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1944: Das Jahr des totalen Krieges.
Das Pendel von Hitlers Vernichtungskrieg schlägt zurück.
Alliierte Bomber fliegen täglich Angriffe gegen deutsche Städte.
Man will den Durchhaltewillen der Zivilbevölkerung brechen.
12 Mio Gefangene und Fremdarbeiter werden ins Reich verschleppt.
Sie sichern der Kriegswirtschaft und der Bevölkerung das Überleben.
Im Osten ist die Wehrmacht seit fast 2 Jahren auf dem Rückzug.
Die Rote Armee sühnt den Tod von 20 Mio Russen bei Hitlers Ostfeldzug.
Erstmals nähert sich die Front der deutschen Grenze.
Bislang hatte der Krieg Ostpreußen weitgehend verschont.
Den russischen Vormarsch soll eine Grabenanlage stoppen,der "Ostwall".
Ostpreußen soll zur Festung werden. Jede Flucht wird schwer bestraft.
In Berlin sprechen Hitler und seine Propaganda noch immer vom "Endsieg"
Mama, ich will da nicht alleine hin.
Ich hab's dir doch erklärt, Vicky.
Wenn Berlin für mich gefährlich ist, dann ist es auch für dich gefährlich.
Und wenn immer mehr Bomben fallen... Dann komme ich auch.
Versprochen.
Ich habe noch etwas für dich. Das ist von deiner Großmutter.
Es wird dich beschützen.
Bist du Victoria Mahlenberg ? Dann komm mal mit.
Meine Mama soll mitkommen. Die hat kriegswichtige Aufgaben.
Sie wird für den Endsieg gebraucht. Sag deiner Mama "Auf Wiedersehen".
"Es war die erste Trennung von meiner Tochter."
"Die Nationalsozialisten hatten 40 Staaten in den Krieg getrieben."
Wir sind jetzt beide ganz tapfer. Ja.
"Die Auswirkungen schlugen nun voll auf uns zurück."
"Die Versorgungslage wurde immer schlechter."
"Ein geregeltes Leben war in Berlin kaum noch möglich."
"Die Alliierten flogen auch tagsüber Angriffe."
"Wir mussten unsere Kinder zur Sicherheit aufs Land schicken."
"Ich ahnte nicht, dass ich kurz darauf ein Telegramm erhalten würde."
"Es rief mich ans Bett meines kranken Vaters."
"Auf Versöhnung hoffend fuhr ich heim, zum ersten Mal seit 8 Jahren."
Vorsicht an der Bahnsteigkante !
Lena Gräfin von Mahlenberg
Francois Beauvais, Kriegsgefangener
Heinrich von Gernstorff
Babette
Berthold Graf von Mahlenberg
Sophie von Gernstorff
Graf Rüdiger von Gernstorff
Victoria von Mahlenberg Ferdinand von Gernstorff
Jürgen Hermann, stellv. Gauleiter Fritz, Babettes Sohn
Oma Herta Waltraud Neumann
Heil Hitler, Frau Gräfin. Willkommen zu Hause.
Fritz ! Hast du dich für mich so fein gemacht ?
Entschuldigung für die Verspätung.
Ich habe ihm gesagt,dass auch im Krieg die Reichsbahn immer pünktlich ist.
Das Wetter wird schlecht und wir mussten das Heu einbringen.
Madame la Comtesse, Francois Beauvais.
Haben Sie sonst kein Gepäck ? Nein, Fritz. Ich habe sonst nichts.
Kommen Sie. Leider gibt es für das Auto nicht mehr genug Benzin.
Danke, ich kann das. Hü !
Danke.
Frau Meister. Herzlich willkommen.
Es ist eine Ehre. Anneliese.
Helene. Willkommen.
Willkommen. Guten Tag. Guten Tag.
Mein Lenchen ! Oma Herta. Gut siehst du aus.
Dietrich. Willkommen.
Wie geht es ihm ?
Babette. Lenchen ! Gut, dass du da bist.
Komm erst mal rein.
So eine Freude auf meine alten Tage. Wir kriegen wieder Leben ins Haus.
Sie hat mich nicht mal erkannt. Ach, Kindchen.
Wieso ist deine Kleine nicht dabei ? Ich habe mich auf sie gefreut.
Ich musste sie in die Kinder-Landverschickung geben.
Warum lebst du auch in Berlin, wo ewig Bomben fallen ?
Dünn bist du geworden. Ich kriege dich schon rund.
Graf Rüdiger ist bei ihm drin. Das macht die Sache leichter.
Dass er mich überhaupt sehen will. Er weiß noch nicht...
Ich habe ihm nicht gesagt... Dass ich komme ?
Ja ?
Erst nimmst du deine Medizin. Sei still, du bist nicht mein Arzt.
Nimmst du sie von jemand anderem ? Guten Tag, Vater.
Lena ! Das ist großartig.
Sophie hat Geburtstag, Lena. Wir feiern auf Schloss Gernstorff.
Heinrich kommt auch. Es wäre schön, wenn du dabei bist.
Ja, gern. Denk an deine Medizin, Berthold.
Danke, Onkel Rüdiger.
Was tust du hier ? Hat er dich hinter meinem Rücken herbestellt ?
Babette hat ein Telegramm geschickt. So, hat sie das ?
Auch wenn sie mich totsagen: Ich bin noch lange nicht tot.
Hier geht alles seinen Gang. Wie immer.
Wie kannst du mitten im Krieg deinen Posten verlassen ?
Du bist doch Lehrerin. Die Schulen werden geschlossen.
Jetzt bin ich hier, bei dir. Unsinn, Lena.
Du hast dich längst gegen deine Familie entschieden.
Jeder muss nach seinem Gewissen entscheiden.
Das sagtest du immer. Jetzt, nach 8 Jahren ?
Ich brauche dich nicht, Lena. Wir kommen allein zurecht.
Hitler hält im Radio eine Rede über die Situation an der Front.
Wieso geben 69 Hühner nur 18 Eier, Waltraud ?
22 Eier und 64 Hühner. Gestern waren es noch 69.
Unsere Polacken klauen wie die Raben. Es sind die Franzmänner.
Gib ihnen den kleinen Finger und sie reißen dir den Arm aus.
Der Führer treibt mit der Wunderwaffe alle zurück.
Bis sich keiner mehr traut. Finger weg, Fritz !
Die Männer arbeiten hart und haben Hunger. Sie brauchen mehr Essen.
Die Verpflegung ist ausreichend. Das habe ich mehrfach gesagt.
Wir brauchen mehr Essen.
Angetreten !
Um Himmels willen, hast du mich erschreckt.
Mein sonst so pünktlicher großer Bruder versetzt mich um Stunden.
Obwohl ich pünktlich von der Front komme.
Tut mir Leid, Leutnant Gernstorff. Termin in Königsberg. Komm.
Wieso hast du ein Auto und ich nicht? Weil ich älter bin als du.
Weil ich klüger bin als du. Da lache ich ja, Oberstabsrichter.
Du fährst wehrkraftzersetzendes Zeug hunderte Kilometer durch die Gegend ?
Mama liebt diese Musik. Wir lieben diese Musik.
Lena ist zurück auf Mahlenberg.
Sie kommt heute Abend auch. Aha.
Dann kannst du mit Vater endlich wieder alte Pläne schmieden.
Bist du eifersüchtig ? Klar.
Sie ist das Einzige, um das ich dich jemals beneidet habe.
Fahr mich jetzt zu Hollebens. Karl ist gefallen.
Schau, das hast du beim Sommerball getragen.
Und am nächsten Morgen sagte ich Vater, dass ich schwanger bin.
Er verzeiht mir nicht, dass ich Vicky gegen seinen Willen bekommen habe.
8 Jahre Warten und Hoffen, Babette.
Keinen Brief hat er beantwortet. Als wäre ich aussätzig.
Er meldete sich nicht mal, als Ludwig gefallen ist.
Wenn du nicht geschrieben hättest... Du darfst nicht klein beigeben.
So weit kommt's noch ! Du wirst hier gebraucht.
Vor 2 Wochen haben sie auch noch den Kutscher und meinen Georg eingezogen.
Georg ? Das wusste ich nicht. Wohin ? Nach Frankreich.
Wer leitet jetzt das Gut ? Niemand. Hier herrscht Durcheinander.
Georg vertraute Francois. Der macht jetzt viel hier.
Ein Kriegsgefangener ? Ja, stell dir vor.
Er ist Ingenieur oder so. Er hasst uns.
Wahrscheinlich ist er Kommunist.
Lenchen, wir brauchen dich hier. Wie soll es sonst weitergehen ?
Nur Kriegsgefangene, Fremdarbeiter, wir Frauen und ein paar Kinder.
Fritz würde seinem Vater lieber heute als morgen an die Front folgen.
Deinen Fritz hätte ich fast nicht erkannt. Er ist ein Mann geworden.
Er ist noch grün hinter den Ohren, hat aber gute Chancen in der Partei.
Er kann Karriere machen und eventuell studieren, wenn er sich bewährt.
Die Partei tut richtig was für uns.
Ich weiß, du kannst sie nicht leiden. Vater will, dass ich gehe.
Schluss jetzt, Lena ! Hol deine Kleine aus der Landverschickung.
Hörst du ?
Du gehörst hierher, und das weißt du.
So eine Schweinerei ! Ich beschwere mich in Königsberg !
Es reicht !
Was ist los ? Was machen Sie mit unseren Pferden ?
Krieg ist Krieg und jetzt Schnauze ! Moment. Ich bin Gräfin Mahlenberg.
Wie können Sie die Pferde nehmen ? Die sind Kriegsgut und beschlagnahmt.
Das sind Arbeitstiere, wir haben kein Benzin mehr. Halt !
Kein Pferd verlässt dieses Gut. Ich habe Befehle. Hier.
Glauben Sie an den Endsieg ?
Sie glauben doch an den Führer. Ohne Zweifel.
Dann dürfen Sie die Ertragskraft dieses Gutes nicht schwächen.
Das ist die Grundlage für die Ernährung unseres Volkes.
Es wäre nicht im Sinne des Führers. Das kann der Führer nicht wollen.
Ich rede mit Ihrem Vorgesetzten.
Sorgen Sie dafür, dass die anderen Pferde wohlbehalten zurückkommen.
Ich möchte, dass meine Tochter hierher kommt.
Ich wusste es nicht ! Sonst hätte ich sie nicht in Ihre Obhut gegeben.
Das akzeptiere ich nicht. Sie hören noch von mir.
In diesen Zeiten zählt nur der familiäre Zusammenhalt.
Ich bin glücklich, dass wir beisammen sind.
Auf euch Frauen. Ihr seid das Rückgrat unserer Ordnung.
Auf dich, meine geliebte Sophie. Und auf dich, Lena.
Schön, dass du wieder zu Hause bist. Ich danke euch.
Sie hätten dich in Frankreich lassen sollen. Als Oberstabsrichter...
Ich passe auf mich auf. Ordnung und Disziplin zerfallen.
Wenn man in der Scheiße sitzt, helfen Ordnung und Disziplin auch nicht.
Wir sind Kanonenfutter für unseren großen Führer.
Guten Abend, ihr Lieben. Ich wusste, dass er kommen würde.
Tut mir Leid, dass ich zu spät bin. Lena, meine Liebe.
Deine Briefe halten mich am Leben.
Du bist nicht an der Front ? Wie du siehst, stehe ich vor dir.
Ich habe 2 Tage Urlaub. Die Front bricht mit mir und ohne mich zusammen.
Der Krieg ist verloren. Du redest wie diese Schwachköpfe !
Stauffenberg, Tresckow. Sie wollten der Front den Dolchstoß versetzen.
Ich würde ihn abknallen, wenn man mich zu ihm ließe. Wie einen räudigen Hund.
Aber vielleicht ist es besser, wenn ihn keiner abknallt.
Damit es auch Vater begreift: Wir kämpfen nicht nur, wir morden.
Wir, die Wehrmacht. Hör auf mit diesen Schauermärchen.
Kein deutscher Soldat... Frauen, Kinder, Greise.
Polen, Juden, Russen haben wir erschossen und verscharrt !
Der stellvertretende Gauleiter ist gekommen, um mir zu gratulieren.
Ich möchte Ihren Familienabend keineswegs sprengen.
Herzlichen Glückwunsch. Guten Abend, hochwerter Graf.
Ich mache mich schön für dich.
Amerikanische Jazz-Musik
Warum bist du an diesen grauenvoll langweiligen Ort zurückgekommen ?
Weil wir alle an euch gefesselt sind. An unsere Väter und Mütter.
An unsere Güter und unseren Besitz. Ob wir es wollen oder nicht.
Irgendwann lernen wir alle, dass wir uns fügen müssen.
Wenn man Kinder will und dieses Leben...
Du willst doch Kinder, Lena. Ich habe eine Tochter. Victoria.
Ja, du hast eine Tochter.
Aber diese schrecklichen Familien wollen Söhne, Lena. Nur Söhne.
Ich hatte 3 Söhne.
Seit Konstantin gefallen ist, habe ich nur noch 2.
Ich habe ihn, meinen Liebling.
Und ich will noch eine Tochter und ein Enkelkind.
Ich bringe dich nach oben, Mutter.
Schlaf gut, Sophie. Gute Nacht, Sophie.
Gute Nacht, Mutter.
Viktor wurde nach Bukarest versetzt. Und Benjamin hat geheiratet.
Beim letzten Fronturlaub.
Er wollte wenigstens einen Menschen haben, der um ihn trauert.
Wenn er im Schlamm verreckt.
Ferdinand ! Es schmerzt mich im Kopf, wenn du so sprichst.
Erzähl mir von dir. Mama !
Ich kann nicht zurück in diesen Krieg.
Ich bin machtlos. Sprich mit deinem Vater.
Ich bedaure, dass Ihr Vater unsere Ratschläge beharrlich missachtet.
Es geht doch um die gemeinsame Anstrengung von uns allen.
An der Unversehrtheit Ostpreußens ist auch mein Vater interessiert.
Genau wie Sie, Herr Hermann. Dann habe ich ihn missverstanden.
Sie scheinen etwas weitsichtiger zu sein, liebe Gräfin.
Meine Tochter ist gerade in der Kinder-Landverschickung in Bayern.
Ich habe Probleme, sie zu mir zu holen.
Eine deutsche Mutter sollte nicht zu lange von ihrem Kind getrennt sein.
Hat die Partei daran ein Interesse ? Sie sind eindeutig weitsichtiger.
Er schlägt die Tür zu.
Heil Hitler ! Heil Hitler !
Ferdinand, so erreichst du ihn nicht.
Warum geht es denn nicht weiter ?
Woher kommen diese Leute, Fritz ? Aus dem Memelland und aus Litauen.
Schon seit über 2 Monaten.
Hat es Hunger ? Brauchen Sie Milch ? Ja, bitte.
Alle werden im Gut verköstigt und können im Speicher übernachten.
Besorge Decken und Matratzen, Fritz.
Luise ! Komm jetzt. Platz, Asta. Und tot.
Die Matratzen bitte ganz nach hinten. Helfen Sie mir bitte, Herr Beauvais.
Soll ich dir etwas sagen ? Er spricht Französisch.
Ich verstehe nicht. Was heißt das ? Das sage ich dir nicht.
Will noch jemand ein Glas Milch ?
Im letzten Krieg war der Russe auch hier. Und er ist wieder gegangen.
Dietrich, was ist mit Ihnen ? Ist etwas mit Vater ?
Sie klopft. Ja !
Es reicht ! Das ist der 3. Treck !
Die sollten gar nicht losziehen mit ihren lächerlichen Wägelchen.
Wie wollen die überleben ? Die Menschen gehen nicht freiwillig.
Sie werden vertrieben. Niemand wird sie auf Dauer aufnehmen.
Weder hier noch sonstwo. Wir haben eine Verpflichtung.
Das hast du uns beigebracht. Du hast geholfen, seit ich denken kann.
Ich will es nicht, Lena. Punkt. Schlaf gut.
Der Graf kann doch nicht wollen, dass hungrige Kinder und alte Leute...
Babette ! Sie können alle bleiben.
Ist bis morgen alles repariert ?
Ganz schön instabil. Wenn man damit noch bis nach Pommern will...
Sehr instabil. Das Holz ist faul. Besser wären Gummiräder.
Und eine leichtere Konstruktion mit Querverstrebungen.
Wir können für uns einen Prototyp bauen.
Schon für den Vorschlag könnte man Sie hängen, Herr Beauvais.
Niemand muss fliehen.
Niemand ! Ostpreußen ist sicher.
Wenn die Russen kommen, sind alle tot.
Vor allem uns Russen werden sie töten. Die halten uns für Verräter.
Kein Russe kommt hierher.
Der Krieg wird vorher in Berlin beendet.
Und wenn der Krieg verloren wird ?
Haben Sie keine Angst ?
Gute Nacht.
Wir müssen aufpassen, sie kontrolliert alles.
Sie hat nach allem gefragt. Nach der Arbeit, nach dem Essen.
Hast du ihr die ganze Wahrheit gesagt? Auch das mit den Scheiß-Betten ?
Schluss jetzt ! Keine Diskussionen, schon gar nicht mit ihr.
Wir können von diesen Aristokraten keine Solidarität erwarten.
Wisst ihr, wo Asta ist ?
Habt ihr Asta gesehen ?
Komm. Komm schon.
Draußen hupt ein Auto.
Gut gemacht, Kamerad. Aus dir wird mal was.
Das können Sie nicht machen ! Nicht Mikolai ! Lassen Sie ihn !
Warum hast du das gemacht ?
Warum hast du das gemacht ?
Lassen Sie ihn. Was soll das ? Fragen Sie ihn,wer die SS geholt hat.
Du ? Mikolai kann nichts dafür.
Mich müssen sie mitnehmen. Ich gehe. Damit ist keinem geholfen.
Machen Sie sich nicht zum Märtyrer. Ich gehe.
Sind Sie Kreisleiter oder nicht ? Sie müssen sofort etwas unternehmen.
Sie haben kein Recht, ungefragt meine Männer festzunehmen !
Ich brauche sie dringend für die Feldarbeit.
Lassen Sie sie sofort wieder frei.
Erstens hat man uns gerufen.
Zweitens wurden Sie wiederholt bestohlen. Das darf nicht sein.
Das verlorene Menschenmaterial tauschen wir Ihnen aus, liebe Gräfin.
Ich will meine Leute zurück.
Die arbeiten Tag und Nacht, damit wir die Lieferpflichten erfüllen können.
Das Reich gibt uns nicht mal Benzin ! Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht.
Diese Diebe und Betrüger ziehen Ihnen das Fell über die Ohren.
2 Polen, 1 Russe, 1 Franzose. Interessante Mischung.
Sie missachten die Haager Konvention.
Franzosen müssen dem Roten Kreuz gemeldet werden.
Russen und Polen ... ... zählen nicht.
Es rührt mich, wie Sie um Ihre Leute kämpfen. Finden Sie nicht, Schultz ?
Die Mahlenbergs waren schon immer... Etwas altmodisch. Ja.
Die gute alte Fürsorge-Mentalität. Man kümmert sich um seine Leute.
Selbst wenn sie es nicht verdient haben. Grüßen Sie Ihren Vater.
Ich gebe nächste Woche ein Konzert.
Es wäre eine Ehre, wenn Sie und Ihr Vater kämen.
Ich empfehle mich, Gräfin. Schultz !
Rottenführer !
Auf Wunsch des Vize-Gauleiters können Sie Ihren Abschaum wieder mitnehmen.
Wenn es nach mir ginge... Aber nach mir geht's ja nicht.
Halt ! Bleib stehen, du Schwein ! Schüsse
Was gibt's heute ? Die Gräfin sucht dich.
Hast du die Männer verraten, Fritz ?
Die beklauen uns. Das sind Diebe und Verräter.
Ich muss uns alle schützen. Das habe ich Vater versprochen.
Für dich, Francois.
Ich konnte nicht verhindern, dass Yannick erschossen wurde.
Es tut mir sehr Leid. Um das Essen werde ich mich kümmern.
Sie werden in Zukunft alle genug zu essen haben.
Wir sind hier gegen unseren Willen.
Wir arbeiten bis zum Umfallen und man behandelt uns ohne Respekt.
Soll ich dankbar sein ? Ich komme in friedlicher Absicht.
Ich bin kein Knecht, kein preußischer Sklave.
Ich erwarte, dass keiner Ihrer Leute wegläuft. Solange der Krieg dauert.
Und ich verlange absolute Loyalität. Loyalität !
Das ist ein Pakt auf Gegenseitigkeit. Sie haben einen Fluchtwagen gebaut.
Hinter unserem Rücken. Wenn das rauskommt, landen wir alle am Galgen.
Meinen Sie diese Art von Loyalität ? Jeder will nur überleben, Comtesse.
Nennen Sie mich nicht Comtesse. Aber Sie sind eine !
Sie befehlen, und wir gehorchen.
Bei uns gibt es das nicht mehr. Und hier hoffentlich bald auch nicht.
Setzen Sie sich. Ihr Los ist nicht so schlecht bei uns.
So gut, wie es ohne Freiheit sein kann.
Ich verlange, dass Sie sofort diesen Wagen zerstören.
Haben wir uns verstanden ? Lena ! Wir müssen los.
Wie Sie befehlen, Comtesse.
Heinrich ! Ich bin spät.
Verzeih, ich... Komm.
Wenn wir Glück haben, sind die Amerikaner bald in Berlin.
Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Heeresgruppe Mitte ist in Auflösung.
500.000 Mann gegen 160 Divisionen der Roten Armee.
Sie kommen mit über 2 Millionen Mann und werden die Front aufbrechen.
Meinst du, dieser Hermann hilft mir mit Vicky ?
Hitler verlegt alles in den Westen. Heinrich !
Ich habe mit dem Vize-Gauleiter geredet. Er kümmert sich darum.
Der Motor stottert.
Ich habe kein Benzin.
Vielleicht hat Vater Recht, und wir verlieren alles. Alles geht unter !
Sagt er das ? Nein, aber er denkt es.
Er hat aufgegeben.
Wir können das nicht aufgeben. Wir werden das nicht verlieren.
Wir müssen kämpfen. Ich habe nie aufgegeben, Lena.
Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben.
Hättest du mich damals trotz der Schande wirklich geheiratet ?
Ein Kind von dir ist keine Schande.
Wenn du mich heute fragst: Ich werde immer mit dir und um dich kämpfen.
Immer !
Deiner Tochter könnte ich ein guter Vater sein.
Vater, ich habe mich entschieden.
Ich werde Heinrich heiraten.
Heirate nicht wegen mir oder wegen Mahlenberg.
Liebst du ihn ?
Du sagtest immer: Den Luxus einer Liebesheirat muss man sich versagen.
Es wird bald der einzige Luxus sein, der uns bleibt.
Ich mag ihn, seit ich denken kann.
Und ich brauche ihn jetzt. Deine Ehe rettet hier nichts mehr.
Der Krieg ist schon zu lange in den Köpfen. Er zerstört uns alle.
Vater, Kriege gab es schon immer. Diesmal ist es anders.
Wir haben uns mit denen zusammengetan. Dadurch sind wir ein Teil der Schuld.
Weißt du noch ? Wie früher.
Ich will nicht weg von hier. Ich will auch heiraten können wie Heinrich.
Dann hat man etwas zum Festhalten, wenn man krepiert.
Ferdinand, rede keinen Unsinn. Du wirst ihn doch heiraten ?
Komm von den Schienen runter. Keine Angst, Lenchen.
Er ist weniger aufregend als ich, aber mich hättest du nie geheiratet.
Ich war nur der blöde kleine Bruder. Du bist so viel für mich.
Komm jetzt bitte ! Er wird immer gut auf dich aufpassen.
Ich passe nicht mal auf mich auf. Komm da runter !
Mama !
Na ? Schau, da ist Onkel Ferdinand. Vickylein.
Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, warst du so winzig.
Quatsch ! So klein war ich nie. Vielen Dank.
Es war uns eine Freude, Ihre Tochter begleiten zu dürfen. Auf Wiedersehen.
Pass auf dich auf. Mir zuliebe.
Einsteigen bitte ! Na los, Türen schließen !
Vater ! Victoria soll alleine zu mir kommen.
Ich warte auf dich.
Du bist also Victoria.
Victoria Alexandrine Christine von Mahlenberg. Nach meinem Großvater.
Ja, ja. Ich heiße Berthold Alexander Christian. Das ist richtig.
Mama sagte immer: Du bist sehr traurig.
Jetzt bist du krank. Oder böse ? Wie meinst du das ?
An meinem Geburtstag hat die Ilse mit Hans geredet. Sie ist Mamas Freundin.
Sie fragte, warum wir nicht bei Großvater auf dem Land sind.
Wo in der Stadt doch Bomben fallen.
Hans sagte: Weil der Großvater seine Tochter und Kinder nicht mag.
Weil er ein böser alter Mann ist. Warum bist du ein böser alter Mann ?
Bin ich das ?
Ja, vielleicht.
Wenn das Leben nicht hält, was es verspricht -
Wenn man zu oft enttäuscht wird -
Wenn man gelernt hat zu gehorchen, aber nie gelernt hat zu lieben -
Dann wird man sehr einsam, Victoria. Dann bist du nur einsam, nicht böse.
Ach Lenchen, wer wird denn weinen ?
Du hast so ein Prachtkind. Und dein Heinrich scheut keine Mühe.
Heute ist ein Festtag, Lenchen.
Schau, das viele Benzin. Jetzt geht's endlich wieder bergauf.
"Heinrich kehrte zurück an die Front. Er besuchte uns so oft wie möglich."
"Dank gemeinsamer Anstrengungen brachte das Jahr eine reiche Ernte."
"Und dank Onkel Rüdigers Verbindungen zur Gauleitung."
"Vater ging es jeden Tag besser."
"Ich konnte mir nicht vorstellen, Mahlenberg je verlassen zu müssen."
"Ich glaubte, die Nazis würden Ostpreußen nie preisgeben."
"Obwohl die Rote Armee im Herbst erstmals auf deutschem Boden stand."
Auf unsere Gräfin, die alles fest zusammenhält !
Ohne sie keine Zuversicht. Auf Lena, unsere Hoffnung.
Prost ! Auf euch !
Ohne euch gäbe es Mahlenberg nicht.
Alle singen: "Großer Gott, wir loben dich."
"Herr, wir preisen deine Stärke."
"Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke."
"Sie stolzierten mit ihrer Trophäe zum Sumsemann."
"Der hatte sich tot gestellt." Vicky, komm endlich !
Du musst schlafen gehen.
Morgen darf ich aber noch aufs Feld.
Du sollst nicht immer zu den Kriegsgefangenen gehen.
Das sind meine Freunde. Keine Widerrede !
Deine Mutter hat wohl andere Pläne für dich, Vicky.
Das ist mein Hochzeitskleid. Das passt.
Und zum Polterabend ziehst du das an !
Damit habe ich allen Männern den Kopf verdreht.
Schön. Das steht dir gut.
Die Gutsglocke wird geläutet. Einige der Flüchtlinge weinen.
Soll ich Ihnen helfen ? Gern. Bitte.
Kommt ! In die Scheune hinten. Vor allem die Kinder.
Helga ! Decken !
Schnappt euch die Sachen.
Mikolai !
Flüchtlinge weinen, viele husten, einige stöhnen.
Dahin ! Schnell !
Die junge Frau weint, die alte redet unzusammenhängend.
Die Gewehrkolben, die Stiefel ... Mein Friedchen... Friedchen !
Noch einmal ... noch einmal ...
Lena !
Ich kann Dr. Scholl nicht erreichen.
Er ist im Lazarett. Keiner hilft uns.
Trotzdem, wir können nicht einfach gehen.
Wir können nicht alles stehen und liegen lassen. Das geht nicht.
Soll ich die junge Frau rüber tragen ?
Wir brauchen Wasser und Tücher.
Mama ! Was ist mit Mama ?
Die Frau weint.
Du musst schlafen. Hörst du ?
Komm ...
Du musst weglaufen.
Komm schon !
Wach auf ! Warum wachst du nicht auf ? Komm !
Verdammt !
Francois !
Vielleicht ist die Trauer um unsere Toten irgendwann größer als der Hass.
Ich weiß nicht, ob das möglich ist.
Mein Bruder war 29, als er fiel.
Es war kurz vor Paris. Mein Bruder war erst 19.
Auch wenn Sie mir nicht glauben, ich habe nichts mit denen zu tun.
Nein, niemand in Ihrer Klasse hat mit denen zu tun.
Mit diesen dreckigen dummen Nazis.
Sind Sie verheiratet ? Haben Sie Kinder ?
Ich habe eine Tochter. Ich würde alles tun, damit es ihr gut geht.
Egal zu welchem Preis. Ich weiß. Sie haben keine Ahnung.
Und ich weiß nichts von Ihnen. Aber wir sollten uns respektieren.
Sie machen vor der Realität die Augen zu.
Sie respektieren meine Wahrheit nicht O doch.
Ich respektiere sie. Ich achte jeden Menschen.
Ich lebe in einer Welt, in der man sich verantwortlich fühlt.
In der es Traditionen gibt. Deshalb heirate ich auch.
Das geht Sie gar nichts an. Nein.
Es geht mich nichts an. Oder vielleicht doch ?
Es wird Sie nicht retten, Lena.
Bonne journee, Comtesse.
Der Krieg ist hoffnungslos für uns verloren.
Hitlers Hoffnung auf Zwist unter den Alliierten ist ein schwerer Irrtum.
Die Alliierten sind sich einig:
Keiner wird mit Hitler Frieden schließen.
Mit keiner nationalsozialistischen Regierung.
Die Fortsetzung des Krieges ist völlig sinnlos.
Seid ihr verrückt geworden ? Ihr hört dem Feind zu !
Das sind Lügen. Gemeine, niederträchtige Lügen.
Weiterschneiden !
Waltraud ...
Meier, Albrecht.
Name ? Haber, Fedora.
Fritzchen ! Doch nicht Greise und Kinder !
"Der Sturm bricht los ..." Das will der Führer nicht.
Doch, Mutter. Er hat es befohlen. Er hat uns gerufen, und wir folgen ihm.
Wir sind der Volkssturm. So ein armseliges Häufchen !
Mach dich nicht lächerlich ! Fritz !
Für dich, Mutter. Wir tun das für dich, für die Oma.
Für die Gräfin. Wir verteidigen Land und Reich.
Wir brechen den Vernichtungswillen der Feinde.
Wir schlagen sie zurück. Fritz, los ! Komm endlich !
Das will der Führer.
Für den Endsieg.
Er hat doch nichts anderes gehört. Auch von dir nicht.
Meine Damen, beim Reden das Arbeiten nicht vergessen !
Die Musiker stimmen ihre Instrumente.
Wo ist deine Mutter ?
Ich vertraue Ihnen. Und Sie bauen heimlich wieder einen Fluchtwagen !
Das bringt uns alle in Gefahr hier. Sie denken nur an Ihre Sicherheit.
Wie können Sie so verantwortungslos sein ? Los, sagen Sie was !
Ich habe es befohlen. Ihr werdet das Gut verlassen. Sehr bald.
Du und das Kind, ihr müsst rechtzeitig in Sicherheit.
Das ist das einzig Richtige.
Du hast noch nie gewusst, was das Richtige für mich ist, Vater.
Sie singt ein französiches Lied: "Le coq est mort, le coq est mort."
("Der Hahn ist tot, der Hahn ist tot")
Ferdinand !
Klopfen an der Tür Ja ?
Wie schön, dass du da bist !
Oh, wie schön. Hat dich Herr Breuer abgeholt ? Oder Herr Eder ?
Herr Breuer ist im Krieg und Herr Eder holt Lena ab. Mit wem redest du ?
Ferdinand ist da. Ach ja. Hast du Fronturlaub ?
Vielen Dank für die Einladung. Das ist doch selbstverständlich.
Lena ! Rüdiger.
Du siehst wunderbar aus. Danke.
Sophie !
Berthold, alter Freund. Dass wir uns noch mal so nahe kommen !
Du und deine Enkeltochter.
Ferdinand !
Du hattest schon immer etwas weniger Sinn für Inhalt als für Form.
Die Form gibt dem Inhalt erst die Struktur, lieber Ferdinand.
Sie hilft mir zu überleben. 600 Jahre Tradition.
Kultur und Anstand. Ausradiert !
Vorbei, vernichtet !
Das habt ihr innerhalb von elf Jahren geschafft.
Ich habe Angst.
Ich habe eine verdammte Angst.
Ich will keine Rolle mehr spielen, großer Bruder.
Ich will leben.
Haben Sie dich gehen lassen ?
Mein Bruder heiratet die Frau, die ich verehre. Ich will dabei sein.
Haben Sie dich nun ge ... ?
Ich komme schon.
Musik
Sie kamen vorige Woche nicht zu meinem Klavierabend.
Schade. Mein Vater bestand darauf, den Abend mit mir zu verbringen.
Wie Väter doch immer ihre schönen Töchter beherrschen.
Herr Hermann, ich platze vor Eifersucht.
Ferdinand ! Schwägerin.
Ich wusste, dass du kommst. Hast du's doch noch geschafft !
Ferdinand ! - Entschuldige uns bitte einen Moment, Lena.
Natürlich.
Ich habe nachgefragt. Dein Fehlen wurde noch nicht gemeldet.
Sie sagten mir, du seist im Krankenstand, Ferdinand.
Weißt du, was du tust ? Weißt du, was mit Deserteuren ist ?
Deserteure, die aus Feigheit vor ... Feigheit !
Feigheit ! Hast du sie mal schreien hören ?
Lagst du mal neben einem, der jämmerlich verblutete ?
Davon kriegt ihr hier nichts mit.
Was sind wir für eine schöne, wunderbar kaputte Familie !
Sie und Ihr Gauleiter sollten die Bevölkerung rechtzeitig evakuieren.
So was dürfen Sie nicht mal denken.
Sie nicht. Ich schon. Das ist der Unterschied.
Auf Fahnenflucht steht die Todesstrafe.
Ich muss dich melden.
Du spielst Herr über Leben und Tod. Ohne deine Finger zu beschmutzen.
Das tust du jeden Tag ! Ich tue, was ich tun muss.
Ich drücke mich nicht. Du redest immer alles schön.
Aber früher hattest du wenigstens keine Angst.
Du willst deinen Bruder verpfeifen ! Du bringst uns in Lebensgefahr.
Warum hast du's nicht abzeichnen lassen ? Warum nicht ?
Du würdest mich zum Tod verurteilen ? Mich erschießen lassen ?
Ferdinand ... Ich nehme dir die Entscheidung ab.
Diese Schuld lade ich dir nicht auch noch auf. Das will ich Lena ersparen.
Das hat sie nicht verdient. Ein Schuss
Die Kapelle spielt weiter.
Lena weint.
"Nimm diesen Ring als Zeichen meiner Treue."
"Ich liebe meinen Bruder und bin unschuldig."
"Möge der Herr uns zu einem anderen, besseren Moment zusammenführen."
"In ewiger Verbundenheit, dein Heinrich."
Wie viele haben Platz ? Zwanzig.
Der Rest wird laufen müssen. Wir sind 85.
Wir gehen erst, wenn alle Platz haben auf den Wagen.
Ein Fußmarsch wäre Selbstmord.
Das ist Ihre Aufgabe, Ihre Verantwortung.
Kann ich mich auf Sie verlassen ? Sie besorgen Material und Reifen.
Wir bauen die alten Leiterwagen um und noch mehr neue.
Für Ihre Leute und für meine.
Für Ihre Leute und für meine.
Keine Zeit, das funktioniert nicht. Nicht warten, Francois !
Wir müssen los. Alle oder keiner.
Vier Schritte ! Komm, Trautchen. Komm.
Na, komm.
Die Steine müssen reinpassen. Ich weiß es. Ich weiß.
So, Frau Meister !
Heinrich hat geschrieben.
Von der Front. Es geht ihm gut.
Sophie, du wirst mit dem Zug fahren.
Zu Tante Caroline. Ich habe schon mit dem Bahnhofsvorsteher gesprochen.
Aufhören ! Ich will, dass es aufhört !
"Stille Nacht, heilige Nacht."
"Alles schläft. Einsam wacht nur das traute hochheilige Paar."
Die russischen Kriegsgefangenen singen das Lied auf Russisch mit.
"Schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh."
"Es waren sehr friedliche Tage."
"Es war unser letztes Weihnachten auf Mahlenberg."
"Viele von uns wollten das damals immer noch nicht wahrhaben."
"Die Großoffensive der Roten Armee begann am 12. Januar."
"Die Wehrmacht wurde überrollt. Doch die Treck-Erlaubnis kam nicht."
"Das Schicksal der Zivilbevölkerung spielte offenbar keine Rolle mehr."
"Nicht umsonst lautete die abscheuliche Partei-Proklamation:"
"Ostpreußen stelle sich wie ein Wall von Leibern dem Feind entgegen."
Du nimmst auch keine Gefangenen mit, schon gar nicht ohne Treck-Erlaubnis.
Ich bekomme diese Treck-Erlaubnis. Sie müssen sie uns geben.
Mit 20 Kriegsgefangenen gefährdest du das Leben aller.
Vater, ich werde mein Wort halten. Kommt nicht in Frage ! Nein !
Jeder kann mitnehmen, was er tragen kann.Aber die Gefangenen gehen allein.
Sie sind hier geboren, Sie kennen die Menschen.
Herr Schultz, Sie müssen Frauen und Kinder rechtzeitig evakuieren.
Ich kann nicht. Es gibt klare Befehle von Führer und Partei.
Die richten unser Land zu Grunde. Und Sie helfen mit.
Ich kann Ihnen keine Treck-Erlaubnis geben, lieber Graf.
Ostpreußen ist eine Festung. Die Menschen sind die Festung.
Wer geht, wird mit dem Tod bestraft.
So lautet der Befehl "Zitronenfalter". Genau !
Ostpreußen wird gehalten bis zum letzten Mann.
Erlaubt ist nur die Räumung von Maschinen und Material.
Der Graf hat's verboten ? Waltraud, sag wieso !
Wieso wir ? Was passiert jetzt ? Hör auf. Die Gräfin muss Wort halten.
Warten wir ! Wir werden alle tot sein.
Er wiederholt es auf Russisch. Versteht ihr das ?
Der Graf hat entschieden. Und die Gräfin hat uns verraten.
Wir gehen allein. Sofort !
Aufbruchstimmung. Alle reden auf Russisch durcheinander.
Befehle werden geschrieen: Beeilung, verdammt noch mal !
Dalli, dalli ! Das hab ich schon mal schneller gesehen.
Wie dumm die Menschen hier sind, nicht wahr ?
Wer wird denn bei diesem Wetter nur vors Haus gehen ?
Sie sollen die Bevölkerung schützen, nicht vernichten.
Wer kneift, gehört nicht zum deutschen Volk.
Es gibt nur Endsieg oder Untergang.
Und wenn wir untergehen, nehmen wir euch mit. Gerade euch.
Und links ! Und links ! Und links !
Sie halten die Stellung, Schultz. Jawohl ! Heil, Hitler.
Die Ratten verlassen schon das Schiff. Wir müssen los.
Wir dürfen nicht länger warten.
Los, verdammt ! Schneller !
Du darfst jetzt nicht weggehen.
Ich muss.
Ich muss. Eure Gräfin ist eine Verräterin.
Alle Kinder raus hier !
Beeilt euch ! Das sind doch nur Kriegsgefangene.
Du bist gemein ! Ganz gemein. Geh ! Ich mag Mikolai viel lieber als dich.
Meine Mama ist keine Verräterin. Sie lässt niemanden im Stich.
"Das Licht so stark, der Himmel so hoch, die Ferne so mächtig."
So beschrieb es Hans Lehndorff.
Schau es dir ein letztes Mal an, Lena. Du wirst es so nie wieder sehen.
Halt dich an den Plan.
Falls wir uns verpassen, der Treffpunkt ist Gut Lahnstein.
Du wirst sie zwingen müssen. Beeil dich.
Geh mit Gott, mein Kind.
Nein, ihr könnt nicht hier bleiben ! Ihr müsst packen.
Vor allem warme Sachen: Mützen, Schals, Socken, Jacken. 2 Stunden.
Helene ! Kein großes Gepäck. Nur das, was 2 Hände tragen können.
Am besten ist ein Rucksack. Das ist keine Bitte, das ist ein Befehl.
Das kannst du keinem antun, Lena. Die Russen haben die Front überrollt.
Das ist Irrsinn bei der Kälte.
Wir haben keinem was Böses getan, also wird uns auch keiner was tun.
Ich gehe hier nicht weg. Wach endlich auf, Babette !
Ich habe die Granateinschläge gehört. Sie sind hier, verstehst du ?
Sag Francois und seinen Leuten Bescheid. In 2 Stunden ist Aufbruch.
Fressen ! Schön fressen !
Die Hunde durften doch noch nie ...
Vater, du hast noch nicht gepackt. Wir müssen aufbrechen !
Lena ! Vater, ich bitte dich.
Wir haben keine Zeit mehr. Lena, sie sind weg.
Sie sind einfach weg. Wer ist weg ?
Ich habe Francois gesagt, dass er nicht euer Leben gefährden wird.
Ich hatte eine Abmachung. Ich brach noch nie mein Wort.
Geh jetzt, Lena. Ihr habt keine Zeit zu verlieren.
Was steht ihr rum ? Habt ihr gepackt ? Sind alle fertig ?
Wir haben überall gesucht. Sie ist weg.
Vicky ist weg. Vicky ist weg ?
Los, los los !
Vater, ich reite jetzt alleine los und suche Vicky.
Du musst den Treck leiten.
Das kannst nur du, Lena. Ich verlasse Mahlenberg nicht.
Vater, das darfst du nicht.
Manche Dinge sind unabänderlich wie der Tod.
Man kann sie nicht zurückdrehen. Du allein bist jetzt verantwortlich.
Vater, es geht um meine Tochter. Du wirst sie schon finden.
Es geht um 65 Leute. Ihr Leben und Schutz liegen in deiner Hand.
Vater, das schaffe ich nicht.
Doch, Lena. Du bist stark. Viel stärker als ich.
Das hast du bewiesen, mein Kind.
Ich war immer stolz auf dich.
Auch wenn ich dich viele Jahre allein ließ.
Ich bitte dich nur um eins: Verzeih mir.
Sonst kann ich mir nicht verzeihen.
Und jetzt geh, mein Kind.
Es ist die Stunde der Frauen. Geh !
Wir finden sie, Lenchen. Wir finden sie ganz bestimmt.
Wir ziehen !
Hüa ! Wir ziehen !
Opa, auf den Arm !
Dreh dich nicht um. Dreh dich bloß nicht um.
Wenn's zu kalt wird, müssen wir absteigen und laufen.
Los, fester !
Vicky ! Vicky, was machst du hier in der Scheißkälte ?
Wie kannst du das Kind mitnehmen ? Ich wusste das nicht.
Ich bin sein Schutzengel, bis Mama kommt.
Russisch: Die erste Gruppe nach links, die zweite nach rechts !
Er kommandiert auf Russisch.
Wir werfen eine Granate. Geht in Deckung !
Schüsse von oben. Vor der Tür detoniert die Granate.
Los, nach links ! Du nach rechts ! Vorwärts !
Zwei kommen mit mir, die anderen nach oben ! Einer hierhin ! Dorthin !
Lena, wir können nicht mehr.
Dachtest du, wir finden sie hier ? Francois geht sicher auf Nebenwegen.
Wir brechen nachts um 2 Uhr auf. Das ist ein Umweg, Francois !
Das ist kein Umweg ! Das ist wichtig für das Kind.
Ich bringe dich morgen zu Gut Lahnstein, zu deiner Mama.
Raus ! Raus ! Nicht schießen.
Schüsse
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