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Am Wasser geboren zu sein,
ist eine Gnade.
Die teile ich mit Ulrike Ottinger.
Wir stammen beide aus Konstanz am Bodensee.
Und ab und zu haben sich unsere Lebenswege gekreuzt.
Sie liebt den See und das Wasser wie ich,
aber genauso stark zieht es sie in die Ferne.
Sie ist in vielen Künsten zu Hause: Malerei, Fotografie und Film.
Als Regisseurin erwarb sie sich einen besonderen Ruf:
Üppige Fantasie, magische Gestalten,
surrealer Stil, exotische Ausstattung,
groteske Szenen und ironische Musik
prägen ihre Filme.
In meiner Schulzeit in den frühen 70er
hieß es in Konstanz, sie dreht einen Film mit Piratinnen.
Und eine chinesische Dschunke wurde gesichtet.
Das machte uns neugierig.
Frauen und Sexualität war damals das große Thema.
Sie erzählte hier mit großem Mut und frechem Witz.
Gold, Liebe, Abenteuer, das suchten diese Frauen im Aufbruch.
"Madame X: Eine absolute Herrscherin",
das war ja eine unglaubliche Aufregung.
Damals gab's ja noch kaum Programme.
Das haben viele Menschen gesehen
und es war unglaubliche Zustimmung,
es war auf der anderen Seite wahnsinnige Empörung.
Aber damals hat man sich beim ZDF sehr gefreut über diese Aufregung
und hat gesagt: Das ist genau, was wir brauchen.
Diese Art von Diskussion und Auseinandersetzung wollen wir.
Ich meine, waschkörbeweise sind damals die Briefe gekommen.
Die Leute sind irgendwo ausgebrochen von ihren Städtchen und Dörfern
und haben sich versammelt vor unserer Wohnung.
Das war unglaublich.
Das war wirklich... hatte wirklich eine gewisse Erscheinungshöhe.
Ja.
Das hat irgendwie die Fantasien
von sehr vielen Menschen,
die etwas anderes wollten,
beflügelt, denke ich, ja.
Und ich hoffe, über diese...
... doch sehr kurz andauernde Fan-Geschichte
hoffe ich, vielleicht auch zu etwas Eigenem.
Ja, es wäre schön.
Unser Glück war, dass sie vom Kunststudium in Paris
zurück in die Provinz kam
und ihren Filmclub, die Galerie Visuell, im "Salzbüchsle" gründete.
Hier bekamen wir Schüler
Bilder und Filme zu sehen,
wie sie bislang nicht an den Bodensee gelangt waren.
Hier sahen wir so extreme Darsteller wie Magdalena Montezuma
in Werner Schroeters ersten Schwarz-Weiß-Filmen.
Ich bin sicher, dass ich nichts verstand, aber jede Menge spürte.
Da war von einem anderen Leben die Rede, einer ungewohnten Ästhetik,
einer spannenden Definition von Sexualität und Frau sein.
Hier sahen wir die ersten Männer mit langen Haaren,
die ersten Frauen mit Zigarren.
Wir hielten mit, rauchten und flipperten mit den "Großen" um die Wette.
Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich...
Liebe, Liebe, Liebe, Liebe...
Das ist...
... das Haus, in dem ich geboren wurde.
Als Kinder sind wir einfach in der Badehose schwimmen gegangen.
Und... ja, es war sehr schön, hier aufzuwachsen.
- Grüß Gott.
-Hallo.
Darf ich reinkommen?
Ich hatte dann vorne an diesem Tor ein kleines handgemaltes Plakat.
Da stand:
"Ulis Atelier junger Kunst. Folgen Sie dem roten Faden."
Ich hatte einen roten Faden drangemacht, und dann ging es die Treppenhäuser hoch
bis da oben, bis man da hinkam, ja.
Also hier waren Malereien
oder Spiegel.
Und...
... dann muss man sich vorstellen, dass hier unzählige Spinette standen.
Und...
Aber sehr schön, die ganzen alten Beschläge hier,
der alte Schlüssel noch.
An den Schlüssel erinnere ich mich, weil wir den immer hatten.
Weil meine Mutter abends oft herkam, um eben zu spielen.
Meine Mutter war eine begeisterte Klavier- und Spinettspielerin
und ist immer hierhergegangen,
hat immer gespielt.
Also wir sind abends meistens hier gesessen und haben gespielt
und gesungen.
Bei mir hast du Glück Bei mir bist du einzigartig auf der Welt
Bei mir bist du schön Ich hab versucht, es zu erklär'n
Bei mir bist du schön Heißt, du bist toll
Mein Vater ist ein Trinker
Kommt nicht vom Wodka los
Meine Schwester treibt sich herum Schande über uns!
Bei mir bin ich schön
Bei mir hab ich Glück
Bei mir bin ich
Der Schönste auf der Welt
Unsere erste Reise führte uns nach Holland,
und das war auch relativ kurz nach dem Krieg.
In der Zeit ist auch
mein erstes Foto entstanden.
Ich habe von meiner Mutter eine wunderschöne kleine
Retina-Kamera geschenkt bekommen.
Und dann waren da zwei wunderbar gekleidete indische Gentlemen.
Der eine mit Turban
und der andere hatte einen sehr eleganten Anzug
mit so einem Einstecktuch und einen Trench an.
Ich war so fasziniert von diesen beiden interessant aussehenden Herren,
dass ich meine Mutter fragte, ob ich von denen ein Foto machen darf.
Da sagte sie mir auf Englisch, was ich sagen sollte.
Sie sagte: "Wenn du sie fragst und sie dir das erlauben, ja. Aber sonst nicht."
Und dann habe ich auf Englisch, was sie mir souffliert hat, gefragt.
Und sie waren natürlich reizend und haben in die Kamera gelächelt.
Das war mein erstes Foto.
Anfang Juni lud Ulrike Ottinger ihre Freunde
aus Anlass ihres Geburtstags
in das Restaurant Le Couscous ein.
Ihr Hinweis "Bei schlechtem Wetter könnte es innen etwas eng werden"
schien unverfänglich.
In der Tat war es so, dass sich in dem kleinen Holzhaus
nur eine Küche mit einem Vorraum befand und es völlig unmöglich war,
dass dort auch nur ein Bruchteil
der 20 bis 30 Gäste
einen Platz hätte finden können.
Also saßen wir bei strömendem Regen im Freien.
Wer einen Schirm bei sich trug,
hielt ihn den Abend über aufgespannt über sich und seine Nachbarn.
Eine Szene wie in Fellinis Filmen.
Der tunesische Besitzer und Koch
verwöhnte uns mit seiner Herzlichkeit und einem feinen Couscous.
Niemanden störte es, dass die Speisen und der Wein
vom Regen nach und nach leicht verdünnt wurden.
Wo waren wir eigentlich?
In der eigenen oder einer fremden Kultur?
Im Eigenen oder im Fremden?
Im Realen oder im Imaginären?
Sie sehen, die Frage hat keinen Bestand.
Es ist eine abstrakte Gegenüberstellung,
das Auseinander dividieren von etwas, was aufs Engste zusammengehört.
Die Rede von der eigenen und der fremden Kultur
ist nur ein Hilfsmittel, eine Konstruktion,
um in die heterogene Vielfalt
der Wirklichkeit
eine scheinbare Ordnung zu bringen
und um sich so dem Vermischten über Entmischtes zu nähern.
TEXT VON HANS-JÜRGEN HEINRICHS
- Jetzt wird's lustig.
-Ja.
Jetzt sind alle weg, jetzt wird's lustig.
Jetzt können wir über alle schimpfen.
Was wir nicht tun, denn wir sind in guter Gesellschaft,
nämlich unter uns.
Ulrike.
Ihre Freunde wissen, wie sehr sie ihre Arbeit liebt
und wie unermüdlich sie plant:
Projekte, Reisen, Ausstellungen.
Allein 2011 dreht und schneidet sie einen langen Film
und macht zwei große Ausstellungen in Berlin.
Nein, so faul war sie noch nie
wie im letzten Jahr.
Ja, immer...
Bis ganz bald.
- Gute Nacht.
-Gute Nacht.
Mit ihren Spielfilmen war sie
in Cannes zu Gast, im MoMA in New York,
in Dubai, in Seoul, um nur einige Stationen zu nennen.
Viele ihrer Filme wurden preisgekrönt.
Im Berliner Produktionsbüro
laufen die Fäden all ihrer Aktivitäten zusammen.
Ulrike Ottinger Filmproduktion, Schmidt.
Die Dreharbeiten zu ihrem neuen Film "Unter Schnee"
fanden in der Provinz Echigo in Japan statt,
wo bis in den Mai hinein Schnee liegt.
Hier vereinigt sie Inszenierung
und Dokumentarisches,
Geschichte und Gegenwart.
Es schneit, es schneit und hört nicht auf.
Berge und Felder fragen Baumwollmützen aus Schnee.
An den Bäumen blühen Schneeblumen.
Im Film gestaltet sie eine Art Märchen aus drei Elementen:
Kabuki, Poesie und Wirklichkeit des Schneelandes.
Nach ihren Dreharbeiten in eisiger Kälte treffe ich sie in Berlin.
Also selbst bevor ich abreiste morgens um vier,
klopfte es noch an meine Tür
und es wurden Geschenke abgegeben.
In Japan ist es nicht üblich, dass man die Geschenke sofort aufmacht,
sondern man muss sie erst zu Hause aufmachen.
Ich habe die noch gar nicht aufgemacht. Soll ich die aufmachen? Ja?
Ich weiß gar nicht, was das ist.
Und das waren alles die Leute, die uns sowieso so viel geschenkt haben
durch ihre Präsenz und durch das, was sie uns gezeigt haben.
Oh, das ist ein wunderschönes Tuch.
Ah, und das ist ja was Interessantes.
Das ist hier...
Das sind zum Teil die Kristalle von Schneeflocken.
Es gibt das berühmte Buch, sogar eines Kaisers,
der eine unendliche Variation
von Schneeflocken gezeichnet hat.
Die sieht man, wenn man den Schnee, wenn es friert,
auf ein schwarzes Lacktablett
fallen lässt.
Dann entfalten sich diese Kristalle.
Auch notierte er die 22 Wörter für Schnee.
Päonien-Schnee, auch Blütenschneegestöber genannt.
Reispuderschnee, der schnell und dicht fällt.
Trommelschnee für Hagel. Schaumschnee.
Erster Schnee oder Nummer-eins-Schnee.
Und Schneeknödel für sehr großen Hagel.
So, jetzt kommt auch noch etwas sehr Besonderes.
Und zwar...
... gab es in der Vergangenheit
ein Federballspiel.
Das ist also ein Federball.
Man sieht es auf den alten Bildern.
Eigentlich wird das jetzt nicht mehr gemacht.
Aber ich habe danach gefragt
und da sagten sie: "Wir machen das für Sie."
Und dann haben sie das zum Teil
mit Schneeschuhen gespielt
und haben, wie das früher war,
wieder so ein Viereck getrampelt
mit den Schneeschuhen,
mit den großen Schneeschuhen.
Und da haben sie eben das... Und da waren diese Männer
so begeistert, dass sie sagten: "Das fangen wir wieder an."
Und ich glaube, das machen die
jetzt auch wirklich wieder.
Am letzten Abend, hochoffizielle Einladung...
Da habe ich von diesen Federbällen, die sie gemacht haben, erzählt
und habe gesagt, da ist es eben so:
Genau so schnell, wie man diesen Federball im Flug fängt,
so mussten wir immer diese Bilder fangen,
die sie uns alle zugespielt haben.
Und ich habe dann gesagt,
dass aber ein Spiel eben auch ist, was man zurückgibt, oder so.
Und da waren sie dann sehr entzückt.
Moment.
Soll ich's noch mal machen
oder schneiden Sie sich das zurecht?
Hier schneide ich etwas länger dran. Vielleicht kriegen wir's schneller hin.
Ich finde, die Glöckchen ein bisschen leiser
und noch ganz wenig mehr Hall.
Die wenigen freien Tage im Jahr
verbringt sie gerne in der alten Heimat, am Bodensee.
Na ja, also das seht ihr ja,
das ist mein Bilderlager.
Ich habe mich irgendwie zwei Jahre nach dem Tod meiner Mutter
entschlossen, mir wirklich alles noch mal anzusehen.
Ich habe alles sortiert.
Also das sind
meine Bilder jetzt von...
... sagen wir mal, von den 50er-Jahren,
bis ich aufgehört habe zu malen,
in '68.
Das sind hier aber auch einige Sachen von meinen Pariser Freunden.
Und da sind auch
die Sammlungen meiner Eltern.
Das war schrecklich anstrengend, das alles zu tun.
Ich habe jede Schublade geöffnet
und jedes Papierchen in der Hand gehabt.
Und irgendwie hat mich diese unglaubliche Aufräumaktion hier
und dieses Nachdenken einfach über so...
... Zwei Leben, eben meiner Eltern,
die sehr unterschiedlich waren,
aber sehr intensiv,
und auch meine eigene Vergangenheit,
das hat mich eigentlich dazu gebracht,
über ein paar Sachen noch mal ganz neu nachzudenken.
Und auch die Ausstellung
im Haus der Kulturen der Welt,
denke ich, hat profitiert
von diesem Nachdenken hier.
Ich fing an, mir viele Gedanken
zu machen über das,
was eigentlich Erinnerung ist
und was Objekte sind
und wie Objekte durch die Erinnerung belebt werden,
also zum Leben wieder gebracht werden.
Ich liebe diese Landschaft über alles.
Ich...
... finde...
... fühle mich wohl in dieser Landschaft.
Und das ist eine sehr...
... milde Natur hier,
hat etwas sehr Liebliches.
Aber ich glaube, ich möchte nicht immer hier leben.
Das habe ich auch sehr früh entschieden. Ich bin sehr früh weg.
Um künstlerisch zu arbeiten.
Ich wollte in einer Stadt leben.
Ich wollte eigentlich nach New York und bin dann nach Berlin gegangen.
Und ich war so fasziniert von Berlin, sofort.
'73 war das, im Herbst '73.
Weil...
... die ganze deutsche Geschichte,
also die Geschichte des Krieges,
war hier sichtbar.
Das hat mich sehr fasziniert,
und dann dachte ich, das ist eine Stadt, in der ich gerne Filme machen würde.
Und ich habe mir dann sofort hier eine Wohnung gesucht,
und Tabea Blumenschein kam nach.
LESBISCHE KUNST UND KÜNSTLERINNEN
Und dann habe ich mir eigentlich
die Stadt erwandert.
Ich bin
die ersten Jahre
durch diese Stadt gewandert,
und zwar sehr, sehr gern.
Ich habe manchmal Ausflüge gemacht, einfach immer an der Mauer entlang,
also von den städtischen Gebieten
zu den Industriegebieten.
Ich habe später die Berlin-Trilogie gemacht:
"Bildnis einer Trinkerin",
"Freak Orlando",
"Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse",
Wo man ja ganz verschiedene Orte von Berlin sieht.
In "Bildnis einer Trinkerin"
sind natürlich d ie ganzen verschiedenen Orte,
also die Kreuzberger Kneipen.
Prost!
In "Freak Orlando" ist die ganze Industriearchitektur,
150 Jahre Industriearchitektur.
Auch Dinge, die heute abgerissen sind, nicht mehr existieren.
Auf Herrn Orlando!
Mir haben alte Berliner gesagt: "So haben wir Berlin noch nie gesehen."
In "Freak Orlando" erzählt sie von Selbstgeißelungen,
Machtmissbrauch, Folter und Terror.
Mittelalter und Utopia.
Albtraumartige Visionen, religiöse und sexuelle Tabus.
Ein extremer Film voller Rätsel für mich.
Das ist eine Einladung zu einem...
... Ereignis,
Ich habe in Hunderten von Filmen gespielt.
Das hat nichts mit dem zu tun,
was man erlebt,
wenn man bei Ulrike einsteigt.
Erstens trifft man dort viele Leute,
die man kennt.
Zweitens trifft man
viele interessante neue Leute.
Das ist wahr.
Und man weiß nicht,
wo's herkommt und wo's hingeht.
Also das Ganze ist eine Art Happening.
Du bist schuld!
Du bist schuld!
Und man hat ja auch
mit merkwürdigen Kostümen zu tun.
- Und merkwürdigen Leuten.
Ich bin mal nackt aufgetreten. Das hätte ich sonst bei niemandem gemacht.
Im Schwimmbad. Ohne Wasser.
- Nein, wir standen im Wasser.
- Stimmt.
Wir standen knie tief im Wasser,
uns nackt gegenüberstehend,
mit dem schwarzen Balken, den wir vor die Augen halten mussten.
Unten nicht.
Aber das konnte man nicht sehen, weil man den Balken vor den Augen hatte.
- Ich hab's gesehen.
-Jetzt kann man's sehen.
- Auf der Leinwand.
-Ja, genau.
Sie hat unheimlich viel Humor.
Sie ist eine sehr witzige, geistreiche, lustige Frau,
und sie spielt natürlich auch mit... Soll man "Abnormitäten" sagen?
Das mag ich nicht, das ist nicht das richtige Wort.
An sich spielt sie mit den Konventionen, die sie entblättert.
Man sieht die Menschheit, wie sie ist,
wenn man die Konventionen
wie einen Vorhang wegzieht davor.
Dann sind wir plötzlich ganz andere Viecher.
Wir sind nicht das Extrem Schwarz-Weiß, nicht das Extrem Mann-Frau.
Wir sind all diese Zwischenvarianten, die wir in Wirklichkeit sind.
So geht's mir bei ihr. Es ist ja durchaus ein Panoptikum.
Aber nicht die Besonderheit wird ausgestellt,
die Besonderheit des Einzelnen wird hervorgehoben.
Ja. Ich weiß nicht, wie viele Leute sich an Franca Magnani erinnern können,
die begnadete italienisch und deutschsprachige Kommentatorin.
Jetzt erscheint auf dem Hügel
die Silhouette einer Springprozession.
Je näher sie kommt, umso toller gebärdet sie sich.
Die war ja bei "Freak Orlando" auch dabei,
um irgendwas zu kommentieren.
Sie hat das im Film gemacht,
was ihr Beruf ist.
In einer Drehpause... Sie sah die Ledermänner,
wahrscheinlich waren kleine Menschen da, das ganze Sammelsurium an Leuten,
die man normalerweise nicht im Alltagsleben trifft.
Und sie meinte nur: "Die armen Menschen."
Und da war ich völlig irritiert.
Sie war für mich ein journalistisches Vorbild eigentlich,
die so berühmt wurde durch ihre Art des Journalismus.
Da sieht man doch, dass es nichts mit Schicht oder Klugheit zu tun hat.
Dass die das sagte. Da war ich ja auch gemeint damit als Ledermann.
"Die armen Menschen."
Das werde ich nie vergessen.
Denn es sind ja auch sehr viele politische Elemente
in diesem vordergründig erst mal ästhetischen Füllhorn.
Politische Elemente, die ich so verstehe...
Natürlich bringt jeder seine eigene Deutung mit, das ist klar.
Die verstehe ich aber so, dass es sich eben um die ganzen Monstren handelt,
die jeder Einzelne auch ist.
Und nicht um dieses Vortäuschen falscher Tatsachen,
nämlich wir seien alle eins
und die anderen sind die anderen.
Also diese Unterscheidung, einmal den Menschen als Qualität zu sehen
und nicht als etwas Einigendes
und Befriedendes.
Dabei hast du die friedlichste Stimmung, die man sich denken kann,
am Set, aber im Film eben auch spürbar.
Ein Rudel würde ich das nennen.
Ich meine, da guckt sie sich den Mann an,
wie Männer niemals Männer angucken
und wie Männer niemals Männer
auf eine Leinwand bringen könnten.
Das kann tatsächlich eben sie.
Und was pickt sie sich? Sie pickt etwas, was sie für extrem männlich hält
oder eine bestimmte Abwesenheit
von weiblich darin vermutet.
Das sind schwule Männer.
Ich finde das einfach auch unter diesem Ritual-Aspekt interessant,
weil wir natürlich viele kleine Rituale haben.
Aber ganze Völker, vor allem die weniger mit Wasserspülung ausgestatteten,
sind ja noch zusammengehalten
von Ritualen.
Das sind natürlich nicht gerade Garantien
für ein glückliches Leben oder etwa individuelle Freiheit.
Im Gegenteil, es sind ja in der Regel Mechanismen,
die alle bei der Stange halten.
Aber da kommt natürlich auch die Quelle der Kunst her,
in gewisser Weise, und der Kunstfertigkeit.
In Portugal
der christliche König
Zu seiner Tochter Wilgeforte spricht:
Aus Gründen der Staatsraison,
ich bitte dich sehr,
heirate den mächtigen Satrapen
aus Übersee.
Oder du bist meine Tochter nicht mehr!
Ich habe mich immer inspirieren lassen von verschiedenen Dingen.
Aber es wird dann natürlich
etwas ganz anderes.
Aber ich habe ja meine Inspirations quellen,
die ja wirklich aus allen Weltecken kommen und aus allen Zeiten,
eigentlich immer sehr gerne offengelegt.
Weil wir leben ja
nicht im Nichts.
Wir haben ja alle eine Geschichte und die interessiert mich auch sehr.
Märchen sollen bleiben.
Ich bin ein Bild.
Ich bin ein Märchen.
Und dies ist die Musik.
Dies sind Stimmen von Frauen...
Ich hatte angefangen, eben am Bodensee den ersten Film zu machen,
"Laokoon & Söhne".
Da haben noch ein großer Teil
meiner Freunde mitgespielt.
Die Unruhen in Paris im Mai '68 hatten sie bedrückt.
Ihr erster Film reflektiert diese Gewalt.
Ein Walzer, ein Walzer, geben Sie mir ein bisschen Walzer.
Ja, ja, Walzer. Ja.
Und außerdem...
Er basierte eigentlich
auf einem Albtraum,
den ich immer in Paris hatte, mehrfach, also kurz bevor ich wegging.
Und ich war in meinem...
... kleinen Atelier
in Konstanz im Speicher.
Und es fing an zu brennen und meine ganzen Kunstwerke brannten.
Ich rief zuerst meine Eltern an,
die konnten mir nicht helfen.
Ich hatte damals ein kleines rotes Kindertelefon.
Sieh die Miststücke, sieh, sie sind sieben...
Dann nahm ich wieder das Telefon
und rief den Pierre Bourdieu an
und er konnte mir nicht helfen.
Dann habe ich den Althusser, bei dem ich Vorlesungen gehört hatte,
den Philosophen, angerufen. Er konnte mir auch nicht helfen.
Da griff ich wieder zu dem roten Telefon und rief die Feuerwehr an.
Aber was passiert? Die Tür geht auf, ich höre sie die Treppe hochkommen.
Die Feuerwehr ruft,
macht eine Feuerwehr sich eine Feuerwehr.
Der Feuerwehrmann ruft die Feuerwehrleute.
Und ich habe wieder gehört
dieses unheimliche Klopfen.
Weil die Sicherheitspolizei stand...
Und man hörte Tag und Nacht das Klopfen der langen Stöcke.
Die hatten so lange Stöcke, mit denen sie auf die Erde klopften.
Und dieses Klopfen hatte etwas
ganz Bedrohliches und kam zusammen
eben mit diesem Die-Treppe-Hochkommen, Immer-näher-Kommen,
dieses Stampfen, was auch etwas
von Militärstiefeln hatte.
Es ist vielleicht sehr verschlüsselt, aber...
... das war mein erster Beweggrund, das zu machen.
Das war mir aber etwas zu persönlich und zu nah damals auch,
um so etwas in einem Film zu erzählen.
Also es wird indirekt erzählt
über die Bilder,
aber nicht verbalisiert.
Und das war ein Traum... Ich hatte damals eine...
Wie soll man sagen? Ich hatte eine Krise zum Schluss in Paris.
Und das war etwas, was mich richtig verfolgte.
Albträume inspirieren. Aber auch Träume werden zu Filmen.
Vom Bodensee in die Welt hinaus, das wollte sie von Kindesbeinen an.
Eine frühe Begegnung ließ sie von der Fremde träumen.
Asien, Wüsten, Einsamkeit der Steppe.
Fremde Orte, an denen man eine andere Lebensweise und Kultur erfahren konnte.
Da wollte sie hin.
Sie schaffte mehr als das:
Als erste Frau aus Europa gelang ihr ein großer Spielfilm in der Mongolei.
Wunderbar, wunderbar. Nicht bewegen, bleiben Sie so.
Nach ihren Spielfilmen in Europa
war das die größte Herausforderung ihrer Karriere.
Hier konnte sie ihre beiden Passionen leben: Reisen und Film.
Ich habe mich sehr früh für Dinge interessiert, die anders waren.
Und ich habe als Kind...
... Schon unglaublich viele Expeditions- und Reiseberichte gelesen.
Und da gab es einen der Bodenseemaler,
den Fritz Mühlenweg,
der ja auch so im Umkreis von Dix und Heckel sich bewegte
oder zu diesem Freundeskreis gehörte
und... wie auch mein Vater,
der ursprünglich ja auch Maler war.
Mein Vater sah, dass ich unentwegt und mit großer Begeisterung,
das waren natürlich noch Kinderbücher,
wie ich Bücher über die Mongolei las.
Er schaute über meine Schule und sagte: "Ach, das ist ja vom Fritz Mühlenweg."
Und er sagte dann: "Das ist ja ein guter Freund von mir."
Und ich konnte das gar nicht glauben,
dass so jemand überhaupt existierte, der so wunderbare Bücher schreibt.
- Hallo. -Guten Tag. Bitte kommen Sie rein.
Der hatte mit Sven Hedin einige seiner Expeditionen begleitet,
und zwar als Maler und Kassierer, der Fritz Mühlenweg.
Dieses Buch hieß "In geheimer Mission durch die Wüste Gobi".
- Möchten Sie es mal nehmen?
-Genau! Das ist es doch.
Siehst du, eine schöne mongolische Mütze.
Die konnte man so, wenn es eben kalt war, über die Ohren...
Und das ist das, was man
auf diesen langen Kamelritten, bei den Kamelkarawanen trug.
Und das ist der mongolische Glücksknoten.
Schau, wie schön das gearbeitet ist aus den verschiedenen Seiden.
- Wie sorgfältig die das machen.
-Ist das ein Fuchs?
Und es war ein ziemlicher Wälzer.
Hinten drin waren ungefähr 100 oder 150 Worte Mongolisch,
die ich auswendig konnte.
Diese Vokabeln habe ich,
ohne dass man mich dazu zwingen musste, auswendig gelernt.
Alle falsch ausgesprochen,
wie ich dann später lernte.
Aber mit Inbrunst habe ich das alles gelesen und gelernt.
Der Hund.
Die Stutenmilch.
Die Wolke.
Die Sonne.
Der Mond.
Der Himmel.
Die Hirschkuh.
Wunderbar. Sie waren sehr fleißig.
- Das ist ja...
-Filz ist das.
Ja.
Na, da hatte man es eben warm, ja?
Das waren aber Innenstiefel.
Die trug man dann in diesen weichen mongolischen Stiefeln.
Guck mal, was für ein schöner Filz.
Es ist auch wirklich einer, den die selber machen,
den die selber so lange über die Steine rollen,
also hinter den Pferden her
oder den Yaks her,
bis er sich eben so verfilzt.
Nicht? Und dann so gefasst.
Da drüber dann die Leder...
Darüber dann die weichen Lederstiefel. Aber da ist es ja eiskalt.
Das wird zum Teil minus 40,
sogar mal minus 50 Grad.
Und wenn man da mit diesen Kamelkarawanen...
... eben reitet, da wird das ganz schön kalt.
Viele Kostüme und Requisiten
aus den Spielfilmen
werden im Archiv der Kinemathek konserviert und restauriert.
Zur Vorbereitung der großen Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt
sichtet Ulrike Ottinger ihre Schätze mit ihrem Mitarbeiterstab.
In dem neuen Kontext überlegt sie, was sie in der Ausstellung haben möchte.
Jetzt gucken wir mal, welche wir nehmen.
Na ja, aber die könnte man eigentlich auch noch auf einen Stecken oder so.
Nein, ich will ja keine Museumsausstellung machen.
Sonst hätte ich ja die schönen Sachen aus Dahlem genommen.
Bei dem Schamanenkostüm ist es so,
das sind hier zum Beispiel die Ahnen, symbolisieren die Ahnen der Schamanin.
Und das muss man sich vorstellen
wie Nabelschnüre zu den Ahnen.
Das wird schön.
Das war diese tolle Jagdmütze
von Delphine Seyrig,
als sie zur Jagd gegangen sind.
So, ja. Und das ist diese Camouflage, wenn sie auf die Jagd gehen,
sozusagen als Tiere, und dann gucken nur die Öhrchen raus.
Und die armen Tiere wissen nicht, wie ihnen geschieht.
Sind die angefertigt oder sind das Originale?
Nein, alle angefertigt. Alle angefertigt.
Aber genau nach den Modellen.
-Mit alten Stoffen.
Genau, eben, ich habe zehn Jahre Stoffe gesammelt,
auf meinen ganzen Chinareisen immer.
Sehen Sie nur!
Eine Kamelkarawane.
Wie romantisch.
Wie aufmerksam, hier anzuhalten.
Damit wir dieses Schauspiel betrachten können.
Also ich bin doch glücklich.
Das war mein schönstes Ferienerlebnis,
kann man sagen, die Mongolei.
Ich war so glücklich!
Ich war ganz aus dem Häuschen
vor Freude.
Das ist doch eine einmalige Gelegenheit,
noch dazu in Sperrgebieten zu drehen, wo kein Mensch sonst hinkommt.
Wir waren ja allein auf weiter Flur, aber es war... also es war ein Erlebnis.
Ich hatte so schöne Erlebnisse dort
mit Menschen.
Und die Frauen, die dann jeden Abend singen.
Sie steigen auf ihre Stühle
und singen mit ihren hohen Stimmen
und mit einer solchen Lebensfreude.
Und ich muss wirklich sagen, ich habe mich dann so geschämt,
Weil wir als Westler haben dem nichts entgegenzusetzen.
Ich bin so verunsichert.
Es ist alles so ungewohnt.
Wo werden wir wohnen? Wie sind die sanitären Einrichtungen?
Wir werden in Jurten leben, den schönsten Ferienhäusern, die's gibt.
Und die sind so luftig!
Ja, ich bleibe.
Und das ist bei Ulrike halt immer so,
wenn sie die Kamera macht, und sie macht ja immer die Kamera,
dauert es besonders lange.
Weil sie ja alles im Blick haben muss,
die Landschaft, die Hintergründe, das Licht.
Und oft genug war es so in der Mongolei, dass erst...
... kurz, also wirklich ein paar Minuten bevor es dunkel wurde,
weil's da viel schneller dunkel wird als bei uns,
sie noch den ganzen Tag versucht hat, die Leute zu arrangieren,
die Mongolen, die Chinesen,
die Franzosen, die Spanier, die Deutschen
Zu gruppieren.
Und sie konnte erst dann die Kameraeinstellung machen.
Das war nervenaufreibend, sicher auch für sie.
Jedenfalls waren wir mit Wagen, mit Jeeps, zu Fuß unterwegs,
fünfzig Mann mindestens.
So gingen wir durch eine Schlucht, die vielleicht,
sage ich mal, fünf Meter breit war.
Und links und rechts ganz, ganz steil und ganz hoch
gingen eben die Felsen.
Und am Ende dieser Schlucht war ein Kloster auf einer Anhöhe.
Und der Mongole sagte:
"Wir müssen uns beeilen, es kommt Regen und das kann gefährlich werden."
Sage und schreibe,
wir waren noch nicht ganz oben,
es fing an zu regnen
und diese Schlucht hat sich innerhalb einer halben Stunde gefüllt bis obenhin.
Wir wären abgesoffen wie die Ratten.
Also wir wären mit Maus und... untergegangen.
Wir hätten uns nicht retten können.
Und die Mönche haben mir an den Busen getatscht und haben gesagt: "Oh, Frau!"
Also so in Mongolisch: "Frau, oh..."
"Lange nicht gesehen."
Und...
... die hatten noch so Grasschnaps,
also Steppenschnaps.
Und dann haben wir getanzt im Kloster, wie verrückt, alle miteinander.
Und am nächsten Morgen war es ja ganz hell.
Ich war die Einzige. Es war niemand mehr da.
Die sind alle weitergereist ohne mich. Die haben mich nicht vermisst.
Die haben mich nicht gefunden.
Oder sie haben mich vergessen.
Also sie ist das Vorbild, nämlich stark sein und es annehmen.
Die Situation annehmen, egal, wie sie ist.
Und das war in der Mongolei
richtig krass.
Das erste Mal, dass ich ein Bild von mir im Film verwendet habe,
war bei "Superbia".
Und bei "Superbia" ist das so:
Da steht hier die Irm Hermann
und erzählt, was Superbia ist.
Und mit der Kamera fahre ich dann
so von ihr
und gehe mit ihrer Hand hier hinüber.
Und ich komme mit der Kamera, mit dem Objektiv so durch.
Völlerei,
Trägheit, Geiz,
Zorn, Neid,
Wollust.
Aber sehen Sie doch selbst, wie Luciphera Superbia,
deren Karosse von den sechs Untersünden gezogen wird,
im Triumphzug, mit großem Gefolge
und der Dienerin Blasphemia
Zu ihrer Hochzeit mit der Welt fährt.
Eisige Kälte scheute Ulrike Ottinger auch schon früher nicht beim Drehen.
Sieben Regisseurinnen wurden beauftragt, die sieben Todsünden zu filmen.
Von Männern hatte es das schon zweimal gegeben.
Aus Frauenperspektive war das neu.
Wir müssen's leider noch einmal machen.
Weil ihr stehen geblieben seid.
Das geht nicht.
Der Zug muss weitergehen.
Ulrike suchte sich die Episode "Stolz" aus.
Hier gestaltete sie Machtgehabe, Posen, Prozessionen.
Religiöse Zeremonien,
rituelle Festumzüge, die alemannische Fasnacht
und die Selbstinszenierung der Politik werden hier persifliert.
Ich habe dann drei Schweine gezeichnet, die waren so im Sprung,
also nicht diese dicken Metzgerschweine, sondern es waren diese sehr eleganten.
Eigentlich wie Wildschweine, die wirklich rennen und springen können.
Es gibt auf der Insel Reichenau, hier im Hintergrund sieht man das sogar,
die St. Georgskirche,
eine der ganz frühen romanischen Kirchen.
Und sie hat
absolut hinreißende Fresken.
Sehr früh, um 1000 n. Chr.
Also es ist wirklich etwas ganz Unglaubliches,
in denen sozusagen die ganzen Wunder gemalt sind.
Ich gucke hin und dachte, natürlich!
Da gibt es ein Bild, wie drei Schweine, auf denen Dämonen sitzen,
in wilder Panik ins Wasser springen.
Es waren exakt diese Schweine, die ich immer gezeichnet habe.
Genau so habe ich sie gezeichnet, aber aus dem Gedächtnis
und nicht im Bewusstsein,
dass es sich um diese Fresken handelt.
Doch hier geschieht etwas Neues:
Sie verbindet in dem Kurzfilm erstmals
ihre opulente Inszenierung mit dokumentarischem Material.
Paraden aus aller Welt ergänzen ihre Szenen.
Und kuriose Gestalten aus der Heimat ziehen vorbei.
Grüß Gott, grüß Gott, grüß Gott, grüß Gott, ein herzliches Grüß-Gott.
"Schwein gehabt”, heißt es.
Ich hatte Schwein, denn ich bekam ein Schwein aus "Superbia" geschenkt.
Ich hatte dort mitgearbeitet und mich in das Requisit verliebt.
Auch weil es mit meiner Heimat zu tun hat.
Es erinnerte mich an die sieben Todsünden,
die es im Leben zu vermeiden galt.
Vielleicht habe ich es deshalb in den Schuppen verbannt.
Aber es hat mir Glück gebracht.
Die Inspiration, die mir Ulrike Ottinger schon in meiner Jugend gab,
leitete mich viele Jahre durchs Leben.
Und das Schwein ist bleibendes Objekt der Erinnerung.
Delphi, das wurde mein Orakel:
Die Premieren der Filme von Ulrike Ottinger bei den Berlinalen
waren meine Sternstunden.
Hier sah ich "Freak Orlando" 1981
und war fasziniert von der mythologischen, surrealen Bilderwelt.
Dann 1984:
vier Stunden " China. Die Künste - Der Alltag",
eine große Reise.
Hier im Foyer standen wir gepresst wie Sardinen
und harrten der Filme wie Berichten aus einem eigenen Universum,
einer mythologischen Bilderwelt.
Der magische Moment...
Wieder beginnt ein Orakel, ein Märchen,
ein Rätsel.
Mein Gorilla...
Lebt zufrieden und froh...
Kein Wunder, dass sie von Maschinen, wie sie zuhauf im Prater stehen,
fasziniert ist.
Sie verbreiten Angst und Lust.
Auch hier inszeniert sie in realen Räumen,
zitiert fantastische Figure n wie Barbarella und King Kong
und verwebt Gefundenes und Erdachtes.
Also die Idee ist ja, dass sie...
... SO guckt, ja?
Wenn wir jetzt...
Wenn wir dich legen, mit einem Kissen...
Ja, aber worauf?
Ja. Das sagen Sie so...
Und nachher bringt ihr mich ins Spital.
Steif wie ein Brett.
Ich glaube, besser geht's nicht.
Soll ich anfangen?
Wenn die Gefahr bestand, ich könnte die Beherrschung verlieren,
schreiend vor Vergnügen auf meinem Lieblingsringelspiel mit den Topferln
oder auf anderen Vergnügungsmaschinen
inmitten der Buntheit des Praters und all der Vielfältigkeit,
die sich ohnehin jeder Beherrschung zu entziehen schien,
wenn ich also außer Rand und außerhalb ihrer Herrschaft zu geraten drohte
wie eine verirrte Billardkugel,
musste ich gleichsam am Schnürl
wieder zurückgeholt werden.
Ich glaube, es gibt bei ihr so etwas wie
den genauen Blick auf das Detail.
Auch in einem surrealistischen
oder stilisierten Zusammenhang
werden einzelne Details sehr scharf ins Bild geholt
und werden sozusagen optische Signale.
Und wenn man so will, kann man hier eine dokumentarische Technik sehen.
Und dann gibt's ja in "Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse"
die berühmte Szene, die an einem Strand spielt.
Eigentlich ist es eine Opernsituation, so will sie das verstanden haben.
Eine Opernsituation, wo Menschen auftreten
an einem Strand, im Hintergrund ist das Meer.
Das Ganze ist eingerahmt in eine Art Theaterkulisse, durch einen Rahmen.
Aber das Meer ist das reale Meer.
Dort kommen echte Wogen und brechen sich.
Es ist eine interessante Verschmelzung von dokumentarischen Elementen
und fiktional stilisierten Elementen.
Die unverstellte Wirklichkeit wird zunächst einmal hereingeholt
und dann wird sie wie ein theatralisches Element Teil einer Inszenierung.
Da kann man sehen, dass das doch zusammengehört.
Und es sind eigentlich, kann man sagen, Räume, die sie erschließt und eröffnet.
Das können geografische Räume sein.
Es sind auch Räume wie auf einer Theaterbühne.
Es sind aber auch zeitliche Räume, geschichtliche Räume.
Das ist in ihren Filmen auch zu sehen, die haben sehr häufig oder fast immer
auch eine soziale Dimension, eine kritische Dimension.
Zum Beispiel in "Exil Shanghai",
das sind ja so großartige Szenen.
Die dokumentarischen Filme
sind ja wunderbar.
Einer ist schöner als der andere. Sie sind aber auch Stilisierungen.
Sie arbeitet hier mit realem Material, was sie also vorgefunden hat,
und wird das aber jetzt in einen Diskurs einbauen, der...
... ihre Persönlichkeit reflektiert und eine Art der Inszenierung darstellt.
Schon durch die Kamera-Cadrage, das ist ja ein Ausschnitt aus der Wirklichkeit.
Aber auch in den großen Dokumentarfilmen
kommen immer wieder quasi theatralische Inszenierungen vor.
Sie sind wunderbar, ästhetisch hoch subtil.
Sie haben wunderbare Farben und Kompositionen.
Man möchte ja die einzelnen Bilder fast von der Leinwand reißen
oder als große Reproduktion
sich ins Zimmer hängen.
Das ist also eine solche Verschmelzung von "Realem" und "Inszeniertem",
wie nur Ulrike Ottinger es fertigbringt. Das ist ihr Stil, das ist so wunderbar.
Ihre Dokumentarfilme sind immer auch Inszenierungen.
Sie sind von ihrer Liebe zum Detail,
vom genauen Blick und von der großen Kenntnis
der jeweiligen Kultur geprägt.
Jeder Film ist ein virtuoser Einblick
in eine unbekannte farbige Bilderwelt.
Sie ist zum Film gekommen
als bildende Künstlerin und Malerin,
die an Kunstakademien studiert
und auch mit Fotografie gearbeitet hat.
Und dann hat sie irgendwann
Film für sich als das Medium entdeckt,
Wo all das zusammenkommt.
Film als die große Leinwand.
Und da ist sie immer noch
mit ihren Experimenten alleine
und mit ihrer Hoffnung
für die Zukunft dieses Mediums.
Wie sie in ihrem koreanischen Film ausdrücklich sagt,
sucht und findet sie immer wieder das Alte im Neuen, das Neue im Alten,
aber auch das Übernatürliche im Realen und das Alltägliche im Übernatürlichen.
Sie kann beides gleichzeitig zeigen, und das ist eine großartige Gabe.
Sie ist zweifellos die herausragende...
... Vordenkerin, Meisterin, Schöpferin
eines Mediums geworden,
das, so wie sie es für sich entdeckt hat,
auf sehr produktive Weise hybrid ist.
Wenn man so sagen kann. -Ja, sie tanzt auf mehreren Hochzeiten.
Sie ist nicht eindeutig zuzuordnen.
Und natürlich könnte jetzt vielleicht...
... Ihre neue Installation
ein neuer Ableger davon sein.
Die Art der Präsentation
könnte ein neues Element sein.
Neu ist auch, dass "Unter Schnee" bei der Ausstellung uraufgeführt wird.
Eine Rotstichigkeit ist halt oft ein Problem.
Der Katalog wird geplant:
Er ist eher ein Künstlerbuch
mit Zitaten aus ihren Filmen,
bebildert mit Erinnerungen
an die Wege der großen Reisenden.
Ihr meint, dass bei dem, weil es nicht so weich ist, der Druck besser kommt?
Die Bilder kommen ein Stück schärfer.
Also eigentlich ist mir das sympathischer von der Struktur her.
Auch hier wird wieder der ganz eigene Kosmos sichtbar.
Jetzt steht der halt ein bisschen...
Da kommen die Matrosen.
Röschen, als er noch hübsch
und jung war und fesch.
Da können wir so was machen.
Also ich finde das toll so. Dann tun wir das über das Samuraikostüm.
Sie sind die Künstlerin.
-So machen wir's.
Haben wir noch so einen?
Wie Ulrike Ottinger selbst immer Nomadin bleibt,
so sympathisiert sie mit den großen Wanderern, den Vögeln,
die wichtiges Element in ihrer Ausstellung werden.
Sie verbinden Kontinente, Kulturen.
In einem der Ateliers werden Federn verarbeitet.
Schon als Kinder haben wir am Seeufer auf die Mauser der Schwäne gewartet
und dann ganze Sträuße der weißen Trophäen mit heimgebracht.
Sind die Federn gekommen? -Ja.
Wie lang sitzen Sie denn jetzt
an einem Quadratmeter?
Eine Stunde, anderthalb. Das fällt mir schwer, das zu schätzen.
Das ist knapp ein Beutel von denen hier, und der dauert an die drei Stunden.
Also ich habe mich da ein bisschen inspirieren lassen von...
... Teotihuacan,
also von dieser Pyramidenstadt
ganz in der Nähe von Mexico City.
Und das ist jetzt für die mittlere Säule.
Alle Säulen werden im Wasser stehen,
denn um die herum wird ein großes Wasserbecken gebaut.
Also ich habe so verschiedene Seewege hier aufgezeichnet.
Aber es geht... Das ist exemplarisch.
Es geht im Prinzip über das, was man heute Globalisierung nennt.
Dass das eigentlich etwas ist,
was schon ganz, ganz lange immer wieder stattgefunden hat.
Zwei Jahre hat Ulrike Ottinger die Ausstellung vorbereitet.
"Schwimmende Speisen", "Floating Food".
Sie hat dazu all ihre Filme und Objekte aus aller Welt nach dem Thema geordnet
und die Räume im Haus der Kulturen der Welt komplett umgestaltet.
Endlich wird aufgebaut.
Nein, das gefällt mir nicht.
Das Element Wasser dominiert auch hier:
Die Eroberung der Wasserwege, die Welt der Esskultur,
die Gesetze der Gastfreundschaft,
die Sehnsucht nach dem "ganz Anderen" werden hier Thema.
Auch hier wieder trifft Geschichte auf Gegenwart.
Eigentlich ist mir das eingefallen, denn es ging ja um Speisen, um Nahrung,
weil meine Mutter kurz nach dem Krieg sehr viel mit mir gereist ist.
Und wir sind nach Amsterdam gereist.
Dann hat uns dieser Geschäftspartner in ein indonesisches Lokal eingeladen.
Das lag in einem Park und in einem Tempelchen auf einer Insel.
Das besonders Schöne daran war,
dass die Boote immer mit den Speisen kamen und sie serviert haben.
Und für mich als Kind nach dem Krieg
war das irgendwie das Paradies, ein Märchen von Tausend und eine Nacht
und von allem, was man nur fantasieren kann.
Und an das habe ich mich immer erinnert.
So waren die schwimmenden Speisen bei mir...
Nun gut, also erst mal vielleicht waren sie ganz naiv besetzt, aber...
... mit der Zeit habe ich dann ja doch eine ganze Reihe von Recherchen gemacht
und mich stärker interessiert, und dann kommen eben...
Ja, das ist eben so mit den Synapsen im Kopf,
dass die verschiedenen Dinge
und die Fantasien
und das, was man im Laufe der Zeit erfährt,
sich zusammenfügt.
Das Siebengestirn...
... beherrscht die Zwölf.
Das bedeutet, die zwölf... Hähne.
Frau Ottinger, ich hatte schon erwartet, dass Sie unser Haus etwas verändern.
Aber dass Sie es völlig auf den Kopf stellen,
hatte ich so nicht erwartet.
Die Architektur ist Ja so wunderschön hier.
Das ist ja eine so großartige Architektur.
Und ich liebe eigentlich Räume
und überlege mir immer,
was kann ich in den Räumen machen?
Das mache ich ja auch in meinen Filmen, dass ich in den Orten inszeniere.
Ja, und Ihre Inszenierung
verändert ja den Raum
in allen Aspekten.
Zum Beispiel durch die Reflexion
des Wassers an die Decke,
durch die Geräusche des Wassers,
das da kommt.
Alle Sinne sind angesprochen
durch diese Installation.
Ja. -Auf der einen Seite haben Sie
reale Materialien wie das Wasser selbst, das Gras.
Auf der anderen Seite wird alles zum Symbol, zum Zeichen.
Es ist eine komplette Transformation von Natur in eine Bildwelt.
Ein zentrales Thema der Ausstellung ist Ja die Begegnung von Kulturen.
Und da spielt der Austausch
eine zentrale Rolle.
Man gibt etwas, aber man bekommt auch etwas.
Ich denke, dass die meisten Menschen eigentlich noch ein Gefühl dafür haben,
dass die Dinge, die sie bekommen,
dass sie da auch etwas zurückgeben müssen.
Es gibt ja Objekte, aber es gibt auch die Filme,
die auch all diese Opfergaben zeigen
und auch die Menschen dabei zeigen, wie sie opfern,
und auch wie ernst es ihnen damit ist.
Ich denke, wie gelingt es, Objekte lebendig zu machen?
Ich denke, das hängt damit zusammen, dass wir durch die Erinnerung
die Objekte beleben
und auch durch das, was wir mit ihnen verbinden.
Und auch die zweite Ausstellung
wird aufgebaut.
Vor 50 Jahren malte Ulrike Pop-Art.
Zum ersten Mal zeigt sie jetzt ihre Bilder.
Ich habe ja in Paris gelebt.
Das sind Serigrafien. Ich habe damals die Serigrafien selber gedruckt.
Ich habe im Atelier vom Friedlaender gearbeitet und bei Desjobert.
Und dann konnte ich diese ganzen Handgeschichten selber machen
mit den Druckereien oder mit den Lithografien.
Das habe ich sehr, sehr gern gemacht.
Ich habe damals in Paris immer nur so winzige chambres de bonne gehabt,
in denen man sich eigentlich
kaum wenden konnte.
Und dann bin ich dazu übergegangen, große Bilder zu machen,
die sich aber aus Mosaiksteinen zusammensetzen.
Dann bin ich immer in den Hof gegangen.
Da war so ein alter Warenaufzug,
der vergittert war, Wo man rausgucken konnte.
Und wenn die Concierge dann sah,
dass ich meine Bilder ausbreitete, um sie zusammen zu sehen,
sagte sie: "Ich komme mit Ihnen", und fuhr mit mir im Aufzug hoch.
Und wir haben dann immer aus einer Entfernung von acht Metern
oder so oder sechs Metern auf die Bilder geguckt.
Und sie kommentierte ganz großartig. Ja, es war sehr schön.
Das war mein letztes Acrylbild.
Es gibt im französischen Argot etwas,
Wo man sagt, man hat die Schale
oder die Schüssel voll.
Und das war mein letztes Bild.
Das waren alles so Versatzstücke, die aber zusammenkamen
und so etwas
wie eine erzählende Malerei
ergeben haben.
Ulrike liebt es, ihre Freunde durch ihre Welt zu führen.
Ingvild Goetz, die die berühmte Sammlung Goetz in München besitzt,
kommt, um "Floating Food" zu sehen.
Sie haben in den frühen 70ern
schon eine Galerie in Zürich gehabt.
Ja, sogar Ende der 60er.
-Ende der 60er schon?
War das der Zeitpunkt,
als Sie Ulrike kennengelernt haben?
Ulrike ist ja '69 aus Paris zurückgekommen.
Genau, ich habe die Ulrike '69 in...
Das war '69 oder '70, also gleich darauf habe ich sie in Konstanz kennengelernt.
Da wohnte ich und wohnte auch Ulrike.
Ulrike hatte eine kleine Kneipe, kann man sagen.
Das war die Künstlerkneipe, wo auch die Leute aus Zürich hinkamen.
Das war eine ganz tolle Institution in Konstanz.
Da hat sie auch unterschiedliche Ausstellungen gemacht
und das hatte mich dann überhaupt zur Kunst gebracht.
Die Ulrike war eine richtige Type, die passte in das "Salzbüchsle" hinein.
Sie stand da cool mit Zigarre im Mund, nahm die Bestellungen auf
und blickte auf das Geschehen.
Aber sie hat das alles so laufen lassen,
wie die Leute aufeinander getroffen sind.
Deutschland war weit weg von Pop-Art.
Aber sie hat ganz früh die interessanten Künstler rübergebracht.
Atmosphärisch war das so, dass sich da alle getroffen haben,
weil das ein Künstlertreffpunkt war und man Kunst gesehen hat,
von der wir in Deutschland oft noch nichts gehört hatten.
Ich war Künstlerin, aber mir kam
bei Ulrikes Ausstellungen so diese Idee,
ich bin ja gar nicht so erstklassig.
Warum mache ich nicht Ausstellungen beziehungsweise verlege Grafik?
Bei ihr hatte ich das erste Mal
eine ganze Serie von Grafiken gesehen
und...
... Und hatte da auch was gekauft, mein erster richtiger Kunstkauf.
Ich bin sogar über den anderen Weg noch zu Ulrike gekommen.
Matthew Barney, von dem ich glaube, dass er Ulrikes Filme gesehen hat.
Da bin ich ganz sicher, weil...
... da so eine große Ähnlichkeit ist und er mit den ähnlichen Figuren
oder ähnlichen Inhalten, oder soll man sagen, Konzepten,
nicht Inhalten, sondern Konzepten arbeitet.
Da sagte ich: "Das ist doch die Ulrike."
"Du kannst nicht Matthew Barney zeigen ohne Verweis auf die Ulrike."
Und da sagte ich zu Ulrike: "Du musst diese Filme in den Kunstmarkt bringen."
Das kam rückblickend, wo ich sagen muss, da gibt es diesen Verweis.
Die beiden zusammen zu zeigen,
finde ich immer ganz interessant. -Sehr spannend.
Es gibt einen Bildwitz bei Ulrike,
es gibt aber auch drunter oft was Untergründiges,
auch zum Teil etwas...
... Befremdliches.
Das Fremde ist etwas, was Ulrike sehr interessiert, Sie aber auch.
Sie sind viel gereist.
Also da würde ich sagen, das ist auch ein interessanter Aspekt.
Es gibt ja wenige Frauen, die sich auf eigene Faust in Regionen begeben,
Wo man nicht weiß, was auf einen zukommt.
Das macht Ulrike. Deswegen fasziniert mich das so.
Es ist so weit.
Die große Ausstellung wird im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen eröffnet.
Hier kommt alles zusammen, was Ulrike Ottinger liebt und kennt:
Asien, Wasser,
Farben, Stoffe, Nahrung,
Rituale,
Tradition und Moderne.
Rot und blau. Die gezielte Farbdramaturgie ist ihr Konzept.
Auf dem roten Altar: die mongolischen Mützen.
Das mythische Boot von El Hierro. Objekte der Erinnerung.
Gaben aus der ganzen Welt.
Das Hemd aus Geldscheinen: der Dollar-Samurai.
Das Transportieren, Herstellen und Servieren von Speisen
als Ausdruck kultureller Rituale.
Hier sieht man zum Beispiel auch eine Flussfahrt,
also etwas ganz Improvisiertes mit einem...
... ZUusammengezimmerten Floß,
wo die Leute mit den Füßen eigentlich schon im Wasser stehen.
Aber wir haben dann irgendwie ein Ruderboot aufgetrieben
und wir sind mit der ganzen Kameraausrüstung
dann den Fluss mit der Strömung runtergefahren.
Und was hier ja faszinierend ist, dass ein Boot Teil des Films wird.
Ja, das einfach auch einen Dialog noch mal führt mit der Zeit.
Und es wird Teil dieser Reise.
Und es steht natürlich auch für die Reise.
Wenn man sich den Film anguckt, das ist auch eine Imaginationsreise,
obwohl es ganz dokumentarisch ist.
Ja, natürlich. Aber das ist ja, denke ich, bei uns ein Missverständnis,
dass immer alles angeblich realistisch ist.
Dabei ist es gar nicht realistisch.
Also eine lineare Dramaturgie ist das Unrealistischste, was es gibt.
Denn der Mäander entspricht
unserem Leben.
Es heißt, wer gerne gibt, ist glücklich.
Und:
Wenn der Beschenkte glücklich ist, so ist es der Schenkende auch.
Wenn Ihnen was entgeht, sind Sie dran.
Auf dich habe ich all die Jahre gewartet.
Du allein bist auserwählt,
meinen Platz einzunehmen.
Schon so viele der wunderbaren Schauspieler sind tot.
Das ist schrecklich.
Und gleichzeitig ist man so berührt, sie dann so lebendig zu sehen.
Also das ist ja immer, was ich sage, der Film ist ein animistisches Medium.
Er liegt da als eine Rolle
und plötzlich wird er wiederbelebt und alles ist auf der Leinwand.
Es ist doch fantastisch.
Aber Dorian, ich habe besondere Pläne mit Ihnen.
Erlesen vulgär.
Das ist genau das, was Sie sich wünschen. Also kommen Sie!
Ihr Freund wird erst nach der Vorstellung kommen.
So lange können wir uns doch amüsieren.
Can't find what you're looking for?
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