All language subtitles for Mein.Freund.Barry.2026.English.1080p.BluRay.x264-TM

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Original subtitles

* Sanfte, harmonische Musik *

* Musik klingt aus *

* Vogel krächzt *

(Mann) Diesmal schnappen wir uns den Burschen.on

Ich hab ein Knacksen gehört, und da sind Spuren.

- (2. Mann) Es liegt auf seiner Strecke. - Diesmal kriegen wir das Drecksvieh.

- Gib mir die Ziege! - Hier.

* Vogel krächzt *

* Knacksen *

Was machst du denn? Doch nicht so.

- Was, nicht so? - Seitwärts.

Das ist doch dem Wolf egal!

* Gedämpfte Stimmfetzen *

* Gespannte Musik, Vogelkrächzen *

* Metallener Schlag *

Komm! Wir haben ihn!

* Knacken *

* Knurren *

Du hast auch Hunger, was?

* Leises Knurren *

* Schnuppern und Winseln *

(Wilderer schreit) Komm!

- Ich komme. - Endlich!

* Freudig erregtes Lachen *

Pscht! Pscht!

Gottverdammich! Das darf doch nicht wahr sein!

Komm!

Jetzt reicht's mir. Komm!

* Gedämpftes Schimpfen *

* Sanfte, harmonische Musik *

* Wind pfeift, Husten *

Hey!

* Husten *

Sag mal, wo warst du so lange?

- Ich hab mir Sorgen gemacht. - Ich hab mit 'nem Wolf gekämpft.

- Ja, sicher. - Ja, sicher.

Und gewonnen hab ich auch.

* Husten und sanfte Musik *

* Gedämpftes Husten *

Morgen wird's noch mal richtig anstrengend.

Können wir uns hier nicht noch was ausruhen?

* Husten *

Komm, wir haben's bald geschafft.

Noch ein Tag bis zur Passhöhe,

dann noch ein, zwei Tage auf der anderen Seite ins Tal.

Und dann sind wir am Meer.

Dann sind wir in Italien, wo es warm ist.

* Wind pfeift *

Und dort gibt's keine Soldaten?

Auf jeden Fall keine Franzosen.

Und wenn sie doch auftauchen,

dann machen die Österreicher Kleinholz aus ihnen.

Gut.

* Husten *

Wir finden Arbeit.

Die Reichen in den großen Städten brauchen Knechte.

- Knechte? - Ja.

Wir bekommen ein eigenes Zimmer nur für uns beide.

Ein richtiges Bett.

Für dich gibt's sogar einen neuen Schal.

Erzähl mir vom Meer.

* Sanfte Musik *

Es ist größer als bei uns, gell?

Größer als der Vierwaldstättersee?

(großer Bruder) Hundertmal größer.

So groß, dass man das andere Ufer nicht mehr sehen kann.

* Brandungsrauschen *

(kleiner Bruder) Und es gibt Fische so groß wie Kälber...

(großer Bruder) Und warm ist es.

Und wenn du dich auf den Rücken legst und deine Arme ausstreckst,

dann trägt dich das Wasser ganz von selbst.

Wir müssen es morgen nur noch über den Pass schaffen.

Und dann werden wir in Italien ein besseres Leben haben.

* Ruhige Musik und Plätschern*

* Mann ruft *

* Wiehern *

* Georg hustet *

Wir schaffen es. Komm!

* Stimmfetzen, Wiehern *

(Frau) Jäwis!

* Angespannte Musik *

Soldaten. Österreicher.

Was machen die hier?

Kleinholz aus den Franzosen.

* Alfons lacht, heftiges Husten *

Geht's? Komm, es ist nicht mehr weit.

* Bedrohliche Musik *

* Wind pfeift, Schnee rieselt *

(Mann) Avanti, avanti!

* Husten, Rufe *

(schwach) Alfons!

Ich kann nicht mehr!

* Sanfte Musik *

Zeig mal.

* Georg hustet schwach *

* Wind pfeift, weiter sanfte Musik *

* Gedämpfter Choralgesang auf Latein *

* Mädchen summt die Melodie mit *

* Leises, hallendes Plätschern *

* Ruhige Musik *

Endlich!

- Wo bin ich? - Im Hospiz.

Du hast zwei Tage durchgeschlafen.

Wo ist Alfons?

Ich muss dich in die Küche bringen, sobald du wach bist.

Und jetzt bist du wach.

Zieh deine Kleider an.

Ich warte draußen.

* Gefühlvolle Musik *

* Glocke läutet *

* Hund bellt, gedämpfte Stimmfetzen *

Komm jetzt!

Wolltest du wieder was stibitzen?

Du bist ja immer hungrig.

Komm, zur Küche geht's da lang.

* Hund bellt *

- Hoi. - Hallo, Resi.

Das ist mein Vater.

Seine Hunde sind die besten Lawinenhunde der Welt.

Sie haben schon viele Leben gerettet.

Komm, ich muss dich in die Küche bringen.

Komm jetzt, bevor die noch auf dumme Ideen kommen.

Resi!

Ich brauch einen neuen Verband.

Komm am Nachmittag, dann ist Bruder Medicus wieder da.

Aber er ist schon ganz locker.

- So heilt es nie richtig. - Der kleine Schnitt?

Lass ihn einfach in Ruhe, dann heilt's von allein.

- Wo ist Alfons? - Wer?

Alfons, mein Bruder.

- He! - Guter Wurf.

Komm, lass die Affen.

* Leises, hämisches Lachen *

* Männer unterhalten sich auf Italienisch *

Bruder Pietro.

Hallo, Kleine.

Er braucht eine warme Suppe.

Certo.

- (Akzent) Gib du ihm doch die Suppe. - Hab keine Zeit.

Eine Suppe!

(gebrochenes Deutsch) Resi ist liebes Mädchen.

Come si dice?

Sie hat harten Kopf.

- Wie heißt du? - Georg.

Sitz.

Una buona zuppa.

Hier, bitte.

Mangia.

Iss.

Und dann schauen wir, was wir mit dir machen.

Ich will zu meinem Bruder.

Deinem Bruder?

Ja, wir sind vor zwei Tagen angekommen.

Come?

Dein Bruder, sind alle weiter nach Italien, vor zwei Tagen.

Nein.

* Gefühlvolle Musik *

Giovanotto! La tua zuppa!

Alfons!

Alfons!

(Mann) Hey!

Alfons!

Alfons!

* Echo *

Alfons!

* Echo *

(Georg mit Echo) Alfons!

* Musik klingt aus *

* Gedämpftes Bellen *

Sie wollten mich sehen, Herr Prior?

Ich müsste eigentlich in der Bibliothek sein.

Il ragazzo è l'ultimo des viaggio.

Seine Bruder ist alleine weitergezogen.

Woher kommt er?

(leise) Emmental.

- Emmental, Seniore Priore. - Hm.

Georg, seine Name.

Ich will nach Italien, zu meinem Bruder.

Der Junge ist verrückt.

Du kannst nicht allein über den Pass.

Ich warte auf die nächsten Säumer.

Das waren die letzten, mit denen du gereist bist.

Bis zum Frühling.

Bis zum Frühling? Das heißt...

Das heißt, dass du hierbleibst, bis der Schnee geschmolzen ist.

Was ist mit deinen Eltern?

Georg heißt du, ja?

Georg, du wirst dich hier nützlich machen.

Bruder Pietro ist immer froh um einen Helfer.

Auch sonst geht die Arbeit hier oben nie aus.

Gibt es eine Möglichkeit, den Jungen unterzubringen?

- Ihr meint im Novizen-Trakt? - Ja.

- (leise) Himmel, Heiland... - Es gibt keinen freien Platz?

Wir können doch keinen Bauernjungen mit den Novizen zusammentun.

Die Unruhe, unsere Disziplin!

Wie werden die Eltern und Gönner reagieren, wenn sie...?

Ich...

Ich finde Platz für ihn.

Gut.

Georg, du machst die Arbeiten, die dir aufgetragen werden.

Du hilfst mit, wo Hilfe gebraucht wird, ja?

Unsere Aufgabe ist es, zu dienen.

Ich erwarte von dir Fleiß, Gehorsam und Demut.

Du wirst dich einfügen, während du bei uns bist.

Hast du das verstanden?

* Bedrückte Musik *

* Wind pfeift leise *

* Leises Klappern *

* Weiter bedrückte Musik *

* Wind pfeift leise *

* Entferntes Bellen *

* Weiterhin Bellen *

* Hund bellt weiter *

* Wind pfeift, Tür quietscht *

Ihr seid ja riesig!

(lachend) Alles gut.

Ich tue euch nichts.

Ich hab noch nie so große, schöne Hunde gesehen.

* Bellen *

Ssscht! Ich tue euch nichts.

Ja, alles gut.

* Kläffen, Winseln und Bellen *

* Kläffen *

* Winseln und Kläffen *

* Sanfte Musik *

(flüstert) Hallo.

Ihr seid ja 'ne Rasselbande.

Hey, nicht beißen.

* Winseln *

Hey, du.

Du bist ja ein Frecher.

* Weiter Kläffen *

Was ist denn mit dir los?

* leises röchelndes Atmen *

Stimmt etwas nicht?

* Röcheln *

Du bist ja ganz schwach.

* Weiter sanfte Musik *

* Entfernter Choralgesang auf Latein *

* Rabe krächzt *

* Tür quietscht *

* Bellen und Grummeln *

- Papa! - Hm?

Walla!Walla, komm! Komm raus da!

(Akzent) Du kannst da nicht schlafen. Und schon gar nicht bei den Welpen.

Ja, Stella, ja.

Die Mutter kann sehr gefährlich sein,

wenn man ihren Welpen zu nahe kommt.

Ja, ich weiß,

aber sie hat mich warmgehalten.

* Leises Winseln *

Ist doch kein Schlafsaal, ist ein Stall.

Wieso trinkt er nicht?

Er kann nicht um seinen Platz kämpfen.

Die anderen drängen ihn immer weg, und er wird immer schwächer.

* Sanfte Musik, Winseln *

Wahrscheinlich schafft er's nicht.

* Leises Grummeln *

Von wem hast du diesen Ammonit?

Das ist eine Steinschnecke.

Das ist eine Versteinerung.

Von einem Tier, dass vor langer Zeit auf der Erde gelebt hat.

Das ist ein Glücksbringer.

Den hat mir der Alfons geschenkt.

Und es ist 'ne Steinschnecke.

Wo hat man dich zum Arbeiten eingeteilt?

- Bei Bruder Pietro. - Hm.

Du wirst mir helfen mit den Hunden, wenn du in der Küche fertig bist.

Georg, oder?

Julien.

* Blöken *

So, jetzt gibt's was Feines zu fressen.

Nicht so schnell!

* Grunzen und Blöken *

* Gedämpfte Stimmen *

* Pietro singt *

Hast du den Eimer selber leergefressen?

Lass mich!

Oh, danke!

(Julien) Kann ich den Jungen mitnehmen?

Ich bring ihn wieder zurück, keine Angst.

Va bene.

Georg.

Komm!

* Pietro sagt etwas auf Italienisch *

Geh.

- (Pietro) Mach du weiter. - Ich?

- Ich soll Zwiebeln schälen? - Arbeit ist Arbeit.

Signor, ayuta mi.

* Hallendes Hämmern *

(Julien) Pass auf, du musst hier dicht an der Wand gehen.

Und was passiert jetzt mit ihm?

Mit wem?

Mit dem Welpen von Stella, das keine Milch bekommt.

Er wird nicht überleben.

Und dann wird Stella ihn auffressen.

* Angespannte Musik *

Die Natur macht, was sie machen muss.

So, genug geredet, jalla. Die Arbeit ruft.

* Dynamische Musik *

(flüstert) Komm!

* Grummeln *

Komm!

* Grummeln und Winseln *

Ich bring ihn dir wieder zurück, Stella.

Ich kann ihn nicht einfach sterben lassen.

* Tür schließt *

* Tür knarrt *

* Wind pfeift leise, Kauzruf *

* Lautes Scheppern *

Was in aller Welt tust du?

Wieso schläfst du nicht?

- Raus hier! * Leises Winseln *

(lachend) Ma che carino!

Was willst du mit ihm in meiner Küche?

Julien sagt, dass er sterben wird.

Weil die Natur macht, was sie machen muss.

Die Natur, die Natur.

Die weiß auch nicht alles.

Aspetta un attimo.

So, bring ihn wieder in den Stall.

Danke.

* Pietro lacht leise *

Da.

* Winseln *

Komm!

Du musst trinken.

Ich hab deiner Mutter versprochen, dass du nicht stirbst.

Da.

* Klägliches Winseln *

* Schritte auf einer Treppe *

Georg?

Ja?

- Wir müssen noch Holz holen. - Was?

- Jetzt noch? - Ja, jetzt noch.

Bruder Pietro wird fuchsteufelswild, wenn morgen nicht genug Holz in der Küche ist.

Ja.

* Winseln *

Was ist?

Ich komme ja.

Ich kann nicht ewig warten.

* Winseln *

Nachher gibt's Essen.

Ich komme gleich wieder.

* Fiepen und Winseln *

* Wind pfeift *

Hey, Matteo!

Was machst du?

Das könnt ihr nicht machen! Lasst mich raus!

Ich muss hier raus!

Hey!

Du wärst wohl lieber bei den Schweinen im Stall, ha?

Aber vielleicht wollen sie dich ja nicht.

Lasst mich raus!

Hier, eine Zwiebel, ungeschält.

Falls du Hunger bekommst.

(Verzweifelt) He, Matteo!

Entschuldige.

Ihr müsst mich rauslassen!

Matteo! Ich muss hier raus!

* Winseln *

Lasst mich raus!

Hey, lasst mich raus!

* Georg stöhnt, düstere Musik *

* Winseln *

* Glocke läutet *

* Schloss klimpert *

- Warte! - Lass mich!

Bitte verrat mich nicht!

* Gefühlvolle Musik *

Du lebst noch!

* Schwaches Röcheln *

Da.

Ja, trink.

Du trinkst. Super!

* Erhabene Musik *

Trink, komm!

* Pietro singt auf Italienisch *

Giovanotto!

Wo warst du?

Es tut mir leid. Ich hab verschlafen.

No!

Nella mia cucina: no!

In meiner Küche wird nicht getrödelt.

Verstanden?

Geh!

* Pietro singt weiter *

Danke.

* Kratzendes Mahlen *

* Tür öffnet *

Was?

Du hast ihn gestohlen?

Ich hab ihm geholfen.

Aber Papa hat doch gesagt...

Stella hat ihn gar nicht gefressen. Er war die ganze Zeit bei dir.

Warte! Wo willst du hin?

- Ich muss es Papa erzählen. - Kannst du nicht...?

Ich muss den Kleinen füttern. Er ist noch nicht stark genug.

* Winseln *

* Winseln *

Hast du ihm schon einen Namen geben?

Einen Namen?

Ja, er braucht doch einen Namen.

Wie möchtest du denn heißen, hm?

* Winseln *

Das hab ich jetzt nicht verstanden.

Bruder Pietro würde in Piccolo nennen.

In ein paar Wochen ist er ungefähr so groß.

Außerdem muss der Name mit einem B anfangen.

B?

- Wieso? - Das ist halt so.

Jeder Wurf hat einen anderen Anfangsbuchstaben.

Die letzten hießen Alma, Achim, Arno und Amba.

Und jetzt ist eben das B dran.

B...

B... Wie wär's mit Benno?

Langweilig. Ähm...

Balthasar oder...

Bartholomeus.

Viel zu lang, das kannst du ja gar nicht rufen. Balthasar!

Bartholomeus!

Eher so was wie... Blitz.

Benedikt?

Himmel, Heiland, Sterne-Siech!

Wie wär's mit Beißer?

Das ist doch kein Beißer.

(Georg) Bär?

Was, wenn ein richtiger Bär auftaucht und wir nach dem Hund rufen?

B...

Und Barry?

- Barry? - Ja, Barry.

Barry, der keine Angst hat.

Barry der Beschützer.

Barry!

Barry!

Ja.

Barry.

* Entferntes Glockenläuten *

* Barry winselt *

Guten Morgen, Barry.

Hallo, Barry.

Hm? Hast du gut geschlafen?

* Gedämpfte Stimmen von draußen *

Du musst ganz leise sein hier.

Es darf dich niemand entdecken.

Ja?

Ich komme wieder.

* Heitere Musik *

* Winseln *

Du kannst nicht mitkommen, Barry.

Du musst hierbleiben.

Ich hab jetzt keine Zeit.

Hierbleiben und warten, gell?

Ich komm gleich wieder.

* Tür öffnet und schließt *

* Leises Grummeln *

Das ist mein Buch. Gib's zurück!

Es lag unter dem Pult.

Hab ich dir erlaubt, mit deinen Drecksfingern mein Buch anzufassen?

Riechst du's auch?

Und weißt du, was das ist?

Man sieht es nicht, aber man riecht's.

Wenn man darin aufgewachsen ist, dann klebt's an einem.

Du wirst immer der Bauerntrottel bleiben, der nach Kuhfladen stinkt.

Und kein Buch auf der Welt kann das ändern.

(leise) Italien.

* Ruhige Musik *

* Leises Brandungsrauschen *

(Georg) Ist das der Weg in den Süden?

(Julien) Ja.

Wenn der Schnee geschmolzen ist.

Warst du schon mal da, in Italien?

Ich bin übers Meer nach Italien gekommen.

Aus Afrika.

Und wieso bist du hier oben?

Ich hab im Hospiz Arbeit bekommen.

Niemand hier hat ein Problem, wenn dein Fell nicht weiß ist.

Wie bei den Hunden.

Die Arbeit zählt.

* Hunde hecheln *

Hast du nie zurückgewollt? Nach Hause?

Wir haben hier unseren Platz gefunden, Resi und ich.

Wenn du Glück hast, wirst du das auch.

Jalla, komm.

* Friedliche Musik *

Da, an den Steinhaufen

können sich Reisende orientieren.

Ich dachte, der Pass wär zu?

Ist er auch.

"A... A...

borf..."

* Tür öffnet *

"bor... borgmon...

tal..."

Liest du Barry was vor?

Hey, Barry.

Er hat das sicher gern.

Auch wenn er vermutlich besser lesen kann als du.

Als ob du lesen könntest.

* Leises Winseln *

"Die Gassen sind so reinlich,

dass das Weibsvolk das ganze Jahr durch

nur in Pantoffeln darauf spazieren gehet.

An den Kanälen sind zu beiden Seiten zwei Reihen Bäume gepflanzet."

Warst du nie in der Schule?

In unserem Dorf gibt's keinen Lehrer.

Manchmal hat uns der Pfarrer etwas beigebracht,

im Winter, wenn auf dem Hof nicht viel zu tun war.

Komm, ich zeig's dir.

Es ist einfacher, wenn du dir die Wörter als Bilder merkst.

So hab ich's gemacht.

"Wer in Holland reisen will, der tut das auf Kanälen..."

Wieso Holland? Das Buch ist doch über Italien?

Das ist ein Reisebuch.

Von Holland

über Deutschland...

hier sind wir, die Schweiz... bis nach Italien.

Wieso kannst du eigentlich lesen?

Weil ich's gelernt hab.

Von deiner Mutter?

Meine Mutter ist gestorben.

Bruder Medicus hat mir das Lesen beigebracht.

Ich muss lesen können. Ich will Krankenpflegerin werden.

Du bist jetzt schon 'ne gute Krankenpflegerin.

Ich weiß.

- Weiter? - Weiter!

(Beide lesen langsam) "...aber die Kanäle

im Winter

- markieren. - ...mark-ie-ren."

Super!

(Resi) Barry!

* Grummeln *

(Resi und Georg lesen weiter) "...zur wilden See..."

"...begraben..."

* Pietro singt im Hintergrund *

(Georg)"...wissen nicht und gleich

sisch... sicher."

Barry!

Jetzt willst du spielen, ha? Jetzt willst du spielen?

* Georg lacht *

"...Ao-sta."

Guck, Barry. Da ist das Meer.

"...und nötigten ihn

durch vieles Zureden,

uns zu der Insel zu führen."

* Wind rauscht *

* Donnerndes, rieselndes Grollen *

* Weiter donnerndes Grollen *

* Gedämpftes Grollen *

(Männer rufen) Lawine!

* Glocke läutet *

Lawine!

* Stimmengewirr, dramatische Musik *

Ich geh mit. Ich kann helfen.

Julien!

Wir können alle Hände brauchen.

Va bene. Geh!

- Wo ist die Lawine runtergekommen? - Weiter unten.

Auf der italienischen Seite.

* Julien murmelt auf Arabisch *

* Weiter dramatische Musik *

* Bellen *

* Bellen * - Julien, da!

(Julien) Ja, such, Bella! Such!

Ja! Hier? Hier?

(Georg) Da ist etwas!

Such, such!

- Los! - Ja, komm! Los, los!

Da! Da! Da!

- Da! - Hier!

Da, da, da, da, da!

Ja! Nimm seinen Arm!

Ich hab ihn. Gut.

Fass mit an!

Langsam! Ja, so, genau so!

Zieht!

Wir haben ihn!

Gut, er lebt!

Decke! Decke!

Geht's?

- Alles gut, wir haben dich. - Danke, vielen Dank.

* Harmonische Musik *

Gut gemacht.

- Wie viele Verletzte sind es? - Weiß nicht.

Musst du die Resi fragen.

Sicher nicht.

(Julien) Georg, du weißt, wohin damit.

Da kommt er ja.

Wer hat denn den rausgelassen?

Ich kümmere mich um die Hunde. Du hast Feierabend.

Georg?

Gut gemacht. Wir können dich hier oben gut gebrauchen.

Der soll sich mal nicht so wichtig machen, dieser Bauerntrottel.

(Resi) Er hat den Lawineneinsatz so toll gemacht.

Ja, er lernt so schnell und ist so ein toller Hund.

- Also los, geh jetzt. - Wieso? Er hat mir gar nichts getan.

Es findet ja niemand raus, dass du es warst.

Ich will aber nicht.

Seit wann bestimmst du,

was du machst und was nicht?

Feigling!

* Entferntes Blöken *

* Spannungsvolle Musik *

* Knurren *

* Barry knurrt und kläfft *

Was? Nein!

Lass mich!

Lass mich los! Hör auf!

Hör auf zu ziehen!

Was machst du?

Ah!

Julien! Julien!

* Barry bellt *

Georg hat den Hund gestohlen und in seiner Kammer versteckt!

Georg war's!

Wo kommst du denn her, hm?

Georg hat den Hund gestohlen!

* Leises Winseln *

Es ist der Wille des Herrn, dass seine Geschöpfe sterben müssen.

Und es ist sein Wille, wann das geschehen soll.

Das gilt für uns Menschen, aber auch für die Tiere.

- Das stimmt nicht, Herr Prior. - Pscht!

So?

Wenn...

Wenn jemand in Not ist und man helfen kann,

dann ist das doch auch Gottes Willen.

Sie haben gesagt, wir sind zum Dienen da.

Er hat mir nicht einfach nur leid getan.

Doch, das auch.

Er tat mir leid, weil Stella ihn nicht mehr gefüttert hat.

Aber er wird vielen Menschen helfen, wenn er groß ist.

Georg.

Bruder Benedikt hat mir gesagt, dass du dieses Buch hier

in der Bibliothek gestohlen hast.

Was wolltest du damit?

Antworte!

Ich hab's gebraucht, um Lesen zu lernen.

Gut, dann lies.

(langsam)"Als das Meer sehr ungestüm war,

kamen wir zu einem Gon-do-liere...

der seine Schunke aus den Wellen

zu ziehen sich bemühte,

und nötigten ihn..."

Gut. Ich glaube, wir haben's verstanden.

Der Hund lebt ab sofort wieder im Stall, wo er hingehört, bei Seinesgleichen.

Barry. Der Hund heißt Barry.

Barry.

Und du lässt dir kein weiteres Vergehen zuschulden kommen. Verstanden?

Ja, Herr Prior.

Bruder Benedikt,

Georg wird zukünftig am Unterricht der Novizen teilnehmen.

- Herr Prior... - Und...

gebt ihm endlich anständige Kleider.

Du hast recht, Georg.

Wir sind hier, um zu dienen.

Du hast mich angelogen.

Ich hab dich nicht angelogen.

Ich hab dir einfach nicht alles erzählt.

Hm.

Seit wann erzählen wir uns nicht mehr alles?

Hm?

Resi, was ist mit dir los?

Ich mag nicht immer so allein sein.

Du bist doch nicht allein.

Außer Pietro spricht keiner der Mönche mit mir.

Und die blöden Novizen schauen nur auf mich herunter,

außer wenn sie ein Wehwehchen haben und eine Salbe brauchen.

Und du,

du hast immer zu tun.

Im Stall oder in den Bergen.

Und am Abend, wenn du nach Hause kommst, bist du müde.

Natürlich bin ich allein,

seit wir hier oben sind,

seit Mama nicht mehr da ist.

* Gefühlvolle Musik *

Und jetzt ist der Georg da, und ich hab's gut mit ihm.

Hm.

Ja hallo!

Ihr zwei habt mich ganz schön reingelegt.

Und du hast auch einen Platz in der Schule bekommen.

* Barry bellt *

Trotzdem will ich, dass du Barry weiter trainierst, hm?

* Friedliche Musik *

- (Resi) So, rein da mit euch. - Hast du gehört, Barry?

Ab jetzt müsst ihr gut auf Georg hören.

(Georg) Ich werde einen guten Hund aus dir machen.

Du hast gute Arbeit gemacht.

Und ich hab gut gegessen.

Ma certo che si.

Lern gut und keine Angst vor den Novizen.

* Glockenläuten *

Oh!

Me...

Meine Herren.

Und der soll jetzt Novize werden?

- Kann eine Kuh tanzen? - Pscht!

* Lebendige Musik *

* Winseln *

Barry!

Himmel, Heiland, Sterne...!

Ich hab jetzt keine Zeit.

Ich komme nach der Schule wieder zu dir.

Meine Herren!

Stille.

Meine Herren!

* Sie singen "Kyrie eleison" *

Komm, Barry! Komm!

Komm!

Barry! Nein, nein, nein.

Sitz, Barry! M-m-m.

Du musst jetzt gehorchen, Barry.

(stockend)"...non ut odio permotus esse videar,

quo debeo sed ut miseri... c-ordia..."

Miseri cordia. Himmel, Heiland, Sterne-Siech!

Wie ein Storch mit einem krummen Schnabel.

(Benedikt) Miseri cordia!

Bitte.

* Barry bellt *

* Lachen und Bellen *

Barry!

(Benedikt) Georg!

Willst du's mal probieren?

- "Comm-mi-ti-bu..." * Kichern *

Pscht!

- "...veteres..." - Veteres, genau.

Du kannst auf den Kissen sitzen.

Das ist ein marokkanische Tajine mit Zitrone.

Wie läuft's in der Schule?

Himmel, Heiland, Sterne-Siech!

Willst du auch mal Lehrer werden, hm?

Die sind alle sooo gescheit.

Willst du auch kommen?

Frag doch den Prior.

Ein... Ein Mädchen bei den Novizen?

Die werden alle mal Mönche.

Und überhaupt, was sollte ich bei den gescheiten Affen?

Bald bist du auch einer von denen.

Bin ich nicht!

- Bist du doch! - Nein, bin ich nicht!

* Harmonische Musik *

Hey!

Ja, prima!

Prima!

* Novize liest * - Pscht!

* Schrecklaut und Kichern *

Geschlafen wird nachts.

Du musst dich besonders anstrengen, sonst bleibst du immer der Bauernjunge.

Verstehst du? Hm?

- Fertig! - Ja, ja, ja.

Nicht schummeln! Hallo?!

Hol schon! Hol schon!

Ja!

Was haben wir gelernt, Barry? Komm!

Drehen.

Und wieder mitkommen.

Und jetzt sitz!

Gut machst du das!

* Bellen *

(Julien) Komm, Bella! Komm!

Barry, komm.

* Bellen *

He, guter Mann.

Sie sollten sich hier nicht ausruhen.

(schwach) Mein Sohn in die Schweiz.

Muss über den Pass.

(Julien) Komm!

Hol Suppe in der Küche! Los! Schnell! - Komm, Barry!

Heiß

Ma, non tutto sul tavolo!

Achtung!

Ich hab keine Zeit!

Keine Zeit, mi dice!

Komm, aufstehen.

* Barry bellt *

Barry, nein, warte!

* Barry winselt *

(Julien) Und? Ist noch was in der Flasche?

Tschuldigung!

Das darf dir nicht noch mal passieren.

Kommt!

Komm, Bella, komm!

* Friedliche Musik *

* Grummeln * - Komm, Barry.

Was macht er da?

Hunger hat er nicht.

Barry, komm mal.

Nur kurz ausprobieren. Komm!

Wenn's nicht geht, nehm ich's dir wieder ab. Was?

Gut.

Was meinst du, Barry?

So ist die Suppe sicher.

Auch wenn die Retter langsam sind oder irgendwo nicht durchkommen.

Oder stolpern, so wie ich.

* Barry winselt *

Ja, Barry.

Georg?

Für dich.

Für mich?

Aus Italien.

(Georg liest) Lieber Georg.

Ein Kamerad schreibt diesen Brief für mich.

Vielleicht liest ihn dir ein Mönch vor.

Ich hoffe, die Steinschnecke hat dir Glück gebracht.

(Alfons Stimme) Es tut mir leid, dass ich nicht bei dir geblieben bin.

Stell dir vor, die Österreicher haben mir mehr Geld versprochen,

als wir zusammen in einem Jahr verdienen können.

Als Soldat hab ich Stiefel und ein Gewehr bekommen.

Wir warten darauf, dass es losgeht gegen die Franzosen.

Wir haben viel Zeit und wenig zu essen.

Wenn der Krieg vorüber ist, komme ich dich holen.

Alfons.

* Gefühlvolle Musik *

* Entfernt hallende Stimme des lesenden Novizen *

Georg.

* Stimme des lesenden Novizen tritt in den Vordergrund *

* Choralgesang auf Latein *

(flüstert) Dem zeigen wir's nachher richtig.

Was ist los?

Was hast du da?

Gib ihn mir zurück!

- Ein Liebesbrief! - Gib ihn zurück!

* Barry bellt weiter *

Gib ihn zurück!

Uh, vom tapferen Soldaten, der dich sitzen ließ.

Meine Familie geht dich nichts an.

Ein Soldat bei den Österreicher. Das nennst du Familie?

Und wo ist deine Familie? Wieso bist du hier oben?

Meine Familie...

* Bellen und Knurren *

Meine Familie finanziert das alles hier.

Dass du durchgefüttert wirst, hast du meiner Familie zu verdanken.

Und dass du nicht im Schweinestall schlafen musst.

Bauerntrottel!

(Georg) Kommt jetzt endlich der Frühling?

Jetzt kommen zuerst die Frühlingsstürme.

Die größte Kälte ist vorbei. Aber die Lawinen...

(Julien) Bleibt zusammen. Der Schnee ist tückisch, wenn es wärmer wird.

(Novize)...er kann schon ungemütlich werden.

Wenn Bruder Benedikt einen böse anschaut,

gibt's 'ne Portion Hausaufgaben dazu.

Aber er ist eigentlich ein freundlicher Lehrer, solange...

(flüstert) Hey, ruhig!

(Matteo) Ein Wolf!

(Julien) Hinter den Felsen!

* Barry bellt * - Barry! Kommt zurück!

- (Julien) Georg, komm, lass den Hund! - Barry!

Komm zurück! Georg!

* Knurren * - Georg, komm zurück!

* Knurren * - Der tut uns nichts.

(Julien, leise) Georg!

* Leises Grummeln *

* Hecheln *

(Julien) Georg!

- Georg! - (Georg) Gut gemacht, Barry!

Georg, geht's?

Wie hast du das gemacht?

Was hast du gemacht? Oder wie hast du das gemacht?

Ich weiß es nicht.

Du weißt, dass das gefährlich war, was du da oben gemacht hast.

Wir haben einander vertraut.

Du hast einen guten Hund aus ihm gemacht.

- Er ist der Beste. * Grummeln *

* Ruhige Musik *

Für dich.

Merci.

(Matteo) Ich hab gebetet, dass irgendetwas passiert.

- Dass ein Steinschlag... - Und plötzlich...

wurde es totenstill.

Georg und Barry standen einfach da vor einem Wolf.

Ein echter Wolf?

Georg, komm mal zu uns.

So klein und so viel Mut!

Ich habe mir fast in die Hosen gemacht.

* Lachen *

Das hätte ich mich nie getraut.

* Düstere Musik, gedämpfte Stimmen auf Französisch *

* Schwere klirrende Schritte *

Die Franzosen kommen!

Die Soldaten vom Napoleon!

* Aufgeregtes Stimmengewirr *

Etwas mehr Würde, meine Herren. Etwas mehr Würde!

* Wiehern und Gespräche auf Französisch *

Wie kann man überhaupt mit denen reden?

(Resi) Auf Französisch?

Ist doch egal, woher sie kommen.

Wir geben ihnen Schutz. Dafür ist das Hospiz da.

Aber das sind Soldaten.

Franzosen! Die zerstören, was ihnen in den Weg kommt.

Dein Bruder ist doch auch Soldat.

* Gedämpfte Stimmen und Wiehern *

* Gefühlvolle Musik *

Alfons ist da draußen und wird gegen die Franzosen kämpfen.

Und ich weiß nicht, ob er...

Er hat die Steinschnecke nicht mehr.

Die hat ihm immer Glück gebracht.

Und jetzt hab ich sie.

Er rennt sicher weg, wenn's gefährlich wird.

Glaubst du?

Ja. Er rennt weg und kommt wieder zu dir.

Es wird alles gut.

(Mann mit französischem Akzent) Alle sollen parat stehen.

Wir müssen morgen vor Sonnenaufgang los.

Zur Hochzeit in Italien kommen wir sonst nicht mehr bei Tageslicht an.

Das ist der Vater vom Celestin, der Herr von Wydler,

und seine Schwester, Fräulein Florence.

Morgen reisen alle weiter zu einer Hochzeit nach Italien.

- Celestin auch? - Mhm.

...draußen in den wilden Tälern, bei Wind und Wetter.

Erst letztens haben wir 'ne Gruppe armer Pilger gerettet,

als plötzlich ein riesengroßer Wolf vor mir stand.

Ein riesengroßes Tier mit riesengroßen Augen

und riesengroßen Zähnen.

Ich hab Barry befohlen, sich mit mir vor den Wolf zu stellen.

Der war so verwirrt,

dass er sich mit eingezogenem Schwanz aus dem Staub gemacht hat.

Das hättet ihr sehen müssen.

* Fröhliches Stimmengewirr *

Möchtest du den Barry mal sehen?

Vater, darf ich?

Wenn Bruder Benedikt das erlaubt.

Er hat mich von meinen Pflichten entbunden.

Allez!

* Er flucht auf Französisch *

Tschuldigung.

* Französisch *

* Franzosen singen *

Bewegt dich!

- Komm! Steh auf! - Du tust ihm weh!

Man muss ihnen zeigen, wer der Herr ist. Nur so gehorchen sie.

Blödes Vieh!

* Barry winselt *

* Knurren und Bellen *

Sitz! Aus!

Geh raus!

Geh raus!

Komm, Florence!

Lassen wir den Bauerntrottel.

Alles gut? Willst du ihn streicheln?

- Ist er...? Darf ich? - Ja.

Er ist ja ganz brav.

Barry ist der beste Hund der Welt.

Wenn ich einen Hund hätte,

würde ich ihn nie schlagen.

Und er müsste genauso sein wie der Barry.

Wir werden sicher Freunde, du und ich.

Beste Freunde.

Wofür brauchst du das?

Für die Reise.

* Unheilvolle Musik *

Wo ist er?

Ich konnte nichts machen, Georg.

Wo ist der Barry?

Im Pferdestall, bei den Soldaten. Er geht morgen mit Florence mit.

Er gehört hierher!

In die Berge!

Herr von Wydler ist ein einflussreicher Mann.

Florence wird gut für ihn sorgen.

Das weißt du nicht!

Sie dürfen Barry nicht mitnehmen.

Georg, such dir einen anderen Hund aus.

Nein!

Georg!

Pietro!

Pietro!

* Gedämpfter Choralgesang *

* Leises Wiehern und Grummeln *

* Leises Winseln *

(flüstert) Barry!

* Schrecklaut *

* Winseln * - Pscht!

(flüstert) Barry!

Wir gehen weg von hier. Aber du musst leise sein.

Komm, Barry.

Leise.

Pscht!

Komm, Barry.

Komm!

* Tür quietscht *

* Wind pfeift *

Sitz!

Warte!

* Tür quietscht *

* Knarren und Winseln *

Sie wollen ihn mir wegnehmen.

Und wo willst du jetzt hin?

Sie werden dich nicht mehr zurücknehmen.

Ich geh zum Alfons.

In den Krieg?

Ich will nicht, dass du...

dass du nicht mehr da bist.

Ich muss gehen, Resi.

Hast du deinen Glücksbringer, die Steinschnecke?

Pass auf dich auf.

- Tschüss, Barry. * Winseln *

Komm, Barry.

* Bedrückte Musik *

* Wind pfeift *

* Heulender Wind *

Bald haben wir es geschafft, Barry.

Wir müssen es nur noch bis zur Hütte schaffen.

Komm, hier rein.

Bis morgen sind wir hier sicher.

Ich weiß, du hast auch Hunger.

* Klappern und Winseln *

Ja, alles gut.

Schau mal, Barry. Das da ist Verona.

Da ist der Alfons. Und wir sind hier, in der Schweiz.

Mit ein paar großen Sprüngen sind wir schon dort.

Wenn nicht viel Schnee ist in Italien, schaffen wir's in zehn Tagen.

* Wind pfeift, Knarren *

* Ruhige, klirrende Musik *

* Entfernte Männerrufe *

(Mann) Das ist doch Wahnsinn, bei dem Nebel loszuziehen!

Ich hab ihnen gesagt, sie sollen noch einen Tag warten.

Aber der Von Wydler wollte nichts davon hören.

Verdammt!

Barry, wir haben verschlafen.

Hier.

Barry, zieh nicht so!

He, was ist los?

Barry!

* Barry bellt *

Barry!

* Bellen *

Barry!

Barry!

* Entferntes Bellen *

Barry!

Barry!

* Rauschender Wind und Bellen *

* Georg hustet *

Barry!

Barry, da bist du ja.

Du?

* Barry winselt aufgeregt * - Wo sind die anderen?

Florence und dein Vater?

Er hat dich hier sitzengelassen?

Sicher nicht, du Blödian!

Komm.

Nein!

Ich bleibe hier. Die werden mich schon finden.

Ich bin der Celestin von Wydler!

Hier draußen bist du gar nichts, verstehst du?

Komm, ich helfe dir runter ins Tal.

Lass mich! Ich hab keine Angst.

Dann gehen wir halt ohne dich weiter, nach Italien.

Barry! * Barry bellt *

Komm Barry, wir gehen.

* Unheilvolle Musik *

(Celestin) Ist das überhaupt der richtige Weg?

Du hast doch keine Ahnung, wo wir hier sind.

Ich wusste, dass du das warst, der das Viech gestohlen hat.

Du meinst den Barry, der dich gefunden hat?

* Weiter unheilvolle Musik *

Wir sind verloren! Du und dein Scheißhund.

Wir brauchen Schutz vor dem Sturm.

Wir müssen Barry vertrauen!

Ich kann nicht mehr! Mein Bein.

Das ist zu viel.

Komm!

Reiß dich zusammen!

* Wind pfeift, klirrendes Rieseln *

* Dramatische Musik *

Gut gemacht, Barry.

Geh rein. Ich komm gleich.

Was machst du?

Geh weiter, Barry.

* Mysteriöse Musik *

Spinnst du? Das Buch ist wertvoll.

Willst du lieber erfrieren?

* Fiepende Gletschergeräusche *

(Celestin) Wo sind wir hier?

Irgendwo unter einem Gletscher.

Das war deine Idee, mit dem Barry.

Florence hätte sich gut um ihn gekümmert.

Das weiß ich.

Aber du wolltest mir Barry wegnehmen.

Dabei hast du schon alles.

Du hast doch schon alles!

Alle mögen dich.

Julien und Resi,

du kannst gut mit den Hunden.

Und sogar Matteo ist jetzt dein Freund.

Seit du hier bist,

sind plötzlich alle so, als würden sie leuchten.

Wieso seid ihr nicht umgekehrt, als der Sturm losgegangen ist?

Mein Vater hat gesagt, dass das Wetter unten im Tal besser wird.

Und die Träger haben nichts gesagt? Die haben sich nicht gewehrt?

Du kennst meinen Vater nicht.

Mein Vater sieht immer nur seine Geschäfte...

und Florence mit ihrem schönen Gesicht.

Und meinen Bruder mit seiner Verlobten in Mailand.

Da würde ich mich auch nicht gern sehen wollen.

Ein hässlicher Schwächling mit 'nem Hinkebein.

Du bist nicht hässlich.

Nur wenn du böse bist.

* Gefühlvolle Musik *

* Gletscher knackt und knarrt *

Barry...

Der Celestin schafft's nicht ins Tal.

Wir müssen zurück zum Hospiz.

Und wenn wir zurück sind,

können wir nicht mehr zusammen sein.

Dann musst du mit Florence mitgehen.

* Sanfte Musik, leises Winseln *

* Dumpfes Grollen und Beben *

* Krachen und Knarzen *

* Rauschendes Grollen *

* Dumpfes Donnern *

* Geräusche klingen ab *

* Barry winselt *

* Unheilvolle Musik *

Hier drinnen findet uns mein Vater nie.

Oder?

Hier drinnen findet uns niemand.

(hallend) Barry!

* Barry bellt *

Komm!

* Dynamische Musik *

Oh!

* Anhaltendes hallendes Klappern *

Das muss irgendwo hinführen.

Aber... schau mal. Da kann man nicht mal richtig stehen.

Wie willst du da runterklettern? Mit all dem Eis?

Nicht klettern.

- Hast du Angst? - Ja, natürlich!

Ich auch.

Eins...

Zwei...

* Aufwühlende Musik, beide schreien *

* Hallendes Schreien *

* Winseln *

* Anhaltendes Schreien *

* Barry bellt *

Barry!

* Musik stoppt, Lachen und Bellen *

Barry!

Komm, Barry.

Danke!

Schau mal!

* Verhaltene Musik, Wind pfeift *

Ich kann nicht mehr.

Komm, wir haben's bald geschafft. Es ist nicht mehr weit.

Du kannst dich an Barry festhalten.

- Komm. * Barry bellt *

* Erhabene Musik *

* Glocke läutet *

Heilige Maria!

Zu Hilfe!

* Barry winselt *

Celestin!

Mein Sohn!

Zu Hilfe!

Papa.

Georg!

Georg!

Gott sei Dank!

Halt durch! Alles wird gut.

Ich bin so froh, dass du wieder da bist.

Alles wird gut.

* Sanfte Musik, leises Blubbern *

Du hast nur einen verstauchten Fuß und ein paar abgefrorene Zehen.

Wo ist der Barry?

* Schritte *

Das ist ein Krankenzimmer, du Blödian!

Tschuldigung. Georg soll zum Herr Prior.

Jetzt?

Herr von Wydler und seine Tochter wollen weiterreisen.

Georg.

Ich höre, du bist wohlauf.

Das freut mich.

Du hast gestohlen, Georg.

Noch dazu von einem Gönner des Klosters.

Was hast du dazu zu sagen?

Ich wollte nicht, dass der Barry in die Stadt muss.

Ich wollte, dass er hier oben bleibt.

Du hast wieder gegen die Regeln verstoßen.

Herr Prior, mit Verlaub.

- Georg hat seinem Kameraden das Leben gerettet. - Ja.

Du hast Mut und Menschlichkeit bewiesen.

Ich sehe deshalb von einer Bestrafung ab.

Kann ich...

Darf ich mich von Barry verabschieden?

Georg.

Du hast mir meinen Sohn zurückgebracht.

Ich kann dir nicht genug dafür danken.

Also...

Der Barry gehört zu dir.

(Celestin) Und du zu ihm.

Es tut mir leid, dass ich ihn dir wegnehmen wollte.

- Merci. - (Prior) Und noch etwas, Georg.

Wir haben uns entschieden, dich als Novize aufzunehmen.

Herr von Wydler wird die Kosten für die Ausbildung übernehmen.

In drei Jahren kannst du dem Orden beitreten

und Priester werden.

Ich will nicht Priester werden.

Himmel, Heiland, Sterne-Siech. Georg!

Ich möchte den Kindern in meinem Dorf alles beibringen,

was ich in der Schule gelernt habe.

Du willst Lehrer werden?

Nun, äh...

Nun, es wird mit unseren Regeln vereinbar sein,

dass du hier weiter bei uns den Unterricht besuchst und lernst,

ein guter Lehrer zu werden.

Barry!

Hallo!

* Winseln * - Hallo!

Ich dachte schon, ich sehe dich nie mehr wieder.

(Georg) Komm, Celestin!

- Ja, Barry. - Feiner Hund!

Barry, du bist der beste Hund den's gibt!

- Guter, guter Hund. - Ein ganz Lieber bist du!

Hast du mich schon vermisst?

Georg?

Alfons!

* Sanfte Musik *

Ist der Krieg vorbei?

Ich weiß nicht.

Aber das ist nicht mehr mein Krieg.

- Das ist die Resi. - Hoi.

- Das ist der Celestin. - Hallo.

Und das, das ist mein Freund Barry.

Ich hab doch gesagt, er rennt weg.

Komm!

Ich bring dich zu Bruder Pietro in die Küche.

Wir lassen deinen Bruder nicht hungern.

Buon appetito.

* Pietro singt im Hintergrund *

Meinst du, ich kann hier noch was ausruhen?

Bevor wir uns auf den Weg machen?

Auf den Weg?

Nach Hause, auf den Hof.

Wir bauen ihn wieder auf.

Ich bleibe hier.

W-Was?

Du willst hier oben bleiben? Hier gibt's doch nichts.

Nur Schnee und Eis.

Ich gehe hier zur Schule. Mit den Novizen.

Und ich pass auf, dass er brav und fleißig ist.

Ich komm nach, in unser Dorf.

Wenn ich Lehrer geworden bin.

Georg der Lehrer...

Ich wusste schon immer, dass aus dir mal was werden wird.

Die bringt Glück, nicht wahr?

Die Steinschnecke?

Eigentlich ist es ja keine Steinschnecke,

sondern ein Ammonit.

Ts!

Streber!

(Georg) Denkst du, es kommen noch andere zurück ins Dorf?

Mal sehen. Es sind sicher nicht alle steinreich geworden im Ausland.

- So wie du, meinst du? - He! Geht's noch?

Zuerst bau ich den Stall wieder auf.

Ich kann auch bei den Tieren schlafen.

Im nächsten Winter ist dann das Haus dran.

Und dann bist du schon fast wieder zu Hause.

Bist du sicher?

Ich hab alles, was ich brauche.

Bis bald.

Und du...

passt auf meinen Bruder auf.

Pass schön auf ihn auf, ja?

Komm, Barry.

Alfons! * Bellen *

Wenn ich Lehrer bin, komm ich nach Hause.

* Harmonische Musik *

Untertitel: Subtext Berlin, 2026

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