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# Spannende Intromusik #
Maryam Azadi Hamza Kulina
# Poltern #
Sandra Schatz
# Elektronisches Surren #
# Feuermelder #
# Telefon #
(Frau über Telefon) "Feuerwehr Frankfurt."
"Wie kann ich helfen?" (Frau) "Rauch im Treppenhaus!"
# Telefon #
"Feuerwehr Frankfurt, wie kann ich helfen?"
(Mann) "Hier kommt zu viel Rauch!"
"Können Sie das wiederholen? Ich habe Sie nicht verstanden."
(Mann) "Es brennt hier überall im Hochhaus! Wir kommen nicht raus!"
"Sämtliche Einheiten für einen F4 zum Goliath-Hochhaus
in der Ringerstraße 13."
"Ich wiederhole,
F4 am Goliath-Haus, Ringerstraße 13."
# Telefon #
# Martinshorn #
Nennen Sie bitte Ihren Namen, Ihre Position und wen Sie vertreten.
Gern. Mein Name ist Steffen Böttcher,
ich bin Geschäftsführer und Inhaber der Firma Styvex,
ein Unternehmen für Baustoffe.
Was sagen Sie zu dem Vorwurf,
dass das von Ihrer Firma hergestellte Polystyrol beim Brand
des Goliath-Hochhauses im Jahr 2021 brandbeschleunigend gewirkt hat?
Sämtliche unserer Dämmstoffe werden durch sehr aufwendige
und staatlich geprüfte Testverfahren zertifiziert.
Nach erfolgter Freigabe sind diese für energetisches Dämmen
von Gebäuden bis zu 22 Metern geeignet.
Das Goliath-Hochhaus ist knapp 50 Meter hoch, richtig?
Ja, das ist korrekt.
War Ihnen bewusst,
dass der Bauträger Ihr Polystyrol bei der Gebäudesanierung
im Jahr 2019 verbaut hat?
Nein, das war uns zu keinem Zeitpunkt bewusst.
Danke, Herr Böttcher.
Sehr geehrte Abgeordnete,
ich möchte noch mal zum Ausdruck bringen,
dass die Firma Styvex jedes einzelne Opfer
dieser schrecklichen Brandkatastrophe zutiefst bedauert.
Unser Mitgefühl ist auch fünf Jahre nach diesem tragischen Unglück
bei den Hinterbliebenen.
Jedoch sehen wir uns nicht in der Verantwortung,
die sachgemäße Verarbeitung der Produkte zu kontrollieren.
Die Firma Styvex weist daher sämtliche Haftungs-
und Schadensersatzansprüche zurück.
Das war einwandfrei, Herr Böttcher.
Erst Anteilnahme und dann klare Kante.
Hätt ich nicht besser gekonnt.
Wie ist es draußen? Ist es schlimm?
Einiges an Presse, um die kümmer ich mich.
Und dann natürlich die üblichen Opferangehörigen.
Gibt's einen Hinterausgang? Leider nein.
Aber Ihre Frau parkt direkt gegenüber.
Kommen Sie schnell weg.
Oh, da ist er.
Herr Böttcher, Herr Böttcher, bitte. Eine Frage.
Darf ich etwas fragen? Vertreiben Sie weiter Polystyrol?
Meine Damen und Herren, bitte verstehen Sie, dass Herr Böttcher
heute in dieser Situation keine Fragen beantworten wird,
solange der Untersuchungsausschuss tagt.
Sobald ein Ergebnis vorliegt,
werden wir Ihnen natürlich Gelegenheit geben,
dass wir Ihnen Rede und Antwort stehen.
Wie können Sie nachts schlafen?
Antworten Sie mir!
Es sind 13 Menschen gestorben, darunter drei Kinder!
Wie können Sie schlafen? Wer ist das?
Sie wussten genau, dass der Bauträger Ihr Polystyrol verbaut.
Der Bauträger wurde juristisch belangt
und jetzt ist verdammt noch mal gut!
Schämt euch! Schämt euch! Komm rein.
Fahr los, Schatz. Bitte, fahr los.
# "Schämt euch!" -Rufe #
Immer die gleiche Scheiße. Das ist Unsinn!
Das wird nie aufhören,
selbst wenn der Untersuchungsausschuss bestätigt,
dass da alles sauber war.
Und jetzt fahr doch bitte los!
Es wird alles gut.
Mach dir keine Sorgen, Liebling. Alles wird gut. Ja?
# Hupen #
# "Schämt euch!" -Rufe #
Bitte fahr los, Schatz. Ich fahr jetzt einfach.
(Frau) Seit fünf Jahren beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss
mit dem verheerenden Brand im Goliath-Haus,
bei dem 13 Menschen starben.
Ganz Frankfurt blickt hier gebannt auf die letzte Verhandlungswoche.
Heute im Fokus: der Geschäftsführer
des Frankfurter Baustoffhändlers Styvex.
Die zentrale Frage: Trägt auch er
als Baustoffhersteller des Dämmmaterials
eine Mitschuld an der Tragödie?
Diese Woche geben alle Beteiligten ihre finalen Statements ab
und am Freitag um zwölf Uhr wird der Abschlussbericht erwartet.
Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.
(Redner) ...wieder hier stehen!
Vielen Dank!
Schön, dass ihr da seid.
Hey, danke.
# Rückkopplung #
Mein Name ist Almila Adak.
Heute vor fünf Jahren, um genau 3.24 Uhr,
rief mich meine Mutter zum letzten Mal an.
Ich habe es nicht bemerkt, weil ich geschlafen habe.
Als ich am Morgen meine Mailbox abgehört habe, erfuhr ich,
warum sie mich mitten in der Nacht sprechen wollte.
Sie wollte sich von mir verabschieden.
Sie wollte mir noch einmal sagen,
wie sehr sie mich liebt und wie stolz sie auf mich ist.
Sie sagte, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden,
aber dass das noch Zeit habe.
Als ich am Morgen die Nachrichten eingeschaltet habe,
konnte ich sehen, wie das Hochhaus,
in dem auch ich meine Kindheit verbracht habe, immer noch brannte!
Wir alle, die wir unsere Liebsten verloren haben,
sind fest entschlossen, nicht aufzugeben,
bis alle Schuldigen dieser sinnlosen Tragödie
zur Rechenschaft gezogen wurden!
(Mann) Ja, genau so!
# Applaus #
# Düstere Klänge #
# Er redet bosnisch. #
Hey. Hey.
(Almila) Danke, dass du gekommen bist.
Klar, ich hab... Meine Mutter hat gekocht.
Ich geh sie noch besuchen.
Wohnt sie immer noch hier im Viertel? Ja, ja, ja, immer noch hier, ja.
Wie geht's ihr? Gut, besser.
(leise) Gut, das ist gut.
Sie freut sich, dich wiederzusehen, wenn du Zeit und Lust hast.
Ja? Ja.
Ja, ich... warte kurz.
Hey, ich hau doch schon ab.
Tschüss.
# Melancholische Musik #
# Er hustet. #
# Sie reden bosnisch. #
Mhm.
Mhm.
Das übersetz ich jetzt nicht.
# Mutter redet bosnisch. #
Manchmal so.
Er hat bei der Sanierung gespart, wo es ging,
und uns das Billig-Polystyrol von Styvex an die Wände geklatscht.
Was ist das überhaupt?
Das ist nichts anderes als aufgeschäumtes Styropor.
Das wird bei der Gebäudedämmung benutzt.
Aber der Goliath-Brand ist nicht der einzige,
der durch Polystyrol eskaliert ist.
Schau mal.
Hier.
Was ist das überhaupt?
Das sind Mitschriften vom Strafprozess,
der damals gegen den Bauträger stattgefunden hat.
Hast du das alles geschrieben? Ja.
Ich war bei jedem Verhandlungstag im Gericht und hab mitgeschnitten
und hab zu Hause die Abschriften davon gemacht.
Hamza... Was denn?
Da sind so viele offene Fragen,
auf die im Prozess niemand eingegangen ist.
Ich glaube, ich bin nicht der Richtige.
Das glaube ich nicht. Ich bin Polizist.
Geh zu einem Anwalt, zum Experten für Brandschutz.
Wir haben keine Zeit mehr.
Der Untersuchungsausschuss endet am Freitag.
Okay.
Ich weiß nicht, ob ich dir helfen kann.
Und ich will dir hier keine falschen Hoffnungen machen.
Ja?
Ich will nur Gerechtigkeit.
Für meine Mutter.
Ja.
Tschüss. Tschüss.
Hamza.
# Die Tür wird geschlossen. #
Ja. Ja.
# Beklemmende Musik #
# Piepen #
# Tür fällt ins Schloss. #
# Beklemmende Klänge #
# Er seufzt. #
# Martinshorn #
# Emotionale Musik #
(Frau) Der heutige zweite Prozesstag wird vermutlich hochemotional.
Angehörige der Opfer
werden ihre Erinnerungen an die Nacht des Brandes schildern
und von ihrem jahrelangen Warten auf Aufklärung berichten.
In den vergangenen Jahren haben wir immer deutlich gemacht:
Über lange Zeit wurde niemand zur Verantwortung gezogen.
Sie wollen endlich wissen, wer Schuld trägt,
um dann endlich mit den dramatischen Geschehnissen abschließen zu können.
# Leise, spannende Musik #
Hamza?
Ouh...
Oh, sorry.
Guten Morgen.
Ach...
Guten Morgen.
Alles in Ordnung?
Ja, ja, alles gut.
Okay... # Hamza stöhnt leise. #
Was ist denn das hier? Was machst du?
Ähm... Das ist von meiner Ex-Freundin.
Sie ist eine Hinterbliebene vom Hochhausbrand im Goliath.
Da läuft doch grade ein Untersuchungsausschuss. Ja...
Ja, schrecklich.
Ich erinner mich an diesen beißenden Geruch.
- Der war überall in der Stadt. - Ja, das, ähm...
Das ist von diesen Dämmplatten gewesen.
Polystyrol.
Das ist so was wie aufgeschäumtes Plastik.
Und jetzt will sie, dass ich ihr helfe.
Und das innerhalb von drei Tagen, so...
Und sie sagt, es gibt noch... äh...
Ungereimtheiten? Ja, genau.
Und sie vermutet, da wird was vertuscht,
aber sie kann es nicht beweisen? Ja, genau.
Und du bist ihre letzte Hoffnung? Ja.
Das hast du gut analysiert, ja.
Na, das war jetzt nicht so schwer.
Und?
Was, "und"? Hast du schon was gefunden?
Äh... Das dreht sich da alles
um diese Gutachten und Analysen von den Baustoffen.
Ich hätt in Chemie besser aufpassen müssen,
ich kapier kein Wort. Kaffee willst du nicht, ne?
# Spannende Klänge #
- Liebling? - Hm?
Hast du meinen Autoschlüssel gesehen?
Nein.
# Sie seufzt genervt. #
Mann, wo ist der denn?
Ich bin doch jetzt schon total zu spät.
Wofür?
Ich hab gleich meine Gesichtsbehandlung
und dann muss ich zu den Pferden. Nimm meinen Wagen.
Warum? Fährst du heute nicht ins Büro?
Ich arbeite von zu Hause.
Lass die doch schreiben, Schatz.
Okay.
Du musst jetzt stark sein.
Hörst du?
Ich liebe dich. Ja?
Ja.
Und das ist das Allerwichtigste.
# Angespannte Musik #
Okay.
Dann nehm ich deinen Wagen.
Ich liebe dich.
Um die neuen Klimaziele zu erreichen,
hat der Bauträger damals günstig Dämmmaterial gekauft -
bei der Firma Styvex.
Dieses Dämmmaterial brannte überraschend schnell ab,
obwohl es staatlich geprüft wurde,
und hat dadurch zur Katastrophe geführt.
So, und jetzt ist mir was aufgefallen.
Im Untersuchungsausschuss
saß eine Laborantin der Materialprüfstelle als Zeugin:
Andrea Hofer.
Aber das Material, das sie im Goliath-Hochhaus verbaut haben,
das wurde unter der Leitung von ihrem Kollegen getestet:
Rainer Beetz.
So, und da hab ich mich gefragt:
Warum hat der Rainer Beetz nicht selber ausgesagt?
"Gestorben am 16.11.21 durch Suizid.
46 Jahre.
Ledig, Materialprüfer.
Todesursache: Kohlenmonoxidvergiftung.
Es wurden Benzodiazepin und Alkohol im Blut nachgewiesen."
Halbes Jahr nach dem Brand hat er sich suizidiert.
Kann ja sein, dass er ein schlechtes Gewissen hatte.
Schwere depressive Störung, verzweifelt,
er hatte keine Familie und hinterließ keinen Abschiedsbrief.
Das war's? Mhm.
Das ist aber nicht viel. Wer war denn da dran?
Christian Möller. (genervt) Ach...
(Christian) Was wollt ihr von mir?
Dich fragen, wie du darauf kamst,
dass Rainer Beetz verzweifelt und schwer depressiv war.
Meinst du, er hat sich Abgas ins Auto gelenkt,
weil ihm die Sonne so aus dem Arsch schien, hm?
Du schreibst, er hatte keine Familie?
Ja. Ist so.
Hast du Freunde gefragt? Oder Arbeitskollegen?
Warum? Um dir ein Bild zu machen?
Ihr wisst, wie viel hier in der Mordkommission
täglich auf dem Schreibtisch landet, oder?
(sarkastisch) Ja.
Man kommt kaum zum Essen.
Liebe Kollegen, wenn wir euch irgendwie behilflich sein können,
wisst ihr, wo ihr uns findet.
Ansonsten kümmert sich jeder um seine Angelegenheiten.
Okay.
Ist nicht böse gemeint. Ja, ja.
# Nachdenkliche Musik #
Was ist los?
Damit die Regierung ihre Klimaziele erreichen kann,
klatschen sie den Leuten in den Sozialwohnungen Erdöl an die Wände
und verkaufen das dann als klimaneutrale Sanierung.
Das... das find ich einfach krass.
Erzähl mir mal von ihr.
Von wem? Von deiner Ex-Freundin.
Almila?
Du sagtest, sie ist eine Hinterbliebene.
Almila war meine erste richtige Freundin.
Wir... sind zusammen in einem Viertel aufgewachsen.
Und wen hat sie verloren? Ihre Mama.
Habt ihr euch gut verstanden? Ja.
Nette Frau. Sehr nette Frau.
Ich war früher so voll oft bei denen.
Sie hatte nur Almila und hat sich komplett für sie aufgeopfert.
Andrea?
Ganz kurz. Die beiden sind von der Kriminalpolizei.
Azadi, mein Kollege Kulina. Hallo.
Sie wollen zuschauen. Ist okay? Ja, klar.
Danke. # Summer #
Geht's wieder ums Testverfahren?
Ich hab ja im Prozess eigentlich alles schon gesagt.
Darum - und wir würden gerne in Ruhe mit Ihnen über Herrn Beetz sprechen.
Okay.
Stören wir?
Nein. Alles gut. Wie funktionieren diese Tests?
Na ja, also in diesem hier geht's im Grunde darum,
wie konstant sich das Brennmaterial vom Feuer entfernt.
Polystyrol schmilzt - das muss möglichst lange dauern,
damit die Feuerwehr reagieren kann.
Und wenn's schneller geht?
Na, die große Gefahr ist, dass sich das abgeschmolzene Material
zwischen den Putzschichten zu einer Pfütze sammelt.
Wenn sich das entzündet, dann wirkt es wie ein Brandbeschleuniger.
Okay. Das bedeutet, je schneller das Material schmilzt,
desto gefährlicher ist es?
Genau.
Deswegen muss das Material mit Flammenschutzmittel versetzt werden
und in ein darauf abgestimmtes Verbundsystem angebracht werden.
Dann bekommt es die Zertifizierung B1, "schwer entflammbar",
und darf für den Verbau verwendet werden.
Bis 22 Meter, oder?
Ja, das... stimmt.
Warum?
So hoch kommt die Feuerwehr mit ihren Lösch- und Rettungskörben. Ah.
Und das, was Sie hier tun, hat Herr Beetz vor seinem Tod gemacht.
Hier, in der Prüfstelle. Richtig? Ja.
Und die Platten, die getestet werden, wurden beim Goliath verbaut?
Genau. Wann war das?
Das war ab 2017.
Aber da war ich noch Assistentin.
Ich kann mir aber nicht vorstellen,
dass Herr Beetz da was falsch zertifiziert hat...
Das hab ich überhaupt nicht gefragt.
Warum?
Was?
Warum glauben Sie nicht, dass Herr Beetz was falsch zertifiziert hat?
# Summer #
Ich kann mir nicht vorstellen, wie das gehen soll.
Das sind große Tests. Die sind sehr aufwendig.
Mhm... Wer bezahlt denn das Ganze?
# Summer #
Der Hersteller kommt dafür auf.
Ah, die Baustoffbranche kontrolliert sich also selbst?
Ja. Das hat der Gesetzgeber so geregelt.
Sie müssen wissen,
in den letzten zehn Jahren hat sich einiges verbessert.
Es müssen mehr Brandschutzriegel angebracht werden.
Es gibt noch größere Tests.
Man hat aus den Fehlern gelernt.
Davon haben die Toten vom Goliath-Bau nichts.
Aber ist ja gut, dass Sie was gelernt haben.
Gab es Anzeichen darauf, dass sich Herr Beetz suizidieren wollte?
Wie meinen Sie das?
War er oft krankgeschrieben...
Nein. Mh-mh.
in sich gekehrt, verschlossen, so was?
Nein, das kann man so nicht sagen.
Wie würden Sie es denn sagen? Wie haben Sie ihn denn empfunden?
Ein bisschen launisch, vielleicht.
Aber ich möchte nicht schlecht über Tote reden.
Verstehen wir. Erzählen Sie weiter.
Sie haben "launisch" gesagt. Wie hat sich das geäußert?
Wie hat sich das geäußert...
Indem es immer stressig war mit ihm.
Man wusste nie, woran man ist.
Seine schlechte Laune hat er an uns Laboranten ausgelassen.
Da können Sie hier alle fragen.
Gut, dann war's das von unserer Seite.
Vielen, vielen Dank für Ihre Zeit.
# Verdächtige Musik #
# Freiton #
Hallo. Können wir uns treffen?
# Sirene #
Ja, was ist das denn?
So oft wie heute haben wir uns monatelang nicht gesehen.
Deine Vermerke, schwere Depression und Verzweiflung,
erschließen sich uns nicht.
# Leises Lachen #
Okay.
Danke schön.
Jetzt dreht sie völlig durch. Ist das euer Ernst, ja?
Ich glaube, ja. Wir wollen einfach einen Blick in die Akte werfen.
Ist doch nichts dabei. Suchst du sie uns bitte raus?
Möller, wir können sie auch offiziell anfragen.
Sie wollen die Arbeit Ihres Kollegen ernsthaft infrage stellen?
Auf welcher Grundlage?
Der Abschlussbericht liest sich für uns etwas oberflächlich.
Ich hab ihn auch gelesen.
Er ist knapp, aber nicht zu beanstanden.
Eine erste Zeugenbefragung hat ergeben,
dass ein durch Depression motivierter Suizid fragwürdig ist.
Sie haben in der Sache bereits Ermittlungen aufgenommen?
Ja, das erschien uns beiden angemessen.
Gehört nicht zu Ihren Aufgaben. Es entwickelt sich gerade dahin.
Frau Azadi, Ihr Kollege Möller ist ein ausgezeichneter Polizist.
Sie sollten genau überlegen, wem Sie hier was unterstellen.
Es liegt mir fern, dem Kollegen etwas zu unterstellen.
Das will ich hoffen. Wir möchten nur etwas überprüfen.
# Bedrohliche Musik #
# Klopfen #
Ja? Gude.
Viele Grüße von Frau Schatz. "Besser, sie finden was."
Das waren ihre Worte, nicht meine.
(räuspert sich) Okay.
Das Auto wurde morgens von einer Spaziergängerin
in einem Waldstück bei Mörfelden-Walldorf entdeckt.
Und Rainer Beetz war zu diesem Zeitpunkt bereits tot.
Er ist auf der Beifahrerseite.
Ja, das ist ungewöhnlich, aber nicht per se verdächtig.
Aber das ist doch komisch. Diese Handschuhe.
Ja. Sie sind zu dick dafür, dass er so 'ne dünne Jacke trägt.
Wann war denn das? 16. November 2021.
Ja, November.
Das kann schon kalt sein, aber dann trag ich doch eine dickere Jacke.
Und wenn's warm ist, lass ich die Handschuhe weg.
Er hatte eine ziemlich hohe Benzodiazepin-Konzentration im Blut.
Laut Gutachten nicht die Todesursache, das waren die Abgase.
Hier, 16. November 2021, mittags, elf Grad.
Das ist jetzt nicht wirklich Handschuhwetter, aber...
da ist ja auch jeder anders.
Es gab keine Spuren an der Tötungsvorrichtung.
Auch merkwürdig -
wenn ich Selbstmord begehe,
achte ich doch nicht darauf, keine Spuren zu hinterlassen.
Nur im Auto wurde Fremd-DNA gefunden,
die aber nicht zugeordnet werden konnte.
Dann haben sie einfach die Ermittlungen eingestellt.
Wegen Suizid.
Da passt sehr viel nicht zusammen.
Ich glaub, das reicht, um neue Ermittlungen aufzunehmen.
Ja. Ich ruf Schatz an.
Frau Schatz, bei allem Respekt für die Kollegen:
Der Tatort wies, wie ich ihn am 16.11.2021 vorfand,
keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden auf.
Ich habe trotzdem eine KTU machen lassen,
aber es gab weder Fingerabdrücke noch Fremdspuren
auf der Abgaseinleitungsvorrichtung.
Die Wollhandschuhe fandest du nicht seltsam,
bei dem Wetter?
Nehmt die Verschwörungsbrille ab.
Ihm ist kalt, er zieht Handschuhe an, wo ist da das Problem?
Nicht vergessen,
in Deutschland bringen sich jährlich über 10.000 Menschen um.
Allein 90 davon bei uns in Frankfurt.
Grob überschlagen sind das was, alle vier Tage einer?
Im Winter auch mal drei am Tag.
Und ihr wollt, dass ich ermittle,
weil einer davon in Unterhose stirbt und einer mit Handschuhen?
Herr Möller... Ist doch wahr.
Herr Möller, lassen Sie uns sachlich bleiben.
Niemand will Ihnen Vorwürfe machen.
Wir alle wissen, dass wir komplett unterbesetzt sind,
das ist nicht das Thema.
Es geht hier auch nicht vorrangig um Ermittlungsfehler Ihrerseits,
das kann uns allen mal passieren.
Aber wenn sich herausstellen sollte,
dass Herr Beetz fremdverschuldet zu Tode gekommen ist.
Und wenn darüber hinaus dieser Mord
im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Materialprüfer steht,
während gerade der Untersuchungsausschuss läuft.
Dann sitzen wir hier alle,
entschuldigen Sie bitte die Wortwahl,
aber gehörig in der Scheiße!
Das ist uns doch wohl allen klar, oder?
Ich erwarte, dass Sie Ihren Kollegen zuarbeiten.
Was ist mit unserm aktuellen Fall?
Mir scheint, Sie haben es noch nicht verstanden.
Das hier, das ist sehr aktuell!
Ich informiere die Staatsanwaltschaft.
(Steffen Böttcher) Ja, warum, warum?
Frag doch nicht, warum, aber da wird wieder ermittelt!
Hm? Kripo Frankfurt, nehm ich an.
Ja.
Ja.
Das freut die im Bauministerium sicher auch nicht.
Was? Nein, nein, ruf den Heiko an, der soll sich was überlegen,
wie wir über die letzten zwei Tage kommen.
Ja, ich verlass mich drauf.
# Telefon im Hintergrund #
Sprechen wir noch mal mit Andrea Hofer.
Wenn sich die Baustoffbranche am Ende selbst kontrolliert,
ist Korruption vorprogrammiert.
Und von Beetz bräuchte ich sämtliche Kreditkartenabrechnungen
und Telekommunikation der letzten 48 Stunden vor seinem Tod.
Schon von Vorratsdatenspeicherung gehört?
Das ist 4,5 Jahre her, wie soll ich da rankommen?
Dann versuch's mit Mails.
Vielleicht bekam er Rechnungen mit Einzelverbindungen.
(Möller) Boah, nee, die ganzen Passwörter.
Dann übergib's halt dem digitalen Forensiker.
# Nachricht wird gesendet. #
Was ist mit seinem Auto?
Was soll damit sein?
Na, wir sollten uns sein GPS angucken.
Bewegungsprofil wär doch gut.
Bei dem Baujahr müssen wir wahrscheinlich physisch ran, Navi...
Wer weiß, wo die Karre mittlerweile steht.
# Möller lacht trocken. #
Hamza? Hamza.
Lass uns zum Styvex-Chef fahren.
Es ist spät, aber ein Versuch wär es wert.
Und jetzt.
Okay, ihr kümmert euch um die Verbindungsdaten und das GPS, ja?
In der Reihenfolge oder...
Konzentriert euch doch einfach aufs Auto. Danke.
Ergebnisse bis morgen Mittag. Okay. Machen wir gerne.
Weißt du, das Gute am Keller ist,
dass du dann einfach manche Kollegen nicht mehr ertragen musst.
Hallo. Kann ich helfen?
Maryam Azadi, das ist mein Kollege Hamza Kulina,
wir möchten mit Herrn Böttcher sprechen.
Worum geht's denn?
Wir hatten gehofft, das mit ihm persönlich besprechen zu können.
Um mit dem Geschäftsführer zu sprechen,
haben Sie sich vorher telefonisch anzumelden und...
Kripo Frankfurt?
Wollen Sie fragen, ob er mit uns sprechen will?
Wenn das so ist... So ist es, ja.
Das hatte ich ganz vergessen.
Herr Böttcher arbeitet momentan aus dem Homeoffice.
Kann ich was ausrichten?
Nee, vielen Dank.
Wir probieren's morgen. Schönen Feierabend.
Danke, gleichfalls. Schönen Feierabend.
# Düstere Musik #
Ja, ähm,
hier waren gerade zwei Herrschaften von der Kriminalpolizei.
Danke dir. Bis morgen, ja? Bis morgen. Ich hol dich ab, ja?
# Spannende, pochende Musik #
Na? Gibst du mir einen Tschack?
Nein! Nein? Warum nicht?
# Düsterer Klang #
"Schöne Grüße, das ist für Ihren Sohn."
# Freiton #
Hallo, Maryam.
Ich bin's.
"Irgend so ein Typ hat bei meiner Mutter
ein Paket für mich abgegeben."
"Eine Löschdecke...
ähm... ja, eine Löschdecke."
"Wir sehen uns ja morgen. Ich wollt's dir einfach mal sagen."
"Äh, pass auf dich auf, ja?"
# Spannungsvolle Musik #
# Türsummer #
# Die Musik verklingt. #
Entschuldige. Ich hab vergessen, dir zu sagen,
dass der Fahrstuhl kaputt ist.
Ich hab schon hundertmal angerufen, interessiert die nicht.
Schön, dass du da bist. (außer Atem) Alles gut.
Alles okay bei dir?
Ja...
Wieso fragst du?
Nur so. Alles gut.
Ja, da. Ja. Hier?
# Sentimentale Musik #
Sollen wir uns setzen?
Ja, klar. 'tschuldige.
Ich... hab Tee gemacht. Willst du Tee?
Oh, gerne, ja.
Hast du was rausgefunden?
Also. Es kann sein, dass ein Gutachter,
der 2017 das Styvex-Polystyrol getestet hat,
dass der einem Mord zum Opfer gefallen ist.
Ja?
So...
Das heißt, die Styvex-Leute haben den ermordet?
Almila. Es kann sein. Ja?
Langsam. Wir sind noch am Anfang der Ermittlungen.
Ich kann nicht voreilige Schlüsse ziehen.
Ist das krass.
Almila... Jetzt bringen die schon vorsätzlich Leute um.
Du musst mir eine Sache versprechen.
Das darfst du niemandem erzählen.
Wem soll ich denn davon erzählen? Niemandem. Ich sag's nur.
Ja? Versprochen.
Danke.
(flüsternd) Danke, Hamza.
Du tust das für sie.
(leise) Ich weiß.
Ich vermiss sie so sehr.
Wie war noch mal ihr Name?
Sie hieß Cemre.
# Angespannte Musik #
Weißt du, was ihr Name bedeutet?
Es bedeutet "Funke".
Oder "Glut".
(Radio) Vor zwei Tagen
stand im Untersuchungsausschuss noch die Frage im Raum,
ob der Baustoffhersteller Styvex eine Mitverantwortung
an der Brandkatastrophe trägt.
Heute richtet sich jetzt der Blick auf die Politik.
Befragt wird die Bundesministerin für Wohnen,
Stadtentwicklung und Bauwesen, Susanne Papst.
Die Opposition will wissen,
ob die Vorgaben zur klimaneutralen Sanierung
zur Umgehung von Sicherheitsstandards geführt haben könnten.
Der Abschlussbericht wird morgen, am Freitagmittag, erwartet.
# Bedrohliche Musik #
Guten Morgen. Hey.
Das hatte ich heute Morgen im Briefkasten.
Wer weiß, dass wir ermitteln?
Ähm... Andrea Hofer?
Almila?
Eventuell Steffen Böttcher durch seine Sekretärin?
Ja.
Oder intern?
Vielleicht ist die Sache größer, als wir denken.
# Er seufzt schwer. #
Hast du Angst?
Hallo, Ute, wie geht's? Gut. Und dir, meine Liebe?
Danke. Kann ich dir was zur Auswertung geben? Na klar.
Zu welchem Fall gehört das?
Zu keinem. Das lag heute Morgen bei mir im Briefkasten.
Frau Azadi. Herr Kulina. Guten Morgen.
Kommen Sie voran? Wir bemühen uns.
Jemand will nicht, dass wir ermitteln.
Das lag in Maryams Briefkasten
und gestern bekam meine Mutter 'ne Löschdecke.
Man möchte uns einschüchtern.
Soll ich Sie von dem Fall abziehen?
Nein. Wir ermitteln weiter.
Dann sehe ich Sie heute Abend, 19 Uhr in meinem Büro.
Mit Ergebnissen, hm?
(Möller) Wir haben Beetz' Wagen jetzt auf dem Hof.
Der Kollege von der IT sitzt gerade dran.
"Wie lange dauert's noch?"
Wie lange noch?
Wird nicht schneller, wenn du fragst.
"Er sagt, es wird nicht schneller, wenn du fragst."
"Okay, ihr meldet euch dann." Ja, ja.
Was macht ihr eigentlich gerade?
Wir sind jetzt bei Styvex.
Befragen Steffen Böttcher. Okay, gut.
# Spannende Musik #
Herr Böttcher nimmt sich sehr gern Zeit für Sie.
Das ist sehr freundlich von Herrn Böttcher.
Ja, Sie mögen sich aber noch kurz gedulden.
Momentan ist er in einer Videokonferenz.
Ja.
Ich bin's.
Genau.
Nein, nein, nein. Warte mal.
# Fensterscheibenwischer quietscht. #
# Klopfen #
Ja, bitte?
Was gibt's?
Der Staatssekretär des Justiz- ministeriums hat sich gemeldet.
Der Justizminister erbittet ein Treffen.
Machen Sie einen Termin, gleich Anfang nächster Woche.
Er sagt, es sei dringlich.
Der Minister wird um 14.30 Uhr ins Präsidium kommen.
# Angespannte Klänge #
# Quietschen #
Sie können sie jetzt hochschicken.
So, Herr Böttcher ist dann jetzt so weit.
- Darf ich? - Sie dürfen.
Gut, dann folgen Sie mir bitte.
(Böttcher) Ja? Herein.
Bitte. Danke.
Guten Tag. Steffen Böttcher. Maryam Azadi, hallo.
Guten Tag.
Kulina. Ja, danke. Bitte.
Entschuldigen Sie, dass Sie kurz warten mussten.
Ich war noch in einer Videokonferenz mit unseren Partnern in China.
Bitte. Setzen Sie sich.
Wollen Sie was trinken?
Oh ja, ein Wasser wäre gut. Danke.
Und Sie? Nein.
So.
Was kann ich tun? Wie kann ich Ihnen helfen?
Kennen Sie einen Rainer Beetz?
Nein, da klingelt nichts.
Oh, ich trinke still. Entschuldigung.
Oh. Danke.
Müsste ich ihn kennen?
Das kann ich Ihnen doch nicht beantworten.
Das kommt ganz darauf an,
wie sehr Sie ins Tagesgeschäft Ihrer Firma involviert sind.
(schnaubt) Bitte.
Sehr freundlich, danke.
Also?
Lassen Sie mich kurz eine grundsätzliche Frage stellen.
Ja, bitte.
Wird unser Gespräch weiter auf dieser Ebene geführt?
Was meinen Sie?
Ja, genau das. Diese Spielchen.
Ich will das nur wissen. Damit wir uns verstehen.
Ich nehme mir Zeit für Sie, die ich nicht habe.
Dafür erwarte ich von Ihnen,
dass Sie sich mir gegenüber respektvoll verhalten.
Können wir uns darauf einigen?
Ja.
Gut.
Sie fragten nach einem Herrn... Rainer Beetz.
Helfen Sie mir, wer ist der Mann?
Beetz war in einem Prüfverfahren beteiligt vor einigen Jahren,
das einen Ihrer Baustoffe zertifiziert hat. Polystyrol.
Ja, das ist aber schon lange her.
2017, wenn ich mich richtig erinnere.
Hat sich zum regelrechten Verkaufsschlager
unter unseren Dämmstoffen entwickelt.
Insbesondere seitdem der Bund das Klimaschutzgesetz verabschiedet hat,
das ich als Bürger, dem unsere Zukunft am Herzen liegt,
sehr begrüße.
Und, unter uns gesagt, als Unternehmer natürlich auch.
Bevor wir zu sehr ins Detail gehen: Mein Anwalt hat mich angehalten,
keine weiteren Fragen
zur unsachgemäßen Verwendung unserer Produkte zu beantworten.
Sie wissen, dass diese Frage eine von vielen ist,
mit der sich gerade ein Untersuchungsausschuss befasst.
Das wissen wir. Darum soll es nicht gehen.
Wir sind wirklich nur wegen Herrn Beetz hier.
Herr Beetz ist tot, er hat sich 2021 vermeintlich das Leben genommen.
Ach, herrje.
Mensch, das tut mir natürlich leid.
Ja, das glaub ich Ihnen.
Können Sie uns sagen, wo Sie am 16. November 2021 waren?
Das ist jetzt spätestens der Moment,
in dem Sie mich über meine Rechte aufklären müssten.
Meinen Sie nicht auch? (lachend) Sie haben recht.
Aber da Sie Beetz nicht kennen, gehe ich davon aus,
dass Sie die Frage ohne juristische Belehrung beantworten können.
Na schön.
Ich befinde mich zu dieser Zeit im Herbst
Jahr für Jahr auf einem Kongress in Schanghai.
Schanghai, das lässt sich überprüfen.
Jederzeit.
War's das?
Ja, vielen Dank. Danke.
Wiedersehen.
# Hamza schnieft. #
# Unruhige Musik #
Jetzt hör ich dich. Was?
Sie haben das Bewegungsprofil. Gut.
Okay, dann kommen wir jetzt.
Ja, also um 12.32 Uhr ist er hier an Punkt A losgefahren.
Das ist sein Wohnort in der Wichmannstraße.
Und von dort ging's nicht direkt zum Tatort,
sondern erst mal zum Standort B.
Das ist bei Mörfelden-Walldorf.
Und dort kam er um 13.02 Uhr an
und ist circa nach einer Stunde exakt sechs Minuten zurückgefahren.
Hier zum Standort C, hat dort drei Minuten gewartet
und ist dann zehn Minuten weitergefahren,
um dann zu wenden
und die ganze Strecke an C und B vorbei direkt zum Tatort zu fahren.
Der Fundort. Richtig, Christian, Fundort.
Was ist denn an den Standorten B, C und D?
Ist da irgendwas?
Ja, also B ist ein Gasthof,
C ist eine Bushaltestelle und D ist nichts,
also Landstraße halt.
Aber das ist doch merkwürdig.
Da ist doch irgendwas Ungewöhnliches passiert.
Der wollte sich umbringen, da tickt man nicht mehr sauber.
Ich werde euch sagen, was passiert ist.
Bevor er alles beendet, will er ein letztes Mal was essen.
Er fährt also zu einem Gasthof.
Das Essen ist gut, es kommt neuer Lebensmut in ihn.
Also fährt er wieder nach Hause.
Nach ein paar Kilometern kommen die bösen Gedanken aber zurück.
Er kriegt einen Heulkrampf und muss kurz anhalten.
Dann fährt er wieder weiter, weil er sich gesammelt hat,
und nach einer Weile dreht er plötzlich um und macht das,
was er eigentlich die ganze Zeit vorhatte.
Ich schlage vor, wir fahren mal zum Gasthof.
Ja, und ihr checkt mal, äh, das Alibi von Steffen Böttcher.
Der sagt aus, dass er zur Tatzeit in Schanghai war.
Und Biografisches zu Böttcher und Beetz. Schule, Uni, Wohnort.
Ich wüsste gern, ob's Überschneidungen gibt.
Mache ich gerne. Danke.
# Spannende Musik #
- Hallo? - Ja.
Hallo, Kriminalpolizei Frankfurt.
Mein Name ist Kulina, das ist meine Kollegin Azadi.
Hallo. Dürfen wir Sie kurz stören?
Wir haben noch geschlossen. Dauert nicht lange.
Na ja, aber Kriminalpolizei, warum nicht?
Äh, ich hoffe, ich kann Ihnen helfen.
Wir sind hier gerade beim Vorbereiten.
Mein Sohn kocht vor und um fünf machen wir dann auf.
Freitag, Samstag, Sonntag haben wir aber auch Mittagstisch.
Das geht dann so von elf bis plus, minus null.
Samstag ist Schnitzeltag.
Ja, aber deswegen sind Sie sicher nicht hier, oder?
M-m. M-m.
Micha! Micha, komm doch mal, wir haben Besuch.
Guck mal, Micha.
Das ist die Frau Azadi und das der Herr Kulina.
Die beiden sind von der Kriminalpolizei.
Gude. Gude.
Ja, und das ist Micha, mein Sohn.
Wir haben nur eine Frage.
Kommt Ihnen der Name Rainer Beetz bekannt vor?
Haben Sie den mal gehört?
Nein, den Namen kenne ich nicht, du? Nee.
Dann würde ich Ihnen gerne was zeigen.
Hier sieht man ihn.
Er schläft, aber man erkennt ihn trotzdem ganz gut.
Nein, den kenn ich nicht. Du? Nee.
Ähm...
Okay, weil wir vermuten, dass er hier mal bei Ihnen zu Gast war.
Vor 4,5 Jahren.
Das ist ganz schön lange her. Nein, das weiß ich nicht.
Ich hab draußen eine Überwachungskamera gesehen.
Funktioniert die? Ja, das ist aber ein altes Ding.
Das weißt du besser, Micha. Filmt die noch?
Ja, klar. Können wir uns das kurz anschauen?
- Ja. - Ja, ja.
- Was wollten Sie noch mal sehen? - Äh, den 16. November 21 gerne.
16. November.
Da ist er. Und wie viel Uhr? Machen Sie mal bitte ab 12.50 Uhr.
(leise) 12.50 Uhr.
Ah, da ist er. Mhm.
Das da ist unser Auto.
(Micha) Ja, genau, das sind wir.
Wie gesagt, das sind jetzt nur Standbilder, ne.
So jede Minute eins.
Hm...
Mhm, stopp.
# Auslöser #
(leise) Danke.
Mhm, machen Sie mal weiter, bitte.
(Micha) Mhm.
Ich lasse jetzt einfach laufen? Laufen lassen. Gern auch schneller.
Ah, guck mal, da war der Alfred. Das ist ein Stammgast von uns.
Ah, und das ist das Auto von der Erika.
Damals hat sie noch gelebt.
(Frau) War wenig los an dem Tag. (Micha) Jammer.
Und stopp.
Danke.
# Dramatische Klänge #
Das ist die Frau von Böttcher.
# Spannende Musik #
(Mann) Andrea, die Kriminalpolizei hat wieder angerufen.
Es sei sehr dringend.
Ich hab dir die Nummer auf den Schreibtisch gelegt.
- Du sollst zurückrufen. - Danke.
Ich glaube nicht, dass ich das heute schaffe.
Sicher? Warum nicht?
"Wir haben noch eine Abnahme. Das geht nicht."
Okay, dann kommen Sie morgen früh ins Präsidium.
Schubertstraße 70.
- Haben Sie das? - Mhm.
"Okay, morgen früh um sieben Uhr bei uns im Präsidium."
Das ist aber sehr früh.
Ja, damit Sie noch pünktlich zur Arbeit kommen.
Können Sie mir schon sagen, worum es geht?
Wir möchten mit Ihnen
über das Prüfverfahren für die Firma Styvex sprechen.
"Das wird nicht lange dauern, okay? Bis morgen."
# Sie seufzt tief. #
Ähm...
Was ist?
# Er atmet unruhig. #
Der schwarze Wagen hinter uns.
Ich glaube, der verfolgt uns die ganze Zeit.
Ja?
# Bedrohliche Musik #
# Nachricht wird versendet. #
# Signalton #
Wir brauchen noch was anderes. Das Foto alleine reicht nicht.
Ja...
# Klingeln #
Ja?
Ja, bitte?
Hallo. Äh, Kulina, Kriminalpolizei. Ist Herr Böttcher zu sprechen?
Nein, mein Mann ist nicht zu Hause, der ist in der Firma.
Kann ich helfen?
"Frau Böttcher, mein Name ist Azadi,
ich bin die Kollegin von Herrn Kulina."
Wir wollten eigentlich mit Ihrem Mann
Verhaltensregeln in Sachen persönlicher Sicherheit besprechen.
Das könnte für Sie auch nicht ganz so uninteressant sein.
"Dürften wir kurz reinkommen?"
(Simone) Azadi.
Azadi.
Interessanter Name.
Persisch? Ja.
Dann sind Sie aus dem Iran. Ja, genau.
Danke schön. Schön, schön. Bitte.
Sie haben's wirklich toll hier.
Es ist ein wunderschönes Haus, das muss man schon sagen, oder?
Ja, also das ist...
Wir fühlen uns hier sehr zu Hause.
Mit so viel Liebe zum Detail. Haben Sie das gestaltet?
Ich geb mir Mühe.
Darf ich Ihnen was zu trinken anbieten?
Kaffee, Tee, Wasser? Ja, ein Wasser bitte.
Und für Sie? Auch, danke.
Mit oder ohne?
Mit. Ohne für mich.
Oh, das ist dieser Wasserhahn. Der, der auch sprudelt, richtig?
Ja, nicht nur das, da kommt auch kochendes Wasser raus,
man muss vorsichtig sein.
Aber ansonsten ist der ganz, ganz toll.
Danke schön. Bitte.
Und keine Sorge, das ist jetzt nur Leitungswasser,
aber das läuft bei uns durch einen Filter durch.
Und im Endeffekt ist die Qualität besser
als von manchen hochwertigen Mineralwassern, die man kauft.
Danke.
Wirklich lecker. So schön weich.
Das ist Ihr Mann, nehme ich an? Ja, mhm.
Wie haben Sie den denn kennengelernt?
# Simone lacht. #
Das ist Ewigkeiten her.
Wir waren zusammen noch im Sportinternat.
Ich war Dressurreiterin und mein Mann Leichtathlet.
Ein richtig guter.
Beeindruckend, Dressurreiterin. Reiten Sie immer noch?
Ja.
Wir besitzen ein kleines, ich sag mal, Mini-Gestüt.
Wir haben derzeit 15 Pferde.
Und ich liebe diese Tiere.
Das sind wirklich ganz besondere Wesen.
Ich bin eigentlich auch in jeder freien Minute da draußen.
Ich würde dann auch gleich wieder los.
Dürfte ich Ihre Toilette benutzen? Selbstverständlich.
Den Gang entlang, rechts, Gästetoilette.
Danke. Klärst du in der Zeit Frau Böttcher auf
über die Verhaltensregeln bei erhöhter Gefährdung? Klar.
Äh... Da geht es in allererster Linie um Aufmerksamkeit.
# Hamza redet undeutlich weiter. #
# Spannende Musik #
# Hamza erklärt weiter. #
ganz wichtig: Orte, wo man...
(Simone Böttcher) also Sport-WM oder so was?
Genau. In allererster Linie um Aufmerksamkeit...
Das war's schon? Genau, das war's schon.
Vielen Dank. Na, sehr gerne.
Vielen Dank Ihnen. Danke.
Ich bring Sie zur Tür. Danke schön.
Vielen herzlichen Dank für Ihre Zeit. Danke Ihnen.
Danke schön. Alles Gute.
Ja, Wiedersehen.
# Angespannte Musik #
Und?
Das reicht für einen DNA-Abgleich.
# Spannende Musik #
# Sie tippt. #
Hey, wartet mal.
Ich hab die Ergebnisse zur Patrone. Ah, und?
Es handelt sich um 'ne sehr gewöhnliche
9-mal-19-Millimeter-Parabellum von RWS.
Wird von uns, der Bundeswehr,
aber auch vom organisierten Verbrechen benutzt.
Keine DNA, keine Fingerabdrücke.
Okay, danke, Ute.
Doch einer von uns?
Es besteht großer Anlass zur Annahme, dass Simone Böttcher,
die Frau von Styvex-Geschäftsführer Steffen Böttcher,
Rainer Beetz ermordet hat.
Aha?
Haben Sie Beweise?
Ja, wir nehmen gerade einen DNA-Abgleich vor,
der vermutlich beweisen wird, dass die...
Ich frage nicht nach Vermutungen, ich frage nach Beweisen.
Es gibt eine Videoaufnahme,
die beweist, dass sie sich kurz vor seinem Tod
mit ihm in einer Gaststätte getroffen hat
und danach mit ihm in sein Auto gestiegen ist.
Wir vermuten, dass... Schon wieder eine Vermutung?
Frau Schatz, Sie wollten Ergebnisse von uns hören?
Richtig. Und Sie liefern mir eine Vermutung nach der nächsten.
Vielleicht hören Sie einfach zu, damit Sie begreifen, worum es geht?
Herr Kulina, erst denken, dann reden.
Frau Schatz, wir würden nicht an Sie herantreten,
wenn wir nicht der Meinung wären, dass das Motiv von Simone Böttcher
beim Mord an Rainer Beetz
den Untersuchungsausschuss im Fall des Goliath-Brandes berührt.
Und darum ging es doch, wenn ich mich richtig erinnere, oder?
Ja.
Wir gehen fest davon aus, dass Andrea Hofer,
die ehemalige Laborantin, morgen früh gestehen wird,
das Gutachten zur Freigabe von Polystyrol
zusammen mit Herrn Beetz gefälscht zu haben.
Oder mindestens Kenntnis davon gehabt zu haben.
Sollte sich das tatsächlich bewahrheiten,
wäre das zugleich das Hauptmotiv von Simone Böttcher
am Mord von Rainer Beetz.
Können Sie mir da folgen?
Simone Böttcher müsste gefürchtet haben,
dass Rainer Beetz im Goliath-Prozess gegen Styvex aussagt.
Damit wäre ihr Mann zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt worden
und Simone Böttcher wäre aufgrund der Schadensersatzansprüche
finanziell ruiniert.
Deshalb wollen wir Simone Böttcher morgen früh vorläufig festnehmen.
Sie müssten dazu nur die Staatsanwaltschaft informieren.
Das geht nicht.
Warum nicht?
Die zuständige Staatsanwältin wurde versetzt.
Das Justizministerium benennt frühestens am Montag den Nachfolger.
Das ist nicht Ihr Ernst.
Sehe ich aus, als würde ich scherzen?
Das geht nicht.
Das ist dann viel zu spät.
Der Untersuchungsausschuss gibt morgen schon sein Ergebnis bekannt.
Anderes Thema. Und nicht Ihr Problem.
Nicht mein Problem?
Wenn die Justiz unsere Arbeit blockiert,
um einen Skandal zu vertuschen, habe ich damit ein großes Problem!
Und Sie sollten verdammt noch mal auch eins damit haben!
Sagen Sie es den Angehörigen, ja?
# Die Tür fällt laut zu. #
# Tiefes Seufzen #
# Sich nähernde Schritte #
# Die Tür fällt ins Schloss. #
Ich bin suspendiert, ja?
Nein.
Hast du deine Freundin angerufen? Ja.
Sofort, ja.
Was hast du ihr erzählt?
Die Wahrheit.
Und was genau ist die Wahrheit?
Dass das hier alles
eine riesengroße korrupte Scheiße ist.
Und dass es manchmal keine Gerechtigkeit gibt.
Das musste ich ihr sagen.
# Er atmet schwer. #
Ich fahr natürlich zu ihr.
# Papierrascheln #
# Hamza atmet unruhig. #
# Sanfte Klaviermusik #
(leise) Wer keine Stimme hat, dem bleibt nur die Tat.
# Angsterfüllte Schreie #
(Steffen) Wenn du glaubst, du kommst da raus,
hast du dich gewaltig getäuscht, Andrea.
Auch du als kleine Laborantin
trägst die volle Verantwortung in dieser Geschichte.
Das ist dir klar, oder?
Die Staatsanwaltschaft wird dich wegen Bestechlichkeit
und wegen fahrlässiger Tötung in 13 Fällen anklagen.
Was glaubst du denn, wie viele Jahre das sind, hm?
Na los, sag schon, wie viele Jahre sind das?
Ich weiß es nicht.
Acht bis zwölf Jahre.
Andrea, ich möchte nur,
dass du dir nicht dein halbes Leben verbaust.
Verstehst du?
Und du sollst wissen,
dass du nicht alleine bist in dieser schwierigen Situation.
Okay? Dass wir zusammenhalten.
Styvex wird dich immer finanziell großzügig unterstützen.
Da kannst du dich auf mich verlassen.
Hast du verstanden, was ich gesagt hab?
Ja.
Gut.
Mir geht es nicht ums Geld.
Ich kann mit der Schuld nicht mehr leben.
# Fernes Hupen #
Hamza, bitte.
Mach dir keinen Kopf.
Du hast alles versucht und ich bin dir dafür sehr dankbar.
Ja?
Ja. Ja.
Ich hab noch was für dich.
# Er seufzt. #
Was ist das?
Du darfst es erst morgen öffnen. Morgen Abend.
Okay. Versprichst du's mir?
Ja.
Versprichst du es?
Ja.
Wir sehen uns, ja?
# Düstere Klänge, er seufzt. #
# Angespannte Musik #
# Glas klirrt. #
# Angespannte Musik #
# Türklingel # Wer ist da?
Ja?
# Angespannte Musik #
(Frau:) Heute ist die letzte Möglichkeit,
weitere Zeugen zu hören,
um diese Frage dann vielleicht doch noch zu klären:
War der Brand vermeidbar? Wer ist verantwortlich?
Für die Hinterbliebenen ist der Tag mehr
als nur das Ende eines Untersuchungsausschusses.
Es ist die Hoffnung auf Gerechtigkeit,
auf Klarheit nach Jahren des Schweigens.
Sie kommt nicht mehr.
Glaub ich auch.
Ich schick ihr 'ne Streife zur Wohnung.
Ähm, entschuldigt.
Das Ergebnis zum DNA-Abgleich liegt vor.
DNA vom Schal wurde auch im Auto sichergestellt.
Okay, das reicht. Damit können wir Simone Böttcher
auch ohne Staatsanwaltschaft vorläufig festnehmen.
Ja.
Danke, Ute. Klar doch.
So.
# Spannungsvolle Klänge #
Frau Hofer?
Frau Hofer?
Guten Morgen. Morgen.
Wir werden Sie vorläufig festnehmen.
Es besteht der dringende Tatverdacht,
dass Sie Rainer Beetz ermordet haben.
# Spannungsvolle Klänge #
Maryam...
Andrea Hofer ist tot aufgefunden worden.
Okay.
Es sieht nach Suizid aus,
ich lass es aber diesmal genauer überprüfen.
Und ich hab noch was Interessantes über die Böttchers rausgefunden.
# Tür öffnet sich. #
Pst.
Alles bereit, kann losgehen.
Danke.
Ihr Latte macchiato mit Honig.
Danke, das ist sehr nett.
Frau Böttcher,
wir konnten Ihre DNA im Wagen von Rainer Beetz sicherstellen.
Möchten Sie vielleicht einfach erzählen,
was am 16.11.2021 passiert ist?
"Frau Böttcher, es ist ganz wichtig,
dass Sie nicht nur mit dem Kopf schütteln oder nicken,
sondern dass Sie hörbar Ja oder Nein sagen."
"Okay?" - "Ja."
"Gut, dann möchten Sie erzählen?"
"Nein."
"Gut."
Frau Böttcher, Sie sollten wissen,
wir haben mithilfe von GPS-Daten aus Herrn Beetz' Auto
ein sehr genaues Bewegungsprofil erstellen können.
Das ist allerdings wirklich komplex. Darf ich Ihnen davon erzählen?
Bitte.
In den letzten zwei Stunden seines Lebens ist Herr Beetz
zu einem Ort in der Nähe von Mörfelden-Walldorf gefahren.
Er ist dort eine Stunde geblieben,
dann ist er dieselbe Strecke ein paar Kilometer zurückgefahren,
hat kurz angehalten und ist dann wieder weitergefahren.
Allerdings nur ein paar Kilometer, um dann wieder zu wenden
und wieder in die entgegengesetzte Richtung zu fahren,
an einen Ort ganz in der Nähe.
Sein Körper wurde dann leblos in seinem Wagen gefunden.
Es ist alles sehr kompliziert und rätselhaft.
Aber darf ich Ihnen davon erzählen,
was meiner Meinung nach an dem Tag passiert ist?
Von mir aus.
Ich möchte Sie noch mal daran erinnern,
immer hörbar Ja oder Nein zu sagen.
Einverstanden? Ja.
Gut.
Ich glaube, Sie haben sich am 16. November 2021
um 13 Uhr mit Herrn Beetz im Gasthaus zum Löwen getroffen.
Herr Beetz war kein Unbekannter für Sie.
Ihr Mann und Sie kannten ihn aus dem Sportinternat, richtig?
Ja.
Sie haben mit Herrn Beetz im Gasthaus zusammengesessen.
"Er hat wahrscheinlich Wein getrunken oder ein Bier, richtig?"
"Ja."
Vielleicht so gegen 13.30 Uhr ist Herr Beetz aufgestanden,
auf die Toilette gegangen
und Sie haben die Gelegenheit genutzt,
ihm Benzodiazepin in sein Getränk zu mischen. Stimmt das?
Ja.
Nach etwa einer weiteren halben Stunde
haben Sie beschlossen zu gehen und baten Herrn Beetz,
Sie zurück in die Stadt zu nehmen, richtig?
Ja.
Sie sind also gemeinsam zurück Richtung Frankfurt gefahren,
aber nach ein paar Minuten fing das Benzodiazepin an wirken
und Herr Beetz ist müde geworden.
Er hat Sie dann gebeten, das Steuer zu übernehmen, richtig?
Ja.
"Sie haben Plätze getauscht,
sind noch ein wenig Richtung Frankfurt gefahren,
bis Herr Beetz eingeschlafen war."
Dann haben Sie gewendet
und sind in ein nahegelegenes Waldstück gefahren. Richtig?
Ja.
Sie sind tief in den Wald hineingefahren,
haben ein paar Herrenhandschuhe,
Klebeband und einen Schlauch aus Ihrer Tasche geholt.
Vermutlich haben Sie Einweghandschuhe getragen.
"Dann haben Sie den Schlauch am Auspuff befestigt,
haben ihn ins Wageninnere gelenkt und haben den Motor angelassen."
Dann haben Sie die Beifahrertür zugemacht
und sind zurückgefahren. War das so?
Ja.
So war es.
Die Frau ist gut. Respekt.
Darauf wäre ich damals nie gekommen.
"Sind wir jetzt hier fertig?" "Nein."
Bis zu dem Moment, als ich von Ihrer Tasche gesprochen habe,
habe ich den Tathergang wahrheitsgemäß wiedergegeben.
Die Überwachungskameras vom Gasthof zeigen,
wie Sie zu Herrn Beetz ins Auto steigen.
"Allerdings hatten Sie überhaupt keine Tasche dabei."
"Frau Böttcher, ich glaube,
dass Sie die Tat nicht alleine begangen haben."
"Ich glaube, Sie hatten Hilfe. Und zwar nicht von Ihrem Mann,
der war nämlich tatsächlich in Schanghai."
Ich glaube, es war jemand, den Sie kennen.
(senkt die Stimme) Jemand von Ihrem Gestüt.
Jemand, den Sie schon länger kennen.
(flüstert) "Jemand, der hier ganz in der Nähe ist."
"Richtig?"
Was flüstert sie denn jetzt?
(flüstert) Keine Angst, es wird Ihnen nichts passieren.
Sie müssen nur mit Ja oder Nein antworten.
Frau Böttcher,
hat Kriminalhauptkommissar Christian Möller
Ihnen dabei geholfen, die Tat auszuführen?
Ja.
# Düstere Klänge #
Aufstehen, Hände an die Wand. Wenn du zur Waffe gehst, schieß ich.
# Lachen # Was bist du für ein Hampelmann?
Glaubst du im Ernst, dass ich im Präsidium 'ne Schießerei anfange?
Quatsch nicht, Mund zu und tu, was ich dir sage.
Hände an die Wand.
# Möller lacht ungläubig. #
Okay...
Danke.
# Spannende Klänge #
Möller, du bist vorläufig festgenommen
wegen des Verdachts der Beihilfe im Mordfall Rainer Beetz.
Tüchtig.
Ja, so sind wir.
Simone?
# Bewegende Klänge #
(Radio) "Soeben hat der Untersuchungsausschuss
seinen Abschlussbericht vorgelegt."
"Fünf Jahre nach dem verheerenden Goliath-Hochhausbrand,
bei dem 13 Menschen ums Leben kamen, gilt der Fall als abgeschlossen."
"Das Ergebnis:
Es habe sich um eine Verkettung tragischer Ereignisse gehandelt."
"Ein Zusammenspiel mehrerer unglücklicher Umstände,
die dann zur Katastrophe führten..."
# Klopfen, Tür geht auf. #
Ja?
Herr Kulina, ich wollte mich für Ihre Arbeit bedanken.
Das war viel. Das ist mir bewusst.
Nehmen Sie sich einfach ein paar Tage frei, ja?
# Freiton #
# Handy klingelt und vibriert. #
# Spannungsvolle Streichmusik #
(Almila) "Mein lieber Hamza, wenn du diese Zeilen liest,
bin ich nicht mehr da.
Es tut mir leid,
wenn ich dir die letzten Tage Kummer bereitet habe,
aber ich wollte nichts unversucht lassen.
Bitte gib das Geld, es ist alles, was ich habe,
an die Hinterbliebenen.
Den Brief mit der Stellungnahme gib bitte an die Presse.
Du hast ein gutes Herz.
Leb wohl. Deine Almila."
# "Wayfaring Stranger" von Eva Cassidy"
# I am a poor
Wayfaring stranger
While journeying through
This world of woe
Yet there's no sickness
Toil nor danger
In that bright land
To which I go
I'm going there
To see my father
I'm going there
No more to roam
I'm only going
Over Jordan
I'm only going
Over home
I know dark clouds
Will gather o'er me
I know my way
Is rough and steep
Yet beautiful fields
Lie just before me
Where God's redeemed
Their vigils keep
I'm going there
To see my mother
I'm going there
No more to roam
I'm only going
Over Jordan
I'm only going
Over home
I want to wear
A crown of glory
When I get home
To that good land
I want to shout
Salvation's story
In concert with
The blood-washed band
I'm going there
To see my savior
I'm going there
No more to roam
I'm only going
Over Jordan
I'm only going
Over home
I'm only going
Over Jordan
I'm only going
Over home. #
# Die Musik verstummt. #
# Er flüstert ein bosnisches Gebet. #
# Leises Vogelgezwitscher #
# Dynamische Outromusik #
Untertitel 2026: ZDF Digital im Auftrag der ARD Degeto
Can't find what you're looking for?
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