All language subtitles for Die Beste zum Schluss_Die Beste zum Schluss

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Original subtitles

Das Großartige am Leben ist, dass es immer weitergeht.

Egal wie schlecht man sich fühlt.

Morgen ist immer ein neuer Tag.

Außer man stirbt.

Wie Jenny.

Dass mein Leben danach weitergehen würde, konnte ich mir damals nicht

vorstellen.

Dass alle meine Probleme durch eine einzige Begegnung verschwinden würden.

Hätte ich auch nicht für möglich gehalten.

Aber so ist das im Leben.

Manchmal braucht man etwas Glück.

Und ein bisschen Zufall.

Das gibt's doch nicht.

Was?

René?

Das gibt's doch gar nicht.

Was machst du denn hier? Ich dachte, du wärst irgendwo in Asien. Ich bin seit

einem Jahr wieder da. Warum weiß ich davon nichts? Ja, weil du Arsch nie

anrufst. Ich wusste doch überhaupt nicht, dass du wieder da bist. Wahnsinn,

komm, wir feiern.

Aber nicht bei mir, meine Mitbewohnerin spinnt gerade.

Also, zu dir.

Ich mach noch schnell einen letzten Kunden. Fertig.

Du wohnst in einer WG und du kochst.

Sag jetzt nichts Falsches.

Hunger? Nein.

Schmeckt's?

Ich fass es nicht.

Was für ein Zufall. Da verbringt man 25 Jahre seines Lebens mit jemandem und

dann verschwindet er einfach.

Du hättest ja mit mir nach Köln kommen können, aber du musstest ja unbedingt

gleich nach Asien reisen. Ich muss hier weg, ich muss die Welt sehen.

Du hättest dich trotzdem mal melden können. Und du hättest mir deine neue

Nummer schicken können. Ja, du hättest jederzeit bei meinen Eltern nachfragen

können.

Wohnen die immer noch in dem Haus in Aachen?

Papa ja, Mama nein.

Die ist gestorben.

Deswegen bin ich auch zurückgekommen, damit er nicht so allein ist.

Deine Mama ist gestorben?

Weißt du, was das Gute am Single-Leben ist?

Das, was er da durchmacht, das werde ich nie ertragen müssen.

51 Jahre mit jemandem verheiratet und dann allein.

Äh, das?

Ja. Ganz schön frisch.

Krieg dich wieder ein. Ich zahl ganz normalen Raten ab.

Was arbeitest denn du?

Architekt.

Du hast eine ganze Schulklasse aufs Klo geschickt. Mit einer einzigen Suppe.

Und sag mal, die Liebe?

Lieb, verlobt, verheiratet, geschieden?

Ich dachte, ich frag mal.

Wow.

So viel Platz?

Immer noch Kamillentee?

Äh, klar.

Wie lange wohnst du hier?

Ein Jahr, drei Monate.

Schau dich ruhig um.

So viele Zimmer für dich alleine.

Weißt du, was das für ein Luxus ist?

Ja.

Nicht schlecht.

Und?

Wie läuft's bei dir so in der Liebe?

Ach na ja, Männer stehen nicht so auf Alleinerziehende. Du hast Kinder?

Ja.

Zwei. Zwei? Die süßesten Siebenjährige der Welt. Und ein Junge, auch ganz süß,

wenn er nicht gerade alles kaputt macht. Und der Vater?

Ist bei der Babysitterin in Asien geblieben.

Ist ja auch schön da.

Und wie schaffst du das? Mit zwei Kindern und der Arbeit?

Wenn Papa nicht wäre, könnte ich das nicht machen. So oft wie der Babysitten

kommt.

Auf deinen Vater.

Du hast immer noch Schiss vor ihm.

Ich träume manchmal, dass er mich umbringt und meine Leiche auf einer

seiner Baustellen entsorgt.

Oh.

Er dachte halt, wir heiraten mal.

Ich heirate doch nicht meine beste Freundin. Ich weiß.

Sie ist als Kompliment.

Er dachte, du wärst ein cooler Mann für mich. Ja, bis du dann weggezogen bist.

War recht sauer.

So, Mats.

Und jetzt erzähl mal.

Warum sind die Zimmer leer?

Wie heißt sie?

Was ist passiert?

Du redest immer noch um den heißen Breiraum, hm?

Das tut mir so leid.

Wann ist das denn passiert?

Vor einem Jahr, drei Monaten und vier Tagen.

Und wieso bist du hier trotzdem eingezogen?

Ich meine, das ist alles viel zu groß für dich und absolut tot.

Wunder, dass du hier überhaupt atmen kannst.

Das ist alles, was mir von ihr geblieben ist. Die gemeinsam ausgesuchte Wohnung.

Hier wollten wir zusammen leben.

Du hast mir echt gefehlt.

Du mir auch.

Lass uns wieder beste Freunde sein.

Okay.

Ich meine das ernst.

Lass uns eine Front bilden und Feuer und Verderbnis über die Arschlöcher dieser

Welt bringen.

Weißt du was?

Ich habe eine super Idee, wie wir dich wieder in Gang kriegen.

Ich ziehe mit den Kids hier einfach ein.

Können wir vielleicht nochmal drüber reden?

Ey, ich lebe mit zwei Kindern auf 30 Quadratmetern in einer Schmuddel-WG und

du ganz allein in einer riesigen Gruft. Es war Schicksal, dass wir uns heute

getroffen haben. Vielleicht kann ich ja überhaupt nicht mit Kindern. Ach, das

lernt man ganz schnell. Und meine wirst du eh lieben, also meistens jedenfalls.

Und es ist ja auch nur vorübergehend, bis ich was gefunden habe.

Hä?

Komm schon, lass ein bisschen Leben in dein Leben.

Hm.

Und hör auf zu rauchen, das ist echt scheiße für dich und mit den Kindern

geht das gar nicht.

Ach, hier ist deine WG.

Jetzt nicht mehr.

Ich habe euch hier das Nötigste zusammengepackt.

Den Rest müsst ihr dann später holen. Super, danke, Papa.

Also, das ist Lola, das ist Oskar und das ist Mats, ein alter Freund von Mama

mit einer superschönen Wohnung, wo wir jetzt einziehen.

Vorerst. Und jeder kriegt sein eigenes Zimmer. Da bist du ja wieder.

Haust du auch diesmal gleich wieder ab?

Hallo!

Und? Kommst du hier morgen in die Schule? Oder so?

Ich mache mich dann mal auf den Weg.

Okay.

Auf ein Wort.

Soll ich Ihnen ein Taxi rufen?

Hab gehört, deine Frau ist tot.

Wir waren noch nicht verheiratet.

Marlys ist auch gestorben.

Aber das Leben geht weiter, ob man will oder nicht.

Mit den beiden Kindern im Haus hast du jetzt die große Chance für einen

Neuanfang.

Vermassel es nicht.

Tut mir leid mit deiner Frau.

Danke. Äh, bin auf Toilette? Mama, Marc ist auf dem Klo!

Die Tür?

Wie lange brauchst du?

Keine Ahnung.

Ich muss Nummer zwei.

Danke für die Info.

Machst du bitte die Tür?

Hast du eine Freundin? Nein.

Warum nicht?

Ist ne lange Geschichte.

Willst du Mama heiraten? Nein. Warum nicht? Weil wir Freunde sind?

Hast du Kinder?

Nein. Warum nicht?

Das ist ne noch längere Geschichte.

Bist du schwul?

Nein. Non-binär? Was? Kinder ab ins Bett! Sofort!

Meerschwein vom Tisch.

Und wo zum Teufel ist mein Kaffee?

Du warst doch noch gar nicht wach. Ja, aber jetzt bin ich wach. Also, Kaffee.

Und weg deine Mutter.

Mats, warum heißt Meerschweinchen eigentlich Meerschweinchen?

Susi ist doch ein Mädchen. Müsste das nicht eigentlich Meersau heißen?

Kaffee.

Ach, du bist ja schon wach.

Und bin mir nicht sicher.

Glotzen ist... Nein.

Das ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Wir wissen den Frauenkörper

auch dann zu würdigen, wenn wir nur mit ihm befreundet sind.

Mhm. Mhm.

Glotzen ist nicht würdigen.

Oh.

Was ist?

Jetzt will ich weinen.

Was ziehst du mir heute Abend an?

Die Firmenparty.

Deine große Chance, nicht mal jemanden kennenzulernen.

Nee. Ich stehe heute auf der Messe bis mindestens um 10.

Musik, Gratisdrinks, notgeile Architekten? Ich brauch die Einnahmen.

Wie lange hattest du keinen Sex mehr?

So lange, wie du schon kein schönes Haus mehr entworfen hast.

Morgen. Na, gut geschlafen? War ich bequem?

Der ist gut.

Warum redet in dieser Familie eigentlich niemand am Tisch?

Eure Mutter und ich werden heute einen richtig tollen Abend haben.

Frag nicht mal, wie toll.

Wieso? Was macht ihr denn?

Frag deine Mutter. Das hat sie früher öfter gemacht. Vor ganz langer Zeit.

Mama, was hast du denn gemacht?

Du wirst heute Abend niemanden kennenlernen und weißt du auch warum?

Weil du nämlich seit Jennifer ist tot eine posttraumatische Belastungsstörung

hast.

Siehste, ich kann dich mal den Namen sagen, ohne dass du sofort dicht machst.

Belastungsstörung. Dann machst du nur endlich eine Therapie.

Ihr seid meine Therapie. Die einzige Belastungsstörung, die ich habe, ist

die, dass ich wegen der Kinder keine Frau mit nach Hause bringen kann. Ich

hab nur gesagt, bitte bring keine One-Night-Stands mit nach Hause. Die

richtige kannst du natürlich immer mit nach Hause bringen. Ich hatte schon die

richtige. Ja, trotzdem kannst du mal wieder mit einer Frau schlafen.

Menschen brauchen Zärtlichkeit.

Die letzte Frau, mit der ich geschlafen habe, habe ich geliebt.

Darunter mache ich es nicht mehr.

Was ist überhaupt mit dir? Seitdem du hier wohnst, hast du keinen Kerl mehr

gehabt. Ja, ich habe halt kein Händchen für Männer.

Ey, weißt du was?

Du suchst mir einen vernünftigen Kerl und ich suche dir eine Frau.

Das klappt nie.

Wie läuft eigentlich die Wohnungssuche?

Du willst doch gar nicht, dass ich ausziehe, weil du dann niemanden mehr

hast, der dir morgens deine Krawatte binden kann.

Kinder, fertig machen!

Schule! Also, wenn ich dir wirklich einen Kerl raussuchen soll, wäre heute

Abend die beste Gelegenheit dafür.

Ich kann nicht.

Du hast das letzte Mal versprochen, das nächste Mal mitzukommen. Ich kann nicht,

weil ich Geld verdienen muss, damit ich mir den Makler leisten kann, damit der

mir eine Wohnung sucht, damit ich mir dein Mist nicht mehr anhören muss. Ach,

Feigling.

Ja?

Kommst du heute Abend zur Party?

Ja.

Bringst du deine Freundin mit?

Du brauchst gar nicht so bescheuert betonen, dass wir nur Freunde sind.

Deine Freunde haben Fell und fressen Ratten. Ich hoffe, eure Beziehung ist

auch platonisch. Sie wohnt bei dir? Du holst ständig ihre Kinder von der Schule

ab, du warst mit denen im Urlaub, du hattest seitdem keine Beziehung. Ich

meine, dann nennst du das eine normale Freundschaft?

Drei Millionen Deutsche nennen das auch so.

Google mal Patchwork-Familie. Reg dich nicht auf. Ist doch egal, was die Leute

reden. Der Chef will dich sehen.

Wer redet was?

Also du bist entweder impotent und lebst deswegen in einer platonischen

Freundschaft oder schwul und hast eine Scheinehe.

Ihr seid solche Steinzeit-München.

Und sag deinen FreundInnen vom Flurfunk, dass ich rauskriegen werde, wer mich

impotent nennt.

Und schwul.

Sie müssen noch mal zur Mehrzweckhalle.

Der Kunde hat den Entwurf bereits abgenommen.

Ja, aber jetzt möchte er doch noch mehr Licht.

Ja, aber wir haben ihm schon 60 Fenster eingebaut, noch eins mehr und die Statik

wackelt. Wofür braucht er so viele Fenster in der Mehrzweckhalle? Für

Veranstaltungen muss er die alle dämmen.

Unser Großkunde möchte mehr Licht.

Lassen Sie sich was einfallen.

Sollte ich nicht schon längst am Entwurf für die Rheinbrücken-Kampagne sitzen?

Priorität hat die Bauplanabnahme.

Hast du einen Job für mich?

Oh, was ist denn jetzt schon wieder?

Ich arbeite für einen Chef, der keine Ahnung hat.

Ja, so geht es den meisten von uns. Aber wenigstens verdienst du mit deiner

Arbeit noch Geld.

Läufst du schlecht an der Messe?

Ach, schlechter. Wenn es so weitergeht, kriege ich nicht mal das Stellgeld

zusammen. Ich verarme beim Arbeiten.

Weißt du, was du dringend brauchst?

Entspannung.

Die Party heute Abend.

Ich kann nicht. Ich nehme morgen schon den ganzen Tag frei, um mit den Kindern

Trampolin zu springen.

Morgen ist Mittwoch, da ist Schule.

Ich weiß, aber was soll ich denn machen? Ich arbeite seit drei Monaten jedes

Wochenende. Kinder haben ein Recht auf ihre Mutter.

Wie machen das andere Berufstätige, Alleinerziehende? Der Mensch sollte

nicht immer arbeiten. Der Mensch braucht doch Musik, Alkohol und Sex.

Ich weiß gar nicht mehr, was das ist.

Pass auf, ich zahl dir den Stellplatz und wir gehen heute Abend auf die Party,

wo du dich abschleppen lässt.

Klingt super, aber... Musik, Alkohol, Sex.

Komm schon, sag ja, sag ja.

Du darfst mir mal eine Frau aussuchen.

Alles klar.

Das wird lustig.

Aber die muss mir auch gefallen, ja? Ich nehme nicht jede.

Liebermals, wenn ich dir eine Frau aussuche, dann wird sie dir auch

gefallen. Also pack Kondome ein, heute passiert's.

Bis später.

Bis später.

Gab's echt nichts anderes?

Willst du auch Sex haben? In dem Kostüm kriegst du sogar noch Geld dafür.

Oh nein. Oh hi!

Hallo, ich bin Sarah, eine Kollegin von Mats. Hi, René, seine Mitbewohnerin.

Freut mich. Ah, also deine Kinder holt er immer von der Schule ab, ja?

Sind doch deine, richtig? Und nicht seine, oder?

Tschüss.

Bis gleich.

Was war das?

Kollegen haben eine Wette laufen, wie schwul ich bin, weil ich weder mit dir

noch mit denen Sex habe.

Willkommen im Mittelalter.

Ich hole uns was zu trinken.

Ein Margarita, ein Hurricane, bitte.

Grüß Gott.

Mach ich nicht.

Was?

Die Beichte und so, ich mach das nicht.

Ich hab nur gegrüßt. Ja, ja, so fängt das an, aber dann kommen die Sprüche.

Was denn für Sprüche?

Na, Schnitte schon belegt? Deine Augenfarbe passt gut zu meiner

Bettwäsche. Merk dir meinen Namen, wir müssen die ganze Nacht schreien.

Das klingt so, als hättest du heute Abend schon ganz schön was durchgemacht.

Aber Uwe war noch nicht da, oder?

Uwe? Nee, wieso?

Mein Munkel, der lässt sich gerne anpinkeln. Oh.

Nicht zwingend von Menschen.

Tja, Gottes Wege sind unergründlich. Amen.

Merci.

Na dann, geht mit Gott.

Und ihr fürchtet euch nicht. Nicht mal vor Uwe.

Zu spät.

Und?

Schon was gesichtet?

Der Römer ist ganz schnucklig.

Ah, das ist Giuseppe.

Der ist noch Single.

Und wer war die schöne Nonne am Tresen?

Keine Ahnung. Aber mit einer Nonne würde ich sowieso nichts anfangen.

Ist doch nur ein Kostüm.

Ja, keine Frau kleidet sich ohne Hintergedanken.

Ich meine, schau dich an.

Das Nutten-Ding hast du mir, Herr Ruhgekau.

Weil ich dich so gut kenne.

Prost, wir tanzen.

Oh, kann ich noch mal...

Untertitelung.

BR 2018

Die schlafen nicht mit mir, weil ich mit dir nah bin. Die Idioten checken einfach

nicht, dass wir kein Paar sind.

Toll. Deine Ziegen werde ich heute Abend nicht flach gelegt.

Ich geh nochmal auf Toilette.

Hey.

Hey.

Und, kam Uwe noch?

Aha.

Tut mir leid.

Mir erst.

Mit welchem Kollegen bist du denn hier?

Ich?

Ich kenne jemanden vom Schiff. Er hat mich reingeschmuggelt.

Aber nicht verraten, ja?

Wer schmuggelt sich denn bitte auf einer Architektenparty?

Klingt verzweifelt, oder? Nein.

Okay.

Trotzdem noch einen schönen Abend, Schwester.

Danke.

Okay, wir können... Okay.

Na, super.

Wisst ihr, wie man hier herkommt?

Ah, die Manne.

Hi, ich bin René.

Eva. Das ist mein Mitbewohner, Mats.

Ihr kennt euch ja schon. Er steht auf dich.

Hör nicht auf sie. Wir haben eine Wette, laufen wir heute noch wen verkuppelt.

Fand ich auf ihn ja erst etwas Verhaltensgestellt, weil seine letzte

Freundin gestorben ist.

Ups. Jetzt ist es raus und steht nicht als geheimnis zwischen euch.

Du, wir fahren jetzt in Richtung Innenstadt.

Willst du mit oder willst du noch 20 Minuten hier alleine warten?

Gerne mitfahren.

Na dann.

Wir haben eine Dachterrasse.

Bock auf einen Absacker?

Sie will uns bloß verkuppeln. Wir haben eine Hollywoodschaukel. Sie will uns

bloß verkuppeln? Wir haben eine Hollywoodschaukel.

Äh, also ich muss auch nicht nach Hause.

Alles klar.

Und

so

wohnen wir seitdem als Gastfreunde zusammen.

Weil sie nie auszieht. Weil er alleine keine Krawatten binden kann.

Leidenswert.

So.

Vorsicht, Stufe.

Mach's dir schon mal bequem. Ich schau mal, wo der Gigolo mit dem Shampoos

bleibt.

Ey, das bringst du jetzt nicht.

Verkuppelt.

Also ihr wirkt wie ein Paar.

Wir kennen uns, seitdem wir Kinder waren.

Nachdem wir aus Aachen weggezogen sind, haben wir uns aus den Augen verloren.

Und seit einem Jahr ist alles wieder wie damals.

Und ihr hattet nie was miteinander?

Schläfst du mit deinen Freunden?

Sollte ich vielleicht.

Schlechter werden kann es nicht.

Stimmt das mit deiner Freundin?

Wann ist das passiert?

Vor zwei Jahren, drei Monaten und ein paar Tagen.

Und seitdem?

Ich hatte das Gefühl, fremd zu gehen.

Wow.

So was will ich auch mal haben.

Klingt besser, als es ist.

Aber wo ist eigentlich René abgeblieben?

Die wurde schlagartig müde.

Wahnsinn! Die lieferte die Frauen ja fast ins Bett. Ja, da muss man höllisch

aufpassen.

Hast du noch was vor?

Kann ich auch morgen machen.

Und sag, wie lange ist deine letzte Beziehung her?

Ja. Willst du nicht drüber reden?

Nö. Okay.

Weißt du, was wirklich schlimm ist?

Bitte nimm es mir nicht übel, aber als René vorhin gesagt hat, dass seine

Freundin gestorben ist, da dachte ich, Glückspilz.

Ja, ich weiß, das ist furchtbar.

Aber wenn mein Ex einfach tot wäre, dann wäre ich zwar allein, aber wenigstens

nicht verraten und erniedrigt.

Was hat der Arsch denn getan?

Ach komm, wir saufen uns dein Leben schön.

So viel Alkohol habt ihr nicht.

Das hier ist sehr zielstrebig.

Ich geh mal auf Toilette.

Ich mach einen Kaffee.

Du darfst nicht die Luft anhalten, wenn du lauscht.

Sonst merk ich, dass du wach bist.

Hm?

Hey.

Gleich ist sie weg.

Dann gehör ich wieder ganz dir alleine.

Gut so?

Immer wieder schön mit dir zu reden.

Na? Habt ihr's schon vorgestellt?

Nee, oder?

Nicht noch jemand, der sich am Tisch nicht unterhält.

Sorry, ich hätte sagen sollen, dass er manchmal ein bisschen anstrengend ist.

Keine Sorge, Menschen, die am Tisch sprechen, ignoriere ich einfach.

Das gibt's hier wohl nicht.

Warum sitzen wir überhaupt zusammen, wenn wir uns nicht unterhalten?

Danke. Schön saufen. Das war genau das, was ich jetzt gebraucht habe.

Das freut mich, dass du geblieben bist. Ganz ohne Stress.

Sag René, es tut mir leid, dass wir keinen Sex hatten.

Sag ihr, es war meine Schuld.

Das bringt nichts.

Sie sucht die Schuld immer bei mir.

Tschüss. Tschüss.

Mach's gut.

Du auch?

Ihr wart echt leise, ich habe nichts gehört.

Wir haben die halbe Nacht weiter getrunken. Glaubst du, in dem Zustand

kann man Sex haben? Ja, also ich kann. Rat mal, wie ich schwanger wurde.

Und, wann siehst du sie wieder?

Was machst du, wenn ich hier verfalle und mit dir durchbrenne? Wer holt denn

da deine Kinder jeden Tag von der Schule ab?

Mach dir mal nichts vor. Du könntest ohne die Kids gar nicht mehr leben.

Wir bleiben also für immer hier zusammen wohnen? Für immer weiß ich jetzt nicht,

aber bis die Kinder 18 sind, warum nicht?

Und du bleibst so lange Single?

Auf keinen Fall.

Aha.

Was machst du denn, wenn du deinem Traummann begegnen solltest? Ja, dann

müssen wir ihn halt in unser Leben integrieren. Und wie? Man weiß ich auch

nicht, aber wenn mein Traummann nicht damit klarkommt, wie ich lebe, dann ist

es auch nicht mein Traummann. Oh, schon wieder schädeln, hä? Vielleicht brauchst

du hier langsam deine Brille. Aua!

Leg nicht ab.

Wann siehst du sie wieder? Gar nicht.

Keine Nummer, kein Nachnamen. Ey, du bist so berechenbar.

Na ja, zum Glück hast du ja mich.

Du hast ihr Portemonnaie geklaut? Es ist ihr aus der Tasche gefallen.

Auf alle Fälle steht ihr Name drin und ihre Adresse. Los geht's.

Du wirst sie doch jetzt nicht ohne Geld und Perse rumlaufen lassen. Stell dir

mal vor, es passiert ein Notfall.

Kinder, fertig machen! Wir fahren in den Jobpalast!

Das Leben muss irgendwann weitergehen.

Das tut's doch.

Ich hab dich, ich hab die Kinder.

Brauch keine Beziehung.

Wir müssen übrigens unbedingt mit Lola reden. Die hat mich zum ersten Mal mit

einer anderen Frau gesehen und das ausgerechnet im Bett.

Hab ich schon. Es ist alles in Ordnung. Der Einzige, der hier rumzieht, bist du.

Also los jetzt, schnapp dir die Supernonne.

Sie braucht einen Person.

Es ist deine Schuld, dass sie nicht mehr Haar hat. Also lass dir was einfallen.

Tach. Tach.

Ich möchte zu Schwester Eva, ich muss was beichten.

Du weißt doch, ich mache sowas nicht.

Oh Gott sei Dank, ich dachte, ich hätte es verloren.

René hat es geklaut, damit wir uns wiedersehen.

Sag mal, hat die keine Angst, dass du irgendwann deine Traumfrau triffst und

mit der zusammenleben willst?

Sie sagt, wenn wir jemanden kennenlernen, müssen wir den in unser

Leben integrieren.

Siehst du aus?

Oh, da muss ich ran, könnte wegen mir Kinder sein.

Ja, ist alles in Ordnung?

Bist du bei ihr?

Während meiner Arbeitszeit.

Ha, ich wusste es.

Pack die Nonne ein und komm her, es ist total leer.

Und ich schmeiß eine Runde Battlebox.

Du bist doch nur billige Babysitter.

Ey, ich geb dir eine Chance abzuchecken, wie sie mit Kindern ist.

Ich muss gar nichts abchecken.

Oh doch, Junge, das musst du.

Oskar!

Das war René, die ist gerade mit den Kindern Trampolin springen und fragt, ob

wir vorbeikommen wollen.

Ich auch. Sie braucht 100 pro nur billige Babysitter, um dann in Ruhe

telefonieren zu können.

Okay.

Ja,

hallo. Ich ruf an wegen dem Termin am...

Donnerstag. Das ist alles, was ihr könnt.

Vorsicht.

Na, was kam?

Lasst mich hier einfach zurück.

Oh je.

Ich glaube, wir lassen den Opi sich jetzt mal ein bisschen ausruhen, oder?

Wollen wir uns ein Slushie holen? Ja!

Okay, komm.

Sie mag Kinder.

Und ich mag sie auch, keine Ahnung warum.

Wann hast du dich eigentlich das letzte Mal durchchecken lassen?

Ich war gerade mit den Kindern eine Stunde da drin. Es ist ein Wunder, dass

noch keiner gekotzt hat.

Bei mir dauert es nicht mehr lange.

Na, wer will in die Battlebox?

Ich nicht, nur bei meiner Leiche.

Mama muss leider telefonieren, aber ihr könnt ja Mats und Eva mitnehmen.

Dafür hast du eine Woche Küchendienst.

Aber wir waren doch nicht mal fünfeinhalb Stunden hier. Ja, es ist

wahnsinnig ungerecht, aber wir fahren jetzt nach Hause.

Ich küche, du baden.

Jawohl. Hilfst du mir beim Kochen?

Äh, ich... Soll Eva noch mit uns essen? Ja!

Okay.

So, dann kommt die Pfützen. Ab ins Badezimmer. Hopp, hopp, hopp, hopp.

I do believe the best is yet to come.

This life is beautiful if you let it just roll on. Into the new,

into the new, into the new.

I will follow you into the new.

There's nothing else I wanna do.

Into the new, into the new.

So, die Kids schlafen. Ich bin platt, ich geh ins Bett.

Dezent.

Noch kurz Zeit für was Schönes?

Du guckst schon wieder auf die Uhr?

Ja. Ich muss noch packen.

Ich flieg morgen nach Kanada.

Wow.

Wann kommst du wieder? Ich könnte dich vom Flughafen abholen.

Es ist wirklich so verrückt, dass wir uns ausgerechnet jetzt treffen.

Ja, das ist total crazy.

Ich idealisiere immer noch Jenny und du kommst aus einer Beziehung mit einem

Psycho. Aber, Vorschlag, du erholst dich jetzt im Urlaub von dem Verrückten. Und

wenn du wiederkommst, dann lernen wir uns in aller Ruhe kennen.

Ich komme nicht wieder.

Ich habe alles verkauft. Ich habe meine Wohnung gekündigt.

Wann das Haus?

Warum?

Ich habe einfach nur scheiß Beziehungen hinter mir.

Ich habe immer noch keine Kinder und bei meinem Glück mit Männern wird das auch

nichts mehr.

Das ist einfach der perfekte Zeitpunkt für einen Neustart.

Es tut mir leid, ich hätte es dir gestern im Taxi sagen sollen, aber

alles, was ich wollte, war die letzten Tage nicht alleine in meiner Bude

rumhocken.

Ich hatte einfach Angst, wenn ich zu viel nachdenke, mache ich einen

Rückzieher.

Was willst du denn dann da machen?

Die erste Woche bleibe ich am Strand, surfe vielleicht ein bisschen und dann

suche ich mir Arbeit.

Chemikerinnen werden immer gebraucht.

Und das kannst du?

Einfach so weggehen?

Ja. Nur noch eine Nacht und dann beginnt mein neues Leben.

Neues Spiel, neues Glück.

Kann ich mitkommen?

Wir kennen uns seit gestern und du willst mit mir auswandern?

Nein, nein.

Ich will zu dir nach Hause mitkommen.

Ich kann dir beim Packen helfen.

Ich steck hier fest.

Mit dem Job, mit mir, mit Jenny.

René und die Kinder sind das einzig Gute.

Ansonsten...

lebe ich seit dem Tod von Jenny.

Ohne Pläne, ohne Freude. Und jetzt tauchst du auf und machst irgendwas mit

mir.

Immer wenn du da bist, fühle ich mich anders. Ich will nicht, dass du einfach

jetzt wieder verschwindest.

Ja, ich finde es scheiße, dass du auswanderst. Aber gerade deswegen, dass

mich hier nicht stehen.

Ich will einfach jeden Moment mit dir genießen, solange du hier bist.

Dann jammern wir die ganze Zeit rum, wie toll es mit uns geworden wäre. Und ich

bin schuld, weil ich weggehe.

Nein.

Niemand hat Schuld.

Egal welche Umstände.

Ich will einfach so viel Zeit wie möglich mit dir verbringen.

Das ist doch bescheuert.

Warum jetzt?

Schuldgefühle?

Bisschen.

Wie war denn der Moment, als du dich entschieden hast, auszuwandern?

Wie trifft man so eine Entscheidung?

Ich glaube, es ging mir einfach schlecht genug.

Wie lange bleibst du in Tofino?

Bitte nicht sprechen.

Komm bitte nicht mit rein.

Okay, dann gib mir deine Nummer, dann ruf ich dich an, wenn du gelandet bist.

Du willst gar keinen Kontakt mehr?

Ich mache einen Neuanfang.

Wenn wir jetzt die ganze Zeit hin und her telefonieren, dann bin ich nicht

frei.

Und du hast doch hier dein perfektes Leben mit René und den Kindern.

Ich muss gehen.

Ey, Casanova!

Und?

Ich

kann

ja jetzt nicht jedes Mal das Portemonnaie klauen, damit ihr euch

wieder seht.

Seht ihr euch wieder?

Sie ist nach Kanada.

Aha, und wann kommt sie wieder?

Gar nicht.

Was hast du getan?

Sie ist ausgewandert, okay?

Ja, hast du versucht, sie umzustimmen? Nein, sie will einen Neustart.

Außerdem kommt sie gerade aus einer Beziehung mit einem Typen, der mit einer

anderen Frau zusammengelebt hat.

Also nicht.

Sorry, Mats, aber du bist ein Idiot.

Ja, genau.

Ich bin ein Idiot.

Der Chef will dich sehen.

Nicht jetzt.

Konferenzraum. Der Großkunde ist da.

Ah, da sind Sie ja. Dann überlasse ich Sie mal meinem fähigsten Mitarbeiter.

So, Herr Donato, was trinken?

Nein, wir müssen die Besucherterrasse auf die andere Seite verlegen.

Aha, warum?

Weil ich es sage.

Abgemacht war, dass die Besucherterrasse Abendsonne kriegt. Deswegen muss sie im

Westen liegen.

Dann hat sie eben Morgensonne.

Aber auf der östlichen Seite der Halle ist es zu windig und der Wind kann ihren

Besuchern zu schaffen machen.

Dann lassen Sie sich was einfallen.

Gut. Wir könnten mehrere Baumreihen pflanzen, um den Wind abzuhalten.

Allerdings generiert das Zusatzkosten, die nicht im Budget sind.

Sie wollen eine Zusatzsonderierung, um ein paar Bäume einzuzeichnen? Nein, ich

will Sie darauf hinweisen, dass Zusatzkosten entstehen, wenn Sie Bäume

pflanzen. Sie wären der erste Kunde, dem Geld egal ist.

Gut.

Außerdem will ich da ein Fenster.

Zweimal drei Meter.

Schwierig. Wir haben alles an Statik ausgereizt. Ab jetzt riskieren wir die

Abnahme durch die Baubehörde.

Sie wollen mir keine verdammte Fenster in mein Büro einbauen? Das Büro war

bislang auf dieser Seite und da gibt es ja bereits ein Fenster, Herr Donato.

Vielleicht brauche ich einfach jemand Kompetenteren.

Schön. Wenn Sie wollen, dass Ihre Scheißhalle unter Ihrem verdammten Arsch

zusammenkracht, bitte.

Wie erlauben Sie sich, mit mir zu reden?

Ich werde mit Ihrer Chef reden und sie wird sofort gefeuert.

Accapito!

Warum hat er Sie angebrüllt?

Weil er ein Choleriker ist, der meine fachliche Expertise infrage stellt.

Sie werden sich sofort entschuldigen.

Herr Donato ist zur Baustelle. Fahren Sie hin, bevor er ein anderes

Architektenbüro engagiert.

Bei meinem Einstellungsgespräch damals, da haben Sie mir versprochen, dass ich

Großaufträge machen darf.

Seit Jahren mache ich Mehrzweckhallen. Darüber sprechen wir ein andermal. Sie

müssen los.

Ich nehme meinen Resturlaub.

Was wird das?

Trotzphase?

Eine Urlaubsphase.

Erst werden Sie sich bei Herrn Donato entschuldigen. Ich muss ganz dringend

Urlaub nehmen, damit sowas wie heute nicht nochmal passiert.

Und während ich im Urlaub bin, können Sie sich ja überlegen, ob Sie die

Vereinbarung aus unserem Einstellungsgespräch einhalten möchten.

Sie werden sich entschuldigen!

Ihr wisst doch, dass ich euch liebe.

Und eure Mutter liebe ich auch.

Aber wir sind ja kein Liebespaar, sondern allerbeste Freunde.

Deswegen kann man sich ja auch mal in jemand anderen verlieben.

Das passiert tatsächlich auch ab und zu.

Das ist wie eine Grippe.

Bist du angesteckend? Nein, keine Angst, du bist noch immun dagegen, aber ich

vielleicht nicht.

Deswegen muss ich auch vielleicht mal eine Woche verreisen.

Aber wenn ich wiederkomme...

Fahren wir zusammen in Urlaub? Wie findet ihr das? Bringst du mir was mit?

Klar.

Susi!

Lolo, alles klar?

Hab dich vermisst, als ich heute Morgen aufgewacht bin.

Du warst doch gar nicht zu Hause.

Deswegen. Ich vermisse dich immer, egal wo ich bin.

Und so wird es mir jetzt auch gehen.

Aber wenn ich wiederkomme, fahren wir in Urlaub.

Ah, du bist ja schon da. Hey, na.

Hallo, Schatz.

Hast du mal einen Moment?

Lolo, Einkäufe auspacken. Oskar, hilf deiner Schwester.

Ich hatte vielleicht einen Tag heute.

Naja, man muss was riskieren.

Das Leben geht weiter.

Ich habe einen Tumor.

Er ist vielleicht bösartig.

Wie kommst du denn darauf?

Weil ich einen Befund habe.

Was für einen Befund?

Mann vom Doc aus der Klinik.

Was für ein Doc? Was für eine verdammte Klinik?

Ich war beim Arzt wegen der Übelkeit und dem Schwindel, um das abklären zu

lassen.

Die haben CT gemacht und haben dann eben diesen Gehirntumor gefunden.

Und am Dienstag machen sie eine Biopsie, um zu gucken, wie schlimm es ist.

Die machen meinen Kopf auf.

Die Kinder dürfen nichts merken.

Wir reden später nochmal.

Schatz, gibst du mir dein Glas?

Und, wie war's in der Schule?

So.

Geht's dir gut?

Geld. Bisschen Zahnschmerzen.

So, auf ins Bett. Hopp, hopp, hopp.

Gute Nacht.

Bis gleich.

So, wer erst unter der Decke ist.

Hey. Na?

Sorry, ich bin gestern einfach eingeschlafen.

Mats, wir machen da keine große Sache draus.

Okay.

Alles läuft normal weiter.

Klar. Normal.

Wenn ich nicht mehr arbeiten kann.

Das kriegen wir schon hin.

Was wolltest du mir gestern eigentlich erzählen?

Nicht so wichtig.

Bringst du mich Dienstag ins Krankenhaus?

Klar.

Na?

Sag mal, erinnerst du dich noch an den Finanzheiligen, den ich dir mal

vorgestellt hab?

Der Große mit der Fistelstimme?

Ja. Ja, danke nochmal dafür.

Was ist denn mit dem?

Ey, du hast wirklich überhaupt keinen Überblick über deine Versicherung.

Hat der mir doch was angedreht?

Du hast die Polizei unterschrieben, seitdem wird bei dir Geld abgebucht. Du

guckst überhaupt nicht auf dein Konto.

Und auch Rufsunfähigkeit?

Wie viel?

2000 im Monat?

Mama, was ist denn?

Krieg ich noch ein Bärschweinchen? Nein!

Aber wir fahren zu Opa.

Sofort packen. Los. Zack, zack, zack. Du willst nach Aachen?

Ich will mal wieder nach ihm sehen.

Ich komme am Montag unten die Kinder zurück.

Ich komme mit.

Musst du nicht arbeiten?

Urlaub.

Du hast nie Urlaub.

In guten wie in schlechten Zeiten.

Genau, ich schicke Ihnen das Angebot dann zu.

Schönen Tag noch.

So, noch drei Minuten.

Du kannst dir im Krankenhaus auch eine lokale Betäubung geben lassen und dann

auf dem OP-Tisch weiter telefonieren.

Ausnahmsweise hast du mal recht. Jetzt geht's um mich. Außerdem verdiene ich

jetzt mehr, wenn ich nicht arbeite, was ganz schön geil ist.

Vielleicht hätte ich doch mit dem Finanzherrn nicht schlafen sollen. Ich

hab seine Nummer noch.

Bestimmt ist ein Traum, eine todkranke Frau flachlegen.

Wer ist tot?

Niemand ist tot.

Wer will eine bunte Tüte? Ich!

Tut

mir

leid wegen ihm.

Ja, du bist wirklich ein Weichei.

Kaum soll dein Schädel mal geöffnet werden, fängst du an zu jammern.

Was sagen wir den Kindern?

Mama muss mal kurz ins Flugzeug.

Hä? Ins Krankenhaus.

Mama muss mal kurz ins Krankenhaus, aber ist danach ganz lange zu Hause und hat

deswegen ganz viel Zeit für ihre Kinder.

Das freut sie total.

Hallo. So, ab ins Haus. Hallo, Papa.

Hallo.

Hallo.

Willkommen, Junge.

Scheiße, das.

Ja, komm rein.

Hier pennst du.

Das sieht immer noch so aus wie früher.

Ja, aber jetzt brauchst du nicht mehr heimlich durchs Fenster reinzukrauchen.

Meine Frau und ich dachten, ihr heiratet später.

Tja.

Ich fahr jetzt ne Runde mit den Kids und sag's ihnen.

Bis gleich.

Okay.

René?

Der Vater der Lütten.

Wie oft sieht er Sie?

Gar nicht.

Hat meine Tochter zurzeit jemanden?

Lola meinte, dass du eine Freundin hast.

Sie ist weg.

Kommt sie zurück?

Mhm.

Dann seid ihr beide also immer noch nur Freunde?

Mhm.

Nichts für ungut, Junge, aber bist du...

Wer weiß, was die Zukunft bringt.

Aber was ist denn das Problem?

Gibt kein Problem.

Seit einem Jahr bist du wieder der Mann im Leben meiner Tochter.

Die Lütten vertrauen dir.

Und ihr beide liebt euch, seit ihr Kinder wart.

Warum seid ihr kein Paar?

Weil wir Freunde sind.

Ja, aber...

Willst du denn keine Familie?

Ich habe eine Familie.

Ich meine eine richtige.

Ich habe eine richtige Familie.

Ach, Mats, ich meine eine biologische.

Wozu? Ich könnte kein Kind mehr lieben als Lula und Oskar.

Ja.

Entschuldige die Frage.

Bin zu alt, um zu verstehen, wie das heute mit jungen Leuten ist.

Und?

Äh, so.

Oskar find's mega. Der freut sich auf mehr Zeit mit mir.

Und Lola?

Die sieht irgendeinen Zusammenhang zwischen Evas Besuch und meiner

Krankheit. Ach du Scheiße.

Aber ich hab mit ihr geredet und ihr das erklärt. Das ist halt alles vier auf

einmal.

Gib ihr ein bisschen Zeit.

Und wie war es hier?

Haben sich meine beiden Männer vertragen? Dein Vater hat mich gefragt,

warum wir nur Freunde sind.

Spannend. Warum sind wir nur Freunde?

Weil du mies im Bett bist.

Das hast du ihm nicht gesagt. Bin ich blöd? Ich will doch morgen nicht unter

Estrich aufwachen.

Apropos, ich brauche einen neuen Job.

Du hast gekündigt?

Ja. Endlich.

Und wie kommen wir jetzt über die Runden? Wieso? Du bist doch jetzt reich.

Stimmt. Dann liegst du mir immer auf der Tasche. Finde ich gut.

Ich werde schon was finden.

Ich muss auch was ändern.

Ich weiß nicht, wann ich aufgehört habe zu leben.

Aber ich funktioniere nur noch. Ich halte nur noch durch, Tag für Tag.

Das kann es echt nicht sein.

Vielleicht muss man erst krank werden.

Ich meine, ich bin seit Jahren gestresst, Mats. Seit Jahren.

Ja, aber wundert dich das?

Selbstständig und Mutter, das sind zwei Fulltime-Jobs. Trotzdem muss ich was

ändern.

Okay.

Und was?

Also, als erstes will ich mal Zeit mit den Kids.

Was noch?

Ich will Sex.

Sofort.

Hallo.

Mann, doch nicht mit dir, du Dobi.

Wenn du erst mal mitkriegst, wie gut ich im Bett bin, dann muss ich dich ständig

von der Bettkante schubsen und mich dann mit deiner gekränkten Männlichkeit

rumschlagen. Vergiss es. Ja, aber mit wem denn dann? Ich meine, sonst kennst

du ja doch niemanden. Na, wir gehen heute Abend aus.

In unseren alten Club? Ja. Oh, fein.

Mach dich hübsch, wir lassen's krachen.

Cool.

Hm.

Das war unser Club.

Fuck.

Hey, guck mal da.

Meinst du?

Klar.

Okay.

Wir finden was anderes.

Bist du blind?

Was denn?

Nach vorne rechts.

Ah, verstehe.

Hey, hast du vielleicht Lust zu tanzen?

Besser nicht.

Okay.

Willst du vielleicht mit mir tanzen?

Leider nein, aber danke.

Ich komme, bevor die Kinder wach sind.

Da war's fertig.

Hi, ein Kalbi, bitte.

Wo ist meine Tochter?

Sie tanzt.

Vielleicht

verstehe

ich nicht genau, wie ihr zueinander steht.

Aber ich sehe euch zusammen.

Eigentlich seid ihr wie eine ganz normale Familie.

Das wollten wir natürlich nicht. Normale Familien haben eine zu hohe

Scheidungsquote.

Ich wollte dir nicht zu nahe treten, Junge. Ich meine nur, man könnte sagen,

dass du dein Leben mit meiner Tochter verbringen möchtest.

Man könnte sagen, dass ich das bereits tue.

Aber warum heiratet ihr dann nicht?

Für die rechtliche Situation der Lütten wäre es das Beste.

Und für meine Tochter auch.

Sie braucht jetzt Sicherheit.

Morgen. Na

komm

schon, erzähl.

Wie war's?

Hammer. So gut?

Wow, vielleicht soll ich mal ein Workshop bei ihm nehmen.

Ein Rollstuhlfahrer wird nie die tote France gewinnen, egal wie hart er

trainiert. Wie ging's denn bei dir weiter?

Lass mich raten. Die Frauen fanden dich alle ganz toll, also bist du... Ganz

schnell nach Hause gelaufen. Wo ich dann ein super Gespräch mit deinem Vater

hatte, der wollte, dass ich dir einen Antrag mache.

Oh. Du wusstest davon?

Ja, er will halt das Beste für mich und ist sich nicht sicher, ob du die Eier

dazu hast.

Okay, ich fang nochmal an. Vielen Dank.

Also guck mal, für ihn ist das ganz einfach. Du bist die einzig männliche

Konstante in meinem Leben.

Die Zwerge lieben dich, du liebst die Zwerge.

Für ihn wäre das das Einfachste, wenn wir...

Wenn was?

Wärst du bereit, mich im Falle eines Falles auf den letzten Metern doch noch

zu einer ehrbaren Frau zu machen?

Du machst mir gerade einen Antrag?

Ich mache dir einen Vorschlag, du Dovi.

Für den Fall, dass die Sache übel endet. Sie wird nicht übel enden.

Und wenn doch?

Wir brauchen B-Plan für die Kinder.

Komm mal mit.

Mann, haben wir hier viel Zeit verbracht.

Du hattest recht.

Ich hab die Sache mit Eva verbockt.

Klar, du hattest recht.

Fällt dir aber früh ein.

Reden hätte bei ihr eh nichts gebracht.

Sie wurde viel zu oft angelogen und zugetextet. Was sie braucht, ist ein

Zeichen und das gebe ich ihr jetzt.

In fünf Stunden geht mein Flieger nach Kanada.

Montagabend vor deiner OP bin ich wieder zurück.

Wow, Mats.

Gute Aktion.

Aber weißt du, wo du suchen musst? Kanada ist groß.

Ich weiß, wo sie zuerst hin wollte.

Mit ein bisschen Glück erwische ich sie dann noch.

Du weißt die ganze Zeit, wo die Frau ist und das fällt dir jetzt ein?

Ich hatte das Ticket schon, als deine Diagnose kam.

Ey, du bist so ein Idiot.

Sorry.

Mann, Mats, jeden Morgen wache ich auf und hoffe, dass ich mich in

irgendjemanden verknalle, der keinen Totalschaden hat und du lässt diese Frau

gehen? Mann, was hätte ich tun sollen? Du hast einen Tumor? Hey, viel Spaß, ich

bin dann mal weg. Ja, ja, jetzt nimm mal meine Krankheit als Ausrede.

Echt, ey.

Jedenfalls dank deinem Vater ist mir heute Nacht klar geworden, wie viel

Glück ich habe.

Dank dir habe ich am Tiefpunkt meines Lebens ein Zuhause bekommen.

Deshalb, falls der Tumor bösartig ist, was er nicht sein wird, dann werde ich

dich und die Kinder heiraten.

Oh Mann.

Jetzt heule ich gleich, du Lobby.

Na klar, hab ich doch gesagt.

Ich glaub, dein Vater findet das jetzt so richtig doof, dass ich fahre.

Ja, sei einfach pünktlich zur OP wieder da, dann mischt er den Estrich-Duner.

Wo ist denn Jula?

Schau mal nach ihr.

Oskar?

Lola?

Willst du nicht rauskommen und winken?

Geh weg!

Na ja, hast ja recht. Lohnt sich auch gar nicht.

Muss ja nur zweimal schlafen, dann bin ich schon wieder da.

Ich komm mal kurz rein.

Ich komm jetzt rein.

Ach komm schon.

Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung, was du mir bedeutest.

Wie unbeschreiblich schön es ist, dass es dich gibt.

Und ich liebe es, morgens aufzuwachen, wenn du halb auf mir drauflegst, deine

Füße in meinem Gesicht.

Wie so eine lustige Ente.

Also wie eine mega lustige Ente, die immer schmollt, wenn sie aufstehen muss.

Lolo?

Ich muss jetzt los.

Okay?

Zweimal schlafen, dann bin ich wieder da.

Versprochen.

Papa!

Kommst du zurück?

Natürlich komme ich zurück.

Wir sind eine Familie. Wir werden unser ganzes Leben zusammen verbringen.

So. Ich liebe dich.

Wehe, du kommst ohne sie wieder.

Komm her, Sponze.

So, tschüss, mein Meerschweinchen.

Vielen Dank.

IFA? IFA?

Eva? Hey!

Mats? Was machst du hier?

Mats!

Hallo. Hey.

Du kannst nicht fassen, dass du hier bist.

Wie lange bleibst du?

Mein Flieger geht morgen früh um sechs.

Was?

René hat einen Gehirntumor und wird in zwei Tagen operiert. Ich musste dich

einfach sehen, bevor du vielleicht für immer verschwendest.

Und wenn die Befunde schlecht sind, dann werde ich René heiraten, damit ich die

Kinder adaptieren kann.

Ich weiß, kaum ist der eine irre weg, schon kommt der nächste.

Aber ich musste dich unbedingt wiedersehen, um dir zu sagen, dass ich

mehr Zeit mit dir will.

Wie soll das aussehen? Ich bin in Kanada und René braucht dich in Deutschland.

Weiß ich auch noch nicht.

Vielleicht komme ich erstmal alle paar Wochen für ein paar Tage rüber?

Willst du dein Leben im Flieger verbringen?

Okay, dann sag du mir, wie wir das machen wollen.

Ich weiß es nicht. Wir kennen uns erst drei Tage.

Ja, ich mag dich schon.

Schlimm, oder?

Du kennst mich doch gar nicht.

Ich mag unsere guten Gespräche. Ich mag deinen Humor. Ich mag deinen Mut, dich

für Dinge zu entscheiden. Ich mag es, morgens neben dir aufzuwachen. Okay, am

Frühstückstisch ist wirklich der Horror. Aber ansonsten mag ich bisher alles an

dir. Und ich will unbedingt rauskriegen, was ich noch an dir mag.

Und du magst meine Witze.

Niemand mag meine Witze.

Ich lache eigentlich auch mehr aus Mitgefühl.

Das reicht mir.

Wir haben diese eine Nacht.

Du kannst mich alles fragen.

Alles.

Glaubst du wirklich, es kann funktionieren?

Gott sei Dank.

Da bist du ja.

Wollte dich nicht wecken.

René hat also einen Gehirntumor und falls sie stirbt, wirst du sie heiraten

und die Kinder adoptieren.

Ja.

Wenn du mehr Zeit brauchst, ich kann auch nach der OP nochmal wiederkommen.

Wir verabreden uns einfach irgendwo.

Ich komm, wohin du willst.

Ich muss verrückt geworden sein.

Aber ich mag dich mehr als Kanada.

Ja.

René starb an einem Herbstmorgen.

Sie wurde 73 Jahre alt.

Der Tumor war gutartig.

René hatte noch viele gute Jahre.

Wir alle hatten die.

Ich hatte eine Familie mit meiner besten Freundin und eine mit der Liebe meines

Lebens.

Mehr Liebe geht nicht.

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