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Da hat er aber einen ganz schönen Salto gemacht.
Er wird mal Turner.
Tanz, Mama! Damit mein Brüderchen auch tanzt.
Komm schon, Papa, tanz!
Papa, warum machst du das leiser?
Weil es sich nicht gehört. Der Lärm stört die Leute.
Welche Leute?
Echt jetzt...
siehst du hier irgendjemanden?
Zu Hause sagst du immer, es stört die Nachbarn.
Aber wir haben nicht mal Nachbarn!
Und es kommt auch nie jemand zu Besuch.
Mama?
Sag ihm, er soll es lauter machen.
Komm schon, Papa, mach lauter.
So, jetzt kannst du tanzen.
Was war das?
Ich weiß nicht.
Setz dich dahin, Nilufar.
Gib mir ein Taschentuch.
Nilufar, bleib vom Fenster weg.
Gott sei Dank sind wir unversehrt.
Mach das aus.
Du hast ihn umgebracht.
Ich habe ihn nicht mal gesehen. Er ist vors Auto gesprungen.
Liebling, die Straße ist nicht beleuchtet.
Diese armen Tiere werden halt manchmal überfahren.
Es war ein einfacher Unfall.
Sowas passiert nun mal.
Gott hat sicher seine Gründe, warum er ihn uns in den Weg gelegt hat.
Er hat ein Tier umgebracht.
Gott hat damit nichts zu tun.
Es ist nicht seine Schuld. Er hat es nicht mit Absicht getan.
Noch ein Omen.
EIN EINFACHER UNFALL
Ist es der Zahnriemen?
Ich weiß nicht. Lass den Motor an.
Na los.
Nochmal.
Das reicht. Es hat keinen Zweck.
Entschuldigen Sie bitte...
Gibt es hier eine Autowerkstatt?
In zwei Kilometern.
Das ist zu weit. Meine Familie und ich hatten eine Panne.
Näher gibt es keine.
Kann ich da anrufen?
Ich habe die Nummer nicht.
Okay, danke.
Hören Sie...
Ich könnte versuchen, es zu reparieren.
Das ist sehr nett.
Komm schon, Rahim, wir sind doch Freunde.
Wenn du jemals ein Problem hast, kannst du auf mich zählen.
Ganz genau.
- Omid! - Was?
Nicht auflegen. Ich bin sofort wieder da.
Was ist los?
Eine Familie hatte eine Panne.
Ich versuche, ihnen zu helfen.
Bist du noch da, Rahim?
Hörst du?
Wann bringst du den Van zurück?
Ich muss in einer Stunde da sein.
Jedes Mal das Gleiche!
Wenn der Kunde noch nicht da ist,
bring die Waren zurück.
Ja. Ich muss die Aussteuer liefern.
Es ist dringend, sei doch so nett.
Warte, ich kriege einen Anruf rein. Wir reden später.
Hallo, Mama, alles okay?
Wer hat das Licht angemacht?
Omid!
Hast du das Licht angemacht?
Omid?
Tut mir leid, ich habe das Toilettenlicht gesucht,
das war wohl der falsche Schalter.
Schalten Sie es aus. Es ist der andere Schalter.
Alles klar, tut mir leid.
Tut mir leid, Mama.
Eine Kundin war da.
Hast du schon zu Abend gegessen?
Warum?
Iss doch, ich bin bald da.
Mama, bitte, der Van gehört nicht mir.
Okay.
Ich kann jetzt nicht kommen, meine liebste Mama.
Natürlich, natürlich.
Verstanden, ja.
Genau, wie du es dir gewünscht hast.
Eine ausländische Marke.
Keine Sorge, mit allem drum und dran.
Sonst noch etwas?
Hab’ dich lieb.
Bis später.
Wie heißt er?
Vahid.
Vahid?
Vahid?
Ja?
Omid braucht den Werkzeugkasten.
Durch die Tür...
auf der rechten Seite, da sind die Werkzeugkästen.
Hier entlang?
Ja.
Dankeschön.
Starten Sie den Motor.
Ich habe es provisorisch repariert.
Es ist nur übergangsweise.
- Tausend Dank. - Gern geschehen.
- Was denn? - Schlüssel!
- Wofür? - Es ist dringend!
Und die Aussteuer für deine Schwester?
Komm mit dem Van nach. Und vergiss meine Klamotten nicht.
Sei vorsichtig mit dem Motorrad!
Natürlich, entspann dich.
Raus da.
Was tun Sie da?
Halt dein Maul, du Dreckskerl.
Halt einfach dein Maul.
Hör auf, dich so zu winden.
- Ich werde dich begraben. - Nein!
Dreckiger Schweinehund!
Was tun Sie da?
Hören Sie auf damit!
Aufhören! Ich bekomme keine Luft!
Aufhören!
Ich habe eine Familie, tun Sie das nicht!
Ist das dein echter Name? Rashid Shahsavari?
Ja, das bin ich.
Hören Sie, nehmen Sie meine Bankkarte.
Der Code ist 1329. Sie können abheben, soviel Sie wollen.
War der Name Eqbal nicht gut genug?
Ist doch viel kürzer und knackiger.
Hören Sie auf!
Wer ist Eqbal?
Halt deine Fresse, du Hurensohn!
Das hast du immer gesagt.
Weißt du noch?
Du hast gesagt: „Wäre deine Mutter keine Hure gewesen,
„hätte sie ein Stück Scheiße wie dich nie bekommen.“
Na, du Stück Scheiße?
Hast du Eqbal vergessen?
Eqbal, das Holzbein.
Klingelt da was?
Wird es schon noch!
Ich hab’ diesen Namen noch nie gehört!
Wer ist das?
Komm mir nicht so.
Glaubst du, ein Leben voller Elend hat meine Erinnerungen ausgelöscht?
Glaubst du, ich erkenne dich nicht wieder?
Dass du uns einfach die Augen verbinden kannst,
uns mit dem Gesicht zur Wand setzen kannst
und wir dich nicht wiedererkennen?
Unsere Ohren haben nur zu gut gehört.
Das Geräusch deiner Schritte...
Ich würde das Quietschen deiner Beinprothese überall heraushören!
Dieses grauenvolle Geräusch hallt noch immer in meinen Ohren nach.
Denkst du, ich erkenne dich nicht?
Seit Jahren bin ich besessen davon!
Du hast mein Leben ruiniert, du Arschloch!
Seit Jahren?
Ich hab’ mein Bein letztes Jahr bei einem Unfall verloren!
Hören Sie auf damit!
Dir zeig’ ich’s!
Ich schwöre! Überzeugen Sie sich selbst!
Sehen Sie sich meine Narben an!
Dann sehen Sie, dass sie noch frisch sind.
Ich habe heute einen Arzttermin.
Sehen Sie nach, sehen Sie doch nach.
Ich flehe Sie an, hören Sie auf.
Ich bekomme keine Luft.
Nicht daran ziehen! Das ist eine Beinprothese!
Ziehen Sie mein Hosenbein hoch.
Dann sehen Sie es...
Nicht daran ziehen!
Ist das eine alte Narbe?
Wo sind Sie hin?
Holen Sie mich hier raus!
Hilfe, ich ersticke!
Kommen Sie und holen Sie mich hier raus!
Kommen Sie schon, ich flehe Sie an.
Schnell, ich ersticke.
Womit habe ich das verdient?
Holen Sie mich hier raus!
- Hallo. Wie geht’s? - Gut. Und selbst?
- Ist Salar da? - Ja, oben.
Hallo, Salar.
Vahid! Wie geht’s dir?
Und dir?
Gut, danke.
Wo bist du denn gewesen, mein Freund?
Wie geht’s der Niere?
Geht.
Setz dich.
- Störe ich? - Was führt dich her?
Weil du dienstags immer hier bist, bin ich gekommen.
Ich wollte nicht anrufen.
Es ist wichtig.
Sag mir zuerst, ob du beim Arzt warst.
Dutzende Termine habe ich für dich gemacht.
Du forderst dein Glück heraus.
Kümmer dich um deine Niere.
Früher haben wir dich immer „Gießkanne“ genannt.
Weil du dir ständig den Rücken gehalten hast.
Jetzt siehst du tatsächlich aus wie eine.
Ich war im Stress. Ich gehe schon noch.
Also...
Hier.
Wer ist das?
Gehört dem Holzbein.
Wo hast du das her?
Ich habe ihn endlich gefunden.
Ich habe ihn mit meinem Auto angefahren.
Ich habe ihn hinten im Auto.
Bist du irre, Vahid?
Keine Sorge, er lebt noch.
Ich brauche dich. Um meine Zweifel auszuräumen.
Kannst du bestätigen, dass er es ist?
Komm mit.
Was ist in dich gefahren?
Denk doch an die Konsequenzen!
Ich wusste nicht, was ich tun sollte.
Als ich ihn gesehen habe, bin ich durchgedreht.
Weißt du, was dieser Hurensohn mir angetan hat?
Er hat mir alles genommen: meine Würde, meine Frau, meinen Job!
Alles habe ich verloren!
Sogar ein Loch habe ich gebuddelt, um ihn lebendig zu begraben.
Aber er hat mich zum Zweifeln gebracht. Er sagt, er ist nicht Eqbal.
Ich bitte dich nur, mir zu helfen, ihn zu identifizieren.
Das sieht dir nicht ähnlich.
Wir sind keine Mörder. Wir sind nicht wie die.
Wir müssen ihre Gräber nicht graben. Das haben sie schon selbst erledigt.
Du würdest nur deine Ideale begraben.
Hör zu, ich bin nicht hergekommen, um mir sowas anzuhören.
Es interessiert mich nicht mehr.
Ich werde zu Ende bringen, was ich angefangen habe.
Ich bitte dich nur, zu bestätigen, dass er es ist.
Selbst wenn er es ist, lass ihn gehen. Du kommst damit nicht durch.
Salar...
In den schlimmsten Zeiten meines Lebens
warst du für mich da und hast mich unterstützt.
Das werde ich nie vergessen.
Wenn du mir nicht helfen willst, nehme ich dir das nicht übel.
Aber ich werde tun, was nötig ist.
Tu es nicht, Vahid.
Ja, mein Freund?
Ruf diese Nummer an.
Tu, was sie dir sagt.
Alles klar.
Rechts abbiegen.
Sie haben Ihr Ziel erreicht.
So ist gut. Lächeln, Goli.
Entschuldigung, einen Augenblick.
Pass auf meine Schleppe auf.
- Da muss ich drangehen. - Kein Problem.
Hallo?
Hallo, Maryam. Wie geht’s?
Ja, die Fotostrecke ist fertig.
Ich schicke sie dir heute Abend.
Entschuldigung...
Die Hochzeit ist morgen. Ich mache gerade die Portraits.
Die Retuschen sind fertig. Du hast sie...
Natürlich, keine Sorge.
Mach du die Auswahl. Aber halt uns da raus.
Okay.
Okay, klingt gut.
Danke. Mach’s gut.
Bis dann.
Hallo. Wie geht’s?
Wir machen noch ein paar mehr Fotos in dem Backsteingebäude da drüben.
So haben wir noch eine andere Kulisse.
Wie ich schon am Telefon sagte, ich bin sehr beschäftigt.
Aber da Salar Sie geschickt hat, bin ich ganz Ohr.
Ist das nicht Frau Biglari, die mit Ihnen festgenommen wurde?
Können wir ein paar Minuten rausgehen?
Wozu?
Reden Sie schon.
Es ist eine recht sensible Angelegenheit. Ich kann hier nicht darüber reden.
Entschuldigen Sie, aber ich bin sehr beschäftigt.
Wie Sie ja sehen können.
Gehen Sie raus.
Ich komme zu Ihnen, sobald ich fertig bin. Dankeschön.
Ich habe Holzbein gefunden.
Ich glaube, Sie haben ihn „den Krüppel“ genannt.
Wer genau sind Sie?
Ich wurde zwei Wochen nach Ihnen festgenommen.
Wegen Verschwörung und Propaganda gegen das Regime.
Ich habe Ihre Ermittlungen gelesen.
Ich brauche Ihre Hilfe.
Um sicherzugehen, dass er es wirklich ist.
Er ist hier?
Ja, aber keine Angst. Er kann sich weder bewegen, noch sprechen.
Ich habe ihn hinten im Van.
Haben Sie ihn umgebracht?
Nein, der Schweinehund ist noch am Leben.
Sie müssen mir dabei helfen, ihn zu identifizieren.
Ich kann Ihnen nicht helfen.
Es war ein schwerer Fehler von Salar, Sie zu mir zu schicken.
Ich bin gerade dabei, wieder ein normales Leben zu führen.
Und sie steckt mitten in den Vorbereitungen
für ihre Hochzeit, die morgen stattfindet.
Bitte. Gehen Sie.
Er hat mich so heftig geschlagen,
dass ich mir ständig den Rücken halten muss.
Ich sehe aus wie ein Vollidiot.
Alle meine Freunde nennen mich „Gießkanne“.
Ich warte nur noch auf Ihre Bestätigung, damit ich mich um ihn kümmern kann.
Gießkanne hin oder her, das ist mir egal!
Ich kann Ihnen nicht helfen.
Gehen Sie, oder ich lasse Sie rauswerfen.
Verschwinden Sie jetzt.
Tut mir leid, meine Lieben.
Also? Da wollt ihr stehen?
Ali, geh du dahin. Goli auf die andere Seite.
Ja, nicht schlecht...
Aber jetzt haben wir Schwarz auf Schwarz.
Stellt euch nochmal wie vorher hin.
Ja, schon besser.
Sieh sie an.
Ich telefoniere nur kurz und bin sofort wieder da.
Entschuldigt mich.
Hallo?
Hallo, Salar.
Er ist im Van.
Was auch immer Sie tun, Shiva, sagen Sie kein Wort.
- Warum? - Er könnte Sie hören.
Wir reden danach, okay?
Sicher, dass er es ist?
Nein. Sonst wäre ich nicht gekommen.
- Und was dann? - Was soll das heißen?
Selbst wenn er es ist, was haben Sie vor?
Das können Sie mir überlassen, keine Sorge.
Ich will Sie nicht in Schwierigkeiten bringen.
- Aber ist er es nun? - Ich weiß es nicht!
Meine Augen waren die ganze Zeit über verbunden.
Shiva?
Verschwinden Sie.
- Ja, meine Liebe? - Wer ist das? Was will er?
Hallo, Bruder.
Wir heiraten. Wir sind hier, um Fotos zu machen.
Alles in bester Ordnung.
Die Hochzeitsfeier findet morgen statt. Sie verstehen, was ich meine.
Ich habe, was Sie brauchen.
Ali?
Was hast du ihm gesagt?
Sag mir, was er will.
Keine Sorge. Er ist nur gekommen, um mir etwas zu sagen.
Du wirkst besorgt.
Geh wieder rein.
Er hat den Krüppel gebracht.
- Wer ist das? - Was?
Den Krüppel...
Goli...
Bringt Wasser!
Bleib ganz ruhig...
Goli, beruhig dich, alles ist gut.
Geh wieder rein.
Mir geht's gut.
Goli!
Wo ist der Schweinehund?
Beruhig dich!
Sonst hört er dich noch!
Aufmachen!
Sei still!
Wo hast du ihn gefunden?
Ich weiß nicht, wer du bist oder was du willst.
Aber eines weiß ich: Es ist zu viel für Goli.
Wenn ihr etwas zustößt, pass bloß auf!
Ali, hör auf. Geh wieder rein.
Sehen Sie? Wir können nicht sagen, ob er es ist oder nicht.
Jetzt verschwinden Sie.
Machst du Witze? Der Kerl hat mein Leben ruiniert.
Ich lasse das erst ruhen, wenn ich weiß, ob er es ist.
Ich sagte, Sie sollen verschwinden.
Wegen Ihnen sitzen wir jetzt in der Patsche.
Machen Sie nochmal auf, damit ich ihn mir ansehen kann.
Du nicht.
Er stinkt jedenfalls genauso nach Schweiß wie er.
- Aber... - Was?
Der Einzige, der ihn identifizieren kann, ist Hamid.
Shiva, du kannst diesen Spinner nicht herbringen!
Tue ich nicht, wir fahren zu ihm.
Goli erholt sich gerade erst. Wir können keine Risiken eingehen.
Warum musstet ihr zwei hier rauskommen?
Hör zu, ich habe nichts zu verlieren.
Aber Goli können wir nicht mehr kontrollieren.
Hamid ist der Einzige, der uns helfen kann...
Wer ist Hamid?
- Einer der... - Worauf warten wir?
Hör zu.
Wir werden zu Hause erwartet.
Gib mir mein Handy, los!
Na los!
Hallo, Mama.
Es geht mir gut.
Ich bin noch mit Ali und Shiva für die Fotos unterwegs.
Ja, genau.
Nein, hör zu, ich...
Keine Sorge. Ich werde spät zurück sein.
Alles klar. Bis später.
Bist du jetzt beruhigt? Wir fahren mit.
Gut. Aber gebt mir zuerst eure Handys.
Schaltet sie aus.
Steigt ein.
Sie müssen geradeaus fahren.
Was für ein Fotoshooting...
Ach, bitte, wir haben genug Fotos. Jetzt hör auf.
Das wird kritisch...
Ständig bist du am Meckern. Es reicht!
Ist euch eigentlich klar...?
- Hallo. - Hallo, wie geht’s?
Hallo.
- Vahid, Abolfazl. - Freut mich.
- Ist der Herr Doktor hier? - Ja, kommen Sie.
Ich wollte ihn sprechen.
Natürlich.
- Wie ist die Gesundheit? Besser? - Ja, danke.
- Und selbst? - Alles gut.
Danke, auf Wiedersehen.
Gern geschehen, Wiedersehen.
Hamid wird ausrasten.
Ich hab’ Ohrstöpsel für den Krüppel besorgt.
Und das, um ihn ruhig zu stellen.
Funktionieren die?
Ja, Hamid hat sie empfohlen
und mein Freund hat mir gesagt, was zu tun ist.
Wir können es uns nicht leisten, ihn umzubringen.
Entschuldigung, darf ich?
- Was ist das? - Gib ihnen Geld.
Hier.
- War es das? - Das war’s.
Wir haben kein Bargeld.
Parken Sie neben dem kleinen Lastwagen.
Da ist er.
Er ist ja völlig durchgeknallt!
Wo willst du hin?
Sie kommen.
Das reicht. Steig ein.
Was wollt ihr von mir?
Wir fahren an einen ruhigeren Ort.
Ihr habt vielleicht Nerven! Warum geht ihr mir auf die Eier?
Hamid, mein Freund, das ist ernst.
Redet er mit mir?
Halt die Klappe, Hamid!
Sag uns, wo wir hinkönnen, um uns in Ruhe zu unterhalten.
Geradeaus und dann die erste Straße rechts.
Du Stück Scheiße!
Hamid!
Das ist er! Das ist der Dreckskerl!
Lasst mich los!
Loslassen!
Hamid, sei still, oder ich schmeiß’ dich raus!
Ich schwöre, das ist er!
Das ist das beschissene Bein, das er in Syrien verloren hat!
Er hat es immer an Leuten wie mir ausgelassen!
Seit fünf Jahren streiche ich in meinen Albträumen
mit meiner Hand über sein Bein!
Lasst mich los!
Erst müssen wir sichergehen...
Sichergehen?
Er hat mich mit verbundenen Augen sein verfaultes Bein fühlen lassen,
um seine Tapferkeit in ihrem beschissenen heiligen Krieg zu beweisen!
- Lasst mich los! - Beruhig dich.
Hat er zugegeben, dass er Eqbal ist?
Zugegeben? Habt ihr mit ihm gesprochen?
Bevor ich ihn außer Gefecht gesetzt habe, ja.
Die sind doch alle irre, ich schwöre!
Und ihr glaubt echt, dass er es zugeben wird?
Gib ihm zwei Minuten, und er bringt uns alle an den Galgen!
Wenn wir ihn lassen, wird er uns wieder in die Falle locken.
Solange er nicht geredet hat, werde ich...
Pass auf, ich bring’ ihn zum Reden!
Niemand rührt ihn an,
solange er nicht zugegeben hat, dass er es ist!
Wo habt ihr denn diesen Volltrottel aufgegabelt?
Wie viele Männer haben ihr rechtes Bein an derselben Stelle amputiert bekommen?
Mit denselben Narben am linken Bein?
Klappe! Er ist ein Freund von Salar.
Jetzt verstehe ich! Salar, dieser Verräter!
- Lasst mich los! - Raus!
Loslassen, habe ich gesagt!
Gebt mir eine Minute!
Beruhig dich. Warum brüllst du denn so?
Du kriegst noch einen Herzinfarkt.
Wenn du so schreist, hört dich noch jemand.
Was soll das werden, Nötigung?
Nein, wir machen nur Spaß. Wir sind Freunde.
Sehen wir etwa aus wie Gauner?
Nein, aber aus Ihrem Van kommen Lärm und seltsame Geräusche.
- Geht's dir jetzt besser, Hamid? - Er ist unser Freund.
Was ist da drin los?
Überhaupt nichts.
Was macht ihr da?
Wir reden mit diesen netten Herren.
Tag. Wie geht es Ihnen?
Ich bin Hochzeitsfotografin. Wir sind hier, um Fotos zu machen.
- Hier? - Die Aussicht ist herrlich.
- Haben Sie eine Genehmigung? - Eine Genehmigung?
- Für Hochzeitsfotos? - Selbstverständlich.
Ist das Ihr Ernst?
Körperliche Übergriffe, Ruhestörung...
Das sind Sicherheitsleute...
- Wir haben nur Spaß gemacht. - Verstehe.
Er ist nicht ganz bei Sinnen... Goli!
Hier gibt es nichts zu sehen.
Wir schauen uns nur mal um.
Wir gehen auf die andere Seite, da ist die Aussicht schöner.
Schnell.
Goli, bitte lächeln.
Ali, geh du dahin. Ich fotografiere Goli alleine.
- Wir haben Sie gestört. - Überhaupt nicht.
Okay, das war’s.
Wir sind dann mal weg.
- Wie wär's mit einer kleinen Spende? - Wie bitte?
Was will er?
Ihrem Freund geht es nicht gut.
- Sind Sie etwa Arzt? - Entschuldigen Sie ihn.
Ich habe kein Bargeld, nächstes Mal.
Haben Sie vor, nochmal zu heiraten?
Wie bitte?
Habt ihr Bargeld?
Ansonsten geht's auch mit Karte.
Hier.
Bitte.
- Ist das nicht zu viel? - Jetzt knausern Sie mal nicht so.
Wird schon nicht weh tun.
Alle raus, bitte.
Wie bitte?
Ich mache euch nur Umstände. Ich mache auf eigene Faust weiter.
Das ist meine Sache, ich will euch da nicht reinziehen.
Ach so, das ist deine Sache?
Wenn du mich fragst, solange ich den Schweinehund nicht umgebracht habe,
rühre ich mich nicht vom Fleck.
Ich bin hier bestens aufgehoben. Danke.
Ich sage das nicht nochmal.
Wenn ihr nicht aussteigt, fahre ich nirgends hin!
Ich sage es auch nicht nochmal.
Alles klar, wir gehen.
- Gehen wir, mein Schatz. - Wohin?
Er hat recht. Außerdem haben wir zu tun.
Verstehst du das nicht?
Er ist derjenige, der ihn gefunden hat. Er kann mit ihm tun, was er will.
Geh, wenn du willst.
Ohne dich? Aber dir geht es nicht gut.
Nein, mir geht’s nicht gut!
Selbst wenn er es ist und sie ihn dir überlassen,
was hast du mit ihm vor?
Das ist wie ein Sumpf, Liebling.
Je weiter du gehst, desto tiefer sinkst du.
Ihr werdet alle ertrinken.
Wir gehen, und dann vergessen wir das alles.
Das alles ist vor dir passiert, irgendwann muss es ein Ende haben.
Und dieser Tag ist gekommen. Das ist etwas Persönliches.
Wir heiraten morgen. Etwas Persönliches?
Hört alle zu: Der Dreckskerl muss reden!
Sonst werde ich die Hochzeit morgen nicht erleben.
Hör zu, Goli, ich sage das dir zuliebe...
Das weiß ich.
Kann ich eine Zigarette haben?
Was hast du vor?
Ich bin mir nicht sicher.
Handelst du immer, ohne vorher nachzudenken?
Wie kommst du darauf?
Genau das machst du.
Du überstürzt die Dinge, triffst voreilige Entscheidungen...
Und dann wirst du vernünftig. Was gut ist.
Ich dachte, du hättest mit dem Rauchen aufgehört.
Stimmt, beim Flirten ist es natürlich sehr verlockend.
Bleib sitzen, ich muss mit dir reden.
Euer Problem ist, dass der Kerl noch nicht gestanden hat, richtig?
Wenn wir an einen abgelegenen Ort fahren,
dann schwöre ich aufs Grab meiner Mutter,
dass ich ihn im Handumdrehen zum Reden bringen kann.
Mit deren Mitteln?
Überhaupt nicht, ich koche ihm was Leckeres zu essen,
biete ihm eine warme Dusche an...
Warum willst du das nicht verstehen?
Sie haben uns drei Tage lang kopfüber aufgehängt,
um einen Namen zu bekommen.
Drei Monate lang haben wir kein Tageslicht zu Gesicht bekommen.
Und du hast Mitleid mit denen?
Kein bisschen.
Nur weil sie zu Gewalt gegriffen haben,
heißt das nicht, dass wir das auch tun müssen.
Sonst hört dieser Teufelskreis ja nie auf.
Shiva, verstehst du das nicht?
Ihr habt ihn gekidnappt,
gefesselt,
ihn ausgeknockt...
Was denn noch?
Ich habe das alles getan. Ich hatte keine Wahl.
Die hast du jetzt auch nicht.
Wenn er hier rauskommt,
stecken wir alle in großen Schwierigkeiten.
Er hat uns nicht gesehen. Seine Augen sind verbunden.
Er weiß, wo ich arbeite.
Ach du Scheiße...
Toll gemacht, Vahid!
Du führst dich auf wie ein Profi, konfiszierst unsere Handys,
und er weiß, wo du arbeitest?
Das ist doch ein Witz!
Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit kommen würde.
Was war das?
- Was ist jetzt los? - Ich weiß es nicht.
Wir kommen nicht weiter.
Verzeihung.
Du siehst aus, als hättest du dein Leben lang nichts anderes gemacht.
Dein Kollege hat sich eingeschissen!
Lassen Sie mich das machen.
Was ist denn, mein Schatz?
Alles okay?
Ist etwas passiert?
Nein.
Sieht aus, als hätten Braut und Bräutigam das Pferd vor den Karren gespannt.
Sind Sie ein Verwandter des Bräutigams?
- Von der Braut. - Herzlichen Glückwunsch.
Bitte sehr.
40 Liter, 120 Toman.
Der Code lautet 1962.
- Soll ich eine Null dranhängen? - Hören Sie doch auf!
Sie sollten Ihr Glück teilen.
Ein Gesamtpaket für die Hochzeit und die Geburt.
Das ist etwas übertrieben, oder?
Ich mache nur Spaß.
Passt Ihnen das?
Wie lange kennst du ihn schon?
Ich habe ihn heute kennengelernt.
Shiva, jetzt komm mir nicht so. Wer ist er?
Warum vertraust du ihm?
Salar hat ihn zu mir geschickt.
Jeder kann in seinem Namen aufkreuzen, und du glaubst ihm das?
Ich bin kein Profi wie du.
Schwachsinn.
Man muss kein Profi sein, um zu sehen, dass er einer von denen ist.
Merkst du nicht, dass er schweigt wie ein Grab?
Er weiß längst alles über uns.
Und jetzt will er sich aus dem Staub machen.
So etwa?
Er hat uns Informationen entlockt.
Und der Typ, Eqbal?
Der ist natürlich sein Komplize.
Fasst ihn nicht an.
Lass mich.
Was ist los?
Was ist denn? Alles okay?
Komm hoch.
In den Van.
Haltet ihn auf! Ihm nach!
Ihm nach, Ali!
Halt an, Hamid!
Halt an!
Was zur Hölle machst du denn?
Ach komm, vergiss es...
Vielleicht war die Dosis zu stark und er ist abgekratzt.
Ich habe vorhin nachgesehen. Wir müssen nur abwarten.
- Abwarten? - Bis er aufwacht.
Und wozu das? Ob er aufwacht oder nicht, wir werden ihn begraben.
Er hat ein Recht darauf, es zu wissen.
Na, sieh mal einer an.
Die stille Mehrheit äußert ihre Meinung.
Wolltest du erst sehen, wie der Wind weht, um dich zu entscheiden?
Gut gemacht.
Hey, Volltrottel!
Der Kerl hat deine Stimme gehört.
Er wird dich ruckzuck finden und dich vernichten, du wirst schon sehen.
Shiva, und du vertraust Salars Freund?
Sicher, dass er dich nicht verpfeift?
Wenn du mich fragst,
wird er schon nach der ersten Ohrfeige alles ausplaudern.
Und was dich angeht, Frau Rechthaberin,
du hast keinen Schimmer!
Was verstehst du denn schon?
Wir können alle unsere Meinung äußern.
Na, das sagt die Richtige!
Du hast einen echten Fang gelandet, das steht fest.
Glaubst du, wir kennen ihn nicht?
Dass wir nicht wissen, wie sein Vater über Nacht befördert wurde,
aus heiterem Himmel?
Du bist so naiv.
Lass deinen Frust nicht an uns allen aus.
Werd erwachsen!
Goli! Beruhig dich. Lass dich nicht von ihm reizen.
Ich, mich beruhigen?
Und mich mit noch mehr Medikamenten zum Zombie machen?
Ich hab’ die Schnauze voll!
Er sagt mir noch, ich sei angespannt für eine Braut.
Als ich aus dem Gefängnis kam,
hat dieser Schweinehund gesagt, ich hätte kollaboriert.
Dass mein Leben draußen ein noch größeres Gefängnis wäre.
Ich wollte, dass du hier bist,
damit du die Geschichte aus dem Mund dieses Dreckskerls hören kannst.
Hör zu, Ali...
Im Gefängnis...
wurden mir die Augen verbunden...
und ich wurde aus der Zelle geholt.
Sie zwangen mich, auf ein Podest zu steigen.
Ich hörte eine Frau sagen: „Soll ich sie ihr umlegen?“
Und dann sagte dieser Schweinehund:
„Ja, mach ruhig. Aber weil sie noch jung ist,
„leg die Schlinge so an, dass ihr Genick schnell bricht.
„So leidet sie weniger.“
Jede Sekunde erwartete ich,
in die Leere zu stürzen.
Drei Stunden lang stand ich da.
Dann hörte ich wieder seine Stimme.
Er sagte:
„Holt sie da runter.
„Sie muss zuerst entjungfert werden, damit sie direkt in die Hölle kommt.“
Er sagte,
wenn ich noch Jungfrau wäre, würde ich in den Himmel kommen.
Aber er würde dafür sorgen, dass ich in der Hölle lande, sogar auf Erden.
Glaub mir, ich wollte dir all das erzählen, bevor wir heiraten.
Ich habe auf den richtigen Moment gewartet.
Also, Hamid,
willst du mich stattdessen erhängen?
Toll. Jetzt vergleichst du mich mit diesen Leuten?
- Es reicht! - Du hältst dein Maul!
Du hast nicht eine einzige Stunde mit verbundenen Augen
in der Nähe dieses Hurensohns verbracht!
Ich habe mich bisher zurückgehalten,
aber jetzt kriegst du deine Antwort!
Ich habe schon lange aufgehört, auf Antworten zu warten, mein Hübscher.
Seitdem sie mich in eine andere Zelle verlegt haben,
indem sie mich nackt über den Boden schleiften.
Was hat dein lieber Vati zu der Zeit gemacht?
Dollars auf dem Schwarzmarkt hat er verkauft,
um deine Zukunft zu sichern!
Er hat gut gepokert.
So mancher wird sich bekennen müssen.
Alles klar, Hamid.
Wir können es nicht erwarten. Aber Gerechtigkeit ist das nicht.
Erzähl du mir nichts von Gerechtigkeit!
Du machst mich krank!
War es gerecht, mich ohne einen Groschen in der Tasche sitzen zu lassen?
Oder dein Versprechen, dass wir für immer zusammen bleiben würden?
Deswegen habe ich dich nicht verlassen.
Du warst schon immer und wirst immer pleite sein.
Du verwechselst Freund und Feind, Hamid!
Ach, hör doch auf! Ihr habt alle nur Schiss!
Ein Haufen Weicheier!
Ihr habt nur Angst, dass es euch wieder heimsucht.
Ihr Vollidioten! Lasst mich das einfach machen!
Es ist nur zu eurem Besten!
Ihr bekommt eure Rache, während ihr friedliche Gutmenschen bleibt.
Hier geht es nicht um Gewalt,
hier geht es um ein Verbrechen, verstanden?
Shiva, wir sind im Krieg!
Das ist kein Witz! Wer nicht tötet, wird getötet!
Ali, der Unparteiische!
Hilf mir, ihn zu begraben und bringen wir es hinter uns.
Nenn mich unparteiisch, einen Mitläufer, wenn du willst.
Ich weiß, dass diejenigen, die uns befreien sollten,
unsere Jugend umbringen, während sie Gebete aufsagen.
Du willst, dass wir ihn umbringen?
Bitte, verschone mich mit deinen großen Reden.
Was für ein Haufen Scheiße...
Von Weitem erinnerst du mich an dieses Theaterstück,
das wir gesehen haben.
Mit diesem einen Baum...
- Warten auf Godot. - Warten auf Godot.
Wir sind genau in derselben Situation.
Du hast mir nie zuhören wollen.
Aber glaub mir, jetzt liegt es an uns,
unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Wozu auf ein Wunder warten?
Alles, was du willst, ist Rache.
Er hat dich nicht umgebracht...
Natürlich hat er das! Schlimmer noch!
Diese Hurensöhne haben mir die fünf besten Jahre meines Lebens gestohlen!
Das hat er mindestens 100 Leuten angetan.
Wie viele Jahre sind das insgesamt?
Das Problem ist keine Einzelperson.
Du verwechselst einen gefügigen Beamten mit dem System.
Welches System? Du machst mich wahnsinnig!
Diese Dreckskerle haben doch das System erschaffen!
Du glaubst, er ist nur gefügig? Er ist die Wurzel allen Übels!
Hast du vergessen, dass er Goli entjungfern wollte?
Er glaubt mit Leib und Seele an die Hölle, in die er uns schicken will!
Jetzt reicht’s aber!
Nichts als Reden, seit 50 Jahren!
Komm. Du willst ihn umbringen?
Komm her! Na los, bring ihn um!
Gib mir den Schlüssel.
Den Schlüssel!
Gib ihn mir, anstatt mich so anzuglotzen!
Bist du irre?
Geh beiseite, ich mache ja schon auf!
Ganz ruhig!
Herr Professor! Da drin.
- Ich hatte es ihm weggenommen... - Aufmachen, mach auf.
Hier ist es.
Nicht rangehen. Sonst orten die uns sofort.
Ein Anruf von zu Hause.
Ja, natürlich. Sie rufen immer von einer sicheren Nummer an.
Geh nicht ran.
Hallo?
In Ordnung.
Wer war das?
Seine Tochter. Sie hat geweint.
Ihre Mutter ist in der Küche ohnmächtig geworden.
Großer Gott, das ist eine Falle!
Was für eine Falle?
Wir haben einen ihrer Männer, also stellen sie uns eine Falle.
Sie hat geweint. Das war nicht gespielt.
Mannomann!
Ich werde ihr helfen. Ihr könnt tun, was ihr wollt.
Ich komme mit.
Er hat recht. Ich komme auch mit.
Wohin? Ihr könntet geschnappt werden.
Einen Geheimdienstler zu kidnappen, ist keine Bagatelle!
Kommst du nun, mein Hübscher?
Da ist es.
Wenn es eine Falle wäre, wären sie schon hier.
Gib ihnen eine Minute, Schlaumeier.
Geh ran.
Geh ran und stell es auf laut, damit wir mithören können.
Hallo? Papa? Papa?
Komm schnell. Ich hab’ Angst, dass Mama stirbt.
Papa, Papa, bitte!
Hallo, Papa?
Ich gehe.
Wenn du was Verdächtiges siehst,
fahr sofort mit dem Van weg.
Warte, ich komme mit.
Ja?
- Hallo... - Meine Süße, kannst du bitte aufmachen?
Wir sind Freunde deines Vaters.
Wir sind gekommen, um deiner Mami zu helfen.
Mama...
Komm her, meine Süße... Komm in meine Arme.
Nicht weinen. Mami geht’s bald besser. Hab keine Angst.
Sag mal, meine Kleine, hättest du lieber ein Brüderchen oder ein Schwesterchen?
Ich hätte gerne, dass es meiner Mutter besser geht.
Natürlich, meine Süße, es geht ihr bald besser.
Sag mal, weißt du, was mit dem Bein deines Vaters passiert ist?
Bist du jetzt still, Hamid?
Entschuldigung!
Wir haben einen Notfall.
- Was hat sie? - Sie ist schwanger.
Wie lautet ihr Name?
Azam Pourniaz.
Adresse?
Mohammadi-Allee...
Shahin-Straße, Nummer 39.
Ihr Ausweis?
Den Ausweis haben wir in der Eile vergessen.
Sind Sie ihr Ehemann?
Nein, er ist mein Onkel.
Dein Vater muss anwesend sein, meine Süße.
Ihr Vater ist verhindert.
Wir haben versucht, ihn zu erreichen. Sie dürfen sie nicht sterben lassen.
Tut mir leid, aber so ist das Gesetz. Der Vater muss anwesend sein.
Was soll das heißen?
Und wenn ich sie auf der Straße gefunden hätte, was dann?
Kümmern Sie sich um sie!
Was ist hier los? Erzählen Sie es mir.
Uns fehlt ihr Ausweis, um sie anzumelden.
In welchem Monat ist sie?
Sie ist ohnmächtig geworden, auf den Boden gefallen
und hat die Augen nicht mehr geöffnet.
- Bist du ihr erstes Kind? - Ja.
Es ist also ihre zweite Schwangerschaft?
Ja.
- Weißt du, ob sie eine Krankheit hat? - Nein, hat sie nicht.
Es ist dringend. Ihre Fruchtblase ist geplatzt.
Klären Sie das. Ich bringe sie unter meiner Verantwortung in den OP.
- Tausend Dank. - Beeilung.
- Verzeihung! Haben Sie eine Bankkarte? - Ja.
Bringen Sie das zur Kasse und bezahlen Sie.
- Wo ist die Kasse? - Da.
Hier.
Karte, bitte.
Natürlich.
Nehmen Sie die.
Möchtest du auch?
Ich habe keinen Hunger, das ist für dich.
Nilufar?
Ja?
Kann ich dir eine Frage stellen?
Ja.
Hast du eine Tante oder einen Onkel,
die ich anrufen könnte?
Ja, schon, aber...
Papa hat mir gesagt, dass ich niemanden außer ihn anrufen soll.
Ich darf andere Leute nicht anrufen.
Mamas Familie wohnt auf dem Land.
Ich darf sie nicht anrufen.
Die Angehörigen von Frau Pourniaz...?
Ja?
Herzlichen Glückwunsch, meine Prinzessin.
Du hast ein Brüderchen. Und er ist genauso hübsch wie du.
Darf ich ihn sehen?
Aber natürlich darfst du ihn sehen.
Weiß dein Onkel, wie man Geschenke macht, oder nur, wie man eine Szene macht?
- Was? - Nichts.
Bleib hier, ich bin sofort zurück.
Geh dich setzen.
Bedient euch.
Vielen Dank.
- Ist das Baby geboren? - Ja.
Gut.
- Also? - Ein Junge. Die Mutter ist wohlauf.
Na, das sind ja gute Neuigkeiten!
Mission erfüllt, du musst stolz sein.
Hat jemand Bargeld?
Nein.
Wofür?
Ich fass’ es nicht.
Jetzt spendiert ihr auch noch was für die?
Gebäck ist obligatorisch und die Krankenschwester möchte ein Trinkgeld.
Vergiss es. Du hast schon genug getan.
Ich kann das Mädchen nicht alleine lassen.
Habt ihr vielleicht eine Bankkarte?
- Ja. - Ja.
Hebt jeweils 200 Toman ab, das passt schon.
Nein, danke. Ich bleibe hier.
Nur zu, vollbringt eure guten Taten!
Na gut, wie du meinst.
Oh, verstehe...
Von ihm kann ich das verstehen.
Er kennt mich nicht und es ist sein Van.
Aber du, du vertraust mir nicht?
Darum geht es nicht. Wir sind lieber vorsichtig.
Seht ihr, selbst bewusstlos
treibt dieser Dreckskerl einen Keil zwischen uns.
Selbst tot sind sie eine Plage für die Menschheit.
Warum kommst du nicht mit?
Wohin?
Um die Geburt des Welpen dieses Schweinehundes zu feiern?
Komm schon. Das ist ein Kind!
Na und? Der wird noch schlimmer als sein Vater.
All die Fehlgeburten im Gefängnis...
Waren das keine Kinder?
Meine Freunde, nachdem die gestürzt sind,
werdet ihr euch alle erklären müssen.
Sie glauben, mit Gott im Bunde zu stehen, und verstecken sich hinter der Scharia.
Was ist mit euch? Werdet ihr für eure Fehler geradestehen?
Bestimmt nicht.
Heute Morgen wusste ich gleich, dass ihr Versager seid.
Ich vergeude nur meine Zeit.
Anscheinend bin ich der größte Vollidiot von allen hier.
Hamid, hörst du jetzt auf?
Ist das wieder eine deiner Verwirrungsmethoden,
damit wir tun, was du willst?
Schwachsinn!
Wenn du mich nicht gerade sitzen lässt, greifst du mich an
und schaffst es, dass ich mich unerwünscht fühle.
Was habe ich getan?
Du hast nicht mal angerufen, als meine Mutter gestorben ist!
- Was? - Du hast mich im Stich gelassen.
Du bist ein Angsthase. Immer rennst du vor Schwierigkeiten davon.
Ganz genau! Ich laufe vor dir davon!
Vor deinem Verhalten, deinen Entscheidungen!
Du machst mich krank!
Das reicht, ich zieh’ Leine.
Er ist wirklich gegangen.
Shiva, kommst du?
Glückwunsch an die Frischvermählten.
Vielen Dank.
Ich wünsche Ihnen alles Glück der Welt.
Tut mir leid, dass ich deinen Tag ruiniert habe.
Ich muss mich entschuldigen.
Wir sollten jetzt getrennte Wege gehen.
Versuch, Goli zu überzeugen.
Jetzt wird sie leichter zu überzeugen sein.
Sie hat Dampf abgelassen. Jetzt geht es ihr besser.
Was hast du jetzt mit ihm vor?
Ich bin mir nicht sicher.
Aber mach dir keine Sorgen.
Komme, was wolle,
ich würde euch niemals denunzieren.
Vahid, hier.
- Danke. - Gerne.
Du bist immer noch hier?
Ich konnte dich nicht einfach im Stich lassen.
Vielleicht, weil du mir nicht traust.
Weiß nicht.
Vielleicht, weil ich Salar ein Versprechen gegeben habe.
Ich hätte nicht gedacht, dass du es in dir hast.
Warum?
Du hast gesagt, du bist gegen Gewalt.
Ich bin kein Feigling.
Er hätte dich umgebracht.
Im Namen aller Heiligen, macht mich los.
Ich erkenne sogar deine Schwüre wieder!
Während du uns geschlagen hast, hast du gesagt, es täte dir weh!
Weißt du, was du mir angetan hast, du Dreckskerl?
Wofür wolltest du Rache?
Wir waren nur arme Arbeiter, die ihre Rechte eingefordert haben!
Wir hatten Hunger!
Acht Monate lang waren wir nicht bezahlt worden.
Was redest du da eigentlich?
Warum hast du unser Leben ruiniert?
Ich habe mich mein Leben lang krumm geschuftet in dieser Hölle,
um meine Familie zu ernähren.
Du hast mich zu einem Schweinehund wie dich gemacht!
Was hab’ ich mit deinem Lohn zu tun? Du verwechselst mich, mach mich los.
Halt die Klappe! Schwachsinn?
Ich hätte keiner Fliege etwas zuleide getan.
Und heute habe ich dein Grab geschaufelt.
Wenn ich keine Zweifel gehabt hätte, wärst du längst begraben.
Ich habe damit nichts zu tun. Du irrst dich!
Sei still und hör mir zu. Hör mir zu!
Und eines kann ich dir garantieren: Lügen bringt dich nicht weiter!
Wenn ich der Mann wäre, für den du mich hältst,
wärst du längst tot.
Mach mich los, hab’ ich gesagt!
Hundertmal hast du mich getötet. Hast du das vergessen?
Ich bin ein lebender Toter.
Als du mir diese Schlinge um den Hals gelegt hast, hast du mich getötet.
Welche Schlinge? Warum sollte ich so etwas tun?
Du hast sie mir umgelegt...
hast den Hocker umgestoßen und ich habe mir in die Hosen gemacht.
Ich hab’ damit nichts zu tun!
Du sagtest: „Deine Verlobte ist tot, denk an jemand anderen.“
Wegen dir hat sie sich umgebracht!
Was hab’ ich denn mit deiner Verlobten am Hut?
Wenn ich es gewesen wäre, hätte ich euch beide umgebracht.
Sie hat sich umgebracht wegen dir, du Schweinehund!
- Ich hab’ doch gesagt, ich war es nicht. - Ich bring’ dich um!
Komm her.
Ich weiß echt nicht, wovon du redest.
Komm her.
Ich habe auch eine Familie, ich verstehe das.
Ich bin nicht die Person, von der du redest.
Lass mich gehen.
Hör auf damit.
Du willst mir was von Familie erzählen?
Du, der die Familien der Gefangenen vors Gefängnis hat bringen lassen,
um Geständnisse aus ihnen zu erpressen!
Wie kannst du es wagen?
Welche Gefangenen?
Welche Gefangenen?
Mach deine letzten Wünsche. Dann ist Schluss.
Für deine Frau, deine Tochter, deinen Sohn,
bitte um das, was du dir wünschst!
Warum schlägst du mich?
Du hast eindeutig den Falschen.
Ich habe keinen Sohn.
Ich habe nur eine Tochter.
Den ganzen Tag misshandelst du mich schon wegen eines Missverständnisses.
Lass mich gehen!
Ich habe keinen Sohn!
Bist du dir da sicher?
Du hast keinen Sohn?
Dein Sohn ist vor Kurzem geboren worden.
Er wurde geboren?
Ich habe deine Frau ins Krankenhaus gebracht.
Du Hurensohn.
Du Hurensohn!
Du hast meine Frau angefasst, du dreckiger Schweinehund?
Ich bring’ dich um, du Schwein!
Ich bring’ dich um!
Halt dein Maul, Arschloch!
Nicht jeder ist wie du!
Ich würde deiner Frau nie etwas antun!
Ich hab’ sie ins Krankenhaus gebracht!
Sie hat im selben Kofferraum gelegen, in dem du gepennt hast!
Sie hat’s gepackt!
Geht es ihr gut?
- Hast du sie gesehen? - Ja.
Geht es ihr gut?
Es geht ihr gut.
Aber ich werde sie dir verweigern.
Du wirst dich verzweifelt nach ihr sehnen, du Schweinehund.
Ich sag’ dir was.
Du bist kein Mörder.
Sonst hättest du dich nicht um sie gekümmert.
Denk mal drüber nach.
Hör genau zu, was ich dir jetzt sage.
Ich sage das nicht, weil ich Angst vor dem Tod habe.
Ich sage das, weil du sie ins Krankenhaus gebracht hast.
Hör zu...
Ach...
Wo bist du? Wie heißt du?
Antworte mir.
Siehst du, wie sich das anfühlt?
- Klappe. - Halt du die Klappe!
Du hast uns die Augen verbunden...
Ich werde dich finden. Ich werde deine Stimme wiedererkennen.
Du ärgerst dich umsonst.
Hör zu, okay,
du hast gewonnen.
Richtig geraten, ich bin Eqbal.
Spitzname: Holzbein.
Und jetzt?
Was hast du jetzt vor?
- Du bist es? - Tu, was du willst!
Ich werde dich erwürgen!
Du Abschaum!
Ich bin’s, Eqbal, das Holzbein!
Ich würde mein Leben für das Regime geben, mein Freund!
Ich habe mein Bein in Syrien verloren.
Ich habe es für das Regime und unseren Obersten Führer geopfert.
Siehst du? Nichts ist mir wichtiger.
Was hast du jetzt vor?
Glaubst du etwa, wir lassen zu, dass Versager wie du
das Regime gefährden, nur weil ihr Gehalt zu spät gezahlt wird?
Ernsthaft?
Du machst dich lächerlich.
Wir hatten Tausende von Märtyrern und Verwundeten.
All das...
damit ihr uns verratet?
Damit ihr uns dem Feind ausliefert?
So läuft das nicht!
Hör mir zu und halt’s Maul.
- Halt's Maul! - Halt du dein Maul.
Hör mir gut zu.
Entweder hast du deine Strafe verdient und sie auch bekommen.
Oder du hast sie nicht verdient und die Gerechtigkeit wird im Himmel walten.
Verstanden? Das war’s.
Ach so...
du redest wie der IS, ja?
Die haben auch unschuldige Menschen umgebracht und gesagt:
„Wenn sie schuldig waren, geschieht es ihnen recht.
„Wenn nicht, kommen Sie in den Himmel.“
Ein Haufen Schweinehunde!
Es ist mir egal, mit wem du redest
oder woran du glaubst.
Es geht mir am Arsch vorbei!
Wenn ich von hier wegkomme...
und meine Familie unversehrt ist...
werde ich dich in Frieden lassen.
Ich werde meine Augen und Ohren verschließen.
Und wenn ich sterbe,
habe ich mein Ziel erreicht, ein Märtyrer zu werden.
Ich werde kein Wort mehr sagen.
Sag deine letzten Wünsche, ich begrabe dich.
Ich bring’ dich um.
Du Dreckskerl!
Was machst du denn, Shiva?
Dreckiger Schweinehund, du träumst davon, ein Märtyrer zu werden?
Wer bist du? Wie viele von euch sind hier?
- Du träumst vom Sterben? - Fass mich nicht an.
- Halt die Fresse! - Fass mich nicht an!
Du willst ein Märtyrer sein?
Ich bin der Todesengel.
Ich bin hier, um dir deinen letzten Wunsch zu gewähren.
Du Dreckskerl hast gesagt, du würdest kein Wort mehr sagen.
Halt dein Maul.
Du hältst dein Maul!
Außer Reue will ich kein Wort von dir hören.
Du dreckiger Schweinehund...
wenn du noch ein Wort sagst,
schlag’ ich dir die Fresse mit einer Schaufel ein!
- Was sagst du...? - Halt die Fresse!
Fresse!
Du sagst jetzt gar nichts mehr, außer dass du ein Stück Scheiße bist!
Verstanden? Fresse.
Du Dreckskerl.
- Du hältst dich noch für einen Inspektor? - Ja.
Als ob, du Stück Scheiße. Ein Niemand, das bist du.
Nichts als ein Stück Scheiße, verstanden?
- Hast du verstanden, du Abschaum? - Clown...
Du bist hier der Clown! Ein dampfender Haufen Scheiße bist du!
Das bist du, ist das klar?
Du kämpfst für das Regime? Du glaubst, das Land gehört euch?
Du kämpfst für den Obersten Führer?
Du Abschaum.
All der Wohlstand, den ihr zum Fenster hinausgeworfen habt?
Ist das unsere Schuld?
Während ihr euch am Land bereichert habt.
Du mieser Dreckskerl!
Glaubst du, ich lasse dich damit davonkommen?
Nachdem du das Leben so vieler Menschen ruiniert hast, meins eingeschlossen?
Ich kenne deine widerliche Stimme.
Das Einzige, was ich jetzt noch von dir hören will,
ist, dass es dir leid tut.
Du hast mich gefragt, wie viel man mir gezahlt hätte,
um meinen Schleier am Stock zu schwenken.
Du hast deine Prothese absichtlich quietschen lassen,
um mit deinen Heldentaten in Syrien zu prahlen.
Weißt du noch?
Mit deinem schmutzigen Schandmaul
hast du mir ins Ohr geflüstert.
„Wie viel Geld hat es gekostet, damit du dich ausziehst?“
Du wirst als Märtyrer sterben.
Ich werde deinen Traum wahr werden lassen.
Du wirst schon sehen. Ich werde dich in den Himmel befördern.
Deine Stimme hallt schon lang genug in meinem Kopf.
Sag, dass es dir leid tut, du Dreckskerl!
- Es tut mir leid. - Sag es.
Nein, nicht so!
Du hast gesagt, meine Stimme soll sich in die Gefängnismauern einbrennen!
Jetzt soll sich deine in die Erde einbrennen!
Es tut mir leid.
Du hast gesagt, ich hätte mich nackt ausgezogen.
Jetzt wird dein Sohn dich nackt sehen.
Auf einem Foto, da du als Märtyrer gefallen sein wirst!
Sag, dass es dir leid tut.
- Es tut mir leid. - Lauter.
Lauter!
Es tut mir leid!
- Du Stück Scheiße! - Es tut mir leid!
Es tut mir leid!
Du Stück Scheiße!
Ich schwöre, ich bin genau wie du.
Ich muss meinen Lebensunterhalt verdienen...
Es tut mir leid.
Als du dich geweigert hast zu gestehen,
war das eine Demütigung für mich.
Ich dachte, du würdest dich über mich lustig machen.
Wie damals, als ich klein war.
Ich schwöre.
Ich schwöre, dass es mir leid tut.
Ich hatte ein schlechtes Gewissen,
aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt.
Lasst mich meinen Sohn sehen, ich flehe euch an.
Ich will meinen Sohn sehen...
Es tut mir leid!
Gib mir deine Hände.
Dein Handy und deine Papiere sind hier.
Ich lasse dir ein Taschenmesser da.
Damit du dich befreien kannst.
Die Straße ist 15 Gehminuten entfernt.
Omid, wie läuft’s?
Echt nett von dir. Entschuldige die Umstände.
Gar kein Problem.
- Kann ich dir was mitbringen? - Nein, danke.
Lass, Mama. Ich mache das.
- Ich mache das schon. - Nein!
Gib mir das, komm!
- Hallo. Wie geht’s? - Gut. Und selbst?
- Glückwunsch. - Vielen Dank.
- Geht rein. - Nein, danke.
- Wiedersehen. - Wiedersehen.
Danke.
Du hast nicht alles gekauft. Es fehlen ein paar Sachen.
Was für eine Aussteuer soll das sein?
Ich mache das ganz alleine, Mama.
Sag du es ihr.
Das wirkt doch knauserig.
Ich tue, was ich kann. Blamier mich nicht vor meinem Freund.
Geh den Tee servieren. Es wird alles gut.
EIN EINFACHER UNFALL
Übersetzt von Vitus Bachhausen (MUBI)
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