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Hier kommt der Sechs in Gestalt einer erblondeten, hübschen, naiven aus der
Provinz mit dem vielversprechenden Namen.
Cindy! Hallo hier!
Hallo Joyce!
Schön, dass du mich abholst.
Das war doch so abgemacht. Herzlich willkommen in der großen Welt. Du bist
ein Schatz. Du magst nicht so viel. Ich bin ja so glücklich.
Trotz der Wiedersehensfreude sollte man die Wagentür ordentlich schließen, sonst
gibt's Ärger. Und der steht heute nicht auf dem Programm.
Falls Sie es nicht erkannt haben sollten, das ist jetzt die Straße vom
Flugplatz in die Traumstadt so vieler junger Mädchen aus der ganzen Welt,
deren Name allein schon Verzückung bedeutet.
Hollywood.
Und das ist die Vorgeschichte.
Cindy war bei einem Dorffest Schönheitskönigin geworden.
Im Kreisblatt erschien ein Foto von ihr auf der Titelseite. Ein findiger
Talentsucher entdeckte zufällig im Papierkorb einer Autobahntankstelle ein
Exemplar dieser Nummer und lud Cindy auf vorgedrucktem Briefpapier internationale
Filmvermittlung gegen die Vorauszahlung einer Gebühr ein, nach Hollywood zu
kommen. Und da ist sie nun.
Ihre Freundin, die auf der Nachbarfarm bei Onkel und Tante aufgewachsen war,
hatte schon vor drei Jahren die Nase voll vom Stallduft und war, verführt von
einem durchreisenden Staubsaugervertreter, einem Monteur für
Landmaschinen, dem Molkereibesitzers Sohn, wohlgemerkt nacheinander, einem
inneren Drange folgend, in das Mekka aller lebens- und liebeshungrigen
Mädchen übergesiedelt, um Karriere zu machen.
Bist du bereit, die Wohnung mit mir zu teilen? So feierlich? Ich bin es, liebe
Joyce.
Und somit überschreitet Cindy die Schwelle zu einem neuen Leben, das so
allein zu bieten hat, wie sich unschwer erkennen lässt.
So Cindy, jetzt nimm erst mal Platz, mach das bequem.
Ich bin gleich zurück. Ich will mir nur schnell was anderes anziehen. Eine
Sekunde. Von mir aus drei.
Wir wollen ihr zugestehen, dass sie bis drei zählen kann.
Obwohl man in Hollywood vor einigen Jahren noch als doofes Blondchen beim
Film viel Geld verdienen konnte.
Allerdings mit der Einschränkung, dass man eine geistig etwas minder bemittelte
Blondine mit viel Charme und Sex zu spielen verstand. Und dazu gehört mehr
als Wasserstoff, Intimspray, lange Beine und das Wissen, wie diese
auseinanderzulegen sind.
Cindy war immerhin klug genug, sich nicht gegen die allgemein verbreitete
Ansicht zu sträuben, dass die Leiter nach oben zu Filmruhm für schöne Mädchen
nur zu erklimmen ist, wenn sie bereit sind, viele Sprossen mit lustvoll
gespreizten Beinen zu nehmen.
Was hast du hier für ein Männchen auf dem Schrank? Welches Männchen? Das mit
dem kleinen Pimmel. Ach, das ist ja eine Flasche. Ach, das Manneken-Piss, kennst
du nicht?
Probier's doch mal aus.
Nimm's runter und drück auf den Knopf. Der kann immer. Aber mach vorher den
Mund auf.
Hat der aber einen Strahl.
Ist ja auch kein alter Mann, bei dem es nur noch spärlich tröpfelt.
Nette Überraschung. Gell, ne?
Hui.
Ich hab noch eine Überraschung für dich, Baby.
Oh, wirklich?
Mach die Augen zu. Wie spannend.
Ganz zu.
Du kannst sie wieder aufmachen.
Na, wie gefallen dir denn meine Dingerchen?
Oh, Backe, wo hast du denn die her?
Die sind echt alles Natur. Keine Plastikchirurgie. Ein Geschenk des
Himmels.
Du, die beiden sind ein Kapital.
Ich bin so froh. Ohne die wäre ich hier in Hollywood nicht so sehr als große
Liebhaberin bekannt geworden.
Oh, Mutter Natur, ich danke dir.
Nein, also, hier, fühl doch mal.
Ein Gewicht, das glaubst du nicht.
Na, heb doch mal an.
Aber Joyce, ich glaube es ja.
Cindy, ich würde dich nicht darum bitten, wenn ich nicht... Du hast sie
vor ein paar Jahren schon einmal berührt.
Das war damals, als wir auf dem Bauernhof auf die beiden Jungen warten
mussten, die mit uns zur Tomatenernte wollten und eine Autopanne hatten.
Es wurde dunkel, dann fanden wir eine kleine Steinhütte oben am Waldrand.
Da sind wir reingegangen und haben uns ganz dicht aneinander geschmiegt und
warm gemacht.
Denkst du, ich hätte es vergessen?
Du warst damals so zärtlich.
Und ich weiß noch genau, wie wir uns... Ja?
Ja, wir können uns das auch ganz genau vorstellen.
Das ist nun mal so.
Man muss deswegen nicht in den verkitschten Ruf, oh Mutter Natur, ich
danke dir, ausbrechen.
Immer diese Übertreibung.
Warte, ich helfe dir aus deinem Fummel.
Dann fummelt es sich besser.
Womit sie diesmal den richtigen Ton getroffen hat und zweifelsohne der Sache
näher kommt.
Ich meine den Sachen, die auch nicht von schlechten Eltern zu stammen scheinen.
Zumindest lässt ihre Verpackung darauf schließen.
Bitte lass mich das machen. Gerne.
Oh, gar nichts drunter? Ist das vielleicht nichts?
Also was es ist, das dürfte bekannt sein. Nennen Sie es, wie Sie wollen,
aber bloß nicht vor... Oh, jetzt wäre es mir beinahe herausgerutscht. Dabei habe
ich der Zensur versprochen, mich jeder vulgären Ausdrucksweise zu enthalten,
obwohl ein kräftig Wort zur rechten Zeit den Reiz erhöht, wenn ihr bereit, dem
frohen Spiel euch hinzugeben, wie das so üblich ist im Leben.
Ah, ein Gedicht. Dein Körper, ja, und wie er duftet.
Also das lässt sich von hier aus nicht feststellen, aber darauf können wir
gerne verzichten.
Er trieb es mit Neffen, er trieb es mit Nichten. Der Onkel war scharf wie ein
Messer. Doch als ihn der Schlag traf, nach so einem Beischlaf, ging es ohne
ihn plötzlich viel besser.
Und jetzt, Cindy, zeigst du, ob du begabt bist. Auch das gehört zu einer
Karriere. Na, wenn es weiter nichts ist, rück mal ein Stück.
Und richtig, ein Stück wird jetzt aufgeführt. Ein Stück voller
Leidenschaft und Hingabe.
Ja.
Und alles ohne Probe. Mit allem Drum und Dran.
Ja, Cindy.
Oh ja.
Auch auf die Gefahr hin, dass Sie mich jetzt zum Teufel wünschen. Ich muss
Ihnen noch was erklären.
Wenn uns jetzt einer stört, den bringe ich um.
Oh, Verzeihung. Dann natürlich.
Lass es fließen.
Ja, freilich, lasst es fließen. Schämt euch nicht eure Gefühle. Dringet vor bis
an die Quellen der Lust.
Es wogt die Brust dem Strande entgegen, dem Strande der Liebe, bei Lesbos
gelegen.
Herrlich.
Herrlich.
Herrlich. In diesem Zustand ein verzeihlicher Irrtum. Es muss
selbstverständlich heißen, fraulich. Aber da sieht man einmal wieder, dass
das die wahre Liebe nicht sein kann, wenn so deutlich nach dem Herrn gerufen
wird.
Cindy, du warst gut.
Leider gibt es keine weiblichen Regisseure in Hollywood, habe ich mir
sagen lassen.
Du warst ja jetzt mit.
Lass gut sein, Joyce, es reicht.
Ihr reicht es eben noch nicht, denn ach.
Zwei Seelen wohnen in ihrer Brust. Eben noch als Frau in höchster Lust will sie
als Mann den gleichen Schwung erleben. Am Ende dann im siebten Himmel schweben.
Na, dann komm.
Du darfst.
Also wirklich, nein, fantastisch.
Sowas von pracht.
Es tut mir leid, aber bei dem Straßenlärm und der Musik ist nicht viel
von dem zu verstehen, was Cindy sagt.
Wir können aber annehmen, dass sie so überwältigt ist von dem Lichterglanz der
Filmstadt Hollywood bei Nacht, wie es allen Provinzgänzchen geht, die sich
voller Hoffnung in das Getriebe der Traummetropole stürzen.
Dinoslodge, das habe ich schon mal im Fernsehen gesehen.
Hier gibt es so viele Theater- und Showbühnen, da brauchst du zwei Jahre,
um durchzukommen, wenn du jeden Abend eine andere Vorstellung besuchst. Was
ist denn das?
Da läuft doch einer nackt.
Soll er doch.
Klar, wenn es ihm Spaß macht.
Die Stadt verkraftet alles.
Wenn es auch manchmal so aussieht, als ging es hier zu turbulent zu.
Was soll's?
Mal ein bisschen rauf, dann wieder runter.
Das macht das Leben nur bunter.
Hier gibt's auch jede Menge Striplokale. Die zahlen nicht schlecht, wenn man eine
gute Figur hat und nicht prüde ist.
Nein, prüde darf ein Mädchen nicht sein. Da hätte ja keiner was davon.
Und das wäre schade, wenn wir von diesen beiden nicht noch ein bisschen mehr
haben sollten, als was sie uns bisher geboten haben.
Schweppes, wie der feine Engländer sagt, wenn er meint, dass das Bier, das nicht
getrunken wird, seine Beruf verfehlt hat.
Man möchte meinen, diese Stadt besteht nur aus Reklame. Alle werben mit
aufreizenden Titeln, mit großspurigen Namen um die Kunden, die Besucher, die
Konsumenten von Sensation und delikatem Genuss. Ein einziger Rummelplatz der
Unterhaltung. Sowas vernebelt natürlich ein schlichtes Gemüt, wie das unserer
Cindy.
Na und erster Verkehr, Autoverkehr wohlgemerkt, das rollt und rollt die
ganze Nacht. Irgendwann müssen die Menschen doch auch mal ins Bett gehen.
Apropos ins Bett gehen.
Es wird behauptet, die Betten sind hier meist gut besucht. Es soll sogar
vorkommen, dass es zuweilen in gewissen Hotels schwierig ist, auch nur für ein
schwaches Stündchen eine Liege zu bekommen.
Diese wird allerdings dann mit der dazugehörigen Dame im pausenlosen
Einsatz für den Geschlechtsverkehr für 20 Dollar pro Mann vermietet.
Hat es gefallen?
Das muss ich alles erst verdauen. Hoffentlich habe ich dir nicht zu viel
zugemutet.
Ach wo, für unser Späßchen reicht's noch.
Cindy? Du willst doch. Du bist so nervös. Ach wo, ich bin noch ein
bisschen geschafft von der Stadt. Das gibt sich bald.
Ich werde mich schon dran gewöhnen.
War auch ein bisschen viel für den ersten Tag. Das geht jedem so.
Ich bin richtig durchgedreht von allem.
Du wirst gut schlafen heute Nacht.
Wetten, dass die beiden vorher noch ihre Abendgymnastik vorführen. Sie wissen,
was ich meine.
Kannst du dir morgen nochmal Zeit nehmen für mich? Ich möchte alles sehen.
Ist doch selbstverständlich. Ich fahre dich wohin du willst. Meine Kunden
können ruhig warten.
Ich ziehe bloß noch die Uhr auf. Du darfst morgen nicht zu spät kommen.
Nein, das werde ich bestimmt nicht.
Dafür ist die Verabredung zu wichtig.
Hoffentlich fühlst du dich wohl in diesem Bett.
Wenn du dich zu mir legst, dann wird es ein bisschen eng.
Dann müssen wir ein Löffelchen schlafen.
Komm.
Gute Nacht, Cindy.
Gute Nacht, Joyce.
Das darf doch nicht wahr sein.
Schlafen ohne vorher.
Na bitte, was habe ich gesagt?
Zieh aus.
Nicht, dass Sie denken, mir hätte es die Sprache verschlagen.
Ich habe das hier schon ein paar Mal gesehen. Mich regt das nicht mehr
sonderlich auf.
Ich habe nur gespannt.
Ich muss mich doch für gestern Abend revanchieren.
Ja, mach es, mach es.
Mit warmen Seifenschaum geht es noch mal so schön.
Das Rezept müssen Sie sich merken, meine Damen. Vor allem für wenig standhafte
Männer. Warmer Seifenschaum härtet ganz ungemein. Sie werden Ihre Freude darin
haben.
Ja, das kann ich nur bestätigen.
Weiter so.
Ja.
Nun macht mal Schluss, Kinder.
Cindy muss doch pünktlich in der Künstleragentur erscheinen.
Ich wünsche dir viel Glück.
Joyce, ich bin so nervös.
Warum denn? Das fragst du? Du bist gut.
Sitzt mein Haar hinten?
Wunderschön, alles in Ordnung.
Ich habe einen fürchterlichen Bammel. Ich drücke dir beide Daumen. Das kann
ich gut brauchen.
Wenn ich durchfalle, siehst du mich nie wieder. Du kannst ganz beruhigt sein,
wir werden uns wiedersehen. Na dann bis nachher. Du siehst wirklich süß aus.
Danke, bye bye. Bye, viel Glück.
Tschüss.
Nein, die gibt's hier nicht.
Fragen Sie mal da hinten, da sind so ein paar kleine Agenturen.
Was denn? So weit weg? Ja, hier sind nur die Großen. Die Straße stimmt, aber
sonst tut mir leid.
Viel Glück.
Na ja, sehr ermutigend klingt das nicht gerade.
Ja, hier James.
Ach so, die Schönheitskönigin vom Lande. Wie sieht sie denn aus?
So, na ja, dann schick sie rein.
Nehmen Sie Platz.
Danke.
Sie sind also Cindy?
Ja, das bin ich.
Sie werden sich gewundert haben, dass ich Sie so einfach herkommen ließ. Nein.
Hatte ich mir eigentlich gedacht.
Na bitte, was haben Sie gelernt?
Nicht viel mehr als das Übliche. Ich dachte mir, das wird sie schon ergeben.
Was? Na, irgend so was wie eine Schauspielerin. Das wird doch nicht so
schwer sein für mich als Schönheitskönigin.
Da muss man doch nichts können.
Sie haben viel Mut, aber damit allein ist es noch nicht getan.
Schönheit ist ein Plus, nur eben das reicht nicht.
Hollywood verlangt da etwas mehr als Schönheit.
Sie meinen?
Ja, genau das.
Darunter kann ich mir nichts vorstellen.
Na ja, sehen Sie.
Das ist so.
Zu mir kommen ungezählte hübsche junge Mädchen aus allen Teilen der Welt.
Die erwarten von mir zurecht, dass ich ihnen den Start zu einer Karriere
ermögliche. Wie soll ich aber wissen, ob sie überhaupt die Voraussetzungen haben,
abgesehen von dem Äußeren?
Nebenbei gesagt, Sie sind ein besonders hübsches Mädchen. Sonst wären Sie auch
nicht Schönheitskönigin in Ihrem Heimatdorf geworden.
Nur... Ja?
Ja, wie gesagt, das reicht nicht.
Kommen Sie mal hier, ich werde schon was für Sie finden.
Ich habe da von einem Aufnahmeleiter was gehört. Der sucht noch sowas wie Sie für
einen Film.
Ja, und?
Er sagte, er hätte einen Film zu besetzen, aber die Mädchen müssten sich
ausziehen. Wären Sie dazu bereit?
Na, und wie sie bereit ist, da macht er nun so eine spannende Geschichte daraus.
Ausziehen. Das ist doch das Einzige, was sie gelernt hat, das sie tausendmal
geübt hat. Mit und ohne Zuschauern.
Ihr fällt richtig ein Stein vom Herzen. Jetzt kann nichts mehr schief gehen.
Wenn er will, kann er alles von ihr haben.
Jetzt bin ich überzeugt, dass Sie wirklich eine echte Chance für eine
Karriere haben.
Nur müsste ich da noch etwas weiter in Sie eindringen.
Tun Sie es.
Vor Bertchen habe ich Angst, die kratzen. Ein dummes Vorurteil, wie Sie
mir gleich bestätigen werden.
Einfalls kitzelt es ein wenig.
Und somit hat der Talentsucher wieder ein dummes Opfer für seine Leidenschaft
aufs Kreuz gelegt.
Wenn es denn sein muss.
Viel Vergnügen.
Wenn schon, denn schon.
Sagte der Herr Künstlerinnenvermittler, als er seine neue Mandantin vor sich
liegen sah, denn er trieb es immer nur nackt.
Bitte. Die Brille.
Ich habe da so meine Prinzipien. Ich bin konservativ.
Die Frau sei dem Manne untertan und muss sich in Geduld üben.
Umso mehr wird sie belohnt werden, sagte der Prophet Hesekiel. Oder was, Moses?
Hesekiel. Dass Sie das wissen, zeichnet Sie aus vor anderen, die hier lagen.
Nun fang endlich an und lass die Propheten aus dem Spiel, sonst kriegen
wir noch die Theologen auf den Hals.
Die haben ohnehin genug damit zu tun, während der nächsten Szene beide Augen
zuzudrücken.
Ich noch nicht.
Dabei fällt mir ein Wirtinnenvers ein. Sie hatte einen Kunstagenten, sie hielt
ihn für den Besten. Von ihm ließ sie sich testen. Als er die erste Nummer
schob, da dachte sie an zwei Studenten, die letzte Nacht auf ihr geübt. Das hat
den Wackeren sehr betrübt. Er wurde schier verzagt, der Rob. So sehr er sich
auch mühte, es tat ihm nichts gelingen, denn alle Lust verglühte, so blieb er
nur zu singen. Oh, du lieber Augustin, jetzt...
Soll es lieber lassen. Es wird dir doch nichts mehr.
Nun, wann bekomme ich das Drehbuch?
Gar nicht.
Für diese Filme gibt's keins.
Um diese Rolle müssen Sie sich beim Aufnahmeneiter ervögeln.
Komme!
Trara, trara!
Willkommen in meiner Hütte. Herzlichen Glückwunsch zu dem Sieg. Oh, Joyce, es
war ein entsetzlicher Reinfall.
Ich flieg wieder nach Hause.
Erzähl doch, was war?
Dieses Sauschwein hat mich reingelegt, dieser Betrüger.
Beruhige dich, Mädchen. Er hat gesagt, ich müsste erst noch echt eine Rolle
kriegen.
Bett des Aufnahmeleiters. Der ist gar kein Agent, der Scheißkerl.
Das ist doch kein Grund zum Verzweifeln.
Bitte, Cindy.
Das nächste Mal klappt es bestimmt.
Das war doch der erste Versuch.
In Hollywood haben fast alle Karrieren so begonnen.
Du wirst doch nicht aufgeben.
Scheiße. Nur weil du keinen Vertrag bekommen hast.
Ich lade ein paar nette Leute ein und gebe eine Party.
Denk nicht mehr dran, hör auf zu weinen, das macht hässlich.
Bitte nicht mehr weinen, das lohnt nicht.
Und ändern tut's auch nichts.
Ja siehst du Cindy, ganz so einfach wie du es dir gedacht hast, ist es nicht in
Hollywood Karriere zu machen.
Da muss man froh sein, wenn man jemanden hat, der einem über manche Enttäuschung
hinweg hilft.
Die macht das schon sehr gut, deine Freundin Joyce.
Sie bringt dich auf andere Gedanken.
Sie zeigt dir das andere Hollywood, das eben nicht nur Film bedeutet, dessen
Ruhm so vergänglich wie zweifelhaft ist.
Hier stehen echte, unvergängliche Bauten von bestechender Schönheit.
Vielleicht spürst du das davon.
Dann würde es mich freuen.
Du kannst ja doch nichts dafür, dass du dieser dummen Meinung aufgesessen bist,
dass, wer ein Hübsches hat, auch unbedingt zum Filmen muss.
Wie macht denn der das?
Das weiß ich auch nicht.
Probier mal, vielleicht kriegst du's hin. Ja, so ungefähr, oder? Also ich
bring's nicht fertig.
Tag, schönes Fräulein, da bin ich, wie versprochen.
Bitte kommen Sie rein.
Ich bin so frei. Vielen Dank, ja.
Hallo, der Hähnchenmann, endlich was zu essen.
Hallo, es soll eine Freundin, sieht hübsch aus, das Mädchen. Stellst du mich
vor, Joyce?
Das ist Cindy, meine neue Mitarbeiterin. Na dann, herzlichen Glückwunsch. Ach,
nur vorübergehend. Sie geht zum Film, da muss sie vorher Geld verdienen. Für die
Ausbildung. Ja, kann ich was für Sie tun, schönes Kind?
Ich weiß nicht, wohl kaum.
Hat sie Hunger? Auf Hähnchen bin ich immer scharf. Hier, es sind Hühnchen. Ob
Männer oder Hühnchen, ich nehme alles mit. Ich schenke sie Ihnen.
Na, kommen Sie rein. Nur keine Hemmungen.
Die habe ich nicht.
Schön, Sie haben es hier wirklich nett eingerichtet. So modisches Zeug, gefällt
mir. Sie haben auch einen schicken Anzug an, so mit Schisslawing. Sie haben hier
noch nichts verdient? Nein, Sie wären mein erster Kunde.
Etwas dagegen?
Ganz im Gegenteil, wenn Sie mich mögen. Aber nur, wenn ich dabei bin.
Natürlich, wenn, dann mit beiden.
Eine hübsche Fliege.
Selbstgebunden. Früher lang, nicht?
Wer lang hat, lässt lang hängen. Das ist ein altes Sprichwort, das nicht zu
stimmen braucht.
Oh ja, es ist durchaus drin, dass er zur rechten Zeit nicht immer nur hängen
bleibt. Tatsächlich?
Das beweise ich Herrn.
Welch reizende Koteletten, die stehen im Brot. Ich bin doch nicht so alt. Das hat
niemand behauptet. Ja, ich kann auch.
Fangen Sie ruhig an. Hauptsache, Sie halten still. Darf ich Sie aufknöpfen?
Aber ja.
Den Hut brauchen Sie nicht. Nein, der würde nur stören. Das dürfte Jacke aber
auch. Aber vorsichtig aufhängen, habe ich frisch aus der Reinigung.
Meine Frau ist da sehr eigendritt. Sie sagt immer, ein Fleck auf der Jacke ist
eine Schande. Sagt sie?
Ja, es macht keinen guten Eindruck. Die klemmen etwas. Danke, Sie machen das wie
gelernt, so mit Gefühl.
Wirklich, Sie haben den Bogen raus.
Wenn Sie mich weiter ausziehen, garantiere ich für nichts. Cindy ist auf
alles vorbereitet. Darf ich mal vorfühlen?
Bei ihr dürfen Sie. Dann bin ich so frei. Ja, bitte.
Machen Sie es immer so schnell.
Von mir aus ganz lange dauernd. Das sowieso.
Behalte ich das an? Aber nein.
Ich hatte schon Angst, ich müsste so antreten. Ein guter Hahn tritt nackt.
Komisch, ich handle mit Hühnchen. Was ist da komisch? Weil ich Hahn heiße. Ich
dachte, Sie sind einer. Darf ich jetzt?
Ihr Kittel hat so eine Wölbung, da ist ordentlich was drin.
Nicht so viel wie bei mir.
Wundervoll. Oh, Moment. Gut, gut. Sie gehen ja ran. Sie haben wohl gedacht, so
ein alter Kacker kann das nicht.
Sie sagten, Sie hätten noch mehr drin. Hier, machen Sie auf.
Toi, Mama, das ist ja nicht zu fassen. Das ist ja ungeheuerlich. Fassen Sie an.
Da braucht man ja vier Hände dazu.
Ja, die bringen auch das Vierfache ein. Du meine Güte, das habe ich noch nicht
gesehen. Legen Sie es bitte weg, ich bin geplättet. Bitte bedienen Sie sich. Von
solchen Massen habe ich ja nicht mal zu träumen gewagt. Das ist wie Weihnachten
für mich. Damit schlagen Sie alle Rekorde. Das mir am frühen Morgen. Nun
halten Sie mal die Luft an und heben die Füße hoch.
Ja, aber vorsichtig, die Hose darf nicht verknittert werden.
Danke für die Unterstützung, liebe Cindy.
Fuß hoch. Ich muss mich nur festhalten, sonst falle ich um. So ein Hühnchen
möchte ich jetzt gern essen. Hier ist die Arbeit.
Oh, Joyce.
Du hast gut. Du kannst jetzt schon Hühnchen essen.
Deine weiße Haut ist so zart wie bei einem jungen Schlachthühnchen. Oh, Sie
lustigen.
Wenn ich hier noch lange rumliege, dann kriege ich es mit meiner Frau zu tun.
Die wartet auf die Abrechnung. Ich müsste schon längst zu Hause sein.
Lasst es euch gut schmecken. Bezahlt habe ich ja schon.
Anziehen muss er sich alleine. Hoffentlich ist er nicht zu geschwächt.
Danke.
Macht's gut. Ich gehe.
Danke für die Hähnchen.
Und somit, Gingsberg, nachdem Cindy ohne Schwierigkeiten die erste Hürde genommen
hat, ist wohl anzunehmen, dass sie auf die schiefe Bahn kommt.
Einmal für Geld, immer für Geld.
Riech mal an der.
Die Duft.
Ein wunderschöner Tag.
Dort in der letzten Kabine habe ich auch schon mal. Aha, und das hat die
Regierung bezahlt? Ja, für Staatsgäste übernehmen die die Spesen.
Ihr Lauer.
Wen bitte?
Das kann ein paar Jahre dauern. Unsere diplomatischen Beziehungen sind
eingefroren, bedauerlicherweise. Aber es ist sehr nett, dass Sie sich in
Erinnerung gebracht haben, Miss Joyce.
Ja,
gerne.
Wenn ich mich von Ihren gepriesenen Qualitäten selbst überzeugen darf.
So gegen zwei Uhr.
Ja, ich bin pünktlich.
Also bis dann.
Miss Joyce, ich bitte mir aus strengster Diskretion. Das ist ganz in meinem
Sinne.
Wie das bei Staatsgeheimnisträgern so zu sein pflegt.
Immer nur dienstlich. Dem Vaterland wird jedes Opfer gebracht.
Egal wo und wenn es auch noch so schwer fällt. Wo kämen wir denn dahin? Was sein
muss, muss sein.
Wieso eine Ölpumpe unbedingt in das Besichtigungsprogramm von Joyce
aufgenommen wurde, kann ich Ihnen beim besten Willen nicht erklären.
Es sei denn, sie wollte Cindy klar machen, wie tief man hinein muss, wenn
man was herausholen will, was das Leben zur Lust werden lässt. Wie zum Beispiel
die Party heute Nacht.
Oh,
das kommt schon.
Alle mal herhören, bitte. Ich habe euch was zu sagen.
Das ist Cindys erste Party in Hollywood heute Nacht. Sie hat noch gar keine
Ahnung, was da so alles passiert.
Sie will sich euch vorstellen.
Also, wenn das Licht ausgeht, dann sorgst du für eine Überraschung, okay?
Licht aus!
Licht wieder an!
Damit ist die Sache wohl klar. Alle Mädchen brustfrei. Kein Widerstand.
Antrag angenommen.
Und was machen die Männer? Die nehmen was? Nein, die bei euch.
Dann schreibt erst mal her, was ihr zu bieten habt.
Viel. Vieler.
Ganz runter.
Brauchst du Hilfe?
Soll ich es mal formen? Du bist ja genau mein Typ. Lass mich mal durch.
Ihr seid alles nette Schweine. Nun wollen wir den Zahn zurückschalten.
Lieber die Höschen wieder anziehen, sonst bringen wir die Herren nur auf
dumme Gedanken.
Hast du was gegen Sex?
Ach, überhaupt nicht. Nur nicht gleich am Anfang.
Irgendwas hast du doch vorbereitet. Eine kleine Sauerei.
Wisst ihr, was wir machen?
Pfeilschießen. Dort stehen die Namen der Herren. Oh, das war Moby Dick.
Dein Pech, er musste eben mich nehmen.
Einspruch nicht möglich. Wen du triffst, den nimmst du. Okay.
Jetzt Claire, nimm deine Chance wahr. Dann soll es schon sein.
Ja!
Sie hat ihn!
Ich werde verrückt!
Jetzt Judy!
Ja! Ein neuer Pfeil, ein neues Glück.
Oh, Ron! Wie ist das?
Du heißt Ron, das wusste ich gar nicht.
Und das ist nun der liebe Dick, den sich Joyce gleich zu Anfang erschossen hat.
Ah!
Und jetzt?
Oh, die machen das Stellungsspiel los. Kann man da noch was lernen?
Ja, du nicht, du kannst ja alles.
Oh, unsere Höschen. Ja, freilich, ist ja wurscht.
Steinbock. Ja, oder du bist mal da.
Bravo. Bravo.
Wieder. Ah, der macht es immer wieder.
Ja.
Ihr könnt das.
Die sind gut.
Du bist besser.
Von hier herumstehen. Seid ihr wieder fertig?
Krass, Tränen auf Holz.
Nebst.
Kannst noch Schreibmaschine?
Der Faschingsmonat.
Total verrückt.
Kriegst du noch Luftscham?
Wie das jemand schön finden kann. Steh doch mal ruhig.
Sie heißen Charles, nicht?
Wieso sitzen Sie hier? Sie machen ein Gesicht, als wäre die Party eine
Beerdigung.
Wie kann ich Sie verführen? Wohl schwer verheiratet, was?
Bin ich nicht, bin nur traurig.
Das hat nichts zu bedeuten. Dann mitmachen, dann verschwinden die Sorgen.
Nein.
Keine Lust, nein?
Und wenn ich Sie darum bitten würde?
Ich würde Sie langweilen.
Sie und langweilen? Nein, das wäre gar nicht möglich.
Ach, wissen Sie, da ist etwas, was mich bedrückt.
Das tut mir leid, aber dagegen gibt es auch Mittel.
Zum Beispiel die Party.
Oh Gott, oh Rudi.
Wenn ich... Ja?
Es ist so, ich war ein paar Jahre Soldat.
Scheiß in Vietnam.
Ich habe da so viel Elend gesehen, es hat mich erschüttert.
Und seit dieser Zeit ist mir alles so unwichtig.
Ich war nie ein begeisterter Soldat.
Ich war immer mittendrin, mal dass ich zwei Wochen im Zarett war in Saigon,
aber ich bin nicht mehr zu retten.
Wenn ich das so sehe... Das ist schade, aber... Ich verstehe das
sehr gut.
Sie sind ein netter Junge.
Danke.
Ich weiß, ich bin eine trübe Tasse.
Weiter nichts.
Wie ist denn das?
Hallo, kann man sich das beste Stück aussuchen?
Du ja.
Das ist nicht wahr. Kommen Sie, Charles.
Andere waren auch Soldat. Die haben auch viel durchgemacht. Nicht bloß Sie.
Du bist ein Goldstück.
Danke, Charles. Ich habe zu danken.
Dann dürfen Sie nicht mehr traurig sein.
Ich werde es versuchen.
Wann sehen wir uns wieder?
Vielleicht sehr bald.
Ihre Telefonnummer?
Joyce hat sie. Die wird sie Ihnen geben.
Na gut, ich werde Sie anrufen.
Ich will Sie wiedersehen.
Okay.
Das war alles?
Das wusste ich ja gar nicht.
Wer kommt denn da noch? Noch eine Überraschung? Da bin ich aber gespannt.
Es ist alles möglich.
Na komm, Junge, trau dich.
Ich bin das Kellerkind.
Nee, die halten dich. Dein Vater ist Millionär.
Willkommen. Ich soll hier mitflaschen?
Ja, das ist doch jung.
Meine Mutter hat gesagt, das darf ich doch nicht. Ich bin doch nicht reif
genug dafür.
Unser Haus hat festgestellt, dass das schädlich ist für mich.
Aber nur mit der rechten Hand. Wir machen das.
Er sagt jedes Mal, dass er noch nie gepumpt hat. Und dann geben sich die
Mädchen besonders Mühe.
Genau so ist es. Der Kreuz bei sämtlichen Partys in der Gegend. Bei den
Harveys soll er es auch so gemacht haben.
Ich muss ja verzeihen, denn Sie wissen nicht, was ich sage.
Genau.
Erstens wissen die genau, was sie tun. Und zweitens tun sie es mit
bemerkenswerter Einmöglichkeit. Die Zeiten, wo man sich zu zweit an einen
verschwiegenen Ort zurückzog, wenn die Hormone ihr Recht verlangten, sind
vorbei. Heute wird gebumst, sobald sich eine Gelegenheit bietet. Und die Frauen
kennen keine Hemmungen mehr, seit ihnen die Pille die Angst genommen hat.
Und somit nähert sich das Fest seinem Höhepunkt. Cindy hat in den paar Tagen
in Hollywood mehr erlebt, als sie erwarten konnte.
Sie wurde in einen Kreis aufgenommen, aus dem sie nicht so leicht wieder
ausbrechen kann.
Aber sie ist auch dem Manne begegnet, der so ganz anders war.
der an diesem Treiben keinen Gefallen fand und den sie wiedersehen wird.
Das wäre gut für sie.
Daran ist nicht zu zweifeln.
Niemand. Schleckt doch mal von der Muschel.
Das ist der Fluch der bösen Tat, dass sie kein gutes Ende findet.
Es war gewiss ein schlechter Rat, der alle jetzt ans Rauschgift bindet.
Ich danke dir, Charles, dass ich das mit dir erleben durfte.
Die Nacht und der Morgen waren wunderschön.
Nein, Charles, wieso denn? Du bist mir doch nicht auf den Wecker gefallen. Das
ist doch Quatsch.
Ja, wie gestern.
Ja, Charles.
Joyce weiß von uns beiden.
Ja, an unserem Platz. Bis dann.
Hallo? Ist Miss Cindy da? Ja, sie ist hier.
Ja, soll ich was ausrichten? Nein, ich muss sie selbst sprechen. Geben Sie sie
mir bitte.
Okay.
Cindy, für dich.
Für mich? Wer ist denn dran?
Ich habe die Stimme nicht erkannt.
Hallo?
Hier ist Ronald Cooper. Ich bin ein Freund von Charles. Ich weiß, dass er
oft mit Ihnen zusammen ist.
Wie meinen Sie das?
Wie ich sage.
Entschuldigen Sie.
Er hat mir alles erzählt am Telefon. Aber heute bekam ich einen Brief. Ich
lese mal vor.
Es tut mir leid, dass ich ihr damit wehtun muss. Ich mache Schluss mit mir.
Ich vertrage es nicht, dass da noch andere sind. Dafür liebe ich sie zu
sehr.
Mein Gott, wie kann ich das verhindern?
Er schreibt da von einer Stelle am Meer.
Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Ich befürchte, dass er dort... Versuchen
Sie so schnell wie möglich, dort hinzukommen. Verhindern Sie ein
entsetzliches Unglück.
Nur Sie können das.
Retten Sie ihn.
Er darf nicht sterben.
Nein, nein, er wird nicht sterben. Ich brauche ihn, ich liebe ihn doch.
Kommen Sie, mein Wagen steht unten. Ja.
Charles!
Charles!
Charles!
Was willst du denn hier alleine ohne mich?
Ich brauch dich doch. Ich liebe dich.
Cindy. Ich liebe dich, mein Charles.
Wenn du gehst, dann sterbe ich auch.
Meine Cindy.
Cindy. Charles.
Ach, Cindy.
Was war nun?
Das wird jetzt eine lange Geschichte.
Die haben ihn gleich dort behalten, um seine Depressionen zu heilen, die er
seit Vietnam hat.
Naja, weil er noch Soldat ist und von wegen der Versorgungsansprüche und so
ein Kram. Ich kenne mich da nicht aus.
Die Heiratspapiere hat er schon besorgt.
Nun warten wir. Kann ich so lange noch bei dir bleiben? Ach, da fragst du noch.
Du bist doch ein Schäfchen. Nur für kurze Zeit.
Joyce, ich habe geschwindelt. Wir heiraten schon morgen.
Charles ist gesund und wird schon am Donnerstag aus dem Militärdienst
entlassen. Und das ist mein Glückstag.
Cindy fährt einem besseren Leben entgegen.
Joyce geht wieder allein ihrem Gewerbe nach und eine hohe Behörde
übernimmt wie bisher die Kosten.
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