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Mona, ich muss mal kacken. Boah, kannst du das nicht für dich behalten, du
Idiot? Nee, lass was raus.
Du bist sowas von eklig.
Mona?
Sag mal, hast du gekotzt?
Ist nicht dein Ernst? Gehst du so in die Schule?
Ja, sicher.
Ich bin heute Abend mit Mike und Sarah Sushi essen.
Mona, ich müsste mal kacken. Boah, kannst du das nicht für dich behalten,
du Idiot?
Nee, lass was raus.
Du bist sowas von eklig.
Mona?
Sag mal, hast du gekotzt?
Ist nicht dein Ernst? Gehst du so in die Schule?
Ja, sicher.
Ich bin heute Abend mit Mike und Sarah Sushi essen.
Hier.
Magst du auch was?
Nein.
Wer will, kann mit mir fahren.
Wieso?
Hier. Unterrichtest du heute?
Ja.
Ich wünsch dir viel Spaß.
Tschüss.
Ach, was wollt ihr heute zum Abendessen?
Hey! Oh, Mann!
Kannst nicht aufpassen. Sorry.
Ja, was ist denn? Ich hab doch gesagt, ich fahr euch.
Nee, das passt schon.
Ja, und was mit dir?
Fällst du auch nicht mit?
Also, ich kann mir nicht helfen, aber manchmal habe ich das Gefühl, ihr habt
ein Problem damit, mit mir gesehen zu werden.
Jessica, hallo.
Alles klar?
Wollen Sie zu uns?
Ganz genau.
Hallo.
Dr. Lessing.
Äh, bis gleich, ihr beiden.
Meine Mutter denkt, es ist Zeit für meinen ersten Gymbesuch.
Was? Du gehst zu Monas Vater?
Was für eine behinderte Frage. Schlimm genug, dass meine Mutter bei ihm in
Behandlung ist.
Stell dir mal vor, du auf seinem Stuhl, die Beine hoch.
Oh mein Gott!
Echt, Fessi, du bist echt sowas von krank.
Ich?
Das wäre doch nicht nötig gewesen, Frau Schmelcher.
Ehrenamt ist schließlich Ehrenamt. Ein kleiner Roman, das kann doch nicht
verkehrt sein.
Danke.
Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, Ihren Sexualkundeunterricht an
diesem Gymnasium zu etablieren.
Wenn auch gegen den Widerstand des Elternbeirats. Ganz ehrlich?
Ohne sie hätte ich längst hingeschmissen. Es ist auch eine
Unverschämtheit, mir vorzuwerfen, ich würde hier künftige Patientinnen
akquirieren wollen.
Wisst ihr, was ich glaube? Ich glaube, das ist nur vorgeschoben, um von der
eigenen Prüderie abzulenken. Ja, mag sein.
So ist nun mal die Klientel einer so angesehenen und teuren Privatschule wie
der unseren, Dr. Lessing. Und ich denke, die Kröte haben sie doch längst
geschluckt.
Sonst würden wir doch nicht bereits die dritte Lessing zu unseren Schülern
zählen.
Ich heiße Dr. Stefan Lessing. Manche von euch kennen mich schon aus der fünften
Klasse. Bloß, diesmal werde ich keinen Holzpenis rausholen.
Schade.
Schade, ja. Aber bevor er euch zu früh freut, habe ich etwas anderes
mitgebracht. Ein anderes Demonstrationsobjekt, und zwar aus
Kunststoff.
Und da unser Thema heute Verhütung heißt und dazu bekanntermaßen zwei gehören,
habe ich auch noch das hier mitgebracht.
Es handelt sich hierbei um hochwertige anatomische Modelle, die, wie ich stolz
bin sagen zu können, neuerdings von meiner Frau vertreten werden.
Heißt sie Beate Use?
Die heißt nicht Beate Use, die heißt Judith Lessing und ist seit über zwei
Jahrzehnten meine Frau. Und weil der Sexualkundeunterricht zu meiner Zeit
noch nicht so effektiv war wie heute, sind dabei drei Kinder entstanden, wovon
eines soeben die Räumlichkeiten verlassen hat.
Ja. Bevor es aber jetzt zu privat wird, schlage ich vor, wir...
kehren zu unserem Thema zurück, und das heißt Verhütung.
Und, wie läuft's für euch?
Das sieht doch schon ganz schön aus hier.
Und, wie läuft's für euch?
Das sieht doch alles schon ganz gut aus.
Braucht ihr Hilfe?
Jesse, warte mal!
Bo, du bist ja voll der Profi.
Tja.
Meine Tochter.
Ist es dir etwa wieder schlecht?
Nee, ich habe nur keinen Hunger.
Sag nicht, du hast dich heute früh wieder übergeben.
Deine Tage?
Nein, ich habe sie immer noch nicht.
Zufrieden?
Oh mein Gott!
Willst du nicht vielleicht doch einen Test machen?
Tolle Idee. Die Apothekerin ist die beste Freundin meiner Mutter.
Und es ist nichts.
Es kann gar nichts sein.
Ich bin's.
Jonas, warte mal ganz kurz, ja?
Jetzt nicht.
Jetzt nicht.
Hey!
Na, wie war dein Training?
Gut.
Alles okay bei dir, Papa?
Ja, wenn ich sofort eine Wormung kriege.
Genau das hat mir gefehlt.
Und bei dir?
Warte, ich zeige es euch.
Ich habe die ersten Modelle eben abgeholt.
Tadam!
Was ist denn das?
Na, was wohl?
Alles klar.
Logisch, dass du das nochmal findest. Hallo, ich bin Muschi, das hochwertige
anatomische Modell einer Spitzenfirma.
Das ist wirklich nicht lustig. Das ist albern.
Ja.
Was machen die Kinder? Wie geht's Cosima? Die
üblichen pubertären Hormonschwankungen.
Das ist bei Lea anders.
Damit dürfen sich ihre Gasteltern in Pittsburgh erschlagen.
Wie läuft's bei Ben? Ja, ich hoffe, sein Autismus ist altersbedingt.
Und Mona?
Ihr kennt doch Mona.
Trainiert dreimal die Woche.
Alles wie immer. Alles Beste, wenn die anderen zweimal so wären wie Sie.
Meine Güte, das war ein Witz.
Ich fand's nicht lustig. Komm Stefan, die anderen haben auch gelacht. Ich
nicht. War schon lange her, dass wir zusammen gelacht haben.
Und was denn das letzte Mal?
Auf unserem Hochzeitsfoto?
Flexible Luxuswirbelsäule mit Oberschenkelstümpfe.
Toll! Wahnsinn!
Dein neues Büro, das sieht doch alles schon großartig aus. Ich finde es auch
toll, wie du das alles anpackst.
Ich kann das nicht, Stefan.
Was kannst du nicht?
Dieses Zeug da verkaufen.
Jetzt mach dir mal keine Sorgen, ich helf dir ja. Nein, ich hab mich falsch
ausgedrückt. Ich will das nicht.
Ich will nicht. Das kannst du nicht machen. Ja, es tut mir leid, falls ich
dich damit in Verlegenheit bringe, aber man wird ja auch normal die Meinung
ändern dürfen, oder?
Allerdings bringst du mich damit in Verlegenheit, ja?
Stefan, jetzt übertreibst du aber.
Ich schick die Modelle retour mit dem netten Begleitbrief und... Gutes. Aber
so einfach geht das nicht. Es geht ja auch um meinen Ruf. Wie steh ich denn da
bei denen?
Wie bitte?
Ich? Ich hab dir immer, wo ich nur konnte, deinen Rücken freigehalten. Ich
bin mit dir hierher gezogen, weil du hier eine Praxis eröffnen konntest und
hab alles in Berlin zurückgelassen oder etwa nicht.
Was du erreicht hast, ist auch mein Verdienst.
Das bestreitet doch auch niemand.
Ich bin stolz auf dich.
Solltest du auch wissen.
Aber was, wenn ich mich gar nicht stolz fühle?
Die Frage ist doch, was hab ich erreicht?
Ich. Für mich.
Was ist denn das überhaupt?
Damit können Frauen lernen, ihre Brust abzutasten.
Und wieso drei?
Bitte versuch's doch wenigstens.
Frau Dr. Lessing. Dr.
Brückner. Guten Tag.
Danke, dass Sie sich Zeit für mich nehmen und für die Produkte, die ich
Ihnen vorstellen möchte. Ja, ja, machen wir es kurz. Mein Budget ist 1.000 Euro
und Sie stellen mir einfach was zusammen, ja? Das ist ja toll.
Irgendwas? Ja.
Den geben Sie Stefan und grüßen ihn schön von mir.
Danke.
Danke.
Danke.
Was machst du denn? Ich war bei Dr. Brückner.
Ah ja, und wie lief's?
Genau darüber möchte ich mit dir reden.
Unter vier Augen.
Jetzt? Sofort.
Wie brüllt hältst du mich eigentlich?
Du hast mit Kollegen vereinbart, ihr Modelle, die sie mir abnehmen, selbst zu
bezahlen. Ich hab da Patienten.
Ach, deswegen.
Deswegen hattest du Angst, dich lächerlich zu machen, wenn ich
aussteige, oder?
Ich? Ja.
Wer behauptet denn sowas? Doch, der Brückner. Ach, der Brückner.
Indirekt, zugegeben. Oder hast du eine andere Erklärung dafür, dass er mir
hier, hier diese Rechnung für dich mitgegeben hat?
Dieser Idiot, der hat ja eine Rechnung geschrieben.
Mann, oh Mann, oh Mann, oh Mann, da haben wir uns aber echt in eine
beschissene Lage gebracht.
Wie bitte?
Wir? Uns?
Nee, nee, nee, du.
Du hast eine Situation geschafft, die demütigend ist. Für mich.
Schatz, ich wollte dir helfen. Ich dachte, ein paar Erfolgserlebnisse, die
würden dich besser motivieren, um wieder einzukommen vielleicht.
Warum musst du überhaupt arbeiten?
Du hast doch selber gesagt, die Kinder sind groß, die Praxis läuft, können sie
sich einfach genießen. Es reicht mir nicht mehr, Stefan.
Es reicht mir nicht mehr.
Bestell deiner Firma, dass ich sofort die Erwirkung kündige und von dir
brauche ich auch Abstand.
Wie? Abstand? Wie meinst du das, Abstand?
Musst du den Test her?
Das ist eine Versandapotheke.
Das habe ich doch gesagt.
Wieso?
Rebecca sagt, die sind Mist.
Das ist ein ganz normaler Test.
Müsst du abdrehen?
Was sonst? Was sollst du denn sonst tun? Das weiß ich doch nicht.
Mein Vater würde mich umbringen.
Mein Vater.
Wie erzähle ich das meinem Vater?
Mona?
Komm, mach Schluss für heute.
Auszeit, so ein Schwachsinn.
Wie oft haben wir erlebt, dass sich andere Paare eine Auszeit nehmen?
Wie ist es dann jedes Mal gekommen?
Irgendwann war es dann ganz aus. Aus und vorbei.
Willst du das, Judith?
Jedes Gespräch, das ich mit dir führe, endet im Streit. Willst du das?
Nein.
Ach, Mona!
Was machst du denn hier? Ich dachte, du hast Training.
Kann ich gut mit euch reden?
Gleich, wir sind gleich fertig. Ich komm gleich zu dir hoch, ja?
Ja, andere Paare haben auch Probleme.
Ja, wer denn zum Beispiel?
Max und Rebecca nicht.
Naja.
Sei doch ehrlich, Stefan.
Der Auszeit wird uns beiden guttun.
Ja, okay, eine Auszeit, aber keine getrennten Schlafzimmer. Wir können die
Betten ja auseinander schieben, ja?
Du weißt, ich kann ohne dich nicht einschlafen.
Was ist denn das?
Mona?
Sag mal, Mona, hast du das hier hingelegt?
Mona? Was ist denn das? Sag mal, das ist nicht wahr, oder? Mona, das kann doch
nicht wahr sein. Hast du das da hingelegt? Ist das von dir? Ich habe den
heute in der Schule gemacht. Das ist ein Schwangerschaftstest. Ich habe den heute
in der Schule gemacht.
Wann hast du den gekauft? Wann hast du den gekauft?
Vor drei Monaten.
Wie oft haben wir über das Thema Verhütung gesprochen?
Zu Hause, in der Schule?
Ich weiß.
Ja, aber du hast offenbar nichts begriffen oder nicht zugehört.
Mona, wie kann das sein? Erklär's mir!
Wer ist dieser Typ? Einer von diesen verblödeten, verpickelten Achtklässlern,
die zu verpeilt sind, sich ein Kondom über ihren Ding-Dong da zu ziehen?
Stefan, ich...
Diese Tests aus der Apotheke sind nicht zuverlässig. Ich untersuche dich in der
Praxis. Ja, bitte, Papa.
Es ist zu, wir können gehen.
Alles wird gut, mein
Schatz.
Gleich haben wir es.
Das war das letzte Mal an der Tage.
Vierter Monat.
Vierter Monat. Wie?
Anfang Vierter oder? Judith, genauso wenig wie es ein bisschen Schwanger
gibt, gibt es ein bisschen zweites Terminal.
Das weißt du ganz genau.
Sie ist richtig gründlich schwanger. Schwangerer kann man gar nicht sein.
Ey, ich pack's nicht.
Du hast wirklich einen Braten in der Röhre.
Mann, lass die coolen Sprüche blöden an.
Sag verdammt nochmal schwanger, wenn du schwanger meinst.
Und du!
Wie stehe ich denn jetzt vor meinen Freunden da, hm? Und jetzt?
Ich weiß ja auch nicht, was du denkst. Die Sache ist ja noch nicht auf dem
Kunde. Ich kann die ja so tun, als ob... Nein, Stefan, nein!
Du wirst nicht deine Zulassung riskieren! Du hast recht.
Cosima?
COSIMA!
Die machen mich doch total lächerlich! Was?
Nach all den Jahren!
All den Jahren, in denen sich die anderen sowieso schon über mich lustig
machen!
Oh, da kommt die Tochter vom Höhlenforscher ab!
Vom Doktor Loch! Vom Muschilogen! Also, den kann ich noch nicht. Halt die
Fresse, du Wichse!
Ich ziehe aus.
Ich wandere aus.
Ich ändere meinen Namen. Ja, die Dame, die klöpfe ich mir später vor. Wir
werden jetzt erstmal eine Familienkonferenz einberufen. Wir haben
genug zu besprechen. In Ordnung? Hallo?
Ben, wo willst du hin? Ich treffe jetzt erstmal ein paar Freunde hier und mach
das hier schon.
Ach, Mona.
Steht zu dir, ja? Kein Thema. Und wenn du noch was baust, komm zu mir.
Moment mal, Ben. So geht das nicht.
Hey!
Bleib hier!
Na, großer.
Wir haben ja eine richtige Bilderbuchfamilie. Zwei unserer Kinder
sind sozial inkompetent und die dritte ist schon.
Roman, ja? Der heißt Roman.
Und weiter?
Ist der in deiner Klasse?
Spence.
Also Parallelklasse meine ich.
Wie alt ist der?
17.
17? Ist das nicht illegal?
Nein, ich glaube nicht. Weißt du was, ich wette mit dir, der fährt drauf ab,
kleine Mädchen. Jetzt lass sie doch erstmal erzählen.
Seit wann schlaft ihr miteinander?
Es war doch nur ein einziges Mal.
Wir sind doch nicht zusammen oder so.
Ist nicht dein Freund?
Es war nur Sex.
Das ist alles.
Es war nur Sex?
Sag mal, wie redest du eigentlich? Es war ihr erstes Mal.
Habe ich recht?
Es war auf einer Party.
Boah, ey, ist egal.
Auf jeden Fall, wir hatten halt ein bisschen was getrunken.
Also ich find Roman schon ganz süß.
Alkohol?
Ihr habt Alkohol getrunken?
Das machen alle.
Und weiter?
Das ist halt einfach passiert.
Es ist einfach passiert, ja klar. Es ist einfach passiert, ohne Sinn und
Verstand.
Ohne Verhütung, ohne Liebe, ohne alles.
Papa, du verstehst es nicht. Du bist nicht mehr jung, du weißt nicht, wie das
ist.
Sex zu haben, das gehört dazu, wenn man dazu gehören will.
Mona, du bist im vierten Monat.
Papa hat dir doch erklärt, was das bedeutet.
Wenn du uns ein bisschen früher Bescheid gesagt hättest, dann... Dann hätte ich
es wegmachen lassen können.
Ich weiß nicht, das wäre nicht richtig gewesen, oder?
Was machen wir jetzt?
Ja.
Was machen wir jetzt?
Mama?
Was ist denn?
Ich kann nicht schlafen.
Stefan?
Und? Was?
Willst du dich wieder übergehen? Nee, sie sagt, es ist jetzt vorbei.
Also ich werde sie nicht wie ein Rosei behandeln, das könnt ihr vergessen.
Hey!
Ich knöpfe mir ja jetzt diesen Knaben vor.
Soll ich nicht lieber mit ihm reden?
Ich denke, ich bin etwas diplomatischer als du.
Na, ich mach das.
Keine Sorge, ich bringe den schon nicht um.
Was soll das?
Einsteigen.
Was?
Na los! Genau, einsteigen. Ein mit dir.
Wenn du ein bisschen mehr mit dem Kopf und weniger mit dem Schwanz gedacht
hättest, wäre das alles nicht passiert.
Mann!
Ich hätte große Lust, den Paar reinzuhauen und dich danach im See zu
versenken. Also überleg dir gut, was du sagst. Ich bin Arzt, ich könnte es wie
einen Unfall aussehen lassen.
Ich dachte, Sie sind Frauenarzt.
Der steht immer noch unter Schock.
Immerhin hat er nichts abgestritten.
Aber der große Hilfe wird der, der nicht sein.
Ja, kein Problem.
Ach ja?
Na dann wart's mal ab.
Wart's mal ab, bis das Baby da ist.
Mona, jedes Kind braucht einen Vater.
Wir haben noch dich.
Doch dich?
Das hat sie wirklich gesagt?
Fast als würde sie ihr eigenes Geschwisterkind austragen.
Naja, ich soll sie auch realisieren, was mit ihr geschieht. Es geht auch weit
über den mentalen und vor allem emotionalen Horizont einer 14-jährigen
Jenaus.
Ich habe Angst.
Wovor genau hast du Angst, Liebes? Dass ihre Kindheit unwiderruflich vorbei ist.
Dass sie Mutter wird, bevor sie überhaupt angefangen hat zu leben.
Ich weiß, es ist schwer, aber ihr müsst versuchen, Monas Schwangerschaft, was...
Positives abzugewinnen, sie nicht als euer Versagen zu empfinden.
Also ich wünsche euch das weiß Gott nicht, aber als Psychiater würdest du
dich doch bestimmt geschickter verhalten.
Wenn es Lea wäre, meine ich.
Lea? Ja.
Ja. Ja.
Lea hat noch nicht, also sie ist noch Jungfrau.
Mit 17?
Was? Das hundertprozentig? Das wüsste ich.
Ich denke schon, dass sie weiß, dass sie mit uns über alles reden kann.
Klar. Nicht kann, sie tut es.
Ja. Über alles.
Ja.
der jahrelang Zusammenarbeit kennen würde, Dr. Lessing, dann würde ich
meinen, Sie scherzen.
Mona ist schwanger.
Ich war genauso überrascht wie Sie.
Mir war nicht mal bekannt, dass meine Sexualität, ich meine, dass meine
Tochter sexuell aktiv ist. War.
Ist das so?
Ich freue mich so, ich freue mich so.
Bist du bescheuert oder tust du nur so?
Ja, was ist denn los? Warum rastet sie so aus?
Mona kriegt ein... Ja, was?
Was soll sie denn jetzt sagen?
Komm schon, Jessie, sprich es aus.
Mona kriegt ihre erste Eins in Mathe, weil ich ihr Nachhilfe gegeben habe.
Und das ist echt super cool und ich freue mich total, weil es halt wirklich
ihre erste Eins ist.
Bitte.
Ich glaube, ich sollte nicht warten, bis mein Bauch nicht mehr zu übersehen ist,
oder?
Sollte ich es posten oder so?
Und ich dachte immer, das Thema Verhütung läge Ihnen ganz besonders am
Herzen.
Und dass es Ihnen gelänge, das den Jugendlichen in einer vertrauensvollen
Atmosphäre beizubringen.
Ja.
Bisher bin ich auch davon ausgegangen, dass mir das bisher eigentlich ganz gut
gelungen ist.
Und die Tatsache, dass Ihre Tochter Sie weder um ein Gespräch noch um
Verhütungsmittel gebeten hat, das spricht in Ihren Augen nicht dagegen.
Natürlich gilt für Ihre Tochter bis zum Beginn der Mutterschutzfrist die
Schulpflicht.
Aber haben Sie sich das auch gut überlegt? Was? Wie überlegt? Ein
ärztliches Attest und Mona könnte zu Hause lernen.
Frau Schmelcher, ich werde meine Tochter sicher nicht verstecken.
Das können Sie vergessen. Dr. Lessing, ich sage das nur ungern und doch in
aller Deutlichkeit.
Sie werden ab jetzt mit verstärktem Gegenwind vom Elternbeirat zu rechnen
haben. Mona, bleib! In dem auch etliche äußerst großzügige Spender für unsere
Schule vertreten sind.
Die zum Beispiel jetzt gerade aktuell die Renovierung mitfinanzieren.
Dr. Lessing?
Hey, hey, hey! Hey!
Komm.
Okay.
Ich glaube, Ben hat erfahren, von wem es ist.
Das Pfosten kannst du dir sparen.
Logisch gibt es für jedes Baby, das gezeugt wird, auch einen Erzeuger. Was
hast denn du gedacht? Dass es eine unbefleckte Empfängnis war, oder was?
Wie dämlich kann man sein, sich mit diesem Typen vor der ganzen Schule zu
prügeln?
Hast du wenigstens auch nicht unterreingesammelt? Spätestens in einem
Tag pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass deine Schwester schwanger
ist.
Dass wir das nicht selbst überlassen können.
Der Arsch geht in meine Schufe.
Ich rege das schon mit meinen Kumpels.
Du bist sowas von verlogen. Wie hat sie diesen Roman denn kennengelernt, hä?
Klappe.
Er hat sie mit zur Party geschleppt, als ihr in Paris wart. Halt die Fresse.
Wie bitte?
Frag doch Mona.
Ja gut, hab ich.
Aber du könntest auch mal auf sie aufpassen. Ständig bleibt sie an mir
hängen, wenn du mit deinem Jonas rumvögelt. Mama!
Ja. Ja, ist doch wahr. Denn es reicht. Es reicht. Ach du großartig. Unser Sohn
führte unsere Tochter diesem Typen auch noch geradewegs zu.
Da gibt es zur Abmahnung von der Schule gleich noch Hausarrest oben drauf.
Dass du mal ein bisschen zum Nachdenken kommst, ja?
Roman.
Guten Abend.
Ich hoffe, ich störe nicht.
Ist der Dan hier?
Mit ihm hast du ja ordentlich gelebt.
Da kann ich ja nicht wissen, was er gerade macht.
Blöde Pisse.
Kannst du ja gerne einen Nachschlag holen.
Du bist ja so ein hoher Mann.
Möchtest du reinkommen?
Ich wollte eigentlich gerne mal mit Mona sprechen.
Eigentlich sieht er ganz nett aus.
Ja, nett.
Es wäre nett von ihm gewesen, seinen in der Hose zu lassen.
Ja, aber dass er sich hierher traut, das spricht doch für ihn.
Ja.
Ich werde es nicht fest sagen, Sir.
Ich weiß.
Schöne Scheiße.
Wie geht's dir?
Ganz okay.
Und dir?
Ich wollte es eigentlich selber sagen.
Aber meinen Vater wollte ich halt unbedingt kennenlernen.
So nennt er das, ja?
Er hat angedrückt, mich umzubringen.
Ja, halt so wild.
Mach ihm jetzt bloß keinen Stress, sonst rast er noch voll aus.
Was erwartest du, dass ich ihn als Schwiegersohn bei uns in der...
Familie herzlich willkommen heißt, oder was? Nein, aber irgendwie, das ist doch
nicht einfach... Ja, ja, ich bin wütend geworden, richtig.
Allerdings bin ich wütend geworden.
Ja, aber das gibt dir nicht das Recht, ihm zu drohen. Lass ihn einfach in Ruhe.
Ja, erst schwängert er meine Tochter und dann stellt er sich auch noch blöd.
Er ist nicht blöd. Der hat einen riesen Fehler gemacht.
Mona, das muss er kapieren. Ein Fehler, den wir jetzt alle ausfahren müssen.
Magst du Roman wenigstens?
Papa hasst ihn ja.
Muss dein Vater auch verstehen.
Ich glaube, er ist wütend auf sich selber.
Weil er es nicht verhindert hat.
Aber er sieht ganz gut aus. Roman meine ich.
Bestimmt wird es ein hübsches Baby.
Ich hätte lieber ein Mädchen als ein Junge.
Ist das schlimm?
Nein.
Aber falls du an Roman verliebt sein solltest, ich sage auch nur falls,
mach dir keine allzu großen Hoffnungen.
Erst recht nicht, dass das Baby euch in irgendeiner Weise zusammenschweißen
könnte.
Wieso nicht?
Naja, weil... Kinder, die allergrößte Belastungsvogel für eine Beziehung sind.
Versteh mich nicht falsch, sie sind auch die allergrößte Freude, die zwei
Menschen miteinander teilen können, aber... Nee, versteh ich schon.
Was?
Kinder sind super, aber man hat keine Zeit mehr für sich selber und wird
Hausfrau und streitet sich da mit seinem Mann.
Nein. So war's mit Papa und dir, aber...
Ich will nicht, dass
du auch nur...
Moment dran zweifelst, wie lieb ich dich hab.
Hast du mich verstanden?
Ob du mich verstanden hast?
Mama?
Hm?
Ich bekomme ein Baby.
Wir beschäftigen uns heute mit Fortpflanzung.
Guten Morgen.
Haben Sie meine Nachricht nicht erhalten?
Ich heiße Dr.
Stefan Lessig. Sie.
Der Elternbeirat verlangt nach dem, was passiert ist, Ihre Absetzung.
Und es gab ehrlich gesagt nicht viel, was ich dem entgegenhalten konnte. Wie
wäre es mit Loyalität?
Eine langjährige Beziehung per SMS zu beenden, ist geschmacklos. Das gilt auch
für Arbeitsbeziehungen.
Ob Sie es glauben oder nicht, ich möchte Sie schützen.
Unser Thema heute heißt Verhütung.
Scheiß doch auf die anderen.
Die haben doch eh keine Ahnung.
Oh mein Gott.
Das ist nicht total süß.
Oh, wie süß das ist.
Oh mein Gott!
Guck mal.
Ist das für Fasching oder doch lieber gleich für Halloween? Okay, passt mal
auf, das ist hier ein Fachgeschäft und kein Spielzeugladen, ja? Also wenn ihr
spielen wollt, bitte geht woanders hin.
Aber wir sind doch Kunden.
Ach ja?
Ja, wir... Das heißt Mona bekommt...
Ein Geschwisterchen.
Und dafür sucht sie noch ein Geschenk.
Hm, schön.
Herzlichen Glückwunsch.
Was?
Ich glaube, ich habe was gespürt.
Kann es sein, dass ich am Anfang schon was merke?
Erst dachte ich, ich hätte Blähungen oder so. Nein, nein, nein.
Sie sind die Kindsbewegung. Das kann ich von meiner Cousine.
Glaubst du, ich spüre auch was, wenn ich mal anfasse?
Sag mal, Tina?
Was?
Darf man eigentlich Turm springen, wenn man schwanger ist?
Nee.
Da würde ich von abraten. Aber wieso fragst du?
Ich bin eine Witzfigur, ein Gynäkologe, der sich ehrenamtlich dem Thema
Jugendliche und Verhütung verschrieben hat und die Schwangerschaft der eigenen
Tochter nicht mitkriegt.
Du darfst dir deswegen keine Probe machen.
Tue ich aber.
Und dir auch.
Mir? Wieso mir?
Judith, du bist ihre Mutter, der hätte es besser auf sie aufpassen können.
Wenn du ihr nicht andauernd mit deinen Aufklärungsvorträgen in den Ohren
gelegen hättest, dann hätt ich vielleicht eine Chance gehabt.
Aber so bin ich doch gar nicht zu ihr durchgedrungen.
Ich hab durchgedrückt halt.
Genau ihre Gefährte auch.
Du bist ja fein raus.
Du bist überfordert und ich trage dir alleinige Verantwortung für die
Katastrophe. Überfordert? Das hab ich nicht gesagt.
Aber gemein. Du warst es doch, die das dritte Kind unbedingt haben wollte,
nicht ich.
Die haben mich ausgelacht, die ganze Klasse.
Das ist ja gut.
Zeig mir den Fingeraufweg. Guck mal, der geht da, der Glykologe.
Hallo. Hallo.
Darf ich rein?
Sieht schön aus.
Ist ganz schön.
Mona, was wird das?
Ich halte zu Hause nicht mehr aus.
Ich kann auch nicht zu meinen Freunden hin, weil deren Eltern mich direkt
wieder nach Hause schicken würden.
Und was wäre jetzt das Schlimme daran?
Meine Eltern denken, sie wollen mich.
Und das tun sie nicht.
Also vorher schon nicht.
Jetzt sowieso nicht mehr.
Deine Eltern?
Genauso.
Außer mit der Schwangerschaft natürlich.
Aber die bilden sich auch nicht ein, mich zurückhaben zu wollen.
Das heißt, du wohnst allein?
Mhm. Wie schaffst du denn das?
Meine Studiengebühren und so?
Naja... Also ich hab ein Stipendium.
Und ich arbeite nebenbei noch als Tischabräumer.
Hör zu, ich... Ich werf dich nicht raus, aber...
Ich kann nicht für dich sorgen.
Ja, für dich nicht und...
Hast du nicht mal einen Kakao?
Doch. Doch, na klar.
Also ich mach da nicht mit.
Wie bitte?
Ich mache da nicht mit. Moment mal, das ist auch deine Schwester. Also hör auf
zu diskutieren und steig ein!
Das ist doch eine komplett schwachsinnige Aktion.
Da gebe ich ihm ausnahmsweise mal recht. Ich meine, was bringt es, die Gegend
abzufahren? Glaubt ihr, Mona ist mit Teddy und Zahnbüste spazieren gegangen?
Aber ich habe doch schon überall rumtelefoniert.
Sie ist weder bei Hannah noch bei Jessie oder sonst irgendwo.
Wir müssen eure Schwester finden und wir werden eure Schwester finden, ja?
Also. Ihr seid sicher, dass ihr nicht gestritten habt oder dass sonst
irgendwas ungewöhnliches vorgefallen ist? Weiß nicht.
Du meinst, außer dass sie einen Braten in der Röhre hat? Nee.
Aber das sieht ihr doch gar nicht ähnlich.
Was?
Du traust dir zu, das einzuschätzen?
Ihr wusstet weder, dass Mona Sex hat, noch dass sie auf Partys geht und
Alkohol trinkt. Ich meine, was wisst ihr überhaupt über sie?
Ihr seid doch nur noch am Streiten.
Jetzt denkt doch nochmal nach.
Vielleicht fällt euch irgendwas ein, wo ich suchen kann. Wir machen uns auch
total Sorgen. Hanna! Ich habe echt keine Ahnung.
Frau Lessing?
Könnte ich Sie mal versprechen?
Ja, ja.
Ich bin gerade angekommen. Ja, okay.
Bis gleich.
Alles in Ordnung?
Gott sei Dank.
Ich dachte schon, als du plötzlich weg warst.
Mona.
Mona, du kannst uns bestrafen, wenn du denkst, dass wir was falsch gemacht
haben.
Aber wenn du nicht in die Schule gehst, bestrafst du nur dich selbst.
Wieso?
Mach ich ja keinen Beruf. Bleib bei meinem Kind, verschwend mein Leben, so
wie du.
Hier geht's doch gar nicht um mich.
Ja, Papa, er soll mich krankschreiben.
Ich hab dich noch nie um was gebeten.
Ich weiß nicht, wann das letzte Mal war, dass ich in der Schule gefehlt hab.
Mona, ich weiß das, aber ich hab euch nie auch nur ein einziges Problem
gemacht.
Ich bin immer liebe Mona, brave Mona, fleißige Mona.
Das bin ich jetzt nicht mehr.
Tut mir leid.
Na, mir tut's leid.
Mir tut es leid, Mona, dass du denkst, dass du für uns perfekt sein musst.
Wenn wir dir das Gefühl gegeben haben.
Ich denke, dass ich jetzt mal dran bin.
Dass ich entscheide, wer ich bin.
Nicht ihr.
Aber wie soll das gehen?
Ich meine, hast du überhaupt eine Ahnung, was jetzt alles auf dich
zukommt?
Mona, bitte.
Komm mit nach Hause, Schatz, komm.
Roman.
Roman?
Roman?
Was sagst du denn dazu?
Also,
wenn sie jubeln möchte, ist für mich okay.
Gut, pass auf.
Du kannst vorläufig hierbleiben, aber es gibt Bedingungen.
Du gehst zu den Vorsorgeuntersuchungen.
Du machst einen Vorbereitungskurs für minderjährige Schwangere, sowas gibt's.
Und du spendest nicht die Schule.
Versprichst du mir das?
Ja.
Ohne? Ja, mach ich.
Pass auf dich auf, ja?
Ach.
Warte mal.
Hier.
Irgendwas ist irgendwas.
Egal zu welcher Uhrzeit. Dann melde sie dich.
Was ist denn los?
Alles gut, alles gut.
Aber sie bleibt erst mal hier.
Wie? Ja, jetzt lass uns fahren, okay? Ich erklär's dir gleich.
Gut. Bis gleich.
Wer denn sagt, du bist Klassenbester?
Stimmt das?
Wie schaffst du das so mit Job und Schule und allem?
Tut mir leid, dass ich mit dir Sex hatte, Mona.
Ich meine, ich frage es doch, wie wirst du es schaffen?
vor.
Stefan! Was ist?
Stefan!
Ist was passiert? Mona, ist was mit Mona passiert?
Entschuldige. Das war ein Fehler.
Dass ich sie erlaubt habe.
Ich weiß es nicht.
Wie sollen wir auch wissen, was in dieser Situation richtig ist und was
falsch?
Weißt du noch, was Rebecca gesagt hat?
Die meinte doch, du hast dich mal bemüht, die perfekte Mutter zu sein.
Eltern sind auch nur Menschen.
Wir sind auch nur Menschen.
Und wir sind immer für sie da, was auch immer passiert. Und das weiß sie
auch.
Mona, was hältst du denn von einem Schulwechsel?
Sie wollen mich weghaben. Um Gottes willen, nein!
Mona, versteh mich bitte nicht falsch.
Ich würde dich gerne hier behalten.
Ich hab bloß den Eindruck, dass du überfordert bist.
Hm? Oder täusche ich mich da?
Ich könnte dir helfen, eine Schule zu finden, an der du dich gut aufgehoben
fühlst.
Die etwas leichter ist.
Müsstest dich nicht so anstrengen. Du hättest mehr Zeit für dein Baby.
Das willst du doch auch.
Kann ich drüber nachdenken?
Ja, natürlich, mach das. In aller Ruhe.
Nimm dir dafür ein paar Tage frei.
Ich werde inzwischen schon mal ein paar Schulen kontaktieren. Rein
unverbindlich, natürlich.
Ach, und Mona, es geht mich natürlich nichts an, aber könntest du nicht etwas
weitere Kleidung anziehen?
Würde es dich bestimmt wohler fühlen.
Meinst du nicht auch?
Nee Mona, nicht schon wieder.
Ich hab deiner Mutter versprochen, dass du in die Schule gehst.
Ich mach meine Aufgaben hier.
Versprichst du mir das?
Ja, versprochen.
Kangaroo Babys kommen nach nur 20 bis 40 Tagen relativ unterentwickelt zur Welt.
Hallo?
Entschuldigen Sie?
Würden Sie den Schwangerschaftstest empfehlen?
Ich habe gehört, manche Tests sind echt unzuverlässig.
Sie muss sich sicher sein.
Sie hat echt Angst, dass sie schwanger sein könnte.
Wir haben was geplatzt. Oh mein Gott, da ist ein Gesicht.
Ich will das nicht sehen.
Au.
Was tritt es wieder?
Ich nenne Rihanna nicht Jess.
Oh mein Gott, oh mein Gott, das ist ein Mädchen.
Aber Rihanna ist ja voll daneben.
Wieso? Ich finde den Namen voll schön.
Ich habe ganz kurz mal Roman oder Romana gedacht.
Aber du hast doch gesagt, zwischen euch läuft nichts.
Nee.
Also ich meine, ja, stimmt, da läuft nichts.
Aber...
Er ist nett.
Er hat gesagt, er kann sich nicht um uns kümmern.
Er ist echt nett.
Bisschen aftershave. Lecker.
Ich hab mir leid, wenn ich die Probleme gemacht hab.
Quatsch. Ich find's ja gut.
Also nicht, dass du schwanger bist.
Naja, wie du damit umgehst.
Frech.
Selbstbewusst.
Du bist richtig cool geworden.
Bist du echt?
Im Gegensatz zu früher.
Was wiederum nicht so schön ist.
Ich denk manchmal drüber nach, weißt du?
Also über früher und ob wir immer fair zu dir waren.
Ich wollte dir sagen, es tut mir leid, dass ich nicht mehr für dich da
war.
Aber ich war eidisch und es ist einfach so peinlich, wenn die kleine Schwester
einem ausgerechnet sowas voraussagt.
Schwammer sein?
Natürlich nicht die Schwangerschaft blöd.
Du meinst, du hast noch nie... Was sagt Jonas dazu?
Nichts Gutes.
Kannst du mir glauben.
Ich wollte mir einfach ein bisschen Zeit lassen.
Dann kommst ausgerechnet du und... Sorry, Cosi, aber... Wenn du Angst hast,
das musst du nicht. Stopp!
Mehr gibt's dazu nicht zu sagen, okay?
Und zwar zu niemandem. Hast du gehört?
Gut.
Komm doch einfach wieder nach Hause.
Hier ist jetzt mein Zuhause.
Au. Was ist?
Das Kind bewegt sich.
Du hast es noch nie gefühlt.
Willst du es mal fühlen?
Scheiße.
Das war ein Fuß.
Da ist nicht mehr Mensch drin.
Das ist unser Kind.
Seh ich mal.
Lass mich.
Ich hab nur noch Arbeit.
Du bist so ein Streber.
Wenn du so weitermachst, schicke ich dich zu deinen Eltern zurück.
Wieso?
Mann, du klappst das noch nicht!
Ich schaff's jedenfalls nicht. Nicht, wenn du nicht mitmachst.
Nicht, wenn du dich schnell wie ein Baby benimmst.
Mann. Was soll ich machen?
Sag mir, was ich machen soll. Ich mach's.
Du musst was für die Schule tun, Mädchen.
Was denkst du, wie das gehen soll?
Wo die Kohle später herkommt.
Ja, du denkst, dass deine Eltern weiter brav für dich bezahlen, ja?
Dann geh doch zu denen.
Bist du mir hier nicht auf den Sack?
Ich muss nämlich arbeiten, um zu überleben.
Verstehst du das?
Morgen gehst du in die Schule.
Die Schmelcher haben mich freigestellt.
Was?
Wer sind deine Eltern davon?
Frau Schmelcher, wir hätten Sie gerne gesprochen.
Tut mir leid, das ist im Moment ganz schlecht, aber Sie können sich ja
vielleicht einen Termin geben lassen.
So viel Ihrer wertvollen Zeit wollen wir gar nicht in Anspruch nehmen. Wir wollen
nur eine kurze Information.
Stimmt es, dass Sie Mona nahegelegt haben, die Schule zu wechseln? Hat sie
das gesagt, ja?
Ich hatte eher den Eindruck, als ob das ihr ein Bedürfnis ist. Sie wissen doch
selbst, dass Mona als Minderjährige dafür die elterliche Zustimmung braucht.
Ach, jetzt besinnen Sie sich auf Ihre elterliche Verantwortung.
Wie bitte?
Ein bisschen spät, meinen Sie nicht auch?
Also... Der Wechsel an eine andere Schule wird rückgängig gemacht,
verstanden? Ich weiß nicht, ob das jetzt auf die schnelle... Sofort! Unsere
Tochter kommt sofort wieder zurück auf diese Schule. Und ohne, dass das
Konsequenzen für Sie hat. Sonst zeigen wir sie an.
Und dann werden wir mal sehen, was Ihr Elternbeirat dazu zu sagen hat.
Ich muss jetzt nicht so laut.
Wie lange kennst du Roman schon?
Ich hab dich gefragt, wie lange du ihn kennst.
Seit ich hier jobbe? Zwei Monate.
Was geht dich das an?
Soll das ein Witz sein, oder was?
Er ist verliebt in dich, oder?
Wie heißt du?
Aber wieso?
Na, wieso so plötzlich? Hab ich was falsch gemacht?
Du hast nichts falsch gemacht.
Du bist der Beste, echt.
Der beste Erzeuger der Welt.
Und du liebst eine andere.
Frau Diener.
Du musst nicht für uns sorgen, Roman.
Du gibst uns das, was halt geht und was halt möglich ist.
Wo gehst du hin?
Zu einer Freundin.
Hanna?
Kennst du nicht.
Und wie lange wohnt Mona jetzt schon bei Roman?
Zwei Monate.
Das ist unglaublich, nicht?
Dass Sie das aushalten können.
Haben wir eine Wahl?
Ich habe Lea schon nach zwei Tagen vermisst. Das ist gar nicht so einfach
für Sie, bei Ihrer Gastfamilie in Pittsburgh.
Pittsburgh war auch seine Schwassensidee, das Kind in eine
heruntergekommene Industriestadt zu schicken.
Wir konnten uns die Stadt doch nicht aussuchen. Ich habe sofort gesagt, dass
sie Heimweh kriegen wird.
Gleich, als sie mit dieser Schwassensidee ankam, in die USA zu
walten. Wie bitte?
Du warst doch der Meinung, es sei ach so gut für ihre Bildung.
Bildung in Pittsburgh, das schließt dich praktisch auf. Ach nee, und was ist mit
den Carnegie Museen, ha?
Und dem Symphonieorchester?
Carnegie Museen, Symphonieorchester, was ist das für ein 17-Jähriger? Ach, die
sind ja bloß weltberühmt, aber für den Herrn zählen sie natürlich nicht.
Das ist doch wirklich schön hier. Am Anfang habe ich es gehasst, hier in
diesem Café zu wohnen. Um zehn die Bürgersteige hochgeklappt werden.
Aber für die Kinder war es gut.
Oder denkst du, es war ein Fehler, dass wir unser Leben so sehr nach ihnen
ausgerichtet haben?
Nein, die werden dir ewig dankbar sein.
Das spüre ich jeden Tag.
Na ja.
Jetzt vielleicht noch nicht, aber es ist später.
Da bin ich mir sicher.
Ich hab mich so viele Jahre um euch gekümmert.
Um eure Bedürfnisse, eure Probleme, eure Dramen.
Und ich gar nicht mehr gemerkt hab, wo die Grenze verläuft.
Zwischen euch und mir.
Verstehst du das?
Ja, doch.
Inzwischen schon.
Weißt du was?
Hm?
Ich hol Mona morgen zurück.
Es reicht.
Findest du nicht auch?
Ja, das... Aber wie willst du das machen?
Das weiß ich auch noch nicht, aber morgen ist Samstag, da hat sie doch
schwimmen, vielleicht ist sie da.
Ja, das wäre wunderbar.
Es ist so gut wie zusammen lachen.
Und wir tanzen zusammen, natürlich individuell, wo auch die Jackpot
gewonnen ist.
Du hast doch gesagt, dass du mich nie wolltest.
Ich?
Wie kommst du jetzt da drauf?
Ich hab dich gehört, als du mit Mama im Keller gestritten hast.
Aber das hab ich doch ganz anders gemeint.
Manchmal sagt man auch blöde Sachen.
Ich hab doch das damals nur gesagt, weil als Mama schwanger war, dann...
Da konnte ich doch noch nicht wissen, dass du dabei rauskommst.
Weißt du, wenn Frauen schwanger sind, dann reagieren Männer anders.
Sie können sich aber nicht vorstellen, dass da ein kleiner, fertiger Mensch
dabei rauskommt.
Ja, das hab ich gemerkt.
Ich weiß doch, wie die Männer sind.
Hey, hab ich dich geweckt?
Möchtest du auch einen Tee?
Ja.
Ich kann auch nicht schlafen.
Haben wir Kekse?
Ja. Äh, nee, ich glaub, die hab ich neulich gegessen.
Mann, Papa.
Ich hab neue besorgt.
Da unten im Schrank.
Es war auch noch was übrig.
Wie geht's denn jetzt mit Mona weiter?
Das wird schwer für sie werden.
Naja, wir müssen aufpassen, dass sie sich nicht übernimmt.
Erst mal muss sie in den Schulalltag zurückwenden, dann die
Geburtsvorbereitungen. Da kommt eine Menge auf uns zu.
Ich schaff das schon. Mona, kannst du nicht schlafen?
Hast du Kekse?
Kann ich auch Tee haben?
Ja, klar.
Sicher. Komm her.
Danke.
Mona?
Mona?
Alles in Ordnung? Ich bin hier.
Ich geh jetzt in die Schule.
Ich geh mit.
Mama, wenn du mir echt helfen willst, dann bleib hier.
Jesse und Hannah sind doch da.
Ich schaff das schon.
Hi Mona.
Hi.
Schön, dass du wieder da bist.
Hi.
Ich bitte nun die Abiturienten einzeln zu mir zu treten.
Das ist Cosima Lessig.
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