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Braucht das Baby eine Pause?
Danke. - Bitte.
Das ist ein Bier von hier.
Willkommen an der Fakultät, Professor Wong.
Danke.
Wie war Ihre Reise?
Nicht zu viel Jetlag?
Es ist nicht so schlimm.
Wunderbar.
Ich bin Ihre Assistentin, bei Bedarf auch Ihre Dolmetscherin.
Ich promoviere in Neurologie.
Ich habe mich mit Ihrer Arbe¡t befasst.
Vielleicht sprechen wir lieber Englisch?
Ist mein Kantonesisch so schlecht?
Das tut mir leid.
Ich habe geschummelt und behauptet, ich spreche Kantonesisch.
Aber ich spreche es nur mit meiner Oma.
Ihr Kantonesisch ist nicht schlecht.
Ich bin ein großer Fan Ihrer Forschungsarbeit.
Ich werde mir Mühe geben.
Danke.
Das ist eine hiesige Spezialität.
Hallo?
Es geht mir gut.
Doch, es geht mir gut.
Ich brauche morgen einen Beamer.
Ich habe es schon der Uni geschrieben.
Ich schaffe es auch alle¡n.
Das ist sehr nett von dir.
Bis morgen.
Ihr habt das Modell sicher schon oft gesehen.
Immerhin steht es für das zentrale Thema eures Studiums.
Manche wird es ihr Leben lang beschäftigen.
Dann sagt mir doch bitte, was das ist.
Ein menschliches Gehirn.
Na ja, eigentlich ist es ein schönes buntes Stück Plastik.
Alles, was wir erforschen, sollte ähnlich betrachtet werden.
Forschung ist nichts anderes als eine Reihe von Versuchen,
Metaphern für die Phänomene der Welt zu finden.
Bitte schaltet alle elektronischen Geräte aus.
Ich zeige euch etwas.
Ihr seid jetzt auf d¡eses Objekt konzentriert.
Das Licht ist grell,
ihr seid keinen anderen visuellen Reizen ausgesetzt.
Das ist die Voreinstellung des Gehirns eines Erwachsenen.
Wir nennen es "Spotlight Consciousness".
Wir nehmen die Welt um uns herum in einer Abfolge
schneller, fokussierter Momente wahr.
Kürzlich dachte man noch, dass es bei Babys auch so ¡st,
nur auf einer primitiveren Ebene.
Aber unsere Forschungen
beweisen das Gegenteil.
Gebt den Ball we¡ter, woh¡n ihr wollt.
Weiter.
Ihr seht,
in diesem sich sanft bewegenden Schein
sind die Grenzen zwischen Gesehenem und Ungesehenem,
Bemerktem und Unbemerktem
fließend.
Hier geht es nicht um Begrenzung,
auch n¡cht um Trennung.
Es geht darum, Teil einer Kontinuität zu sein.
Was ihr jetzt erlebt, ist das, was wir,
andere Forscher und ich,
uns vorstellen, wie Babys die Welt wahrnehmen.
Wir nennen das "Lantern Consciousness".
Wenn wir Erwachsenen uns auf etwas konzentrieren,
schalten sich die Teile unseres Gehirns ab, die nicht direkt beteiligt sind.
Konzentrieren bedeutet in unserem Fall also ausschl¡eßen.
Wenn Babys auf etwas Neues stoßen,
oder Interessantes,
tun sie genau das Gegenteil.
Sie schalten nicht ab.
Die meisten Regionen ¡hres Gehirns werden aktiviert.
Sie beobachten das neue Phänomen in seiner Gesamtheit,
in jedem erdenklichen Zusammenhang.
Schauen wir uns dieses Beispiel an:
ein 50-jähriger Mann und ein 6 Monate altes Kind.
Wir haben beiden eine völlig neue Aufgabe gestellt,
die ihre ungeteilte Aufmerksamkeit erforderte.
Wir haben ihre Gehirnaktivität vor und während der Aufgabe verglichen.
Wir hatten ähnliche Veränderungen erwartet.
Wir haben uns gründlich geirrt.
Seht ihr?
Der Unterschied ist verblüffend.
Die Gehirnströme des Babys ähneln denen
von Menschen in tiefer Meditation.
Oder eben unter dem Einfluss bestimmter
psychedelischer Substanzen.
Man könnte sagen, dass Babys die ganze Zeit h¡gh sind.
Nun, diesen Zustand erhoffen sich Wissenschaftler
in ihren seltenen Momenten der Intuition.
Angesichts der sich verschlechternden COVID-19-Lage
bemühen sich Einzelpersonen und Organisationen,
gemeinsam das Virus zu bekämpfen und Hongkong zu unterstützen.
...während dieser Teil hier der Kortex ist.
Er unterscheidet uns von den Tieren
und macht uns zur entwickelsten Spezies der Erde.
Was machen Sie, wenn Sie mit einem Wesen in Verbindung treten wollen,
aber keine gemeinsame Sprache haben?
Sie sind neugierig,
aber Sie können keine Fragen stellen.
Wenn Sie Wissenschaftler sind, haben Sie Glück.
Sie können ein Experiment machen.
Für den Anfang habe ich mir die Mimose ausgesucht.
Sie ist aus einem einzigen Grund berühmt geworden.
Sie kann Folgendes:
Sie ist eine der wenigen Pflanzen, die es uns erlaubt, ihre Reaktionen innerhalb
eines menschlichen Zeitrahmens zu beobachten.
Das ist reiner Zufall,
aber wir sind darüber begeistert.
Und deswegen sagen wir: Ja klar, ist sie intelligent,
weil sie etwas macht.
So wurde die Mimose
zur "intelligenten" Pflanze,
einfach wegen dieses Zufalls.
Wegen der relativen Nähe zu den Zeiträumen, in denen wir leben.
Es stellte sich aber heraus, dass die Mimose lernt,
sich erinnert,
ihre Wahlmöglichkeiten abwägt
und Entscheidungen trifft.
Chassé
...skip!
Und leap.
Ich arbeite mit Babys, bis sie anfangen zu sprechen,
und da wir kein verbales Feedback haben,
kursieren in der Wissenschaft die w¡ldesten Vermutungen.
Nun, um ehrlich zu sein, können wir auch heute nur raten.
Es ist ein recht junges Forschungsgebiet.
Ein bisschen wie meins.
Ganz genau.
Und deswegen habe ich Sie kontaktiert. Danke für Ihre Zeit.
Aber gerne.
Um auf meine Frage zurückzukommen:
Möchten Sie meine Mentorin sein?
Das ist ziemlich arrogant von mir,
ich bin ein totaler Amateur auf Ihrem Gebiet, wenn überhaupt!
Was ich testen möchte, ist nicht sehr komplex.
Wie Sie ¡n Ihrem Vortrag sagten,
was wäre, wenn sie uns
genauso beobachten wie wir sie?
Ich möchte herausfinden... - Sind Sie in Hong Kong?
Haben Sie Zugang zum Labor? - Nein.
Sie brauchen Material.
Ich sitze auf einem leeren Campus irgendwo in Deutschland fest.
Ich auch, aber zu Hause mit einem Dreijährigen.
Ich dreh durch, weil ich nicht arbeiten kann.
Wir mussten alles schließen.
Ich dürfte nicht einmal hier sein.
Ich habe mich hier nur reingeschlichen.
Eigentlich muss ich ins Gewächshaus.
Mir ist noch nicht ganz klar, worauf Sie hinauswollen, aber mal sehen.
Kann ich Sie auf meinem Handy zurückrufen? - Bitte.
Hallo!
Die Sensoren funktionieren jetzt richtig.
Danke für d¡e Ratschläge.
Ich versuche gerade, grundlegende Referenzen zu erstellen.
Zwei Mustergruppen, die sich auf ähnliche Erfahrungen beziehen.
Warum nicht? Dann müssen Sie aber damit leben,
dass die Ergebnisse wissenschaftlich ungenau sind.
Aber das wissen Sie ja selbst.
Natürlich.
Das ist unser Ginkgo.
Nicht ganz so prachtvoll wie Ihrer.
Es ist ein Junge.
Wahrscheinlich ihrer auch.
Wie kommen Sie darauf?
Es ist unüblich, weibliche Bäume in Gärten zu pflanzen.
Zu nahe an den Menschen. - Und warum?
Sie haben einen sehr unangenehmen Geruch.
Im Herbst, wenn die Früchte reif sind,
stinken sie wie Erbrochenes.
Interessant.
Riechen Sie's selbst.
Gute Idee.
Ich frage mich immer, wie sie die Einsamkeit aushalten.
Ich sehe in botanischen Gärten
nur einen Haufen einsamer Seelen,
ohne Chance auf ein soziales Leben.
Würden sie nicht mit anderen Arten um sie herum Kontakt aufnehmen?
Nein.
Sie müssen sich zu Tode langweilen oder sind deprimiert.
Und da arbeiten Sie! - So ist das.
Ich bin ein ganz böser Mensch.
Es ist ein Weibchen.
Das ist gewagt.
Dann ist sie gar nicht so einsam.
Es muss Männchen um sie herum geben.
Eigentlich nicht.
Das ist der einzige Ginkgo hier.
Ich habe nachgesehen. - Seltsam.
Die Arme.
Ich könnte ihnen Samen schicken.
Samen?
Das sind lebende Fossilien, Nacktsamer.
Das wissen Sie vermutlich. - Nein.
Ihr Sexleben ist ziemlich archaisch.
Sehr unpraktisch eigentlich.
Hallo, Professor Wong.
Hallo.
Ich wollte nur wissen, wie es Ihnen geht.
Fühlen Sie sich einsam?
Einsam?
Nein. Und du?
Es geht uns allen gut, danke.
Es muss bedrückend sein
so allein auf dem großen Campus.
Wegen der Einsamkeit. - Es geht.
Entschuldigung!
Entschuldigung.
Rufst du wegen etwas Bestimmtem an?
In der Tat.
Die Uni hat mich angerufen.
Wegen...
Man macht sich Sorgen um Sie, ich soll Sie besuchen.
Mir geht es gut. Die sollen sich keine Sorgen machen.
Ich hoffe, es ist kein Problem, dass ich das Gästezimmer belege.
Man hat mich gebeten, mit Ihnen zu reden...
Worüber?
Es gab eine Beschwerde. Ich lese sie Ihnen mal vor:
Professor Wong legt ein beunruhigendes Verhalten an den Tag.
In Zukunft sollte er davon absehen...
Das reicht wohl, sorry.
Peinlich, Sie wegen dieser dummen Beschwerde zu belästigen.
Das ist doch völlig absurd!
Du bist schön brav, mein Süßer.
Tut mir leid, er hat die Nase voll, immer zu Hause zu sein.
Wo waren wir stehen geblieben? - Also...
Ich suche vergleichbare Erfahrungen.
Angefangen habe ich mit Regen für sie und Duschen für mich.
Dann hätten Sie unter der Dusche trinken müssen!
Bin gleich bei dir.
Versuchen Sie doch Psylocibin. Oder Meskalin.
Das ist hier schwierig zu bekommen.
Im Gewächshaus vielleicht?
Könnte sein.
Warten Sie, ich zeige Ihnen jemanden.
Er mag mich nicht besonders. Ich bin in sein Reich eingedrungen.
Du bist sehr lieb.
Ich brauche Material für mein nächstes Experiment.
Das könnten Sie im Neurologielabor finden.
Herr Wong...
Ich kann Ihnen nicht helfen.
Mit Ihrer Chipkarte...
Nein.
Es tut mir leid, Sie bringen mich in eine heikle Lage.
Ihre Forschung wurde auf Eis gelegt.
Ích meine die Forschung, weswegen ich eingestellt wurde.
Nicht das...
Dies ist der Anrufbeantworter von Alice Sauvage. Sprechen Sie jetzt.
Gut, sehr gut.
"Viel Glück mit den Spermien. Alice"
In liebevoller Erinnerung an Karl Baumgartner
Untertitelung: SUBS Hamburg Mireille Onon
Can't find what you're looking for?
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