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(Straßenlärm)
(Du rch sage)
(Quietschen)
(Stirn mengewirr unverständlich)
Mhmy
Tina?
Nein, warte mal, ich...
Nein, nein, ich geh mal raus.
Tina?
Ja. Ja. Jetzt ist es besser.
Hallo.
Heute war die Lesung mit Isis Dunkel. Ja, wirfeiern noch ein bisschen.
Ja, war gut. Rappelvoll.
Was ist denn?
Aber ich...
Ich dachte...
Ja, ich bin noch da.
(bedrückende Klaviermusik)
(bedrückende Klaviermusik weiter)
-Hallo. -(Ulrich) Hallo.
Ich kom m gleich.
(Klappern)
Man isst nichts mehr nach neun Uhr abends.
Das ist nicht essen. Das ist kosten.
Und wie war's?
Isis kam eine halbe Stunde zu spät. Anscheinend braucht sie das.
Aber sie hat sehr gut gelesen.
Es war ausverkauft, und wir haben alle Bücher verkauft.
Nicht schlecht.
Und du?
Auch gut.Auch voll.
Zu viel gesoffen und gegessen hab ich.
Ist das hier von der Messe?
-Ja. -"TaIIarines con Iechuga de mar."
Tallarines Iechuga de mar.
Das sind ganz spezieIIeAIgen.
Die werden von Tauchern handgeerntet
und in den Teig eingearbeitet.
-Man riecht das Meer, oder? -Ja.
-Ich hab mit Doro telefoniert. -Oh, wie geht's ihr?
-Klingt gut. -Ja'.7
Kommt vielleicht nach Rügen am Samstag.
-Haben wir keinen Wein? -Doch.
(Ulrich) Nein.
Nein. KeineAhnung. Davon hat sie mir nichts erzählt.
Ja, mach ich.
Also, ich ruf dich gleich zurück.
Zeitungen gekauft.
Das war Tina.
Jens kom mt raus.
Ja, ich weiß.
Sie hat mich gestern angerufen.
Warum hast du mir das nicht erzählt?
Ich hab keine Lust, über Jens zu sprechen.
Tina ist morgen mit ihm in Zerlow.
Ich sagte, wir kommen vorbei.
Wir wollten morgen Nachmittag auf Rügen sein.
Ja. Und? Liegt doch am Weg.
Frag mich, bevor du irgendwas ausmachst.
Warum willst denn ausgerechnet du nach Zerlow?
Ich will mit diesem Mann nichts mehr zu tun haben.
Gut. Ruf sie an.
Sag ihr, dass du keine Lust hast.
(Beamter) "Der Spiegel."
Ein Paar Turnschuhe.
Eine Sonnenbrille.
15 Deutsche Mark und 67 Pfennige.
Eine Jeans.
Wenn Sie das bitte quittieren würden.
(eine Tür wird geöffnet)
Jens.
Hallo, Schwester.
Ich freu mich so.
Herzlich willkom men.
(Flugzeuglärm)
Was würdest du jetzt gern machen?
(schnelle Rockmusik läuft im Radio)
(Rockmusik läuft weiter)
(Hupen)
Lass uns mal anhalten.
Fahr mal raus. Ich muss mal.
Bitte.
(Rockmusik aus)
-(Tina) Kommst du mit? -Nee.
Wohin fahren wir eigentlich?
Nach Zerlow.
Ich hab ein paar Leute eingeladen, um dich zu begrüßen.
Wen?
Henner.
Und Inga und Ulrich.
-Soll ich dir was mitbringen? -Nee, danke.
(Hundegebell)
Komm.
Von hier geht's in den Garten und dann direkt in den Wald.
Und das hier ist das Esszimmer.
Im Winter hatten sie hier unten die Schafe drin.
An den Wänden in der Halle standen die Tröge.
Der Boden war komplett durchlöchert. Überall waren Pfützen.
Und? Wie gefällt es dir?
Ja.
Dieses Wochenende überlasse ich dir mein Zimmer.
Sind das meine?
Ja. Und dein alter Plattenspieler.
Das ist ja...
Das ist ja irre.
-Willst du noch was essen? -Nein.
-Eine Suppe oder so? -Nei n.
Dan ke.
Ich glaube, ich lege mich gleich hin.
Okay.
- Schlaf gut. - Ja, du auch.
Ach, hier...
ist noch ein Handtuch.
Gute Nacht.
(bedrohliche Musik)
(Knacken)
(Vogelsch rei)
(bedrohliche Musik)
(Gänsegesch rei)
Hast du es Gregor schon gesagt?
Nelly hat morgen Geburtstag. Ich wollte aß ihm nächste Woche sagen.
Wenn er mehr Ruhe hat.
Weißt doch, wie er sein kann.
- Wann kommt Henner? - Er fährt mit dem Zug.
Er ruft mich noch mal an.
Danke...
dass du gekommen bist.
-Wird er bei dir wohnen? -Wo soll er denn sonst hin?
Da kommt er.
Ulrich Lanski. Ich bin der Mann von Inga.
Hallo.
Ich glaube, Siewerden erwartet.
(spannende Musik)
Hallo.
Hallo, Jens.
Kommt ihr? Kaffee ist fertig.
Man muss die Sahne mit Champagner unterheben.
(Tina) Das habe ich.
Bei mir wird alles total klumpig.
(Ulrich) Lass uns unsere Geheimnisse. Ich habe was vergessen.
Er hat eine Kette von Confiserie-Läden. "Lanskis".
Die machen den besten Kuchen der Stadt.
Und was hast du jetzt vor?
(Ulrich) Mach mal auf.
Das ist unsere Madeline au Truffe.
Eine Pärigord-Trüffel mit Valrhona-Schokolade, Trüffelöl
und gezuckerter Schlagsahne in Tahiti-Vanille.
Mhm.
Ist ja irre.
Probier mal.
Danke, nein.
-Das ist Ihnen zu dekadent. -(Tina) Ulrich, hör auf.
- Wie lange bleibt ihr eigentlich? - Wir fahren heute noch nach Rügen.
Aber zum Abendessen bleibt ihr doch noch?
-Ihr seid eingeplant. -Lass die doch fahren.
Ja...
Klar.
(melancholische Klavierm usik)
Tschüs.
(Klavierm usik weiter)
Hallo?
Tina?
(Blätter rascheln)
Jens?
Henner.
Ist ja irre.
Du hast dich überhaupt nicht verändert.
Du siehst genauso aus wie früher.
-Macht die Beleuchtung. -Ja, die ist gerade günstig.
Hast du eine Zigarette? Meine sind noch in der Tasche.
Dan ke.
Ich bin richtig nervös.
Wie wenn ich eine Frau treffen würde.
Hätte nicht gedacht, dass du kommst.
Warum?
(Blätter rascheln)
(Tina) Wir gingen hier spazieren. Es stand leer.
Wir saßen draußen, und da kam einer vorbei.
-Den haben wir gefragt. -Ich habe ein Geschenk.
Aber versprich erst, dass du nicht sauer bist. Es ist nicht pc.
-Erst versprechen. -Ja, ich verspreche es.
Bitte.
-Ist das nicht toll? Klasse. -(Gelächter)
Herrlich.
-Wo ist das denn her? -Vom Flohmarkt.
-(Inga) Findest du das witzig? -Ja. Das bringt es auf den Punkt.
Teenies tragen das im Berghain und sind der Hingucker.
Du hast es geschafft, Mann.
Du bist pop.
(Henner) Tina, das war ein Scherz.
Ist schon ein frecher Hund, der Henner.
-Alles okay? -Ja, alles gut.
-(Ulrich) 120 000. Ist geschenkt. -(Tina) Wie man es nimmt.
Ich steckte noch mal dasselbe rein.
Komplett neues Dach. Es wurden Wände rausgerissen.
Elektrizität, Speicher ausgebaut.
-Teller. -Die Eltern waren gestorben.
Wir hatten ein bisschen was geerbt.
Jens ließ es mich hier investieren.
Außerdem hat sich Henner noch beteiligt.
-(Inga) Du bist Miteigentümer? -Ich half etwas.
Dafür darf ich zum Schreiben herkommen.
-Ich hab dein Buch gelesen. Ist gut. -Danke schön.
-Das ist nicht das richtige Thema. -Ja, aber absolut.
Haben Sie es gelesen?
-Ja, sicher. -(Henner) Ist ja gut zu wissen.
(Ulrich) Und? Wie finden Sie es?
-Verlogen. -(Hen ner lacht leise)
Mhm.Okay.
Warum verlegen?
Du machst eine Psychonummer draus und vergisst das politische Anliegen.
Du hast nicht genau gelesen. Das tue ich nicht.
Ich suche den Grund fürs Scheitern.
-Blödsinn, du biederst dich an. -(Ulrich) Wieso bieden er sich an?
Er bestätigt reaktionäre Typen wie Sie.
Wie kommen Sie darauf, dass ich das bin?
Nur weil meine Biographie nicht so einen Bruch aufweist wie Ihre?
Revolution bedeutet Bruch. Das muss man aushalten.
Mord als antifaschistischen Kampf deklarieren?
Ist das Ihr revolutionärer Bruch?
-Lassen wir das. -(Henner) Stoßen wir an.
-Prost. -Prost.
Es ist ganz banal: lhrwart Killer.
-Sag ich ja: reaktionär. -Was bleibt von euch?
Was?
Es wäre besser gewesen, wenn wir durchgekommen wären.
-Wie anmaßend. -Der Kapitalismus kollabiert.
Die Systemfrage stellt sich.
(Ulrich) Das System hat überlebt. Ihr nicht.
-SteIIt ein Gnadengesuch. -Touch
-Der war gut. Das musst du zugeben. -So eine Scheiße.
Du warst dabei.
Ja, ich war dabei.
Bis aß ans Killen ging. Das war der Verrat.
Ja.
Gut.
Reden wir über Verrat.
Wer hat damals die Bullen gerufen?
Was soll denn der Scheiß jetzt?
Simone Petz war bei mir. Sie war es nicht.
Sie sagt dir nach 18 Jahren, siewares nicht.
-Also war sie es nicht. -Es stimmt.
(Hen ner) Quatsch.
Nur ihr Wusstet von der Wohnung.
Von was redet der?
Was für eine Wohnung?
Also, wer war es?
-Ich muss das jetzt wissen. -Hör auf damit!
Dieser inquisitorische Ton... Ich kann das nicht mehr hören.
Wir sind alle hier, um deine Entlassung zu feiern.
Und du holst wieder diese alten Scheißgeschichten raus.
-Zum Kotzen. -Ich hab um keine Feier gebeten.
Wer war es denn jetzt?
Wer verschaffte ihm 18 Jahre. Humanen Strafvollzug.
Anstatt, dass er im Kampf erschossen wird wie ein Revolutionsheld.
Halt die Klappe. Halt einfach deine blöde Klappe.
(gereizt) Gut gemacht.
Seine Selbstgefälligkeit ist unerträglich.
Er kommt aus dem Gefängnis. Und du musst ihn erst mal plattmachen.
Ich sag doch nur, was alle denken. Du doch auch, oder?
Ach, toll.
(Schluchzen)
(Inga) Es tut mir Ieid.
-Das war so dumm von Ulrich. -Ich weiß nicht weiter.
(schluchzt) Wie soll das alles werden? Er hasst mich.
Warum?
Ich muss mich wieder um ihn kümmern. Ich habe keineWahI.
Und ich... Er hasst mich.
Dann rede mit ihm.
Er schafft es nicht allein.
Ja, das ist schon klar.
Wir sind alle nur hier, damit du nicht mit ihm allein sein musst.
Könnt ihr nicht noch bleiben?
Bitte.
Ich rede mit Ulrich.
Ulrich?
Es steht mir doch, oder?
-Jetzt hör doch mal auf. -Wieso'.7
Na, du bist unmöglich. Zieh das aus.
Und? Fahren wir jetzt?
Tina geht es nicht gut. Sie weint und ist fix und fertig.
Wir können jetzt nicht einfach fahren.
Sie hat uns gebeten, noch zu bleiben.
Außerdem haben wir getrunken.
Mhmy
Ich mache das Bett. Holst du die Sachen aus dem Auto?
(Ulrich) Mann, ist das kalt hier.
- Schläft der Revoluzzer neben uns? - Ach, Uli.
Du nimmst dich immer ziemlich wichtig,was'.7
Und du schreibst Dreck. Billigen Dreck.
"Als Jens Kessler verhaftet wurde, sah man seineErIeichterung."
-"Andere beendeten das Spiel." -Kennst du alle Stellen mit dir?
Wer waren die anderen, die es beendeten?
-Hör auf mit dieser paranoiden Scheiße. -Wer war es? Mhm?
In deinem Kopf hat sich nichts verändert.
Kann man nichts machen.
Ja. Da kann man nichts machen.
Guten Morgen.
Morgen.
Ich fahre einkaufen. Wir haben keine laktosefreie Milch.
Was?
Kann ich mitkommen?
(Inga) Ulrich musste dich provozieren.
Er ist aber eigentlich nicht so.
Er ist sehr sozial eingestellt.
Er engagiert sich in der Arche und bringt den Kindern kochen bei
und wie man für vier Euro gesund essen kann.
Ja, ich weiß, du findest das albern.
Aber die Welt ist nicht mehr schwarz und weiß, gut und böse.
Es ist alles sehr kompliziert geworden.
Wie geht's Gregor?
Gut. Gut.
Was macht er so?
Er hat eineWerkstatt.
Er macht Tischlerarbeiten. Das macht er fabelhaft.
Es läuft auch sehr gut.
Er wollte ein Buch über dich schreiben.
Deine Haare sind ganz anders als früher.
(lautes Hupen)
-Möchtest du irgendwas Spezielles? -Nein.
Wirklich? Nichts, worauf du Lust hast?
Dan ke.
-Was kann ich für Sietun? -Haben Sie Parmaschinken?
-Nee, aber Serrano. -Serrano mag ich nicht.
Und was ist das da?
-Spargelschinken. Wollen Sie probieren? -Ja, sehr gerne.
Dan ke.
Mhm.
Hier, probier mal.
-Probier doch mal. -"Probier doch mal."
Ständig steckt ihr euch was in den Mund. Was soll das?
Wir hatten auch ein Leben. Nicht nur du hast gelitten.
Ich war mit Gregor allein, und du hast nie nach ihm gefragt.
Kein Gruß, kein Brief. Nichts.
"Was macht er so?" Mehr fällt dir nicht zu ihm ein.
Er hat eine Tochter. Nelly. Sie hat heute Geburtstag.
(Handy klingelt)
Ulrich?
Äh, wir sind einkaufen.
Tina hatte keine laktosefreie Milch.
Was?
(heitere Gitarren m usi k)
(Hupen)
Doro.
Oh, meine Süße, was ist denn los?
Wo kommst du denn jetzt auf einmal her?
Ich habe es echt total vermasselt.
-Was'.7 Deine Prüfungen? -Ja.
Das sagst du immer, und dann wird es großartig.
Du weißt doch gar nicht, was passiert ist.
(H198) Komm.
Und wie ist es so?
-Was'.7 -Na, was wohl?
-Das ist hier kein Happening. -Wenn das kein Happening ist...
Was ist denn eigentlich mit Gregor?
Hab ihn noch nicht erreicht.
-Das ist Doro. -Die Tochter.
-Hallo. -Hey.
-Sie sieht dir ähnlich. -Finden Sie?
Du kannst mich gern duzen.
- Wir müssen zum Supermarkt. - Von dort kommt ihr.
-Wir haben die Tüten vergessen. -Tüten'.7
Die Einkaufstüten.
(leichtes Donnergrollen)
"Ich... bin einsam.
Einmal in 100 Jahren öffne ich meine Lippen, um zu sprechen.
Trostlos klingt meine Stimme in dieser Leere.
Und niemand ist da, sie zu hören.
Und auch ihr, bleiche Lichter, hört mich nicht."
(es reg n et)
-Ich war mir so sicher. -Das war doch toll.
Bravo.
Das war mal was anderes, so mit dem Stuhl, oder?
Ich fand das eine geile Idee, und dann kommt dieser Typ und sagt:
"Jetzt spiel mal die Szene im Stehen und zieh einen Pulli an."
Ich so: "Hä? Was denn für einen Pulli?"
Ich habees noch mal gespielt.
War alles weg. VoII unfair.
-Idiot. Er wollte dich nur verunsichern. -Ist ihm geglückt.
-(Ulrich) Wo ist Mama? -(Doro) Die ist scheiße drauf.
-(Ulrich) Wo ist sie? -(Doro) Die ist oben.
Hast du toll gemacht.
Wir fahren Fisch holen. Kommst du mit?
Mhm, mal sehen.
Und du?
-Kommst du mit? -Nee, ich glaub nicht.
-(Tina) Ist alles okay? -Ja, okay.
Wie war es beim Einkaufen?
Wie aß halt so ist beim Einkaufen.
Warum hast du Doro gesagt, dass Jens hier ist?
Ich konnte nicht wissen, dass sie herkommt.
Mhm.
Was ist los?
Ich hab starke Kopfschmerzen.
Lass uns abfahren. Das ist ja Geisterbahn hier.
Doro wird nicht fahren wollen. Ich will jetzt keinen Streit mit ihr.
Ich Schlaf ein bisschen, ja?
Wo ist Doro?
Na, hinter dir.
-Du wolltest doch mitkommen. -Nee, ich geh laufen.
-Du gehst jetzt laufen? -Ja, warum nicht?
Ulrich, was ist denn jetzt? Kommst du?
-(Henner) Wir fahren. -Geh schon.
(Doro) Tsch ü s.
(Doro) He)' -
Hey.
-Kannst du Tischtennis spielen? -Klar.
Wie lange habt ihr euch nicht gesehen, du und Inga?
18 Jahre.
Echt? Krass.
Muss komisch sein.
Ich such mal die Schläger.
(Doro) Sie hat nie von dir geredet.
Es gab dich überhaupt nicht.
Erst Gregor hat mir von dir erzählt.
Wir sahen uns damals kaum. Er war ja im Internat.
Aber er holte mich mal von der Schule ab und erzählte mir alles.
Er hat gesagt, dass du bei der RAF warst.
Dass du Banken überfallen hast.
Und dass du an diesem Attentat...
auf diesen Erlwein beteiligt gewesen sein sollst.
Habt ihr daran wirklich geglaubt?
An Revolution und so?
Ja.
Was wäre dann anders gewesen?
Menschen würden keine Menschen mehr ausbeuten.
Aber ihr habt Menschen umgebracht.
Der Staat bringt auch Menschen um. Aber niemand zieht ihn zur Rechenschaft.
Ich hab 18 Jahre dafür gesessen.
Das ist ungefähr so lange, wie du am Leben bist.
Und war es das wen?
Das ist mein Leben.
Was macht ihr?
Wir haben Schläger gesucht.
Ich geh spazieren.
Jetzt ist sie eifersüchtig. Wetten?
Ich geh ihr mal nach.
Okay.
(ein Specht hämmen)
Du musst jetzt nicht mit mir spazieren gehen.
Nein, muss ich nicht.
Fotog rafierst du noch?
Nein, schon lange nicht mehr.
(Donnergrollen)
Warum nicht?
Ich weiß nicht.
Irgendwann hab ich das einfach vergessen.
Ich hatte ein Bild von dir in meiner Zelle.
Tina hat es mir mal mitgebracht.
Irgendwann hab ich es dann aufgehängt.
Ich hab aß dort gelassen.
Warum wolltest du mich nicht sehen?
(Donnergrollen)
-(Tina) Da ist die Bude. -(Henner) Wir kaufen die Fische später.
Ich zeig euch was.
Da.
Siehst du?
-Da steht einer. -(Tina) Ach, echt?
-(Tina) Nee, lass das doch. -Früher konnte ich das.
-Muss das jetzt sein? -Ja.
(T5 Da) Okay.
Sch.
Was war eigentlich mit dieser Wohnung in Hannover?
(Tina) Ich bekam damals eine Nachricht,
dass es Jens schlecht geht und dass er Geld braucht.
Ich antwortete, dass er es nur kriegt, wenn ich ihn sehen kann.
Also gaben sie mir eineAdresse durch.
Ich hab Henner gebeten,
das Geld aufzutreiben und mich da hinzufahren.
Ja... Das war's.
-(Tina) Unglaublich. - Sofort aufhören!
(melancholische Geigenm usik)
Du bist einfach weg.
Du hast dich ins Auto gesetzt und bist abgehauen.
Du hattest nicht mal den Mut, es mir zu sagen.
Du wolltest das Kind nicht.
Gab nichts mehr zu sagen.
Es ging dir nicht um das Kind.
Du wurdest schwanger, damit du dich nicht bekennen musst.
Es war geil, mit einem Terroristen zu ficken.
Du wolltest mich erpressen.
Du dachtest, wenn du ein Kind hast, höreich auf,
komm zu dir und wir machen einen auf Familie.
Ich wusste, du würdest niemals aufhören.
Du hast dich gegen mich entschieden.
Ja.
Ich bin dabei fast draufgegangen.
(treibende Musik)
Gregor? Hier ist Doro. Rate mal, wo ich gerade bin.
In Zerlow bei Tina.
Und rate mal, wer hier ist. Kommst du nie drauf.
(treibende Musik)
(Kinderschreie)
(schrilles Pfeifen)
(Knistern)
War Inga dabei?
Was?
Ob Inga dabei war in Hannover.
Ich dachte, du Wusstest das.
Ich hoffte, dass sie Jens überreden könnte, sich zu stellen.
Und... weiter?
(Tina) Nichts weiter.
Gut.
Ich geh mal rein. Bis später.
Henner fing einen Fisch mit den Händen.
Zack. Dass der das kann.
Su per.
Der Typ von der Fischzucht hat dann rumgeschrien.
Wir kauften ihm viele Forellen ab, um ihn zu beruhigen.
Viel zu viele.
Und du?
Ich war spazieren.
- Allein? - Nein, mit Jens.
Komm mal her.
Na, leg dich mal her.
Ach.
Warum hast du nicht erzählt, dass du in Hannover dabei warst?
Weil es... mit uns nichts zu tun hat.
Sondern?
Mit meinem Leben vor dir.
-Und'.7 Vermisst du es? -Was'.7
Dein Leben vor mir.
Wieso fragst du das?
Ich wüsste gerne, ob du was vermisst.
(lustvolles Stöhnen von nebenan)
(bedrückende Musik)
Willst du ein Glas Wein?
Ja, warum nicht.
Bitte.
Dan ke.
Mein erster Wein.
Echt?
-Hast du gestern nichts getrunken? -Nein.
Zu Silvester gab es immer ein Glas billigen Sekt.
Na, dann...
Auf guten Wein.
Du hast recht gehabt.
Ich war erleichtert, als man dich verhaftete.
Nicht wegen mir oder weil jemand die Bullen rief
oder sonst irgend so einen Quatsch.
Deinetwegen.
Der Sinn der ganzen Geschichte war ihr Scheitern.
Den Tod anderer in Kauf nehmen. Den eigenen auch.
Ich war froh, dass du da raus warst.
(Handy klingelt)
Ja?
Wo bist du?
-Na. -Na.
Was ist denn da passiert?
Nichts.
Erzähl mal.
Also...
Inga und er waren zusammen im Wald.
Auf einem Hochstand.
Ich bekam nicht alles mit, was sie sagten, aber...
Sie redeten über ein Kind, was er nicht wollte, sie aber schon.
Schätze mal, das warst du.
Und was grinst du da so blöd?
-Was ist denn los? -Was du da so blöd grinst?
(er prustet)
Und dann? Im Wald?
Hey. HGY!
Er so:
"Du hast dich gegen mich entschieden."
Und sie: "Und ich... wäre beinahe draufgegangen."
Und dann...
haben sie sich geküsst.
Was machen die gerade?
Grillen.
Grillen.
(Ulrich entfernt) Tina, bringst du mir mal den Teller?
Na?
Draußen wartet ein Freund von mir.
Ich hab ihm von dir erzählt.
Er ist politisch aktiv in der linken Szene.
Ähm... Er will dir was vorschlagen.
Er ist extra aus Berlin gekommen.
Er meint, aß wäre wichtig, so als Zeichen...
dass es dich noch gibt.
Dass du nicht aufgegeben hast.
Inga mag ihn nicht besonders.
Deswegen wartet er vorm Haus.
Warte hier einige Minuten und dann komm nach, okay?
(Ulrich entfernt) Hier. Das ist jetzt erst mal die Vorspeise.
(er atmet lautstark aus)
Hallo. Ich bin Stefan Gutmann. Freut mich sehr.
-Hallo. -Wollen wir ein kleines Stück fahren?
-Wohin'.7 -Nur um die Ecke.
Ist besser.
("Do You Want To Party" von Bonaparte läuft im Radio)
(weiter " Do You Want To Party" von Bonaparte)
(Motor und Musik aus)
(er atmet laut aus)
Der große Jens Kessler endlich in Freiheit.
-Glückwunsch. -Worum geht's?
Ich bin Mitglied des RLB, Revolutionäre Linke Berlin.
Es gibt einen Sternmarsch gegen die Gentrifizierung.
Hast du sicher von gehört, oder nicht?
Spekulanten kaufen die Innenstädte auf,
treiben die Mieten hoch und verdrängen die sozial Schwachen.
Wir erwarten so an die 100 000 Leute am Wochenende.
Du kannst bei der Abschlusskundgebung was sagen.
Eine An Grußbotschaft.
Und was soll ich da sagen in der Grußbotschaft?
Tja... Was sollst du da sagen?
Weiß ich auch nicht. So...
"Genossen, der Kampf geht weiter.
Auch wenn wir gescheiten sind, der Kampf geht weiter.
Der Kapitalismus zeigt uns seine Fratze,
aber der Kam pf geht weiter."
Wär doch ein super Zeichen für dich, oder nicht?
Und für die Linke.
"Wir sind noch da. Wir lassen uns nicht unterkriegen."
Ja, mal sehen.
Wie..ma| Sehen...)
Was soll denn das heißen: "mal sehen"?
-Die Organisatoren wollen dich. -Ich frage meine Anwältin.
Er muss seine Anwältin fragen?
Was ist das denn?
Was hast du mir denn da angeschleppt? Bist du irgendwie... weich geworden?
Haben Sie dich weichgeklopft?
Bist du alt?
Willst du dich verkriechen?
Rein in den warmen Arsch eines genüsslichen kleinen Lebens?
(die Tür geht nicht auf)
Kindersicherung.
Ich möchte jetzt bitte aussteigen.
Oh...
Jetzt hat er Angst, der Herr Kessler.
Jens?
(Ulrich) Inga?
-Es sind beide nicht da. -Was ist eigentlich los hier?
Ich weiß nicht, wo sie sind.
(Hundegebell)
(ein Auto nähen sich)
Bitte seh r.
-Du greifst zu. -Mit einer Hand?
-Mit einer Hand. Hab ich gemacht. -Nie.
Gregor.
Ich wollte es dir nächste Woche sagen. Nicht so zwischen Tür und Angel.
Es kam ja für uns auch völlig überraschend.
- Willst du uns nicht mal vorstellen? - Doch.
Jens, das...
ist Gregor.
Gregor?
(Tina) Das ist ja eine Überraschung.
Schön, dass du da bist.
Jens, jetzt bleib doch mal stehen.
Komm. Bitte.
-Hast du ihn angerufen? -Ja, und?
-Spricht was dagegen, dass ich hier bin? -Natürlich nicht.
Na, dann ist ja gut.
Du kannst einen frischen haben.
Herrgott, lass mich doch einfach mal in Ruhe.
(Henner) Hallo Gregor.
(Gregor) Hallo.
-Na los, sag was. -Komm, lass uns gehen.
Wir gehen nirgendwohin.
Wirtun nicht so, als ob alles in Ordnung wäre.
Los, mach dein Maul auf!
Okay, ich mach das Maul auf.
Undjetzt?
Ich will, dass du dich entschuldigst.
Für dein mieses, verpfuschtes Leben.
An mich wird man sich erinnern.
An dich nicht.
-(Jens schreit auf) -Spinnst du?
Damit du dich an mich erinnerst.
(er äch zt sch m erzerfü I lt)
-(Tina) Zeig mal. -(Ulrich) Bist du irre?
Das geht dich nichts an!
-(Tina) Wir müssen ins Krankenhaus. -Fließendes Wasser.
So und jetzt?
Gregor... ich rede mit dir.
-Doro, hol deine Sachen. Wirfahren. -Moment.
-Was'.7 -Du warst doch eben dabei.
Eben. Deswegen fahren wirjetzt. Doro, kommst du?
Ja, dann sag es ihm auch.
(Ulrich) Was sollst du mir sagen?
Feige Kuh.
-(Gregor) Sie haben sich geküsst. -(Ulrich) Wer hat sich gekü...
Kommst du mal bitte?
Ab zum Rapport, Mutter.
-Stimmt das? -Ja.
Und?
Gibt es noch mehr dazu zu sagen?
Nein.
Es ist einfach passiert.
Und dann fickst du mit mir und denkst an ihn, oder?
Na ja...
Ziehst du jetzt mit ihm in eineStudentenbude
und fängst ein neues Leben an?
-Ich weiß es nicht. -Was heißt das?
Ich weißes nicht! Ich weißes nun mal einfach nicht!
Mir ist einfach immer alles...
passiert.
Ich hab mich nie...
wirklich entschieden.
Ja, ich weiß.
Seit Jahren sehe ich dir dabei zu, wie du überlegst, ob du mich liebst.
Jens?
Jens?
Jens, bitte mach auf.
-(ruckelt an der Tür und klopft) -Jens, komm raus.
Rede mit ihm.
Ach...
Du bist so scheißfeige!
(Inga geht weg)
(Musik geht an)
(Fern seh er) Einzigartig als K an didatem. .
Und zu Wasser gelassen werden könnte...
Ich finde, wir sollten da schon noch mal...
(Gesang)
(Nachrichten auf Englisch)
(Sendung auf Englisch)
(Gregor zappt durch die TV-Program me)
(Gregor zappt weiter durchs Programm)
Ich kann verstehen, dass du mich verachtest.
(Gregor schaltet weiter hin und her)
Ist schon in Ordnung.
Ist in Ordnung.
Ich glaubte daran, dass wir es besser machen können.
Dass wir es zumindest versuchen müssen.
-Es gab da den Moment... -(laute Musik aus dem Fernseher)
-Es gab diesen Moment... -(laute Rockmusik)
Da war dieser Moment, dass man eingreift.
Die Möglichkeit einer Veränderung.
Und das haben wir versucht.
(er schaltet den Fernseher aus)
Ich fand es richtig, in den Untergrund zu gehen.
Mit...
Mit allen Konsequenzen.
Alles andere wäre verlogen gewesen.
Erinnerst du dich, wie ich mal mit Inga im Knast war?
Da war ich elf.
Inga hat mir auf der Hinfahrt erklärt,
dass ein anderer Mann mein Vater ist.
Einer, der im Knast sitzt.
Dann saßen wir da vor so einer Glasscheibe.
Man musste einen Knopf drücken, wenn man sprechen wollte.
Ich hab das alles überhaupt nicht kapiert.
Ich hab gar nichts kapiert.
Nach zehn Minuten hast du gesagt: "Ich kann das nicht."
"Ich kann das nicht"...
ist alles, was ich von dir gehön habe.
Bis jetzt.
Man musste sich trennen können.
Warum hast du nicht auf einen einzigen...
meiner Briefe geantwortet?
- Nicht auf einen. - Was hätte ich dir geben können?
Du hättest mich gehasst.
So wie du mich jetzt hasst.
Ich geh ein bisschen raus.
Grüß Nelly von mir.
(bedrückende Klaviermusik)
(bed rü ckende M usik weiter)
Anna, hast du den Schlüssel?
-Zum Mitnehmen. -Welche sollen es denn sein?
Schinken.
Bitte schön.
Oder möchtest du was anderes?
Ich fahr zurück, Ulrich.
Derjunge Mann nimmt mich mit.
Ich melde mich, ja?
Hallo?
Tina?
-Jens ist weg. -Was ist passiert?
Er ist vorhin weg. Henner sucht ihn auch.
Ich gehe nach Hause, fallsjemand anruft.
Gib mir deine Taschenlam pe.
-Wo ist der Hochstand? -Hochstand'.7
Der... Ach...
(Hundegebell)
Jens?
Jens?
Henner? Bist du das?
-(Knacken) -J en s'.7
Das erinnert mich irgendwie an früher.
(Tina) Sollen wir nicht doch die Polizei rufen?
Das ist zu früh.
Der ist ja noch nicht mal vier Stunden weg.
Das macht er nicht.
(ruhige Musik)
(ruhige Musik weiter)
(bedrückende Klänge)
Wo warst du denn?
(Jens) Draußen.
Du bist ja ganz kalt.
Das war mein Begräbnis.
Und du bist die Erste, der ich begegne.
(er atmet hektisch und geräuschvoll)
(er stöhnt lustvoll)
(Gänsegesch rei)
-(Tina) Bis bald. -Ciao.
(ruhige Klavierm usik)
(ruhige Klavierm usik weiter)
(ruhige Klavierm usik weiter)
Ich war's.
Ich hab die Polizei angerufen.
An einer Raststätte auf der Rückfahrt von Hannover.
Inga und Henner wussten nichts davon.
Ich hab es Inga erst viel später erzählt.
Ich hab es einfach nicht mehr ausgehalten.
Ich... wollte, dass du lebst.
Dass du irgendwann rauskommst...
und lebst.
(Tina) Da istja Inga.
(Tina) Du wolltest doch einen Zug nehmen.
Ich war noch einen Kaffee trinken. Im Storch.
(Tina) Komm, steig ein.
Ich geh noch ein Stück.
(Tina) Bis bald.
(ruhige Gitarrenmusik)
Copyright ©EUROTAPE 2013 Untertitel: F. Wietholz u. a.
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