Ihnen das ausrichten könnten.
Vielen Dank.
Wiederschauen.
Wiederschauen.
Hauptkommissarin Reinkel.
Wonderful.
Können Sie mal bitte schmatzen sein lassen?
Können Sie mal bitte ein bisschen netter sein?
Herr Becker?
Gehen Sie lieber mal vor.
Sie sehen eher aus, als würden Sie Drogen kaufen.
Ich hab gehört, bei dir kann man was kaufen.
Nix braunes, Aventures, Eis, bisschen Weed.
Komm mit.
Ich hab Speed, ein paar Upper, bisschen Weed und ich hier.
Mahlzeit, Kripo bei Teufelgro.
Ich habe keine Drogen dabei.
Scheiß auf die Drogen. Wir sind wegen Leon hier. Leon hat Hanna-Soft. Und wir
wissen, dass ihr eine Geschichte habt. Was ist mit Leon? Er ist verschwunden.
Seine Betreuerin ist tot. Sie wurde ermordet.
Warum treibst du dich immer wieder vom Heim heim? Was willst du von den
Kindern? Gar nichts.
Okay,
noch ein Geschenk. Hast du dir gedacht, es hat bei Leon funktioniert und bei
anderen Kindern auch? Ja, genau so war es. Scheiß Bulle!
Was ist passiert? Was ist passiert?
Herr Becker! Hat einer wirklich dich gesehen? Hey! Hast du dich das denn
umgebracht? Herr Becker! Das machen wir auf den Kommissarell! Herr Bricks! Was
machen Sie denn für einen Mist?
Zack!
Er war vor Ort. Er hatte die Gelegenheit. Er kannte Leon und auch
Jennifer. Du hast nur Indizien und keine Beweise. Genau deswegen mache ich jetzt
weiter mit der Fahndung. So, wir müssen Leon finden. Du schreibst jetzt einen
ausführlichen Bericht darüber, was bei der Befragung von Oliver Briggs
schiefgelaufen ist. Felix, das macht keinen Sinn.
Wir berichten.
Jetzt.
Mir geht's im Kopf.
Ist schon okay.
Herzlichen Glückwunsch.
Zu deiner Beförderung.
Du hättest sie mehr verdient gehabt.
Aber du wolltest sie mehr als ich.
Trotzdem bist du hier.
Ja, aber nur für diesen einen Fall.
Trachte mich doch als so was wie eine externe Beraterin. Die ungefragt weitere
externe Berater hinzuzieht.
Eine Forensikerin, die trotz ihres jungen Alters mehr drauf hat als jemand
wie Korbinian Ebersbach. Ich hab den Artikel über Dr. Sonnleiter auch
gelesen. Gut.
Dann weißt du ja auch, was wir im Fall Jennifer noch alles hätten tun sollen.
Wir haben alles getan. Das weißt du.
Dann freu dich doch einfach, dass ich hier bin.
Und helfe.
Friends with benefits.
Ist doch wie in alten Zeiten.
Birgit, der Fall Jennifer hat dich fast kaputt gemacht.
Und ich fürchte, dass du auch in diesem Fall wieder Gefahr hast. Weißt du, ich
glaube dir sogar, dass du dir wirklich Sorgen um mich machst.
Aber vor allem hast du doch Angst, dass ich einen schlechten Einfluss auf deinen
Schützling ausübe.
So wie ich Jonas kenne, übt er vielleicht eher einen schlechten
Einfluss auf dich aus.
Jedenfalls seid ihr eine exklusive Mischung.
Das kannst du dir auf keinen Fall leisten. Das ist schon klar.
Du denkst, der Fall ist gelöst, sobald ihr Oliver Briggs gefunden habt. Und ich
kann dann schön wieder ins Archiv verschwenden.
Das wollte ich doch gar nicht sagen.
Ach gut.
Dann kann ich ja jetzt in Ruhe weiterarbeiten.
Hey. Hey.
Sorry, dass ich Sie jetzt so komplett überfalle, aber ich hatte noch ein paar
Ideen zum Tathergang.
Okay. Ähm, das ist eh total cool, aber ich bin jetzt gleich verabredet. Achso.
Ja, da... Ich hätte mich natürlich auch anrufen können.
Servus, Jonas.
Hey. Hast du noch jemanden eingeladen?
Ähm, nee.
Also das ist Marie, Frau Dr.
Sonnenleitner, die forensische Archäologin von der Uni Salzburg, die
uns bei dem Fall hilft.
Wir haben schon viel von Ihnen gehört. Es freut mich.
Freut mich auch.
Hallo, Archäologin.
Jonas hat als kleiner Junge auch immer gern gebuddelt. Geht, Papa.
Also wir gehen dann schon mal vor, Jonas.
Das ist eine super Idee. Bis gleich.
Bis gleich.
Lasst euch ruhig Zeit.
Ja.
Jetzt ist mir einiges klar. Im Sandkasten auch gern rumgebuddelt.
Rumgebuddelt? Ich dachte nach meiner Münchenzeit tatsächlich, das ist eine
super Idee, wieder zurück in die Nähe meiner Eltern zu ziehen.
Die sind doch voll süß.
Und ich verstehe das natürlich, dass ihr, Herr Ebers, bei Restmann alles
absperren musst. Aber ich glaube, dass da noch viel mehr zu finden ist.
Ich meine, der gesamte Tathergang ist ja noch ein Rätsel. Sie hatten Ideen zum
Tathergang? Ja.
Also, nehmen wir mal an, diese Person entführt den Jungen.
Die Person entführt den Jungen aus dem Kinderheim.
Die Betreuerin versucht es zu verhindern.
Und wird vor dem Kinderheim erschossen.
So, und damit die Leiche nicht vor dem Kinderheim gefunden wird, nimmt der
Täter sie mit.
Um sie schnellstmöglich zu verstecken. Ja.
Der Wald ist nicht weit weg, es ist Nacht. Es gibt wahrscheinlich keine
Zeugen. Und während der Täter die Täterin, die Betreuerin, vergräbt, soll
Leon so lange im Auto warten. Leon versucht aber zu fliehen.
Verliert er bei seinem Gameboy? Verliert den Gameboy?
Wird dann wieder geschnappt?
Aber wo genau?
Was passiert dann?
Kann es sein, dass Sie unbedingt weiter buddeln wollen?
Ich hasse es einfach, Dinge nicht richtig zu Ende bringen zu können.
Das geht mir tatsächlich genauso.
Untertitelung des ZDF,
2020
Morgen.
Morgen, Herr Becker.
Es gibt News in Sachen Anna Wiegand.
Und zwar habe ich gestern mal die Telefonate gecheckt, die sie in den
letzten Wochen geführt hat. Zum einen hat sie am Tag vor ihrer Ermordung
zweimal in Spanien angerufen, in einem Ort namens Salamanca.
Wen da?
Ich habe unter der Nummer noch niemanden erreicht.
Wie passt das zu Oliver Briggs? Ja, noch gar nicht. Aber ich habe den spanischen
Kollegen Bescheid gesagt, dass sie sich melden, sobald sie was wissen.
Gut, okay.
Und was war das andere?
Am Tag vor ihrer Ermordung hat Anna Wiegand außerdem angerufen bei einem
Privatanschluss, und zwar von Erik und Yvonne Höning.
Genau, so wie sie gestern auch schon reagiert haben.
Ja, ich wollte sie damals befragen, Fall Jennifer Petry.
Allerdings gab es damals eine strikte Dienstanweisung von ganz oben, eine
solch tragende Säule der hiesigen Wirtschaft nicht mit sinnlosen Fragen zu
belästigen. Schon gar nicht in Bezug auf ein verschwundenes Kind.
Dann stellen wir diese Frage eben jetzt.
Ja, ich erinnere mich natürlich an die Anrufe, Frau Wiegans.
Es ging dabei um den Jungen, der wir eine Nacht lang zu uns genommen hatten.
Leonid Hanesow?
Ja.
Ich dachte, Sie und Ihr Mann unterstützen das Kinderheim nur
finanziell. Die Kinder, die es besonders schwer gehabt haben, versuchen wir doch,
unsere Zuwendung in eine hoffnungsvollere Zukunft zu ermöglichen,
ja.
Aber...
Wir würden auch gerne selbst Eltern werden.
Dann haben Sie sich bisher bloß noch nicht für eins der Kinder aus dem Heim
entschieden? Leon war das erste Kind bei uns.
Tja, es ist nicht so easy, das fassende Kind zu finden, oder?
Du hast Besuch? Frau Reinkant, Herr Becker von der Polizei.
Höning, grüß Gott.
Grüße. Ist was passiert?
Frau Wiegand, die Betreuerin... Aus dem Kinderheim Edelshof.
Sie wurde ermordet.
Was?
Ja, außerdem ist ein Kind aus dem Heim verschwunden.
Der Leon.
Leon? Der Junge, der unnächst bei uns über Nacht geblieben ist.
Ja, ja. Sagen Sie, ist Ihnen irgendwas an Leon aufgefallen?
Hat er irgendwas gesagt, Ihnen vielleicht irgendwas erzählt?
Hat er für irgendwas oder für irgendwem Angst? Hat er kaum irgendwas gesagt.
Ein armer kleiner Kerl.
Wir wollten ihn eigentlich das ganze Wochenende über hier haben.
Go-Kart fahren gehen, zum Klettern.
Aber schon nach der ersten Nacht ist klar gewesen, er wollte zurück ins Heim
zu seinen Freunden.
Vor fünf Jahren ist schon einmal ein Kind dort verschwunden.
Ein sechsjähriges Mädchen mit dem Namen Jennifer Petri.
Sie erinnern sich vielleicht?
Das stand damals in der Zeitung, ja.
Ist inzwischen gefunden worden.
Dann verschweigen wir uns doch was.
Ich hab's Ihnen doch gesagt.
Was war das für eine Nachricht? Es gibt einen Fahndungshinweis auf Oliver
Briggs. Warten Sie doch mal.
Danke. Er wurde gesehen?
Ja.
In einer Gegend, in der ich mich selber von früher noch ganz gut auskenne.
Deswegen schaue ich mich da mal nach ihm um.
Wir sollten auch unbedingt noch mal Frau Dr.
Sonnweidner ansprechen und den Suchradius rund um den Fundort von Anna
Wiegans Leiche ausweiten. Das hat sie eh heute vor.
Sie haben sie noch mal gesehen?
Ja, sie ist gestern Abend spontan einfach aufgetaucht.
Spontan?
Plötzlich aufgetaucht?
Ich dachte mir schon, dass die beide gut miteinander klarkommen.
Wie soll ich meinen, wir wollen ja schließlich das Gleiche. Also wir drei.
Also, ja, vielleicht tauschen Sie sich einfach schon mal mit ihr aus, während
ich nach Oliver Brick suche, ja?
Ja, gern.
Leg das Messer runter! Hat mir auch nie wehgetan.
Ich bin jetzt wie mein kleiner Bruder.
So.
Und jetzt du.
Ich bin nur hier, um mit dir zu reden.
Okay?
Weißt du, ich war selber auch im Mädelshof.
Und ich weiß, was es bedeutet, wenn dir niemand zuhört.
Und deshalb bin ich hier.
Jetzt du.
Ich bin einfach nur hier, um mit dir zu reden.
Okay?
Ja.
Sehr gut.
Jetzt können wir miteinander reden.
Ich bin einfach nur hier, weil ich Leon finden will.
Ich habe schon gedacht, ich finde sie gar nicht mehr.
Ich hätte sonst sie gefunden.
Hallo. Hallo.
Das, wo wir jetzt hier sind, wie weit ist das ungefähr entfernt vom Fundort
der Leiche?
Knapp zwei Kilometer.
Frau Reinke, sehen Sie diese Fußspuren?
Die passen genau zu denen am Fundort von Anna Wiegands Leiche.
Was?
Die verlaufen sich...
Hier zwar, aber das kann auch in einer unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit
liegen.
Ich sehe hier zwei verschiedene.
Ja.
Anhand der Tiefe der Abdrücke würde ich sagen, erwachsener Mann, groß, 80 bis 90
Kilo. Diese Spur hingegen.
Das ist von einem Kind.
Leon ist vielleicht seinem Entführer weggelaufen.
Als der Anna wie ganz Leiche vergraben hat.
Und dann hat der Täter Leon wieder erwischt und zurück zu seinem Wagen
gebracht.
Warum bist du von meinem Kollegen weggelaufen?
Er wollte mir eh nicht glauben.
Dem Dealer oder dem Kindesentführern-Mörder?
Wo ist Leon?
Ich weiß es nicht, man. Fuck, ich... Ich hatte noch nicht mal Ahnung, dass er weg
ist. Komm, so oft wie du vor dem Heim gesehen wurdest... Ich hatte ihm
versprochen, ihn nicht hängen zu lassen. Immer mal wieder vorbeizuschauen.
Sag mal, der Gameboy, den hast du ihm geschenkt, oder?
Ja. Warum?
Warum nicht?
Warum lag der Gameboy im Wald?
In der Nähe von Anna Wiegands Leiche? Warum hast du sie umgebracht? Wusste
sie, was du mit Leon vorhast? Ich hatte überhaupt nichts mit ihm vor.
Jennifer Petry ist vor fünf Jahren aus dem Heim verschwunden.
Kurz danach hast du das Heim verlassen. Was hast du mit Leon und ihr gemacht?
Gar nichts.
Wir können dir helfen. Du musst uns einfach nur die Wahrheit sagen. Ich sag
die Wahrheit. Okay.
Vor fünf Jahren bist du ungestraft davon gekommen mit Jennifer Petry. Und jetzt
dachtest du dir, hey, das mach ich einfach nochmal.
Diesmal mit Leon. Die Betreuerin wusste aber, dass du auf Kinder stehst. Ich bin
umgewacht. Hey, hey, hey.
Ganz ruhig, ganz ruhig. Okay?
Sorry, mein Freund.
Stress?
Er musste beruflich nach Wien und so eine Wochenendbeziehung... Ist nicht so
einfach, wie man denkt.
Auch Erfahrung damit? Ja, früher mal.
Aber Sie haben es hingekriegt.
Wie lange leben Sie denn schon in Bayern?
Ungefähr sieben Jahre.
Warum gerade Bayern?
Ich dachte, hier wird alles besser.
Das hier, am Ende des Weges, das wollte ich Ihnen zeigen.
Ja, sehr schön.
Was fällt Ihnen auf?
Die Pflanzen da, die sind noch nicht so hoch und so alt wie die anderen hier.
Aber ist das nicht normal?
Nach Gewittern oder Stürmen. Ein Baum bricht um, andere sehen sich neu ein.
Ja, im Prinzip schon.
Aber das ist Kirschlorbeer, der wächst hier nicht. Sicher?
Mein Vater ist Förster.
Von ihm habe ich eine Menge über den natürlichen Baumgrenzen in den Alpen
gelernt. Und auch wenn die Klimawerbung diese Grenzen verschiebt, diesen Busch
hier, den muss irgendjemand absichtlich hergebracht und eingepflanzt haben.
Warum will jemand verhindern, dass man hier weitergeht?
Leon hat es nicht einfach im Heim.
Er brauchte jemanden, der für ihn sorgt.
Und warum hast du das übernommen?
War kein anderer da.
Und warum wolltest du das Heim dann unbedingt verlassen?
Was sollte ich denn noch da?
Die haben mich eh nur rumgeschubst.
Hat einfach keinen Bock mehr immer das zu machen, was die mir sagen, ja?
Als du das Heim dann verlassen hast, hast du dich weiter mit Leon getroffen.
Ich hatte es ihm doch versprochen.
Und wenn ihr zusammen rumgezogen seid, dass es halt niemand mitbekommen hat?
Und wenn schon.
Die sind doch eigentlich eh froh, dass er weg ist.
So wie die anderen Kinder auch.
Die anderen?
Leon ist nicht der Einzige, der verschwunden ist.
Da war noch mehr.
Von einem Tag auf den anderen waren die alle weg.
Das Heim hat uns sowas nie gemeldet.
Vielleicht lügt Oliver Briggs nur, um von sich selbst abzulenken.
Aber was, wenn nicht?
Chef, der KTU-Bericht ist da.
Anna Wiegands Mörder benutzte eine Handfeuerwaffe Kaliber 22 und beide
Schüsse wurden aus nächster Nähe abgefeuert. Spuren fremder DNA?
Nicht viele, aber für einen Vergleich mit der von Briggs wird es reichen.
Anna Wiegands Schuhe hatten übrigens keine Erde im Profil. Das heißt, sie
wurde nicht im Wald erschossen, sondern danach dahin gebracht.
Todeszeitpunkt letzte Woche Freitag. Da hat es den ganzen Tag über kräftig
geregnet. Anna Wiegand trug aber nur T-Shirt und Jogginghose.
Sie hatte keine Zeit.
Sie musste Briggs daran hin, einen Leon zu entführen.
Hey, was tun Sie da?
Er hat sie erschossen, ihre Leiche mitgenommen und im Wald notdürftig
vergraben. Und er hat Jennifer Petrie ermordet.
Was ist das?
Frau Reinke, wir müssen auf die Spusi warten.
Wow.
Und Sie bringen sie mir zurück, ja?
Versprechen Sie es mir?
Sprich's ihm.
Ja, Marie?
Wir haben eine weitere Leiche gefunden.
Es ist Jennifer Petry.
Oliver Briggs beteuert immer noch seine Unschuld?
Ja, der DNA-Vergleich und die Schuhspuranalyse werden morgen Klarheit
bringen.
Wir hätten weitersuchen sollen.
In einem noch größeren Umkreis um den Fundort.
In dem bergigen Gelände, mitten in der Nacht. Schon mal was vom künstlichen
Licht gehört?
Glauben Sie denn, Leon lebt noch? Ja, das glaube ich. Und gerade jetzt werde
ich nicht aufgeben, weiter nach ihm zu suchen.
Was ist mit Anna Wiegans Telefonat nach Spanien? Das war ein kleines Hotel.
Sie wird einfach nur Urlaub gemacht haben. Wir warten noch auf die
Bestätigung.
Ja, zurzeit sieht es tatsächlich so aus, als wäre Oliver Briggs... Ausgerechnet
Ihnen fällt es so leicht, jemanden wie Oliver Briggs für einen mehrfachen
Mörder zu halten, ja? Was soll das denn jetzt?
Sie mit Ihrer Vergangenheit... Wollen Sie mich gerade verarschen? Sie werfen
mir gerade Unprofessionalität vor? Sie, die Jennifers Mutter versprochen hat,
ihre Tochter zurückzubringen?
Ja, ich weiß, dass Jennifer tot ist. Aber ich weiß immer noch nicht, wer es
getan hat.
So lange wir das nicht wissen.
So lange wir noch irgendeine Chance haben, Leon lebend zu finden.
Mach ich weiter.
Ich auch.
Bis morgen.
Bis morgen.
Denkst du etwa, ich mein's nicht ernst mit dir?
Doch.
Alles okay?
Ja, ja.
Glauben Sie ernsthaft, dass Sie in den letzten Jahren Kinder verschwunden sind,
ohne dass ich dazu etwas gesagt hätte?
Vielleicht wurde Ihnen ja nicht immer alles gemeldet. Glaubst du das auch?
Glaubst du das auch? Herr Bischof, wir werden jetzt Ihre Datenbank überprüfen.
Ob mit richterlichem Beschluss oder ohne.
Das überlasse ich Ihnen.
Wir... Wir haben gestern die Leiche von Jennifer gefunden.
Und sehen Sie, je schneller wir beweisen können, dass Oliver Briggs lügt, desto
mehr Druck können wir auf ihn aufbauen.
Und ja, so herausfinden, wo er Leon versteckt hält.
Natürlich, natürlich.
Gehen Sie ruhig.
Es tut
mir
leid, Herr Bischof.
Chef.
Der Bericht der KTU.
Okay.
Der KTU-Bericht entlastet Oliver Briggs.
Wir müssen ihn gehen lassen.
Marie! Hey, Jonas.
Ich wollte mal nachfragen, was die Obduktion von Jennifer ergeben hat.
Todesursache Genickbruch.
Vermutlich durch einen schweren Aufprall. Ah, und du hattest recht. Die
Spürhunde, die damals eingesetzt wurden, die wurden tatsächlich aus der Gegend
weggelenkt. Denn auf den Steinen, auf Jennifers Kleidung und in der näheren
Umgebung wurde ein Sprung von Ammoniak gefunden.
Was angeblich den Geruchssinn total abfuckt.
Ich habe inzwischen die Erde der neu gepflanzten Baumreihe analysiert.
Bin dabei auf organischen Langzeitdünger gestoßen. Mit hohem Stickstoffgehalt.
Das behindert zwar die Ausbildung von Blüten, sorgt aber für schnelleres und
stärkeres Wachstum.
Das... Das spricht für deine Theorie, dass Jennifers Mörder diese Baumreihe
gepflanzt hat als Absperrung. Ja, damit niemand von den Spaziergängen oder sowas
dort langläuft zum Steingrab, oder? Und die letzte Düngung ist auch noch nicht
allzu lange her.
Da ist offenbar irgendjemand daran interessiert, diese Absperrung auch noch
weiter hochzuziehen.
Okay, wenn...
Wenn regelmäßig jemand dort ist, dann stammt der Mörder wahrscheinlich
irgendwo aus der Umgebung. Ja, genau deswegen will ich da weitersuchen.
Der Dünger ist eine neue Spur. Herr Becker?
Kommen Sie mal her.
Warte mal.
Hier, hier.
Verdammte Scheiße.
Marie, ich merke mich später, ja?
Aufenthalte, Pflegefamilien, Zeitregister.
Ich check's nicht.
Warum hat Bischof das für uns verheimlicht?
Also, bisher dachten wir, Jennifer ist aus dem Heim verschwunden.
Dabei war sie damals in dieser Nacht bei einer Pflegefamilie.
Und jetzt raten Sie mal bei wem.
Guten Tag, Herr Höning.
Wir haben noch ein paar Fragen an Sie.
Entschuldigen Sie, meine Frau liegt krank im Bett.
Bleiben Sie bei der Geschichte, dass Leon das erste Kind war, was Sie übers
Wochenende zu sich geholt haben. Ja.
Ihren Namen hat Bischofsar aus Jennifers Akte rausgelöscht, aber nicht aus dem
Zeitregister der Kinder, die über Nacht Pflegeeltern anvertraut werden.
Das muss ein Fehler sein. Tut mir leid.
Am besten, Sie kommen direkt mit aufs Präsidium.
Jetzt!
Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?
Sie können mich ja nicht einfach so überfallen. Selbstverständlich werde ich
Ihre Fragen beantworten, aber heute nicht.
Frau Höning, was ist mit Jennifer passiert?
Frau Höning, was ist passiert?
Es hat alles so gut angefangen.
Jennifer, Sie...
Sie war so ein glückliches, so ein lebensfrohes Kind.
Und wir hatten Jennifer sofort in unser Herz geschlossen und sie uns
auch.
Wir wussten zwar, dass ihre Mutter sie wieder zu sich holen wollte, aber wir
dachten, vielleicht findet sich eine Lösung.
Vielleicht kann Jennifer ja bei uns bleiben.
Ich hab gesagt, nur noch fünf Minuten.
Jetzt beeil dich doch bitte.
Sie war sofort tot.
Dann war es ein Unfall.
Also, warum haben Sie es nicht gemeldet?
Das wollten wir zuerst, aber... Stellen Sie sich doch mal die Schlagzeilen vor.
Ein Kind stirbt im Haus von Erik Hörning. Wir hätten wieder die Chance
auf ein billiger Kind bekommen.
Er hat doch recht gehabt.
Wer?
Wer hat recht gehabt?
Der Heimleiter.
Bischof.
Er hat vorgeschlagen, Jennifer verschwinden zu lassen.
Herr Bischof.
Oliver.
Was soll das?
Ich dachte, die Polizei hat... Ja, ich bin unschuldig.
Deswegen müssen Sie mich gehen lassen.
Was willst du hier?
Ich will, dass Sie mir in die Augen schauen und sagen, dass Sie nicht
wissen, wo Leon ist.
Oliver, ich glaube, es ist... Wo ist er? Wo haben Sie ihn gebracht? Sagen Sie es!
Wo ist Leon?
Ich wollte das nicht. Ich wollte nur... Es war Notwehr.
Oh Gott.
Er hat mich angegriffen.
Ich rufe die Polizei.
Was?
Was?
Das war doch ein Unfall. Ich musste Herrn Bischof helfen, dass wir die
Polizei doch verstehen.
Wir können die Polizei nicht anrufen. Das wirft nur noch mehr Fragen auf. Was?
Wieso nicht?
Ich hole die Kinder rein.
Keine Sorge, es wird alles gut.
Was soll das? Was redest du?
Warte, warte, warte. Die Hotelbesitzerin in Spanien ist wer?
Sie ist die Ex-Frau von Elmar Landgraf, dem Obst- und Gemüsebauer, der auch das
Kinderheim beliefert.
Nach der Scheidung hat sie ihm das Sorgerecht entzogen und ist mit ihren
zwei Kindern nach Spanien ausgewandert. Sorgerecht entzogen, warum?
Weil Landgraf Alkoholiker war.
Eins ist jedoch klar, Landgraf hat den Entzug des Sorgerechts nie verkraftet.
Das muss der Grund von Anna Wiegands Anrufen in Spanien gewesen sein. Sie
muss Landgraf verdächtigt haben. Landgraf hat übrigens noch eine andere
Verbindung zum Kinderheim. Er ist Bischofskusar.
Herr Bischof?
Hat mir damals geholfen... Hat mir damals geholfen, Jennifer... Wurst zu
werden.
Ich dachte, ich kann das.
Aber so bin ich nicht. Ich bin einfach so nicht.
Wo ist Leon?
Als Leon damals bei den Hönings war, hat er mitbekommen, wie die miteinander
gestritten haben. Gestritten?
Wegen Jennifer?
Ja.
Und Elmar?
Elmar kenn ich ein ganzes Leben lang.
Und trotz seiner Probleme war er immer ein guter Vater.
Und als man ihm seine Kinder weggenommen hat, da war das für ihn unvorstellbar.
Ein Leben ohne Familie.
Und Elmar hat mir versprochen, Leon ein gutes Leben zu bieten.
Was ist mit den anderen Kindern?
Die anderen, die laut Oliver von ihr verschwunden sind?
Bei Elma hatten sie es immer gut.
Aber du kennst es doch, du weißt doch, wie das ist.
Wenn einen keiner haben will, kennst du es doch, wie man dann wartet und wartet
und hofft und... Weißt du es doch alles.
Und das mit Jennifer, das war tatsächlich ein tragischer Unfall.
Und mit dem Geld von den Hünnings habe ich hier im Heim alles verändern können.
Für die Kinder.
Ja, mach dir keine Sorgen.
Wenn Oliver verschwindet, dann wird die Polizei denken, dass er doch mit all dem
zu tun hat.
Und wir können endlich an unsere Zukunft denken.
Hey. Du wolltest doch auch immer eine Familie gründen, oder?
Lass doch mal!
Leon?
Leon!
Grüß Gott.
Kann ich Ihnen irgendwie helfen?
Grüß Gott.
Ich habe mich verlaufen und den Hof gesehen.
Verkaufen Sie auch direkt Obst?
Nein, tut mir leid.
Schade.
Einfach immer der Straße folgen.
Da kommt dann ein richtig guter Obsthändler.
Okay, danke.
Dann... Schönen Tag noch.
Marie, du hast doch gerade noch angerufen. Warum gehst du denn jetzt
nicht ran? Bitte melde dich zurück, okay? Wir wissen jetzt, wer... Bitte
melde dich einfach zurück.
Seit wann genau duzen Sie sich eigentlich?
Ähm... Wir sind ungefähr im gleichen Alter, also... Sie wissen doch, wie das
ist. Hab ich ja gerade noch mal Glück gehabt, hm?
Sorry.
Vielen Dank.
Das Tempo hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.
Sie trauen mir offenbar so manches nicht zu, Herr Becker.
Fällt Ihnen was auf?
Keine Ahnung.
Das ist schon ganz schön ruhig hier. Zu ruhig.
Wir sollten auf die Verstärkung warten, ne? Ja, unbedingt.
Da ist nix.
Das ist Marys Telefon.
Ich wusste von all dem nichts.
Leon! Leon! Er hat mich hierher gebracht, um alles zu erklären, aber...
Verstehen Sie, ich hatte Angst. Geht's dir gut? Das mit Oliver, das... Das war
wirklich nur Notwehr. Was ist hier passiert? Sagen Sie uns sofort, was los
ist. Wo ist Landgraf? Wo ist Marie?
Blut in der Scheune!
Hilfe! Es tut mir so leid.
Ich weiß, wir haben sie gefunden.
Bist du okay?
Ja.
Hoffentlich bekommt Emily den Laden wieder in den Griff.
Und Sie?
Arbeiten Sie weiter mit Jonas?
Was ist mit Ihnen?
Das wird den Herrn Ebersbach von der KTU sicher freuen.
Na, vermissen deine Studenten dich schon?
Mein Freund.
Der hat in Wien gerade einen neuen Job begonnen.
Fernbeziehungen?
Mhm.
Anklebeziehungen auf Distanz, die funktionieren aber sehr viel besser als
die mit zu viel Nähe.
Hm.
An ihre Nähe gewöhne ich mich tatsächlich so langsam.
Vielleicht sollten wir ein paar neue Regeln aufstellen.
Wissen Sie, Frau Reinke, ich habe das Gefühl, dass ich der Beginner einer
wunderbaren... Abwarten!
Freundschaft!
Und komm schon mit!
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