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Original subtitles

♪♪

♪♪

♪♪

Es geschah also in jenen Tagen des Ersten Großen Krieges,

der das Land jahrzehntelang erschüttern sollte.

Das Rose beschloss, dem Soldatendasein den Rücken zu kehren

und ihre Geschichte so zwar nicht ihren Anfang nahm,

aber dennoch eine ernste Wendung.

♪♪

♪♪

Es ist alles rechtens.

Fehlt auch nix.

Soweit ich sehen kann, nein.

Er ist im Besitz dieses Dokumentes.

Das bedeutet, das Erbe kann angetreten werden.

Kennt der Herr das Land?

Ja, zwei Sommer hab ich dort verbracht als Knabe mit der Mutter.

Nachdem der Vater verstorben war, haben wir

auf dem Gut gnädig Aufnahme gefunden.

Das war, wie die kleine Kapelle Feuer gefangen hat,

aus der Blitzmitten hinein.

Der Hof hat lange leer gestanden.

Warum hat der Herr erst jetzt entschlossen, sich zu melden?

Die Nachricht hat mich ewig nicht erreicht. Soldat bin ich gewesen.

Wo?

Im Verband.

Zehn Jahre.

Und die Frau Mutter?

Auch tot.

Alle jetzt.

Da derselbe Tag für eine Besichtigung nicht

mehr für gut befunden wurde,

vereinbarte man, sich am folgenden Morgen gemeinsam aufzumachen,

um das Gut den Augenschein zu nehmen.

Das Vieh wurde aufgeteilt aufs Dorf, es wäre sonst verendet.

Es ist gutes Land, verlangt einem aber alles

ab, für nur ein bisschen Ertrag.

Dazu muss einer aber wissen, was er tut, oder lässt es besser bleiben.

Als Soldat hat der Herr für das Land gekämpft.

Das heißt aber nicht, dass er dem Kampf mit dem Land gewachsen ist.

Siehst ja, es ist auch viel zu tun,

ehe die eigentliche Arbeit überhaupt beginnen kann.

Ist nicht jedermanns Sache.

Ist auch keine Schande.

Bin gern bereit, dir das Land abzukaufen.

Zu einem guten Preis.

Und ich will gern bleiben.

Mich niederlassen, endlich.

Und mein Glück versuchen in dieser herrlichen Gemeinde.

Wir können die Tage auf das Formale ins Reine

bringen und die Dokumente unterzeichnen.

♪♪

Ein erstes Ankommen war vollzogen.

Und fand sich Rose auch niemanden, der darauf

mit ihr anstoßen wollte.

Ihr Geld nahm man doch gerne.

♪♪

Das ist ja cool.

Ist mir dadurch small.

Ist ganz eingedrückt.

Ist ja nicht nur mein Gesicht, hat alles eine neue Form jetzt.

Im Dorf sagt man der Soldat.

Und er sei ein Sonderling.

Sei still!

Und dass er etwas Geheimnisvolles mit sich trägt.

Du sollst still sein!

♪♪

♪♪

♪♪

Was ist das Leben in Betrug und Lüge?

Kein Heldentum ist da,

nur Zwang und Not und ständig auf der Hut.

Und kann man Freiheit nennen, so zu leben?

Die einen sagen, kommt Zeit, kommt Rat.

Die anderen, denn seinen gibt's daher im Schlaf.

Mag man sagen, was man will, noch nie hatte

Rose einen so guten Schlaf getan, wie in jener Nacht.

Und Gott kam schon am nächsten Tag.

Was ist?

Der Sturm hat uns die Zäune fortgewählt und das fies uns davon.

Vielleicht, dass wir die Schafe hier bei dir hineintreiben.

Hüa, hüa, hüa!

Die Bärin fand man tags darauf im Wald verendet.

Das Fleisch war verdorben.

Aus dem Fell aber,

fertigte man Rose zu Ehren einen Umhang,

eine Kappe und einen Kragen.

Aus dem Soldaten, dem Sonderling, dem seltsamen Erben

war ein Bärentöter geworden, der nicht

mehr gegen das Alte antreten musste, sondern seine

eigene Geschichte in die des Dorfes

hineingeschrieben hatte.

Was also konnte nicht noch alles geschehen?

Und zeigt sich Gott nur selten oder zu undeutlich

in den alltäglichen Dingen.

Die Zeit ging unübersehbar ins Land.

Ein Jahr war seit ihrer Ankunft vergangen

und Rose hatte ein gewaltiger Unternehmergeist

überkommen.

An Erweiterung, an Vergrößern dachte sie,

an Überschuss und auch Gewinn.

Es ist gut, dass das Land wieder wächst.

Hab sie nicht so getraut.

Ich mir selber nicht.

Ich stehe jeden Tag vor diesem Wunder, hier zu sein.

Ich hab' nie erdenken können, früher, an einen Morgen.

Was kommt, was sein wird.

Viel zu sehr beschäftigt, aus dem Heute-Heile rauszukommen.

Und jetzt?

Zum ersten Mal, wie großartig und schön.

Welche Freude es mir macht.

zu schaffen, zu denken, was man noch alles könnte.

Zu denken, dass man noch alles schaffen könnte, oder bauen.

Und dazu braucht es dieses Land.

Es ist ein Beginn.

Land hat aber einen anderen Wert als bare Münze.

Die gibst du einmal im Tausch gegen was.

Das Land beschenkt dich jedes Jahr.

Wie der Schoß der Frauen.

Nein,

den Bach verkaufen mag ich nicht.

Aber ich mach dir einen Vorschlag,

wie du zu deinem Fleckchen Erde kommst und für mich

doch alles auch beim Alten bleibt.

Fünf Töchter hab ich, die fressen mir die Haare vom Kopf.

Vieles war Rose gelungen bisher.

Dafür hatte sie sich in Disziplin üben müssen,

in striktem Verzicht, an jedem Tag.

Hat entbehren müssen, um zu fordern.

Verzichten, um zu bekommen.

Verheimlichen, um zu sein.

Aber ist der Notwendigkeit einmal Genüge getan,

stellt sich gern der Wunsch ein nach mehr.

Denn die Kier ist ein Rausch,

macht einem den Glauben, es stünde einem alles zu.

Und rechtfertigt sich so allein und durch sich selbst.

Kennt keine Grenze.

Das Ohne-Maß ist die Gier.

Das Ohne-Ziel und Disziplin.

Leere als leer kann ein Fass nicht sein.

Zum Überlaufen aber bringt man es leicht.

Das ist die Susanna, unbescholten, gottesfürchtig,

in allen weiblichen Arbeiten geschickt.

Die Mutter gepflegt hat sie, in den Tod viel Leiden erduldet.

Weiß nicht, was es hat.

Meine selige Frau hat's noch begonnen.

Im Kindbett hat sie schon gearbeitet, da haben wir auch Steuer von einer jeden.

Aber schwach war die.

Lass!

Sehr schwach.

Viel gelegen.

Und?

Dem Herrn verliebt es, um dich zu werben.

Ich bin gewillt, dich ihm zu geben.

Willst auch du.

♪♪

♪♪

Ja.

♪♪

Der Herr segne euch und behüte euch.

Weg!

Wir wollen uns morgen alle besser kennenlernen.

Willst nicht mit dem Feuer?

Soll ich?

Ich kann es versuchen, damit die Kleider trocknen.

Oder der Herr. Vielleicht ist der Herr sowieso geschickt worden.

Den Korb mit dem eingelegten und dem kalten Fleisch,

das von der Hochzeit über war, den haben wir auch beim Karren gelassen.

Ich weiß es nicht.

Wir wollen dem lieben Herrgott danken, dass die

letzten Tage in Fülle waren und hungrig

schlafen gingen.

dass du mich diesen Tag nedig behütet hast

und bitte dich,

du wolltest mir vergeben alle meine Sünden,

denn ich befehle mich, meine Leib und Seele

und alles, alles in deine Hände.

Dein heiliger Engel sei mit mir,

auch dass der böse Feind kein Macht mehr an mir finde.

Amen.

Von allen Dingen schätze ich am meisten deine Reinheit.

Die will ich mir lange bewahren.

Es hat nix Schaden genommen, soweit ich sehen kann,

würde es reichen, uns ein Heim zu schaffen.

Ein schönes.

Ja.

Willst du uns nicht zur Feie des Tages ein Liedchen singen?

Kommt!

Ich weiß nicht was.

Ganz egal.

Sie.

Gefiel du deiner Wege

Und was dein Herz erkränkt

Der allertreusten Pflege

Des der den

Himmel lenkt

Der Wolken, Luft und Winden

Gib Wege, Lauf und Bahn

Der wird auch Wege finden

Da dein Fuß gehen kann

Dem Herren musst du trauen,

wenn dir's allwohl ergeht.

Nach seinem Werk musst du schauen,

wenn dein Werk säuber steht.

mit Sorgen und mit Krämen und mit selbsteigener Pein.

Lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss er beten sein.

Wieso?

Es darf!

Ich hab dem Pastor versprochen, beim Lesen

und Schreiben zu helfen.

Einige haben sich gemeldet, die das gern versuchen möchten.

Weiß ich daher keine Arbeit hier zu finden?

Doch.

Wenn ich's jetzt versprochen hab.

Vielleicht könnte ich dich begleiten.

Es ist so chill hier.

Das ist dein Name.

Das sind fünf Buchstaben, die sich dann wiederholen.

Magst du es mal versuchen?

Oh, ganz langsam.

♪♪

♪♪

♪♪

♪♪

Ah!

♪♪

♪♪

Ja, komm.

Warte.

Fragen wollte ich, ob sich Susanna gut beträgt.

Ob sie folgsam ist in allen Dingen.

Ob sie sich gut macht.

Oder sich verweigert.

Oder du sie abstoßend findest in ihrem Betragen.

Nein, nein, nein, nein.

Sie ist genauso, wie du sie mir beschrieben hast.

Besser noch.

Weißt du, wie das ist?

Der Zucht.

Der Stier, der nicht decken will, den tauscht man aus.

Wir sind ja so weit mit der Arbeit zugegangen,

dass ich nicht darüber nachdenke, auch noch

die Zucht der Tiere zu beginnen.

Die Ehe ist ein Vertrag, den du eingegangen bist.

Und er ist dann erfüllt, wenn auch vollzogen.

Und am besten man macht's gleich, sonst ist alles null und nichtig.

Und somit auch sämtliche Übereinkünfte.

wie das Land, auf dem du stehst.

Musst dir keine Gedanken machen, es hat alles seine Richtigkeit.

Was ist?

Dreh dich um.

Wird schon, geht dann.

Was ist?

Magst du nicht einen Augenblick heruntersteigen?

Empfangen habe ich.

Wie?

Empfangen.

Es ist ganz gewiss.

Ein Schmetterling ist durchs Fenster gerade

eben und hat sich auf meinen Bauch gesetzt.

Das ist das Zeichen.

Der heilige Veronika ist auch so ergangen.

Es ist noch früh, aber gratulieren möchte ich zum Segen.

Na komm! Komm!

Tschüssi, ciao.

Weil die erste Zeit nämlich, das kennst du

mir, aber alle da immer im Kasten liegen,

das geht nicht ewig.

Warum das gute Fleisch heute in der Suppe?

Es ist doch ein Feiertag.

Man müsste anbauen und Hals schlagen.

Man müsste ein Loch in die Stube machen.

Raus!

Da an der Wand, da ging es gut.

Na los!

Es ist doch nicht jedes Mal ein Kindlein zu erhoffen,

wenn man seine ehrliche Pflicht begeht.

Wir warten ab.

Ist aber so.

Ja.

Was sagt der Herr Vater?

Wir.

Auf Wiedersehen, bis Mal.

Ein Kind kam munter und gesund zur Welt, obwohl für Rose unerwartet und in den Augen mancher um

Wochen zu früh.

Und fand sich Susanna leicht in ihre Rolle

als Mutter ein, waren Rose Vatergefühle

verwirrend und von komplexerer Natur.

Dennoch hatte alles sich zum Besseren verändert.

War Rose doch in den Augen der Gemeinschaft ein

weiteres Mal gestiegen.

Hatte das Land zum Blühen gebracht, wie die Blume ihrer Frau.

und sollte auch kein weiterer Kindersegen folgen.

So hat der Rose doch bereits den einzigen Sinn des Daseins,

den einzigen Dienst an der Gemeinschaft erfüllt.

Der da ist, die Reproduktion.

Egal, was andere behaupten.

Und doch sind es nicht immer und unbedingt

die großen Ereignisse,

welche Veränderung zur Folge haben.

Auch kleine Dinge können große Wirkung zeigen.

Wie der Flügelschlag eines Schmetterlings

oder der Stich einer Biene.

Ich denke, du bist im Stall.

Hört zur Hand und schreit den ganzen Tag.

Jetzt ist er wieder aufgewacht.

Was hast du da im Auge?

Nichts.

Auch da an der Hand.

Komm schnell! Komm!

Komm!

Oh!

Da ist der Stachel drinnen.

Und hier hoch.

Hilf mir, ihn in die Hose rauszuziehen.

Zieh!

Zieh!

Zieh!

Da sind noch mehr.

Wasser muss man kochen, doch zum Brunnen!

Was stehst du da? Lauf! Nimm auch den zweiten Kessel!

Aaaaaaah!

Ihr wollt doch fragen, was ist mit dem Herrn?

Herrgott, Mann!

Danke, tschau!

Wir können starten!

Wie ihr kein...

Er ist sehr krank.

Muss ruhen.

Niemand darf zu ihm.

Wenn wir nicht um sein Leben bangen wollen.

Alles soll aber weiterhin seinen Gang nehmen.

So ist es besprochen.

Auch ihr Mägde sollt mit aufs Feld.

Bis der Heiland dem Herrn seine Gesundheit wieder schenkt,

wofür wir jetzt beten wollen,

werde ich unser aller Geschicke lenken.

So will es der Herr.

Wir gehen dahin und wandern, von einem Müll

zum anderen, wir leben und gedanken, vom alten

bis zum neuen.

Sprich deinen milden Segen, zu allen unseren Wegen.

Lass großen und Ort leiden, die Gnaden sonne scheinen.

Wir friedlich erkranken.

Wer bist du?

Tschüss, tschau.

Halt dich ein!

Besser ist's, ich geh.

Ja, besser wär's.

Kannst du aber nicht.

Bist schwach.

Du fällst um hinterm nächsten Baum, dort findet dich

dann ein anderer und dann, und

dann...

Das Kind ist noch an mich gebunden.

Die nächsten Wochen, ein halbes Jahr vielleicht,

dann wird's leichter.

Wenn die Wege frei sind von Schnee und Eis,

dann kannst du gehen.

Bis dahin wird gut Zeit sein, eine Geschichte zu erfinden.

♪♪

♪♪

In jener Nacht sprach Rose bis zum Morgengrauen.

Zahrkaffee erst und dann kein Halten mehr.

Sie erzählte von einer Kindheit im Waisenheim,

wie es kam, das erste Mal in die Hose zu steigen

und von allen weiteren Versuchen,

sparte auch nicht am Krieg und dem Soldatendasein,

schonte nicht sich noch Susanna,

alles erzählte sie.

Auch wie es kam, dass sie an eines anderen Mannes Platz,

ein Erbe angetreten hatte,

Und wie wohl ihr das Sprechen tat.

Oft hatte sie es sich vorgestellt, sich auszuliefern.

Dennoch war sie selbst erstaunt über die Erleichterung,

die Last ihrer Geheimnisse nicht mehr alleine tragen zu müssen.

♪♪

Nur eines wollte sie nicht preisgeben, ihren wirklichen Namen.

Damit dieser Susanna nicht an unpassender Stelle

irrtümlich über die Lippen kommen könnte.

♪♪

Was tust du da?

Schauen.

Wie geht's dir, Meryn?

Schlecht.

Geh rein.

-Nein, nicht. -Halt doch auf meine Luft.

Hier, ich mach dir das Fenster auf.

Was steht hier und schaut?

Rühren, dem an geht's.

An die Arbeit.

Ist gut mit der Sau.

Ja, gibt viel Fleisch.

Zurück an die Arbeit.

♪♪

♪♪

♪♪

♪♪

♪♪

♪♪

Cut!

♪♪

Kommst du?

Von wem ist das Kind?

Du wirst nicht lange alleine bleiben, wenn ich fertig bin.

Was?

Dein Vater wird's nicht wollen.

Hätte ich an den erstbesten verheiratet, so

wie er es bei mir gemacht hat.

An Fremden.

Du fühlst dich jetzt als Herrin, ja.

Gehörst ihr aber nicht.

Vielleicht.

Vielleicht muss man ja keine neue Geschichte

finden, vielleicht kann ja alles bleiben, wie es ist.

Wir sind anerkannt, du und ich.

Als Gemeinschaft.

Für die anderen sind wir das.

Das ist es, was Freiheit gibt.

Muss ja gar nicht anders sein.

Das Bett, in dem du schläfst oben, ist das gut?

Das Gesinde müsste ein eigenes Haus bekommen.

Am Ende von der Wiesn, in guter Entfernung.

Und ein Zubau bräuchte es.

Es geht nicht an, was du dich heimlich wäschst im Wald.

Du Junge.

Oder ein Badehaus, weil in der Stube ist es auch auch gefährlich.

Und das Lesen und Schreiben?

Das bringst du mir bei.

hatten Rose und Susanna beschlossen, nicht

sofort zu entscheiden.

War doch bereits alles verändert.

Aufrechter gingen sie, freier voreinander, unabhängiger.

Und waren sich vielleicht deshalb auch zugewandter.

Zum ersten Mal.

Dies alles war unerwartet gekommen.

Hier ist zumeist nur das ausgesprochene Wort

mit sich bringen kann.

Doch noch weiteres sollte an diesem Tag geschehen.

Was ist?

Eine der Mägde war nicht mit den anderen zur

vereinbarten Stunde

auf das Gut zurückgekehrt.

Man sollte erst am darauffolgenden Tag

von ihrem Vater und ihren Brüdern gebracht werden.

Wir haben den Wald durchkämmt die ganze Nacht

und waren vor Sorge.

Die beiden wollte ich zum Teich, ich selber gerade ins Dorf.

Wir haben es nicht gewusst.

Erst heute Morgen hat man sie entdeckt,

wo sie sich verkrochen hatte.

Dann haben wir uns gleich aufgemacht.

Warum bist du fort und machst uns alle krank?

Halt's Maul.

Aber er hat doch kleine Hände.

Ich will nicht ins Gerede kommen.

Entschuldige dich bei deinem Herrn und bitte ihn

um Verzeihung, dass er dich wieder nimmt.

Bei mir ist gut sein und arbeiten.

Nicht schlechter als anderswo, hast dich nie beklagt.

Aber ich halte dich nicht.

Ich danke euch für die Mühe, mir euer Kind zu bringen,

aber wer sagt mir, dass sie nicht wieder davonläuft?

-bitte ihn, Prinz, ich hoffe... hoffe... -Und wir wieder

ganz in Angst ein Unglück ist geschehen,

ausrücken und alles liegen und stehen lassen?

Der Herr ist kein Herr.

-Hä? -Der Herr ist kein Herr.

Lass sie reden!

Untenrum soll er wie ein Weib sein.

Lass uns still sein.

Das ist der ganze Unsinn.

Ich weiß, was ich gesehen hab.

Wann?

Wann wirst du das gesehen haben?

Wie der Herr krank war.

Was redest du für wirres Zeug?

Niemand war bei ihm.

-Gleich zu Beginn? -Ich ganz allein.

Wie die Stiche frisch waren.

Da haben wir ihm die Hosen ausgezogen und die Stacheln bis hier.

Was kann sie da gesehen haben?

-Weiß ich doch nicht. -Mir scheint,

du bist nicht ganz gesund in deinem Kopf.

Dass es Tage her, kommst erst jetzt?

Ich habs gleich gesagt.

Du hast mich ausgelacht.

-Lüge. -Du hast mir

das Maul verboten, weil kein Reh möglich ist.

-Lüge. -Lüge.

-Lüge! -Lüge!

-Lüge! -Lüge!

Lüge! Lüge!

Lüge! Lüge!

-Lüge! -Ins Haus, Susanna!

Und gestern in der Kirche?

Und alles vor unseren Augen!

Lüge!

Deine Tochter ist sehr jung, mehr kennt noch

als man glauben möchte und spricht hoffentlich

von Dingen, von denen sie noch keine Ahnung haben kann.

Wir müssen uns an die Arbeit machen.

Wollen wir die Ernte noch vor der Dunkelheit einfahren.

Haben einen halben Tag verloren.

Sind zwei Hände weniger jetzt.

Ich hoffe, der Schaden bleibt gering.

Deine Söhne hier, die arbeiten für meinen Schwiegervater.

Auch ich.

Dann wollen wir das alles hier für uns behalten.

Damit auch ihr keinen Schaden davon habt.

Ja?

♪♪

♪♪

Deine Schwester braucht noch Arbeit.

Ja.

Na dann.

Eine gesegnete Nachtruhe.

Jetzt.

Das ist doch ganz einfach. Wir lösen das hier auf der Stelle.

Was lösen?

Du erbringst den Beweis.

Dass ich ein Mann bin?

-Ja. -Und der Erbe dieses Landes.

Kein Betrüger.

In dem ich dann was?

Die Hosen runterlasse?

Denen Schwanz zeige?

Das geht doch ganz schnell und alles ist aus der Welt.

Das Haus hier. Ist das echt?

Die Erde da. Das Land.

Das Geld.

Der gute Lohn, den du bekommen hast und zu Weihnachten das Doppelte.

Ist das Betrug?

Und dass immer etwas übrig ist für euch von unserem Ertrag?

Oder du?

Das Alphabet habe ich dir beigebracht von A bis Z.

Die Worte, die du jetzt schreiben kannst.

Die Verträge, die du jetzt lesen kannst, damit dich

keiner mehr übers Ohr haut.

Damit du nie wieder weniger bekommst, als dir zusteht.

Ist das auch Betrug?

Dass du deinen Arm verloren hast?

Ist das echt?

Dass du jetzt hier stehst?

Dass du noch am Leben bist?

Ist das Betrug?

Und hier, die Kugel.

Hier, schau dir die an.

Und mein Fleisch.

Ich sehe mich jetzt ja nicht.

Ich bitte euch mir zu helfen.

Dass ich mir halt mein Gesicht zerschießen lassen will.

Das Land und euch.

Stimmt das auch?

Oder ist da nichts und alles glatt und schön und nur Betrug?

Ich weiß es nicht.

Und auch nicht ihr.

Und vielleicht ist es deswegen besser jetzt,

jeder geht nach Haus und denkt für sich, was das bedeutet.

Betrug.

Hab ich eure Schwänze je gesehen?

Frag ich euch danach?

Das können wir gerne alles machen.

Aber dann will ich das offiziell.

Dann will ich von euch allen sehen, was ihr

zwischen den Beinen habt.

Mann und Weib.

Dein Schwanz und dein.

Und den von deinem Vater.

Hol mir den Amtmann, machen wir es offiziell.

Sofern ihr euch das Dokument auch leisten könnt, natürlich.

Der Pfarrer soll es gleich in der Kirche verlautbaren.

Am besten noch vor der Kanzel.

Lauf, hol den Amtmann.

Na dann lauf doch du und ihr zwei gleich noch mit,

damit sie mich nicht als der Amtmann werbestochen.

Und ihr anderen könnt gern vor meiner Tür hier sitzen bleiben.

Und die bewachen, damit ihr nicht auf den Beweis verzichten müsst,

nachdem es euch begehrt.

Und bis ich mir dann euer Fleisch anschauen muss,

wenn ich eure Gesichter nicht mehr sehe.

Der Amtmann soll nicht minder erstaunt gewesen

sein, über das Anliegen, mit welchem man

an ihn herangetreten war.

Doch auch seine Anwesenheit sollte an diesem Tag

den eingeforderten Beweis nicht bezeugen können.

Die Nachricht über die Ereignisse hatte alle

zutiefst erschüttert.

Die Gemeinschaft, welche Rose in ihrer Mitte

aufgenommen hatte,

sie sah sich betrogen und getäuscht.

Sie sah sich durch Roses betrügerisches Tun

entehrt, besudelt und beschmutzt.

Wonach man drängend verlangte, war das große Beispiel,

mit dem man sich wieder reinigen konnte.

Und das deshalb unbedingt zu setzen war.

Am dritten Tage ihrer Wanderschaft sollte es

also einigen Abenteurern gelingen,

die beiden Flüchtigen aufzuspüren, um sie

ins Dorf zurückzubringen.

Awesome!

Hohe Haustiere.

Ja.

Hose.

Aber auch unter den Gelehrten des Landes war

ein Streit entbrannt.

Wer für ein Kuriosum wie die vorliegende Causa geeignet sei,

ihr Urteil zu sprechen?

Gerade deswegen sollten drei weitere Monate ins Land ziehen,

bevor man Rose einen ordentlichen Prozess machen konnte.

Du Binder!

und das Horn.

Der Dorn.

Nein.

Die Untersuchungen haben ergeben, dass es

sich bei der Inquisitin um eine gesunde Frau handelt.

Nichts Männliches hat sie an sich.

Ihre Kliete rest von normalem Wuchs, mit der

kann sie nicht eingedrungen sein in ihr vermeintliches Eheweib.

Samen allerdings, es sind die andere Richtung

sehr wohl geflossen,

da die Inquisitin guter Hoffnung ist.

Sie ist ein Weibsbild und hat sich aber länger schon als Mann gegeben.

Ja.

Und das Erbe,

wem gehört das?

Das war ein Kamerad, ein Freund, hat immer

viel davon geredet.

Zurückzukehren nach dem Krieg und wie es sein wird dann.

Ist aber gefallen.

Das Bein hat es ihm weggesprengt.

Und ausgeblutet ist er.

Da hab ich seine Sachen.

Auch das, das Dokument.

Ich hab gedacht, es wär schade, wenn's keiner hat und macht.

Wir waren ja auch wie Brüder.

Und das?

Ja.

Woher hat sie das?

Auch schon im Krieg.

Wir haben ja manchmal auch auf Befehl den Besiegten

zeigen sollen, wer der Herr ist.

Auf Befehl.

Ja.

Dumm war's.

Und brutal.

Aber auch gefährlicher für mich hätte ich

nicht mitgetan und da habe ich mir das machen lassen.

Hat niemand nix gemerkt.

Und Ihre vermeinte Frau jetzt?

Die hat nix gewusst, die trifft keine Schuld,

die muss man bitte freilassen.

Aber von wem ist denn ihr Kind?

Und das?

Hat man auch an mir gezeigt, wer Herr ist?

Wer?

Weiß ich nicht, waren vier.

Warum hat sie so gehandelt?

Ich hab gedacht, was geht denn?

Was?

Dass ich so leben kann.

Als ein Mannsbild?

Nein, wollte nicht Mann sein.

Erst dann?

In der Hose war mehr Freiheit und das ja noch ein Stückchen Stoff.

Hab ich nicht in die Hose.

Gestattet er dir das wär?

Niemand.

Ach, niemand?

Ich.

Sie hat sich also selbst erschaffen.

Gemeinschaft gibt es nur mit Regeln.

Und Regeln werden von Tatsachen bestimmt.

Es hat sich aber zwischen ihren Beinen kein

männliches Geburtsglied finden lassen.

Wohl aber ein Loch.

Unmögliches kann man sich wünschen.

Leben kann man es nicht.

Und indem sie Unmögliches hat leben wollen,

hat sie sich gegen die Wirklichkeit entschieden

und gegen die Notwendigkeit,

die für sie darin besteht, den Vorgaben ihres Körpers

Folge zu leisten.

Sie hat sich über das Gesetz erhoben, das

ein Leben in Gemeinschaft erst ermöglicht.

Und wenn sie sich gegen die Wirklichkeit,

gegen die Notwendigkeit und gegen die Gesetze stellt,

hat sie sich auch gegen die Gemeinschaft gestellt.

Das ist, was sie gewählt hat.

Das ist jene Möglichkeit, nach der zu leben,

sie sich selbst die Freiheit nahm.

Hat sie sich das immer selbst geglaubt, dass es gelingt?

Fühlt sie keine Schuld.

der in der Gemeinschaft Schuldige.

ist nicht länger Teil.

Man muss ihn entfernen.

Auf Zeit.

In den Kerker.

Für immer.

Und dann tot.

Aber vielleicht sind ihr ja keine Grenzen gesetzt.

Vielleicht wird sie sich ja Flügel wachsen

lassen und uns einfach davonfliegen.

Oder hält sie das nicht für möglich?

♪♪

Das Urteil ist gesprochen worden.

Das Schwert.

Sobald sie sich entbunden hat.

Es soll kein Schaden an dem Kind entstehen,

da es gegen die Gebote Gottes wäre.

Sie wird hier verbleiben bis zur Niederkunft.

Über die Susanna ist auch entschieden worden.

Der Sack und der Fluss.

Das Urteil wurde gleich vollstreckt.

Sie soll es nicht gut genommen haben

und hat ihrem Schinder viel Mühe und viel Plag.

und sich selbst viel Schmerzen zugefügt.

Barmherziger Vater, im Angesicht des Todes

bekenne ich dir meine Sünde und Missetat,

die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken.

Sie sind mir herzlich leid und reuen mich.

Ich bitte dich um des bitteren, unschuldigen Leidens

und Sterbens deines Sohnes Jesu Christi

willen.

Du wolltest mir sündhaftem Menschen gnädig

sein und mir mein Schandhaftun auf ewiglich

vergeben, damit ich würdig bin, einzugehen in dein Haus.

Barmherziger Vater, im Angesicht des Todes

bekenne ich dir meine Sünde und Missetat.

An jeder Ecke verkauft man das.

Allein drei auf dem Weg hierher.

Schreien sich die Hälse wund.

Kommen nicht nach, sich die Kreuze in die Taschen zu stecken.

Das ist es, was man sich von ihr erzählt.

Ist es so gewesen?

In den letzten Wochen ihres Lebens hatte sich

Rose noch eine Tätigkeit gefunden,

die sie unbedingt zu einem Ende bringen wollte.

Hatten andere über ihr Leben entschieden,

wollte sich Rose ihre Geschichte nicht nehmen lassen.

Hatte begonnen, sich selbst zu verfassen.

Für niemand anderes war dies gedacht,

rein für sich selbst.

Und an den Punkt ihrer Gegenwart angekommen,

schrieb sie sich über diesen noch hinaus,

schenkte sich eine Fantasie,

wie es auch hätte gewesen sein können.

Denn Unmöglichkeit, das ist nur ein Wort.

Und Worte konnte man ändern.

Einmal ausgesprochen sind sie in der Welt,

sind sie Wirklichkeit und haben Wirklichkeit zur Folge.

All das ging Rose durch den Kopf,

während andernorts darüber gesprochen wurde,

Rose Kopf von ihrem Körper abzutrennen.

Die Gefangene hat den Wunsch geäußert, ihre Hinrichtung zu proben.

Wir sind übereingekommen, ihr diesen Wunsch zu gewähren.

Und ihr werdet zur Hand gehen.

Vergib mir Gott, vergib mir König, vergib mir Volk.

Vergib mir Gott, vergib mir König, vergib mir Volk.

Vergib mir Gott, vergib mir König, vergib mir Volk.

Und Schafroth?

Bekennen Sie Ihre Schuld?

Ja.

Dann bezahlt Sie mit der Münze Ihren Schindel.

und empfängt als Reinigung Ihre Strafe.

Halt die Zähne!

Jetzt, da alles seinen Weg gegangen ist, wird morgen Hinrichtung sein.

Will sie das Kind vorher noch einmal sehen?

Nein.

Man kann es ja überbringen.

Das ist nicht, weil ich herzlos bin und hart.

Für das Kindlein ist das ...

Nicht nur, ich schaue ja an sein Gesicht,

das schaut doch auch an meins.

Es soll aber kein Bild haben von mir, damit es

mich nicht suchen muss von später in der Welt.

Der erste Schlag des Henkers war unglücklich

gesetzt und hackte Rose in die Schulter.

Der zweite saß dann besser.

Nach ihrem Tod zerteilte man Rose Leichnam, verbrannte ihn

und verstreute die Asche an unbekanntem Ort,

damit in keinem Gedächtnis sie verbliebe.

Heute habe ich gedacht, wir sind gar nicht von Gott.

Wir haben uns nur ausgedacht und uns erfunden.

Da war ich ganz ruhig und hab gesagt.

Bis hierher bin ich gekommen.

und hab getan, was ich kann.

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