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Kannst du mir bitte mal antworten, wenn ich mit dir rede, Jakob?
Was hat er denn jetzt schon wieder? Ach, jetzt lass ihn doch.
Wie? Was soll ich lassen?
Ich möchte lediglich, dass mein Sohn antwortet, wenn ich mit ihm spreche. Ist
das zu viel verlangt? Macht mich das jetzt zu einem reaktionären Arschloch?
Nein, natürlich nicht.
Ja, und warum redet er denn nicht mit mir?
Du weißt doch, wie er im Moment ist. Der Junge hat eine Phase.
Eine Phase? Ja, ich hab auch meine Phasen.
Lebe ich sie auf eure Kosten aus? Ach komm, was soll das denn jetzt wieder?
Ne, sehen Sie doch mal an.
Ist das die reizende Provokation?
Oder nicht?
Bin ich jetzt der letzte Spießer?
Nein. Ja, was machst du denn so?
Sabine, komm, jetzt sag doch mal was.
Wieso gehst du mir nicht aus dem Haus, Jakob?
Jakob!
Meine Eltern halten sich für völlig normal.
Warum, werde ich wohl nie begreifen.
Hat vielleicht was mit früher zu tun.
Ich hab mal gehört, dass es im Osten neben der SED eine zweite große Partei
gegeben haben soll.
Die FKK.
All over our bodies in sun, sun, sun. Ist das Gelände verkauft? Was denn? All
over our faces in love.
Kannst du mir bitte noch mal mitgeladen helfen?
Oh, there'll be love, love, love.
Wherever you go, there'll be love, love, love.
Wherever you go, there'll be love, love, love.
Das gibt's.
Was passiert denn jetzt eigentlich, wo das Gelände verkauft ist?
Dein Vater leitet den Verein. Das ist sein Leben hier.
Kann es sein, dass wir hier raus müssen?
Es wäre hart für Helmut.
Und wie wäre es für dich?
Ah, lasst euch nicht stören. Ich bringe nur gerade die neue Kollektion
Sacksocken. Danke.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass es eine Chance sein könnte,
woanders ganz neu anzufangen?
Ich meine, da draußen ist noch so eine große, weite Welt. Ich kann nicht
verstehen, wie ihr das einfach vergessen konntet. Kein Mensch hat irgendwas
vergessen, Jakob.
Weil wir sind der älteste FKK-Paar in Deutschland.
Darauf sind wir zu Recht stolz.
Außerdem gefällt es uns ja.
Ja.
Sag mal, ist es überhaupt erlaubt, nackt Aufschnitt zu verkaufen?
Ach komm, Jakob, jetzt hier. Ist das das Grillfleisch? Ja.
Kannst du uns ja anzeigen.
Witzig. Findest du?
Es gab eine Zeit in diesem Land, da war es üblich, sich gegenseitig zu
bespitzeln, anzuscheißen.
Komischerweise hatten wir da wenig zu lachen. Ich kenne deine Storys, Helmut.
Das sind keine Geschichten, Jakob. Dein Vater hat es wirklich schwer.
Vielleicht hast du meine Storys ja schon mal gehört, aber kapiert hast du gar
nichts. Mensch, Junge.
Benutz doch mal deinen Kopf, bevor du redest. Ach, Helmut, jetzt hör du auch
mal auf. Muss ich mir sowas sagen lassen?
Ihr denkt echt, ihr seid die Einzigen, die es mal schwer gehabt haben, ha?
Vergiss nicht, dass du auf dem Kast Kell hast.
Ich erwarte, dass du vernünftig aussiehst.
Okay?
Helmut sagt, du sollst dich ausziehen oder nach Hause gehen.
Willst du sein Spitzel oder was?
Nein, aber deine Schwester und euer ewiger Zoff geht mir auf den Geist.
Ich geb nicht auf.
Ich geb nicht auf, hörst du?
Und du solltest langsam auch mal anfangen zu rebellieren.
Vorsicht!
Na,
alles klar, Rosa?
Ja, sicher.
Das heißt, dass der Laden hier mal ein bisschen aufgemischt wird. Pass mal auf.
warum überhaupt verkauft werden musste.
Ja, ich meine, warum konnte das Gelände denn nicht Volkseigentum bleiben?
Volkseigentum, Socke, das ist jetzt aber auch schon ein bisschen länger her.
Heutzutage geht es doch nur um Profit. Als Jagdgebiet ist das Land ein Vermögen
wert. Ja.
Jagdgebiet ausgerechnet.
Wie tief muss man sinken, um aus Spaß Tiere zu töten?
Was habt ihr denn eigentlich über den Käufer rausgefunden?
Na, wie, so schlimm kann es doch nicht sein.
Schlimmer.
Na los, raus damit.
Er heißt Lohe.
Dieter Lohe.
Ja, aber das ist doch nicht schlimm.
Er kommt aus München und er ist Mitte 40.
Das ist doch gut. Mein Alter.
Herr Uwe sagt auch mal was jetzt.
Er ist CSU-Mitglied und Katholik.
Praktizierend.
Und jetzt kommt die eigentliche Pointe.
Er ist Fabrikant.
Textil-Fabrikant.
Wie, der Mann stellt Klamotten her?
Ist ein Witz.
700 Hektar, sowas kriegt man bei uns überhaupt nicht mehr. Eine Versteigerung
der Bodenverwertungs- und Verwaltungs-GmbH.
Treuhand. Altes schönes Land, jetzt meins.
Geschossen zu einem Schnäppchenpreis.
Keine Sorge, das ist nicht geladen.
Sorry, Lara.
Ich war schon länger nicht mehr auf der Pirsch.
Das verlernt man nicht. Das ist ein bisschen wie Radlfahren.
Ich habe jetzt die Tickets. Wir sind um 20 Uhr zu eröffnen in einer neuen
Filiale in Frankfurt. Katrin, was ist das für eine Farbe? Was ist das für ein
Kragen? Denk dir was Neues aus. Das hatten wir letztes Jahr.
Und was ist das?
Streifen, Streifen, Streifen, Streifen. Gibt es nichts anderes? Karos, Paisleys,
Punkte? Irgendwas. Lasst euch was einfallen für euer Geld.
Deinen Organizer habe ich so programmiert, dass er dich morgen früh
an den Geburtstag erinnert. Wer hat Geburtstag?
Meine Tochter, sie wird 18.
Und da verreisen Sie?
Ja. Ja, manche Termine dulden eben keinen Aufschub, gell? Sie sagen es. Und
wir sind ja morgen Abend wieder da. Ja, natürlich, logisch.
Mal her damit.
Na, mein Paisley.
Auch gut.
Ach so, und der Blumenstrauß für deine Tochter ist bestellt, ja? Ich hab doch
gesagt, dass ich den bestelle.
Na sicher ist sicher.
Die beiden Obersten.
Die, die liegt dir besonders leicht in der Hand.
Sie empfehlen es wird auch verdammt.
Lara hat den Termin in Frankfurt, sag bitte ab.
Was? Aber da wollten wir doch zusammen... Sag ihn ab.
Und meine Tochter, die will Augen machen.
Das ist auch noch gar nicht so weit.
So, jetzt raus!
Jetzt mal alle!
Leute, das war doch nur mein Vater!
Was machst du denn, wenn ich die Nachbarn so sehe?
Ist das ein Verbrechen?
Du hast meine Gäste mit einer Knarre bedroht, Dieter. Für dich bin ich immer
noch Papa, ja?
Aber du hast recht, mir ist eine Sicherung durchgebrannt. Komm mal vor,
tut mir leid.
Also pass auf, ich finde, wir fangen nochmal von vorne an.
Du gibst doch mal eine Party, ohne Stripper. Und ich zahl wieder.
Was hältst du davon?
Ich bin müde, ich gehe schlafen.
Ich wollte noch sagen, ich hab's bekommen, das Jagdrevier.
Toll, oder?
Du musst nicht hinfahren.
Ich fähr's nie weg.
Na und ob?
Wir fahren da hin.
Da gibt's sogar einen tollen Badesee mit einem Privatstrand. Ja und?
Willst du mit mir Sandbogen bauen, oder was?
So wie früher.
Na, das wär doch was.
Gute Nacht.
Ich weiß, dass es momentan nicht so gut läuft mit uns. Ich arbeite halt viel.
Vielleicht zu viel. Aber ich verspreche dir hier, hoch und peinlich, ich nehme
mir ein Teil. Für ein paar Wochen.
Es ist zu spät, Dieter.
Ich bin 18.
Ich ziehe aus.
Du bist keine 18.
Jetzt bist du 18.
Herzlichen Glückwunsch, Nathalie.
Du hast Schule.
Helmut, was willst du?
Auf sowas stehst du?
Leder?
Jeder soll die Sexualität leben nehmen. Spaß macht.
Auch wenn es etwas unnatürlich ist.
Wenn du dich versöhnen willst, warum sagst du es nicht einfach?
Es gibt Menschen, die können nur zum Orgasmus kommen, wenn sie jeden
Zentimeter ihres Körpers mit Gummi bedecken.
Durch den Strohhalm atmen.
Das sind Kostüme aus jugendfreien Filmen.
Und außer dir findet die so ziemlich jeder normal.
Sie sind mit Hautkontakt.
Ist mit richtigem Sex.
Findest du die normal?
Ich will jetzt duschen, okay?
Morgen.
Kannst ruhig mal ein Mädchen mitbringen.
Hierher.
Ja.
Morgen.
Hey. Hey, Jakob.
Steiner, schön, dass du da bist.
Wir sind uns nicht ganz sicher, aber ist das nicht deine Mutti?
Another turning point, a fork stuck in the road.
Time grabs you by the wrist, directs you where to go.
So make the best of this test and don't ask why.
It's not a question but a lesson learned in time.
It's something unpredictable,
but in the end it's right.
I hope you had the time of your life.
Was ist?
Willst du mich den ganzen Urlaub anschweigen?
Das ist kein Urlaub, das ist Erpressung.
Du verbringst ein paar Tage mit mir und dafür bekommst du deine eigene Wohnung.
Komplett mit erster Ausstattung.
Schatz, das ist ein super Geschäft.
Wir sind doch ein gutes Team.
Wir waren mal ein gutes Team.
Es werden unvergessliche Tage.
Verspreche ich dir.
Das muss es sein.
Aber wo sind denn die Leute?
Hier ist ja niemand.
Vielleicht steigen sie erst ab Mitternacht aus ihren Särgen.
Tja, wir sind alle in Bayern oder Baden-Württemberg.
Hier ist ja keine Arbeit.
Ah, da vorne ist einer. Den fragen wir.
Halt ihn mal an.
Ah! Verrückt geworden?
Hallo?
Bist du okay?
Was ist? Hat er sich was getan?
Sind Sie verletzt?
Er hat sich höchstens seine Zunge verschluckt. Ja, und wir suchen ein
Hotel.
Der versteht uns nicht.
Ich zeig's euch.
Dein Vater?
Mein reicher alter Liebhaber. Wir sind zusammen ausgerissen.
Und anstatt nach Rio oder an die Côte d'Azur zu fahren, dachten wir uns, hey,
wie wär's mit diesem Kuhdorf in Brandenburg-Kaninchen.
Kalinchen?
Das wär doch mal originell.
Stolze Preise, mein lieber Mann.
Haben die Nacht dabei in der Ratsplatz übernommen.
Aber für eine Gemeinschaftsdusche auf dem Flur?
Gibst du mir keine andere Übernachtungsmöglichkeit?
Tut mir leid.
Danke.
Danke.
Komm.
So, und was machen wir jetzt?
Mir fällt schon was ein.
Sag mal, gibt es hier einen Sportverein zur Freiheit?
Ich meine, es ist ein Campingclub, dann übernachten wir fürs erste Mal da. Sag
mal Camping.
Sie wollen in der Freiheit übernachten?
Spricht was dagegen?
Ja, Sie wirken nicht gerade wie ein Sportfreund.
Ich hätte mal jetzt konservativ geschätzt. Spießig, kannst du ruhig
sagen. Hey, hey, hey, werte konservativ, ja? Und das ist auch gut so.
Ich mag Sport.
Jede Art von Sport. Sie verstehen da was falsch. Das ganze Gelände gehört mir.
Was? Sie sind der neue Besitzer?
Ich hab mir nicht vorgestellt.
Lohe. Dieter Lohe.
Das ist meine Tochter.
Okay.
Ja, zur Freiheit müssen Sie hier die Straße runter.
Am Ende rechts.
Am See wieder links und immer da raus.
Danke.
Machen wir zwei Hübschen?
Wollen wir essen gehen? Hast du Hunger? Was meinst du? Ist mir egal.
Ist dir egal?
Was ist denn los, Jakob?
Wieso bist du nicht in der Schule?
Der neue Besitzer ist da.
Was, denn jetzt schon?
Ja, und er denkt, ihr seid ein ganz normaler Campingplatz.
Wie?
Ein Textiler.
Mensch,
ist das warm.
Zocke, der neue Besitzer ist da. Was? Ja, der Lohr hat noch nicht begriffen,
dass ihr Nudisten seid.
Das sieht man doch.
Was für ein Typ, sagtest du, ist dieser Lohr?
Werte konservativ.
Also wir sind Nudisten und wir stehen dazu.
Stimmt, der kann uns gar nichts.
Naja, ganz so ist es nicht, Conny.
Die Frage ist ja eigentlich, kann ein neuer Besitzer wirklich unter allen
Umständen und jederzeit den Pachtvertrag kündigen, wenn er will?
Ja.
Das ist so.
Ja, was soll ich sagen?
Der Mann kann uns rausschmeißen.
Leute, ihr sitzt hier einfach so rum, der ist gleich hier mit seiner Tochter.
Und wenn er euch so hier sieht, ja, dann ist das Ding sowieso gelaufen. Was soll
denn das heißen, Jakob?
Sorry, ich mein ja bloß.
Danke, dass du uns gewarnt hast, Jakob.
Aber ich denke, jetzt sind konstruktive Vorschläge gefragt.
Socke, du stellst was zur Philosophie des Nudismus zusammen.
Uwe, wir sollten ihm unsere Bilanzen zeigen, damit er sieht, dass er an uns
verlässliche Pächter hat, die pünktlich zahlen. Und Sabine, wir werden ihn auf
ein Café einladen, um die Stimmung ein bisschen aufzulockern. Gut, noch
Vorschläge?
Komm, hier ist doch keiner.
Nun warte doch mal.
Du machst ihn auf.
Aber ich seh nicht vernünftig aus.
Komm Jakob, das gehört jetzt nicht hierher.
Na dann zieht euch doch selbst was an. Wir sollen uns verstellen.
Er denkt, ihr seid normal. Also warum tut ihr nicht einfach so, als wärt ihr
normal?
Sorry, als wärt ihr Textiler.
Das kommt überhaupt nicht in Frage.
Ich find das gar nicht so schlecht.
Das ist doch eine ganz gute Idee.
Wie? Was soll das denn heißen?
Jakob hat gar nicht so Unrechts.
Der Kel wird unsere Lebensform nicht akzeptieren. Er ist wässig.
Bitte? Ja, die Ostsee haben wir an dir ja schon verloren.
Da gibt's ja nur noch FKK-Reservate hinterm Hundestrand.
Also, wir müssen uns nur so lange verstellen, bis der Lohe wieder weg ist.
Tja, so schnell sieht man sich wieder.
Willkommen im Sportverein Freiheit.
Ich bin Jakob.
Nur reinspaziert.
Könntest du vielleicht mal die Füße von meinem Auto nehmen?
Ja, schöne Aussicht, wa?
Hier ist das Vereinshaus.
Helmut, das ist Unterwäsche.
Und? Hängen meine Hoden raus.
Wer ist das denn?
Nicht so laut, okay?
So.
Und Sie leiten also den Sportverein. Den was?
Den Sportverein. Hier.
Wir sind kein Sportverein.
Aber wir mussten uns in der DDR so nennen.
Entschuldigung. Das ist schon richtig.
Warum denn das?
Weil wir Freigeister waren damals.
Ja, also was mein Mann sagen möchte, wir waren damals eine freidenkende Gruppe.
Und es war ein bisschen schwierig, wenn sich Menschen außerhalb dieser
staatlichen Strukturen zusammengefunden haben.
Verstehe.
Also eigentlich ist mein Mann ja Metallgießer.
Wir waren früher auch nur in den Ferien hier. Aber als Helmut dann seine Stelle
verloren hat, da sind wir dann so richtig hier hingezogen. Weil von meinem
Gehalt als Altenpflegerin, da konnten wir in Berlin was gar nicht leben.
Dafür sind Sie jetzt aber immer in der frischen Luft. Nicht wahr?
Beneidenswert. Ja,
so ist das.
Na dann.
Hat mich wirklich sehr gefreut.
Ach, Sie müssen schon los?
Wie denn? Ich würde dann jetzt auch gerne auf mein Zimmer.
Ja,
die beiden brauchten eine Unterkunft.
Habe ich das nicht gesagt?
Bei uns hier.
Na ja, für gewöhnlich lade ich mich nicht gerne selber ein, weil das Ganze
hier ja sowieso mir gehört, das ganze Gelände, habe ich gedacht.
Oder ist das ein Problem?
Na wunderbar, dann kann ich von hier auch meine neue Jagd erkunden.
Und für dich gibt es bestimmt eine Menge Freizeitmöglichkeiten.
Wer zeigt uns den Weg?
Ich.
Nee, ich finde, es ist vielleicht sogar besser so.
Besser? Das ist verrückt.
Wir werden das bereuen.
Nee, Helmut, jetzt warte mal.
Wenn die jetzt da draußen in den Gasthof gezogen werden, was meinst du, wie lange
jetzt wohl gedauert, bis jemand erwähnt hätte, dass wir Nudisten sind?
Genau.
Ist
das
nicht dein Ernst, oder?
Das ist kein Ferienhaus.
Das ist ein Wohnklo. Ach was.
Platz ist in der kleinsten Hütte. Das reicht doch. Wir sind sowieso nur nachts
hier drin.
Und ich nehm dich mit jagen. Das wird grandios.
Weißt du was? Ich kann mich grad noch so beherrschen.
Ich muss hier weg.
Danke. Am Tanzabend hat mich kein Junge aufgefordert.
Ich glaube, ich bin hässlich.
Ach, Quatsch.
Aber was stimmt denn nicht mit mir?
Keine Ahnung, Rosi.
Vielleicht wollen die Jungs dich erst mal kennenlernen, bevor sie deine
nackten Brüste sehen.
Was stimmt mit meinen Brüsten nicht?
Nichts. Mit deinen Brüsten ist alles okay.
Natalie ist hübsch, oder?
Oder hast du etwa geglaubt, ich krieg das nicht mit?
Hey, Rosa.
Mann, Mann, Mann, dein Bruder hat's tatsächlich geschafft.
Statt dass er sich auszieht, müssen wir den Salah anziehen. Der Typ ist
unglaublich.
Ding.
Kannst du mal kurz gucken? Ich hab hier einen Splitter in der Hand.
Du riechst gut.
Weißt du, ich finde, du arbeitest zu viel.
Andere Mädels in deinem Alter, die gehen in die Disco, machen Party mit Freunden.
Soll ich mal mit Helmut reden? Nee, nee, schon gut, brauchst du nicht.
Wenn du Probleme hast, wenn dich was bedrückt, kannst du immer zu mir kommen,
okay?
Ach übrigens, ich lege heute Abend wieder auf.
Kommst du?
Schön.
Verdammter Mist. Ich dachte, ich hätte die Badehose dabei gehabt.
Ich gehe mal schauen, ob ich hier irgendwas finde.
Bis gleich.
Helmut, was machst du da?
Los, zieh dir was an, bevor Dieter und Nathalie vorbeikommen.
Ja, warte, die haben Urlaub. Die schlafen bestimmt mal.
Hi, Dieter.
Eins,
zwei... Leute, was macht ihr denn denn los unterwegs?
Los, weg hier!
Oh, hallo.
Hallo.
Kann ich helfen?
Ich suche eine Badehose.
Eine Badehose, die sind ausverkauft, leider.
Ja, springst du doch einfach so rein, guckt Ihnen schon keiner was weg.
Das ist ein guter Witz.
Sonst bahnen Sie in der Unterhose.
Rot steht Ihnen verdammt gut.
Danke.
Was ist das hier eigentlich?
Morgen, Socke.
Morgen.
Helmut, hallo.
Wollen Sie sich setzen?
Möchten Sie auch einen Kärnchenkaffee?
Einen Kärnchenkaffee.
Was haben wir denn da?
Das habe ich gerade Ihrer Frau abgekauft.
Sie meinte, das sei ein Eierwärmer.
Ich wusste gar nicht, dass Sie auf dem Land hier so dicke Eier haben.
Hickelt die Sie selbst?
Die sind von mir.
Reine Bio-Baumwolle.
Helmut, kann ich nicht mal kurz sprechen?
Gleich. Ich muss kurz was mit die Mutter für Augen klären.
Schmeckt's wie denn?
Wie tut's denn aus?
Ich bin der Dieter.
Mein erster Urlaub seit fast zehn Jahren.
Unvorstellbar, was?
Das T-Shirt gefällt mir gut.
Ich hab mir so ein ähnliches mal von der Messe mitgebracht, aus Leipzig.
Da stand drauf, wir sind ein Volk.
Mit den Dialekten hab ich's nicht so.
Das ist unser Vereins-T-Shirt.
Ja, gefällt mir gut.
Willst du eins? Ich schenke dir eins.
Na, nicht nötig. Doch, doch, doch.
Hab welche im Café. Was steht denn da hinten drauf?
FKK.
Ja.
Dieter, das wollte ich dir sagen. Wofür steht denn das?
Ist euch das noch gar nicht aufgefallen?
FKK? Ist ja wie bei den Nackten.
Wofür steht denn das?
Freier Kegelklub, Dieter.
Ah, da müsst ihr mal was Neues überlegen.
Das kann ja wirklich zu Verwechslungen führen.
Wie?
Denkst du denn eigentlich über Nudismus?
Widerlich.
Über was wolltest du denn mit mir sprechen?
Ist nicht so wichtig.
Danke.
Hast du dich noch an das Kleid?
Nee.
Denk an Italien.
Ich fühl mich so scheiße.
Guck dich doch mal an.
Das sieht aus wie ein dressierter Affe. Das sieht gut aus.
Das sieht doch nicht gut aus.
Ja, und du, schau dich doch mal an.
Sabine, da müssen wir jetzt durch.
Entschuldigung? Hallo?
Sie haben da was.
Hallo, ich bin Karl.
Hallo?
Und richtig steif machen.
Meinst du so?
Ja, das ist gut.
Hey, Karl.
Natalie, wie geht's?
Ganz gut. Was soll das werden? Bringst du ihr das Fliegen bei, oder?
Wie sieht's denn aus?
Ey,
du hast mich verarscht.
Du Miststück. Ich komm gleich rein.
Karl.
Ich liebe sie echt gerne, weißt du?
Ja, ich auch. Ist ein tolles Mädel.
Danke, Conny.
Da hast du keine Chance.
Abwarten.
Wie findest du eigentlich Conny?
Was, Conny?
Naja, er hat mich so komisch angeguckt und... Sorry, ich hab jetzt echt keinen
Kopf dafür.
Und du legst wirklich noch eine Surround-Anlage drauf, wenn ich mit zum
Tanzabend komme?
Ja, okay, war ein Scherz.
Dann könntest du übrigens im Zimmer bleiben, wenn ich mich umziehe, Dieter.
Du brauchst doch auch deine Privatsphäre.
Und nenn mich Papa, ja?
So, fertig.
Hallo Jakob, danke für die Einladung.
Schenkst du mir den ersten Tanz?
Nein.
Willst du vielleicht mit mir tanzen?
Entschuldige Jakob, aber meine Tochter und ich möchten ein bisschen Zeit für
uns haben, oder?
Wollen wir nicht. Doch, das wollen wir doch.
Na komm.
Unser Sohn ist richtig verliebt.
Ja, ist das ein Grund, sich als Kreisvorsitzender der Jungen Union zu
verklagen?
Kannst du es nicht lassen, ne?
Unser Sohn ist ein Spießer.
Ich kann übrigens nicht glauben, dass du dich nicht an mein Kleid erinnerst,
Helmut. Komm, jetzt gib's doch mal zu.
Du bist doch auch froh, diesen Scheiß-Frummel wieder auszuziehen, ne?
Jemand noch ein Würstchen?
Ich hol uns kurz was zu trinken.
Hey.
Hey.
Dein Vater ist wohl ziemlich anhänglich, ja?
Ja. Er ist auf Druck.
Noch 72 Stunden Zeit, um eine Beziehung zu mir aufzubauen. Wieso? Was passiert
sonst?
Das zieh ich aus.
Dann seht ihr mich nie wieder.
Was ist denn eigentlich mit deiner Mutter?
Tot?
Quatsch. Ist es Rumkohle?
Auch eine?
Lass uns von ihr abhauen.
Aber hier, das ist ein guter Tänzer, der Lohr, oder?
Ja, finde ich so.
Ach, blödes Gehoppser.
I'd love to see her.
Du, stundenlang musste ich jetzt mit Dieter tanzen, nur damit du endlich an
seine Tochter rankommst.
Wie selbstlos von dir.
Soll ich's nochmal machen? Ich mach's direkt nochmal.
Du bist ganz schön betrunken, ne?
Ich hatte Spaß.
Da hab ich so selten Spaß, dass du das nicht mal erkennst. Hm?
So.
Die ist dir entwischt, ne?
Sag bloß mit dieser Lackschnitte, diesem Karl.
Er sieht aber auch gut aus. Mein Gott, oh.
Danke, dann fühle ich mich gleich viel besser.
Oh, Entschuldigung.
Es gibt keinen besseren
als dich. Das meine ich jetzt ganz ernst.
Gib mir einfach ein bisschen Zeit, um deine Qualitäten zu entdecken.
Warum redest du eigentlich nicht mehr mit uns? Früher haben wir doch über
alles gesprochen.
Auch über Mädchen.
Tja.
Ich erinnere mich gerade daran, wie ihr mich damals aufgeklärt habt.
Ich hoffe, wir haben all deine Fragen beantworten können.
Naja, eigentlich gab es da ja immer nur eine Frage. Wann, lieber Gott, ist das
hier endlich vorbei?
Ihr habt mir erklärt, wozu Muschi und Pulla da sind. Und wie schön es ist,
wenn Papi und Mami sich ganz doll lieb haben.
Ja, und?
Ja, ihr wart nackt dabei.
Ich wusste überhaupt nicht, wo ich zuerst hingucken soll.
Sorry, Sabine, aber das hat nichts für den Sternensturm meiner Kindheit gehört.
Na, das tut mir jetzt leid, Jakob.
Und wie du das erzählst, da klingt das so absurd.
Als hätten wir uns extra davor ausgezogen.
Dabei wollten wir uns einfach nur frei bewegen, uns wenigstens frei fühlen.
Keine Sorge, ich habe nicht vor, dir einen Vortrag zu halten. Das überlasse
ich schon deinem Vater, aber ganz im Ernst.
Helmut ist der mutigste Mann, den ich kenne.
Ich wünschte, du hättest ihn so erlebt wie ich früher.
Schau mal nach, ob die Luft rein ist.
Ich glaube,
die Stadt, die mich bisher am meisten beeindruckt hat, ist New York.
Und wenn ich ein Land nennen müsste, dann wahrscheinlich Neuseeland.
Neuseeland?
Weil man nie aus der Ruhe passt.
Du hast Angst?
Nein, ich hatte mal Angst.
Okay, aussehen!
Morgen. Aufstehen.
Raus aus den Federn. Komm, aufstehen.
Moin. Was zum Teufel ist denn hier los?
Was machen Sie denn da?
Na, Wassergymnastik. Sag mal.
Anita,
jetzt setzt euch doch erstmal hin. Möchtest du einen Kaffee?
Na, dann.
Muss ich um Versehen handeln, ja?
Der Sportsfreund hat mir versichert, dass er sich lediglich aufwärmen wollte.
Nackt. Nackt war der.
Splitterfaser. Nackt. Ich habe den Mann noch gesehen. Der steht da und macht
auch noch anzügliche Bewegungen.
Oder?
Ich würde jetzt hier nicht so einen Wind rummachen, Dieter. Bitte. Nenn mich
nicht immer Dieter. Ich bin dein Papa.
Könntest du vielleicht einmal diese pubertäre Aufsässigkeit lassen und
einfach mal mir recht geben?
Nicht zu fassen, Jack.
Ich bestehe darauf, dass das Konsequenzen hat.
Sonst reißen wir ab.
Komm!
Ja, von mir aus soll er fahren.
Nein!
Du musst nur eine Geste machen.
Irgendwas.
Entschuldige, das war absurd.
Kleiderzwängler!
Was soll ich denn noch machen?
Soll ich von ihm zur Kreuze kriechen?
Vielleicht hat Jakob ja noch eine seiner tollen Ideen.
Ja, von mir aus können sie fahren.
Das ist wegen Nathalie und Karl.
Ach, Quatsch. Ist mir doch egal. Jakob!
Keine Ahnung.
Kannst du Uwe nicht aus dem Verein ausschließen oder sowas? Ja, das ist
super.
Na, vielen Dank.
Hey, nur Performer, okay?
Kommt da überhaupt nicht in Frage?
Nee, nee.
Wirklich nicht.
Kalte Nebel fallen vom Himmel, zaubern Eisblumen ins Haar.
Und?
Schon gut so. Wir stehen auf dem Bahnsteig, dein Mantel reicht für zwei.
Du flüsterst und dein Atem weht. Wir rauchen nie vorbei.
Bye bye, my love. Wir sind doch nicht im Mittelalter.
Das nimmt er uns ja nie ab. Ach komm, Helmut.
Ich denke schon.
Wir sollten uns sportlich nehmen.
Jeder Sportverband hat sein Strafgericht. Wir sind kein
Sportverband. Verdammt nochmal, wir sind Freigeister. Und ausgerechnet wir
veranstalten jetzt einen Schauprozess.
Hallo zusammen.
Hallo.
Liebe Sportfreunde, wir sind heute zusammengekommen.
Um über den Ausschluss von Sportfreund Uwe Hofer zu entscheiden.
Für die
Freiheit.
Jetzt komm schon, Helmut.
Hat doch alles funktioniert.
Ja.
Und ich bin jetzt das Arschloch, das ich nie sein wollte.
Ich hab dich zunächst gezwungen, okay?
Fang nicht schon wieder an.
Hallo zusammen.
Hallo. Ich dachte, wir wollten was essen gehen.
Sofort.
Ich wollte dich bloß beglückwünschen, Helmut.
Wie?
Wozu? Zu deinem prompten und frigenten Verhalten als Vereinsvorsitzender.
Ich meine, ich will auch nicht zu nahe treten, aber...
Für eure Eigeninitiative seid ihr nicht gerade berühmt.
Ich meine, auf die meisten Ostdienster passt doch das biblische Prinzip.
Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber der himmlische Vater, der ernährt sie
doch.
Tja, nichts von gut.
Ihr habt uns ja auch eine Menge voraus. Was denn zum Beispiel?
Den grünen Abbiegepfeil.
Ja, Sex, ne?
Sagt ja immer, im Osten haben sie einen besseren Sex als bei uns. Sag mal, wie
redest du eigentlich? Ist ja kein Problem.
Bei uns Ossis wird Sexualität nicht tabuisiert.
Wir haben ja nicht diese Doppelmoral auf jeder Plakatwand. Das ist eine nackte...
Ja, diese Brüderie gab es bei uns nie.
Helmut, sag mal, warum sagst du ja nicht Papa-Zügen?
Freue Marktwirtschaft.
Wie kann denn der Körper eine Ware sein?
Kannst du mir das mal erklären?
Helmut, bitte.
Ich hab dir vollkommen recht.
Wie bitte?
Ich gebe dir vollkommen recht.
Wollt ihr nicht mitessen?
Rosi, holst du noch zwei Gedäcke, bitte?
Ich meine, Sex ist doch heutzutage allgegenwärtig. Da frage ich mich
manchmal schon, was das so mit den jungen Leuten macht.
Leuten wird besser.
Weißt du, wie das?
Für uns ist Sexualität was vollkommen Natürliches.
Natürlich hat man jede Menge Zeit.
Echt, das ist kein Klischee?
Nee, im Osten wurde viel.
Ist ja auch was Schönes, Vögeln. Kannst du so eine Bemerkung nicht für dich
behalten? Entschuldige mal bitte.
Gesundes Sexualleben ist das A und O. Oder was meinst du?
Na, da können die da nicht mitreden.
Was soll das heißen?
Und nenn mich gefälligst Papa, ja?
Können wir nicht mal ein normales Gespräch führen oder so? Das ist ein
normales Gespräch, Jakob.
So, dann müsst ihr euch jetzt etwa schon wieder streiten?
Nee.
So, wer isst denn jetzt noch dieses letzte Würstchen hier?
Hm?
Das letzte Würstchen.
Ich dachte schon, der Westen ist eine komplett oberfreie Zone.
Hey.
Hallo.
Kannst du mir hochhelfen?
Man kennt Dieter diesen Ort?
Ich denke nicht. Super.
Das sind nämlich die längsten 72 Stunden meines Lebens.
Aber was ist das denn?
Das ist Hulk.
Meine Mutter ist nicht tot.
Sie ist geschieden.
Deine Eltern sind geschieden?
Vera ist geschieden.
Von Ehemann Nummer zwei.
Die Tante Vera war nie verheiratet.
Ach, und du bist dann nach der Trennung bei deinem Papa geblieben?
Hm.
Ungewöhnlich.
Mutter, sein ist nichts für Vera. Sie ist viel zu chaotisch.
Du, manchmal vergisst sie sogar meinen Geburtstag.
Echt?
Aber meine Freundinnen sehen ihre Mütter auch nicht gerade oft.
Und wenn, dann zoffen sie sich.
Ich bin eigentlich echt froh, dass Dieter so oft im Büro hängt.
Wenigstens ist dein Vater normal.
Wieso? Was ist mit deinem Vater?
Naja, er mischt sich überall ein, will über alles reden.
Er nervt halt sowas halt.
Und das finde ich so schlimm.
Natalie?
Nathalie! Nathalie!
Mensch, ich hab dich schon überall gesucht.
Ich hab die Jungs von der Bar überredet. Wir machen nochmal extra für uns auf.
Kommst du mit?
Ja, klar.
Cool.
Und Jakob, du musst morgen ganz früh raus. Was, Kleiner?
So, Dieter.
Lass doch mal hören.
Wieso hast du noch keinen Sex?
Ich hab von da aus...
Hat Natalie das nicht gesagt? Ach, bloß fall ich nicht immer an Natalie.
Sie kriegt halt nicht alles mit. Deswegen heißt es auch lange nicht, dass
ich kein Sex habe.
Du hast Sex. Helmut, jetzt lass ihn mal in Ruhe, Mann. Nein, nein, nein.
Ich bin solche Tischgespräche nicht gewohnt. Aber bitte, wenn ihr wollt,
dann... Ich hab halt schon länger keine so feste Beziehung mehr gehabt. Ja,
schon richtig. Und?
Wieso?
Bin ich freundlich?
Naja.
Immer nur alles Stress.
Natalie.
Laufen die Frauen weg.
Flüchten.
Und dann habe ich irgendwann aufgegeben, zu versuchen, eine neue Familie zu
gründen.
Und jetzt?
Jetzt hat das Mädel-Labor ohne Ende.
Und du bist dran, Leute.
Arme Sau.
Haben wir dich nicht, Helmut.
Langsam, bitte.
Was denn?
Langsam.
Okay.
Ich hab Kondome besorgt.
Bitte was?
Ich will mit dir schlafen.
Was bildest du dir eigentlich ein?
Es ist doch kein Ding.
Du hast die Idee gekommen, mich zu fragen, ob ich das auch will, bist du
nicht, oder was?
Lass sie in Ruhe, Karl.
Halt dich da raus, Jakob.
Du sollst sie in Ruhe lassen.
Zisch ab!
Geh zurück ins Bettchen.
Siehst du das zu sehen? Ja. Hey!
Scheiße.
Aber Helmut, du kannst mich doch nicht einfach so rausschmeißen. Was soll ich
denn machen?
Dieter hätte dich am liebsten mit in den Wald genommen, an den Baum gestellt.
Für die Freiheit.
Tja, dann gehen wir mal jagen, was?
Dann können wir bei der Gelegenheit gleich über euren Pachtvertrag sprechen.
Weißt du, ich ärgere mich über mich selber.
Dass ich immer wieder auf dieselben Typen reinfallen muss.
So Typen, die sich überhaupt nicht für mich interessieren, sondern für die ich
lediglich eine Trophäe berühre.
Ey, du bist ja auch verdammt hübsch, wirklich.
Ich deswegen kein Mensch, oder was?
Quatsch.
Du hast mich letztens nicht angesehen, als ich mich ausgezogen habe.
Echt nicht?
Sorry.
Wofür?
Dass du anders bist als die anderen.
Das mag ich.
Na ja,
sieht sie gut aus.
Ja, finde ich auch.
Eigentlich war ich ihre beste Freundin im letzten Vergleich, aber...
Die Leute irgendwie nichts von mir wissen.
Was soll ich sagen? Da ist eins zum anderen gekommen und... Was ist denn
passiert? War gut, ne? War richtig gut, ne?
Was willst
du hören?
War gut.
War richtig gut.
Na ja.
Haben die Himmelsglocken geläutet?
Bei eurem ersten Mal?
Nee.
Ich glaube, das wird erst passieren, wenn ich mit dem Mädchen Schlaf fühle,
das mein Herz schlägt.
Süß. Du bist ja ein Romantiker.
Wahnsinn.
Hast du eigentlich an der Waffe gedient? In der NVA?
Ich war Bausoldat.
Bei den Pionieren?
Nee, ich habe mich geschossen.
Schieße nicht.
Ihr habt ja keine Ahnung, was für ein Glück ihr hier habt.
Eine Jagdreserve dieser Größenordnung.
Für so einen Schnäppchenpreis.
Die gibt es nur noch bei euch hier im Osten.
Wollte ich vor ihr an dir gratulieren.
Laut.
Ach was.
Ob mein Eigentum oder Eug's Eigentum, das muss euch nicht kümmern.
Ich meine, ihr habt doch sowas wie Gewohnheitsrecht.
Schau mal.
Ist denn das eine Recke?
Nee. Ach, das hab ich. Ach, du schaffst das.
Nee!
Was machst du denn? Bist du verrückt?
Was?
Mein Gott.
Du Teufelskerl.
Ich schieß nicht. Von wegen Faktismus.
Ich hab dir kein Wort.
Aus der Entfernung und aus der Hüfte?
Das ist die ganz große Kunst.
Bist du sicher, dass du kein Mauerschütze warst?
Das ist wahnsinnig lustig.
Ja, dir gebührt die Ehre, mein Freund.
Alter Jägerbrau, du musst in deinen ersten Worten das Herz selber
rausschneiden. So bist du verrückt.
Wofür hältst du mich denn?
Schlimm genug, dass wir dieses Wesen getötet haben. Jetzt soll ich es auch
noch aufschleppen.
Nee.
Helmut. Nee, mach ich nicht.
Mein Fuß.
Bitte? Zieh es bitte wieder raus, ja.
Ach du Scheiße.
Die Dame wird schlecht.
Nee, ist auch schlecht. Dann mach.
Ey.
Hey, Rosa.
Kommst du nicht zu spät zur Schule?
Wo bleibt denn der Bruder?
Soll ich ihn für dich suchen?
Schon gut.
Viel Spaß.
Weißt du, Dienst von der Waffe für diesen Schweine startet, kommt für mich
einfach nicht in Frage.
Unmöglich.
Klar.
Aber weißt du, was das Schlimme ist?
Die Leute haben einfach vergessen, wie es damals war.
Mein eigener Sohn, der interessiert das in Dreck.
Dreck interessiert denn das?
Tja, wenn ich nicht an dir erzähle, wie es damals war, ich ganz allein mit ihr,
mit meinem Kleinkind, in den Betrieb, den ich geerbt habe, völlig
runtergekommen, von meinem Vater, das will ich gar nicht hören.
Ich hatte so weit von die Schnauze voll.
Aber nachdem ich den Ausreiseantrag gestellt habe, da ging es alles richtig
los. Nicht mal arbeiten durfte ich. Na, sei mal froh, dass die Mauer weg ist.
Ja, jetzt darf ich wieder arbeiten.
Aber einen Beruf gibt es nicht mehr.
Ist das jetzt Ironie oder was?
Alles klar.
Dir mach alle.
Die darf dann wohl.
Das sollen wir jetzt aber nicht wirklich essen, oder?
Absolut. Na klar.
Sabine, wir haben ein Tier erlegt.
Na, besten Dank.
Dank Dieter bin ich heute zum Mann geworden.
Nicht, dass man das falsch versteht.
So.
Hört sich wohl nach uns, ne?
Sehr. Ich mag Familien.
Auch meine ewig meckernde und zankende Sippe? Ach, Streit ist doch normal.
Vielleicht überzeugst du Jakob bei Gelegenheit auch mal davon.
Er tut nämlich manchmal so, als wären wir schlimmes Karma, das er in diesem
Leben abarbeiten müsste.
Wollen wir zum See?
Hast du noch einen Würfel?
Kommst du rein?
Ja,
danke.
Sag mal, Helmut, meine Kinder und du hier, ihr seid richtig eng.
Mit allen Problemen, ne?
Wieso fraust du?
Nur so.
Wie viel Zeit verbringst du mit Natalie?
Jetzt noch?
Klar.
Als ich geboren wurde, da war meine Mutter so alt wie ich jetzt.
Also 18?
Hm.
Sie ist gegangen, als ich noch ein Baby war.
Und danach hat sie sich ein paar Jahre gar nicht blicken lassen.
Echt?
Ich frage mich bis heute, warum sie mich überhaupt bekommen haben.
Ich habe mich nie getraut zu fragen.
Ich habe Vera damals dazu überredet, das Kind zu bekommen.
Ich habe sie sehr geliebt.
Aber ich habe sie damit wohl auch überfordert.
Was mit dir?
Na, vielleicht.
Ein bisschen.
Aber als Vera dann gegangen ist, ohne zurückzuschauen, das war schon ein
Schock.
Na trotzdem, ich glaube, dass Natalie und ich zeitweise sehr glücklich waren.
Zu zweit.
Allein wir beide gegen den Rest der Welt.
Wir haben viel gelacht.
Was dann passiert ist, weiß ich nicht.
Arbeit.
Erfolg.
Ich wünschte, sie hätte mir die rote Karte früher gezeigt.
Und manchmal wünschte ich, ich könnte die Zeit ein kleines bisschen
zurückdrehen. Weißt du?
Zieh dich mal aus.
Was?
Ich weiß, was dir jetzt gut tut.
Na, nicht, was du jetzt denkst.
Du bist verspannt.
Ich bin nicht verspannt. Ja, klar bist du verspannt.
Was willst du denn haben?
Ayurveda? Scherzo? Lumi Lumi?
So. Oh, Mann, pass auf. Ich hab ja gesagt, Lumi Lumi. Du bist wahnsinnig.
Echt.
Wahnsinnig hart.
Hey, Steiner.
Sag mal, können wir dich mal zu Hause besuchen?
Und die Mutti angucken?
Sag mal, hast du den Knacker schon deiner Mom?
Sag mal, Helmut, was ich immer noch nicht verstehe, wovon lebt ihr hier
eigentlich?
Wie meinst du das, Dieter?
Wie du das meinst?
Na ja, wie kommt bei euch ihr Geld in die Kasse?
Durch die Mitgliederbeiträge natürlich.
Und warum die Mitglieder hier? So, und was wird das?
Einführung in die Marktwirtschaft für Unterbelichtete, oder wie?
So, denk schon wieder, ich bin ja besser, Bessi. Aber was ich sagen will,
ist, ihr habt ja nicht mal ein vernünftiges Schild.
Woher sollen die Leute wissen, dass es euch gibt? Dass ihr hier seid?
Oder liegt es am Geld?
Ich kann euch das finanzieren. Ich meine, ein Leuchtschild oder gleich
einen ganz neuen Empfang.
Die Deuten.
Entspann dich.
Ich meine, wir sind inzwischen noch fast so was wie Partner, oder?
Freunde.
Oder nicht?
Sehen wir uns zum Abendessen?
Ich bringe Bier mit.
Super. Danke. Und Helmut, das mit dem Pachtvertrag. Wenn wir das heute machen
könnten, dann haben wir es hinter uns.
Hast du Zeit?
Sicher.
Ich muss
es ihm jetzt machen.
Scheiße.
Scheiße. Kannst du mich fahren? Ich habe einen Platten.
Gibt es ein Problem?
Nee, kein Problem.
Rosi, setz dich auf den Beifahrersitz. Ich muss nur ganz schnell was klären.
Ich kann noch fahren.
Ich wollte sowieso ins Dorf. Passt mir ganz gut, den Kram.
Und Rosa nehme ich mit. Nein, also, danke.
Na, wieso? Ist doch schön.
Papa, ich... Tschüss, Rosi.
Bis gleich.
Papa?
Na,
Rosi? Nenn mich nicht Rosi.
Du darfst mich nur meine Familie nennen.
Nein, nein. Ich dachte, das gefällt dir.
Und, was machen wir jetzt?
Wollen wir shoppen gehen?
Habt ihr ein schönes Kleid?
Heißen Lippenstift?
Läppchen Bikini?
Nein, danke.
Komm, einmal Schule schwitzen.
Ich sag nichts.
Sag mal, warum bist du immer so unfreundlich zu mir?
Ich will doch nur, dass meine Süße ein bisschen Spaß hat.
Ich bin aber nicht deine Süße.
Rosa, jetzt komm, steig wieder ein.
Mach keinen Quatsch.
Wie soll ich deinem Vater erklären, dass du lieber zu Fuß gehst?
Dein Problem.
Und wenn ich zu Dieter Lohr gehe und ihm alles erzähle?
Ist das immer noch mein Problem?
Weißt du, Rosa, ich glaube, du solltest ab sofort ein bisschen netter zu mir
sein, wenn du nicht willst, dass deine Familie einen Riesenhaufen Ärger
bekommt.
Mein Gott, ist das schwer.
Helmut, reiß dich zusammen.
Ich muss es ihm sagen, ich weiß nicht wie.
Hey!
Hey, Rosi?
Da bin ich.
Was ist mit Conny?
Ich bin einfach weggelaufen.
Jetzt wird er Dieter alles sagen.
Nein. Ich wollte euch nur wissen lassen, dass die Sache mit dem Vertrag hier für
mich reine Formsache ist.
Das ist toll.
Dieter, aber bevor wir anfangen, muss ich dir vielen Dank sagen.
Hallo?
Dieter?
Wenn du denkst, dass du uns erpressen kannst, hast du dich geschnitten.
Und lass die Finger von meiner Schwester.
Wie war es mit Rosi? Das Schwein wollte sie begrapschen.
Das war Quatsch, Jörg. Was redest du für Quatsch? Die lebt doch nur rum, so wie
alle nur rumlebt.
Nur du Penner kapierst nichts.
Ich? Ja.
Was kapiere ich nicht?
Die Freiheit ist ein FKK-Verein. Ja und?
Jakob. Das sind Nudisten.
Ja.
Ja, ich bin Nudist. Ich stehe dazu.
Ach, plötzlich.
Raus. Raus. Ich würde dich hier nie wieder sehen.
Das heißt, ihr habt uns von Anfang an was vorgespielt?
Das war alles nur Theater?
Ja.
Also nein.
Entschuldige, Dieter.
Was soll ich jetzt machen? Mich selber vor Gericht stellen?
Komm. Komm.
Natalie.
Findest du das witzig?
Ich find das nicht witzig.
Ich dachte wir wären Freunde.
Hey Steiner, wie geht's den Nacken?
Redet doch nicht mit uns. Ich auch nicht bei solchen Eulen.
Hey Süßer, zieh dich mal aus!
Weißt du, was ich mich frage?
Wenn wir uns ihm gleich gesorgt hätten, vielleicht hätte er dann eher damit
umgehen können.
Tut mir leid, ich wollte nur helfen.
Ja?
Soll das heißen, hm?
Hey!
Du hast dich doch mal geschämt für uns.
Jakob.
Glaubst du, ich würde dem Verein mit Absicht schaden, oder was?
Na, schau sie dir doch mal an, da.
Textiler.
Verstehe ich nicht, du.
Wieso willst du so sein wie die?
Geht dir doch um was ganz anderes.
Du willst, dass ich so bin wie du, aber so bin ich nicht.
Das wird noch nicht so schlimm.
Jakob, hab ich dich geschlagen.
Ich bin ein Arschloch.
Du verstehst überhaupt nicht, worum es geht, oder?
Du hast verlernt, uns zuzuhören.
Komm, setz dich hin.
Komm, ich will dir jetzt bitten. Mit dieser überfürsorglichen Art.
Du machst mich peinlich. Du blamierst mich.
Seitdem ich denken kann, blamierst du mich.
Nacktheit ist das Natürlichste auf der Welt, Jakob.
Du hast leicht reden.
Verlässt einmal im Monat das Camp für einen kleinen Einkauf.
Ich muss jeden Tag daraus.
Ich sitze jeden Tag in der Schule und kann mir diesen Scheiß reinziehen, wie
die über uns labern.
Komm, hör auf.
Idealist bin dann immer für Sonderlinge gehalten.
Deine Mutter und ich werden uns deswegen nicht verbiegen.
Wäre diese Überzeugung nicht zufällig?
Wir sind hier eine Gemeinschaft von anders denkenden Menschen.
Verdienst du das?
Weißt du, dass wenn ich nicht so denke wie du, dass ich dann nicht dazugehöre?
Jakob.
Damit ist der Antrag von Sportfreund Müller mit 11 zu 3 Gegenstimmen
angenommen. Künftig wird es auch mittags im Café im Vegetaragesgericht gehen.
Was ist der nächste Tagesordnungspunkt?
Tja, das wäre dann die Sanierung der Waschräume.
Ich denke, das hat sich in Anbetracht der Umstände erledigt.
Was gibt's?
Faskana vor genau 19 Jahren.
Ja, und? Das Kleid hier.
Ich habe es mir in unserem Toskana-Urlaub in Siena gekauft.
Damals hast du groß getönt, dass wir das jetzt jedes Jahr machen werden, Helmut.
Damals hast du mir verschwiegen, dass du vorhast, jedes Jahr hierher zu kommen.
Nicht so laut, Sabine. Ja?
Was ist laut, Sabine?
Jakob ist weg.
Abgehauen.
Helmut. Helmut.
So geht es nicht weiter.
Deine Intoleranz ist unerträglich geworden.
Was? Ich intolerant? Ja, du bist intolerant. Sehr.
Helmut, ich weiß, es war sehr schlimm damals, als sie deinen Ausreiseantrag
nicht bewilligt haben.
Und ja, ein Glück hatten wir diesen Verein, aber diese Zeit ist lange
vorbei.
Warum ziehst du dich immer noch zurück?
Komm endlich aus deiner Defensive.
Sonst verlierst du unsere Kinder, Helmut.
Und mich auch.
Die Nacht hat den Tag langsam
Umgebracht und alle Kerzen grau gemacht.
Ich kühle am Fenster mein Gesicht.
Wo bist du, wo bist du, warum kommst du nicht?
Die Straße schickt lockend ein Lachen rauf. Ich will es
nicht.
Und was wieder raus? In meinen Tränen schwimmt Kerzenlicht.
Wo bist du? Wo bist du? Warum kommst du nicht?
Wo bist du? Wo bist du? Warum kommst du nicht?
Warte.
Was wird das jetzt? Eine Klassenfahrt?
Zocke, das ist eine Sache zwischen mir und meinem Sohn. Aber Jakob ist doch
einer von uns.
Auf nach Wessiland.
Jetzt kümmere dich doch mal um deine Gäste. Ich habe die extra eingeladen.
Das sind Schädigungen für deine Geburtstagsparty.
Ich werde mir morgen eine Wohnung angucken.
Warum hast du es eigentlich so eilig?
Das war der Deal, oder?
Ein paar Tage Urlaub gegen eine Wohnung inklusive Erstausstattung.
Für den dämlichen Urlaub?
Hammer, Dieter.
Hast du ein schlechtes Geschäft gemacht, hm?
Du weißt doch gar nicht, wer ich bin.
Weckt sie nicht, bis sie sich schrägt.
Ich hab mich in ihren Schatten gelegt.
Helmut, was auch passiert, wir sind Nordisten.
Und wir stehen dazu.
Jegliches hat seine Zeit.
Steine sammeln, Steine zerstreuen.
Bäume pflanzen, Bäume abhauen.
Man stellt sich zum Schluss aus, dass dieser Typ nicht nur verarscht hat,
sondern es hat mich auch verarscht. Ist das so?
Naja.
Es war nur Disney.
Ja. Nee.
Nathalie.
Was machst du hier?
Leben und sterben und streichen.
Scheiße, die Bullen.
Sag mal, was zum Teufel macht ihr denn da?
Wir sind Nudisten und wir stehen dazu.
Doch nicht ausgerechnet jetzt.
Papiere bitte.
Sie haben die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten.
Führerschein und Fahrzeugschein hätte ich gern.
Mach dir nichts draus. Wir liegen zusammen.
Kommen Sie mal bitte raus.
Alle steigen bitte aus.
Bitte, ich kann es dir erklären.
Sorry, aber ich bin echt kein bisschen neugierig auf deine Lügengeschichten.
Denkst du, ich wäre dir gefolgt, wenn mir nichts an dir liegen würde? Ich habe
dich nicht eingeladen, okay?
Ich dich auch nicht. Wenn du jetzt bitte meinen Rollstuhl verlassen würdest. Ich
muss was mit dir bereden, Nathalie.
Ich aber nicht mit dir.
War das deutlich genug?
Und jetzt raus, los.
So, kommt raus. Geht zum Fußholter.
Helmut! Wir sind doch bloß zu schnell gefahren. Nee, Erregung öffentlichen
Ärgernisses. Das war doch früher dein Spezialgebiet. Ja, und das ist
Fahrradflucht. Nur wenn Sie den Fahrrad kriegen.
Ha!
Angriff!
Das wäre eine skurrile Verfolgungsjagd.
Hör doch mal, Dieter.
Das lenkt mich ab. Komm.
Was ist denn?
... ihren dunkelblauen Kleinbus am Rand eines Waldstücks stehen lassen und sind
vor der eintreffenden örtlichen Polizei geflüchtet. Zu Fuß, Barfuß bis zum Hals.
Mit Rücksicht auf unsere minderjährigen Zuschauer werden wir Ihnen allerdings
Nahaufnahmen vorenthalten müssen. Die Gesuchten sind weiterhin flüchtig.
Es ist ja Helmut.
Was macht er denn da?
Dem reichen die brandenburgischen Bilder nicht mehr.
Ein wenig tust du mir leid mit seinem Vater.
Nudisten.
Was für ein gequälter Mist.
Nathalie.
Komm bitte rein.
Vielleicht hast du recht.
Nudismus ist gequälter Scheiße.
Ich bin nun mal so groß geworden.
Das ist meine Familie.
Und man soll doch zu seiner Familie stehen, oder nicht?
Dieter!
Natalie.
Danke für die schöne Zeit. Du bist echt was Besonderes.
Durch dich weiß ich endlich wieder, wo ich hingehöre.
Du bist das sensibelste Mädchen, das ich kenne. Auch wenn man es nicht gleich
sieht.
Ich liebe dich.
Ich liebe dich.
Sabine Helmut ist im Fernsehen.
Wir sind der erste FKK-Fahrer in Deutschland.
Wir haben die Nazis überlebt, DDR überlebt.
Und jetzt sollen wir geschlossen werden.
Unser Verein heißt Freiheit.
Wir sind Menschen aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten
berufen. Aber wissen Sie was?
Völlig egal, ob Sie mit einem dicken Auto kommt oder du mit einem Bus.
Nackt sind alle Menschen gleich.
Danke.
Entschuldigung, darf ich noch was sagen?
Ja.
Bei dem Versuch, unser Gelände zu retten, da habe ich jemanden
hintergangen.
Angelogen. Ein Freund.
Werte konservativen, aber wirklich ein Freund.
Dieter, falls du das hörst, es tut mir leid.
Es tut mir sehr leid.
Okay.
Hallo? Ich bin's.
Wo bist du?
Im Gefängnis.
Sag mal, meinst du nicht auch, dass Dieter das Camp jetzt nicht schließen
kann?
Wo das ganze Land auf uns guckt?
Ich denke mal schon.
Hey, aber war ein super Auftritt im Fernsehen.
Wie geht's dir?
Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich nie wieder ein Knast von innen sehe.
Was? Du warst schon mal im Gefängnis?
Du kennst doch nicht alle meine Storys, hm?
Willst du sie hören?
Ja.
Also, nachdem ich damals meinen Ausreiseantrag gestellt habe, da wurde
ich verhaftet und stundenlang verhört.
Aber als erstes, da musste ich mich ausziehen.
Ganz nackt ausziehen.
Das haben die gemacht, um die Gefangenen zu demütigen.
Ist das nicht verrückt?
Aber das ist nicht so wichtig, Jakob.
Ich bin so ein richtiger Spießer geworden, oder?
Jakob?
Ich bin stolz auf dich, Papa.
Kommst du zurück?
Nach Hause?
Klar.
Entschuldigung, Eke.
Hey!
Blankets on the beach Yours is the first face
that I saw I think I was blind before I met you
And I don't know where I am, I don't know where I've been But I know
where I want to go And so I thought I'd let you know
Und, hast du was gehört?
Was denn?
Du hast nichts gehört?
Armer Jakob.
Wovon redest du?
Na, die Hemmelsglocken.
Also ich hab sie gehört, laut und deutlich.
Nochmal?
Okay.
Komm. Ich hab's dir gesagt, ich komm... Ich komm nach. Okay, du gehst schon
mit. Das gibt uns nur Stress.
Nein, du kommst jetzt mit. Bitte.
Ich kann nicht.
Ich hoffe doch, dass du dich wenigstens noch verabschiedest, bevor du gehst.
Es ist jetzt schon soweit.
Du ziehst aus.
Geh jetzt.
Tschüss, Dieter.
Vier Monate.
So alt warst du, als du zum ersten Mal durchgeschlafen hast.
Das war sehr früh.
Es war auch sehr rücksichtsvoll von dir.
Mit sechs Monaten dann der erste Brei.
Und nicht so gern Karotte, dann lieber Apfelbanane.
Und mit neun Monaten kam der erste Zahn.
Das war etwas später, aber das machte nichts.
Mit zweieinhalb warst du trocken.
Und kaum warst du drei, gingst du in den Kindergarten.
Soll ich weitermachen?
Ich weiß, es ist alles meine Schuld.
Trotzdem, ich... Ich wünsche mir nichts mehr auf der Welt, als...
als meine Tochter wieder zu haben.
Tja, dann...
Es tut mir leid. Ich weiß.
Was machst du?
Liebe
Sportfreunde,
begrüßt mit mir unseren alten und neuen Freund Dieter Lohe. Er hat euch was
Wichtiges mitgeteilt.
Und jetzt?
Auftritt Dieter. Hallo, hallo.
Ich freue mich, euch bekannt zu geben, dass euer Pachtvertrag um weitere 20
Jahre verlängert ist. Herzlichen Glückwunsch, euer Pachtvertrag ist
verlängert.
Oder willst du zu mir mitleiden?
Kannst du auch gar nicht.
Hallo, Dieter.
Du, mich bringst du immer ganz aus dem Konzept, wenn sie Klamotten anhat.
Kommst du mit rein?
Kannst die Hose ruhig anlassen. Wir wollen ja niemanden zu seinem Glück
zwingen, oder?
Aber Dieter, überleg mal.
Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir nackt sind, dann wären wir so auf
die Welt gekommen.
Ich weiß.
Untertitelung des ZDF,
2020
Can't find what you're looking for?
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