All language subtitles for Italien im Herzen Herzkino I Ganzer Film Deutsch 2008

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Original subtitles

Und das hast du wirklich zum Bürgermeister gesagt?

Genau das habe ich gesagt.

Wo ist der Doktor?

Marcello?

Doktor!

Don Marcello?

Das war ja kein sehr erfreuliches Gespräch.

Dr. Branden meint, hier hilft er also.

Nicht ganz, aber fast.

Tja, das hatte ich befürchtet.

Ihre Firma hat nur dann eine Chance, wenn Sie jetzt schnell und energisch

handeln. Ich weiß.

Fast die Hälfte meiner Leute auf die Straße zu sitzen, bricht mir trotzdem

das Herz. Emotionen bringen uns aber an dieser Stelle nicht weiter, Herr

Johansen.

Die Zahlen sagen nun mal was anderes. Niklas, ich glaube, wir könnten jetzt

einen Kaffee in meinem Büro gebrauchen. Ja klar, ich kümmere mich drum.

Kommen Sie.

Wieso sind die Töpfe nicht geputzt?

Die Tomaten schmecken nach nichts.

Nicht schon wieder, Ben.

Die Italiener machen nicht umsonst das beste Olivenöl der Welt, damit wir es

überhaupt fast nicht in die Wüste kippen.

Ben, das hier ist ein ganz ordentliches deutsches Restaurant, aber mehr auch

nicht.

Man braucht das Essen nicht zu schmecken, oder wie?

Wenn dir das alles hier nicht passt, dann kannst du gerne nach Italien gehen

und da ein Luxusrestaurant eröffnen.

Weißt du was?

Vielleicht mache ich das sogar.

Gibt es denn nicht noch eine andere Möglichkeit?

Sie haben doch meistens was in petto.

Kann schon sein.

Es würde Ihnen aber sowieso nicht gefallen.

Dann lassen Sie ihn mal hören.

Eine Fusion mit Ihrem Erz-Konkurrenten.

Wer hätte das Sagen in der neuen Firma?

Waldis und Söhne?

Sie wären nur mehr für die Produktion zuständig.

Aber immerhin, es würden alle ihre Jobs behalten.

Und Ihre Bank hätte nebenbei einen Risikokunden weniger.

Ja, das auch.

Entschuldigung, Ihr Sohn ist am Telefon. Er sagt, es sei wichtig.

Schwäche Anfall.

Und zwar der dritte in knapp zwei Monaten.

Und wie schätzt denn der Arzt die Lage ein?

Kritisch. Bei einem 80-Jährigen ist die Prognose sowieso schwierig.

Trotzdem. Ich kann nicht einfach hier so von heute auf morgen alles stehen und

liegen lassen.

Ich... Was ist nicht?

Was ist, wenn er stirbt? Ist dir das völlig egal?

Nein, natürlich nicht.

Aber ich... Ich komme, sobald ich kann.

Warum wärst du dich mit Händen und Füßen dagegen, ihn zu sehen?

Ich wäre mich überhaupt nicht dagegen, ihn zu sehen.

Ich bin nur ziemlich eingespannt.

Seitdem ich denken kann, warst du nicht bei ihm.

Du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass irgendein Mensch auf der Welt so

eingespannt ist, oder?

Also ich fahre morgen los.

Überleg's dir.

Das brauche ich nicht.

Du fährst morgen hin und ich komme nach, sobald ich kann.

Sag mal, mit dieser Karre willst du bis nach Italien fahren?

Nichtsdestotrotz fahre ich überhaupt nach Italien. Ich habe schon verstanden,

Ben. Aber ich kann den morgigen Termin nicht einfach so verschieben.

Vielleicht rufst du deinen Großvater einfach an und teilst ihn mit, damit dir

sein Ableben terminlich in den Kram passt.

Es tut mir leid. Ich habe leider keinen Job, den man einfach so hinschmeißen

kann.

Da bist du ja wieder.

Was passiert?

Johansen hat versucht, dich zu erreichen. Ich glaube, er will Gespräche

über die Fusion führen. Oh, das wollte ich nicht. Becker braucht die Zahlen vom

KBK. Dr. Bronnen möchte mit dir zum Mittagessen. Die Leute von Unimit kommen

später und der Termin mit den Amis ist verschoben worden.

Auf wann?

Übermorgen.

Oh.

Ich bin morgen wieder zurück. Du verschiebst alle meine Termine.

Und was sage ich?

Familienangelegenheiten.

Da ist die Bahn.

Bitte. Danke.

Danke, Wiedersehen.

Wie lange warst du nicht mehr hier? Ach, so eine halbe Ewigkeit.

Aber es war auch besser so.

Dann hoffe ich mal, dass du den Weg noch findest.

Entschuldigung, bin schon wieder weg.

Du ruinierst unsere Firma, wenn du mir jetzt nicht hilfst.

Es ist nicht mehr meine Firma.

Sie gehört dir genauso gut wie mir.

Auf dem Papier vielleicht mehr, aber auch nicht.

Dazu lass uns doch endlich einen Schlussstrich ziehen.

Das werde ich unserer Familie aber nicht antun.

Du meinst deine Familie.

Paul, du kannst dich hier nicht einfach verkriechen.

Ich habe einen stillen Guckenflug.

Ich werde dich nicht in Ruhe lassen, nur damit es klar ist.

Du bist eine Giftküche zu Hause.

Und grüßt du mir deine Bauerntrampe?

Deine Freunde werden sich freuen, dich zu sehen.

Das wird sich zeigen.

Ich bin noch nie hierhin geflogen.

Wegen weiß ich jetzt gerade nicht so genau, wo wir sind.

Da irgendwo müsste doch die Abzweigung sein.

Ich weiß es auch nicht. Es ist so lange her.

Aber schau mal, da sind ein paar Leute. Vielleicht können wir die fragen.

Entschuldigung, ist das der kürzeste Weg nach Panicale?

Ah ja, nach Panicale, das ist ganz einfach. Fahren Sie an der nächsten

Kreuzung rechts, dann die zweite Straße links und dann kommen Sie hier vorne an

der Böschung vorbei. Nein, nein, nein, nein, nein, nein, das ist völlig falsch.

Nach Panicale fahren Sie die erste nach links und fahren dann weiter Richtung

Luca. Was redest du? Du redest nur Blödsinn. Nach Panicale, ja, da müssen

Sie nach rechts fahren und dann die zweite Straße nach links nehmen. Glaub

mir, da wohnt mein F. Antonio.

Antonio Norci? Nee, Antonio Laveni.

Lebt er nicht in Padua?

Hey, ich werde doch wohl besser wissen, wo mein Neffe wohnt, oder? Der lebt mit

meiner Schwester im Panikade. Sie müssen da vorne. Echt? Ja, das ist viel weiter.

Jetzt hör mal zu. Sie müssen nach links fahren, da oben. Sie werden es schon

finden. Ja, ja. Alle Straßen führen nach oben.

Das macht mal die obere Tür offen. Ich gehe mal gucken.

Ach, Sie sind das.

Entschuldigung, ich hatte Ihren Wagen völlig übersehen.

Es macht nichts.

Ben, was machst du denn hier?

Wir suchen Marcello. Der Arzt hat ihn mitgenommen.

Was geht's ihm schlechter?

Nein, nein, die beiden sind in der Stadt. Ich fahre auch gleich hin. Wenn

Sie wollen, können Sie mitkommen.

Heute ist Markt, da gibt's keinen Parkplatz. Aber vorher musste ich noch

zu Caruso.

Wer ist Caruso?

Er hat viele Jahre bei der Olivenernte geholfen.

Und deswegen wollte Marcello, dass er hier sein Clanbrot bekommt.

Und weshalb Caruso?

Bei Vollmond singt er immer.

Und? Singt er schön?

Geht so.

Was ist, soll ich Sie jetzt mitnehmen?

Ach, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt.

Paul Kornschmidt, Freund und Nachbar Ihres Großvaters.

Franziska.

Freut mich.

Ja, dann...

Wissen Sie vielleicht, wie es Marcello wirklich geht?

Marcello geht's eigentlich ganz gut.

Ja, du weißt ja, wie das ist. Wenn man Marcello fragt, dann ist immer alles

bestens.

Marcello sitzt sicher in der Pimita.

Dann sehen wir uns in einer Stunde wieder hier.

Es gibt etwas, das ich dir sagen muss.

Ich finde, du bist wirklich todkrank. Sieht das nicht aus?

Ja, das ist es, was ich dir sagen muss.

Das ist jetzt aber nicht dein Ernst.

Guck mal, du wärst nie gekommen, wenn du mich ein bisschen übertrieben hättest.

Und irgendwann wäre es dann wirklich zu spät gewesen.

Trotzdem hast du nicht das Recht, mir diese Lügengeschichten aufzutischen. Ich

habe mir ernsthafte Sorgen gemacht.

Ich weiß, und es tut mir auch leid, wirklich.

Ich dachte nur, ein Wiedersehen wäre gut für euch beide.

Schau mal, jetzt bist du schon mal da.

Kannst du ihm doch auch Hallo sagen.

Wie schön, euch wiederzusehen.

Guten Tag, Michelin.

Ben, mein Lieber, wie schön.

Wie geht's dir? Ich bin froh, dass du da bist.

Komm mit, da drüben sitzt der Doktor, ein guter Freund von mir.

Ein wirklich guter Arzt, aber von Kartenspielen versteht er gar nichts.

Na, komm, wir wollen mit ihm ein Glas Wein trinken.

Ich dachte, es geht dir nicht so gut. Ja, aber der Doktor ist doch immer bei

mir. Franco, meine Enkelin.

Ja, komm mal. Ich bin gleich zurück.

Hallo, Maria.

Du bist sauer auf mich, okay.

Können wir drüber reden? Da gibt's nicht zu reden.

Du hast gesagt, du kommst zurück.

Hast du ihn geschluckt? Nein.

Drei bis vier Monate jetzt, ein Jahr vergangen.

Ich hab dir geschrieben.

Ben, ich kann nicht ewig auf dich warten.

Warum bist du nicht mal nach Deutschland gekommen?

Willst du uns nicht vorstellen, Schatz?

Ben, Adriano, Adriano, Ben.

Hi.

Hallo.

Naja, ich wollte sowieso gerade.

Also, man sieht sich.

Was ist das?

Was ist denn das mit dir? Das ist ganz genau das. Ich lasse bei der Arbeit

einen Plan.

Aber später gehen wir wieder ins Dorf, ja? Zuerst gehst du besser mal ins Bett.

Aber da ist gleich Musik.

Tanzen kann man auch. Wir können doch nicht den ganzen Abend zu Hause sitzen.

Karls hat gesagt, du sollst dich schonen.

Der will mir nur eins auswischen, weil er immer beim Kartenspiel verliert.

Verstehst du?

Aber du kannst noch gehen.

Amüsier dich im Dorf. Ich bleibe im Haus.

Wolltest du das nicht reparieren lassen?

Bin ich dazu gekommen.

In 22 Jahren? Ja, in 22 Jahren. Ja.

Den Rom am Kolosseum, der hat mal seit 2000 Jahren nichts mehr gemacht.

Du kennst uns ja, wir sind halt Italiener. Wenn ich mal Zeit habe, werde

ich tun.

Ich gehe mal das restliche Gepäck holen.

Ben, warte. Geh runter. Geh ins Dorf und hab Spaß.

Na, geh schon.

Okay.

Ben?

Ben, warte.

Ich wollte dir nur sagen, dass ich morgen früh wieder zurück nach Hamburg

fliege. Wir sehen uns dann wahrscheinlich nicht mehr.

Ja, das habe ich mir schon fast gedacht.

Außerdem, ich bin stinksauer auf dich und du weißt doch ganz genau, warum.

Das kann man ja dann in Hamburg besprechen, oder?

Das kann aber dauern.

Wie du weißt, bin ich arbeitslos und mir gefällt es hier.

Wenn wir ihn nehmen, geht mir gewaltig auf die Nerven.

Und ich glaube auch nicht, dass es angebracht ist.

Ich vermute, du allein bestimmst, was angebracht ist und was nicht.

So ein Mist!

Wie konnte ich mich nur auf seinen Saufbeug verlassen?

Sonst passiert einem sowas nicht.

Aber es waren nur zwei kleine Gläschen rote. Ja, nur zwei kleine Gläschen. Wenn

du heute Mittag nicht so viel gesoffen hättest, dann hättest du dir auch nicht

deine Finger verbrannt.

Es waren wirklich nur zwei Gläschen.

Ja, ja.

Und wie soll ich das erklären?

Die Leute kommen hierher, wollen essen und ich muss ihnen sagen, mein Koch ist

sturzbesoffen. Boah, so ein Mist. Aber es waren nur zwei. Halt jetzt die

Klappe!

Wer sind Sie?

Raus, raus!

Hier gibt's nichts zu sehen!

Na los!

Wer ist das?

Kennst du ihn? Er macht hier Ferien.

Eigentlich ist er Koch.

Der ist Koch? Aber warum hast du das nicht gleich gesagt?

Entschuldigung!

Warten Sie!

Wir müssen reden. Und zwar sofort. Am besten bei einem kleinen Grapper. Kommen

Sie, kommen Sie!

Also, wie kann ich dir helfen?

Helfen?

Wieso helfen?

Ben hat mir gesagt, du wolltest mich sprechen. Und da habe ich mir gedacht...

Ah ja.

Ja, dann hat Ben uns beide belogen.

Dir hat er gesagt, dass ich mit dir reden wolle und mir, dass du im Sterben

liegst.

Das könnte auch eine Idee von mir sein.

Sag mal, bringst du ihm auch etwas Sinnvolles bei?

Ja, sicher.

Ben hat so viele Talente.

Aber er liebt das Kochen über alles und deshalb wird er das gut nicht

übernehmen. Das bist du. Du bist diejenige, die sich um das Erbe kümmern

sollte.

Erben? Wieso? Ich wollte überhaupt nicht über Erben mit dir... Wir müssen

das alles so schnell wie möglich klären, bevor dieses schöne Land in falsche

Hände fällt.

Und wer sagt dir, dass ich das Haus haben möchte?

Ich habe immer gehofft, dass du eines Tages zurückkommen würdest, um das hier

alles zu übernehmen, verstehst du?

Ich bin einfach zu alt dafür.

Er ist sehr gut.

Ist ja auch meine Deckung.

Wieso glaubst du, dass ausgerechnet ich das hier alles übernehmen möchte?

Ich bin Bänkerin. Ich habe doch keine Ahnung von Olivenbäumen.

Es liegt dir im Blut. Du bist meine Enkelin.

Weißt du noch, wie oft du hier gesessen und ihnen zugehört hast?

Ja, aber damals war ich fast noch ein Kind.

Wenn der Wind durch die Blätter fährt, dann glaubt man fast, sie sprechen

miteinander. Das stimmt.

Sie haben so viel erlebt.

Da gibt es natürlich eine Menge zu erzählen.

Ich habe ihnen auch viel von mir erzählt.

Sie waren gute Zuhörer. Das sind sie.

Und weil du mit ihnen gesprochen hast, haben sie dich nicht vergessen.

Und sie werden immer gute Früchte tragen, wenn du das gut übernimmst.

Warum haben wir uns in den letzten Jahren eigentlich so selten gesehen?

Eigentlich nie.

Ich dachte, du wärst zu beschäftigt.

Ja, das war ich auch.

Und ich habe gedacht, du hättest mich längst vergessen.

Nein. Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht an dich dachte.

Und hoffte, es geht dir gut.

Warum hast du dann meine Liebe zerstört?

Soll das so eine Art Entschuldigung sein, dass du mir das gut vererbst?

Wenn du dich bei mir entschuldigen willst.

Dann tu's doch einfach.

Hier.

Hab ich schon bezahlt. Dein Anteil an Trinkgeld.

Ach so. Okay, danke.

Arbeitest du jetzt öfter hier?

Ich weiß noch nicht.

Vielleicht. Dann sehen wir uns ja.

Hättest du vielleicht Zeit und Lust, noch was zu unternehmen?

Also wir könnten zum Beispiel... Maria, kommst du?

Tut mir leid, ich bin schon verabredet.

Na dann, viel Spaß.

Wieso ruft Bronne mich nicht etwa an? Keine Ahnung. Er wollte dich persönlich

treffen. Ach Niklas, das hat doch sicher noch bis morgen Zeit.

Ich mache einfach einen Termin, okay?

Du bist ein Schatz.

Guten Flug.

Danke.

Hallo.

Guten Morgen.

Sie sind aber früh auf dem Bein.

Ja, ich wollte gerade einen Spaziergang machen.

Verstehe. Kommen Sie mit?

Ich?

Ja.

Ja, warum nicht?

Sind Sie öfter hier?

Na ja, zuerst waren es nur ein paar Wochen, dann ein paar Monate und

irgendwann wollte ich gar nicht mehr hier weg.

Und Sie?

Ich wohne in Hamburg.

Dann klar, aber Marcello sagte, Sie hätten früher ein paar Jahre hier

gelebt.

Ja, aber das ist schon lange her.

Damals sind meine Eltern verunglückt und Marcello war der einzige Mensch auf der

Welt, den ich noch hatte.

Deswegen bin ich damals hierher gezogen.

Haben Sie denn nie Sehnsucht gehabt?

Ach, das ist eine komplizierte Geschichte.

Erzählen Sie sie mir.

Ach, der je.

Was ist denn?

Jodi, unser Bürgermeister. Ein fürchterlicher Schwätzer.

Sie müssen Franziska sein.

Sehr erfreut. Enrico Pirodi, Bürgermeister in unserem herrlichen

Panicale. Haben Sie im Moment Zeit?

Ich würde gerne mit Ihnen über ein kleines Problem reden.

Enrico hat ja mal Probleme.

Besonders, wenn es um Marcellos alte Mühle geht, nicht wahr?

Es sind nicht meine Probleme, Paul. Es sind die Probleme der ganzen Gemeinde,

weißt du?

Stimmt. Und die Gemeinde bist ja du.

Entschuldigen Sie mich, aber ich habe keine Lust, mir diesen Schwachsinn

anzuhören. Es ist kein Schwachsinn, Paul.

Kommen Sie, Franziska.

Wir gehen ein Stück.

Ich möchte Ihnen etwas zeigen.

Und aus der alten Ölmühle machen wir ein schönes Museum mit Weinverkauf.

Die Straße wird einfach umgelegt. Die Zufahrt ist dann da hinten.

Na, was halten Sie davon?

Wieso fragen Sie mich das?

Ja, weil ich wissen will, ob Sie sich vorstellen könnten, unserer

Winzergenaußenschaft... beizutreten.

Das Anwesen gehört mir doch gar nicht.

Aber bald.

Was soll das heißen, bald?

Marcello lebt doch sicherlich noch 10, 15, 20 Jahre. Ja gut, hoffentlich.

Aber soviel ich weiß, will er das Gut gar nicht länger bewirtschaften.

Und wer sagt Ihnen, dass ich das Gut bewirtschaften will?

Heißt das, Sie denken an einen Verkauf?

Fantastisch. Wir müssen unbedingt darüber reden.

Guten Morgen, Enrico.

Guten Tag, Marcello.

So früh auf den Beinen?

Auf der Fasanenjagd?

Abwarten!

Möglicherweise erwische ich ja einen Fuchs.

Kann mir jemand sagen, was hier los ist?

Der Bürgermeister will all meine Olivenbäume abhacken und Weinstöcke

pflanzen. Die Zukunft liegt im Wein, Marcello.

Im Wein, verstehst du? Die ganze Gemeinde weiß das. Nur du nicht. Ist

schon klar, klar.

Entschuldigung. Ich dachte, es sei eine Ratte auf unserem Gelände. Verstehst du?

Ich glaube, es ist besser, Sie gehen jetzt.

Ja, ich gehe.

Geh endlich.

Wir sprechen uns noch mal zu.

Geh, geh, geh.

Das nächste Mal schieße ich dir in den Hintern. Komm hier nie mehr her,

Bürgermeister.

Du bist nichts weiter als ein alter Gauner.

Was ist los?

beide im Bett zu bleiben.

Wie lange? Zwei oder drei Stündchen?

Ein paar Tage.

Nein, unmöglich. Wir haben viel zu viel zu tun. In ein paar Wochen ist unsere

Ernte.

Wenn du nicht ein paar Tage im Bett bleibst, wirst du die Ernte nicht mehr

erleben, Marcello.

Und? Wie geht's ihm wirklich?

Ein kleiner Schwächeanfall. Aber für sein Alter.

Hör mal, sagt Paul, er soll nach Assisi fahren, das Ersatzteil abholen. Ja,

klar.

Schön, endlich kann er immer so richtig ausschlagen.

Na also.

Ich würde noch einen anfangen.

Also eigentlich sollte ich es Ihnen übel nehmen, dass Sie mich mit Fiori allein

gelassen haben. Ja, das stimmt.

Also gut, ich schulde Ihnen ein Abendessen.

Tja, da kommen Sie leider etwas spät. Ich reise heute ab.

Oh, wie schade.

Kann ich sonst was für Sie tun?

Nein.

Aber Marcello möchte, dass Sie in Assisi ein Ersatzteil abholen.

Alles klar.

Haben Sie noch was vor?

Nein. Na, dann kommen Sie doch mit.

Ja, gut.

Ja? Super.

Und nur damit das klar ist, ich werde Sie nicht die ganze Fahrt übersitzen.

Entschuldigung.

Ja?

Nein, ich habe doch gesagt, ich habe mich entschieden.

Ja, natürlich bleibt es aber.

Ist mir egal.

Was ist los, Ärger?

Nur wenn ich telefoniere.

Ich wusste ja gar nicht, dass ihr zusammenarbeitet.

So kann man es auch nicht nennen. Ich nutze Marcellus alte Ölmühle.

Weißt du, die alte Maitechnik ergibt nämlich immer noch das beste Olivenöl.

Viel besser als das maschinell durch Filter gepresste Öl.

Ist aber nicht sehr rationell, oder?

Rationell? Na ja, wie man es nimmt.

Der Preis ist natürlich höher als beim maschinellen Öl. Wir haben gute Abnehmer

und es werden immer mehr.

Das heißt, du kannst davon leben?

Ja, noch nicht ganz.

Aber das wird schon.

Ich dachte, ihr braucht ein neues Zahnrad. Ja, das ist ja auch ein neues.

Aber speziell behandelt. Mit ein bisschen Sprühfarbe, ein bisschen

Schuhcreme, ein bisschen Nagellack entfernt, ein bisschen Wies und das.

Paolo, du bist ein wahrer Künstler.

Dankeschön. Sag mal, muss ich das verstehen?

Guck mal.

Die Ölmühle steht unter Denkmalschutz. Wenn ich im Amt anrufe und sage, dass

ein Zahnrad kaputt gegangen ist, dauert das Monate, bis sie irgendwas

entscheiden. Dann können wir die Ernte vergessen.

Dann hast du also ein quasi antikes Zahnrad machen lassen. Bis dann. Danke.

Ganz genau.

Maicello hat mich draufgebracht. Das hätte ich mir denken können.

Na also, jetzt können jedenfalls alle zufrieden sein. Das Amt hat keine Arbeit

und wir, wir können die Ernte einrollen.

Tja, vier lästigen Papierkammern sparen.

Warum steigst du eigentlich nicht ins Olivenöl-Geschäft ein?

Weil ich nicht den blassesten Schimmer von Oliven habe.

Aber das ist ganz simpel. Man verliebt sich einfach.

In die Bäume natürlich.

Ach so.

Mann, das geht gar nicht, Ben.

Was soll denn das?

Willst du mich unbedingt ruinieren?

Wenn ich meine Ferien opfern soll, um für dich zu kochen, dann musst du schon

mal ein bisschen was drauflegen.

Hey, Enrico, Adriano, wie geht's euch?

Ich bring dir deinen Hund zurück.

Was? Entschuldigung, was ist denn passiert? Du hast mich blamiert. Das ist

passiert. Ich wollte meinem Sohn zum Geburtstag einen Trüffelhund schenken.

Du hast mir versichert, das sei der beste in ganz Umbrien.

Aber das ist er ja auch. Ist er nicht.

Er findet keine Trüffel, null, gar nichts. Nicht mal ein winziges

Stückchen. Also, hier ist dein Hund.

Gib du mir mein Geld zurück.

Also bitte.

Das ist der beste Hund für Trüffel in ganz Umbrien. Wie ich es dir gesagt

habe. Du hast ihn dir angesehen und du hast ihn gekauft. Und basta.

Basta sage nur ich hier.

Wenn du ihn nicht zurücknimmst, dann knalle ich ihn vor deinem Restaurant ab

und sage allen Leuten, dass du mich, den Bürgermeister von Panicale, einfach

übers Ohr gehauen hast. Ich habe dich nicht übers Ohr gehauen. Dann nimm ihn

gefälligst zurück.

Du kannst mich mal. Ich nehme ihn.

Ich meine es ernst. Also wenn ich einen Vorschuss haben kann, dann nehme ich

ihn.

Mir ist es gleich.

Macht, was ihr wollt.

Aber morgen kriege ich mein Geld.

Sieht doch aus wie... Alt.

Genau.

Entschuldigung.

Willst du dir nicht noch überlegen, eine Weile dazugehen?

Wieso?

Naja, wegen Marcello. Das geht ihm wirklich nicht besonders gut.

Er hat sich sehr über dein Kommen gefreut.

Aber es wird nicht leid für ihn, wenn du gleich wieder abreist.

Naja, in Hamburg wartet die Bank.

Verstehe.

Und hier wartet nur ein alter Mann.

Leid, ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, aber... Marcello ist nun

mal mein Freund.

Ja, ich weiß.

Aber was soll ich denn machen? Morgen kommen zwei Investmentbanker aus Boston.

Und das sind wirklich sehr wichtige Kunden für unsere Bank.

Findest du nicht, dass das ein bisschen langweilig ist, wenn du dich mit denen

in deinem Hamburger Büro triffst? Meine Büros?

Büros haben die doch auch in Amerika.

Ich koche eine Minestrone.

Du kochst eine Gemüsesuppe? Ja, ich koche eine Minestrone Panicale. In

Panivas?

Panicale. Und was soll ich den Amis sagen, wieso wir uns jetzt plötzlich in

Italien treffen?

Na, denk dir was aus.

Du willst doch irgendwann meinen Job übernehmen, oder?

Na gut, bis morgen.

Bis morgen.

Ben?

Du bist noch da.

Und was ist das da?

Ein Trüffelhund, der keinen Trüffel mehr findet.

Weil Pirode ein Idiot ist, er kann ein Rennpferd nicht von einem Esel

unterscheiden. Sieh dir den Hund an, kräftig und schlau. Ein typischer

Trüffelhund. Ich sag dir nur, ein Trottel sieht das nicht.

Nein, Ben, für ihn keine Salami. Er braucht immer etwas Trüffel, sonst

verliert er seinen Spürsinn.

Oh, danke.

Hast du sie gemacht, die Minestrone?

Ja, der Arzt hat gesagt, du sollst viel Gemüse essen.

Fast. Ich bleibe hier nicht.

Wieso nur fast?

Hier sind die letzten.

Danke.

Sag mal, hättest du Lust morgen mit mir schwimmen zu gehen?

Morgen bin ich leider schon verabredet, aber heute habe ich Zeit.

Weißt du, ich muss hier noch alles aufräumen.

Ich hätte wirklich Lust, aber ich bin einfach hundemüde.

Willst du mir jetzt was vorjammern oder willst du mich zum Schwimmen einladen?

Maria, ich würde wirklich auf der Welt nichts lieber tun, als mit dir schwimmen

zu gehen.

Aber tagsüber kümmere ich mich um Marcello und versuche, ihm gut zu

helfen. Und abends stehe ich hier in der Küche.

Danach bin ich einfach fix und fertig.

Wieso gehen wir nicht am Nachmittag schwimmen? Zum Beispiel morgen.

Vor der Amtsschicht.

Gut.

Echt? Ja.

Ich hol dich ab.

Okay.

Hey.

Ich dachte, du bist schon längst wieder in Hamburg.

Ja, das dachte ich auch.

Jetzt habe ich umdisponiert und du bist schuld davon.

Ach ja?

Das freut mich.

Magst du was trinken?

Ja, ein Wasser bitte.

Störe ich?

Überhaupt nicht.

Sind nur ein paar Kritzeleien.

Ja, also, ich hätte nicht gedacht, dass ein... Dass ein Olivenbauer

Modezeichnungen macht?

Ich hab das mal gelernt.

Und vom Olivenöl alleine kann ich leider noch nicht leben.

Und das?

Zur Inspiration?

Mhm.

Die Kollektion soll einen mediterranen Touch haben.

Paul, ich bin beeindruckt.

Danke. Was kann ich für dich tun?

Hättest du morgen ein bisschen Zeit für mich?

Brooks & Spencer Investments, aha.

Und wen schicken die?

Mr. Brooks und Mr. Spencer höchstpersönlich.

Ui.

Ich hoffe, du hast recht mit der Magie Italiens. Der Vertrag platzt nicht, weil

ich nur Landweine und Artipasti anbieten kann. Na siehste, das hätte ich fast

vergessen. Was?

Hier, die Zeichnung vom Olivenhain und vom Gut. Ich habe sie noch etwas

koloriert. Und was soll ich damit?

Na, Gastgeschenke.

Die Amis finden sowas cool.

Gibt es einen Grund, ein Fest zu feiern?

Ich habe ein paar Geschäftsfreunde eingeladen.

Solltest du nicht lieber wieder ins Bett gehen?

Ich soll viel an die frische Luft, sagt der Arzt.

Und dich schonen.

Tue ich ja.

Mache ich.

Bis später, Marcel.

Bis dann, mein Sohn.

Ich gehe schwimmen.

Gut.

Ein nettes Mädchen.

Kennst du sie?

Ja, flüchtig.

Maria ist meine Tochter.

Flüchtig? Deine Tochter?

Ja, sie ist mit mir heruntergezogen, aber im Grunde genommen führt sie ihr

eigenes Leben.

Naja, ist ja irgendwie auch richtig so.

Das kann doch nicht so.

Wo sind denn die anderen?

Welche anderen?

Keine Ahnung, ich dachte, da treffen sich mehrere Leute zum Schwimmen.

Ja, aber nicht immer.

Passen.

Na los, wir haben nicht ewig Zeit.

Herzlich willkommen.

Ich hoffe, Sie haben gut hergefunden.

Ich würde sagen, den Umständen entsprechend.

Das Navigationssystem ist leider ausgefallen.

Gott sei Dank weiß keines, dass von einer unserer Firmen hergestellt wird.

Wir waren etwas überrascht über die Umdisponierung.

Aber die Idee, die hat etwas für Sie. Hier lässt es sich einfach besser

verhandeln. Ich mache uns jetzt einen Kaffee und Sie sehen sich mal in aller

Ruhe unsere Vorschläge an.

Gerne.

In der Bank werden Wetten darüber abgeschlossen, wie die heutigen

Vertragsverhandlungen ausgehen.

Und, wie stehen die Quoten?

Wie man's nimmt. Praktisch alle haben gegen dich gewettet. Und du?

Ich auch.

Dass du den gefangen hast?

Der gehabt.

Willst du mal probieren?

Warum nicht?

Der ist ja noch roh.

Quatsch, der ist durch.

Vertrau mir.

Wenn du mich küssen willst, musst du das auch tun.

Über diesen Punkt muss ich noch mit unserem Vorstandsvorsitzenden sprechen.

Das könnte schwierig werden.

Ach, das kommt nur darauf an, wie man es vorträgt.

Ich meine, wenn Sie beide davon überzeugt sind, dann... Sagen wir mal

so. Wir könnten es uns vorstellen.

Es müsste nur schnell passieren.

Lange können wir unser Angebot nicht aufrechthalten. Der Markt ändert sich

jeden Tag.

Ich werde sehen, was ich machen kann.

Aber auf alle Fälle brauchen wir das Rücktrittsrecht bei den Exportzöllen.

Das halte ich durchaus für möglich, wenn Sie unsere Verbindung mit Riga

akzeptieren.

Sag mal, weiß Adriano, dass du hier bist?

Ja.

Wir haben uns getrennt.

Ist doch besser so.

Er versteht es nur noch nicht so ganz.

So angenehme Verhandlungen hatte ich lange nicht.

Wir haben so richtig Spaß gemacht.

Wenn alle Partner mit dem Ergebnis zufrieden sind, sind es ja nur angenehme

Begleiterscheinungen.

Wenn Sie jemals nach Nebraska kommen, dann müssen Sie mich da unbedingt auf

meiner Farm besuchen.

Ja, mache ich gerne.

Meine Frau will da gar nicht mehr weg.

Sie ist kaum noch in Boston.

Schon seltsam, dass wir versuchen, Geld zu verdienen und dann ein einfaches

Leben zu führen, oder?

Jedenfalls gratuliere ich Ihnen zu diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

Und spürt, dass Sie hier eine Heimat gefunden haben.

Und außerdem war das ein sehr kluger Schacht, uns hierher zu entführen.

Das stimmt.

In Hamburg hatten wir vielleicht noch Tage diskutiert.

Na dann, auf Italien.

Und auf unseren Vertrag.

Wo warst du heute Mittag? Und warum hast du dein Nanny ausgemacht?

Das geht dich nichts an?

Das geht mich sehr wohl was an. Wir sind schließlich ein Paar.

Sind wir nicht. Ich habe dich verlassen.

Wir sind so gut wie verlobt.

Ich werde dich nicht heiraten und deshalb werden wir uns auch nicht

verloben. Maria, wenn du mich jetzt verlässt, dann machst du mich vor allen

Leuten da draußen lächerlich. Ist dir das klar?

Wer hat dir das eingeredet? Dein Vater?

Nein. Ich weiß von ganz allein, wann ich auf ein Flittchen reingefallen bin.

Ich brauche die letzte Bestellung nochmal komplett neu.

Okay, klar.

Okay, das war's. Ja.

Weißt du schon, wie es weitergeht?

Ja. In ein paar Tagen bin ich wieder in Hamburg.

Wieso? Weiß nicht.

Du wirkst irgendwie verändert.

Inwiefern?

Entspannter.

Du wirkst entspannter als sonst.

Steht dir aber gut.

Danke.

Gute Idee.

Wirklich? Ja, absolut.

Hast du schon mit Franziska gesprochen?

Ja, noch nicht. Ich wollte erst dich fragen.

Kannst dich wieder anziehen.

Sieht gut aus. Du darfst wieder aufstehen. Aber lass es noch eine Weile

ruhig angehen.

Na also, ich besorg Handwerker und dann bringen wir ihn wieder auf Vordermann,

den alten Kasten. Hey, renovieren zu arbeiten sind tabu.

Damit das klar ist.

Ja, ja, ich tu ja nichts.

Ich pass nur auf, dass alle arbeiten. Das ist alles.

Ich muss mich ja außerdem schonen für die Olivenernte.

Was tust du hier?

Der Arzt hat gesagt, du sollst dich schonen.

Das sagt er mir schon seit 20 Jahren.

Was ist denn das? Was macht ihr hier? Was ist denn das?

Wir bereiten alles für den Umbau vor.

Was? Was für einen Umbau?

Ja, für das Restaurant.

Hat Werner nicht gesagt, dass er hier ein Restaurant eröffnen will? Macht er

sicher noch. Er braucht doch noch etwas Geld von dir.

Ja, ein bisschen.

Da bin ich ja beruhigt.

Und wer sind die beiden?

Giulio und Emilio, die besten Handwerker in ganz Umbrien.

Du meinst wohl die Ältesten?

Nein, sie haben beide sehr viel Erfahrung, sind schnell und genießen

mein volles Vertrauen.

Nein, lass das Ding stehen!

Habt ihr die ganze Decke runter?

Sag mal, weißt du irgendwas davon?

Nein. Wieso fragst du?

Du, weil ich mir vorstellen könnte, dass Bens Entscheidung was mit Maria zu tun

haben kann.

Ach,

du glaubst, die beiden sind ein Paar?

Ja, vielleicht.

Aber das wäre doch kein Snack.

Ja, sicher hat Maria nicht mit dir darüber gesprochen.

Maria?

Maria lebt ihr eigenes Leben.

Manchmal aber nur manchmal fragt sie mich um Rat und...

Am Ende macht sie dann doch, was sie will.

Ja.

Ja, wahrscheinlich hast du recht. Ich mache mir viel zu viele Sorgen.

Ben ist erwachsen, Maria ist es auch.

Die beiden müssen wissen, was sie tun.

Ganz genau.

Außerdem ist die Idee ausgezeichnet.

Das Olivengut ist der ideale Ort für ein Restaurant. Und ganz nebenbei können wir

unser Öl verkaufen.

Ja, ich habe eben Sorge, dass Ben sich überschätzt, weißt du.

Ach ja?

Na, dann bleib doch hier.

und hilf ihm.

Wie soll das gehen?

Ganz einfach. Schmeiß deinen Job und zieh hierher.

Arbeit gibt's genug und viel braucht man hier nicht zum Leben.

Und ich würde mich auch freuen.

Du hättest mich vorher fragen können.

Aber es ist meine Entscheidung.

Aber ich dachte, du willst, dass ich dir helfe.

Ich hab dich nur gefragt, ob du dir vorstellen kannst, mitzuarbeiten. Ja.

Warum hast du mich nicht vorher gefragt?

Weil ich das Restaurant auch dann aufmache, wenn du mir nicht hilfst.

Dann brauchst du mich ja gar nicht mehr.

Du machst mich wahnsinnig.

Natürlich brauch ich dich.

wie nichts mehr auf der Welt.

Das hast du jetzt aber schön gesagt.

Na, wo willst du hin?

Spazieren.

Ah, das trifft sich gut.

Komm mit, ich habe eine Überraschung für dich.

Tja, hier verbringe ich die Nächte, wenn Caruso seine Konzerte gibt.

Naja, und da dachte ich... Da dachtest du?

Da dachte ich, das wäre doch eine gute Gelegenheit, dich zu einem Rendezvous zu

bewegen.

Keine Sorge, eine haben wir noch.

Seid ihr eigentlich zu dritt nach Italien gekommen?

Was meinst du?

Ja, Maria hat doch eine Mutter.

Ja.

Aber die hat uns kurz nach der Geburt sitzen lassen.

Dann hast du Marie aus der Leine aufgezogen?

So gut wie.

Ich habe es danach nochmal mit einer anderen Frau versucht, aber es ging auch

schief.

Und jetzt hast du die Nase voll.

Das würde ich so nicht sagen.

Guten Morgen.

Gut geschlafen?

Ja.

Ich habe mir den Hals verrenkt. Mir tut das Kreuz weh.

Wer weiß, wenn wir uns vorsichtig bewegen schaffen, als vielleicht bis zum

Haus, dann gibt es dann Frühstück.

Oh, das ist eine Perspektive.

Das war's.

Guten Morgen, Jungs. Guten Morgen, Marcello.

Guten Morgen. Schön, euch zu sehen.

Komme ich ungelegen?

Wie immer.

Ich habe gehört, du willst hier ein Restaurant aufmachen.

Nein. Ben, mein Enkel.

Bevor ihr euch in Unkosten stürzt, solltet ihr wissen, dass die Gemeinde

keine Konzession vergeben wird.

Machst du einen Witz oder soll das dein Ernst sein?

Doch, doch.

Ich sollte dir jetzt auf der Stelle den Hals umdrehen. Du bist nichts weiter als

ein mieser Gaumer. Treib's nicht zu weit, Marcello. Treib's nicht zu weit.

Sonst mache ich dir noch die Ölmühle dicht. Du weißt ja, Denkmalschutz.

Wir können die Genehmigung jederzeit widerrufen.

In diesem Sinne, einen wunderschönen Tag noch.

Hey, Pierotti.

Komm mal her.

Hier, nimm.

Was ist das?

Ein Trüffel. Das sehe ich. Und? Was soll ich damit?

Erinnerst du dich noch an den Hund? Du weißt, der bei dir keine Trüffel

gefunden hat?

Er fand vorgestern ganze drei Kisten voll.

Danke sehr.

Schönen Tag noch.

Kommt, Jungs, lasst uns an die Arbeit gehen.

Der Hund hat wirklich Trüffel gefunden?

Das ist ja toll.

Welcher Hund? Ich habe den Teufel gekauft.

Das war es mir aber wert.

Schon, weil ich weiß, das ärgert Enrico.

Vielleicht hat Pirodi recht.

Vielleicht solltest du verkaufen und dich zur Ruhe setzen.

Und das Restaurant?

Glaubst du daran?

Ben glaubt daran.

Ich auch.

Und auch du solltest es tun.

Komm, komm mit zu den Oliven und lass uns miteinander reden.

Mach nicht den gleichen Fehler, den ich mit dir gemacht habe.

Franziska, hör mir zu.

Glaub an deinen Sohn. Hilf ihm jetzt, wo er dich braucht.

Damals, als du schwanger warst, habe ich den größten Fehler meines Lebens

begangen. Ich wollte dich beschützen.

Ich wollte nicht, dass man im Dorf schlecht über dich redet.

So wie man über mich und deine Großmutter getratscht hat.

Sie war schwanger und erst 17.

Aber das hast du mir nie gesagt.

Ich wollte eigentlich auch nie wieder über diese alte Geschichte reden.

Ich habe immer gedacht, dass du dich für mich schämst.

Aber nein.

Aber nein, du hattest dein ganzes Leben noch vor dir.

Wenn du hier im Dorf geblieben wärst, wärst du immer das Mädchen geblieben,

das mit jedem ins Bett geht.

Aber ich habe Frederico geliebt.

Natürlich, aber er dich nicht.

Denn wenn er dich wirklich geliebt hätte, dann hätte er nicht mein Geld

genommen und sich wie ein Dieb aus dem Staub gemacht.

Du dachtest, ich wollte dich mit dem Geld freikaufen. Aber ich wollte dir

doch nur beweisen, dass Frederico nicht der Richtige war für dich.

Aber heute weiß ich, es war ein ganz großer Fehler. Und es tut mir wirklich

schrecklich leid. Ehrlich.

Hier ist es schriftlich.

Die Mühle darf nicht weiter betrieben werden.

Ich wusste ja, dass du skrupellos bist, aber das hier übertrifft wirklich alles.

Ach, skrupellos. Es ist ja nur ein paar Wochen, bis der Denkmalschutz

entschieden hat, ob die Mühle weiter benutzt werden kann.

Aber dann ist es zu spät für die Ernte.

Tut mir leid.

Du hast mir dein Wort gegeben.

Tja, deine Tochter hatte meinem Sohn auch ihr Wort gegeben. Und jetzt hat sie

ihn einfach sitzen lassen.

Ach, daher weht der Wind. Die Familienehre der Pirodis ist gekränkt.

Schönen Tag noch, Paul.

Ah, verstehe.

Ihr betreibt die Familienzusammenführung also auf breiter Front.

Weißt du was?

Marcello hatte recht. Du bist wirklich nur eine miese, kleine Kakerlake.

Marcello muss es ja wissen.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß es wirklich nicht.

Lass mich dir helfen.

Oh, Franziska, herzliches Beileid. Was kann ich für Sie tun?

Möchten Sie vielleicht jetzt doch verkaufen?

Ich habe im Nachlass meines Großvaters entdeckt, dass Sie ihm Geld geliehen

haben. Ja, die Olivenernte war in den letzten Jahren, wie soll ich sagen,

nicht mehr lukrativ. Und deswegen hat sich Marcello von Ihnen Geld geliehen

und Sie haben im Gegenzug eine Kaufoption auf das Gut erhalten.

Genau, eine Handwäsche, die andere.

Ich möchte Ihnen Marcellus Schulden zurückzahlen.

Damit verfällt die Kaufoption.

Wie abgesprochen.

Oh.

Ach ja, übrigens.

Ich werde das Ministerium informieren, dass Sie offenbar auf Marcellus Land

spekuliert haben. Noch lange, bevor es öffentlich bekannt war, dass es für die

künftigen Pläne der Stadt, das heißt für den Weinbau, wichtig sein könnte.

Aber... Aber ich frage mich...

ob sich ein solches Verhalten mit dem Amt eines Bürgermeisters vereinbaren

lässt.

Ich will damit nur sagen, Sie sollten sich darauf einstellen, einige

unangenehme Fragen Ihrer Vorgesetzten zu beantworten.

Einen schönen Tag noch, Herr Pirodi.

Franziska, bitte warten Sie.

Ja?

Gibt es nicht eine andere Möglichkeit, wie wir diese Sache aus der Welt

schaffen können?

Ich möchte die Konzession für Bens Restaurant.

Kein Problem.

Und Paula hält seine Ölmühle zurück.

Gut.

Vertraglich abgesichert für 15 Jahre.

Einverstanden.

Und ich möchte, dass in Panikale eine Straße nach meinem Großvater benannt

wird. Er hat sich doch sehr verdient gemacht um Ihre schöne Stadt.

Und ich fürchte, das ist wirklich... Wissen Sie was?

Sagen Sie mir einfach, wenn wir im Geschäft sind. Ich habe nämlich keine

Lust, mit Ihnen zu verhandeln.

Warten Sie!

Wir sind im Geschäft.

Du hast die Konzession.

Wie bitte?

Ja. Das ist nicht dein Ernst. Du hast die Konzession.

Hast du das geschafft?

Das ist mein Geheimnis.

Und was das Startkapital betrifft. Ja, ja.

Ich habe den Businessplan noch nicht fertig, aber... Wenn ich gebe dir das

Geld. Und ich brauche keinen Businessplan.

Warum?

Ich könnte mir vorstellen, dass ich dir das Geld nicht als Kredit gebe, sondern

investiere. Wenn du willst.

So als stille Beteiligung quasi.

Ja, das wäre toll.

Schön, dann machen wir es so, ja?

Okay.

Aber wieso willst du das tun?

Ich bin sicher, du wirst erfolgreich sein.

Du hast mich auch sehr erfolgreich reingelegt.

Ich hätte nie gedacht, dass du... Dass ich an dich glaube?

Klar glaube ich an dich.

Das habe ich immer schon getan.

Es gibt auch noch einen anderen Grund.

Ich muss mich bei dir bedanken.

Du bei mir?

Ja.

Durch dich habe ich begriffen, wie wichtig ich für Marcello war.

Und er für mich.

Es ist ein gutes Gefühl.

Ich weiß.

Guten Morgen.

Warum hast du mich nicht früher geweckt? Ich wollte dich ausschlafen lassen.

Kaffee? Ja, natürlich.

Danke.

Und?

Weißt du jetzt schon, wann du wieder nach Hamburg gehst?

Du willst mich loswerden?

Nein, ganz im Gegenteil.

Ich frage mich nur, wie viel Zeit mir bleibt, dich zu überreden, doch bei mir

zu bleiben.

Tja, die Hoffnung stirbt eben zuletzt.

Ehrlich gesagt, Ich denke gerade darüber nach, ob ich nicht auf eine halbe Stelle

nach Hamburg gehe.

Dann könnte ich so alle zwei Wochen pendeln und das wäre doch immerhin ein

Anfang.

Wirklich?

Naja, bis die mich in den Vorstand berufen, bin ich doch alt und grau.

Franziska, wann sind Sie wieder in Hamburg?

Sie müssen mir bei Gelegenheit haarklein erzählen, wie Sie dieses Wunder

vollbracht haben.

als die schlimmsten Erbsenzähler der Branche.

Es freut mich, wenn der Vorstand zufrieden ist.

Ja, sehr sogar. Und deswegen habe ich heute das Vergnügen, Ihnen den Posten

von Freimann anzubieten.

Oh.

Das kommt jetzt aber überraschend.

Ja, ich weiß.

Der Vorstand beruft sonst nur Mitglieder, die zehn Jahre älter sind

als Sie.

Aber diesmal waren Sie sich alle einig, dass man in Ihrem Fall eine Ausnahme

machen sollte.

Ähm, ja.

Ich fühle mich sehr geehrt.

Das ist schön.

Aber was sagen Sie nun zu unserem Angebot?

Nun, ich... Bitte geben Sie mir doch so bald wie möglich Ihre Entscheidung

bekannt.

Wir jedenfalls würden uns sehr freuen.

Gut, mache ich.

Und? Sollst du annehmen?

Er ist dumm.

Mein Herz sagt nein, aber mein Kopf sagt, dass ich so eine Chance nicht

ungenutzt lassen darf.

Würde es dir leichter fallen, wenn es mich nicht gäbe?

Paul, was für eine Frage. Es gibt dich.

Und außerdem, ich würde wirklich ungern auf dich verzichten.

Würde es dir helfen, wenn ich mit nach Hamburg käme?

Das würdest du tun?

Ich liebe dieses Land hier.

Aber ich liebe eben auch dich.

Ich liebe dich auch.

Ich lege mich mal kurz hin.

Ist dir immer noch schlecht?

Es wird schon. Ich glaube, ich habe einmal nur was Falsches gegessen.

Vielleicht hast du dich aber auch überanstrengt.

Ich bin eigentlich ziemlich robust.

Gestern hast du für zwei gearbeitet.

Wenn wir weiter so gut vorankommen, dann können wir eine Woche eröffnen.

Natürlich ist der 2004er besser.

Aber für einen Hauswein reicht der 2006er völlig.

Wir brauchen den besseren. Die Gäste sollen wiederkommen.

Etwas Gutes kostet eben mehr. Oh, nicht immer.

Was würde uns eine Flasche kosten, wenn wir 5000 abnehmen?

Was soll das? Ich verkaufe niemals 5000 Flaschen.

Bei der Menge kann ich Ihnen schon ein wenig entgegenkommen.

Entweder Sie verkaufen zu unseren Bedingungen oder gar nicht.

Was machen wir mit 5000 Flaschen Wein? Wir verkaufen natürlich.

Ja, wo und wie? So lange kann man den nicht lagern.

Ben, der Wein ist gut. Er ist sogar sehr gut.

In Deutschland kann ich das Doppelte dafür bekommen.

Willst du ins Weingeschäft einsteigen? Nein, aber wenn es sich mir die

Möglichkeit bietet, dann nutze ich sie.

Da würden sich noch einige ergeben.

Weißt du, du könntest dich hier unten gut nützlich machen.

Zufällig konnte ich diesmal helfen. Aber du kaufst ja nicht jeden Tag Wein rein.

Bringst du gute oder schlechte Nachrichten?

Wie man es nimmt.

Und was ist, wenn ich mich weigere?

Dann landest du wahrscheinlich im Gefängnis.

Im Gefängnis. Und weswegen?

Urkundenfälschung, Bilanzmanipulation, Insolvenzverschleppung. Such dir einfach

was aus.

Ich habe in meinem Leben noch nichts gefälscht und auch nichts verschleppt.

Das stimmt.

Aber ich habe ein wenig getrickst. Und du hast alle Papiere mit unterschrieben.

Weil du sie mir vorgelegt hast.

Du hast sie nicht durchgelesen. Du bist ja komplett wahnsinnig. Ich will nur

unsere Firma retten. Auch wenn du mein Leben damit ruinierst.

Ja, wenn es sein muss.

Also ich soll nach München, um was zu tun?

Wir können einen Großauftrag aus Brasilien bekommen und sind mit einem

Schlag alle Probleme los.

Aber sie wollen, dass du die Kollektion betreust.

Und zwar von Anfang bis Ende.

Klar.

Und wie lange soll das sein?

Zwei Jahre.

Zwei Jahre?

Danach kriegst du deine Scheidung und ich zahl dich aus.

Das ist Erpressung.

Überleg's dir.

Ein paar Jahre Gefängnis und du wirst alles verlieren, auch dieses Haus hier.

Zwei Jahre München und danach bist du frei.

Wie viel Zeit bleibt mir, um mich zu entscheiden?

Keiner.

Gut, dann wenn Herr Bronnen aus der Verhandlung kommt, sagen Sie ihm bitte,

ich melde mich noch einmal.

Ich möchte ihm meine Entscheidung mitteilen.

Gut, vielen Dank. Ja, mache ich. Ja?

Würdest du dem bitte Maria geben?

Ja.

Willst du verreisen?

Ja, ich... Wann kommst du wieder?

Nicht so bald.

Irgendeine Geheimsache?

Ich kann es dir nicht erklären. Ich... Ich muss nach München für lange Zeit.

Ja, wir... Wir können doch darüber reden.

Nein, das können wir nicht.

Soll das heißen, dass... Es tut mir leid.

Was macht denn Vanessa hier?

Wer ist Vanessa?

Was ist los mit dir?

Bist du krank?

Nur ein bisschen schlapp.

Hol dich aus.

Ich will, dass es dir gut geht.

Borovia will nachverhandeln.

Das hat er schon zweimal.

Entweder er unterschreibt den Vertrag so, wie er ist, oder wir kommen nicht

ins Geschäft. Alles klar.

Parker möchte Sie in Cancun treffen.

Wo? Cancun, Mexiko. Ich weiß, wo Cancun ist.

Entschuldigung.

Ich will versuchen, das in die Nähe deines New York-Besuchs zu legen.

Ja, gut.

Hier, unterschreib das in meinem Namen. Das hast du doch noch nie gemacht.

Alles klar?

Was? Alles okay mit dir?

Ja, was soll denn nicht okay sein?

Das reicht nicht, das weißt du.

Mehr ist nicht drin.

Wir brauchen aber mehr, weil wir den Auftrag kriegen müssen.

Tja, was soll ich tun?

Keine Ahnung.

Vielleicht ein paar Nachtschichten einlegen?

Du weißt, was davon abhängt.

Also streng dich an.

Bitte schön.

Also dann, auf gute Zusammenarbeit.

Ich glaube, dass die Kollektion ein großer Erfolg wird.

Ich habe kürzlich noch zu Paul gesagt, dass es kein vergleichbares Produkt auf

dem europäischen Markt gibt.

Nicht wahr, Paul?

Paul, ich rede mit dir.

Entschuldigung, woher kommt das Olivenöl?

Ist was mit dem Öl? Nein, nein, ganz und gar nicht. Ich will nur wissen, wo es

herkommt. Aus Italien.

Ja, das ist schon klar, aber aus welcher Region?

Das spielt doch jetzt keine Rolle.

Panicale, das ist in Umbrien.

Danke. Gerne.

Tut mir leid, aber ich muss jetzt weg.

Paul? Das glaube ich eher nicht. Hör zu, ich gehe jetzt zu lieben Ernten.

Und du tust, was du tun musst.

Was ist denn passiert?

Kann ich mit dir reden?

Aber er wollte dich doch heiraten.

Dann habe ich ihm gesagt, dass ich schwanger bin.

Und jetzt will er dich nicht mehr heiraten?

Will er oder will er nicht?

Er will nicht.

Und warum nicht?

Weil das Kind nicht von ihm ist.

Es ist von Adriano.

Aber ich war schon längst schwanger, bevor das mit Ben überhaupt wieder

angefangen hat.

Ich wusste es nur nicht.

Du benachtest heute hier.

Und morgen früh nehmen wir die erste Maschine zurück nach Italien.

Na,

geht's mal?

Alles klar?

Sag mal, vielleicht kannst du mir helfen, ich kann Franziska nicht

erreichen.

Was für eine Überraschung.

Irgendwas passiert?

Das ist eine lange Geschichte.

Verstehe. Tja, ich hab Zeit.

Na komm schon.

Wo ist denn Maria?

Da sind wir direkt beim Thema.

Sie kriegt ein Kind.

Ich bin da.

Ja, schläft noch.

In der Küche ist Kaffee. Ich wollte ihm gerade einen bringen.

Ja, lass, ich mach das schon.

Ich wollte ohnehin mit ihm reden.

Warum bist du nicht zu mir gekommen?

Weil ich diesmal jemanden brauchte, der Ben kennt und der mich versteht.

Okay, und das tue ich nicht?

Doch.

Aber?

Du hast mir immer alle Freiheiten gegeben.

Ich könnte immer meine Wege gehen.

Aber manchmal geht es einfach nicht mehr.

Aber du weißt, was ich alles tun würde, um dir zu helfen.

Manchmal habe ich mir nur einfach mehr den Vater gewünscht als den Freund.

Jemanden, der mich bei der Hand nimmt und der mit mir diesen Weg geht.

Hast du nicht früher mit mir darüber gesprochen?

Ich weiß nicht.

Schien ja alles in Ordnung zu sein.

Was machst du hier?

Maria hat mir gesagt, was passiert ist.

Und? Du machst einen Fehler, Ben.

Ach ja?

Als du mit aller Macht das Restaurant eröffnen wolltest, hast du mir erzählt,

Marcello hätte das Gleiche getan.

Was hat das damit zu tun?

Mein Großvater war in der gleichen Situation wie du.

Meine Großmutter war schon schwanger, als sie Marcello kennenlernte.

Aber er hat die Frau geheiratet, die er liebte.

Also dann ist Marcello überhaupt nicht dein Großvater.

Nein, Marcello hat meine Großmutter geheiratet, obwohl sie von jemand

anderem schwanger war.

Die Leute haben das sicher nicht verstanden.

Das hat Marcello nicht gestört.

Dann muss er sich sehr geliebt haben.

Liebst du Maria, Ben?

Ja, sehr.

Marcello war glücklich mit meiner Großmutter.

Das hat er mir oft erzählt.

Maria liebt dich auch.

Und wenn ihr beide euch so sehr liebt, dann werdet ihr es schon schaffen.

Ich würde gerne mal mit dir reden.

Ich würde auch gerne mit dir reden.

Ich dachte, du hättest mir schon alles gesagt.

Franziska, ich dachte...

Ich dachte, es ist das Beste, wenn ich dich gar nicht erst in meine Probleme

mit reinziehe.

Und ich dachte, wir könnten alle Probleme gemeinsam lösen.

Ja, gemeinsame Lösungen sind offensichtlich nicht meine Stärke.

Aber so wie es aussieht, habe ich jetzt ein bisschen Zeit daran zu arbeiten.

Ich muss wahrscheinlich ins Gefängnis.

Was?

Ach, deswegen bist du nach München gegangen?

Ich werde erpresst.

Und jetzt?

Gehst du wieder zurück?

Jetzt gehe ich erstmal Oliven ernten.

Weißt du, wenn sie mich einlachen wollen, dann ist das eben so.

Findest du das klug?

Keine Ahnung.

Aber es ist die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Das wusste ich in dem Moment, als ich die Frau gesehen habe.

Wenn wir dann das neue Land gekauft haben, dann könnten wir dort drüben die

Brüste anlegen und verkürzen somit den Transportweg für die Ernte.

Verstehe. Hast du noch mehr solcher Ideen?

Hunderte. Oh je, das habe ich befürchtet.

Hallo. Na?

Wollt ihr was trinken? Gerne.

Schönes Fest.

Wird sicher das beste Restaurant dieser Gegend. Danke.

Kommt ihr nur, um zu gratulieren, oder?

Auch. Aber nicht nur.

Die letzten Tage mit dir, das war die schönste Zeit meines Lebens.

Ich wollte nur, dass du das weißt.

Ich liebe dich.

Gut, gehen wir.

Wohin? Wohin wollt ihr mich denn bringen?

Nirgendwo hin.

Sondern?

Also, tut mir leid, dass ich dir mitteilen muss, dass deine Frau leider

in München festgenommen wurde.

Sieht nicht gut aus für sie.

Aha.

Und du musst eventuell als Zeuge aussagen.

Als Zeuge?

Ja. Und das heißt, du darfst vorher erst die Stadt nicht verlassen.

Was ist los?

Ich habe gar nicht vor, die Stadt zu verlassen.

Ganz im Gegenteil.

Eigentlich will ich für den Rest meines Lebens hierbleiben.

Na dann, ist dir alles gut?

Also sehe ich das auch.

Also dann feiert schön, ne?

Rechts höher.

Rechts höher, habe ich gesagt.

Links oder rechts? Rechts.

Natürlich links.

Vereinigt euch doch mal.

So ist gut.

Ja, so ist gut.

Schnell wirst du mich jetzt wohl nicht mehr los.

Ja, hoffentlich.

Ein Hoch auf Marcello!

Und das hast du wirklich zum Bürgermeister gesagt?

Genau das habe ich gesagt.

Wo ist der Doktor?

Marcello?

Doktor! Don Marcello?

Das war ja kein sehr erfreuliches Gespräch.

Dr. Branden meint, hier hilft er also.

Nicht ganz, aber fast.

Tja, das hatte ich befürchtet.

Ihre Firma hat nur dann eine Chance, wenn Sie jetzt schnell und energisch

handeln. Ich weiß.

Fast die Hälfte meiner Leute auf die Straße zu sitzen, bricht mir trotzdem

das Herz. Emotionen bringen uns aber an dieser Stelle nicht weiter, Herr

Johansen.

Die Zahlen sagen nun mal was anderes.

Niklas, ich glaube, wir könnten jetzt einen Kaffee in meinem Büro gebrauchen.

Ja klar, ich kümmere mich drum.

Kommen Sie.

Wieso sind die Töpfe nicht geputzt?

Die Tomaten schmecken nach nichts.

Nicht schon wieder, Ben.

Die Italiener machen nicht umsonst das beste Olivenöl der Welt, damit wir es

über Plastik in die Hose kippen.

Ben, das hier ist ein ganz ordentliches deutsches Restaurant, aber bei mir auch

nicht.

Man braucht das Essen nicht zu schmecken, oder wie?

Wenn dir das alles hier nicht passt, dann kannst du gerne nach Italien gehen

und da ein Luxusrestaurant neu erführen.

Weißt du was?

Vielleicht mache ich das sogar.

Gibt es denn nicht noch eine andere Möglichkeit?

Sie haben doch meistens was in petto.

Kann schon sein.

Es würde Ihnen aber sowieso nicht gefallen.

Dann lassen Sie mal hören.

Eine Fusion mit Ihrem Erzkonkurrenten.

Wer hätte das Sagen in der neuen Firma?

Waldis und Söhne?

Sie wären nur mehr für die Produktion zuständig.

Aber immerhin, es würden alle ihre Jobs behalten.

Und Ihre Bank hätte nebenbei einen Risikokunden weniger.

Ja, das auch.

Entschuldigung, Ihr Sohn ist am Telefon. Er sagt, es sei wichtig.

Schwäche Anfall.

Und zwar der dritte in knapp zwei Monaten.

Und wie schätzt denn der Arzt die Lage ein?

Kritisch. Bei einem 80-Jährigen ist die Prognose sowieso schwierig.

Trotzdem. Ich kann nicht einfach hier so von heute auf morgen alles stehen und

liegen lassen.

Was ist, wenn er stirbt? Ist dir das völlig egal?

Nein, natürlich nicht.

Aber ich... Ich komme, sobald ich kann.

Warum wärst du dich mit Händen und Füßen dagegen, ihn zu sehen?

Ich wehre mich überhaupt nicht dagegen, ihn zu sehen.

Ich bin nur ziemlich eingespannt.

Seitdem ich denken kann, warst du nicht bei ihm.

Du willst mir nicht ernsthaft erzählen, dass irgendein Mensch auf der Welt so

eingespannt ist, oder?

Also ich fahre morgen los.

Überleg's dir.

Das brauche ich nicht.

Du fährst morgen hin und ich komme nach, sobald ich kann.

Sag mal, mit dieser Karre willst du bis nach Italien fahren?

Wenigstens fahre ich überhaupt nach Italien. Ich habe schon verstanden, Ben.

Aber ich kann den morgigen Termin nicht einfach so verschieben.

Vielleicht rufst du deinen Großvater einfach an und teilst ihn mit, damit dir

sein Ableben terminlich in den Kram passt.

Es tut mir leid. Ich habe leider keinen Job, den man einfach so hinschmeißen

kann.

Da bist du ja, Villa.

Was passiert?

Johannsen hat versucht, dich zu erreichen. Ich glaube, er will Gespräche

über die Fusion führen. Oh, das freut mich. Becker braucht die Zahlen vom KWK.

Dr. Bronnen möchte mit dir zum Mittagessen. Die Leute von Unimit kommen

später und der Termin mit den Amis ist verschoben worden.

Auf wann?

Übermorgen.

Oh.

Ich bin morgen wieder zurück. Du verschiebst alle meine Termine.

Und was sage ich?

Familienangelegenheiten.

Da ist die Bahn.

Bitte. Danke.

Danke, auf Wiedersehen.

Wie lange warst du nicht mehr hier? Ach, so eine halbe Ewigkeit.

Aber es war auch besser so.

Dann hoffe ich mal, dass du den Weg noch findest.

Entschuldigung, bin schon wieder weg.

Du ruinierst unsere Firma, wenn du mir jetzt nicht hilfst.

Es ist nicht mehr meine Firma.

Sie gehört dir genauso gut wie mir.

Auf dem Papier vielleicht mehr, aber auch nicht.

Hör zu, lass uns doch endlich einen Strich ziehen.

Das werde ich unserer Familie aber nicht antun.

Du meinst deine Familie.

Raoul, du kannst dich hier nicht einfach verkriechen.

Ich wünsche dir einen guten Flug.

Ich werde dich nicht in Ruhe lassen, nur damit es klar ist.

Du bist eine Giftküche zu Hause.

Und grüßt du mir deine Bauerntrampe?

Deine Freunde werden sich freuen, dich zu sehen.

Das wird sich zeigen.

Ich bin noch nie hierhin geflogen.

Deswegen weiß ich jetzt gerade nicht so genau, wo wir sind.

Da irgendwo müsste doch die Abzweigung sein.

Ich weiß es auch nicht. Es ist so lange her.

Aber schau mal, da sind ein paar Leute.

Vielleicht können wir die fragen.

Entschuldigung, ist das der kürzeste Weg nach Panikale?

Ah ja, nach Panikale, das ist ganz einfach. Fahren Sie an der nächsten

Kreuzung rechts, dann die zweite Straße links und dann kommen Sie hier vorne an

der Böschung vorbei. Nein, nein, nein, nein, nein, das ist völlig falsch. Nach

Panikale fahren Sie die erste nach links und fahren dann weiter Richtung Loka.

Was redest du? Du redest nur Blödsinn. Nach Panikale, ja, da müssen Sie nach

rechts fahren und dann die zweite Straße nach links nehmen. Glaub mir, da wohnt

mein Neffe Antonio.

Antonio Norci? Nee, Antonio Laveni.

Lebt der nicht in Tarua? Ey, ich werde doch wohl besser wissen, wo mein Neffe

wohnt, oder? Der lebt mit meiner Schwester in Panikale. Sie müssen da

vorne. Nicht nach rechts, das ist viel weiter. Jetzt hör mal zu, Sie müssen

nach links fahren. Sie werden es schon finden.

Ja, ja, alle Straßen führen nach Rom.

Er lässt manchmal die obere Tür offen. Ich geh mal gucken.

Ach, Sie sind das.

Entschuldigung, ich hatte Ihren Wagen ver...

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