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König der Boca? Hiroito?
Nein, niemals. Die Boca hat doch keinen König!
Die Boca hatte noch nie einen König. Und gäbe es einen König,
dann wäre ich das.
Pervitin
Hiroito! Hiroito, los mach auf!
Verdammt, mach auf, Hiroito!
Hiroito, Hiroito!
Hiroito, los, aufmachen!
Komm schon, Kleiner, dem ist nicht zu helfen.
Meine erste Begegnung mit einer Prostituierten hatte ich,
als ich in die 4. Klasse des Gymnasiums ging.
Osmar, damals mein bester Freund, nahm mich mit dorthin.
Dieser erste Besuch bei einer Lebedame
fand in jenen Tagen statt, da das Rotlichtviertel noch offen war.
Und ohne dass die Polizei meine heiligsten Vorsätze hätte verhindern können.
Und es gefiel mir gut.
Oder besser: Es gefiel mir mehr als gut.
Von da an ging ich - wann immer ich die nötigen fünf Cruzeiros beisammen hatte -
sofort in die Straßen Itaboca und Aimorés und flanierte an jenen Schaufenstern entlang,
in denen sich ein Heer von Frauen jeden Typs feilbot.
Es stimmt, dass der Liebesakt für den zahlenden Kunden rein mechanisch verlief,
ohne den geringsten Anflug von Romantik.
Damals, in jenen dunklen Tagen,
gab es für uns ledige junge Männer nicht so viele unterschiedliche Frauen,
wie es sie heute gibt.
Die Blumen des Bösen
Das waren harte Zeiten damals.
VERORDNUNG
Als in Folge der Schließung des Rotlichtviertels
die Frauen ins Hotelviertel in Campos Eliseos verdrängt wurden,
minderte dies nicht im Geringsten meinen jugendlichen Drang.
Nur meine Schritte führten mich fortan in eine andere Richtung.
Wie wär's, mein Schatz?
Was ist denn dein Preis?
Vergiss es. Um diese Uhrzeit bediene ich keine Kunden mehr.
Was soll das denn?! Willst du mich etwa enttäuschen?
Ich zahle gut! - Ich sagte dir ja schon, ich habe Feierabend.
Entschuldige, aber ich habe noch was vor.
Hey! - Was soll denn das Theater, Puppe?!
Stehst du mehr auf die harte Tour? - Lass mich in Ruhe, du Schwein!
Verschwinde! Lass mich los!
Lass mich los, Mann, hau ab! - Zier dich nicht so, billige Nutte!
Du Schwein! - Elendes Miststück!
Lass mich in Ruhe! - Du Tochter einer Hure!
Ich schieße. Ich erschieße dich!
Willst du noch einen?
Du bist so mager. Zum Wohl!
Zum Wohl. Damit kenne ich mich aus.
Einen nehmen wir noch. - Jetzt reicht es aber mit dem Trinken.
Sechs Gläser.
Sechs Gläser in weniger als einer Stunde.
Hiroito, wenn deine Mutter Geduld mit dir hat und zärtlich zu dir ist,
ist das ihr Problem.
Aber ich habe ein Auge auf dich.
Den lieben langen Tag tust du nichts!
Du trinkst, isst und schläfst.
Und du liest.
Damit dein Kater vergeht, liest du!
Hör mal zu. Sag mir bitte mal...
Woher hast du eigentlich so viel Geld,
dass du dir diesen Lebenswandel erlauben kannst?
Tja...
Ich arbeite. In der Nacht.
Oh, du arbeitest...
In der Nacht, verstehe.
Genau wie Sie bin ich auch in der Getränke-Branche.
Nur stehe ich noch ganz am Anfang.
Ich kümmere mich um die Getränkekarten einiger Bars und Restaurants in der Innenstadt.
Da wollte ich sowieso noch was mit Ihnen besprechen.
Welche Restaurants beispielsweise?
Das besprechen wir später, Vater.
Im Büro, wenn wir unter uns sind, ich mach einen Termin mit Ihnen aus.
Jetzt geht's leider nicht.
Verzeihen Sie, Mutter. - Geh mit Gott, mein Sohn.
Wie viel fürs ganze Programm?
Tausend Cruzeiros die Stunde plus 300 für das Zimmer.
Was, 300 fürs Zimmer?
Zu teuer. - Kriegen wir vielleicht Rabatt?
Es gibt keinen Rabatt.
Dann machen wir Folgendes...
Wir vier zusammen buchen uns ein Zimmer, was, Osmar?
Wir kennen uns, seit wir Kinder waren, da ist nichts dabei.
Los, Mädels, gehen wir!
Kommt ja gar nicht in Frage, was glaubst du denn, wer wir sind?
Und nun zu den aktuellen Polizeinachrichten!
Heute, am 8. Juli 1957,
wurde die Leiche von Dr. Gilberto Joanides entdeckt.
Der griechische Unternehmer fiel brutalen Dolchstöße zum Opfer
und wurde mit einem Rasiermesser verstümmelt.
Das Mordopfer befand sich,
als dieses ungeheuerliche Verbrechen geschah,
in seinem Büro in der Rua dos Andrades Ecke Rua Timbiras.
Der Leitende Kriminalkommissar unseres kürzlich gegründeten Morddezernats
sicherte der Öffentlichkeit umfangreiche Ermittlungen zu,
damit dieser Fall so schnell wie möglich aufgeklärt wird.
Amaral! Hol mir diesen Hurensohn hier rein, klar?
Dann eröffnen wir diesen Scheiß-Laden hier mit einem Goldenen Schlüssel!
Ja, geht klar.
Hiroito! Sie sind dann der Nächste.
Wo waren Sie, als Ihr Vater ermordet wurde?
Wieso denn? Werde ich etwa verdächtigt?
Damit das klar ist, die Fragen stelle hier ich.
Ich war zu Hause und habe gelesen.
Stimmt es, dass du vor deinem Vater schon mal jemanden...
Ich habe meinen Vater nicht umgebracht!
Ich spreche von diesem anderen Mord. Zwei Monate ist das her.
Ich wurde freigesprochen. Das war Notwehr.
Ach so, das war Notwehr...
Weißt du noch, wieviel Schüsse du auf das Opfer abfeuertest?
Selbstverständlich aus reiner Notwehr... Zwölf!
Heroito? Guten Tag.
Mein Name ist Pericles und ich bin Reporter bei der Abendzeitung.
Wären Sie mit einem Interview einverstanden? - Jetzt geht es nicht.
Die Polizei spricht von Vatermord. Was sagen Sie dazu?
Ich hätte meinen Vater nie umgebracht!
Wir zwei reden später. - Hören Sie!
Hier ist meine Karte. Rufen Sie mich an, ich bin sehr an Ihrer Version interessiert.
Gott sei Dank, wie schön! - Hallo, Mutter.
Was haben sie dir denn nur angetan? Du bist ja verletzt, mein Sohn!
Was ist denn passiert?
Gar nichts weiter, Mutter. Das ist nicht schlimm.
Irgendwann fassen sie den Mörder, dann zerreißt sich niemand mehr das Maul.
Seien Sie unbesorgt, Mutter. - Heroito!
Dolores!
Du ziehst doch jetzt wieder hier bei uns ein...
Ich weiß nicht... - Wir brauchen doch einen Mann im Haus.
Wir finden eine Lösung.
Ein paar Journalisten riefen hier an und wollten dich sprechen.
Das ist ja absurd!
Haben die Leute keinen Respekt mehr?
Zu Dona Yuki möchte ich, bitte.
Ja, ich sage Bescheid.
Er soll reinkommen.
Los, Dicker, den Koffer brauche ich.
Darf ich?
Sehr gut!
Jetzt pass mal auf...
Also, guck her!
Du verdammter japanischer Hurensohn, du baust nur Scheiße.
Aber jetzt...
Pass mal auf, so geht das.
Spielst du nur so scheiße, oder bist du völlig blind?
Du Japanerarsch, du!
Ich sagte dir schon 100 Mal, ich bin kein Japaner, du kleiner Wichser!
Na los, schieß doch! Schieß doch, du Hurensohn!
Du triffst doch allerhöchstens die Lampe!
Komm doch ein bisschen her zu uns...
Verpiss dich!
Hey, du Streuner! Steck das Ding weg!
Ich tu so, als hätte ich nichts gesehen.
Ich heiße Hiroito. Und du? - Vicente.
Schöner Name.
Hör mal, Vicente, wo ist deine Mutter?
Ich habe keine Mutter. - Wie denn das? Jeder hat eine Mutter.
Ich haute von zu Hause ab, weil mich meine dauernd verprügelt hat.
Du kriegst von mir eine Chance.
Keine Ahnung, wieso, aber ich mag dich.
Hast du Hunger? - Und wie.
Wir machen das so, Vicente:
Du gehst mit mir nach oben und kriegst dann ordentlich was zu essen.
Aber vorher musst du in die Wanne.
Du stinkst, als wärst du in ein Plumpsklo gefallen.
Komm mit.
Wer ist Hiroito Joanides? Der Mörder aus dem Billardsalon.
Hast du auch Durst? - Ja.
Das reicht.
Du bist echt voll hässlich.
Kennst du dieses Lied, das sie im Radio spielen?
Welches? - Na, dieses.
♪ Vai com jeito, vai
♪ Senão um dia a casa cai, menina!
Ja, kenne ich. - Na, wie wär's?
Na, komm.
Telma, wo ist Sueli? - Ist nicht gekommen.
Schon wieder nicht? Fehlt ja ziemlich oft, die Schlampe.
Du machst Folgendes: kommt sie morgen wieder nicht,
schmeiß sie raus. Besser noch, schmeiß sie sofort raus.
Die kann ja nicht mal richtig vögeln. - Das weißt du besser als ich.
Ist die Ware schon angekommen?
Alles unten im Keller.
Komm, Kleiner.
Hey, der Tag ist noch jung, steh auf!
Bring mal die Kiste da rüber.
Du machst solche kleinen Häufchen,
und legst sie auf das Papier. Das ist alles.
Wenn du fertig bist, ruf mich.
Zé! Einen doppelten Kaffee für mich, bitte.
Kommt sofort!
Ein neues Mädchen hier in unserer Gegend...
Wie heißt du, meine Schöne?
Alaíde.
Alaíde...
Freut mich sehr.
Ich bin Hiroito.
Sagt dir das was? - Du arbeitest doch für Telma, oder?
Nein. Denn Telma arbeitet für mich.
Und wenn du klug bist, tust du das zukünftig auch.
Das ist 'ne sichere Sache.
Denn eine Frau, die ohne Beschützer arbeitet,
die kommt hier nicht weit. Die Boca do Lixo frisst dich gnadenlos auf.
Hast du schon Feierabend?
Kommt drauf an...
Dieses Leben ist nichts für dich.
Was redest du? Eben wolltest du mich noch in dieses Leben reinquetschen.
Würdest du mich heiraten?
Amigo, sag Nelsinho Bescheid, dass Hiroito jetzt da wäre.
Dort gerade durch, bitte sehr...
Da hinten.
Hiroito de Moraes Joanides...
Ich bin schon neugierig zu erfahren, wie ich zu der Ehre dieses Besuches komme.
Geschäfte, mein Lieber.
Ausgezeichnete Geschäfte.
In gewissen Situationen, ist, wie ich finde, eine Kooperation äußerst vorteilhaft.
Sogar unter Konkurrenten.
Ich mag deine Bar.
Ein schönes Etablissement.
Und so schöne Mädchen.
Setz dich.
Dann sag mir, worum es geht.
Um Rauschmittel. In nennenswerten Mengen.
Um sehr viel Marihuana.
Ich habe einen Freund, der ist Ermittler bei der Polizei.
Der steckte mir im Vertrauen, wann und wo jemand die gesamte Ware
verkaufen will. Genau dann schlagen wir zu!
Wir überfallen den Kerl, dabei brauche ich deine Hilfe.
Auf jeden Fall will ich eine zuverlässige Rückendeckung.
Scharfschützen, genau wie dich und deine Kameraden.
Richtig, Osmar? - Ich sag nur das Eine:
klappt diese Sache, dann sind wir gemachte Leute. Mein Wort darauf.
Ich weiß nicht.
Ich will mit diesem Polizisten vorher persönlich sprechen.
Klar, den bringe ich her.
Ja, ich bringe ihn her.
Aber wenn ihr gesprochen habt,
biete ihm bitte eines deiner schönsten Mädchen an.
Er soll mit stolzgeschwellter Brust hier rausgehen.
Und rundherum glücklich sein.
Nach den Sternen muss er sich sehnen.
Nach den Sternen und der Beute.
Wieviel ist das? - 300 Kilo.
Trag das ein, ich wiege inzwischen weiter.
Da bist du ja...
Ich habe dir was mitgebracht.
Was denn?
Der ist ja wunderschön.
Siehst du? Passt perfekt.
Und? Wieviel Kinder willst du mit mir haben?
Sieben.
Also nimm dich in Acht.
Und wovor?
Was versteht man gemeinhin unter der Wahrheit?
Dieses so erhabene Wort, das gleichzeitig so stumpf und so abgenutzt ist,
bestimmt, was das Wahrhafte ausmacht.
Solange es nur wahrhaftig ist.
Doch was heißt das, wahrhaftig zu sein?
Ich komme mir vor wie ein Pirat. - Mein kleiner Piratenkönig.
Das gehört alles uns! - Das ist eine Menge wert.
Guckt euch das an! Alaíde! Na?
Du siehst so lächerlich aus.
Gar nicht wahr, du bist so ein hübsches Mäuschen!
Ja, sicher. - Komm her, meine Süße!
Gib mir einen Kuss, du Königin der Boca!
Stell lauter!
♪ Ciao, ciao, bambina!
♪ Un baccio ancora...
Nein, hier nicht, komm da weg, na komm schon!
Na los, komm!
Honório! Los, komm!
Hör mal, Junge, bleib stehen!
Komm, Honório! - Hey, du Rumtreiber!
Bleib stehen! - Komm! - Bleib sofort stehen! - Nicht so trödeln!
Honorio, lauf! - Stehen bleiben!
Hörst du schwer?!
Bleib stehen, du Lümmel!
Alles gut, Doktor Honorio?
Den Herren sei Dank, ja.
Aber ja, Kommissar, Sie können gern nachzählen.
Soweit scheint alles in Ordnung zu sein.
Ich würde da allerdings gern etwas mit dir besprechen.
Ist irgendwas passiert?
Du kümmerst dich um diesen Straßenjungen, nicht wahr?
Was hat er ausgefressen?
Steh auf, du Gauner!
Steh auf, du kleiner scheiß Verbrecher! Steh auf!
Willst du vor dem Jugendgericht landen, ja?!
Ich habe gar nichts getan! - Nein, hast du nicht?!
Kommst du noch mal auf die Idee, diesen elenden Scheißköter Honório zu rufen,
setzt es Prügel, verstehst du?! Kapiert?!
Aus!
Geh du doch einfach schon rauf.
Ich muss kurz aufs Klo, okay?
Hast du einen Zettel für mich?
Und? Was willst du? Sag schon.
Komm her, dann küsse ich dich, komm.
Was, küssen? - Ja.
Küss mich, ja. - Dann küss diesen Mund!
Küss mich! Küss deinen Mann, küss mich überall.
Meine Süße... - Ja, jetzt will ich Geld sehen.
Ich will viel Geld sehen. - Was, du willst Geld?
Dann nimm dir Geld! Nimm dir die Kohle!
So viel Kohle! Komm her.
Leg dich da hin, na los.
Beine breit!
Wo warst du bloß, du elende Drecksau?
Du Verräter bist 'n Scheißfreund!
Ausgerechnet du?
Du bist ein Unglücksmensch!
Du Schweinehund!
Oh, Scheiße!
Reiß dich zusammen...
Unglaublich! Sich wegen eines Liters Lavendel so anzustellen...
Nair! - Wer? - Dieser Bulle, Ary.
Nun komm, Nair.
Mein Schätzchen...
Und? Wie geht es dir?
Wir machen einfach klitzekleine Streifzüge
in die Gebiete der anderen und verkaufen Kokain.
Dann sehen wir ja, was das einbringt.
Ich schätze, das Zeug hat hier bei uns bislang höchstens 'ne Handvoll Leute probiert.
Und das Gute daran ist, dass die, die es ausprobieren,
nie mehr damit aufhören wollen.
Wir machen das alles ganz diskret.
Als Kuriere nutzen wir nur die ältesten Huren.
Verstehst du? - Willst du auch in Nelsinhos Gebiet verkaufen?
Überall.
Ohne Ausnahme.
Der Zweck heiligt nun mal die Mittel.
Und du bleibst wirklich nicht zum Essen, mein Sohn?
Nein, Mutter, ich muss los.
Und Sie sind ganz sicher, dass Sie kein Geld brauchen? - Nein, ich komme gut zurecht.
Mir wäre wohler, wenn dein Foto nicht in der Zeitung wäre.
Das ist absurd, Mutter! Das ist alles erlogen!
Die wollen bloß Zeitungen verkaufen.
Jeder, der ein einträgliches Geschäft betreibt, wird hier als unehrlich abgestempelt!
Sie wissen doch, ich führe mit Alaíde ein ruhiges Leben.
Die Polizei hat Langeweile und macht mich zum Sündenbock.
Sie wissen gar nicht, wie fertig mich das macht.
Ich muss los.
Hiroito de Moraes Joanides,
besser bekannt als der König der Boca do Lixo,
wird beschuldigt, eine gewaltige Menge Marihuana gestohlen zu haben,
die von der Polizei beschlagnahmt werden sollte.
Das heißt, dass in diesem Land sogar die Polizei
vor den Banditen nicht sicher ist.
In wenigen Augenblicken wird uns der leitende Kommissar,
der in diesem Fall ermittelt, Rede und Antwort stehen.
Bleiben Sie also dran!
Hallo, Hiroito. - Steig ein.
Rosanna...
Hier drin sind genau 50 Päckchen.
Okay? - Sehr gut.
Ich komme in einer Woche wieder, und dann können wir abrechnen.
Gut, kann aber sein, dass ich vorher schon Nachschub brauche.
Die Nachfrage ist hier gewaltig.
Solltest du mehr brauchen, melde dich.
Ein kleines Geschenk habe ich auch noch für dich.
Aber genieße es mit Verstand.
Das hier ist nämlich ganz ausgezeichnetes Gras.
Na, geh...
Rede mit Hiroito, Telma.
Seit unsrer Kindheit sind wir befreundet.
Der Platz ist doch optimal.
Das Geschäft lohnt sich unbedingt.
Sag ihm einfach, dass du mir vertraust.
Ich versuch's, aber ich kann dir nichts versprechen, Osmar.
Hiroito ist stinksauer auf dich.
Polizei! Alle an die Wand!
Hände über den Kopf!
Ganz ruhig!
Wo ist Hiroito? - Den habe ich ewig nicht mehr gesehen.
Ewig nicht mehr gesehen... Am Arsch!
Je früher du damit rausrückst, desto besser für dich, verstehst du?
Ich habe ja gar nichts getan.
Außerdem bin ich selber bloß Gast.
Ich kam zum Quatschen vorbei. Und um die Mädchen zu bewundern.
Ich glaube dir kein einziges Wort.
Ich lass dich verhaften wegen Förderung der Prostitution
und weil du offensichtlich mit Drogen handelst,
aber vorher frage ich dich ein letztes Mal:
wo ist Hiroito?
Ganz ehrlich, das weiß ich nicht, das schwöre ich!
Das schwörst du... Jungs, diese Lesbe hier wandert auf direktem Weg in den Knast!
Oh Mann...
Und weißt nichts, kennst hier niemanden und hast gar nicht gesehen?
Ich war in der Gegend und kam nur ganz kurz rein. - Ach ja?
Das ist nicht fair, Doktor... - Hör mal zu, Osmar.
Ich kenne dein Strafregister.
Sogar über deinen Zoff mit Hiroito weiß ich Bescheid!
Übrigens, was machst du eigentlich hier? - Wie gesagt, ich bin hier...
Ach, Doktor...
...weil ich kurz Hallo sagen wollte.
Hallo sagen, ja? Auf dem Kommissariat darfst du deinem Anwalt Hallo sagen.
Führt ihn ab.
Sachte, ja?
Hey! - Los, los. Bewegt euch!
Stellt euch da hin.
Bleib da stehen, ja?!
Die beiden auch noch. - Stellt euch dazu.
Da an die Wand! Hört ihr?
Ganz im Ernst, du musst aus der Stadt verschwinden und untertauchen,
zumindest für eine Weile.
Weißt du eigentlich, wie lang dein Vorstrafenregister ist?
Das ist mein voller Ernst! Das müssen zehn Regal-Meter sein, Minimum!
Die Sache wird langsam zu brenzlig.
Früher oder später habe ich die Dienstaufsicht im Nacken
und die ermitteln gegen mich.
Dann will ich mal sehen, wie du zurecht kommst!
Es ist doch nur für eine Weile, bis sich die größte Aufregung gelegt hat.
Ich weiß nicht.
Ich müsste hier eine ganze Menge aufgeben.
Vielleicht haut mich dann irgend so ein Wichser übers Ohr!
Klaut meine Plätze, meine Mädchen, alles!
Na ja, und weiter? Hast du etwa eine Wahl?
Na los! Gib mir ein Kuss!
Ich habe doch gesagt, das ist nur für kurze Zeit!
Ich habe sogar schon ein paar Kontakte geknüpft.
Was für Kontakte, Hiroito?
Ich gehe auf keinen Fall in den Knast! - Verdammt, glaubst du ich?!
Was denkst du dir?!
Deshalb legen wir doch diese Pause ein!
Außerdem will ich arbeiten. Wetten, das klappt?
Dieser Deutsche hat mir sogar schon Papiere besorgt, samt einer Arbeitsbescheinigung,
alles registriert, das ist auch besser so!
Und wo bist du registriert?
Glaub mir, alles wird gut meine Liebe.
Komm schon.
Curitiba gehört uns.
Telma, scheiß doch auf den Neger!
Soll ich jetzt etwa Skrupel kriegen wegen meiner Konkurrenz?!
Klar kannst du die Tabletten einfach verkaufen.
Aber besser, niemand weiß, dass die von mir sind!
Ach, und noch was...
Wer verhaftet wird und singt, der ist tot!
Ja, ist gut. Dann ruf mich morgen wieder an. Ciao.
Frauengefängnis São Paulo
Na, wie geht's dir? - Ganz gut.
Und Hiroito, wo ist der?
Sitzt im Knast in Curitiba.
Aber sie überstellen ihn bald nach São Paulo.
Dann war das wohl euer "ehrliches Leben" in Curitiba.
Und was ist aus der Wohnung geworden? - Gute Frage, der Umsatz ist super,
obwohl das sicher unglaublich klingt. Gehen wir?
Wir haben noch geschlossen, komm in 'ner halben Stunde wieder.
Gib mir deine Knarre, mach schon!
Hör zu, du Nutte, sag deinem Hurensohn von Ehemann,
dass ich weiß, dass er in mein Gebiet eindringt, ja?!
Und dass er meine Frauen besticht, weiß ich auch!
Und wenn er aus dem Knast entlassen wird,
dann überlebt er nicht eine Minute lang, das sagst du ihm auch!
Was ist denn hier los?! - Nichts, Nair, geh wieder rein,
das ist unsere Sache! - Ich bleib lieber hier!
Aber ich befehle es dir, Nair!
Das ist nur ein Irrtum, verstehst du?
Was, ich soll mich irren, du falsche Schlange, ja?!
Steh gefälligst wieder auf!
Was denkst du dir eigentlich?!
Du und deine Scheiß-Nutten habt genau zehn Minuten,
um von hier zu verschwinden! Hau ab!
Geh schon!
Dieser Puff hier gehört jetzt mir!
Und das Apartment der Mädchen? Wie ist der Umsatz?
Was ist denn? Hast du irgendwas?
Quatsch, alles gut. Du siehst Gespenster.
Irgendwas ist passiert, ich kenne dich doch.
Was ist los, sag schon.
Was ist, Alaíde, rede.
Rede, Alaíde!
Hallo, Carlito, ich bin's.
Ja, ich weiß. In Ordnung.
Wir machen Folgendes: schaff deine Freundin her. Ja, Miss Petropolis.
Jetzt weiß ich wieder, klar, Miss Petropolis.
Gut, wir treffen uns im Papai.
Noch was, sag bitte Osmar, dass er auch kommen soll,
weil ich ihm ein hochinteressantes Geschäft vorschlagen will.
Alles klar. Wir sehen uns.
Da kommt sie ja.
Hallo.
Endlich kann ich dir meine neue Freundin vorstellen,
die ist noch ganz neu hier in São Paulo.
Silvia, Hiroito, Osmar...
Freut mich sehr.
Ganz meinerseits, bitte sehr.
Ich bin entzückt.
Und? Was zieht dich in unsere hübsche Stadt?
Die Kohle natürlich.
Wir werden uns ganz prima verstehen.
Und noch besser, wenn es stimmt, dass du nie danebenschießt.
Was möchtest du trinken?
Einen trockenen Martini.
Hiroito? Bleib ruhig, Mann.
Ich bin unbewaffnet. Siehst du?
Ich will nur mit dir reden! - Kennen wir uns?
Ich bin Robertinho.
Und Telma schickte mich her, weil ich mit dir reden wollte.
Was willst du von mir? - Ich will für dich arbeiten.
Ich bin Fahrer und in aller Bescheidenheit der Beste hier im Bezirk.
Da ist sein Wagen! Da ist er.
Halt irgendwo an!
Los, halt an, halt den Wagen an!
Lass uns abhauen, der Kerl ist tot! - Mach schon, steig ein!
Komm! - Los, komm!
SCHIESSEREI IM MORGENGRAUEN - KRIEG IN DER BOCA?
Der Bürgermeister ordnet an, dass der Scheiß hier aufhören muss!
Und ich?
Was mache ich jetzt?!
Diesen Nelsinho, Doktor, den schnappe ich mir,
ohne Wenn und Aber! Selbst Mutter hält mich nicht davon ab!
Hey, die Sache wird für dich immer schwieriger.
Der Fisch fängt an zu stinken, und zwar auf deiner Seite!
Und du, der du immer so ein kluges Kerlchen warst,
du benimmst dich wie der letzte Idiot!
Wer sagt dir denn, dass er dich nicht vorher erschießt?!
Die Welt dreht sich weiter und immer weiter.
Die Boca verändert sich auch.
Und natürlich verändert sie sich immer weiter.
Da kommt gewaltig was auf uns zu, mein Freund!
Diese alten Geschichten, die Boca, ein Niemandsland - aus und vorbei!
Krieg das endlich in deinen Dickschädel, kapiert?!
Nehmen Sie Platz, Kommissar.
Gefällt Ihnen der neue Laden? - Wunderbar.
Neuza, bring dem Kommissar einen Scotch.
Vertritt dir ein bisschen die Beine, dann sehen wir ja, ob du Anschluss findest.
Das ist die Hälfte der Kohle.
Den Rest gibt es, wenn die Falle zugeschnappt ist.
Auf den Frieden in der Boca! - Auf den Frieden.
Und die Liebe.
Und schon geht es mit einem langen Pass wieder zurück in die gegnerische Hälfte.
Der Ball kommt zu Da Silva.
Da Silva lässt den Gegner aussteigen und legt ab auf Berruti.
Der geht mit seinem unnachahmlichen Antritt auf und davon...
... direkt an der Strafraumgrenze... - Polizei! Los, raus aus dem Wagen!
An den Wagen!
Hände auf die Haube! Beine auseinander!
Na los, Andrade, durchsuch den Wagen!
Freistoß, etwa drei bis vier Meter vor der Strafraumgrenze. Gefährliche Position.
Und während der Torhüter seine Mauer aufstellt,
macht sich Joaquinzinho bereit,
der Rechtsaußen mit der Trikotnummer 13,
der nun schon seit Wochen in bestechender Form ist.
Da sind etwa 20 Kilo drin, Sargento.
So viel Gras? Da freuen sich die Kühe.
Dann führt die beiden mal ab.
...über die Latte. Was für eine Chance!
Sicherlich etwas glücklich, da man diesen Freistoß meiner Meinung nach...
Das ist echt unglaublich.
Wüsste gern, wer der Schweinehund war, der uns dies Mal verpfiffen hat.
Keine Ahnung, ich weiß nur, dass sie uns bei 20 Kilo hier drin verschimmeln lassen werden.
Setz dich doch.
Und Dona Alaíde, wie geht's der?
Ausgezeichnet, Doktor.
Also, ich bin heute besonders gnädig.
Darum werde ich dich freilassen.
Allerdings nur unter einer Bedingung...
Wie viel?
Die Summe hier...
und noch eine Kleinigkeit.
Und die wäre, Doktor? - Du lässt Nelsinho in Ruhe.
Dafür hat er schon versprochen, dass er dir die Wohnung zurückgibt.
Wie viel hat Nelsinho dir bezahlt?
Gar nichts, keinen roten Heller! - Das ist eine Lüge!
Es ist ganz einfach, "großer Imperator",
du musst nur annehmen, oder ablehnen.
Kommt nicht in Frage, Doktor.
Entweder die Kohle oder der erzwungene Frieden, du hast die Wahl!
Ich lass dich trotz der Beweislast frei
und du willst die Regeln definieren?
Dürfte ich wählen, würde ich dich gut bezahlen
und dieser Neger-Missgeburt den Hals umdrehen.
Ist das wirklich wahr?
Schön, ich entscheide mich für den Frieden.
Weißt du, wieso?
Ich bin so ein friedliebender Mensch.
Wann wurdest du aus dem Knast entlassen?
Eben gerade.
Du Schauspieler.
Schau dich nur an, Hiroito.
Du kriegst einfach nie genug!
Hier können etwa 10 Mädchen arbeiten, wenn wir die Zimmer noch unterteilen.
Und wir nehmen nur ganz neue Mädchen, hübsch müssen sie sein.
Und Manieren haben.
Silvia weiß, wo man so was findet. - Kein Problem.
Wenn sie Potential haben, wird das schon.
Ja, und jetzt will ich dir was zeigen, mein Freund.
Na komm...
Komm schon...
Einfach sensationell!
Komm her...
Warte mal, nur eine Minute!
Was ist denn los? - Warte!
Das glaube ich doch nicht...
Ich muss noch mal los...
Wenn du jetzt gehst, komm besser nicht wieder. Du kannst gleich zu Rosanna ziehen.
Sei nicht albern, Alaíde.
Und nun zu den aktuellen Polizeinachrichten:
In einem der zahllosen Verfahren, die gegen Hiroito de Moraes Joanides -
besser bekannt als "König der Boca"... - Moment, hör auf!
...hat der Richter entschieden,
den Kriminellen in Untersuchungshaft nehmen zu lassen.
Die Bevölkerung fordert schon lange die Festnahme des berühmten Banditen.
Ich muss sofort abhauen.
Von der Bildfläche verschwinden!
...der Haftbefehl ist bereits ausgestellt.
Soweit die Polizeinachrichten.
Wir fahren nun fort mit unserem Programm:
Musik... - Alaíde hilft dir bestimmt...
Gib mir das Scheißding.
Hallo.
Ich bin fertig.
Ich nehme ein Taxi, in einer halben Stunde treffen wir uns. Ciao.
Alaíde?
Alaíde!
Diese Schlampe!
Kein Zettel, kein Brief, gar nichts!
Mimi! - Sieh an, wie lange ist das her, mein Hübscher? Du bist eine Berühmtheit!
Wir haben klasse Stoff... - Deswegen bin ich nicht hier!
Die Bullen sind mir dicht auf den Fersen. Wo ist Alaíde?
Weiß ich nicht... - Wo ist Alaíde, verflucht?! - Das weiß ich nicht.
Du bist doch mit Nair befreundet.
Dann machen wir Folgendes:
sag deiner Freundin, dieser dreckigen Schlampe,
sagt sie mir nicht, wo Alaíde steckt, werde ich sie einfach abknallen.
Du kennst mich gut, ich sag' das nicht noch mal!
Ganz ruhig, mein Großer. Ich weiß nichts, das schwöre ich.
Aber vielleicht könnte ich für dich ja was herausfinden...
Dafür gebe ich dir einen Tag, nur einen Tag!
Du bist im Arsch, Hiroito.
Du bist voll im Arsch!
Scheiße, verflucht!
Du bist im Arsch und mein Haus wird von den Bullen belagert, verdammt!
Und was machen wir jetzt?
Was willst du jetzt machen?
Eins sage ich dir: Wenn ich deinetwegen im Knast lande,
bringe ich dich um! - Sei endlich still, sonst kann ich nicht denken, verflucht!
Trink deinen Whiskey und geh mir nicht auf den Sack.
Oh Mann, du Hurensohn.
Du kannst echt toll reden, oh ja.
Du kannst so toll reden, das ist schon beeindruckend!
Und ich Arschloch fall immer wieder drauf rein!
Silvia, mein Engel, ich brauche deine Hilfe!
Ja, die Polizei wartet draußen.
Vor Carlitos Haus! Wir machen das so.
Du schickst mir bitte drei Mädchen her, und einen Fahrer, dem du vertraust.
Abgemacht, einverstanden!
Aussteigen.
War das ein Spaß!
Also mir hat's sehr gut gefallen.
Schönen guten Abend... - Guten Abend.
Ist das denn zu fassen? Also wirklich.
Sie, Moment, stehen bleiben!
Da an die Wand! - Was ist los? - An die Wand!
Hände an die Wand! Na los, durchsuche ihn!
Fahr schon los, nun gib doch Gas!
Komm, Püppchen, nimm einen Schluck.
Auf Silvia, unsere ewige Miss Petropolis!
Hast du eine Kippe?
Wie spät ist es? - Zwanzig nach sieben.
Mach doch mal das Radio an, ja?
Die Musik ist langweilig, mach wieder aus.
Du kannst dich echt nie entscheiden.
Wer ist das? - Keine Panik.
Das ist eine gute Freundin von mir, sie wird uns helfen, vertrau mir.
Wobei soll uns die Kleine helfen?
Na los, zeig's ihm Clarinha.
Hallo, Überraschung.
Und gefällt dir das?
Ich muss hier auch eine Zeitlang verschwinden.
Und wenn ich mitfahren darf, gehört das alles uns, okay?
Hör mal zu, Mädchen.
Wenn du volljährig bist, kommst du wieder. - Bin ich doch längst. Hier.
Ich muss dir bei Gelegenheit mal einen besseren Fälscher empfehlen.
Wie alt bist du?
Alles nur eine Frage der Perspektive.
Also nehmen wir jetzt eine von den "Perversen"?
Oder willst du mich doch lieber an die Bullen verpfeifen?
Fahr schon los, verflucht.
Und du bereitest das vor.
Das ist ein echter Schatz!
Die zwei Monate, die ich mit diesen beiden Kindern auf der Flucht verbrachte,
waren die mit großem Abstand verrückteste Zeiten meines Lebens.
Das Absurde wurde zur Routine.
Wahrscheinlich war das der Anfang vom Ende meiner Herrschaft in der Boca do Lixo.
Hiroito! Hiroito, los mach auf!
Verdammt, mach auf, Hiroito!
Hiroito, aufmachen!
Hiroito, los, aufmachen!
Komm schon, Kleiner, dem ist nicht zu helfen.
Scheiße, Mann, ich klopf mir hier die Finger wund.
Du bist ja ganz blass!
Lass lieber mal die Finger von dem Mist.
Wo ist Robertinho?
Unsere Ferien sind erst mal vorbei.
Verstehe. - Super war's irgendwie schon.
Und du bist kein schlechter Fahrer.
Moment. Nehmen wir denn nicht noch eine letzte "Perverse"?
Ich weiß, das brauchst du mir nicht zu sagen, verdammt!
Also wir machen Folgendes:
ich bleib in meinem Versteck und werde mich aus allem raushalten.
Und der Doktor muss versprechen, dass meine Untersuchungshaft ausgesetzt wird.
Ist gut. Ich rufe dich morgen noch mal an.
Verfluchter Mist...
Wer ist da?
Ich bin's!
Ich hörte, du suchst nach mir.
Was soll das?
Von mir aus kannst du jetzt wieder gehen.
Wie bitte? - Das ist es doch, was du wolltest.
Sei so gut und zieh dich an.
Ich ruf dir netterweise schon mal ein Taxi.
Und? Wann lassen sie dich hier wieder raus?
Ich entlasse mich selber, noch heute.
Sei nicht blöd, du siehst immer noch ziemlich scheiße aus.
Also bleib lieber noch ein paar Tage! Was sagst du, Clarinha?
Was?
Was ist los?
Hast du Geheimnisse?
Mach schon den Mund auf!
Die Sache ist so:
während wir auf der Flucht waren, hat Osmar deine Kohle
aus dem neuen Puff abgezweigt...
Daran gibt's gar keinen Zweifel.
Diese Drecksau, so ein elender Mist-Bock!
Ich bin so ein Idiot.
Gib mir eine Kippe.
Vergiss es. - Gib das Scheißding schon her!
Du elender Mistkerl...
Du verfickter Mist-Bock!
Weg, weg, weg da!
Was ist da los?
Hau ab!
Ist es besser, geliebt zu werden, als gefürchtet oder umgekehrt?
Die korrekte Antwort auf diese Frage müsste lauten:
an sich ist beides wünschenswert.
Aber da es schwierig ist, jene Eigenschaften in uns zu vereinen,
die zu derlei Ergebnissen führen,
ist es sehr viel sicherer, gefürchtet als geliebt zu werden.
Wenn wir in einem von beidem ohnehin scheitern müssen.
Das ist Osmar.
Na los, wir gehen aufs Dach!
Was für eine Scheiße, Hiroito. Was hast du dir dabei gedacht?
Lass mich raten. Du meinst, du stehst über allem, alle lassen sich von dir beugen.
Sogar das Gesetz!
Was willst du, Doktor, mich umlegen? Etwa von hinten?!
Wie sollte es nach dieser Sache hier eigentlich weitergehen?
Du wolltest wieder eine zeitlang Verstecken spielen, was?
Das wäre Selbstmord auf Raten gewesen.
Was willst du von mir?
Gar nichts, tut mir leid für dich.
Doch mein Blut willst du natürlich dennoch weitersaugen,
obwohl es durch und durch verseucht und vergiftet ist!
So viele Jahre lang hat genau dieses Blut dich gut ernährt.
Das Wrack hier vor dir hat deine Privatvergnügen zuverlässig ermöglicht.
Du Parasit!
Du bist widerlich.
Wie kann man bloß so überheblich sein?
Mir ist es scheißegal, was du für eine Meinung von mir hast.
Aber dieses Mal gehst du in den Knast,
da hilft dir nicht mal ein Wunder!
Ich habe die Schnauze voll von dem Geschwätz. Habt ihr keine Handschellen?
So endet das also...
Es war kalt.
Und diese Kälte war nicht die, die unser Fleisch tröstet.
Sie schnitt so, wie in der Schlachterei der scharfe Stahl des Messers schneidet.
Aber du bist nicht gekommen, um mich im Unglück zu sehen!
Ich war ausgezogen, um allem zu widerstehen.
Ein alter, mit Trümmern beladener Sarg,
dessen Gerippe nur das sonderbare Pergament seiner Haut schmückt.
Und darunter hörst du das verhängnisvolle Rasseln der Knochen.
Frei nach dem Buch "Boca do Lixo" von Hiroito de Moraes Joanides
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