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[Einfache Musik, Gefühl von Schwere]
[EKG wird gedruckt]
[Geräte surren]
- Sieht alles gut aus Benni.
Wie verträgst du die Medikamente?
- Gut.
- Und nimmst du sie auch regelmäßig?
- Mhm.
- Kannst dich wieder anziehen.
Vorsicht!
Wir werden die Dosis deiner Medikamente nochmal erhöhen.
Es hilft dir, dich besser zu kontrollieren, wenn du wütend bist.
Und wenn du merkst, dass du sehr müde bist,
oder keinen Hunger mehr hast, sagst du Bescheid, ja?
- Ja.
- Gehst du wieder zur Schule?
- Nö.
- Noch immer suspendiert.
- Ist sowieso ne Schule für Behinderte.
- Gib der Schule noch eine Chance, du bist doch schlau.
- Ich weiß...
- Was willst du denn mal werden?
- Erzieherin!
[Benni schreit, die anderen Kinder rufen durcheinander]
- Habt ihr 'nen Knall oder was, Benni!
Du beruhigst dich jetzt! Sofort! Ist das klar?
- Die haben angefangen!
- Ist mir scheißegal!
Allesamt hoch!
Los Fredi hau, ab du...
Extra Einladung oder was?
Benni! Du bleibst jetzt hier, bis du dich beruhigt hast! Ist das klar?
Wenn du dich beruhigt hast,
dann hole ich dich wieder.
[Knurrt wütend]
[Spielzeug rumpelt]
[Schreit]
- Fotzen! Verpisst euch doch!
[Andere Kinder rufen Beleidigungen, Benni schreit]
[Benni schreit]
- Hält das?
- Keine Sorge, das ist Sicherheitsglas.
- Ich hasse euch!
[Schreit]
- Möchtest du was trinken?
- Nein.
- Du weißt aber schon, warum du heute hier bist, ne?
Benni, das war jetzt deine dritte Verwarnung.
Hm?
- Ja, ihr wollt mich rausschmeißen...
- Hey, verstehst du das, Benni?
Hast du verstanden, warum du hier nicht mehr bleiben kannst?
- Jetzt lass mal bitte den Lolli, Benni! Frau Redekamp hat dich was gefragt.
- Verstehst du das?
- Ist mir egal...
- Frau Bafané wird sich mit dir eine neue Wohngruppe...
- Ich will nicht in eine neue Wohngruppe! Ich will nach Hause zu Mama!
- Das geht jetzt aber nicht.
Du weißt doch, wie es die letzten Male geendet ist.
- Ich hasse euch...
- Benni... Wir haben dir wirklich sehr viele Chancen gegeben...
- Ist mir scheißegal!
- Super, toll... Mhm... In wie viele Wohngruppen willst du denn noch gehen?
- Wolfgang...
- Kann ich aufs Klo?
- Dennis?
[Tür wird geschlossen]
- Reg dich nicht auf Wolfgang...
Sie braucht 'nen anderen Rahmen.
- Manchmal wünsche ich mir schon, man dürfte die Kinder noch einsperren.
Scheiße... Benni!
Benni! Komm zurück, du!
[Hektische Musik]
- Hallo! Hallo, Sie da!
Na, geht's Ihnen gut heute? Schöner Tag, oder? Sonne scheint.
Warum antwortest du nicht, du Arschloch?
Geile Karre, kann die auch schneller?
[Rhythmische Musik]
- Benni!
- Hör auf!
- Stehenbleiben!
[Kind weint]
- Warte!
[Kinder rufen durcheinander]
- Ey, ey! Guck mal, wer da ist.
Freak!
Schon wieder ausgebrochen?
- Halt die Fresse!
- Hure!
- Hey! Du Fotze, Alter!
[Unverständliche Beleidigungen]
Missgeburt!
- Willst du mal sehen, wie der Psycho austickt?
- Halt den Mund, du Muschi!
- Fass ihr mal ins Gesicht!
[Kinder rufen Beleidigungen]
- Ich bring dich um.
[Kinder rufen durcheinander]
[Schreit]
[Donnern]
[Sanfte, psychedelische Musik, Rufe wie aus der Ferne]
- Erzieherin!
Erzieherin!
- Pscht... Was ist denn los, Benni?
- Mein Bett ist nass...
- So, jetzt aber gute Nacht.
- Bleib hier, Erzieherin...
- Du weißt aber, wie ich heiße, Benni, hm?
- Bei Mama zu Hause darf ich immer fernsehen zum Einschlafen.
- Ja... Aber du kennst unsere Regeln hier.
- Wo komme ich jetzt hin?
- Ich weiß nicht...
Frau Bafané findet da schon was für dich.
Aber da musst du dich dann auch benehmen, ja?
Es gibt bald nicht mehr so viel Auswahl.
- Hi, ich bin Trian.
- Marko. - Ebou.
- Amelia. - Moritz.
- Ich bin Johanna.
- Ich bin Amila. - Stella.
- Und meine Wenigkeit Robbi.
- Und wir sind "The Clique".
- Ich bin Maria Bafané vom sozialen Dienst. Und das ist...
Das ist Benni. Ist zuerst ein bisschen schüchtern. Aber das gibt sich schnell.
Bei uns wird niemand zum Reden gezwungen.
Manchmal rede ich den ganzen Tag nichts.
[Husten absichtlich]
So, und wer zeigt jetzt Benni unser Schloss?
Mhhh... Stella.
- Das ist dein Zimmer.
Hier darfst du dann wohnen.
Und das ist das Zimmer von Moritz!
Hier ist das Fernsehzimmer. Magst du Fernsehen?
- Jeder mag Fernsehen.
- Das mit dem Gesicht, haben sie das gelesen?
- Ne, ich kam noch nicht dazu.
- Nicht anfassen.
Absolut nicht. Da dreht sie völlig ab.
Sie lässt nur die Mutter ins Gesicht fassen.
Ist ein frühkindliches Gewalttrauma.
Die Mutter sagt, ihr sind als Baby Windeln ins Gesicht gedrückt worden.
Ich hab einen neuen Schulbegleiter in Aussicht.
Das ist ein ausgebildeter Anti-Gewalt-Trainer...
- Für sie?
- Der arbeitet sonst mit straffälligen Jugendlichen.
Mit ihr wird er wohl schon klarkommen.
Wir warten auf 'nen Platz in der Traumatherapie... Aber...
- Aber?
- Es heißt sie ist erst therapierbar, wenn sie irgendwo angekommen ist.
- Kommissar, Kommissar, Kommissar Elton!
Kommissar, Kommissar, Kommissar Elton!
Kommissar, Kommissar, Kommissar Elton!
[Benni singt beim Radio mit]
[Musik aus dem Radio]
Er schwimmt die ganze Zeit im Meer, da kommt er nunmal her.
Er ist ein kleiner Detektiv, aber eigentlich ganz lieb.
Wo war Mama?
- Das weiß ich nicht.
Aber ich sag' dir sofort Bescheid, wenn ich es weiß. Ja?
- Du bist so lieb, Frau Bafané!
- Du auch...
Du auch.
Benni... Schau mich an...
Diesmal muss es klappen... Ja?
Du willst doch nie wieder so lange in die Klinik, oder?
Na siehste, gut.
- Tschüss!
- Tschüss.
- Anrufbeantworter von Bianca Klaaß. Bitte Nachrichten nach dem Piep.
- Hallo, Frau Klaaß, hier ist Frau Bafané.
Wir waren heute verabredet, um die neue Wohngruppe zu besichtigen für Benni.
Ich glaube, ihr gefällt es dort richtig gut und...
Ich brauche wie immer Ihre Einwilligung. Also, bitte...
Rufen Sie mich, so schnell es geht an, ja? Dankeschön.
Tschüss.
Blöde Kuh....
- Das kann doch nicht dein Ernst sein! Wer hat dir denn ins Gehirn geschissen,
dass du mir so 'ne Geschichte erzählst? Nenene is ja ok.
Man soll ja seine Kontakte pflegen. Mal bei den Cops Vorbeigucken und sagen:
Hier bin ich! Nicht, dass ihr mich vergesst!
Ich wollt nur wissen, ob es euch gut geht.
Sag mal, willst du mich verarschen?
Wir haben fünf Stunden damit verbracht, nur darüber zu reden und die Leute...
- Ey, Erzieher, du darfst nicht einfach in mein Zimmer.
- Ich bin kein Erzieher.
- Trotzdem darfst du nicht einfach in mein Zimmer.
- Weißt du, was das für Vögel sind?
- Schleiereulen.
- Schon mal eine in echt gesehen?
- Ja, im Zoo.
- Hm.
Du hast ganz schön viele Fotoalben.
- Immer wenn ich irgendwo rausfliege, dann krieg ich eins.
- Kann ich mal eins sehen?
- Marko!
Ach cool, habt ihr euch schon beschnuppert?
Ich kam nicht früher hoch. Marko, Mathe... Und Benni?
Wie findest du deinen Schulbegleiter?
- Ich geh' aber nicht in die Schule!
Raus!
Verpiss dich.
- Hat mich trotzdem gefreut.
- Willst du nicht reinkommen?
Wenn du krank bist, kommt sie auch nicht schneller.
- Ich will aber hier warten...
Können wir sie nochmal anrufen? Bitte...
- Hallo, Frau Klaaß...
- Mama!
- Hallo, Mama!
- Kommst du heute noch?
Oh...
Naja. Kann ich dir wenigstens ein Lied singen?
Also. Das habe ich mir ausgedacht.
Also... Von allen Menschen auf der Welt,
hab' ich dich am meisten lieb!
Bis zu den Sternen und zurück!
Lieber als Schokoladeneis und Pommes Frites!
Mhm.
Ja...
[Benni macht Kussgeräusche]
- Alicia ist krank, das geht vor...
- Sollen wir reingehen spielen, Benni? Zu den anderen?
[Laute Musik, hupende Autos]
- Was ist? Ihr könnt mich mal!
Fick dich!
Fick dich!
Ich muss in die Martin-Luther-Straße 25 nach Helmstedt.
Kannst du mich da hin bringen? Bitte!
Bitte, bitte, bitte, bitte...
- Sag' mal, du kannst nicht einfach zu Fremden ins Auto steigen, Mädchen.
- Du bist doch lieb, das sehe ich ja.
- Wo sind denn deine Eltern?
- Na, in Helmstedt. Ich bin mit dem Zug gefahren, dann bin ich zu weit gefahren.
Dann habe ich meinen Rucksack vergessen, darin war mein Handy.
- Wollen wir die nicht mal anrufen? Die machen sich bestimmt Sorgen.
- Nein! Das ist eine Überraschung. Meine Mutter hat morgen Geburtstag.
Und sie soll nicht wissen, dass ich da bin.
- Ich heiße Frederike.
- Ich heiße Benni.
- Das ist doch ein Jungsname.
- Ja okay, eigentlich heiße ich Bernadette. Aber den Namen hasse ich!
- Ist doch ein schöner Name.
- Nein, voll tussig!
- Wie alt bist du eigentlich?
- Neun! Neun dreiviertel. Und ich werde am 23. Februar zehn. Und du?
- Ich bin schon 54.
- Danke, dass du mich da hinbringst.
- Ehrensache.
- Hallo, Frau Sander!
- Benni!
- Na, Krümel?
- Was machst du hier?
- Ich wohn' jetzt wieder hier!
- Hä?
- Hallo!
- Geh endlich. Los, fahr!
[Lachen]
[Kussgeräusche]
Na, geht's dir gut?
- Ja.
- Das dürft ihr nicht gucken.
- Lass das! Hey! Ich will das gucken!
- Der Scheiß ist für Babys.
- Na und?
- Lass es!
- Gib das Teil her, du Arsch!
- Lass es!
Gibst du Ruhe?
- Ja, ist ja schon gut!
- Habt ihr Hunger?
- Ja!
- Na, dann.
- Der Typ mit diesen schwarzen Punkten...
[Wohnungstür fällt zu]
- Mama?
- Mama?
- Was ist denn hier los?
- Mama!
- Benni, was machst denn du hier?
- Sie wohnt jetzt wieder hier.
- Wie, du wohnst jetzt...?
Wissen deine Betreuer, dass du hier bist, mein Schatz?
Mein Schlüssel, warte...
- Na, Benni, auch mal wieder da?
- Was macht denn der hier?
- Komm, Benni, das geht nicht.
- Du hast doch gesagt, der wohnt hier nicht mehr!
- Der wohnt hier ein paar Tage, der zieht auch bald wieder aus.
Ganz ruhig... Du musst dich nicht aufregen, sonst wirst du...
- Sei leise!
- Oh, Mensch... Süße, hör auf... Alles gut...
Ne, Benni, lass das. Bitte.
- Hau ab!
- Geh mal von der Glotze weg.
- Hau ab!
- Benni! Benimm dich mal ein bisschen.
- Halt dein scheiß Maul!
- Ich ruf vielleicht deine Betreuer an. - Nein!
- Ey! Red' nicht so mit deiner Mutter. - Fick dich!
- Ich glaub', ich ruf mal in der Wohn... - Nein!
Nein nicht anrufen!
- Hey, Benni, du gehst jetzt bitte von dieser Glotze weg, verdammte Scheiße!
- Nein!
- Wie oft soll ich es noch sagen? Geh weg!
Du redest nicht so mit Erwachsenen, verstanden?
- Du Muschiloch!
[Verzweifeltes, wutentbranntes Schreien]
[Aufschrei]
[Verzweifeltes Schreien]
[Wutentbranntes Schreien]
[Schläge, wutentbranntes Schreien]
- Bitte nicht...
- Jetzt ist da drin Ruhe! Ich dreh noch durch wegen dir!
- Mama!
Mama!
- Jetzt ruf die scheiß Bullen an!
[Panisches Schreien, Hämmern an die Schranktür]
[Panisches Schreien, drückender Lärm]
[Schreie werden erstickt, drückendes Rauschen]
[Hektisches, atemloses Keuchen]
[Atmen wird ruhiger]
- Hallo, Benni? Hier ist die Polizei.
Keine Angst, wir holen dich jetzt aus dem Schrank raus, okay?
[Schluchzen]
- Du musst mich jetzt loslassen, Benni...
Ich komm dich auch ganz bald besuchen, mein Fräulein...
Versprochen.
Komm, ich sag dir mal was... Du musst die Ohren steif halten, ja?
Das kannst du doch. Ich weiß, dass du das kannst.
- Warum dürfen Leo und Alicia hier wohnen und ich nicht?
- Schätzchen, das kann ich dir jetzt nicht beantworten... Das hat...
Du, ich kann da gar nichts machen. Das ist...
- Warum?
- Das hat das Jugendamt entschieden, weißt du?
Und wenn du...dich ordentlich benimmst und nicht mehr ausrastest,
dann darfst du auch wieder zu mir kommen. Versprochen.
- Na, komm, Benni.
- Benni...
- Ich hab' dich lieb, Mama.
- Ich hab' dich auch lieb, mein Fräulein, ganz furchtbar dolle.
[Drückende, trostlose Musik]
[Drückende, trostlose Musik, unverständliches Flüstern]
[Seilbahn surrt]
[Hund bellt]
- Hallo!
- Ich glaube, der möchte nicht.
[Benni schreit]
- Benni. Er geht doch jetzt. Benni.
- Nein! Ich geh nicht in die Schule!
- Bitte, Benni. Leg das. Leg das Messer weg.
- Du Arschloch! Halt dein scheiß Maul!
- Benni, bitte... Benni! Leg das Messer weg.
- Komm mir nicht zu nah! Sonst bring ich mich um!
[Wutentbranntes, verzweifeltes Schreien]
- Ganz ruhig.
Ganz ruhig.
Benni.
Ganz ruhig.
Ganz ruhig.
[Wutentbranntes, verzweifeltes Schreien]
[Markerschütterndes Schreien]
- Fahren Sie mit ins Krankenhaus?
- Nein, ich kann nicht, ich muss auf die Kinder aufpassen.
- Ich fahr' mit.
Ich meld' mich.
[Wutentbranntes Schreien, Sanitäter versuchen Benni zu beruhigen]
[Schreien lässt langsam nach]
[Traurige, drückende Musik]
[Benni schreit]
- Hallo. Grüß dich.
- Hallo. Wie viel hat sie bekommen?
- 225 Milligramm Disoprivan.
- Benni. Hallo, ich bin's. Doktor Schönemann.
Alles wird gut, wir schnallen dich gleich ab.
Wir bringen sie ins Timeout.
- Kreislauf wirkt soweit stabil.
- Kam so ein Anfall in letzter Zeit öfter vor?
- Weiß ich nicht. Ich bin der Schulbegleiter.
- Sie wird wahrscheinlich noch mal in die stationäre Klinik kommen müssen.
Aber das kann dauern, wir sind voll belegt.
Auf Wiedersehen.
- Und wie lange bleibt sie jetzt hier so?
- Morgen früh gegen sieben werden wir sie voraussichtlich entlassen.
Wir geben dann der Wohngruppe Bescheid, dass jemand sie abholt.
Hoffen wir, dass sie dort bleiben kann.
Ich muss jetzt leider weitermachen.
[Schwere, langsame Musik]
- So, diesmal hast du ein Zimmer ganz für dich alleine.
Aber gewöhn' dich bloß nicht an den Luxus.
- Kann ich fernsehen?
- Nachher vielleicht mit den anderen.
- Du bist scheiße, du Arschloch.
- Ich hab dich auch vermisst, Benni.
- Haha
Frau Bafané, kannst du noch ein bisschen hier bleiben?
- Du, heute geht das leider wirklich nicht.
Ich hab noch einen Termin mit einem anderen Kind.
Aber ich komme, sobald ich kann. Versprochen.
Mach's gut. Du schaffst das.
- Frau Bafané, wir sind eine Inobhutnahmestelle. Keine Dauerlösung.
Dieses ganze Kommen und Gehen hat Benni doch...
- Ich kann mir eben keine Gruppe aus den Fingern saugen.
- Wir können das nicht immer ausbaden.
- Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll...
Ich hab 25 Absagen aus dem Umland.
- Was ist denn mit der geschlossenen Einrichtung?
- Dafür ist sie zu jung. Ich probier das schon.
Da hätte sie zumindest regelmäßig Unterricht.
- Vor allem hätten wir endlich... [Türklingel]
- Guck mal, hier ist Schnacki, dein Freund.
- Hey, Benni.
Soll das ein Pferd sein?
- Ja, da ist das..
- Ey, Erzieher.
- Was ist das?
- Ey, Erzieher!
- Ich heiße Micha.
- Du bist doch wegen mir hier.
- Das stimmt. - Na, dann spiel jetzt auch mit mir!
[Micha unterhält sich wieder mit anderen]
- Spiel jetzt mit mir!
- Ich bin nicht zum Spielen hier, sondern um dich zur Schule zu begleiten.
- Sagt wer? - Ich.
- Kannst du Kickern?
- Ja.
- Na, dann komm.
- Einmal bis 10 Kickern, ein Schulweg.
- Ok.
- Abgemacht?
- Ja, Mann, du nervst.
- Wenn ich gewinne, setz ich mich mit in den Unterricht rein.
- Und wenn ich gewinne, darf ich einmal mit deinem Auto fahren.
- Hand drauf.
Heute hast du kein Messer dabei.
- Nö.
[Benni lacht]
Mann, was machst du?
- Ein Tor schießen.
- Das gilt nicht! Du darfst doch nicht den Tisch bewegen!
- Spiel!
Mario Basler.
- Was ist dein Lieblingslied?
- Ähm...
Nächste Frage.
- Lieblingsfarbe?
- Rot.
- Was ist dein Lieblingssport? - Boxen.
- Kannst du Spagat? - Nein.
- Kannst du den Kopf so nach hinten machen?
Können wir danach zu dir nach Hause gehen? Geht das?
- Nein, das geht nicht.
- Wieso, du bist doch mein Freund.
- Benni, ich bin nicht dein Freund, ich bin dein Schulbegleiter.
- Guten Morgen, Mädels! Wer möchte sich heute ums Datum kümmern?
- Benni, magst du?
- Hallo, warum sie? Ich hab mich gemeldet!
- Du hast doch Freitag gemacht, oder? - Gar nicht!
- Also, heute ist...?
Montag! Genau! Das heißt, wir schreiben es auf Englisch an die Tafel.
Wer möchte das heute machen?
- Ey, Mädels, bitte.
Benni, magst du? Du warst lange nicht mehr da.
Willst du es mal probieren? Today...
Wartet bitte.
- Ich kann nicht, weil Tessa mich die ganze Zeit nervt!
- Stimmt nicht! - Ey!
Magst du es trotzdem mal probieren?
Ich schreib mit, okay?
Today...
- Today...
- Mädels bitte!
- Is...
Monday...
[Mädchen lachen]
- Super! Today is Monday.
Dann switchen wir mal ganz kurz zu den Hausaufgaben vom Wochenende.
[Mädchen kreischen]
- Hey... Alles gut?
[Medizinische Geräte piepsen]
- Dann... Leuchte ich dir jetzt mit der Lampe
in die Augen, okay? Kennst du ja.
Einmal Augen auf.
[Medizinische Geräte piepsen]
Augen zu.
Augen auf.
Ja, prima, danke dir. Gut.
Okay.
Super gemacht!
Okay, deine Mama macht dir das jetzt ab. Kann gar nichts passieren.
- Okay, ich mach ganz vorsichtig.
Guck mich mal an.
Ist gleich schon vorbei.
Alles gut, guck...
Gar nicht schlimm.
- Das Risperdal, das wir Benni testweise geben wollen,
wirkt bei Kindern impulshemmend.
Eigentlich ist es ein Neuroleptikum, für erwachsene Schizophrenie-Patienten.
Es gibt keine Langzeituntersuchungen bei Kindern mit einem IQ über 80.
Wir müssen ein Off-Lable-Use machen, damit sie es bekommen kann.
Dafür brauche ich Ihre Einwilligung.
Vorher bitte ich Sie, die Informationen über mögliche Nebenwirkungen zu lesen.
Sie können sich gern dazu Zeit lassen.
- Können sie mir das nicht auch erzählen?
- Es kann in seltenen Fällen zu Muskelkrämpfen kommen.
Vor allem im Gesicht, oder beim Laufen.
Das sieht dann aus wie Grimassenschneiden, oder Torkeln.
Herzrasen und Bluthochdruck.
- Aber... Es wird ihr doch gut gehen, oder?
- Wir passen gut auf Benni auf.
- Ich möchte auch Zahnpasta!
[Kinder rufen durcheinander, Benni faucht und spuckt]
[Kinder kreischen]
- So, los jetzt, Freunde. Hopp, hopp!
Benni, reicht jetzt.
Ennis, Melissa, euer Bus steht schon auf dem Hof. Wir müssen jetzt los.
Benni, ist gut jetzt. Reicht jetzt.
Beeilung, Beeilung! Der Bus wartet!
- Tschüss!
- Tschüss.
- Was gibt's zum Essen? - Spaghetti.
- Cool.
- Ich will fernsehen!
- Jetzt nicht. Heute Abend, Benni.
- Nein, jetzt!
- Wir machen gerade Übergabe.
- Ich hasse euch! Ihr seid behindert!
- Die geht mir so auf den Sack!
[Tröpfeln]
- Hier bin ich ein Baby!
Guck mal, wie süß!
- Meine kleinen, dicken Wangen.
Ein kleines, dickes Baby.
Ah, und da waren wir im Park.
Das war meine zweite Pflegemama.
Da waren wir morgens auf dem Weg zum Bauernhof.
Und die war total nett und hieß Silvia.
Das ist Captain Hook, mein Lieblingsfisch, bei ihr gewesen.
- Mhm.
- Oh, und das war mein Therapiepferd,
das hieß Hekla und das war... - Heckler?
- Ja, das ist ein isländischer...
- Ach, Hekla.
- Hekla, ja, weil es eine Isländerstute war.
Ja... Oh, und das...
- Also, wie gedacht, Mailbox...
Das wird wohl heut' nichts mehr...
[Durcheinander, unverständlich]
- Mein Blick auf die Uhr sagt mir, wir sollten ohne Frau Klaaß anfangen.
Das können wir ja schon sehr gut.
Ich bräuchte jemanden, der das Protokoll schreibt.
Darf ich mich nach links beugen, Frau Roland?
- Aber natürlich.
- Gut. Also...
Im Moment gibt es leider nichts Neues für Benni.
Es sind unterdessen 37 Absagen aus dem Umland.
Der Antrag auf Sondergenehmigung für geschlossene Unterbringung läuft.
Trotzdem. Benni ist dafür eigentlich noch zu jung...
Ein dritter stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie ist geplant.
Aber... So lange wird Benni wohl hier, in der Inobhutnahmestelle bleiben.
- Wahrscheinlich wird in zwei bis drei Wochen ein Platz frei.
- Benni braucht eine langfristige Lösung. Nicht wieder Psychiatrie.
- Ja.
- Der stationäre Aufenthalt hat doch letztes Mal ganz gut geholfen.
Für eine Weile zumindest.
- Ich möchte etwas vorschlagen.
Es gibt ja Intensiv - Auslandsprojekte.
Zum Beispiel eins in Kenia, mit dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
Ich hab da einen Kontakt. Ich könnte nachfragen.
- Benni in Afrika. Ihr Ernst?
- Dafür ist sie definitiv zu jung.
Lassen Sie uns bitte zusammen konstruktive Ideen sammeln.
- Ich mach mal einen Vorschlag.
Drei Wochen im Wald.
Eins-Eins-Betreuung.
Ich hab eine Hütte in der Heide.
Fahr' ich sonst mit meinen Jungs immer hin.
Kein Wasser, kein Strom. Das tut ihr gut.
- Ein bisschen Urlaub.
- Ruhe.
- Das würden Sie sich zutrauen?
- Sonst würde ich den Vorschlag nicht machen.
[Erwartungsvolle, aufgedrehte Musik]
- Erzieher! Erzieher! Erzieher! Ich will los! Will los!
Schnell! Schnell! Schnell! Schnell!
Ich will los fahren!
- Benni!
- Fick dich!
- Lass ihn leben, okay?
- Anschnallen, Fräulein.
- Ja.
[Hektische, aufdringliche Musik]
- Kack Musik!
[Naturgeräusche]
[Krähen krächzen]
- Ha!
- Yeeeeaaahhh!
- Und, wie findest du es?
- Mega!
- Schlüssel liegt hier oben drauf.
- Wo geht denn hier das Licht an?
- Gibt gar keinen Strom.
- Hä?
- Reicht doch an Licht.
- Wo ist der Fernseher?
- Gibt's nicht.
- Wie, gibt's nicht? Internet?
- Kein Strom, kein Internet.
Und schön ins Plumpsklo kacken.
- Bäh! Du bist so eklig, Erzieher!
- Wie heiß ich?
- Ekelmarsmensch!
- Na also, wird doch.
Komm mal mit anpacken!
- Nö, kein Bock!
- Geht auch ohne!
[Rülpser]
- Prost.
- Gibt es Nachtisch?
- Nein. Aber 'ne Wette.
- Ich höre.
- Ich wette, dass du es keine drei Tage hier aushältst.
- Wenn ich gewinne, muss ich nie mehr in die Schule.
[Lachen]
- Wenn du gewinnst, zeige ich dir, wo die Eulen wohnen.
- Ja!
Und wenn du gewinnst, mache ich das Plumpsklo sauber.
- Du machst das Plumpsklo sauber.
- Ja.
- Die Wette gilt.
- Ah! Musste das sein?
- Drogenzeit.
- Nö, mach ich nicht.
- Nimm sie meinetwegen draußen vor der Tür.
[Wasser wird ausgespuckt.]
[Hunde bellen in der Ferne]
- Versuch Nummer 3.
[Panisches Schreien]
Benni, es tut mir leid.
[Markerschütterndes Schreien]
Tut mir leid, komm her.
Tut mir leid. Benni, ich habe es vergessen.
Ruhig. Ruhig. Ruhig. Ruhig.
Komm her... Ruhig.
[Benni schreit weiter]
Ruhig, Benni. Ruhig. Ruhig. Ruhig.
Ich hab es vergessen. Es tut mir leid. Ruhig...
Ruhig. Ruhig. Ruhig.
Ruhig. Ruhig. Ruhig. Ruhig.
Ruhig. Entschuldigung. Tut mir leid. Ich habe es vergessen. Vergessen.
Ja? Ich habe es einfach vergessen.
Ich habe es vergessen, Benni.
Alles gut, ja?
Ich wollte dich eigentlich Milch schicken holen.
- Kein Bock.
- Geht auch ohne.
[Benni summt]
[Kuh muht]
[Hund bellt]
[Benni bellt zurück]
- Ey! Spinnst du?
Es setzt gleich was!
- Und sonst zu Hause gerade?
Ja...
Und bei dir? Willst du nicht schlafen?
Ey!
Hey!
- Erzieher!
Ich will sofort nach Hause! Ich hasse es hier!
- Bist du ins Plumpsklo gefallen?
- Lass mich in Ruhe!
Fick dich!
[Hund bellt]
- Na?
Haben Sie wieder so ein gestörtes Kind dabei, das meine Tiere quält?
- Benni wollte sich gerade...
- Anstatt die Kinder zu erziehen, machen Sie mit denen Halli-Galli.
Und dafür zahl ich Steuern.
- Ja. Genau das tun Sie.
- Entschuldigung.
- Hm. Und morgen sind meine Kälbchen dran.
- Entschuldigung!
- Jaja. Es geht doch. Na also.
- Wo is'n die Milch?
- Noch ein Vorfall und Sie kriegen eine Anzeige wegen Tierquälerei.
Da ist die Milch.
- Warum hast du das vorhin mit der Hand gemacht?
- Das hilft mir beim Ruhigbleiben.
Sonst hätte ich dem Penner eine reingehauen.
- Wer's glaubt.
- Tust du nicht?
- Nein.
- Gib mal den Kanister. - Was?
- Gib mal den Kanister.
- Warum?
- Bam!
Glaubst du nicht?
- Das war cool. Doch!
Ich glaub's! [Lacht ausgelassen]
Zeigst du mir das auch?
- Bestimmt nicht.
- Alle haben Angst vor mir. Sogar die Jungs.
- Warum?
- Naja, wenn sie mich ärgern, haue ich ihnen eine rein.
- Und handelst du dir damit nicht eine Menge Ärger ein?
Du Kampfzwerg.
- Ehrlich?
- Ja.
- Ich krieg kein Ärger?
- Komm in die Gänge, oder ich mach's selber.
[Erwartungsvolle, lebensfrohe Musik]
- Fester!
- Kaputt! Kaputt! Kaputt!
Juhu! Juhu! Wir haben es geschafft!
- Dich engagier ich bald bei mir zu Hause.
- Das ist der beste Urlaub, den ich je hatte!
- Das ist kein Urlaub, das ist 'ne Erziehungsmaßnahme.
- Dann eben die beste Erziehungsmaßnahme.
[Regen]
Und wo sind die jetzt?
- Ausgeflogen. Wahrscheinlich, weil wir zu laut sind.
- Fühlen die sich gar nicht eingesperrt?
- Nö. Das mögen die, wenn es so ein bisschen eng ist.
Wenn das ein kleines Versteck ist.
- Und dieses Stinken ist die Kacka.
- Mhm.
Mögen die auch. Das richten die sich so ein.
- Oh...
- Was ist da oben?
- 'Ne Spinne.
- Kann ich?
- Ja.
- Stören die Spinnen die Eulen gar nicht?
- Nö.
Mehr wie 'nen Mitbewohner, oder Nachtisch.
- Mit wie vielen Kindern warst du hier schon?
- Mit sechs.
- Bin ich die Schlimmste?
- Mit dir Kampfzwerg ist es wie im Kindergarten.
Ich arbeite ja normalerweise mit Jungs, die so 16 sind und älter.
Nie mit so kleinen Knirpsen.
- Micha?
Hast du dich früher oft gekloppt?
- Ja.
Habe ich mir auch einiges verbockt dadurch.
Aber ich habe die Kurve gekriegt und mache jetzt Arbeit, die mir Spaß macht.
Was willst'n du mal machen?
- Kloputzerin.
[Micha lacht]
- Das hätte ich mir ja denken können.
- Weil ich immer so austicke, darf ich nie zu Mama.
- Ja...
Aber das kannst du ja ändern.
[Hundegebell vom Bauernhof]
- Der Hund ist böse.
- Nein, der ist nicht böse.
Macht auch nur seine Arbeit.
[Rauschen, verwirrender Lärm]
[Micha murmelt verträumt]
- Raus.
Raus hier!
Raus aus dem Bett!
- Mein Bett ist nass!
- Dann... Kriegst du 'nen neuen Schlafsack.
- Warum? Ich will bei dir schlafen!
- Du gehst in dein Bett!
- Ich will bei dir schlafen! Bei dir!
Scheiße!
- Hey!
Raus mit dir.
- Nein! Lass mich!
- Du beruhigst dich jetzt.
Reg dich ab!
- Ich hasse dich!
- Scheiße!
Benni.
Benni!
Komm rein!
Benni?
Komm raus, ich habe mich erschreckt.
Benni, es tut mir leid!
[Regen]
[Wasser plätschert]
[Hund bellt]
Herr Bockelmann?
[Hund bellt]
Hallo?
- Kommen Sie rein.
- Morgen, Benni.
- Kann ich noch weiter schauen?
- Nein, wir gehen.
- Sie lag heute morgen im Kuhstall.
Vielleicht sollten Sie besser auf sie aufpassen.
- Komm, Benni.
- Nö.
Hey! Nein! Stop! Lass mich in Ruhe!
Nein! Lass mich!
Nein, Micha, lass mich!
Nein! Lass mich ich will fernsehen!
- Den ganzen Wald such ich nach dir ab und du sitzt hier vor der Glotze.
Ich hab die Verantwortung für dich!
Du landest sonst in der Klapse! Kapierst du das?
- Hätten Sie früher dran denken sollen.
- Du sollst die Fresse halten!
Zieh die Schuhe an.
Komm.
Komm mal her.
[Sanfte, sphärische Musik]
Weißt du, was passiert, wenn du mir hier abhaust?
- Du kriegst Ärger?
- Tierischen Ärger.
Dann verliere ich vielleicht meinen Job, dann...
Dann gehen wir dich erstmal waschen. Du stinkst wie 'ne Kuh aus dem Arsch.
Wa?
Ja. Komm.
- Eins, zwei, drei!
[Lachen]
[Windgeräusche]
- Hast du schon mal ein Echo gehört?
- Nö.
[Micha pfeift]
[Echoresonanz]
- Benni!
[Lachen]
Probier mal.
- Mama!
Mama!
Mama!
Mama!
Mama!
Mama!
Mama, Mama, Mama, Mama! Mama!
Mama!
Mama!
Mama!
Mama!
Mama!
Mama!
Mama hasst mich.
- Ne, deine Mama liebt...
- Sei leise.
[Sphärisch anmutende Musik]
[Musik wird aufgeregter]
[Musik wird aufdringlich und aggressiv]
[Musik stoppt]
- Hey, Benni...
Aufwachen.
Wir sind da.
[Benni murrt leise]
Hey, Kampfzwerg. Hm?
Hallo?
Na komm.
- Nein! Ich will nicht hierbleiben! Nein!
Nein! Nimm mich bitte mit nach Hause!
- Benni! Hey, ist gut.
- Ich will bei dir schlafen! Nur heute! Nur eine Nacht!
- Du kennst doch den Laden! Die sind okay!
- Nur eine Nacht!
Nein, das geht nicht!
- Warum nicht? - Hör auf jetzt!
- Jetzt steigen wir aus und holen die Koffer.
Benni! Halt! Stop! Stop! Hör auf!
Benni hör...
Hör auf!
[Benni stöhnt angestrengt]
- Ich will da nicht hin!
- Hör auf!
Ich bring dich morgen früh sofort zurück hier her!
Und du machst nicht wieder so ein Theater, hast du verstanden?
- Ich verspreche es.
Ich schwöre.
- Ich fass' es nicht...
[Motor startet]
- Danke...
- Guck mal her.
- Hier?
- Nein.
- Hier?
- Nein.
- Hier? Da?
- Nein.
- Oder da drüben? - Nein.
- Da?
- Auch nicht.
- Hier?
Ist es das?
Ist es das?
- Benni. Das ist die absolute Ausnahme.
[Benni spuckt] - Ich schwöre.
- Ich glaub es dir auch so. Aussteigen.
- Hey.
- Hey...
- Hallo...
Hallo. Das ist Benni.
Das sind Elli und Aaron.
- Hi, Benni.
- Benni schläft heute Nacht hier.
Es ist schon spät und da dachte ich...
- Du kriegst ja noch ein Baby.
- Mhm.
- Tritt es dich manchmal?
- Nicht nur manchmal.
- Komm mal her, kleiner Mann. Komm mal her...
- Ja, geh mal zu Papa...
- Hey hey hey hey hey...
- Was hast denn du an der Stirn gemacht?
- Das ist halb so schlimm.
- Willst du einen Kakao?
- Ja.
- Okay, komm rein.
[Rülpst] -Das war der beste Kakao, den ich je getrunken hab'.
Isst du eigentlich auch immer so viele Fischstäbchen?
- Nein, wieso?
- Naja, als Mama schwanger war,
hat sie immer ganz viele Fischstäbchen gegessen
und ich hab sie ihr dann immer ans Sofa gebracht.
- Das ist aber lieb von dir.
- Und dann haben wir Armbänder gemacht.
Und es war gerade die Zeit, wo Andy weg war.
Aber er war irgendwie auch ganz cool,
weil ich konnte immer auf seiner Play-Station spielen.
- Wieso habt ihr hier eigentlich keinen Spiegel?
- Wir sind doch gerade erst eingezogen.
Höher.
Jetzt drauf.
- Au, das brennt...
- Mhm.
Selber schuld.
- Aaron!
Aaron, guck mal da.
Da.
Willst du deinen Nucki haben?
Aaron, Nucki?
Jam jam jam.
- Tut mir leid.
Ich weiß auch nicht, was mich geritten hat.
- Was ist mit ihrem Gesicht?
- Erzähl' ich dir später.
- Wer zuerst oben ist!
- Rechts!
- Micha?
Warum habt ihr gleich zwei Kinder gemacht?
- Das zweite war nicht so schnell geplant.
- Warum habt ihr dann nicht besser verhütet?
- So, Sendepause jetzt, Kampfzwerg.
Morgen früh bringe ich dich zurück.
- Nein... Nicht gehen, bleib hier, Micha!
- Benni, ist schon spät.
- Nein. Nicht gehen.
- Komm. Ist gut jetzt. - Nein! Nein!
Micha?
- Ja?
- Willst du mein Papa sein?
- Das geht nicht.
- Warum? Du kannst mich doch adoptieren und dann wohne ich hier.
- Ich hab' schon eine Familie Benni.
Und du auch.
Und ich werde mich bei Frau Bafané dafür einsetzen, dass sie
einen Ort findet, wo du eine Person hast, die fest an deiner Seite ist.
Außerdem sehen wir uns eh' jeden Tag, wenn ich dich zur Schule bringe.
- Und wenn ich deine Frau und dein Kind umbringe?
Dann hab ich dich ganz für mich allein.
- Hör auf, so 'nen Scheiß zu reden.
Hör auf.
- Nein, Papa. Bitte, Papa!
- Hör auf, Benni!
- Nein, Papa!
- Benni, ist gut jetzt.
- Bitte Papa, Papa, Papa, Papa!
- Benni, erzähl mal. Wie war's denn im Wald?
- Laufen hat sie verlernt.
- Jaja, das kann ich ihr wieder beibringen. Gib sie her.
- Danke
- Guck mal, du hast Besuch.
- Glotz nicht so, du Fotze!
- Benni. Versuch's doch mit freundlich...
- Hey!
- Nein! Fick dich!
- Der Urlaub hat ja richtig was gebracht. Sollten Sie gleich nochmal machen.
- Nein!
- Wir hatten 'ne Abmachung.
- Wann gibt's Essen?
- Geht gleich los.
Magst du noch Nachtisch?
- Ja.
- Ey, Alte, iss mal schneller!
- Reicht jetzt, Leute, oder? Geht gleich los.
- Woher weißt du das?
- Bleib mal sitzen, Benni. Bitte
[Benni singt Silben]
- Benni setz dich bitte wieder hin!
[Benni singt weiter]
- Benni!
- Benni, setz dich mal bitte wieder hin.
- Drachifuchs hat sogar einen eigenen Stuhl bekommen.
Und wir haben eine Rutsche gebaut.
Eine Reifenrutsche, dann konnte ich da die ganze Zeit...
Es war richtig lecker und so cool!
Und wir haben sogar Bäume geschubst!
- Was habt ihr gem...
- Mit morschen Bäumen haben wir so gemacht! Und umgeschubst.
Und das war so cool, weil eigentlich kann man keine Bäume umschubsen.
Und wir haben einfach so gemacht!
- Guck mal. Kannst du dich erinnern?
- Hallo?
- Hallo, Silvia! Hier ist Benni!
- Benni!
Na?
Guck mal, das ist Justin. Er wohnt jetzt bei mir.
Ja, genau wie du damals.
Sag "Hallo", Justin.
- Hallo.
- Hallo.
- Jacke her.
Komm, lass dich mal angucken. Du bist ja riesig geworden.
- Ist Captain Hook noch da?
- Na klar, was glaubst denn du?
- Oh, guck mal, der da.
Siehst du den? Das ist mein Fisch. Der da oben so...
- Ja der... Der ist schön.
- Mein Kugelfisch, der Dicke. Ja.
- Ja, der ist... Der ist Captain Hook, oder?
- Ja.
Mein Captain Hook.
- Und den mag ich gern. Den schwarz-gelben da. Der heißt Kevin.
- Benni. Du weißt, es gibt eventuell die Möglichkeit,
dass du wieder bei Frau Schwarz wohnen kannst, ja?
- Ja, Paula und Emma sind ausgezogen. Die studieren.
Also, ich hab Platz und du könntest sogar Emmas altes Zimmer haben.
Aber eins müssen wir sehen. Justin wohnt jetzt bei mir und es geht nur,
wenn ihr beide euch versteht.
- Weißt du, wir haben gedacht, wir machen das so:
Ihr könnt euch ja ab jetzt so ein - oder zweimal die Woche treffen.
Und unternehmt was zusammen und...
- Schlittschuhlaufen!
- Das hab' ich gewusst!
- Kann dann Micha auch mitkommen?
- Na klar.
- Juhu! Kann ich mir ein Toastbrot machen?
- Ja, du weißt ja, wo alles ist.
- Kommst du mit?
Komm!
[Kichern]
[Männer unterhalten sich]
- Hey. Schuhe aus!
- Hey!
Hallo.
- Na, wie geht's?
- Gut. Und selber? - Auch gut.
- Und links.
Und links!
Links, rechts.
- Herr Heller, was auch immer Sie an Folgemaßnahmen im Kopf haben.
Raus damit! Im Moment haben wir alle Argumente auf unserer Seite.
Und es sieht wirklich danach aus, dass Benni bei Frau Schwarz einzieht.
- Frau Bafané...
Ich denke darüber nach, den Fall abzugeben.
Ich hab' gedacht sowas passiert mir nicht, aber ich verliere die Distanz.
- Ist das jetzt Ihr Ernst?
- Ich hab sie bei mir zu Hause übernachten lassen.
- Mist... - Ja...
- Also...
Also, da sind Sie lange nicht der Einzige, dem sowas passiert.
Und jetzt, wo Frau Schwarz mit ins Boot kommt...
- Ich kriege Rettungsfantasien.
Ich hab'... Ich habe es nicht unter Kontrolle...
Tut mir leid.
- Ich werde Ihre Entscheidung respektieren, egal wie sie ausfällt,
aber im Moment brauch ich Sie noch.
- Natürlich.
- Gut.
- Micha!
- Du musst nur die Balance halten.
Du bist echt feige!
- Macht mir einfach keinen Spaß.
- Doch, es macht dir Spaß!
- Nein, ich Fall ständig hin.
- Du hast es nicht mal probiert.
Alicias Buggy!
Mama!
Mama, Mama, Mama! Mama!
Mama, Mama, Mama, Mama, Mama!
Mama!
- ...Wo ich ihr sage, dass ich
- Mami, Mami, Mami, Mami, Mami!
- Benni! Mein Schatz, bist du schwer geworden.
Schau mal, ich hab dir was mitgebracht.
Weil ich's das letzte Mal nicht geschafft habe zu kommen. Guck mal.
- Wie schön...
- Leo, bitte.
Die habe ich zusammen mit Alicia gebastelt für dich.
Bitte, hör auf damit.
Wollen wir die mal anprobieren?
- Danke, Alicia.
Ich habe auch eine Überraschung für dich!
- Mama, ich hab' Hunger! Krieg ich was zu essen?
- Frau Klaaß, das ist Herr Heller, Bennis Schulbegleiter.
- Guten Tag.
- Hey, nicht so wild, Leo.
- Mama! Mama! Guck, guck, guck!
Für dich! Findest du sie schön?
- Wunderschön, ja.
- Schön, oder? Die hab' ich extra für dich gespart.
- Für mich gespart...
- Ich muss los. Tschüss. - Tschüss
- Wiedersehn. Bis Dienstag, Benni!
- Ich bin ganz überrascht.
- Und da, die schönen Glitzersteine.
- Toll, ist ja unglaublich.
- Gefällt sie dir?
- Mama, ich will los, essen!
- Ich hab auch Hunger!
- Warte mal kurz. Ich weiß gar nicht, ob das geht.
Wie lange dürften wir denn wegbleiben?
- Wäre gut, wenn sie in 'ner Stunde wieder da sind.
- Na, dann kommt, ihr Räuber!
- Pommes! - Pizza!
- Pommes! Pommes! Pommes!
[Angespannte, komplexe Musik]
- Yaaay.
- Dankeschön, mein Schatz.
Guten Appetit!
- Bitteschön. Guten Appetit!
- Benni, ich muss dir was sagen.
Ich hab 'ne Überraschung für dich.
Ganz wichtig.
Mit Jens ist Schluss.
Ein für alle mal. Und ich muss jetzt nur noch Arbeit finden und dann...
Dann kannst du wieder bei uns wohnen.
- Wirklich?
- Ich hab' schon Frau Bafané angerufen.
- Jaaaaaa!
[Unbeschwerte, befreite Musik]
- Der Bauer hat 120 Kühe.
Die geben fast alle Milch,
die die Menschen trinken.
Er hat Melkmaschinen,
die hängen an den Eutern
der Kühe.
Ich hab' keinen Bock mehr!
- Hey, der Anfang ist total schön. Ich höre dir total gerne zu.
Helena hört dir zu, Jale hört dir zu. Micha hört dir auch zu.
Du machst das ganz, ganz toll.
- ...weggenommen, damit die Mamas Milch geben.
Auf den Feldern
säht der Bauer Weizen und Mais.
Daraus macht man die Nahrung, für die Tiere.
Inzwischen kann man aus Mais auch Plastiktüten machen.
Die kann man dann im Supermarkt kaufen.
- Das war super.
[Klassenkameraden jubeln]
[Pfiff] - Nach vorne gucken!
Sind Sie ja noch mal knapp davon gekommen.
- Die eigene Mutter ist immer das Beste.
Obwohl, ich hätte es gern noch mal gemacht.
Einfach mit ein bisschen mehr Ruhe.
Wissen Sie, ich habe mein Herz an das Mädchen verloren.
Super!
- Guck mal!
[Erzieher unterhalten sich leise]
- Nein, Mailbox.
- Mama kommt bestimmt gleich.
- Ja. Gut, dann fangen wir schon mal ohne Frau Klaaß an. Benni.
Du weißt, wir besprechen heute den Umzug zu deiner Mutter.
- Ja.
- Entschuldigung. Der Bus war zu spät und mein Akku war leer.
- Mama?
Mama.
- Guten Tag, Frau Klaaß, dann können wir jetzt gemeinsam anfangen.
Ich freue mich, dass Sie Benni wieder bei sich aufnehmen wollen.
Wir wollen heute festlegen, wie und wo das passieren soll...
- Das geht leider nicht so schnell.
Ich hab'...
Ich hab' noch keine Arbeit und ähm...
vielleicht dauert es auch noch länger, also...
in ein bis zwei Jahren wäre es besser.
- Du hast es versprochen!
- Ich weiß...
- Du hast gesagt, ich kann zu dir ziehen Mama!
Du hast es versprochen!
- Ich weiß, es ist...
- Das machen wir auch. Aber jetzt eben nicht.
- Du hast es versprochen!
- Du hast es gesagt!
- Wir müssen noch 'ne neue Wohnung finden.
- Sie haben mir eindeutig gesagt, es sei so schnell...
- Du hast es versprochen! Du hast gesagt, ich kann zu dir ziehen!
[Wütender, verzweifelter Schrei]
- Hey! Benni.
- Frau Klaaß, bitte lassen Sie...
- Benni. Hand aus dem Mund!
Hand aus dem Mund!
- Es tut mir leid...
[Gedämpftes Schreien]
- Wie ist es denn zu Hause, Frau Klaaß?
- Sie verstehen das nicht, Frau Bafané...
Benni war immer schon ein Problemkind. Schon im Kindergarten und...
Ich hab' noch zwei Kinder. Die gucken sich alles ab.
Leo ist ja jetzt schon ein Problem.
- Das muss doch gar nicht sein.
- Benni hat so enorme Fortschritte gemacht in letzter Zeit.
- Sie finden doch noch nicht mal ein Heim für sie, das sie nehmen will. Oder?
Wenn die Profis nicht mal mit ihr klarkommen, wie soll ich das schaffen?
- Sie sind ihre Mutter.
Und Ihr Verhalten hat...
großen Einfluss auf Ihr Kind, Frau Klaaß.
- Ich hab manchmal richtig Angst vor ihr.
Ich kann das nicht...
Sie kann auf keinen Fall wieder zu uns zurück, sonst wird Leo auch noch so.
- Sie sollten ihr das zumindest selbst erklären.
Sie hat so fest damit gerechnet, Frau Klaaß.
- Ne, das kann ich nicht. - Doch
- Das müssen Sie bitte für mich machen, Frau Bafané. Bitte.
- Frau Klaaß.
- Sagen Sie ihr das, ich muss jetzt...
- Frau Klaaß, bitte.
- Sagen Sie ihr 'nen schönen Gruß.
- 'Nen schönen Gruß Frau Klaaß? Ist das Ihr Ernst?
Bitte, bleiben Sie da!
Verabschieden Sie sich wenigstens von Ihrer Tochter!
Mist...
- Kann ich jetzt zu Mama?
- Nein, jetzt noch nicht... Gleich... Weißt du, es ist...
Ich glaube, deine Mama ist jetzt noch nicht ganz bereit dafür, aber...
Aber...
Das wird schon...
Klar...
Weißt du, ich...
Ich glaube... Entschuldigung, ich bin ein bisschen...
Weißt du, ich glaube, dass deine Mama Angst hat... dass...
Entschuldigung...
- Warum weinst du, Frau Bafané?
- Weil... entschuldige bitte...
- Nicht weinen...
- Das wird schon...
- Entschuldigung, das wird gleich wieder...
Ich... es... es tut mir leid Benni...
Es tut mir leid...
- Nicht weinen, Frau Bafané...
[Schluchzen]
Nicht traurig sein.
- Guck mal die Fette da. Die kann ja gar nicht Schlittschuh laufen. Peinlich.
- Benni hör auf. Das ist hässlich.
- Nein. Wieso? Ist doch so.
- Nein.
- Wenn ich bei euch wohne, können wir dann täglich Schlittschuh laufen gehen?
- Klar. Also, jeden Tag ist ein bisschen schwierig.
Aber einmal die Woche schaffen wir es sicher.
- Boah, kannst du dein Eis mal schneller essen?
- Hey!
- Komm, Benni, lass den Quatsch!
- Pass doch auf, du Arschloch!
- Benni! Jetzt reicht's!
- Nänänänänänä!
Oh! Mh... Eis.
- Das reicht. Benni, wir gehen jetzt nach Hause!
- Wieso? Ich hab doch gar nichts gemacht!
- Benni, nein!
[Wütendes Schreien]
Aufhören, Benni!
Aufhören! Stopp!
[Benni summt ein Schlaflied]
[Kinderlied geht über in traurige, getragene Musik]
[Klopfen]
- Aufwachen, Schlafmütze.
Mittagsschlaf ist vorbei.
Und deine Gäste sind auch schon da.
Ich komme in fünf Minuten wieder.
Solange kannst du ja mal wach werden, ja?
Bis gleich.
- Geburtstagskind.
Benni... Schau mal.
Ein Geschenk von deiner Mama.
- Kann ich schon aufmachen?
- Na klar.
Deine Mama kann heute nicht, die ist krank.
Aber sobald es ihr besser geht, sagt sie, kommt sie dich besuchen, ja?
- Ein eigenes Handy!
Cool!
- Du, weißt du was?
Justin ist raus aus dem Krankenhaus.
Und wieder zu Hause.
Ich glaub', jetzt geht's ihm besser.
So, mein Fräulein. Geburtstagskind. Der Kuchen wartet und Gäste. Komm.
- Heute kann es regnen, stürmen oder schneien.
Denn du strahlst ja selber, wie ein Sonnenschein.
Heut ist dein Geburtstag, darum feiern wir.
Alle deine Freunde freuen sich mit dir.
Alle deine Freunde freuen sich mit dir.
Wie schön, dass du geboren bist...
- Auspusten!
- Ja!
[Applaus]
- Hiermit eröffne ich das Buffet!
- Guten Appetit!
- Hat Ellie schon ihr Kind bekommen?
- Ja.
- Und wie heißt es?
- Julie.
- Oh, schöner Name.
- Findest du? - Ja.
- Das hier ist wirklich kein Ort auf Dauer, Frau Bafané.
Frau Bafané?
- Oh... Ja... Entschuldigung.
- Benni fängt an, sich emotional zu sehr zu binden, hier bei uns.
Das ist ein Problem und deswegen müssen wir sie zeitnah entlassen.
- Jetzt schon?
- Ein weiterer Abbruch wäre nur unnötig retraumatisierend.
- Kann man nicht eine Ausnahme machen?
- Und Ole war schon dreimal im Timeout. Ich erst einmal.
Und es gibt Belohnungssteine. Wenn wir 20 haben,
können wir fernsehen oder Nintendo, und bei 15
können wir im Gruppenraum spielen.
- Und wofür gibt's die Belohnungssteine?
- Wenn wir uns an die Regeln halten...
Für ordentlich Zähne putzen gibt es welche.
Für ordentlich essen, keine Ausdrücke benutzen und so.
- Was für Ausdrücke?
- Arschloch. Muschiloch. Pullermann.
Hurensohn. Fick dich.
Aber das ist pipileicht.
- Geschlossene Unterbringung, das geht selbst mit Ausnahme erst ab 12.
Das hab ich schon probiert.
- Oder eben das Intensiv-Projekt im Ausland.
Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Systemsprengern dort,
da kann sie ihren Schulabschluss machen.
Und ich weiß, dass sie manchmal auch jüngere Kinder nehmen.
- Wo ist Kenia?
- In Afrika.
- Ich will aber nicht nach Afrika!
- Ich kenn' ganz viele Kinder...
Die fanden es da ganz toll.
- Ich bestimmt nicht.
- Das ist ein Abenteuer, dort auf so einem Bauernhof.
Du kannst es dir ja mal überlegen.
- Okay...
- Super.
[Kind singt fröhlich im Hintergrund]
[Türschloss]
- Ja.
Ähm, bis halb sieben.
[Klingel]
Oh, nein.
Klingelhose. Wieder jemand eingepisst. Ich ruf dich gleich zurück, ja?
Okay, cool. Bis gleich.
[Hektische, rhythmische Musik]
[Baby quengelt angestrengt]
Das ist nicht dein Ernst...
Bist du bescheuert, Benni?
- Sie lag draußen auf dem Boden. Sie ist total durchgefroren.
- Der erste Ort, wo sie dich suchen ist hier.
- Darf ich eine Nacht hier sein? Wie letztes Mal...
- Und dann?
Was dann, Benni? Du kannst hier nicht einfach auftauchen, wie es gerade passt!
- Ist gut. Ich mach dir ein Bad, ja? - Elli!
[Hustet]
- Du hattest Geburtstag, stimmt's?
- Ja.
- Herzlichen Glückwunsch nachträglich.
- Danke.
- Elli.
- Komm her... Komm.
- Benni.
Was hast du dir dabei gedacht?
- Ich hab Geld mit.
Kann ich dir geben.
- Du reitest dich immer tiefer in die Scheiße.
- Bla Bla Bla. Jetzt redest du wie alle.
- Je öfter du abhaust, desto krasser wirst du eingesperrt.
Je älter du wirst, desto beschissener werden die Maßnahmen!
- Bla Bla!
- Dein Kopf ist doch helle genug, um das zu registrieren!
- Lass sie doch heute Nacht hierbleiben.
- Spinnst du jetzt auch noch?
- Macht doch keinen Unterschied, ob wir sagen, dass sie heute Nacht herkam.
Außerdem bist du selbst verantwortlich, dass sie jetzt hier ist.
- Ich weiß.
- Du wirst schon 'ne Lösung finden, dass sie nicht ständig hier auftaucht.
- Fertig.
- Wow, super.
[Smartphone klingelt]
- Heller.
Hallo.
Nein...
Keine Ahnung.
Aha.
Also, ich melde mich, sobald ich was höre.
Ja. Tschüss.
- Und sechs. Bitte schön, mein Herr.
Und du auch sechs?
- Ja, gern.
- Eins... Zwei... Drei...
Vier... Fünf....
- Ha! Vorsicht.
- Hab schon!
- Guten Appetit
- Piep, Piep, Piep, recht guten Appetit.
Jeder isst, so viel er kann, nur nicht seinen Nebenmann.
Hat er ihn dann doch gegessen, Zähne putzen nicht vergessen.
Piep, Piep, Piep...
[Tür knarzt]
- Michael Heller hier. Guten Abend.
Benni ist aufgetaucht.
[Hund bellt]
Nein, ich glaub' besser... Besser morgen.
[Baby quietscht zufrieden]
[Baby brabbelt]
- Schon so früh wach?
Achtzig...
Och nicht... Nicht umwerfen.
Einen Löffel.
Zwei Löffel...
Drei Löffel.
Vier und fünf.
Ja, das ist lecker. So lecker.
Guck mal da.
Guck mal da.
- Benni?
Benni?
[Benni singt für Aaron]
- Guten Morgen, ihr seid ja früh wach.
- Guten Morgen.
- Gibst du mir Aaron bitte?
- Wieso? Er fühlt sich bei mir wohl.
- Du kannst ihn nicht einfach nehmen. Ich mach mir dann Sorgen.
- Ich wollte nur, dass ihr länger schlafen könnt.
- Das ist lieb. Aber gib ihn mir jetzt, ja?
- Wieso? Nein! Er will bei mir bleiben.
- Bitte, Benni, gib ihn mir.
- Nein.
[Aaron weint]
- Micha?
Benni, bitte, gib ihn mir jetzt.
- Nein.
- Aber er weint doch, gib ihn mir bitte.
- Nein!
Hau ab!
Hau ab, du blöde Scheißkuh!
- Gib ihn mir. Bitte.
- Nein! Er will bei mir bleiben!
- Bitte, gib ihn mir, bitte.
- Nein!
- Guck mal, er weint doch.
- Nein! Er will nicht zu dir! Nein!
[Aaron weint]
[Benni schreit] [Aaron weint]
- Micha! Benni ist da drin mit Aaron!
- Benni? Benni! - Fick dich!
- Mach die Tür auf, Benni! Mach die Tür auf!
- Warum?
Er will bei mir bleiben!
- Benni, mach die Tür auf!
Kannst du mich hören?
Wir gehen jetzt alle runter frühstücken und nichts ist passiert. In Ordnung?
- Nein!
- Mach die Tür auf!
- Hau ab!
- Ich trete jetzt die Tür ein! [Benni schreit]
Geh hinter der Tür weg!
Benni!
Benni! Bleib stehen!
Benni!
Benni!
[Wütende, verzweifelte Laute]
Benni!
Bleib stehen!
[Dramatische Musik]
Bleib stehen...
[Nachdenkliche Musik]
- Fick dich!
[Wütendes, enttäuschtes Schreien]
[Regen, Benni schluchzt]
[Leichtes Tröpfeln, Krähenrufe]
[Ruhige, mystische Musik]
[Sirenen]
[Unverständlicher, geflüsterter Gesang]
- Mein Fräulein...
- Okay...
Gut. Passen Sie nur gut auf sie auf!
Und auf sich selber auch... - Ja, klar.
- Komm, Kleine.
- Ich bin nicht klein.
- Komm, Große. Tschüss.
- Hallo.
- Deinen Rucksack bitte ablegen.
Und deine Mütze.
- Dino kannst du auch mit reinlegen.
- Der hat aber Angst da drin.
- Brauchst keine Angst haben, kriegst du gleich wieder.
- Benni.
Benni. Benni, du kannst...
- Nanu, du kannst hier nicht einfach durchspazieren. Na, komm.
Ich muss dich einmal kontrollieren. Arme hoch.
Bist du schon mal geflogen?
- Benni!
[Baby weint]
[Hektische, aufgeregte Musik]
- Benni! Jetzt warte doch!
[Schnelle, energetische Musik]
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